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Thema: Anti-Starlink-Thread

  1. #31
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    Um mal ein bisschen auf das Thema zurück zu kommen: den einen Vorwurf von Ralf, nämlich die "vollendeten Tatsachen", kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Die Idee von Starlink (wenn auch noch nicht unter diesem Namen) gibt es schon sehr lange (Jahrzehnte). Offizieller Projektstart bei SpaceX war vor ziemlich genau 5 Jahren (Januar 2015), aber Elon Musk hat die Idee auch schon vorher erwähnt. Es gab zwei Testsatelliten (Tintin A und B), die 2018 gestartet wurden, schliesslich der Start von Starlink 0.9 letztes Jahr (2019). Wer die Entwicklung auf diesem Gebiet verfolgt, der wusste davon - insbesondere auch die betroffenen Behörden, die diese Starts (und die ganze Satellitenkonstellation!) nach einem längeren Verfahren schliesslich und unter Auflagen bewilligt haben. Vor "vollendeten Tatsachen" steht man nur dann, wenn man sich zuvor noch nie mit der Thematik auseinander gesetzt hat. Viel mehr als öffentlich darüber reden und Meilensteine ankündigen und kommentieren kann eine Firma wie SpaceX nicht leisten.
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  2. #32
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Um mal ein bisschen auf das Thema zurück zu kommen: den einen Vorwurf von Ralf, nämlich die "vollendeten Tatsachen", kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
    Hallo Bynaus,

    ich habe mich bereits hier (#10) zu diesem Thema geäussert:
    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Ehe man eine öffentliche Diskussion führen kann muss man an die Informationen herankommen, die bisweilen für einen Laien auf diesem Gebiet ausserordentlich schwierig zu beschaffen sind. Kommt erschwerend hinzu, dass Elon Musk das mit den Starlink-Satelliten sogar frühzeitig angekündigt hat, aber wohl kaum jemandem bewusst war, was das überhaupt konkret bedeutet.
    Ich möchte mich ganz gewiss nicht als Referenz beiziehen, d.h. wenn nur ich das verpasst hätte, so ist das tatsächlich mein Problem und man mag mir Fahrlässigkeit in der Beschaffung von Informationen vorwerfen.


    Doch seien 2 Fragen erlaubt, zumal weltweit alle Bewohner von diesen Starlink-Satelliten betroffen sind:

    (1) wieviel Prozent der Weltbevölkerung war es bewusst, dass eine Massen-Populierung der Erdumlaufbahnen durch Starlink-Satelliten bevorsteht ?
    (2) fast noch schlimmer: wie kommt es, dass die IAU erst reagiert hat, als da Perlenschnüre von Starlink-Satelliten am Himmel sogar von blossem Auge sichtbar waren ?


    Dass ich es nicht mitbekommen habe ist das eine, zumal Satelliten in der Erdumlaufbahn nun wirklich nicht mein Haupt-Interessensgebiet sind, aber die Leute von der IAU ? Das sind wirklich Experten und die verstehen auch etwas von Astronomie. Wenn selbst denen das Ausmass der Starlink-Populierung der Erdumlaufbahn nicht bewusst war, so brauche ich mich meiner Ignoranz nicht zu schämen. Nein, dann wurde - von wem auch immer ! - unzureichend kommuniziert.

    Ich will bei der Suche nach Schuldigen nicht einmal Elon Musk als erstes ins Visier nehmen, zumal er - juristisch vollig korrekt - den Start durch die zuständigen Behörden hat bewilligen lassen. Da ich keine anderslautenden Informationen habe, habe ich davon auszugehen, dass die Rechtsanwälte oder Beamten, die die Starlink-Starts bewilligt haben, über genügend Fachkompetenz verfügt haben, dies tun zu können, d.h. dies nicht nur Kraft ihres Amtes bewilligt haben.


    Ich behaupte jetzt einmal, dass 90% der Weltbevölkerung sich des Ausmasses nicht bewusst waren (und liege kaum falsch, wenn ich diese Zahl auf 99.9% erhöhe) und zumindest gab es auch bei der IAU keine Mehrheit, die sich dessen bewusst war, sonst hätte man dort nicht erst dann reagiert, als man die erste Starlink-Kette von blossem Auge sehen konnte.


    In der Kommunikation ist da also etwas falsch gelaufen und die Frage stellt sich somit, welche Instanz da versagt hat. Ich kann diese Frage nicht beantworten, ich stelle aber fest, dass es mindestens eine solche Instanz gibt, die in der Kommunikation versagt hat, sonst würden nicht 90% der Betroffenen sowie die Mehrheit der offiziellen astronomischen Stelle das nicht vorgängig in Erfahrung gebracht haben.


    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Die Idee von Starlink (wenn auch noch nicht unter diesem Namen) gibt es schon sehr lange (Jahrzehnte). Offizieller Projektstart bei SpaceX war vor ziemlich genau 5 Jahren (Januar 2015), aber Elon Musk hat die Idee auch schon vorher erwähnt. Es gab zwei Testsatelliten (Tintin A und B), die 2018 gestartet wurden, schliesslich der Start von Starlink 0.9 letztes Jahr (2019). Wer die Entwicklung auf diesem Gebiet verfolgt, der wusste davon - insbesondere auch die betroffenen Behörden, die diese Starts (und die ganze Satellitenkonstellation!) nach einem längeren Verfahren schliesslich und unter Auflagen bewilligt haben. Vor "vollendeten Tatsachen" steht man nur dann, wenn man sich zuvor noch nie mit der Thematik auseinander gesetzt hat. Viel mehr als öffentlich darüber reden und Meilensteine ankündigen und kommentieren kann eine Firma wie SpaceX nicht leisten.
    Wie gesagt: das Resultat, sprich die grosse Menge der Unwissenden, spricht hier eine deutliche Sprache. Gut möglich, dass Elon Musk hier als Businessman keine Schuld trifft, aber wie zuvor dargestellt: mindestens eine Instanz hat versagt.

    Und möglicherweise wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, die Bewilligung - wenigstens temporär - wieder zu entziehen und das Starlink-Projekt einer gründlicheren Untersuchung zu unterziehen. Denn noch ist der Schaden nicht angerichtet und noch sind keine vollendeten Tatsachen geschaffen worden.



    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (13.01.2020 um 18:44 Uhr)

  3. #33
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    @Ralf: ich würde dir ja zustimmen wenn SpaceX im Geheimen gearbeitet und diese Pläne nie öffentlich gemacht hätte. Dem war aber nicht so. Diese Informationen sind auch keineswegs schwierig zu beschaffen - es reicht z.B, einschlägigen Diskussionsforen und/oder Twitter-Accounts zu folgen, völlig gratis und offen. Dass das nur eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung macht, ist klar - und entsprechend überrascht war diese Mehrheit auch. Das gilt, zu einem gewissen Grad, auch für die Astronomen, wobei da wohl auch eine Rolle gespielt hat, dass man Elon Musk da oftmals nicht so ernst nimmt (sprich, nicht damit gerechnet hat, dass er das angekündigte Starlink-Projekt durchzieht). Besatzte Raumfahrt ist ja in gewissen astro-Kreisen eh ein rotes Tuch bzw. man fühlt (so zumindest mein subjektiver Eindruck) sich professionell bemüssigt, diese und all ihre Exponenten und ihre Projekte doof zu finden.

    Und möglicherweise wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, die Bewilligung - wenigstens temporär - wieder zu entziehen und das Starlink-Projekt einer gründlicheren Untersuchung zu unterziehen. Denn noch ist der Schaden nicht angerichtet und noch sind keine vollendeten Tatsachen geschaffen worden.
    Das kannst du vergessen. Dafür ist es längst zu spät. Es würde niemand mehr riskante, milliardenschwere Projekte anreissen, wenn eine solche Bewilligung praktisch willkürlich wieder entzogen werden können. Die einzige Ausnahme wäre wohl, wenn es sich herausstellen würde, dass SpaceX die Behörden in betrügerischer Absicht getäuscht hat. Nein, am besten findest du dich damit ab, dass das Zeitalter der Satellitenkonstellationen begonnen hat.
    Geändert von Bynaus (13.01.2020 um 22:06 Uhr)
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  4. #34
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    @Ralf: ich würde dir ja zustimmen wenn SpaceX im Geheimen gearbeitet und diese Pläne nie öffentlich gemacht hätte. Dem war aber nicht so. Diese Informationen sind auch keineswegs schwierig zu beschaffen - es reicht z.B, einschlägigen Diskussionsforen und/oder Twitter-Accounts zu folgen, völlig gratis und offen. Dass das nur eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung macht, ist klar - und entsprechend überrascht war diese Mehrheit auch. Das gilt, zu einem gewissen Grad, auch für die Astronomen,
    Hallo Bynaus,

    niemand bezweifelt, dass das öffentlich einsehbar war. Nur: viel ist öffentlich einsehbar. Selbst wenn ich als berufstätige Person nach der Arbeit jeden Abend 2 Stunden Zeit nehme, um mich über weltweit öffentlich einsehbare Projekte zu informieren und wenn ich es wirklich schaffe, jedes Projekt in 2 Stunden zu verstehen und ich pro Staat der Erde ein Projekt aussuche, über das ich mich informieren möchte, dann brauche ich dafür 193 Tage, das ist über ein halbes Jahr. Und das ist sportlich, jeden Tag diese Zeit zu finden und ein Projekt in nur 2 Stunden auch zu verstehen. Und ob ich nach diesem über einem halben Jahr gerade auf Starlink gestossen wäre sei dahingestellt.

    Was ich sagen will: der Anspruch, dass sich die Betroffen hätten selber informieren können, ist völlig unrealistisch und wenig überrascht es, dass das auch nicht geschehen ist.


    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    wobei da wohl auch eine Rolle gespielt hat, dass man Elon Musk da oftmals nicht so ernst nimmt (sprich, nicht damit gerechnet hat, dass er das angekündigte Starlink-Projekt durchzieht).
    Diese Einschätzung überrascht mich jetzt. Ok, Menschen auf den Mars zu bringen ist nicht ganz trivial, und einen Shuttle mt Menschen sicher zur ISS zu bringen auch nicht. Das Elon Musk hier viel zu optimistische Prognosen getätigt hat ist also nicht wirklich überraschend. Aber Telekommunikations-Satelliten hat schon so mancher in den Erdorbit gebracht, d.h. das hätte ich nun nicht für so problematisch gehalten, zumal es zwar teuer ist, wenn da einer abstürzt, aber wer interessiert sich ausser den Betreibern schon dafür, wenn da irgendjemandem mal ein Satellitenstart misslingt.


    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Besatzte Raumfahrt ist ja in gewissen astro-Kreisen eh ein rotes Tuch bzw. man fühlt (so zumindest mein subjektiver Eindruck) sich professionell bemüssigt, diese und all ihre Exponenten und ihre Projekte doof zu finden.
    Da bin ich zu wenig drin um das "doof" finden zu können, ich würde da allenfalls Sicherheitsbedenken vorbringen.



    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das kannst du vergessen. Dafür ist es längst zu spät. Es würde niemand mehr riskante, milliardenschwere Projekte anreissen, wenn eine solche Bewilligung praktisch willkürlich wieder entzogen werden können. Die einzige Ausnahme wäre wohl, wenn es sich herausstellen würde, dass SpaceX die Behörden in betrügerischer Absicht getäuscht hat.
    Ich denke nicht, dass man das Elon Musk vorwerfen kann. Aber wie oben gesehen war den Verantwortlichen offensichtlich nicht klar, was sie da bewilligt haben. Wenn die 10000+ Satelliten oben sind ist es tatsächlich zu spät, aber jetzt mit vielleicht 100 solchen Satelliten ist es noch gar nicht zu spät.

    Und willkürlich wäre der Entzug auch nicht. Man braucht ja nicht gleich die Bewilligung dauerhaft zu entziehen und kann für weitere Testzwecke ja auch weitere Starlink-Starts zulassen, aber die Zwischenzeit kann man nutzen, das ganze zu überprüfen. Statt dessen quasselt man da etwas über Lichtverschmutzung und nicht mehr mögliche Forschungsvorhaben, was aber letztlich nur Ablenkungsmanöver sind.

    Natürlich: man sieht die Hilflosigkeit, dass man glaubt, nichts machen zu können. Vielleicht fürchtet man ja, dass Elon Musk die besten Rechtsanwälte auf den Weg schicken kann und er mit genügend Geld jeden Schadensersatz-Prozess gewinnen würde, so wie CC damals mit dem FC Sion den Schweizer Fussballverband juristisch in die Knie gezwungen hat. - Aber das ist Blödsinn: würde sich beispielsweise herausstellen, dass in jedem Starlink-Satelliten eine einsatzbereite Atombombe drin ist, kannst Du Dir gar nicht vorstellen, wie schnell denen die Bewilligung wieder entzogen würde.

    Also grundsätzlich möglich ist es, nur traut sich niemand. Vielleicht weil man wie Du schreibst Angst hat, dass niemand mehr riskante, milliardenschwere Projekte anreissen würde ... - ich habe selten so ein rein-kapitalistisches Argument gehört. Zumal die zahlreichen Betroffenen weltweit keinen roten Cent von dem Gewinn sehen werden.


    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nein, am besten findest du dich damit ab, dass das Zeitalter der Satellitenkonstellationen begonnen hat.
    Und wie nennt man das ? Genau: Vollendete Tatsache !! Und nein: man soll sich eben nicht damit abfinden, solange es noch möglich ist.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  5. #35
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht, dass man das Elon Musk vorwerfen kann. Aber wie oben gesehen war den Verantwortlichen offensichtlich nicht klar, was sie da bewilligt haben. Wenn die 10000+ Satelliten oben sind ist es tatsächlich zu spät, aber jetzt mit vielleicht 100 solchen Satelliten ist es noch gar nicht zu spät.
    Sehe ich genauso.

    Die Öffentlichkeit im umgangssprachlichen Sinne wurde definitiv schlecht bis gar nicht informiert und eben diese Öffentlichkeit hat natürlich auch die Macht dieses Projekt zu kippen.

    Ob das gemacht wird ist aktuell unklar, aber immerhin ergeben die Internetaktivitäten mittlerweile fast 8000 klare Gegner und es können ja durchaus noch mehr werden .
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  6. #36
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    und eben diese Öffentlichkeit hat natürlich auch die Macht dieses Projekt zu kippen.
    Hallo Bernhard,

    ob das stimmt weiss ich nicht, das hängt von der Gesetzeslage ab. Hier werden also Juristen ansetzen müssen, insbesondere ob es "weltweit" rechtens ist, dass ein Land nicht nur über seinen eigenen Nachthimmel, sondern auch über den Nachthimmel anderer Länder verfügt.

    Die meisten Satelliten-Betreiber gehen davon aus, dass es weltweit rechtens ist, aber vielleicht gibt es einen Paragraphen, den man anders auslegen kann. Wie gesagt: das müssen Spezialisten, also Juristen, untersuchen.


    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Ob das gemacht wird ist aktuell unklar, aber immerhin ergeben die Internetaktivitäten mittlerweile fast 8000 klare Gegner und es können ja durchaus noch mehr werden .
    Der Inhalt dieser Petition ist aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein und letztlich der falsche Weg: die Starlink-Sateliten sind nur wenige Tage so hell und sobald sie ihre Umlaufbahn erreicht haben stören sie die Beobachter nur zu wenigen Randzeiten während der Dämmerung.

    Was die Petition fordert, nämlich:
    The heavens should not be for sale. The natural world, the planet Earth, and the sky above us are not mere commodities to be branded and bartered amongst the elite. They go beyond our definitions of monetary value, forming a fundamental part of who we are. The sky must not be lost.
    wird also weitgehend einfach zu erfüllen sein und ich vermute, dass beispielsweise Flugzeuge den Nachthimmel mehr stören als diese Starlink-Satelliten, vor allem wenn diese Flugzeuge auch noch Kondensstreifen bilden.


    Ich persönlich sehe das Problem ganz woanders und dazu muss es Expertengremien geben, die das kompetent analysieren - bei jedem trivialen Project gibt es bei uns in der Firma eine sogenannte Impact Analysis und ein Template dazu, welches Punkt für Punkt durchgegangen und ausgefüllt werden muss und danach einem Review unterzogen wird.

    Dasselbe wird auch für das Starlink-Project benötigt, so dass es zu einem Moratorium kommen sollte. Da sich Starlink noch in der Testphase befindet und diese jeweils nur wenige Satelliten umfasst würde ein solches Moratorium derzeit gar keine nachteiligen Auswirkungen für die Planungen von SpaceX haben. Und wenn diese Gremien schnell genug arbeiten könnte das Ergebnis sogar schon vorliegen, ehe die grosse Menge der Starlink-Satelliten gestartet wird, d.h. es käme im Bewilligungsfall nicht einmal zu zeitlichen Verzögerungen des Projektes. Allerdings besteht für SpaceX das Risiko, dass dieses Expertengremium den Massenstart der Starlink-Satelliten keine Zustimmung erteilt.


    Meine Prognose für den Ausgang einer solchen Untersuchung ist, dass das Starlink-Projekt als solches genehmigt wird, aber in einem kleineren Umfang mit vielleicht ~1000 Satelliten insgesamt, mit der Option, dass diese ~1000 bewilligten Satelliten in ihrer Leistungsfähigkeit verbessert werden, und dass zusätzliche Auflagen erteilt werden, die vor Missbrauch dieser gewltigen Infrastruktur schützen sollen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  7. #37
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    Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass bei Starlink nicht genug geprüft wurde? Ihr stellt das so hin, als ob das ein gegebener Fakt ist, dabei deutet da doch nichts darauf hin.

    Die FCC hat das im November 2018 genehmigt und davor natürlich eingehend geprüft. Die Gefahr für Zusammenstöße ist minimal - auch dank einem durchaus ausgeklügelten Design. Die Störung für Astronomen ist vernachlässigbar. Neue Gefahren für den Daten- oder Verbraucherschutz sehe ich zumindest nicht.
    101010

  8. #38
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    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass bei Starlink nicht genug geprüft wurde? Ihr stellt das so hin, als ob das ein gegebener Fakt ist, dabei deutet da doch nichts darauf hin.

    Die FCC hat das im November 2018 genehmigt und davor natürlich eingehend geprüft. Die Gefahr für Zusammenstöße ist minimal - auch dank einem durchaus ausgeklügelten Design. Die Störung für Astronomen ist vernachlässigbar. Neue Gefahren für den Daten- oder Verbraucherschutz sehe ich zumindest nicht.
    Genau. Einfach mal auf Bauchgefühl die Behauptung raushauen, da sei nicht angemessen geprüft worden, zeugt jetzt nicht gerade von einer offenen Herangehensweise. Gut, das ist ein Starlink-bash-thread, offenbar, aber trotzdem...

    @Ralf:

    Was ich sagen will: der Anspruch, dass sich die Betroffen hätten selber informieren können, ist völlig unrealistisch und wenig überrascht es, dass das auch nicht geschehen ist.
    Zweifellos (wie ich ja selbst geschrieben hatte), aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, SpaceX hätte nichts wirklich besser machen können, als von Anfang an die Pläne zu kommunizieren (siehe z.B. dieses Video des Eröffnungs-Events in Seattle, im Januar 2015). Was stellst du dir denn konkret vor?

    Übrigens: es reicht, in diesem Forum angemeldet zu sein, um bereits 2015 über Starlink informiert zu sein...

    Da bin ich zu wenig drin um das "doof" finden zu können, ich würde da allenfalls Sicherheitsbedenken vorbringen.
    Was für Sicherheitsbedenken? Hast du Angst, dass dir ein Starlink auf den Kopf fällt? Dann lass dir gesagt sein, dass die Satelliten der Serienproduktion spezifisch darauf ausgelegt sind, beim Wiedereintritt vollständig zu verbrennen.

    Und willkürlich wäre der Entzug auch nicht. Man braucht ja nicht gleich die Bewilligung dauerhaft zu entziehen und kann für weitere Testzwecke ja auch weitere Starlink-Starts zulassen, aber die Zwischenzeit kann man nutzen, das ganze zu überprüfen.
    Du fabulierst hier im luftleeren Raum. Nichts davon wird geschehen, weil im Vorfeld eingehend geprüft wurde und es keinen Spielraum mehr gibt, das jetzt irgendwie zurückzuziehen, es sei denn, es ging nicht mit rechten Dingen zu. SpaceX *muss* allerdings einen bedeutenden Teil der Konstellation (waren es 2400 Satelliten?) bis zu einem bestimmten Datum gestartet haben, um die Bewilligung für den Betrieb dauerhaft zu erhalten. Was auch die Eile erklärt (am Montag startet der nächste batch).

    Zumal die zahlreichen Betroffenen weltweit keinen roten Cent von dem Gewinn sehen werden.
    Joa, wenn man weiss was Elon Musk mit dem Geld vor hat, kann man durchaus von "roten Cents" reden...

    Mal ehrlich: das ist ein Sturm im Wasserglas. Die "zahlreichen Betroffenen" sind weder so zahlreich noch so betroffen, wie jetzt hier behauptet wird (8000 Unterschriften für die ganze Aufregung? Vergiss es...). Wie gesagt: es gibt ja weiterhin den dunklen Nachthimmel - aber ohnehin nicht da, wo die meisten Menschen wohnen. Diese fühlen sich ja auch durch die "normale" Lichtverschmutzung kaum gestört. Wer den wirklich dunklen Nachthimmel sehen will, muss in die Berge bzw. noch besser in die Wüste.

    Sobald die Konstellation einsatzbereit ist und 2 Milliarden "digital abgehängten" Menschen ein weltweit schnelles Internet ermöglicht, völlig unabhängig von bestehenden Leitungen und Anbietern, wird die globale Güterabwägung ohnehin stark zum Vorteil Starlink ausschlagen. Astronomen werden technische Lösungen finden bzw. dankbar sein für die Möglichkeiten, die Starship Super Heavy für die Astronomie öffnet. In 10 Jahren ist das Thema durch, und dieser Thread sieht dann wohl ziemlich ludditisch aus...

    Hier werden also Juristen ansetzen müssen, insbesondere ob es "weltweit" rechtens ist, dass ein Land nicht nur über seinen eigenen Nachthimmel, sondern auch über den Nachthimmel anderer Länder verfügt.
    Jep, steht im Weltraumvertrag drin. Jedes Land darf in Eigenregie beschliessen, Objekte ins Weltall zu starten. Es gibt keine "Überflugsrechte" jenseits der Káráman-Linie.

    @Bernhard:

    Die Öffentlichkeit im umgangssprachlichen Sinne wurde definitiv schlecht bis gar nicht informiert
    Die mitteleuropäischen Zeitungen haben dieses Thema 2015 vielleicht nicht aufgegriffen ja, aber das liegt an den Zeitungen (bzw. wie diese die Interessen ihrer Leserschaft einordnen), nicht an SpaceX. Oder es wurde aufgegriffen, wurde dann aber von den meisten unter "eine weitere verrückte Vision von Elon Musk, die niemals Wirklichkeit wird" abgelegt. Und jetzt geht das Geheule los - ist aus meiner Sicht einfach ein bisschen scheinheilig.
    Geändert von Bynaus (15.01.2020 um 00:12 Uhr)
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  9. #39
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    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass bei Starlink nicht genug geprüft wurde? Ihr stellt das so hin, als ob das ein gegebener Fakt ist, dabei deutet da doch nichts darauf hin.
    Hallo Kibo,

    ein guter Punkt. Ich meine im Zusammenhang mit dem Start der ersten grösseren Gruppe gelesen zu haben, dass die Prüfung nur eine Formalität gewesen sei. Natürlich kann sich dieser Autor, den ich heraussuchen müsste, irren.

    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Die FCC hat das im November 2018 genehmigt und davor natürlich eingehend geprüft.
    Du scheinst Dir Deiner Sache sicher zu sein. Hat Du eine Referenz, wo man die vorgenommen Kriterien nachlesen kann ? Insbesondere überrascht es mich, dass die Vertreter der FCC da mehr wissen als die Vertreter der IAU. Möglicherweise wurden da auch nur Prüfungen gemäss des Weltraumvertrages vorgenommen. Eine solche Genehmigung könnte sogar ich erteilen, obgleich ich nicht vom Fach bin, da die relevanten Artikel 1, 2 und 19 des Abschnitts C allesamt erfüllt wurden. Bei denen geht es aber nur um Schadensersatzforderungen im Fall von Todesfällen oder gesundheitlichen Schäden, falls so ein Satellit oder ein Teil davon auf die Erde fällt oder ein Flugzeug trifft. Bei sonstigen Schäden genügt es, zuzusichern, dass zeitnah nicht näher definierte "angemessene" Unterstützung geleistet wird.

    Das ist alles schon sehr nett, aber eben auch sehr allgemein gehalten.


    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Die Gefahr für Zusammenstöße ist minimal - auch dank einem durchaus ausgeklügelten Design.
    Dann verwundert es mich, dass schon bei der ersten 60'iger-Tranche ein ESA-Satellit ausweichen musste, weil der Starlink-Satellit nicht reagiert hat.


    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Die Störung für Astronomen ist vernachlässigbar.
    Das sieht die IAU aber anders und moderne Radioastronomie wird von der Erde aus nicht mehr möglich sein. - Man kann sich jetzt darüber streiten, ob diese Radioastronomie-Forschung wirklich wichtig ist, und wenn ja, Gelder bewilligen und diese ins All verlagern.


    Zitat Zitat von Kibo Beitrag anzeigen
    Neue Gefahren für den Daten- oder Verbraucherschutz sehe ich zumindest nicht.
    Die "alten" Gefahren reichen mir eigentlich. Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass es nicht die Schuld der Infrastruktur ist, wenn diese missbräuchlich genutzt wird; ob das den Geschädigten weiterhilft ist eine andere Frage.

    Natürlich kann man den potentiellen Missbrauch zum Standard erheben, dann gibt es aus juristischer Sicht keine Geschädigten mehr und die Betroffenen müssen sich damit eben abfinden. Ein weiterer Fall von vollendeten Tatsachen.

    Tatsächlich habe ich hier den Eindruck, dass den Kunden die neuen Möglichkeiten, noch grössere Bildli noch schneller als bisher verschicken zu können und dafür das Selbstbewusstsein stärkende "likes" zu erhalten, wichtiger ist als potentieller Missbrauch ihrer Daten.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  10. #40
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Was für Sicherheitsbedenken? Hast du Angst, dass dir ein Starlink auf den Kopf fällt? Dann lass dir gesagt sein, dass die Satelliten der Serienproduktion spezifisch darauf ausgelegt sind, beim Wiedereintritt vollständig zu verbrennen.
    Hallo Bynaus,

    jetzt auf die Schnelle nur ein Missverständnis ausräumen: Du hattest in diesem Zusammenhang von "besatzter Raumfahrt" geschrieben. Ich hatte das so verstanden, dass es sich dabei um eine Raumfahrt mit einer Besatzung drin handelt und entsprechend nicht auf Starlink bezogen.


    Was den Weltraumvertrag anbelangt, so habe ich mich dazu schon in meinem letzten Beitrag geäussert, ich habe mir den heute in der Mittagspause mal angeschaut. Wenn die FCC ihre Bewilligung anhand dieses Weltraumvertrages erteilt hat dann hätte das auch jeder hier im Forum bewilligen können und dann stellt sich auch die Frage, warum man sich überhaupt die Mühe macht, solche Bewilligungen einzuholen. Es würde völlig genügen, dass die Betreiber sich verbindlich damit einverstanden erklären, sich an die Schadensersatz-Pflichten zu halten. Kommt hinzu, dass der Begriff des "Schadens" äusserst eng gefasst ist, siehe Artikel 1a und 1d im Abschnitt C, wenn ich mich recht entsinne.


    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    dass die Satelliten der Serienproduktion spezifisch darauf ausgelegt sind, beim Wiedereintritt vollständig zu verbrennen.
    Das habe ich anders verstanden: das gilt für die Mehrheit dieser Satelliten, konkret für die auf tiefen Umlaufbahnen (immerhin !), aber nicht für diejenigen auf höheren Umlaufbahnen.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (15.01.2020 um 01:05 Uhr)

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