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Thema: Korrekturwünsche für die Wikipedia

  1. #1
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    Standard Korrekturwünsche für die Wikipedia

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    Hallo zusammen,

    ich eröffne hier einmal einen Thread über die Wikipedia, bzw. dortige Korrekturwünsche. Einige Forenuser verfügen dort ja über Sicherrechte und können bei der Freischaltung von Beiträgen nach sorgfältiger Prüfung auf Plausibilität der Änderung behilflich sein - je nachdem auch im Diskussionsteil eines Beitrages, wo Beiträge auch ohne Sichterrechte eingegeben werden können.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #2
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    Hallo zusammen,

    die Motivation für diesen Thread war schon eine kürzlich von Bernhard und mir getätigte Erweiterung eines Wikipedia-Artikels im Rahmen eines Themas hier im Forum sowie ein "Zufallsfund" von mir betreffend des Jupitermondes Europa.

    Da steht nämlich folgendes:

    Europa (auch Jupiter II) ist der zweitinnerste Mond des Planeten Jupiter. Sie ist mit einem Durchmesser von 3121 km der kleinste der vier großen Jupitermonde und der sechstgrößte Mond im Sonnensystem.

    Europa ist ein Eismond.
    Europa gilt zwar als Paradebeispiel für einen Eismond, aber der Anteil des Eises am Gesamtvolumen dieses Jupitermondes ist relativ gering und sein Aufbau entspricht eher dem der terrestrischen (erdähnlichen) Planeten: Im Zentrum befindet sich ein wahrscheinlich flüssiger Eisen- oder Eisen-Eisensulfid-Kern. Dieser ist von einem Mantel aus Silikatgesteinen umgeben, der den überwiegenden Teil des Volumens des Satelliten ausmacht.
    Der letzte Satz im ersten Zitat ist falsch, das zweite Zitat ist richtig. Schon anhand der Dichten kann man recht klar erkennen, dass es in unserem Sonnensystem nur 3 grosse reguläre Gesteinsmonde neben zahlreichen regulären Eismonden gibt, wobei der dritte im Bunde, unser Erdmond, genau genommen kein regulärer Mond ist und sich auch nicht auf einer "kalten" Umlaufbahn (e~0, i~0) um die Erde bewegt. Die beiden anderen grossen regulären Gesteinsmonde sind die beiden inneren regulären Jupitermonde Io und Europa.


    Bemerkungen:
    Ich schreibe von "grossen regulären" Monden, weil die vier grossen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun innerhalb ihrer Bereiche grosser regulärer Monde auch noch mehrere reguläre Kleinmonde haben, bei denen es sich um eingefangene Planetoiden handeln dürfte, die im Verlaufe der Zeit aufgrund der starken Gezeitenkrfte so nahe an ihrem Mutterplaneten auf eine reguläre Umlaufbahn "gedrückt" worden sind. Der prominenteste und erstentdeckte dieser regulären Kleinmonde ist der fünfte Jupitermond Amalthea.

    Diese regulären Kleinmonde wiederum sind nicht mit den irregulären (Klein-)Monden zu verwechseln, die sich typischerweise in sehr grossen Abständen weit ausserhalb der regulären Monde ihrer Mutterplaneten bewegen; manche von ihnen sind weiter von ihrem Mutterplaneten entfernt als der Merkur von der Sonne entfernt ist.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (01.09.2021 um 11:26 Uhr)

  3. #3
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Der letzte Satz im ersten Zitat ist falsch, das zweite Zitat ist richtig. Schon anhand der Dichten kann man recht klar erkennen
    Schade, meine Ergänzungen wurden revertiert.

    Ich habe im Diskussionsteil einen neuen Abschnitt ergänzt , in dem man das diskutieren kann, und auch eine Quelle genannt; grosse Hoffnung habe ich aber nicht.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #4
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    Rein umgangssprachlich kann ich mir unter einem Eismond auch einen vereisten Gesteinsmond vorstellen und so vermutlich auch der/die revertierende WP-Autor(in).

    Geht es Dir dabei um exakte Definitionen? Falls ja, bräuchte man verlässliche Quellen dafür. Ich kenne mich mit so etwas so gut wie gar nicht aus.
    Freundliche Grüße, B.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Rein umgangssprachlich kann ich mir unter einem Eismond auch einen vereisten Gesteinsmond vorstellen und so vermutlich auch der/die revertierende WP-Autor(in).
    Hallo Bernhard,

    rein umgangssprachlich schon, aber erstens erscheint mir ein Mond, der eine Dichte von ~3 g/cm³ aufweist, kein Eismond zu sein und zweitens hat sich Europa während rund 90% ihrer Bildungszeit zu einem Gesteinskörper entwickelt und erst in den letzten 10% ist dann neben Gestein auch noch Eis dazugekommen. - Ohnehin kennt man in unserem Sonnensystem mit Io, Europa und dem Erdmond insgesamt nur 3 grössere Monde mit einer Dichte über 2.1 g/cm³, und deren Dichte ist sogar nochmals rund 50% höher, d.h. über ~3 g/cm³.

    Es steht und fällt also mit der Definition eines Eismondes. Hier hat derselbe Wikipedia-Autor meine kleine ergänzende Änderung im Wikipedia-Artikel über Eismonde ebenfalls rückgängig gemacht; zwar klingt seine Erklärung mit dem Verweis auf den Wikipedia-Artikel über die Eislinie ganz nett, gemeint ist aber stillschweigend die zirkumsolare Eislinie, um die es auch in der dort genannten Referenz geht.

    Wenn man das so definiert hat das aber zur Folge, dass der Jupitermond Io dann ebenfalls ein Eismond wäre, d.h. hier bevorzuge ich die von Canup & Ward genannte (zirkumjoviane) Eislinie.


    Paradoxerweise war es übrigens gerade dieser Wikipedia-Artikel über die Europa, den ich nun zu ergänzen versucht habe, dem ich entnommen habe, dass der Aufbau der Europa eher dem der terrestrischen (erdähnlichen) Planeten entspricht; erst danach ist mir die Stelle in der (sehr umfangreichen) Arbeit von Canup & Ward zu diesem Thema bewusst geworden.


    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Geht es Dir dabei um exakte Definitionen? Falls ja, bräuchte man verlässliche Quellen dafür. Ich kenne mich mit so etwas so gut wie gar nicht aus.
    Es geht mir nicht um "exkte" Definitionen, aber es geht mir um eine gewisse Widerspruchsfreiheit.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (02.09.2021 um 16:50 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Wenn man das so definiert hat das aber zur Folge, dass der Jupitermond Io dann ebenfalls ein Eismond wäre, d.h. hier bevorzuge ich die von Canup & Ward genannte (zirkumjoviane) Eislinie.
    Hallo zusammen,

    ich sehe gerade, dass er das gar nicht über die Eislinie definiert, sondern lediglich feststellt, dass sich alle bekannten Eismonde unseres Sonnensystems jenseits der zirkum-solaren Eislinie befinden. Das ist natürlich richtig, sagt aber nichts darüber aus, ob sich jenseits der zirkum-solaren Eislinie auch reguläre Gesteinsmonde befinden; um das beurteilen zu können muss eben im Fall des Jupiters noch zusätzlich auch die zirkum-joviane Eislinie betrachtet werden:

    - jenseits beider Eislinien sind die regulären (Gross-)Monde des Jupiter Eismonde, also Ganymed und Kallisto

    - jenseits der zirkum-solaren Eislinie und diesseits der zirkum-jovianen Eislinie befinden sich Io und Europa


    Darüber, dass Io ein Gesteinsmond ist, dürfte Konsens herrschen (wobei ich mich da auch noch gerne überraschen lasse); die Frage ist also, ob Europa trotz hoher Dichte und trotz während 90% seiner Entstehungsdauer felsiges Material akkretierend ein Eismond ist oder ein Gesteinsmond mit einem Eismantel.

    Hierzu braucht es aber erst einmal eine Definition; im Wikipedia-Artikel ist zwar eine solche genannt, aber keine Referenz, der man entnehmen könnte, dass diese Definition nicht nur eine Privatdefinition ist.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  7. #7
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    Hallo zusammen,

    ich will die potentielle Begriffsverwirrung noch ein bisschen weiter treiben. Im Englischen heissen diese Monde nämlich nicht "ice moons", sondern "icy moons", und das übersetzt sich ins Deutsche zu "vereister Mond" oder "eisiger Mond". Und ja - das ist natürlich ein beliebiger Mond, der mit einer Eisschicht überzogen ist.

    Tatsächlich stimme ich zu, dass die Europa ein vereister Mond ist, also ein icy moon, aber eben kein ice moon.


    Entsprechend heikel ist es, den englischen Wikipedia-Artikel über icy moons ins Deutsche zu übersetzen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  8. #8
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    https://de.wikipedia.org/wiki/Bedarf...ischer_Energie

    Wenn ich solche Angaben lese, wie:
    Im Jahre 2015 wurden in Deutschland 600 TWh Strom verbraucht, dann überfällt mich das kalte Grauen. W*h/Jahre. Da werden 3 Zeiteinheiten miteinander verwurstelt. Das Jahr, die Stunde und die Sekunde (welche im Watt steckt).

    Warum nicht Jahr und Stunde raus kürzen?

    $$\frac{6\cdot 10^{14}W\cdot h}{8766h}=6,845\cdot 10^{10}W$$

    Teilt man diesen Wert noch durch 80Millionen Bundesbürger, so kommen auf jede Person durchschnittlich 856 Watt Stromverbrauch. Das entspräche nicht ganz einer durchschnittlichen Kochplatte.

    Ich weiß, diese unsinnigen Zahlenangaben kommen nicht nur in der Bildzeitung, sondern in allen "seriösen" Medien vor. Aber kann man da gar nichts dagegen unternehmen?

  9. #9
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    Zitat Zitat von julian apostata Beitrag anzeigen
    Warum nicht Jahr und Stunde raus kürzen?

    $$\frac{6\cdot 10^{14}W\cdot h}{8766h}=6,845\cdot 10^{10}W$$
    Hallo Julian,

    es stellt sich die Frage, welche Grösse Du betrachten möchtest. Watt ist eine Einheit der (elektrischen) Leistung und kWh (oder meinetwegen TWh) ist eine Einheit der Energie.

    Das sind (das weisst Du natürlich auch) verschiedene physikalische Grössen. Ich sehe momentan nicht, was man an diesen Angaben in der Wikipedia ändern sollte.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  10. #10
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    . Ich sehe momentan nicht, was man an diesen Angaben in der Wikipedia ändern sollte.
    Ganz einfach. Im Jahr 2015 betrug der durchschnittliche Stromverbrauch in Deutschland 68 Gigawatt.

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