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Thema: Lise-Meitner-Programm: Offene Fragen der Kosmologie im Visier

  1. #1

    Standard Lise-Meitner-Programm: Offene Fragen der Kosmologie im Visier

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    Viele Wissenschaftsbereiche sind noch immer von Männern dominiert, auch die Astrophysik. Mit dem Lise-Meitner-Programm fördert die Max-Planck-Gesellschaft daher gezielt herausragende Wissenschaftlerinnen. Eine dieser Wissenschaftlerinnen ist die Physikerin Anna Ijjas, die sich künftig am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik mit den offenen Fragen der Kosmologie befassen wird. (20. August 2019)

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  2. #2
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    Ausdrücklich: Das ist nicht gegen Frau Ijjas gerichtet.

    Aber bitte keine Forschungsförderungsprogramme loben die auf Basis des Geschlechts diskrimieren. "Diversity" ist die mit Abstand größte Quelle für Diskriminierung in der akademischen Landschaft überhaupt.

    Das muss jedem klar sein. In der Wissenschaft darf man auch gerne einfach mal scientific excellence als einziges Kriterium gelten lassen. Alter, Geschlecht, Nationalität, Ethnie haben da nichts zu suchen.

    In sofern ist das Lise-Meitner Programm nichts anderes, als der Versuch, die Verfehlungen einer nicht vorhandenen equal opportunity Politik (die Geld kosten würde) zu kaschieren.
    Geändert von Ned Flanders (20.08.2019 um 15:37 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Ned Flanders !

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Ausdrücklich: Das ist nicht gegen Frau Ijjas gerichtet.
    Na aber ein bisschen schon, nicht wahr ?

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Aber bitte keine Forschungsförderungsprogramme loben die auf Basis des Geschlechts diskrimieren.
    Es ist wohl eher ein Versuch, die bereits vorhandene Diskriminierung etwas zu ent-diskriminieren.

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    "Diversity" ist die mit Abstand größte Quelle für Diskriminierung in der akademischen Landschaft überhaupt.
    Das wäre dann vielleicht zutreffend, wenn es in der akademischen Landschaft keine Diskriminierung gäbe. Die Zahlen zeigen da aber leider ein anderes Ergebnis, nämlich dass Männer den Frauen gegenüber - aus welchen Gründen auch immer - bevorzugt werden. Folglich ist Diversity eine Notwendigkeit, um der vorhandenen Diskriminierung entgegenzuwirken.

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Das muss jedem klar sein.
    Warum ?

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    In der Wissenschaft darf man auch gerne einfach mal scientific excellence als einziges Kriterium gelten lassen.
    Dann schauen wir doch einmal, was diese Frau schon akademisch geleistet hat:

    "Nach einem kurzen Abstecher in die Philosophie der Physik, der ihr im Jahr 2010 eine preisgekrönte Dissertation einbrachte, schloss sie ihre (zweite) Promotion in theoretischer Physik im Jahr 2014 an der Humboldt-Universität zu Berlin ab."

    Kann sein, dass Du das anders siehst, aber ich denke, diese Frau hat die Kriterien der scientific excellence mehr als erfüllt.


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Alter, Geschlecht, Nationalität, Ethnie haben da nichts zu suchen.

    In sofern ist das Lise-Meitner Programm nichts anderes, als der Versuch, die Verfehlungen einer nicht vorhandenen equal opportunity Politik (die Geld kosten würde) zu kaschieren.
    Ich hoffe, ich konnte Deine Ansichten zu diesem Thema ein bisschen entkräften.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #4
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Hallo Ned Flanders !


    Na aber ein bisschen schon, nicht wahr ?
    Lieber Ralf,

    Nein, kein Stück. Ich habe keinerlei Zweifel an Ijjas Qualifikation. Ich könnte sie auch garnicht beurteilen und darum geht es mir auch garnicht, was ich direkt im Ersten Satz zum Ausdruck gebracht habe.


    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Es ist wohl eher ein Versuch, die bereits vorhandene Diskriminierung etwas zu ent-diskriminieren.

    Das wäre dann vielleicht zutreffend, wenn es in der akademischen Landschaft keine Diskriminierung gäbe. Die Zahlen zeigen da aber leider ein anderes Ergebnis, nämlich dass Männer den Frauen gegenüber - aus welchen Gründen auch immer - bevorzugt werden. Folglich ist Diversity eine Notwendigkeit, um der vorhandenen Diskriminierung entgegenzuwirken.
    Das ist für einen Wissenschaftler (ich nehme mal an Du bist ein Kollege), eine bemerkenswerte Analyse. Alleine aufgrund des Frauenanteils an den Wissenschaftlern kannst du unmöglich zu dem Schluss kommen, dass eine Diskriminierung nach Geschlecht bei der Vergabe von Stellen stattfindet. Das geben diese Zahlen einfach nicht her. Was wir sehen ist, dass der Frauenanteil an MINT Instituten im akademischen Bereich sehr niedrig ist. Zu niedrig! Da bin ich ganz Deiner Meinung. Jeder müsste eigentlich bei diesen Zahlen zum gleichen Schluss kommen. Anstatt zu sagen "Warum auch immer" gilt es aber eben den Grund dafür zu analysieren.

    Ich bin seit 2003 im akademischen Betrieb. Erst an einem Max-Planck-Institut, anschließend war ich an der UCSF und aktuell wieder an einem MPI. Noch NIE ist mir bei Einstellungen auch nur der Hauch von Diskriminierung nach Geschlecht über den Weg gelaufen. Fakt ist allerdings, dass es auf PhD student Ebene in unserem Bereich noch etwa 50% Frauen gibt, auf Postdoc Level sind es noch 30% und auf Gruppenleiterebene und darüber sind es wohl noch um die 10-12%. Das liegt aber mit Nichten daran, dass die MPG bei Ausschreibungen Männer bevorzugen würde. Eine strukturelle Diskriminierung findet nicht statt. Das Problem kommt vielmehr daher, dass der Beruf Wissenschaftler zeitlich enorm fordernd ist, gleichzeitig kaum feste Stellen existieren (soziale Sicherheit) somit leider in Summe wenig attraktiv ist, speziell für Frauen aus nachvollziehbaren Gründen.

    Sehr vielen meiner Kolleginen mit Familienwunsch wird spätestens auf Postdoc Ebene klar, dass sie sich das nicht geben wollen. Während wir früher als Studenten noch auf die Sprüche der Profs reingefallen sind (Industrie Jobs sind die "Dark Side") sieht das übrigens bei meinen Doktoranden mittlererweile ganz anders aus. Die haben ganz klare Vorstellungen wo sie hinwollen und der akademische Betrieb, zumindest in Deutschland ist leider zunehmend unattraktiv bzw nicht kompetitiv gegenüber Jobs in der Industrie oder dem Ausland. Ich würde aber auch nie auf die Idee kommen Ihnen zu erzählen das akademischer Wissenschaftler die modernen Jedi sind.

    Was es also bräuchte wären strukturelle Massnahmen, echte equal opportunity schaffen. Sprich, die soziale Sicherheit muss erhöht werden, Müttern müssen Programme zur Verfügung stehen, die sie zeitlich entlasten. Flexible Kindergarten Plätze, Freie ÖPNV Tickets für sich selbst und einen Familienangehörigen, Home Office Austattung, ... Die Liste der Möglichkeiten ist lang.

    Ein Beispiel wie so etwas funktioniert ist die (wohl nicht ganz zufällig) von der Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard ins Leben gerufene Stiftung..

    Aber, das alles kostet eben Geld! Und das ist das Problem. Ein wohl genialer Politiker ist nun auf die Idee gekommen anstatt Geld auszugeben einfach eine Quote einzuführen. 40% zu sagen, kostet keinen Cent, löst aber augenscheinlich das "Problem" (das vielmehr ein Symptom ist). Leider gibt aber der JobMarkt™ garnicht soviele Wissenschaftlerinnen her, die sich in einem normalen Auswahlverfahren (bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt) gegen die zahlenmässige Übermacht an Männern nach Postdoc durchsetzen können (aufgrund der angesprochenen Probleme). Die Quote ist also nicht erfüllbar. Darum werden jetzt, im nächsten Step, diese geschützen Räume wie das Lise-Meitner-Program eingerichtet. Löst dies das strukturelle Problem? Kein Stück! Löst es die Symptome? Möglicherweise. Sind die Symptome erst einmal gelindert gibt es gar keinen Grund mehr die wirklichen Probleme des akademischen Systems in Deutschland anzugehen. Wollen wir das? Nein!

    DAS ist meine Kritik!

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Dann schauen wir doch einmal, was diese Frau schon akademisch geleistet hat.
    Wie gesagt, das war nie meine Kritik. Ich hoffe Du verstehst das! Meine Kritik ist, dass Diskriminierung keine Lösung für Diskriminierung sein kann und sie ist auch garnicht darauf ausgerichtet. Im Gegenteil, sie wird einen erheblichen Beitrag zu Zementierung der Probleme beitragen. Frauen werden aber weiterhin scharenweise aus der akademischen Laufbahn aussteigen. Viele davon mit die talentiertesten Wissenschaftler, die dieses Land aufzubieten hat.

    Ich hoffe, ich konnte Deine Ansichten zu diesem Thema ein bisschen entkräften.
    Tut mir Leid das sagen zu müssen, aber Du fällst einfach nur auf einen Taschenspieler Trick der MPG rein um Geld zu sparen. Bei uns haben sie übrigens vor 4 Jahren den MPI eigenen Kindergarten aufgelöst und outgesourced auf einen privaten der 1km vom Institut weg ist und um 1600 schliesst. Wer seine Kinder zu einem anderen bringen will, der bekommt keine Unterstützung. Frauenförderung 2019!

    Ach ja und Doktoranden bekommen natürlich keinen Vertrag mehr, weil das "unfair" [sic] gegenüber den ausländischen Doktoranden ist. Deswegen hat die MPG eine Stiftung aufgemacht und vergibt nun ausschließlich sozialabgabenfreie Stipendien. Zumindest das will Herr Stratmann wieder abgewickeln. Man überlege sich was passieren würde wenn Mercedes Benz eine Stiftung ins Leben rufen würde um Teile ihrer Angestellten daraus sozialabgabenfrei per Stipendium zu bezahlen.

    Augen auf Leute!

    Mit freundlichem Gruss

    Ned Flanders
    Geändert von Ned Flanders (21.08.2019 um 12:15 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Das Problem kommt vielmehr daher, dass der Beruf Wissenschaftler zeitlich enorm fordernd ist, gleichzeitig kaum feste Stellen existieren (soziale Sicherheit) somit leider in Summe wenig attraktiv ist, speziell für Frauen aus nachvollziehbaren Gründen.

    Sehr vielen meiner Kolleginen mit Familienwunsch wird spätestens auf Postdoc Ebene klar, dass sie sich das nicht geben wollen.
    Hallo Ned Flanders,

    wir können auch gerne an dieser Stelle ansetzen, zumal ich Deinen Ausführungen zumindest betreffend der Situation der Frauen weitestgehend zustimme.


    Du selber nennst ja mögliche Massnahmen:

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Was es also bräuchte wären strukturelle Massnahmen, echte equal opportunity schaffen. Sprich, die soziale Sicherheit muss erhöht werden, Müttern müssen Programme zur Verfügung stehen, die sie zeitlich entlasten. Flexible Kindergarten Plätze, Freie ÖPNV Tickets für sich selbst und einen Familienangehörigen, Home Office Austattung, ... Die Liste der Möglichkeiten ist lang.
    Und die Probleme benennst Du ja auch:

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Aber, das alles kostet eben Geld! Und das ist das Problem. Ein wohl genialer Politiker ist nun auf die Idee gekommen anstatt Geld auszugeben einfach eine Quote einzuführen. 40% zu sagen, kostet keinen Cent, löst aber augenscheinlich das "Problem" (das vielmehr ein Symptom ist).
    Weiter unten stellst Du dann aber fest:

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Bei uns haben sie übrigens vor 4 Jahren den MPI eigenen Kindergarten aufgelöst und outgesourced auf einen privaten der 1km vom Institut weg ist und um 1600 schliesst. Wer seine Kinder zu einem anderen bringen will, der bekommt keine Unterstützung. Frauenförderung 2019!
    Das mag zwar zunächst ein Einzelfall sein, aber auch ich stelle zumindest per Bauchgefühl und datenmässig möglicherweise mit Fake-News kontaminiert fest, dass der Trend in diese Richtung zu gehen scheint.

    Und in so einem Fall würde eine Quote tatsächlich helfen, oder Massnahmen, um Härtefälle zu mildern. Vielleicht ist die Quote ungeschickt gewählt, weil


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Leider gibt aber der JobMarkt™ garnicht soviele Wissenschaftlerinnen her, die sich in einem normalen Auswahlverfahren (bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt) gegen die zahlenmässige Übermacht an Männern nach Postdoc durchsetzen können (aufgrund der angesprochenen Probleme). Die Quote ist also nicht erfüllbar.
    aber dann muss man eben die Quote anpassen.


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Darum werden jetzt, im nächsten Step, diese geschützen Räume wie das Lise-Meitner-Program eingerichtet.
    Was konsequent ist und auch Sinn macht.


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Löst dies das strukturelle Problem? Kein Stück!
    Einverstanden.


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Löst es die Symptome? Möglicherweise.
    Einverstanden.


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Sind die Symptome erst einmal gelindert gibt es gar keinen Grund mehr die wirklichen Probleme des akademischen Systems in Deutschland anzugehen.
    Das ist zwar zu befürchten, muss aber nicht sein.


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Wollen wir das? Nein!
    Das ist mir jetzt zu pauschal - es geht ja letztlich darum, dass auch Frauen mit Kinderwunsch die Möglichkeiten erhalten, in anspruchsvollen akademischen Projekten mitzuwirken, wenn sie die benötigte Qualifikation dazu haben.

    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Meine Kritik ist, dass Diskriminierung keine Lösung für Diskriminierung sein kann und sie ist auch garnicht darauf ausgerichtet. Im Gegenteil, sie wird einen erheblichen Beitrag zu Zementierung der Probleme beitragen. Frauen werden aber weiterhin scharenweise aus der akademischen Laufbahn aussteigen. Viele davon mit die talentiertesten Wissenschaftler, die dieses Land aufzubieten hat.
    Wie gesagt: es erscheint mir als eine Vorgehensweise, eine diskriminierende Situation etwas zu ent-diskriminieren und deren Folgen für die Betroffenen entsprechend zu mildern.

    Es ist nun die Frage, ob diese Ent-Diskriminierung und diese Milderung als Diskriminierung der anderen Seite aufgefasst werden kann. Würde die Frauenquote auf 100% hochgesetzt oder dürften nur Frauen mit Kindern angestellt werden, so wäre das tatsächlich der Fall. Bei einer moderaten Quote indes bin ich nicht der Meinung, dass die vormals Bevorzugten nun diskriminiert würden, vielmehr bekommen diejenigen, die aus Gründen der Familienplanung und mangelnder finanzieller Ressourcen der Kinderbetreuung nun ebenfalls eine realistische Chance.


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Ach ja und Doktoranden bekommen natürlich keinen Vertrag mehr, weil das "unfair" [sic] gegenüber den ausländischen Doktoranden ist.
    Moment - wir haben von Frauen mit Kinderwunsch gesprochen. Was hat jetzt Deine Kritik an Ausländern an dieser Stelle zu suchen ?


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Deswegen hat die MPG eine Stiftung aufgemacht und vergibt nun ausschließlich sozialabgabenfreie Stipendien.
    Gute Sache !


    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Zumindest das will Herr Stratmann wieder abgewickeln. Man überlege sich was passieren würde wenn Mercedes Benz eine Stiftung ins Leben rufen würde um Teile ihrer Angestellten daraus sozialabgabenfrei per Stipendium zu bezahlen.
    Einmal mehr sehe ich den Zusammenhang nicht: warum sollte man denn Teile der Belegschaft einer grossen deutschen Automobil-Firma sozialabgabenfrei per Stipendium bezahlen ?


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (21.08.2019 um 14:29 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Ralf,

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Das mag zwar zunächst ein Einzelfall sein, aber auch ich stelle zumindest per Bauchgefühl und datenmässig möglicherweise mit Fake-News kontaminiert fest, dass der Trend in diese Richtung zu gehen scheint.

    Und in so einem Fall würde eine Quote tatsächlich helfen, oder Massnahmen, um Härtefälle zu mildern. Vielleicht ist die Quote ungeschickt gewählt, [...] aber dann muss man eben die Quote anpassen.
    Einzelfälle sind das leider nicht. Auch das MPI in Tübingen hat seine Kindergruppe outgesourced, glücklicherweise aber (noch) nicht aufgelöst (sprich sie ist noch in situ auf dem Campus), was aber natürlicherweise nun nicht mehr in der Hand ist der MPG ist. Finanzielle Schwierigkeiten des Betreibers bedeuten möglicherweise das Aus.

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Was konsequent ist und auch Sinn macht.
    Es ist imho nicht sinnvoll, und ich erkläre auch gerne nocheinmal warum es nicht sinnvoll ist. Diese Lise-Meitner Stellen wurden ja nicht neu geschaffen, sondern aus einem bestehenden Budget heraus. Sprich, es wurden Stellen die nicht nach Geschlecht diskriminieren in Stellen umgewandelt die dieses tun. Das löst zum Einen das verursachende Problem nicht (mangelhafte equal opportunity) sondern mildert allenfalls das Symptom in der MPG, aber nicht in der akademischen Landschaft generell. Da aus wissenschaftspolitischer Sichtweise das Problem dadurch von außen betrachtet aber weniger präsent ist, werden die eigentlichen Probleme nicht mehr mit Nachdruck angegangen. Ich freue mich für jeden Wissenschaftler (unabhängig vom Geschlecht) darüber, dass er/sie eine Stelle haben. So auch in diesem Fall hier. Ich empfinde es aber als sehr traurig, dass wir laufend, hunderttausende von fähigen promovierten Physikerinnen, Biologinnen, Medizinerinnen.... verlieren, weil diese nicht die gleichen Chancen haben. Schauen sie sich doch nochmal die CNV Stiftung an und was diese tut. Das funktioniert und der Punkt das eine der erfolgreichsten Wissenschaftlerinnen die dieses Land hat diese Stiftung gegründet hat spricht Bände. Übrigens kinderlos und unverheiratet!

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Das ist zwar zu befürchten, muss aber nicht sein.
    Es ist naiv zu denken das es nicht so wäre! ... ich kenne das System von innen heraus!


    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Das ist mir jetzt zu pauschal - es geht ja letztlich darum, dass auch Frauen mit Kinderwunsch die Möglichkeiten erhalten, in anspruchsvollen akademischen Projekten mitzuwirken, wenn sie die benötigte Qualifikation dazu haben.
    Korrekt, das können aber auch mit einer Lise-Meitner nur die wenigsten, denn es selektiert rein auf Geschlecht + Leistung, nicht auf equal opportunity. In der Realität haben nur die Minderheit der Stelleninhaberinen solcher Programme (das gilt auch für nicht diskriminierende Free Floater Stellen) Kinder, weil die strukturellen Schwächen eine zeitaufwendige Familie negativ selektiert. Und genau dafür muss wie geschrieben eine Lösung entwickelt werden. Was sie im Prinzip Unterstützen sind Stellen, die auf Frauen selektieren die Ihr Leben wie ein Mann führen. Das hat aber mit Chancengleichheit eben nichts zu tun. Und solange Chancengleichheit nicht besteht verlieren wir wichtige Talente!

    Wie gesagt: es erscheint mir als eine Vorgehensweise, eine diskriminierende Situation etwas zu ent-diskriminieren und deren Folgen für die Betroffenen entsprechend zu mildern.
    Sie können einen Misstand wie den beanstandeten nicht durch Diskriminierung beheben. Wenn man das Geschlecht als entscheidendes Merkmal bei der Besetzung von Stellen einführt, verliert man Talente. In der Wissenschaft müssen wissenschaftliche Kriterien maßgeblich sein. Das, und nur dass muss zählen. Wir müssen den Beruf Wissenschaftler für Frauen attraktiver gestallten, nicht die wissenschaftliche Expertise zweitrangig stellen um wissenschaftliche Talente zu fördern. Das ergibt keinen Sinn. In den USA übrigens haben sie diese ganze Thematik schon lange hinter sich gelassen. Dort ist es illegal sein Geschlecht oder Geburtsdatum auf einer Bewerbung anzugeben. Trotzdem finden sie dort erheblich mehr Frauen in den MINT Fächern.

    Es ist nun die Frage, ob diese Ent-Diskriminierung und diese Milderung als Diskriminierung der anderen Seite aufgefasst werden kann.
    Es ist keine Ent-Diskriminierung nach Geschlecht zu Diskriminieren.

    Was hat jetzt Deine Kritik an Ausländern an dieser Stelle zu suchen ?
    Nochmal lesen. Ich habe keine Kritik an Ausländern geübt, sondern an der Tatsache, dass die MPG Arbeitsverträge für alle ausrangiert hat und durch sozialabgabenfreie Stipendien ersetzt hat. Nach meiner Meinung müssten ALLE Arbeitnehmer Arbeitsverträge haben, nicht nur die deutschen Doktoranden. Die MPG hat aber unter dem Logo "Fairness" einfach alle Arbeitsverträge gestrichen und durch eben jene Stipendien aus der eigens dafür gegründeten Stiftung ersetzt ;-) Und ich denke nicht das dies eine
    Gute Sache !
    ist.
    Ich habe das als ein weiteres Beispiel gebracht, weil es zeigt, wie die MPG wissenschaftspolitisch funktioniert. Fallen Sie nicht auf die proffessionellen Werbebroschüren rein. Der eigentliche Grund ist auch in diesem Beispiel niemals Fairness gewesen sondern Geld.

    Einmal mehr sehe ich den Zusammenhang nicht: warum sollte man denn Teile der Belegschaft einer grossen deutschen Automobil-Firma sozialabgabenfrei per Stipendium bezahlen ?
    Eben! Bei der MPG ist das gang und gäbe.


    Beste Grüße,

    Ned Flanders
    Geändert von Ned Flanders (21.08.2019 um 16:47 Uhr)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Ned Flanders Beitrag anzeigen
    Ich habe das als ein weiteres Beispiel gebracht, weil es zeigt, wie die MPG wissenschaftspolitisch funktioniert. Fallen Sie nicht auf die proffessionellen Werbebroschüren rein. Der eigentliche Grund ist auch in diesem Beispiel niemals Fairness gewesen sondern Geld.
    Hallo Ned Flanders,

    ich habe Deine lange und fundierte Antwort gelesen, vielen Dank für Deine grosse Mühe, uns das darzustellen. Ich selber kann zu diesem Thema keinen weiteren Beitrag leisten, ich wäre aber sehr an der Meinung anderer Forenteilnehmer und darauf folgender Erörterungen interessiert.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  8. #8
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    "Was wir sehen ist, dass der Frauenanteil an MINT Instituten im akademischen Bereich sehr niedrig ist. Zu niedrig!"

    Wenn sie niedrig sind dann sind sie eben niedrig, warum muss nun jeder darauf drängen sie mit allen Mitteln zu erhöhen, dafür gibt es nicht den Hauch eines Grundes. Was wenn es halt so ist, dass Frauen einfach weniger an MIT interessiert sind?
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  9. #9
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    Ich finde Quotenregelungen, oder den Ruf danach, völlig sinnfrei. Egal in welchem Berufszweig, sollte immer die- oder derjenige mit der besten Eignung eine freie Stelle besetzen. Wer Quotenregelungen für Frauen fordert, muß auch Quotenregelungen für körperlich Behinderte, gesplittet nach weiblich/männlich, für geistig Behinderte, für alte Menschen, für junge Menschen, für Migranten, für ... fordern. Nur das wäre konsequent und das ist völliger Unsinn. Wenn eine Frau für eine freie Stelle geeigneter ist, als ein Mann, dann wird sie diese besetzen. Alles Andere wäre für das Unternehmen eine nicht akzeptables Vorgehen. Was jedoch bei gleich guter Eignung geschieht, ist sicher von den jeweiligen Personen abhängig. Aber so häufig wird diese Situation nicht vorkommen.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Egal in welchem Berufszweig, sollte immer die- oder derjenige mit der besten Eignung eine freie Stelle besetzen.
    Hallo Protuberanz,

    hehre Worte, aber schon der Umstand, dass Du beim Verb den Konjunktiv verwendest, zeigt, dass dem nicht so ist. Die Stellen werden also auch nach anderen Kriterien besetzt und eine Möglichkeit - keineswegs die einzige, aber immerhin: wenigstens eine Möglichkeit - ist die, eine Quote einzuführen.


    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Wer Quotenregelungen für Frauen fordert, muß auch Quotenregelungen für körperlich Behinderte, gesplittet nach weiblich/männlich, für geistig Behinderte …
    Warum das denn ? Indem Du unmögliche Quoten nennst - letztere ist bei den meisten akademischen Berufen vor allem nur zynisch - weichst Du die Bereichen, in denen eine Gleichstellung möglich wäre, auf.


    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Wenn eine Frau für eine freie Stelle geeigneter ist, als ein Mann, dann wird sie diese besetzen.
    Du weisst sicherlich auch aus eigener Erfahrung, dass das nicht geschieht.


    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Alles Andere wäre für das Unternehmen eine nicht akzeptables Vorgehen.
    Auch so ein nicht-messbares Kriterium, welches somit niemand überprüfen kann. Es mag bessere Möglichkeiten geben, die Gleichberechtigung zu erreichen, aber die Quote ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Zudem kann man die Quote einfach überprüfen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

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