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Thema: Wie kann der Energiebedarf der Menschheit langfristig gedeckt werden?

  1. #1
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    Standard Wie kann der Energiebedarf der Menschheit langfristig gedeckt werden?

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    Hallo zusammen,

    diese Frage habe ich jetzt auch bei scienceblogs eingestellt. Ich hoffe auf viele interessante Antworten:
    http://scienceblogs.de/ihrefrage/201...edeckt-werden/

    Grüße UMa

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    diese Frage habe ich jetzt auch bei scienceblogs eingestellt. Ich hoffe auf viele interessante Antworten:
    http://scienceblogs.de/ihrefrage/201...edeckt-werden/
    Hallo UMa,

    auch wenn es bislang nicht technologisch umsetzbar war: was spricht in längerfristigen Zeiträumen gegen die Kernfusion ? Also ich meine die heisse, nicht diese vermutlich völlig unrealistische und auf unzutreffend ausgewerteten experimentellen Ergebnissen beruhende kalte Kernfusion.

    Und mittelfristig denke ich sind es die erneuerbaren Energien, möglicherweise auch die ungeliebten schnellen Brüter, die AKW-Abfälle nutzen können.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  3. #3
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    Was für ein dusselige Kommentare die Deppen auf Scienceblogs abliefern
    meine Signatur

  4. #4
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    Zitat Zitat von pauli Beitrag anzeigen
    Was für ein dusselige Kommentare die Deppen auf Scienceblogs abliefern
    Hallo pauli,

    im Allgemeinen ist dem (leider) zuzustimmen, weswegen ich mich dort auch nicht einbringe, aber an den bisherigen Kommentaren gibt es doch nichts zu beantstanden.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  5. #5
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    Hallo UMa,

    die (planetaren) Grenzen dieser Frage wurden, wenn ich mich richtig erinnere, schon vor vielen Jahrzehnten von Isaak Asimov aufgegriffen (vielleicht als Reaktion auf den Club of Rome ‚Die Grenzen des Wachstums‘?)
    Ich weiß nur nicht mehr, in welchem seiner zahlreichen Romane er das (eher nebenbei) thematisiert hatte.

    Der Planet darf nicht mehr Energie, wie auch immer, produzieren, als er im ursprünglichen biologischen Gleichgewicht durch seinen Stern aufgenommen und durch Wärmestrahlung abgestrahlt hatte.

    Eine Verschiebung dieser Grenze wurde bei Asimov durch großflächige Wärmestrahler erreicht, die die ‚Abfall-Energie‘ mit ‚Wärmepumpen‘ auf hohe Temperaturen brachte und sie durch Licht und Infrarot ins All abstrahlte.

    Bis dahin ist noch Zeit, zumindest wenn wir die fossilen Energien nicht mehr weiterverwenden, da unsere Sonne noch immer deutliche mehr Energie auf die Erde überträgt, als wir nutzen (können).

    Da Du von Zeiträumen >> 1000 Jahren schreibst, denke ich, daß auch heute eher utopische Ansätze nicht ausgeschlossen werden sollten. Weltraumhabitate, bis hin zur Effektivität von Dysonsphären sind vorstellbar und erweitern die rein irdischen oder auch planetaren u. lunaren Utopien relevant.

    Und wenn Weltraumhabitate funktionieren sollten, wäre auch eine Expansion über das Sonnensystem hinaus, zumindest denkbar.

    Als Einstieg muß allerdings der politische Wille der großen Mehrheit der weltweiten Bevölkerung da sein, die tatsächlichen Kosten der scheinbar so billigen fossilen Energien, an die Realität ihrer Folgekosten anzupassen, um die technische Entwicklung der klimaneutralen Energienutzung nicht weiter zu verzögern.

    Herzliche Grüße

    MAC

  6. #6
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    Hallo Ralf,

    falls es sich technisch und mit vertretbarem Kosten umsetzen lässt, zunächst erstmal nichts.
    An welche Kernfusion hast Du dabei gedacht (D-T, D-D, He3, oder andere) und was wäre der Brennstoffbedarf?

    An welche erneuerbaren Energien dachtest Du?

    Bei schnellen Brütern, welchen Brennstoff? Uran238? Thorium? Würden normale Kernkraftwerke funktionieren?
    Wie hoch wäre der Brennstoffbedarf?

    Grüße UMa

  7. #7
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    Hallo MAC,

    an eine Expansion außerhalb der Erde, habe ich eigentlich weniger gedacht.
    Die Abwärme ist kein Problem solange der Energiebedarf nicht zu groß wird. Selbst 10000 EJ pro Jahr durch Kernfusion sind nur 0.6 W/m², weniger als die heutige Erwärmung durch Treibhausgase.

    Mit welchen der heute vorhandenen Formen der Energieerzeugung könne es möglich sein, und welche sind ausgeschlossen und aus welchem Grund?

    Grüße UMa

  8. #8
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    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    falls es sich technisch und mit vertretbarem Kosten umsetzen lässt, zunächst erstmal nichts.
    An welche Kernfusion hast Du dabei gedacht (D-T, D-D, He3, oder andere) und was wäre der Brennstoffbedarf?
    Hallo UMa,

    das wissen die Spezialisten besser als ich. Die Frage erscheint mir eher die zu sein, ob es eine Illusion ist, die Kernfusion jemals technisch nutzen zu können oder ob einfach der Durchbruch noch nicht erreicht ist.


    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    An welche erneuerbaren Energien dachtest Du?
    Ich verstehe diese Detaillierung nicht: ich habe an alle erneuerbaren Energien gedacht, die technisch und hinreichend umweltschonend umsetzbar sind. Wobei ich die Einwände der Windmühlen-Gegner nicht nachvollziehen kann, die da von zahlreichen toten Vögeln (und Insekten) schreiben und von Eiszapfen, die angeblich in der Gegend herumgeschleudert werden. Ein erster Schritt dürfte die Entwicklung und der Einsatz "bezahlbarer" Speicher sein.


    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Bei schnellen Brütern, welchen Brennstoff? Uran238? Thorium? Würden normale Kernkraftwerke funktionieren?
    Wie hoch wäre der Brennstoffbedarf?
    Auch hier verstehe ich die Detaillierung nicht: Schnelle Brüter zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Abfall normaler AKW als Brennstoff nutzen können. Somit stellen sich 3 Fragen: (1) kann man Schnelle Brüter herstellen, die einen genügend hohen Wirkungsgrad haben, (2) ist die Betriebssicherheit gewährleistet und (3) wie umweltverträglich sind die Abfälle der Schnellen Brüter ?


    Die technische Umsetzung ist dann Aufgabe der hierin spezialisierten Ingenieure.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  9. #9
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    Hallo Ralf,

    die Frage, ob es eine Illusion ist, die Kernfusion jemals technisch nutzen zu können oder ob einfach der Durchbruch noch nicht erreicht ist, scheint mir eher eine Frage für Spezialisten, die kann ich nicht wirklich beantworten.

    Was sich aber z.B. beantworten lässt, ist wieviel Energie sich aus einer Kernfusionsreaktion maximal gewinnen lässt, falls sie technisch nutzbar, zuverlässig und nicht zu teuer ist. Und zwar aus der Verfügbarkeit des Brennstoffs.

    Der Eindruck, dass Kernfusion eine praktisch unbegrenzte Energiequelle darstellt, ist nicht immer zutreffend.

    Die mit Abstand einfachste Fusions-Reaktion (mit positiv geladenen Kernen) ist offenbar D+T.
    Deuterium (D) ist im Meerwasser in mehr als ausreichender Menge enthalten und die Gewinnung ist billig. 300 € soll ein Liter schweres Wasser heute kosten, das Deuterium kostet also bestenfalls 1500 €/kg.
    Die Schwierigkeit in der Brennstoffbeschaffung liegt hier im Tritium (T). Das ist heute sehr teuer und wird nur in geringen Mengen gewonnen. Außerdem zerfällt es rasch zu He3. Für eine Kernfusion mit D+T soll es aus Lithium gewonnen werden, durch Spaltung mittels der bei der Kernfusion erzeugten Neutronen. Vermutlich braucht man noch Be9 oder ein Bleiisotop als Neutronenvervielfacher. Die verfügbare Menge an Lithium, Blei und Be9 begrenzt die Energieproduktion. Reichen die verfügbaren Mengen aus um 1 Milliarde EJ zu produzieren?

    Die anderen Kernfusionsreaktionen sind viel schwerer zu erreichen.

    Wenn wir D+D schaffen und das einigermaßen preiswert, sind wir tatsächlich durch, denn das Deuterium ist im Meerwasser mehr als ausreichend vorhanden.

    Bei D+He3 ist es schon schwieriger, da es an He3 mangelt. Auch die populäre Vorstellung He3 aus dem Sonnenwind auf dem Mond abzubauen funktioniert nicht richtig, da nur wenige Millionen Tonnen He3 auf dem Mond vorhanden sind.
    In den Atmosphären der 4 Gasplaneten ist sehr viel He3 vorhanden. Fragt sich nur, wie man es herausbekommt. Hier hat Bynaus etwas dazugeschrieben:
    https://www.final-frontier.ch/helium...lohnt-sich-das
    siehe auch die Kommentare.

    Bei anderen Fusionsreaktionen sind noch schwerer und zumindest in dünnen Plasma wohl nicht ohne äußere Energiezufuhr selbst erhaltend.


    Bei den erneuerbaren Energien ist eine Unterscheidung wichtig, da sehr unterschiedliche Energieformen wie Windenergie, Biomasse, Sonnenenergie, Geothermie oder Wasserkraft zusammengefasst werden.

    Nehmen wir als Beispiel die Wasserkraft in Deutschland. Gegenwärtig erzeugen wir ungefähr 600 TWh an elektrischer Energie pro Jahr, davon 21 TWh aus Wasserkraft. Würden wir die Heizung und den Verkehr elektrifizieren würden wir nahezu 1600 TWh benötigen. Könnten wir das alles durch Wasserkraft erzeugen, so wie in Norwegen?

    Überschlag: Deutschland hat 357100 km² und 789 mm Niederschlag im Jahr. Davon sind ungefähr 37% Abfluss, der Rest verdunstet. Vom Abfluss ist ein Teil (1/3 bis 1/2) unterirdisch, fraglich ab er genutzt werden kann, nehmen wir an 60% oberirdisch, bleiben 175 mm nutzbarer Abfluss im Jahr. Bei einer mittleren Höhe von 287 Metern sind das 357100*1e6*175*287*9.81 = 1.76e17 J an potentieller Wasserenergie. Bei 90% Wirkungsgrad werden daraus 44 TWh elektrischer Energie pro Jahr, die theoretisch erzeugbar wären, falls man den gesamten Abfluss nutzte.

    OK, vielleicht sind es etwas mehr, weil es im Gebirge mehr regnet und da auch der Abfluss höher ist, oder sich auch etwas des unterirdischen Abflusses nutzen lässt. Trotzdem wird schnell klar, dass man 600 oder gar 1600 TWh im Jahr in Deutschland nicht aus Wasserkraft erzeugen kann. Es regnet zu wenig und der Höhenunterschied ist zu klein. Wasserkraft allein geht in Deutschland nicht. Auch nicht als nennenswerter Anteil. In der Schweiz dürfte es besser aussehen, weil der Höhenunterschied größer ist. Wie wäre dort die maximale Menge an elektrischer Energie aus Wasserkraft?

    Dagegen wären selbst 1600 TWh pro Jahr in Deutschland durch Photovoltaik mit heutiger Technik zu erzeugen kein Problem. 1700 GW an Photovoltaikanlagen würden ausreichen und nur einen geringen Anteil der Landfläche benötigen. Das Problem liegt hier in der zeitlichen Verteilung der Stromerzeugung. Im Winter ist der Strombedarf höher. Und ob man die Module recyceln kann.

    Eine ähnliche Rechnung kann man für die Wasserkraft der Welt aufmachen. Bei 37500 km³ Abfluss, davon die Hälfte unterirdisch, einer mittleren Höhe von 797 m, kommt man (bei 100% Wirkungsgrad) auf 146 EJ pro Jahr oder 40000 TWh maximal. Ungefähr 4100 TWh werden gegenwärtig aus Wasserkraft tatsächlich erzeugt, und man vermutet einen Anstieg auf 6000 TWh bis 2050, wobei sich maximal vielleicht etwa 10000 (?) TWh pro Jahr sich praktisch und wirtschaftlich gewinnen ließen.

    Wieviel Platz benötigte Biomasse?
    Würde Geothermie funktionieren?

    Was ist mit fossilen Brennstoffen? Die heute bekannt Mengen reichen natürlich nicht. Was aber wenn man wesentlich mehr finden würde? Könnte man dann mit fossilen Brennstoffen 1 Milliarde EJ erzeugen? Oder geht das prinzipiell nicht?

    Grüße UMa
    Geändert von UMa (29.11.2019 um 15:33 Uhr)

  10. #10
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    Also wenn man sich das alles ansieht, und insbesondere https://www.final-frontier.ch/helium-3-vom-mond-lohnt-sich-das, dann sieht das alles für mich beängstigend und ziemlich unrealistisch aus. Bleiben also AKW oder Deindustrialisierung
    meine Signatur

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