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Thema: Mond: Sorgte Mondentstehung für Wasser auf der Erde?

  1. #1

    Standard Mond: Sorgte Mondentstehung für Wasser auf der Erde?

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    Unsere Erde ist im Sonnensystem einzigartig: Sie verfügt über einen relativ großen Mond und beträchtliche Mengen an Wasser und ist damit der einzige uns bekannte Planet, der gegenwärtig Leben ermöglicht. Planetologen aus Münster präsentieren nun eine spannende Theorie: Das lebenswichtige Wasser könnte durch die Entstehung des Mondes auf die Erde gelangt sein. (21. Mai 2019)

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  2. #2
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    1. Eine Frage, warum hat der Mond kein / so wenig Wasser?
    Ist das dort durch die Hitze des Einschlages gleich verdampft, auf der Erde nicht?

    2. Die Zusammenstoßtheorien haben Konjunktur https://scienmag.com/giant-impact-ca...s-hemispheres/
    Ein (zweiter) Ceres-großer Impakt soll die beiden Mondhälften geformt haben, der hat sich doch damals noch "gedreht".
    Warum zeigt er uns gerade heute die kraterarme Seite? Die soll dabei aufgeschmolzen sein, alles wurde auf die Rückseite zerstreut.

    Grüße Dip

  3. #3
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    Standard

    Antwort zu 1)
    Ich vermute, die Schwerkraft des Mondes ist zu gering, um Wasser oder Luft zu halten. Die ist bereits beim Mars zu gering, um dauerhaft Luft, Wasser, ... zu halten.

    Zur 2.Frage hätte ich keine Antwort, denn da kenne ich zu wenige Fakten und somit ist das für mich nur Spekulation.

    Gruß, Astrofreund

  4. #4
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    Mir erscheint die These mit dem Wasser von Thea glaubwürdig.

    Ich verstehe das Sonnensystem vor 4,4Mrd. Jahren auch als sehr chaotisch mit vielen orbitalen Wanderungen aller kleinen Planeten (auch der Erde) und dann auch vielen Zusammenstössen vieler Objekte.
    Im Grunde war die Erde damals noch nicht die Erde sondern die Protoerde - zumindest verstehe ich das so.
    Dass unser "irdisches" Wasser überwiegend aus dem äusseren Sonnensystem gekommen sein muss war schon lange bekannt und erscheint mir logisch.

    Leider geht der Artikel nicht darauf ein, warum gerade Thea das Wasser gebracht haben soll statt viele Kometen.

  5. #5
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    Hallo Arken,
    das "statt" in deinem letzten Satz ist kein Widerspruch. Die marsgroße Theia dürfte erheblich mehr Materie als Tausende Kometen haben. Letztere haben, wenn sich diese Theorie bewahrheitet einfach auch Wasser, aber eben viel weniger Wasser als Theia beigesteuert haben.
    Als engagierter und faszinierter Laie freue ich mich über Hinweise, die meinen Horizont erweitern.

  6. #6
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    Zitat Zitat von SFF-TWRiker Beitrag anzeigen
    Die marsgroße Theia dürfte erheblich mehr Materie als Tausende Kometen haben. Letztere haben, wenn sich diese Theorie bewahrheitet einfach auch Wasser, aber eben viel weniger Wasser als Theia beigesteuert haben.
    Hallo zusammen,

    ich würde hier als Laie vorsichtig sein. Zwar habe ich in letzter Zeit zahlreiche Publikationen zum Thema Mondentstehungen - vornehmlich beim Jupiter - gelesen, aber statt erhöhtem Wissen hat das eher zu erhöhter Demut vor all den Untersuchungen und Modellen geführt.


    Nehmen wir ein einfaches Beispiel, was jeder kennt und sogar in der deutschsprachigen Wikipedia genannt ist: der Jupitermond Europa. Das ist doch der Eismond schlechthin.


    Nur: Die Europa hat zwar vermutlich diesen Ozean und verfügt über grosse Eismengen, aber sie ist gar kein Eismond. Das sieht man schon daran, dass ihre Dichte 3 g/cm^3 ist (in SI-Einheiten 3000 kg/m^3) und sie sich ebenso wie der Jupitermond Io (Dichte 3.5 g/cm^3 (in SI-Einheiten 3500 kg/m^3) ) "diesseits" der Eisgrenze gebildet hat. Die beiden Jupitermonde Ganymed und Kallisto, ja - obgleich sie unserem Erdmond so ähnlich sehen sind sie Eismonde.

    Im Übrigen vermutet man, dass sich auf der Europa doppelt so viel Wasser wie auf der Erde befindet.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  7. #7
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Nur: Die Europa hat zwar vermutlich diesen Ozean und verfügt über grosse Eismengen, aber sie ist gar kein Eismond.
    Laut WP-Artikel Eismond ist Europa neben Ganymed und Kallisto ein Eismond (?)
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  8. #8
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Laut WP-Artikel Eismond ist Europa neben Ganymed und Kallisto ein Eismond (?)
    Contra (auch Wikipedia )

    Europa gilt zwar als Paradebeispiel für einen Eismond, aber der Anteil des Eises am Gesamtvolumen dieses Jupitermondes ist relativ gering und sein Aufbau entspricht eher dem der terrestrischen (erdähnlichen) Planeten: Im Zentrum befindet sich ein wahrscheinlich flüssiger Eisen- oder Eisen-Eisensulfid-Kern. Dieser ist von einem Mantel aus Silikatgesteinen umgeben, der den überwiegenden Teil des Volumens des Satelliten ausmacht.
    Wikipedia-Referenz: Europa's Differentiated Internal Structure: Inferences from Four Galileo Encounters (J. D. Anderson, G. Schubert, R. A. Jacobson, E. L. Lau, W. B. Moore, W. L. Sjogren)


    Ich persönlich bevorzuge allerdings diese Referenz, auch wenn sie sehr umfangreich ist: Origin of Europa and the Galilean Satellites (Robin M. Canup, William R. Ward)

    2.3 Compositional gradient
    The decrease in mean satellite density with increasing distance from Jupiter (Table 1) is associated with a progressive increase in satellite ice mass fraction. Innermost Io is presently anhydrous, and its 3.53 g/cm^3 density suggests an interior composed of rock and metal. Europa, with a density of 2.99 g/cm^3, is thought to contain about 8% ice and water by mass, with the remainder rock (e.g., Schubert et al., 2004). Outer Ganymede and Callisto have similar densities (1.94 and 1.83 g/cm^3, respectively), implying mixed ice/rock compositions and rock mass fractions ~ 0.55 for Ganymede and ~ 0.44 for Callisto (McKinnon, 1997). The compositional gradient seen in the Galilean satellites has traditionally been viewed as evidence that the satellites formed in a disk whose temperature decreased with orbital distance from the planet, with the ice-rich compositions of Ganymede and Callisto implying that the stability line for ice during the bulk of Galilean satellite growth was near the distance at which Ganymede formed (e.g., Lunine and Stevenson, 1982). This distance could be somewhat exterior to Ganymede’s current orbital radius due to inward satellite migration (see § 4.3.4). Europa’s small ice content would then imply that the ice stability line moved closer to Jupiter during the final stages of satellite growth, allowing limited ice accretion onto this satellite.

    Freundliche Grüsse, Ralf

  9. #9
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    Wie gelangt ein so großes Teil wie Theia, mit so geringer Geschwindigkeit ins innere Sonnensystem, damit die Protoerde bei der dann stattgefundenen Kollision nicht vollständig zerstört wird? Eine herkömmliche Kometenbahn kommt da wohl eher nicht in Frage. Bei einer gemächlichen Spirale hätten sicher Saturn oder Jupiter auch noch ein Wörtchen mitzureden gehabt und einer der Beiden hätte wahrscheinlich durchaus auch Gefallen an Theia gefunden und für sich behalten.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Wie gelangt ein so großes Teil wie Theia, mit so geringer Geschwindigkeit ins innere Sonnensystem, damit die Protoerde bei der dann stattgefundenen Kollision nicht vollständig zerstört wird?
    Hallo Protuberanz,

    ich hatte eher gedacht, dass Theia dort entstanden ist und als Proto-Planet ebenso wie die Proto-Erde auf einer ähnlichen Umlaufbahn war, vielleicht sogar in einem Lagrangepunkt stabilisiert.


    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Eine herkömmliche Kometenbahn kommt da wohl eher nicht in Frage.
    Das stimmt, da Kometen typischerweise viel höhere Aphelia haben als ~1 AU.


    Zitat Zitat von Protuberanz Beitrag anzeigen
    Bei einer gemächlichen Spirale hätten sicher Saturn oder Jupiter auch noch ein Wörtchen mitzureden gehabt und einer der Beiden hätte wahrscheinlich durchaus auch Gefallen an Theia gefunden und für sich behalten.
    Hier muss man etwas aufpassen: zum einen ist nicht ausgeschlossen, dass die beiden ein Wörtchen mitgeredet haben und den "Kometen" so abgelenkt haben, dass er Kurs auf die Erde genommen hat, und in der Frühzeit des sonnensystems gab es da auch deutlich höhere Treffer-Wahrscheinlichkeiten als heutzutage, wie man aus der Verteilung der Bahnen irregulärer Monde um die grossen Planeten und ihrer Grüppchenbildung zu schliessen versucht.

    Zum anderen kann man aus einer Einmal-Passage nicht sehr viel schliessen, denn mit eher grosser Wahrscheinlichkeit ist so ein "Komet" gerade dann vorbei geflogen, als die beiden Planeten nicht zufällig in der Nähe seiner Flugbahn waren. Bei den Zentauren ist das anders, da die oft an den Planeten vorbeifliegen, so dass es auch immer wieder zu näheren begegnungen kommt, bei denen deren Bahnen abgelenkt werden. Allerdings in eher seltenen Fällen ins innere des Sonnensystems. In zahlreichen Fallen werden sie zu SDO's (Scattered Disk Objects), verlassen also den Zentauren-Bereich nach aussen, oder schliessen sich den JFC's an, das sind die Jupiter Family Comets. Details hierzu hier und hier.


    Freundliche Grüsse, Ralf

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