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Thema: Besiedlung von Planeten

  1. #1
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    Standard Besiedlung von Planeten

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    Hallo erstmal,

    hier wurde ja schon diskutiert wie schön es wäre einen Planeten oder z.B. auch den Mond durch terraforming bewohnbar zu machen.Wir wissen dass es so nix wird, kurzfristig, mit der Kolonisierung.

    Also welche anderen Möglichkeiten gibt es noch außer Terraforming?
    Ich habe hier noch etwas von einer Folie, die den Mond umspannen soll gelesen.Ich persönlich glaube nicht daran, dass sich irgendeine Organisation oder auch ein Verbund vieler Länder oder sonst etwas in den nächsten 100 oder 200 Jahren solch einen Kraftakt leisten will.

    Also bleiben noch die Billig-Varianten übrig. Wobei ich nicht denke dass Billig unbedingt schlecht sein muss. Die Nasa will ja meines Wissens nach evtl. eine Mondkolonie einrichten. Nun, wie könnte die aussehen? Ein kleiner Stahlcontainer wie die ISS? So wird es sicher gemacht werden. Der Nachteil ist halt, das sich so ein "Gehäuse" schlecht vergrössern lässt, d.h. auf Dauer haben nur wenige Menschen die Möglichkeit einmal zum Mond oder Mars zu reisen.

    Geht es nicht noch anders? Mir fällt noch die Möglichkeit ein, in den Untergrund zu gehen. Höhlen zu graben. Man bräuchte einen eingang, dass heist, eine kleine Luftschleuse würde genügen und man hätte unterirdisch quasi unbegrenzte Ausbaumöglichkeiten. Eine teure Abschirmung gegen Strahlung wäre quasi überall überflüssig(außer an der Schleuse) Natürlich müssten die "Stollen" gegen Einsturz gesichert werden und ich denke es wäre gut die Wände mit so etwas wie einem Silikonüberzug abzudichten damit keine Luft durch Spalten nach aussen dringt, aber das ist sicherlich nicht so schwer zu bewerkstelligen und insgesamt gesehen doch wohl um Grössenordnungen billiger und schneller zu bewerkstelligen als Terraforming. Was haltet ihr davon?

    Gibt es noch andere realistische also billige Möglichkeiten?

    -SRM-

    Ups, falsches Forum
    Geändert von SRMeister (29.09.2006 um 00:28 Uhr) Grund: Ich habe ausversehen das falsche Forum gewählt und bitte den Admin um Verschiebung in das Richtige! Danke :-)

  2. #2
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    Standard

    Die Mondkolonie wird wohl wirklich eine Ansammlung von Containern sein (etwa so wie die Stationen in der Antarktis), vielleicht auch teilweise im Boden vergraben. Richtige Höhlen dürften schwierig sein, da der Mondboden bis in ziemlich grosse Tiefen (~2 km) sehr stark zerschlagen und zerbrochen sein soll (Folge der vielen Impakte).

    Auf der Venus wären Atmosphärenplattformen möglich: Atembare Luft, in einer Kapsel eingeschlossen, erlebt in der Venus-Atmosphäre einen Auftrieb (ähnlich wie Helium in unserer Atmosphäre) - so könnte man zumindest einige Forschungsstationen betreiben.

    Möglicherweise wird es eines Tages Nanobots geben, winzigkleine Maschinen, die in der Lage sind, Atome zu neuen Stoffen zusammenzusetzen: gelingt es, sie im Dienst der Bewohnbarmachung der Monde und Planeten einzusetzen, wären möglicherweise billige Terraformingprojekte möglich, aber das ist jetzt schon sehr spekulativ.

    Die Folie, die du erwähnt hast, eignet sich im Prinzip, um sogar Asteroiden zu terraformen. Man baut eine grosse Folie, pumpt sie mit einer Stickstoff-Sauerstoff-Mischung voll (dadurch bläht sie sich auf und legt sich automatisch um den Asteroiden / Mond, trägt ihr eigenes Gewicht) und bringt Pflanzen, Tiere und Menschen hinein. Natürlich hätte man dann keine Gravitation, aber wenn sich dies überwinden lässt, stünde dem Bau von Milliarden von kleinen "Lebensblasen" im ganzen Sonnensystem praktisch nichts mehr im Wege.
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  3. #3
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    Beim Mars stelle ich mir die Besiedlung so vor:

    am ende dieses Jahrhunderts gibt es dort mehrere Habitats, in denen eine Grundversorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Energie gewährleistet ist.

    Wenn es sich aufgrund der hier gesammelten Erfahrungen herausstellt, daß eine Besiedlung in größerem Umfang wünschenswert und machbar ist,
    wird es aber keine Auswanderer-raumschiffe von der Erde geben, sondern die auf dem Mars geborenen Kinder werden als eine neue Art der Primaten,
    die den geringeren Schwerkraftbedingungen angepaßt ist, als Marsianer eben,
    entscheiden müssen, ob man grundsätzlich ein planetenweites Terraforming (Schaffung einer Atmosphäre) in Angriff nimmt,

    diese Entscheidung sollte in einigen hundert Jahren getroffen sein, so daß man an der nächsten Jahrtausendwende sagen kann:

    das war das Jahrtausendprojekt der Menscheit !

    visionäre Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  4. #4
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    Beim Mars muss das Terraforming gar nicht so teuer sein: einige Fabriken, die Supertreibhausgase (CKWs) in die Atmosphäre blasen, die Bausteine dazu kommen aus der Marsatmosphäre und aus den vulkanischen Gesteinen, die es dort in gewaltigen Mengen gibt. Und dann mal sehen, wohin das führt. Die Erwärmung sollte für das Schmelzen der CO2-Polkappen und damit für eine dichtere, insgesamt wärmere Atmosphäre sorgen, so dass bald flüssiges Wasser existieren kann. Der Kontakt von flüssigem Wasser mit den hochoxidierten Marsgesteinen setzt geringe Mengen von Sauerstoff frei, so dass man an das Aussetzen von einfachen Pflanzen denken kann. Und dann mal sehen, wohin das führt...
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  5. #5
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    Das Problem ist doch am Anfang dass man zuerst die Materialien hinschaffen muss. So viele Tonnen zum Mond / Mars zu bewegen ist teuer deshalb sollte man doch nach einer Möglichkeit suchen, vor Ort Maschinen und Habitate zu bauen, also schnellstmöglich unabhängig von Erdressourcen zu werden. Welche Ansätze gibt es da?
    Ich denke das wichtigste ist die Metallgewinnung, wozu man aber soetwas wie Kohle braucht also Energieträger, aber wo findet man sowas auf dem Mars? Mir fällt da nur die Sonne ein ???

  6. #6
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    Interessante Artikel zu diesem Thema finden sich in Wikipedia:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Space_colonization (leider keine deutsche Fassung verfügbar)

    Dieser Artikel verlinkt auf mehrer Hauptartikel, die sich mit der Kolonisierung von Mars, dem Mond, Asteroiden oder anderen natürlichen und küstlichen Habitaten beschäftigen, welche dann zum Teil auch in deutscher Sprache in Wikipedia zu finden sind.
    Mond: http://de.wikipedia.org/wiki/Mondkolonisation
    Mars: http://de.wikipedia.org/wiki/Marskolonisation

    Da terraforming - sofern überhaupt möglich - ein Prozess ist, der um ein vielfaches länger dauert als die menschliche Zivilisation bislang existiert, werden wohl künstliche Habitate errichtet werden müssen. Dies kann durchaus mit verhältnismässig kleinen Containern beginnen, die eine modulare Architektur haben und somit Zug um Zug erweiterbar wären. Tests für derartige künstliche Lebensräume gab und gibt es mehrfach. Prominentestes Beispiel ist Biosphäre 2, welches zwar gescheitert ist, aber dennoch wertvolle Erkenntnisse brachte: http://de.wikipedia.org/wiki/Biosph%C3%A4re_2

    Auch die Sowjetunion hatte 1965-1972 ein ähnliches Projekt, das im Nachhinein den Namen Biosphäre 3 erhielt: http://de.wikipedia.org/wiki/Biosph%C3%A4re_3

    Des Weiteren sind verschiedene Projekte im Gange, die eine mögliche bemannte Expedition zum Mars vorbereiten: Das "Mars analogue research station programme" http://en.wikipedia.org/wiki/Mars_An...search_Station
    Es sind insgesamt 4 solcher Stationen in Betrieb bzw im Bau oder Planung:
    Island, Europa (2007): http://en.wikipedia.org/wiki/Europea...search_Station
    Australien (geplant): http://en.wikipedia.org/wiki/Austral...search_Station
    Devon Island, Kanada (2000): http://en.wikipedia.org/wiki/Flashli...search_Station
    Utah, USA: http://en.wikipedia.org/wiki/Mars_De...search_Station

    Eine Kolonisierung ausserhalb der Erde scheint also in unmittelbar greifbarer Nähe zu sein, wobei ich hier unmittelbar als innerhalb von zwei bis drei Generationen sehe.

    Entscheidend für den Erfolg dürfte sein: lokale Verfügbarkeit von Energie und Material zur Lebenserhaltung, sowie der Erweiterung der Habitate.

    Neben dieser technischen Voraussetzung gibt es allerdings einen weiteren sehr wichtigen Punkt, der in der Diskussion oft vernachlässigt wird. Nämlich ob die Kolonisten psychisch die Phase der Pionierzeit durchstehen, oder ob nach bereits kurzer Zeit das Heimweh derart bestimmend wird, sodass eine effiziente Arbeit am Ausbau der Habitate nicht mehr möglich ist.

  7. #7
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    Zitat Zitat von SRMeister Beitrag anzeigen
    Ich denke das wichtigste ist die Metallgewinnung, wozu man aber soetwas wie Kohle braucht also Energieträger, aber wo findet man sowas auf dem Mars? Mir fällt da nur die Sonne ein ???
    Es gibt ein elektrisches Verfahren der Direkt- reduktion, erfordert aber viel Energie,
    Sonne ist dazu nicht in der Lage, erst recht nicht in Marsentfernung,

    ich stelle mir vor, daß es so richtig auf dem Mars erst losgeht mit der Bautätigkeit, wenn man Kernfusion nutzen kann.

    auf der Erde soll es ja mit dem Iter bald losgehen, wenn bei uns also in 50 Jahren die ersten kommerziellen Fusionskraftwerke laufen, sollte man die frühestens in 100 Jahren zum Mars bringen können,
    und vorher muß man sich dort wahrhaftig mit der Sonne begnügen und dementsprechend kurz treten...

    Gruß von Ispom
    Geändert von ispom (29.09.2006 um 16:10 Uhr)
    Gruß von Ispom

  8. #8
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    Zitat Zitat von jonas Beitrag anzeigen
    Nämlich ob die Kolonisten psychisch die Phase der Pionierzeit durchstehen, oder ob nach bereits kurzer Zeit das Heimweh derart bestimmend wird, sodass eine effiziente Arbeit am Ausbau der Habitate nicht mehr möglich ist.
    naja, die werden schon vorher in Biosphären auf der Erde getestet, und einen Psychologen kriegen sie dann auch mit...

    seelsorgerische Grüße von Ispom
    Gruß von Ispom

  9. #9
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    Pfeil

    Hallo Bynaus,

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Möglicherweise wird es eines Tages Nanobots geben, winzigkleine Maschinen, die in der Lage sind, Atome zu neuen Stoffen zusammenzusetzen: gelingt es, sie im Dienst der Bewohnbarmachung der Monde und Planeten einzusetzen, wären möglicherweise billige Terraformingprojekte möglich, aber das ist jetzt schon sehr spekulativ.
    spekulativ ja, aber nicht mehr ganz so neu. Bereits vor 15 Jahren hatte Wesley Crusher mit solchen selbstständig agierenden Mikromaschinchen ein Experiment durchgeführt und diese Dinger "Naniten" genannt.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Natürlich hätte man dann keine Gravitation, aber wenn sich dies überwinden lässt, stünde dem Bau von Milliarden von kleinen "Lebensblasen" im ganzen Sonnensystem praktisch nichts mehr im Wege.
    Wieso "keine Gravitation"? Sollen diese "Lebensblasen" etwa in einer Orbitalbahn um den entsprechenden Mond/Asteroiden kreisen?

    Ich habe die Beiträge noch nicht alle gelesen. Vielleicht ist dies ja schon beantwortet? Dann entschuldige mein Anfrage.

    Beste Grüße von
    Toni
    Alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit vielen weiteren Fragezeichen.
    Hermann Hesse

  10. #10
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    Daumen runter

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    Hallo jonas,

    Zitat Zitat von jonas Beitrag anzeigen
    Entscheidend für den Erfolg dürfte sein: lokale Verfügbarkeit von Energie und Material zur Lebenserhaltung, sowie der Erweiterung der Habitate.
    ja, da sollte man sich vorher schon ganz genau auf der entsprechenden Oberfläche umschauen, sonst geht solch ein gewaltiges Vorhaben ganz schnell in die Hose!

    Zitat Zitat von jonas Beitrag anzeigen
    ... ob die Kolonisten psychisch die Phase der Pionierzeit durchstehen, oder ob nach bereits kurzer Zeit das Heimweh derart bestimmend wird, sodass eine effiziente Arbeit am Ausbau der Habitate nicht mehr möglich ist.
    Man wird beim Bau einer solchen Einrichtung, wie beim Bau und dem Betrieb der ISS, immer so viele Rettungskapseln vor Ort haben, wie es Besatzungsmitglieder gibt. Stellt Euch doch nur mal vor, das wäre z.B. auf der ISS nicht der Fall? Dann wäre der erste Krach schon auf dem Hinflug vorprogrammiert!

    So wird also schon die bloße Anwesenheit einer Rückflugmöglichkeit für ausreichend Ruhe unter der Besatzung einer ssolchen Station sorgen und wenn dann wirklich mal jemand wegen zu großer psychologischer Probleme ausgewechselt werden muss, dann wahrscheinlich nicht nur er allein, denn eine Kapsel der Sorte Sojus (oder ein 4- oder 5-sitziges Nachfolgemodell?) müssten schon alle die besteigen, die damit auch gekommen waren. (Den Shuttle mal ganz schnell vergessen! Der taugt dafür nicht! )

    Noch seelsorgerischere Grüße von
    Toni
    Geändert von Toni (29.09.2006 um 17:02 Uhr)
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    Hermann Hesse

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