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Thema: Breakthrough Listen: Kein Hinweis auf außerirdische Zivilisationen

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  1. #1

    Standard Breakthrough Listen: Kein Hinweis auf außerirdische Zivilisationen

    Die Breakthrough-Listen-Initiative hat jetzt weitere Ergebnisse ihrer Suche nach Radiosignalen von außerirdischen Zivilisationen vorgestellt: Die detaillierte Analyse der Beobachtung von 1327 nahegelegenen Sternen brachte keinerlei Hinweise auf die Existenz von Außerirdischen. Die gesammelten Daten stehen zudem allen für weitere Untersuchungen zur Verfügung. (20. Juni 2019)

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  2. #2
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    Aus dem Blickwinkel des Grossen Filters ist das eine hervorragende Nachricht!
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    des Grossen Filters
    Hallo Bynaus,

    kannst Du jemandem, der momentan bei irregulären Jupitermonden hängt und dessen Welt üblicherweise jenseits des Kuipergürtels endet, einen Tipp geben ?


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #4
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Hallo Bynaus,

    kannst Du jemandem, der momentan bei irregulären Jupitermonden hängt und dessen Welt üblicherweise jenseits des Kuipergürtels endet, einen Tipp geben ?


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Der "Grosse Filter" ist ursprünglich eine Idee des Ökonomen Robin Hanson, der auf eine Antwort zum Fermi-Paradoxon abzielt: egal, was die Erklärung dafür ist, irgendwo auf dem Weg von den ersten Lebensmolekülen zur interstellaren Zivilisation, die das Universum besiedelt (oder zumindest besucht) muss es einen evolutionären Schritt geben, der so selten erreicht/überwunden wird, dass er die Anzahl sichtbarer Zivilisationen stark limitiert (sie sind so selten, dass wir bisher noch keine finden konnten). Dieser Schritt nennt er den "Grossen Filter". Was dieser Grosse Filter ist, ist zunächst einmal unklar.

    Für uns als planetare Zivilisation, irgendwo auf dem oben genannten Weg, stellt sich die Frage: ist der Filter in unserer Vergangenheit (z.B., Leben entsteht sehr selten, Intelligenz entsteht sehr selten, etc.), d.h., haben wir den Filter bereits überwunden - oder ist er in unserer Zukunft? (z.B., die meisten planetaren Zivilisationen vernichten sich selbst) Ist er in unserer Vergangenheit, ist unsere Zukunft offen. Ist er jedoch in unserer Zukunft, bedeutet es, dass wir nur eine sehr geringe (empirische) Wahrscheinlichkeit haben, noch lange zu überleben und zur interstellaren Zivilisation zu werden.

    Beobachtungen in unserem Universum können (sollten) unsere Erwartung, ob der Filter eher in der Zukunft oder der Vergangenheit zu suchen ist, beeinflussen: würden wir z.B. Hinweise finden, dass es einst sowohl auf Mars und Venus komplexe Lebensformen gab, ja vielleicht auf Europa immer noch gibt (und diese alle unabhängig voneinander entstanden wären), wäre das ein starker Hinweis darauf, dass der Grosse Filter weder bei der Entstehung von Leben, noch bei der Entstehung komplexer Lebensformen anzusiedeln ist. Denn es wäre extrem unwahrscheinlich, dass Leben insgesamt sehr selten entsteht, dies in unserem eigenen System aber gleich vier Mal unabhängig voneinander geschehen ist. Wenn der Filter aber nicht in der Vergangenheit zu suchen ist, dann erhöht das die Chance, dass er in unserer Zukunft liegt - und wir mit hoher Wahrscheinlichkeit relativ "bald" aussterben werden. Aus dieser Sicht wäre die Entdeckung von Leben auf dem Mars oder ähnlich eine deprimierende Entdeckung.

    Wie passt die Meldung oben in diesen Kontext? Gäbe es innerhalb der nächsten 1300 Sterne (nicht einmal ein Millionstel aller Sterne der Galaxis) eine andere, radio-kommunizierende Zivilisation, würde dies nahelegen, dass es vermutlich Millionen von solchen Zivilisationen in der Galaxis gibt - und noch mehr gegeben hat. Dies würde nahelegen, dass Zivilisationen vergleichsweise häufig entstehen - und der Grosse Filter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in unserer Zukunft liegen muss. Denn keine dieser Millionen (Milliarden oder gar Billionen, wenn man die Vergangenheit dazu nimmt!) Zivilisationen hat je die Galaxis besiedelt - ein Schicksal, das damit auch uns bevorstehen dürfte.

    So gesehen ist es gut zu sehen, dass es innerhalb von nur geraden 1300 Sternen keine andere, radio-kommunizierende Zivilisation gibt. Die Chancen auf tiefe Zukunft für die Menschheit - und ihre Chancen, zu einer interstellaren Zivilisation zu werden - sind also intakt.
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  5. #5
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Beobachtungen in unserem Universum können (sollten) unsere Erwartung, ob der Filter eher in der Zukunft oder der Vergangenheit zu suchen ist, beeinflussen: würden wir z.B. Hinweise finden, dass es einst sowohl auf Mars und Venus komplexe Lebensformen gab, ja vielleicht auf Europa immer noch gibt (und diese alle unabhängig voneinander entstanden wären), wäre das ein starker Hinweis darauf, dass der Grosse Filter weder bei der Entstehung von Leben, noch bei der Entstehung komplexer Lebensformen anzusiedeln ist. Denn es wäre extrem unwahrscheinlich, dass Leben insgesamt sehr selten entsteht, dies in unserem eigenen System aber gleich vier Mal unabhängig voneinander geschehen ist.
    Fangen wir bei der Überlegung doch bei der Erde an: Die Erde ist der einzige Planet, von dem wir wissen, dass er gut für Leben geeignet ist. Trotzdem geht alles heutige Leben auf der Erde laut Evolutionstheorie auf nur eine Wurzel zurück. Deutet das nicht darauf hin, dass Leben nur sehr selten entsteht?

    Wahrscheinlicher als dass Leben auf Himmelskörpern mit zweifelhafter Eignung wie Venus, Mars und Europa, ist es doch, dass Leben auf einem Himmelskörper mit guter Eignung wie der Erde vielfach entsteht. Sollte das Leben auf der Erde aber vielfach entstanden sein, warum geht dann alles heutige irdische Leben auf nur eine Wurzel zurück?

  6. #6
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    Hallo Aries,

    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Fangen wir bei der Überlegung doch bei der Erde an: Die Erde ist der einzige Planet, von dem wir wissen, dass er gut für Leben geeignet ist. Trotzdem geht alles heutige Leben auf der Erde laut Evolutionstheorie auf nur eine Wurzel zurück. Deutet das nicht darauf hin, dass Leben nur sehr selten entsteht?
    nicht zwingend. Wenn es stimmt, daß erste Einzeller bereits 800 oder sogar nur 600 Millionen Jahre nach der Erdentstehung auftauchen, dann könnte das ein ebenso guter Hinweis darauf sein, daß die Entstehung von Leben zumindest wahrscheinlicher ist, als die Entstehung von Mehrzellern. Daß wir unsere Erde als gut geeignet für Leben erleben, hat weniger damit zu tun, daß sie es allgemeingültig ist, sonder zu einem erheblichen Teil damit, daß wir die Nachfahren derjenigen sind, die ihre lebensfeindlichen 'Attacken' und Eigenschaften überlebt haben und uns mit ihnen arrangieren konnten.



    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlicher als dass Leben auf Himmelskörpern mit zweifelhafter Eignung wie Venus, Mars und Europa, ist es doch, dass Leben auf einem Himmelskörper mit guter Eignung wie der Erde vielfach entsteht.
    Die Bedingungen für Leben waren weder auf der Venus, dem Mars und auch nicht auf der Erde über die gesamte Existenzzeit immer gleich.


    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Sollte das Leben auf der Erde aber vielfach entstanden sein, warum geht dann alles heutige irdische Leben auf nur eine Wurzel zurück?
    z.B. langsamere Vermehrung, z.B. schlechtere Futterverwertung. Das Leben wie wir es kennen war immer einem logistischen Wachstum ausgeliefert. Da gewinnt immer der, der sich schneller vermehrt, der das Futterangebot besser verwertet und der sich verändernden Umweltbedingungen besser anpasst.

    Es könnte daher durchaus mehrere konkurrierende Ansätze für Leben gegeben haben, nur daß wir die heute nicht mehr finden können.


    Herzliche Grüße

    MAC

  7. #7
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    hier ein einfaches Youtube Video

    Kurzgesagt: der große Filter
    101010

  8. #8
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    Wobei man dazu sagen muss, dass das Zeitfenster, in der sich eine radio-kommunizierende Zivilisation entdecken lässt, sehr klein ist. Es also durchaus sein kann, dass sich innerhalb dieser rund 1300 Sterne die ein oder andere hochintelligente Lebensform "versteckt" und wir diese einfach nicht (mehr) sehen können.

  9. #9
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    Wobei man dazu sagen muss, dass das Zeitfenster, in der sich eine radio-kommunizierende Zivilisation entdecken lässt, sehr klein ist.
    Bei solchen Suchen geht es nicht darum, quasi das "Abfallrauschen" zu entdecken (TV, Radio etc.), sondern um Signale, die mit der Absicht, entdeckt zu werden gesendet wurden. Das Zeitfenster für solche Signale kann im Prinzip so lange offen sein, wie die Zivilisation existiert (und/oder an Kontakt zu anderen interessiert ist).

    Natürlich ist es aber denkbar, dass einer der 1300 Sterne von einem "Ruinenplaneten" umkreist wird. Das wäre in Sachen Grosser Filter aber eine sehr schlechte Nachricht...
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  10. #10
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es aber denkbar, dass einer der 1300 Sterne von einem "Ruinenplaneten" umkreist wird. Das wäre in Sachen Grosser Filter aber eine sehr schlechte Nachricht...
    Halo Bynaus,

    warum ?


    Ebenso wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht macht ein "Ruinenplanet" eine schlechte Nachricht. Auch denkbar, dass wir einfach nur früh dran sind und die Evolution auf den anderen Planeten-Kandidaten erst später eingesetzt hat, weil z.B. die Kombination Mond/Gezeiten, Jupiter/Kometenfänger u.v.a. weniger günstig war und deswegen "normale" Evolutionszeiten für eine planetare Zivilisation i.A. länger dauern.


    Freundliche Grüsse, Ralf

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