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Thema: Venus: Monophosphan als Hinweis auf Leben?

  1. #1

    Standard Venus: Monophosphan als Hinweis auf Leben?

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    Mithilfe des Radioteleskopverbunds ALMA in Chile und des James-Clerk-Maxwell-Teleskops auf Hawaii wurden Spuren von Monophosphan in der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Venus nachgewiesen. Auf der Erde wird dieses Molekül nur künstlich hergestellt oder von Mikroben erzeugt. Ist seine Existenz also ein Hinweis auf Leben in der Venusatmosphäre? (14. September 2020)

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  2. #2
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    Hm - der "Alien"-Thread quellt über, aber hier diskutiert niemand? Zum ersten Mal haben wir einen nach Stand des Wissens guten Biomarker in der Atmosphäre eines erdgrossen Planeten nahe der HZ seines Sterns gefunden - und er ist auch noch zufällig der erdnächste Planet überhaupt! Das sollte doch ein paar Kommentare Wert sein... Ich hoffe, wir werden schon bald wieder Missionen zur Venus sehen - eine Flagship-Mission mit Orbiter, Lander, und Ballon wäre perfekt, nur noch abzurunden mit einer Rückkehr-Sondefür eine atmosphärische Probe. Wenn die Venus wirklich mal bewohnbar war, und wenn sie wirklich noch immer Spuren von Leben aufweist, sollten wir dringend wissen, wie es zur heutigen Situation kam. Das dürfte für unseren Platz im Universum entscheidender sein als der x-te Marsrover.
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Hm - der "Alien"-Thread quellt über, aber hier diskutiert niemand? Zum ersten Mal haben wir einen nach Stand des Wissens guten Biomarker in der Atmosphäre eines erdgrossen Planeten nahe der HZ seines Sterns gefunden - und er ist auch noch zufällig der erdnächste Planet überhaupt! Das sollte doch ein paar Kommentare Wert sein...
    Hallo Bynaus,

    das wird gerade hier diskutiert.

    Da habe ich heute Mittag auch noch einen Kommentar zu einem Ereignis abgegeben, das sich am 30.August vor 15 Jahren ereignet hat und das mich damals in dieses Forum "gespült" hat. - Ja, das ist schon unglaublich anmutende 15 Jahre her ... - die Bekanntgabe der Entdeckung von 2003 UB313 !


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #4
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    Thema offenbar schon wieder beendet: https://www.spektrum.de/news/kein-le..._content=heute
    "Kein Leben ...".

    Gruß, Astrofreund
    "Organisation ist die Kunst, andere für sich arbeiten zu lassen. Überorganisation ist die Kunst, andere von der Arbeit abzuhalten."
    Jonathan Zenneck (1871 - 1959, Funkpionier und Miterfinder der Kathodenstrahlröhre)

  5. #5
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    Zitat Zitat von astrofreund Beitrag anzeigen
    Thema offenbar schon wieder beendet: https://www.spektrum.de/news/kein-le..._content=heute
    "Kein Leben ...".
    Hallo zusammen,

    da ich cross-posting nicht mag, siehe meine Antwort hier


    Freundliche Grüsse, Ralf

  6. #6
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    Zitat Zitat von astrofreund Beitrag anzeigen
    Thema offenbar schon wieder beendet: https://www.spektrum.de/news/kein-le..._content=heute
    "Kein Leben ...".

    Gruß, Astrofreund
    Scheint mir eine sehr billige Antwort zu sein. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich bin mir keineswegs sicher, dass der Monophosphan von Bakterien etc. stammt. Aber so einfach von der Hand weisen lässt sich das auch nicht mit dem Argument, das fragliche Leben müsste dann schon sehr exotisch sein, und sei entsprechend unwahrscheinlich... Gleiches könnte man z.B. von Bakterien in Schwarzen Rauchern oder anderen extremen Umgebungen auf der Erde sagen, ohne dass das ihre Existenz grundsätzlich in Frage stellen würde. Es ist eine extreme Umgebung, und dies erfordert extreme Anpassungen. Zudem: Die Karbonat-Ablagerungen auf der Venus, wenn es sie je gab, dürften in der heissesten Phase des "durchgedrehten Treibhauseffekts" allesamt in CaO und CO2 zersetzt worden sein. Das CO2 in der Venus-Atmosphäre entspricht in etwa dem CO2 in den Kalken der Erde, von dem her kann man aus dem Fehlen der Karbonate fast nichts über eine allfällig kühlere frühe Venus ableiten.
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  7. #7
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    Ich denke auch, dass Leben sehr anpassungsfähig sein kann und wir noch viel über diesen Mechanismus lernen können.

    In einer Astrobiologie-Vorlesung, die ich mal belegt hatte, kam etwa die Spezies Cyanidium caldarium ins Gespräch. Soweit ich weiß, kann sie sogar in einer 100-prozentigen CO2-Atmosphäre existieren (siehe z. B. Gaikwad, Gudadhe & Bhagat (2016), S. 347, Tab. 2). Sie galt zunächst auch als extrem thermophil; andere Untersuchungen legen nahe, dass sie immerhin bis 55-60 °C standhalten kann. Solche Temperaturen (und sogar weniger) gibt es in größeren Höhen über dem Venusboden. Ob das Bakterium auch acidophil ist, weiß ich leider nicht, das wäre nämlich eine weitere Bedingung, um in der Venusatmosphäre zu überleben. Aber wenn wir schon auf unserem Planeten Leben finden, das eine Atmosphäre mit hohem CO2-Anteil oder höherem Säuregehalt bevorzugt, und solches, das mehrere extreme Eigenschaften kombiniert (z. B. heiße + sauerstoffarme Umgebung) - warum sollte sowas dann nicht auch in der Venus möglich sein? Manchmal finden wir Bakterien mit ganz verblüffenden Eigenschaften.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Infinity Beitrag anzeigen
    Ich denke auch, dass Leben sehr anpassungsfähig sein kann und wir noch viel über diesen Mechanismus lernen können.

    In einer Astrobiologie-Vorlesung, die ich mal belegt hatte, kam etwa die Spezies Cyanidium caldarium ins Gespräch. Soweit ich weiß, kann sie sogar in einer 100-prozentigen CO2-Atmosphäre existieren (siehe z. B. Gaikwad, Gudadhe & Bhagat (2016), S. 347, Tab. 2). Sie galt zunächst auch als extrem thermophil; andere Untersuchungen legen nahe, dass sie immerhin bis 55-60 °C standhalten kann. Solche Temperaturen (und sogar weniger) gibt es in größeren Höhen über dem Venusboden. Ob das Bakterium auch acidophil ist, weiß ich leider nicht, das wäre nämlich eine weitere Bedingung, um in der Venusatmosphäre zu überleben. Aber wenn wir schon auf unserem Planeten Leben finden, das eine Atmosphäre mit hohem CO2-Anteil oder höherem Säuregehalt bevorzugt, und solches, das mehrere extreme Eigenschaften kombiniert (z. B. heiße + sauerstoffarme Umgebung) - warum sollte sowas dann nicht auch in der Venus möglich sein? Manchmal finden wir Bakterien mit ganz verblüffenden Eigenschaften.
    Genau. Und natürlich wäre zu erwarten, dass von einer viel breiteren Diversität, die einst auf der Oberfläche der Venus existiert haben könnte, nur jene überlebt hätten, die den Bedingungen der Hochatmosphäre der post-Runaway-Greenhouse-Venus eben angepasst waren (plus später erfolgende, weitere Anpassungen). Dass das dort "extreme" Bedingungen relativ zum "durchschnittlichen" Leben auf der Erde sind, ist deshalb völlig irrelevant.
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