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Thema: Starlink: IAU besorgt über Satelliten-Konstellationen

  1. #11
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Eine ähnliche Diskussion gibt es im Zusammenhang mit dem dunklen Nachthimmel - der ist in Städten schon seit dem 20. Jahrhundert völlig verschwunden. Zu sehen ist da bloss noch eine blass orange-graue Kuppel mit ein paar Sternen dazwischen, wenn man genau schaut... Und? Hat das unsere menschliche Existenz von Grund auf verändert? Wohl kaum. Diese Gleichgültigkeit der überwiegenden Mehrheit der Menschheit mag für einen Liebhaber des Nachthimmels tragisch sein, aber die anderen Bedürfnisse (z.B. beleuchtete Strassen, Gebäude etc.) jener Mehrheit gehen offenbar vor. Das ist eine Güterabwägung, bei der die Liebhaber bzw. die Astronomen in aller Regel den kürzeren ziehen (Ausnahmen gibt es nur dort, wo in abgelegenen Gebieten grosse Teleskope gebaut werden und der lokal dunkle Nachthimmel so gesetzlich durchgesetzt werden kann).

    Was nun mit diesen Satellitenkonstellationen geschieht, ist genau das gleiche - bloss auf einem höheren, globalen Niveau. Wir leben nun mal in einer "Stadt" (vorerst noch der einzigen...) der menschlichen Zivilisation - dem Planeten Erde. Das bringt viele Vorteile, aber eben auch ein paar Nachteile mit sich. Und dazu gehört, dass wir von Nebenwirkungen der städtischen Zivilisation - nun eben neu auch Satellitenkonstellationen - umgeben sind.
    Hallo Bynaus,

    das ist zwar richtig, was Du schreibst, aber die Menschen hatten damals auch nicht die Möglichkeit, sich zur Wehr zu setzen. Demokratien, die diesen Namen verdienen, waren damals in den meisten Ländern noch nicht etabliert und mit dem Schutz von Minderheiten war es damals auch noch nicht weit her.


    Das ist heutzutage doch anders: wir leben in einer Demokratie und wir leben auch in einem Rechtsstaat. Mir ist bewusst, dass diese beiden Werte nicht umsonst zu haben sind, sondern einen Preis haben, so dass es passieren kann, dass die Inhaber der Macht - das ist bitte neutral zu verstehen, da Macht zunächst einmal nichts Schlechtes ist - nicht mehr so einfach wie früher vollendete Tatsachen schaffen können, sondern mit Widerspruch rechnen müssen.

    Der Preis ist, dass sich manche Vorhaben dann möglicherweise in der Umsetzung verzögern oder wenn Einzelinteressen auf unzulässige Weise beeinträchtigt werden auch ganz untersagt werden können. So wie früher es einfach hinnehmen, so wie es sehr zutreffend schon in der Bibel bei Nabots Weinberg (1 Könige 21) beschrieben wird, muss man es heutzutage also nicht.



    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #12
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    Nun: eine Abstimmung darüber, ob man alle Nachtlichtquellen abschalten soll, um den dunklen Nachthimmel zurück zu bekommen, dürften die Astronomen haushoch verlieren. Ganz ähnlich wäre es wohl bei Starlink gelagert, wenn die Vorteile erst einmal materialisiert wurden. Insofern erwarte ich da keine Probleme. SpaceX und die amerikanische National Science Foundation haben ja bereits angekündigt, dass sie zusammenarbeiten werden, um die Nachteile von Starlink für die Wissenschaft (v.a. im Radiobereich) zu minimieren.
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  3. #13
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nun: eine Abstimmung darüber, ob man alle Nachtlichtquellen abschalten soll, um den dunklen Nachthimmel zurück zu bekommen, dürften die Astronomen haushoch verlieren. Ganz ähnlich wäre es wohl bei Starlink gelagert, wenn die Vorteile erst einmal materialisiert wurden.
    Hallo Bynaus,

    es ist in einer Demokratie nicht üblich, die Wahlergebnisse schon vor der Wahl zu kennen. Denn wenn dem so wäre, könnte man die Wahlen von vornherein weglassen, das würde auch helfen, zahlreiche bürokratische Kosten zu sparen.

    Was ich hier kritisiere ist der Umstand, dass die Betroffenen gar keine Möglichkeiten haben, sich zur Wehr zu setzen.

    Wobei mein Hauptkritikpunkt nicht der astronomische ist, sondern derjenige, bei dem die Privatsphäre verletzt werden kann. Und ja: tatsächlich ist es nicht gerechtfertigt, wegen der Erforschung letztlich unwichtiger ferner Radiogalaxien den Bewohnern strukturarmer Gebiete eine Bildung mit Hilefe eines leistungsstarken Internets vorzuenthalten, da wäre ich, falls Du so argumentieren möchtest, durchaus bei Dir.

    Schon anders sieht es aus, wenn man mit Hilfe solcher leistungsstarker Systeme die Gesetze zum Schutz der Privatsphäre des Einzelnen aushebeln kann, was in diesem Thread aber offtopic ist.


    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Insofern erwarte ich da keine Probleme. SpaceX und die amerikanische National Science Foundation haben ja bereits angekündigt, dass sie zusammenarbeiten werden, um die Nachteile von Starlink für die Wissenschaft (v.a. im Radiobereich) zu minimieren.
    Ob es Problem gibt ist eigentlich sekundär, da ich die astronomische Forschung nicht als hoch-prioritär einstufen würde.

    Mal eine "ketzerische" Frage, in der ich neutral sein kann, weil ich diese Sorge überhaupt nicht teile: wie würdest Du reagieren, wenn sich herausstellen würde, dass die Starlink-Satelliten die frühzeitige Erkennung erdnaher Planetoiden oder Kometen auf Kollisionskurs zur Erde behindern würde ?


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #14
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    Wobei mein Hauptkritikpunkt nicht der astronomische ist, sondern derjenige, bei dem die Privatsphäre verletzt werden kann.
    Klär mich bitte auf: Inwiefern verletzt Starlink deine Privatsphäre!?

    Mal eine "ketzerische" Frage, in der ich neutral sein kann, weil ich diese Sorge überhaupt nicht teile: wie würdest Du reagieren, wenn sich herausstellen würde, dass die Starlink-Satelliten die frühzeitige Erkennung erdnaher Planetoiden oder Kometen auf Kollisionskurs zur Erde behindern würde ?
    Die Bahn der Starlink-Satelliten ist ja gut bekannt. Letztlich ist das - wenn das von dir angesprochene mögliche Problem real ist - nur eine Frage der Koordination, die nach einer gewissen Zeit sicher erreicht werden wird. Und natürlich bieten Satelliten-Netzwerke auch in diesem Bereich Möglichkeiten, die jene irdischer Teleskope übertreffen.
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  5. #15
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Klär mich bitte auf: Inwiefern verletzt Starlink deine Privatsphäre!?
    Hallo Bynaus,

    das würde ich gerne äusserst gerne wissen ehe die >11000 Satelliten im All sind und ich vor vollendeten Tatsachen stehe und damit abgespeist werde, dass diese Technologie heutzutage eben "Standard" sei. Eine Technologie, die imstande ist, strukturschwache Gebiete mit einem leistungsstarken Internet zu versorgen.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  6. #16
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    Das beantwortet nicht meine Frage. Genauso könntest du befürchten, Starlink könnte deine Vorliebe für Erdbeereis verändern. Das würdest du bestimmt auch vorher wissen wollen.
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  7. #17
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das beantwortet nicht meine Frage. Genauso könntest du befürchten, Starlink könnte deine Vorliebe für Erdbeereis verändern. Das würdest du bestimmt auch vorher wissen wollen.
    Hallo Bynaus,

    nein, da ich keine Vorliebe für Erdbeereis hege.

    Nehmen wir ein Beispiel, bei dem ich ebenfalls auf dem falschen Fuss erwischt wurde: Handy !

    Während Jahren wusste ich nicht, dass man damit herausfinden kann, wo ich mich gerade befinde. Erneut kannst Du mir vorwerfen, die Zeitungen nicht gut genug zu lesen, aber wenn ich alles lesen würde, was in den Zeitungen steht, würden erneut die 24 Stunden pro Tag nicht ausreichen. Natürlich hat die Handy-Ortung auch gute Seiten, beispielsweise bei Unfällen, als deren Folge der Verunfallte nicht in der Lage ist, Hilfe zu rufen.

    Aber vielleicht möchte ich nicht - und ich denke, ich habe ein Recht dazu -, dass man jederzeit meinen Standort ermitteln kann, oder - eher in meinem Fall zutreffend - möchte ich, dass nur ein kleiner Kreis ausgewählter Personen in meinem Familienumfeld diese Information erhält, aber nicht jedermann.

    Was ich sagen will: schon ein kleines unscheinbares Handy kann solche unerwünschten Funktionen beinhalten, von denen ich als Kunde keinerlei Kenntnis habe. Und nein - da ich kein Handy-Freak bin bin ich über die neusten technischen Errungenschaften auch nicht immer im Bilde.

    Und woher weiss ich, dass Satelliten - wenn es nur einer oder zwei wären würde ich ja gar nichts sagen, aber nein - es sind tausende, die ein leistungsstarkes Internet weltweit propagieren (sicherlich gibt es hierfür einen besseren Fachausdruck), nicht vergleichbare Einschränkungen meiner Privatsphäre bewirken ? Mein Handy kann ich notfalls ausschalten oder sollte das nicht genügen, mich orten zu können, eben auch zu Hause unter dem Kopfkissen deponieren, aber bei den Starlink-Satelliten geht das nicht so ohne weiteres.

    Vielleicht erachte ich diese Einschränkung der Privatsphäre auch als sinnvoll und nutze sie gerne - gut möglich, aber eben: ich möchte entscheiden, wieviel meiner Privatsphäre ich preisgebe und wem ich das preisgebe.


    Freundliche Grüsse, Ralf


    P.S. Meine bevorzugte Eissorte ist Bananeneis
    Geändert von ralfkannenberg (07.06.2019 um 17:04 Uhr)

  8. #18
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    Ey Ralf,

    das Handy wird doch gar nicht geortet, sondern die Funkzelle, in der es ist, sonst könntest du gar nicht telefonieren.
    Es gibt da noch eine Zusatzfunktion vom Anbieter dafür, die du aktivieren mußt, dann können auch "deine Bekannten" suchen.
    Ansonsten darf noch nicht mal die Polizei für "einen Bekannten" orten, wenn nicht ein Vorgesetzter wegen "Gründen" zustimmt.

    Grüße Dip

  9. #19
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    Zitat Zitat von Herr Senf Beitrag anzeigen
    Ansonsten darf noch nicht mal die Polizei für "einen Bekannten" orten, wenn nicht ein Vorgesetzter wegen "Gründen" zustimmt.
    Hallo Herr Senf,

    mag sein, dass das in Deutschland so ist, aber nicht in einem Land wie die Schweiz, in der der Datenschutz diese Bezeichnung nicht verdient. Und dass es diese Ortungs-Möglichkeit gibt weiss ich auch nur, weil ich das immer wieder einmal in der Presse gelesen habe, und das war nicht jedesmal als Folge eines Unfalls.

    Nehmen wir ein anderes Beispiel: mit meinem Trauzeugen (damals war ich noch nicht verheiratet) war ich in Italien in den Ferien als ich eine SMS bekam: irgendeine pornographische Werbung. An sich komisch, weil ich mein Handy nicht für "Sonderdienste" nutze, aber Ihr wisst es ja inzwischen - ich kenne mich bei Handies nicht gut aus. Gut dachte ich mir, irgendetwas falsch gemacht, auch wenn ich keine Ahnung hatte, was. Dann kam noch eine SMS rein, dass mir für den Empfang der SMS 1 Franken verbucht wurde, weil ich im Ausland war.

    Wenige Augenblicke später kam fluchend mein Trauzeuge aus der Küche - er hatte gerade eine SMS mit pornographischer Werbung erhalten und ihm wurde 1 Franken für den Empfang dieser SMS verbucht ...

    Und nein: dass wir beide völlig unabhängig voneinander da etwas falsch gemacht haben, das können die Anbieter bitte jemandem anderen erzählen.

    Der Schaden war klein - je 1 Franken, aber ich denke, ich habe auch ein Recht darauf, erstens nicht mit pornographischer Werbung behelligt zu werden und zweitens auch nicht noch dafür einen Franken bezahlen zu müssen. Bei meinem Trauzeugen weiss ich es nicht, aber ich gehe extrem restriktiv damit um, wer überhaupt Kenntnis meiner Handy-Nummer hat !


    Freundliche Grüsse, Ralf

  10. #20
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    Hallo Ralf,
    Herr Senf hat's schon angedeutet. Es ist nicht ganz einfach ein Smartphone exakt zu orten. Ohne zusätzliche Hilfsmittel zu nutzen hat Dein Provider erst mal nur die Möglichkeit, festzustellen, in welchem Bereich Dein Smartphone aktuell gerade angemeldet ist. Das ist relativ ungenau und letztendlich auch erst mal nur für Deinen Provider einsehbar. Mit zusätzlichen Hilfsmitteln und bei Nutzung von Telefon- oder Datenservices gibt es jedoch einige Möglichkeiten, die Genauigkeit auf unter 100 Meter zu verbessern. Ist aber ziemlich aufwändig und die Signallaufzeiten von verschiedenen Antennen zu Deinem Smartphone müssen ständig gemessen werden, zumindest wenn Du Dich bewegst. Noch genauer wird es nur noch, wenn Dein Smartphone aktiv seine GPS-Position übermittelt. Aber das dürfte wohl nur dann der Fall sein, wenn Du Dir eine entsprechende Software installiert hast. Das dies der Hersteller oder Dein Provider bereits vorab erledigt haben, ist eher unwahrscheinlich, denn das würde sicher bald bekannt werden.
    Das Dein Freund und Du nach der Grenzüberschreitung mit kostenpflichtigen SMS genervt wurden hat nichts mit der eigentlichen Ortung Eurer Smartphones zu tun. Da hat sich wohl der italienische Provider, bei dem sich Eure Geräte dort eingebucht haben, wohl ein paar Cent zusätzlich verdienen wollen, indem er Eure eigebuchten Nummern an einen dubiosen Service weiter vermittelt hat. Vielleicht erfolgte auch keine aktive Weitergabe, sondern die DB des Providers wurde gehackt und die Nummern auf diese Art übertragen.

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