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Thema: Planet in gebundener Rotation: "Dämmerungszone" habitabel ?

  1. #1
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    Standard Planet in gebundener Rotation: "Dämmerungszone" habitabel ?

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    Hallo zusammen,

    im Forum "Abenteuer Universum" wurde die Frage über einen Planeten in gebundener Rotation aufgeworfen, mit der Idee, dass in der Dämmerungszone zwischen der heissen Tagseite und der kalten Nachtseite möglicherweise ein habitabler Bereich vorhanden sein könnte.

    Ich denke, hier gibt es einige Spezialisten, die sich mit dieser Thematik auskennen; dann könnte man das Thema im Abenteuer Universum eher high-level und allgemeinverständlich und hier eher aus naturwissenschaftlicher Sicht erörtern.

    Was meint Ihr ?


    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #2
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    In erster Näherung hat die Venus auch eine gebundene Rotation. Allerdings ist ihre Dämmerungszone genau gleich heiss wie der Rest des Planeten. Die Atmosphäre mit ihrer Superrotation (in 4 Erdtagen einmal um den Planeten) dominiert das lokale Klima. Nun könnte man argumentieren, auf einem Planeten mit einer dünneren Atmosphäre wäre das weniger ein Problem. Aber wenn der Planet neben der dünneren Atmosphäre auch noch eine gebundene Rotation hat, dann kann die Atmosphäre auf der Rückseite ausfrieren. Zudem wäre die Rotation so langsam, dass das planetare Magnetfeld die dünne Atmosphäre kaum vor Erosion durch den Sonnenwind schützen könnte. Insgesamt gesehen scheint diese Dämmerungszone als nicht besonders attraktiv. Selbst wenn sich eine Parameterkombination finden liesse, die diese Zone langfristig stabil macht (was ich ohne Modellierungen nicht ausschliessen kann), dann wäre die Chance, dass genau diese Kombination eintritt, wohl doch recht klein...
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Selbst wenn sich eine Parameterkombination finden liesse, die diese Zone langfristig stabil macht (was ich ohne Modellierungen nicht ausschliessen kann), dann wäre die Chance, dass genau diese Kombination eintritt, wohl doch recht klein...
    Und es wäre bestenfalls eine "Über"lebenszone.
    Es müssten ja erst mal die Bedingungen zur Entstehung des Lebens genau in diesem kleinen Bereich erfüllt sein. Und es dürften über sehr lange Zeit keinerlei Schwankungen auftreten.

  4. #4
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    Hallo Ralf,

    ich habe einen größeren Beitrag in Arbeit, der Marcs Fragen beantworten könnte. Er ist aber nach sehr langer Recherche und langen Überlegungen sehr lang geworden, hat dafür aber auch sehr lange gedauert. Ich muss noch mal drüber, um die Qualität zu prüfen.

    Ich habe versucht mich im Forum Anzumelden, bin aber im Moment noch auf inaktiv gesetzt.

    Grüße UMa
    Geändert von UMa (05.07.2019 um 12:22 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    ich habe einen größeren Beitrag in Arbeit, der Marcs Fragen beantworten könnte. Er ist aber nach sehr langer Recherche und langen Überlegungen sehr lang geworden, hat dafür aber auch sehr lange gedauert. Ich muss noch mal drüber, um die Qualität zu prüfen.
    Hallo UMa,

    da freue ich mich schon drauf

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Ich habe versucht mich im Forum Anzumelden, bin aber im Moment noch auf inaktiv gesetzt.
    Ich habe mal den Webmaster angefragt.

    Ich selber bin allerdings ab Montag Abend 2 Wochen lang in Ferien - vermutlich die ganze Zeit offline, aber dafür mit meinem 10x50-Feldstecher.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  6. #6
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    Hallo Marc!

    Im Forum von Abenteuer Universum hast Du die Frage gestellt, wie ein bewohnter, gebunden rotierender Planet beschaffen sein könnte:
    https://abenteuer-universum.de/bb/vi...hp?f=36&t=4169
    Buch-Recherche: Bewohnbarer Planet mit "ewiger Dämmerung"

    Ralf hat mich auf Deine Frage, hier im Astronews-Forum aufmerksam gemacht.

    Leider kann ich noch nicht im Forum von Abenteuer Universum schreiben. Deswegen schreibe ich Dir hier. Vielleicht kann Dich Ralf, oder jemand anderes in seiner Vertretung, im Forum von Abenteuer Universum auch meinen Artikel aufmerksam machen.

    Er ist etwas länger geworden und ich habe versucht, die neusten Erkenntnisse der letzten Jahre mit einfließen zu lassen. Auch habe ich darauf geachtet, dass die Verhältnisse auf dem Planeten nicht nur mit den Erkenntnissen der Wissenschaft, sondern auch gut geeignet sind, als Hintergrund für einen Roman zu dienen.

    Alderamin hat mir freundlicherweise die Möglichkeit eingeräumt, meinen Artikel auf scienceblogs auf seinem Blog Alpha Cephei als Gastartikel einzustellen. Hier ist dieser Artikel:
    http://scienceblogs.de/alpha-cephei/...ind-habitabel/

    Marc, ich hoffe, ich habe Dir mir dieser Beschreibung weiterhelfen können.

    Viel Erfolg beim Schreiben Deines Romans!

    Grüße UMa

    Edit: Ist jemand hier außer Ralf auch beim Abenteuer-Universum aktiv und kann Marc dort über diesen Post oder meinen Gastartikel bei Alpha Cephei informieren? Vielen Dank.
    Ich habe mich zwar bei Abenteuer-Universum angemeldet, bin aber immer noch auf inaktive gesetzt.
    Geändert von UMa (09.07.2019 um 08:29 Uhr)

  7. #7
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    Dein Szenario liest sich insgesamt plausibel wenn man es als eine Momentaufnahme nimmt, aber langfristig dürften die habitablen Bedingungen nicht anhalten. Auf der Rückseite könnten die Temperaturen bereits im geschilderten Zustand tief genug sein, um die Atmosphäre ausfrieren zu lassen (je nach Zusammensetzung). Wenn nicht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie durch die Sonnenwinderosion (fehlendes Magnetfeld) dafür dünn genug geworden ist. Danach kollabiert sie und die Oberfläche auf der Tagseite wird eine mondähnliche Qualität annehmen. Auf der Rückseite müsste man dann am ehesten an Ganymed oder so denken.
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  8. #8
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    Hallo Bynaus,

    so kalt, dass die Atmosphäre ausfriert, muss es nicht werden, wenn genügend Wärme auf die Rückseite transportiert wird.
    Andererseits gibt es ja die Bedenken, dass es ja gar nicht so kalt wird, dass das Wasser gefriert.

    Ich denke, zu diesem Zeitpunkt, sind noch viele Atmosphären und Klimate denkbar, die Forschung hat erst vor kurzen zu diesem Thema fahrt aufgenommen.

    Grüße UMa

    PS: kann jemand Marc Bescheid sagen?

  9. #9
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    so kalt, dass die Atmosphäre ausfriert, muss es nicht werden, wenn genügend Wärme auf die Rückseite transportiert wird.
    Ja, aber das ist eine Funktion der Dichte der Atmosphäre - wenn die Atmosphäre ins All verloren geht, wird sie dünner, transportiert weniger Wärme, und dann kommt irgendwann der Punkt, wo sie beginnt, auf der Rückseite auszufrieren. In den Polkratern des Mondes etwa hat man Temperaturen um -200°C - kalt genug, um Stickstoff auszufrieren.

    Je dichter die Atmosphäre, desto weniger wahrscheinlich wird es, dass sich auf der Rückseite eine Eiskappe bildet. Aber so dicht will man die Atmosphäre auf einem "bewohnbaren" Planeten gar nicht haben.

    In diesem doch schon älteren Paper wird ein Druck von 30 mb für Atmosphärenkollaps angegeben (für H2O/CO2; weniger für eine Stickstoff-Atmosphäre). Es braucht über ein bar CO2 um das Wasser auf der Rückseite flüssig zu halten. http://adsabs.harvard.edu/abs/1997Icar..129..450J
    Geändert von Bynaus (09.07.2019 um 23:13 Uhr)
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  10. #10
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