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Thema: Erde: Die Astronomie und der Klimawandel

  1. #11
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    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    also ich habe bisher an drei Tagungen teilgenommen. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass meine Poster so gut wie gar nicht betrachtet wurden obwohl ich mir viel Mühe bei der Erstellung gegeben habe. Auch die Poster der anderen Leute wurden kaum intensiv und ausgiebig betrachtet, allenfalls nur flüchtig im Vorübergehen.
    Hallo Landogarner,

    herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort und Dein Vertrauen.

    Bei der Konferenz, an der meine Frau teilnahm, habe ich das auch bemerkt. Ich war mal bei einer Postersession und war überrascht, dass mir die Posterersteller obgleich ich sie vorgewarnt habe, dass ich kein Chemiker, sondern nur Mathematiker bin, bereitwillig und gerne über ihre Arbeit Auskunft erteilt haben, weil sie eben kaum Besucher hatten.


    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    Aus dieser Beobachtung habe ich den Schluss gezogen, dass die sogenannten Poster-Sessions eigentlich einfach nur Kaffeepausen sind. Die Konferenzteilnehmer flanieren umher, trinken Kaffee und essen Kekse und kommen ins Gespräch. Die Darstellung wissenschaftlicher Inhalte durch Poster ist nur Alibi.
    Das kann ich nicht beurteilen, da ich ja nur eine Begleitperson war. Dennoch scheint mir das ins Gespäch kommen gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig zu sein.


    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    Die Qualität der Vorträge fand ich zu 90% eher schlecht.
    Ich habe gerade meine Frau gefragt, zumindest im Jahre 2006 war die Qualität mehrheitlich gut und die Vortragenden waren auch sehr gut vorbereitet. - Aber das ist schon 14 Jahre her.


    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    Auch in Fachkonferenzen ist es wichtig einen Vortrag didaktisch sinnvoll aufzuziehen, was leider allzu oft ignoriert wird. Es werden stattdessen Daumenkino-ähnlich zu viele Folien durchgaloppiert. Das Wesentliche bleibt auf der Strecke.
    Ok, Didaktik ist oft nicht einfach; wenn ich in der Firma etwas präsentiere halte ich meine Präsentation immer zuvor in leerem Auditorium, um zu sehen, ob die Zeit überhaupt ausreichend ist oder zu viele Folien durchgaloppiert werden müssen, was ja niemandem etwas bringt.

    Bei meiner letzten Präsentation habe ich (einfache) mathematische Inhalte präsentiert, so dass ich das auf Deutsch, also in der Muttersprache der Teilnehmer, gehalten habe; dafür habe ich die vorgängige Präsentation nicht vor leerem Auditorium, sondern mit den nicht-deutschsprachigen Teilnehmern zusammen auf Englisch gehalten.


    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    Ich habe mir dann oft gedacht, wenn ich die Woche, die ich auf der Konferenz verbracht habe, verwendet hätte um ein Lehrbuch durchzuarbeiten, hätte ich meine Zeit sinnvoller genutzt.
    Das networking entfällt dann aber und das ist in der heutigen Zeit immer wichtiger. Die richtigen Leute zu kennen ist mittlerweile wieder wichtiger geworden als der perfekte Lebenslauf mit grossartigen Qualifikationen, deren Wert HR ohnehin nicht versteht.


    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    Dennoch habe ich auf den Konferenzen immer versucht den Vorträgen zu folgen. Das gilt nicht für alle in der Zuhörerschaft. Mehr als 50% der "Zuhörer" schauen in ihr Laptop und programmieren, bearbeiten E-Mails, bereiten ihren eigenen Talk vor, facebooken, oder buchen ihren nächsten Flug. Das ist unhöflich gegenüber dem Vortragenden. Da frage ich mich schon warum die sich dann überhaupt in den Vortrag reinsetzen bzw warum die überhaupt zur Konferenz gehen, wenn sie nicht wirklich Zeit und oder Interesse für die Inhalte haben.
    Vielleicht weil sie vom Prof geschickt werden. Ausserdem gefallen sich diese Leute oft darin, grossprahlerisch zu erzählen, dass sie diesen und jenen Vortrag gehört haben, dabei geht es ihnen primär um das Networking und da ist Mail-Bearbeitung und Talk-Vorbereitung wichtiger als dem Vortragenden zu folgen. Natürlich ist das dem Vortragenden gegenüber unhöflich, aber am Arbeitsplatz ist so etwas längst gang und gäbe und tatsächlich stehe ich dann immer schlecht da, wenn ich nach einem Tag Workshop nicht noch nebenher andere Arbeiten erledigt habe, zumal die Kollegen das doch können.


    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    Kurz: Ich habe den Eindruck dass es bei Konferenz kaum auf Inhalte ankommt sondern vielmehr auf Netzwerken. Ob aber das Netzwerken den ganzen Treibhausgas-Ausstoß wert ist, muss man sich schon fragen.
    Das hängt von der Karriere ab, die Du anstrebst. Inzwischen wird aber auch von Nicht-Kaderpersonen erwartet, dass sie so arbeiten. Auch kostenlose Sonntagsarbeit, d.h. Zeit, die man nicht erfassen und entsprechend auch nicht kompensieren kann, wird bei uns seit einem dreiviertel Jahr für Nicht-Kaderpersonen erwartet. Dieser neue Arbeitsstil hat dazu geführt, dass von fünf Projektmitarbeitenden zwei wegen Erschöpfung im Krankenhaus gelandet sind; eine Person hat sofort die Konsequenzen gezogen, da sie ohnehin schon längst einen Vertrag für einen anderen Job hatte, die andere bangt nun um die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisse. Willkommen im Jahr 2020 !


    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #12
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    Du hast schon Recht, das Netzwerken ist sehr wichtig, wenn man erfolgreich sein will. Der Übergang von Netzwerken zu Vetternwirtschaft ist aber fließend. Meiner Meinung nach sollten eher objektive Inhalte und Qualitäten wichtig sein als gute Bekanntschaften.

    Das Problem mit der Wochenendarbeit und mit dem dauernd erreichbar sein, ist ein generelles Problem in unserer Gesellschaft. Einige Leute, die sowohl hochtalentiert als auch sehr belastbar als auch sehr motiviert sind, legen ein unglaubliches Tempo vor. Sie arbeiten 60 h / Woche oder so und halten das erfolgreich durch. Wenn Andere da mithalten wollen, müssen sie ebenfalls sehr viel investieren und manche zerbrechen eben daran. Mich wundert es nicht, wenn es dadurch zu einem erhöhten Auftreten psychischer Krankheiten kommt.

  3. #13
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    Naja, unter Livebalancing stelle ich mir etwas anderes vor. Bei hochtalentierten und durch Erfolge hochmotivierten Menschen mögen 60 und mehr Stunden die Woche der Normalfall sein. Doch das gilt doch nicht für alle anderen Mitarbeiter z.B. eines Institutes. Nicht alle sind so glücklich erfolgreich und vielfach eher die Zuarbeiter für die besonders Erfolgreichen. Nicht alle wollen ein Leben nur für die sich gestellte Aufgabe, sondern sehen mehr, was zum Leben dazu gehört.
    Das ich täglich meine 8 Stunden gearbeitet habe, hat eigentlich keinen wirklich interessiert. Wenn ich nicht mehr gearbeitet habe, gab es Kritik. Habe ich mehr gearbeitet, hat es auch wieder keinen interessiert. Arbeitsergebnisse und Erfolge hängen nicht nur von der Menge an Arbeit ab. Überstunden konnten ohnehin nicht abgesetzt werden.
    Netzwerken ist nicht nur eine Frage, Beziehungen zu errichten und daraus Vorteile zu erhalten. Viele heutigen Aufgaben sind so komplex, dass man es nur im Team richten kann. Das kann auch ein gut vernetztes Team aus unterschiedlichen Richtungen und Einrichtungen sein. Das wäre der Idealfall. Die Praxis sieht halt vielfach anders aus.

    Grüße, Astrofreund
    "Organisation ist die Kunst, andere für sich arbeiten zu lassen. Überorganisation ist die Kunst, andere von der Arbeit abzuhalten."
    Jonathan Zenneck (1871 - 1959, Funkpionier und Miterfinder der Kathodenstrahlröhre)

  4. #14
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    Sehe ich genauso. Ich habe mich oben eventuell zu kurz gefasst.

  5. #15
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    Hi(gh)!

    Zitat Zitat von Landogarner Beitrag anzeigen
    Man muss sich fragen, ob es notwendig ist, an Konferenzen teilzunehmen, nur um dort Kaffee zu trinken,
    Solange es nicht diese Billig-Automatenplörre mit einem Geschmack irgendwo zwischen Müllfeuer und Krematorium ist, ist gegen literweise Kaffeesaufen auf Astro-Konferenzen überhaupt nichts zu sagen - dann sollte es aber auch TransFair-Biokaffee sein! Merke: ein Wissenschaftler ist ein Gerät zur Umwandlung von C8H10N4O2 in falsifizierbare Hypothesen!

    Bis bald im Khyberspace!

    Yadgar

  6. #16
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    Hi(gh)!

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    dass demokratische Prinzipien ausgehebelt werden und illegale Demonstrationen, bei denen sich kaum jemand an die Abstandsregeln und/oder Maskenpflicht hält, durchgeführt werden.
    Gehorsam ist kein spezifisches demokratisches Prinzip - den verlangt auch jede Diktatur...

    Bis bald im Khyberspace!

    Yadgar

  7. #17
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    Zitat Zitat von Yadgar Beitrag anzeigen
    ein Wissenschaftler ist ein Gerät zur Umwandlung von C8H10N4O2 in falsifizierbare Hypothesen!
    Aus Gründen der Solidarität würde ich Wissenschaftler eher als (Lebe)Wesen bezeichnen.

    Wofür C8H10N4O2 stehen soll, ist mir dagegen nicht ganz klar. Ich tippe mal auf Milch + Zucker.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  8. #18
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    Zitat Zitat von Yadgar Beitrag anzeigen
    Gehorsam ist kein spezifisches demokratisches Prinzip - den verlangt auch jede Diktatur...
    Hallo Yadgar,

    der Schiedsrichter wird die Anzahl der Todesopfer sein. Zwar werden die von den Coronavirus-Leugnern ("Corona-Skeptikern") ebenfalls kleingeredet ("mit" statt "an" Corona gestroben), doch am statistisch robusten Begriff der "Übersterblichkeit" kommen die auch nicht vorbei.


    Freundliche Grüsse, Ralf

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