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Thema: Anti-Starlink-Thread

  1. #1
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    Standard Anti-Starlink-Thread

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    Hallo zusammen,

    immer wieder mache ich "nette" Kommentare im SpaceX-Thread, vor allem, wenn ich wieder einmal über diese Starlink-Satelliten herziehe und aus meiner persönlichen Abneigung sowohl gegen diese Satelliten als auch gegen den Visionär im Hintergrund keinen Hehl mache.

    Tatsächlich stört es auch mich, den an sich interessanten SpaceX-Thread (auch wenn er nicht meine primären Interessensgebiete betrifft) zu vergiften; aus diesem Grund habe ich nun einmal diesen Anti-Thread eröffnet, der mir selber aus dem Herzen spricht und in dem man also seinen Müll und seinen Frust abladen kann.

    Ich bitte aber dennoch um ein Mindestmass an Nettiquette und um Anstand und Respekt auch Andersdenkenden gegenüber.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #2
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    Standard

    Ich verstehe die Frustration. Tatsächlich kann es schwierig sein, zu akzeptieren, dass sich gewisse Dinge ändern, an die man sich gewohnt hat oder die man für gegeben genommen hat. Ein schöner, ursprünglicher dunkler Nachthimmel ist eine kostbare Seltenheit geworden. Das ist aber bereits heute so, vor Starlink, Stichwort Lichtverschmutzung - Menschen, die in Städten wohnen, können froh sein, wenn sie überhaupt die hellsten Sterne sehen. Ob jetzt da noch ein paar Starlinks dazu kommen oder nicht, spielt für diese keine Rolle. Und es wird auch mit Starlink in der maximalen Ausbaustufe weiterhin den ursrprünglichen Nachthimmel geben: lange genug nach der Dämmerung und genug weit weg vom Sommerpol.

    Mir geht es hauptsächlich darum, dass die Kritik an Starlink (und den anderen geplanten Konstellationen! Starlink ist ja nicht allein) fair, angemessen und wahrheitsorientiert ist.

    Das grösste Problem bei den Starlinks sehe ich bei der professionellen Astronomie. Da wird man mittelfristig wohl nicht darum herum kommen, technische Lösungen zu suchen. Langfristig wird "cutting edge" Astronomie wohl nur noch weit draussen im Weltall möglich sein, nicht nur wegen Starlink, sondern weil man sich auf der Erde der Grenze des Machbaren angesichts von Gravitation, Atmosphäre und zivilisatorische Störungsquellen annähert.
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  3. #3
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    Standard

    Nun gibt es eine Petition mit weit über 7000 Unterschriften.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  4. #4
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    Standard

    Ich verstehe die Frustration. So wie ich das sehe, ist das aber ein Kampf, den die Astronomen nicht gewinnen können. Die Regierungen und die Konzerne werden den wirtschaftlichen Nutzen durch Satelliten immer höher bewerten als den durch die Astronomie.

  5. #5
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    Standard

    Können sie das nicht irgendwie rausrechnen, ähnlich wie Flimmern der Atmosphäre? Sie haben eigentlich alle Daten die sie dazu brauchen
    meine Signatur

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von pauli Beitrag anzeigen
    Können sie das nicht irgendwie rausrechnen
    Ich halte eine steuerbare Blende vor dem Bildsensor der Teleskope für effektiver.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  7. #7
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    ok, Hauptsache es geht irgendwie, dann spart man sich wenigstens die Zankerei mit den Kapitalisten die haben wohl eh den längeren Atem, und Musk und Bezos sollen das finanzieren und gut ist
    Geändert von pauli (09.01.2020 um 11:02 Uhr)
    meine Signatur

  8. #8
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    und aus meiner persönlichen Abneigung (…) als auch gegen den Visionär im Hintergrund keinen Hehl mache.
    Hallo zusammen,

    zunächst einmal möchte ich aufschreiben, was ich Elon Musk nicht vorwerfe.

    Sicherlich ist bei einer Person, die über solche enormen Geldmittel verfügt, die Frage erlaubt, wie man das geschafft hat und ob da alles immer mit rechten und moralisch vertretbaren Dingen zugegangen ist. Oftmals sind solche Vorwürfe auf Neid begründet, ich persönlich sehe es eher so, dass dies eben das Verhalten von erfolgreichen Geschäftsleuten ist, und von denen gibt es viele. Man kann natürlich pauschal das Verhalten und die Methoden erfolgreicher Geschäftsleute in Frage stellen, aber da kommen dann viele Leute in Frage und nicht nur Elon Musk - es ist also meines Erachtens nicht fair, Elon Musk etwas vorzuwerfen, was andere ebenfalls praktizieren und was bei denen auf Akzeptanz stösst. Eine solche Fragestellung wäre also nicht "was stört mich an Elon Musk", sondern "was stört mich an erfolgreichen Geschäftsleuten", und gehört entsprechend hier überhaupt nicht hin.

    Die Arbeitsbedingungen, die Elon Musk zur Verfügung stellt, geben auch immer wieder Anlass zu Kritik. Das ist aber auch andernorts ebenfalls so. Ich brauche gar nicht so weit zu gehen: ich habe dieses Jahr an einem Sonntag 5 Stunden gratis gearbeitet, weil man als Nicht-Kaderperson im Kanton Zürich an Sonntagen nicht arbeiten darf und ich keine Lust hatte, zahlreichen Leuten erklären zu müssen, warum ich da einen Termin nicht einhalten konnte. Auch dann nicht, wenn dieses Nicht-Einhalten-Können nicht mein eigenes Verschulden war. Und am Heiligen Abend hatte ich Urlaub, doch einen Tag zuvor musste ich feststellen, dass die Einbindung meiner Testautomatisierung ein Problem hatte, das ausserhalb meines Einflussbereiches lag, so dass ich - natürlich ebenfalls gratis - am frühen Morgen, also ehe die Feierlichkeiten losgingen, noch eineinhalb Stunden lang im Büro auftauchte und die 54 Testfälle manuell durchgeführt habe. Was ich sagen will: das Arbeitsklima ist auch hier in der Schweiz massiv rauer geworden. Auch hier ist es meines Erachtens nicht fair, Elon Musk das vorzuwerfen, was andere ebenfalls praktizieren und was bei denen auf Akzeptanz stösst. Eine solche Fragestellung wäre also nicht "was stört mich an Elon Musk", sondern "was stört mich an den heutigen Arbeitsbedingungen", zweifelsohne ein interessantes und auch wichtiges Thema, das viele Menschen betrifft, aber es gehört hier ebenfalls überhaupt nicht hin.

    Die tödlichen Unfälle mit Tesla-Autos möchte ich Elon Musk ebenfalls nicht vorwerfen. Ganz im Gegenteil - er hat meines Erachtens grosse Sorgfalt und Verantwortung übernommen und während der Testphasen auch Leute eingestellt, die die automatisierte Fahrt überprüfen sollen. Dass diese dieses leicht verdiente und gute Geld dazu nutzen, statt zu arbeiten auf dem Smartsphone herumzutipsen und dabei übersehen, wenn eine gefährliche Situation entsteht, mag man ihm bzw. seinen Personalverantwortlichen als mangelnde Sorgfalt bei der Rekrutierung solcher Testpersonen vorwerfen. Andererseits sind das Jobs, die eigentlich gar keine Qualifikation und entsprechend auch keine ausgefuchsten Assessments für die Kandidatenwahl erfordern. Eine solche Fragestellung wäre also nicht "was stört mich an Elon Musk", sondern "wie rekrutiert man verantwortungsbewusste Angestellte" oder "wie schützt man sich vor verantwortungslosen Angestellten", sicherlich auch ein interessantes Thema, aber eben auch nicht wirklich hier in einem Astronomie-Forum.


    Ich mag Elon Musk tatsächlich nicht, aber es sind andere Gründe, warum ich ihn nicht mag. Ich muss ihn aber auch nicht mögen, es genügt mir, dass zunächst einmal mir - mir selber bin ich am nächsten - durch sein Tun keine Nachteile entstehen.

    Allerdings genügt es mir nicht, wenn er Produkte schafft, die das Potential haben, dass mir Nachteile entstehen, d.h. hier genügt es mir nicht, wenn er sich damit herausredet, Dritte hätten seine Produkte "missbraucht". Wenn ich also - um ein masslos übertriebenes und völlig unrealistisches Beispiel zu nennen - herausfinde, dass man mit Produkten, die man in der Migros, beim Coop und beim Denner kaufen kann, für insgesamt 20 Franken eine Atombombe bauen kann und diese Entdeckung ins Internet stelle, und einer kommt dann, kauft sich die Zutaten, baut das Ding und zündet es dann in der Grossstadt, dann bin ich meiner Verantwortung nicht nachgekommen und mache ich mich mitschuldig.

    Ein weiterer Punkt sind Situationen, in denen man vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Man hat dann vielleicht sogar ein juristisches Recht, aber erstens kostet es sehr viel Geld, dieses einzufordern, und die Aussichten auf Erfolg sind sehr gering, weil die Gegenseite die besten Rechtsanwälte engagieren kann und über die finanziellen Mittel verfügt, durch alle Instanzen zu gehen, während ein Normalsterblicher irgendwann aus finanziellen Gründen aufgeben muss und dann den Prozess de facto verloren hat. Und selbst wenn man über die benötigten finanziellen Mittel verfügt, so wird einem das dennoch nichts nutzen, weil das Recht wegen der vollendeten Tatsachen nicht mehr umsetzbar ist und statt dessen ein neuer Standard gesetzt werden wird, der zur Folge hat, dass einem dann auf völlig legale Weise Nachteile entstehen. Mit Vorteil wird man sich also rechtzeitig zur Wehr setzen, ehe vollendete Tatsachen geschaffen wurden.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  9. #9
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    Hallo Ralf,

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    während ein Normalsterblicher irgendwann aus finanziellen Gründen aufgeben muss und dann den Prozess de facto verloren hat.
    als Einzelperson wird man gegen SpaceX immer in einem großen Nachteil sein. Diese Nachteile kann man aber durch möglichst viele Mitstreiter ausgleichen, die den gleichen Standpunkt vertreten. Erst so kann man mMn überhaupt einmal daran denken eine öffentliche Diskussion sinnvoll zu führen.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  10. #10
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    als Einzelperson wird man gegen SpaceX immer in einem großen Nachteil sein. Diese Nachteile kann man aber durch möglichst viele Mitstreiter ausgleichen, die den gleichen Standpunkt vertreten.
    Hallo Bernhard,

    die astronomischen Bedenken teile ich eigentlich nicht. Das mag zwar ein Stück weit unschön und auch unromantisch sein, und tatsächlich war es komisch für mich, dass ich vergangenen September erstmals überhaupt in meinem Leben M33 auf dem Lande mit dem 10x50 Gerät sehen konnte, d.h. ich wusste zwar, wo der steht, hatte ihn selber aber noch nie gesehen, aber eben: schon jetzt sind die Beobachtungsmöglichkeiten in der Stadt massiv eingeschränkt, weil da überall Licht ist oder aufgrund der Luftverschmutzung das Sternenlicht abgeschwächt wird.

    Meine Sorgen gehen in eine andere Richtung, nämlich dass gewisse Produkte - hier im konkreten Fall die Starlink-Satelliten - einen Beitrag zu einer Infrastruktur liefern, die meine (also nicht nur meine !!) Privatsphäre bei Missbrauch der Daten beeinträchtigen können.


    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Erst so kann man mMn überhaupt einmal daran denken eine öffentliche Diskussion sinnvoll zu führen.
    Ehe man eine öffentliche Diskussion führen kann muss man an die Informationen herankommen, die bisweilen für einen Laien auf diesem Gebiet ausserordentlich schwierig zu beschaffen sind. Kommt erschwerend hinzu, dass Elon Musk das mit den Starlink-Satelliten sogar frühzeitig angekündigt hat, aber wohl kaum jemandem bewusst war, was das überhaupt konkret bedeutet.

    Auch in der Firma haben wir da einen "Kulturwandel" hinter uns, d.h. während man früher die Arbeit und die nötigen Unterlagen zugeteilt bekam, muss man sie sich nun selber in den Tiefen des Intranet mit völlig ungeeigneten Tools, die jede Woche anderes Verhalten aufweisen, selber heraussuchen, ganz zu schweigen davon, dass bis man das gefunden hat längst die Version geändert hat, natürlich mit derselben Versionsnummer, d.h. man muss das selber anhand Datum/Uhrzeit verwalten, und all' diesen schönen Dingen, die einem Steine in den Weg schmeissen. Was letztlich aber auch nichts nutzt, weil spätestens zwei Monate später auch die Folderstruktur geändert hat ... - aber eben: dank dem "Kulturwandel" ist es nun in meiner eigenen Verantwortlichkeit, das auf die Reihe zu bringen.

    Bösartige Zungen (diesesmal nicht ich !) nennen das die Startegie des "Information-Hiding", eigentlich eine sinnvolle Technologie der objektorientierten Programmierung. Nur hilft das auch nicht weiter - bei der Bewertung meiner Jahresziele muss ich nun erklären, warum die Effizienz meiner Arbeit besser sein könnte, also eine nette Beweislast-Umkehr.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (09.01.2020 um 13:40 Uhr)

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