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Thema: Chandra und XMM: Wird die Dunkle Energie stärker?

  1. #1

    Standard Chandra und XMM: Wird die Dunkle Energie stärker?

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    Die Dunkle Energie sorgt dafür, dass sich unser Universum beschleunigt ausdehnt. Sie wurde erst vor rund 20 Jahren durch die Beobachtung entfernter Supernova-Explosionen entdeckt. Bislang hielt man die Dunkle Energie für konstant, jetzt deuten neue Beobachtungen darauf hin, dass sie mit der Zeit stärker wird. Für das Verständnis der Entwicklung des Universums könnte dies fundamental sein. (31. Januar 2019)

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  2. #2
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    Das könnte auch zur Lösung einer Frage beitragen, die in letzter Zeit bei der Beobahtung der entferntesteten und ältesten Galaxien und Quasare aufkahm:
    Wie konnten diese im so jungem Universum bereits so weit entwickelt sein ?
    Wenn also die Dunkle Energie und die Hubble-Konstante zu diesem Zeitpunkt kleiner waren, deutet das darauf hin, dass zu diesem Zeitpunkt das Universum doch schon älter war und damit genügend Zeit für die Entwicklung der Strukturen gegeben war, ohne größere zusätzliche Entwiclungsbedingungen zu benötigen.

  3. #3
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    Ich frage mich auch, inwieweit diese neuen Ergebnisse mit der entropischen Gravitation verträglich sind.
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  4. #4
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    Was soll das eigentlich bedeuten? Dass es in der Astrophysik ein °Perpetuum Mobile" gibt? Dass neue Energie aus dem 'Nichts' kommt? Wo soll denn diese Zunahme der dunklen Energie herkommen? Gilt in der Astrophysik der Satz von der Erhaltung der Energie nicht mehr?

    Gruss, Delta3
    Es ist besser, Intelligenz zu haben wenn man sie nicht braucht, als sie zu brauchen, wenn man sie nicht hat

  5. #5
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    Zitat Zitat von DELTA3 Beitrag anzeigen
    Was soll das eigentlich bedeuten? Dass es in der Astrophysik ein °Perpetuum Mobile" gibt? Dass neue Energie aus dem 'Nichts' kommt? Wo soll denn diese Zunahme der dunklen Energie herkommen? Gilt in der Astrophysik der Satz von der Erhaltung der Energie nicht mehr?

    Gruss, Delta3
    Hallo Delta3,

    Frage ist, ob wir von einem geschlossenen oder offenen System sprechen. Energieerhaltung gilt für ein geschlossenes System. Bei offenen Systemen - wozu wohl das Universum gehört - kann das anders sein. So z.B. hier zu lesen https://www.spektrum.de/alias/kosmol...nergie/1053217. "Darum verletzt das Universum den Energieerhaltungssatz nicht; vielmehr liegt es jenseits von dessen Geltungsbereich."

    Es ist nicht nur die Zunahme der Dunklen Energie (DE) über die Zeit ein Thema, sondern in Vorträgen von Astrophysikern wurde gleichzeitig die Abnahme der Dunklen Materie (DM) über die Zeit dargestellt. Zu Urknallzeiten war der Anteil der DM erheblich größer als heute und wird in der weiteren Entwicklung gegen Null gehen. Hingegen spricht man über die Wirkung der DE dahingehend, dass sie erst seit ca. 7 Milliarden Jahren auftrat bzw. seitdem die Expansion des Universums beschleunigt.

    Was DE wirklich ist und wo sie wobei entsteht, ist noch in der Klärungsphase. Nur ohne zusätzliche Energie kann das Universum seine Expansion nicht beschleunigen. DE und DM sind also erst mal Platzhalter für physikalische Prozesse, die heute noch nicht geklärt sind. Soweit mein Verständnis des Themas.

    Gruß, Astrofreund
    Geändert von astrofreund (03.02.2019 um 18:46 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Astrofreund,

    danke für deinen Erklärungsversuch. Ich wusste bisher nicht, dass der Energieerhaltungssatz einen Geltungsbereich hat, bzw. dass es Bereiche gibt, außerhalb deren er nicht mehr gilt. Ich weiß auch nicht, was du unter einem offenen und einem geschlossenem System verstehst. Ist die Milchstraße oder eine Galaxie ein geschlossenes System? Oder ein Galaxienhaufen? Wo ist die Grenze für ein geschlossenes System?
    Der von dir verlinkte Artikel bezieht sich auf den Dopplereffekt und die Frage, ob durch die Rotverschiebung Energie verloren geht. Dies ist natürlich nicht der Fall und hat nichts mit der hier diskutierten Frage über die Zunahme der DE zu tun.

    In meinem Post wollte ich eigentlich nur meinen Ärger darüber ausdrücken, dass hier mal wieder im Bildzeitungsstil eine Schlagzeile hingeknallt wird, die mit Wissenschaft nichts zu tun hat.

    Es ist sicher ein Fortschritt, dass man jetzt ein Verfahren gefunden hat, die Entfernung von Objekten durch Beobachtung von Quasaren im Ultraviolett- und Röntgenbereich zu ermitteln, die weiter entfernt sind, als die, die man mit der Methode von Pearlmutter mit Hilfe der SN1A bestimmen konnte, weil SN1A über mehr als 9 Milliarden LJ nicht mehr zu beobachten sind. Man hat also nur die Entfernungsbestimmung auf einen größeren Bereich ausgedehnt. Daraus folgert man nun:

    Insgesamt wurden 1598 Quasare betrachtet, mit dem Ergebnis, dass die Dunkle Energie mit der Zeit zunimmt.
    Das ist in meinen Augen schon eine sehr verwegene Schlussfolgerung, zumal man bisher noch nicht weiß, was die Dunkle Energie ist und ob sie überhaupt existiert, denn das ist ja auch nur eine Theorie, die man daraus ableitet, dass das Universum beschleunigt expandiert.
    Außerdem macht man sich offenbar keine Gedanken darüber, wo die zusätzliche Energie eigentlich herkommen soll. Wen will man denn damit verdummen? Das Ganze gipfelt dann noch in der Feststellung:

    Bislang hielt man die Dunkle Energie für konstant, jetzt deuten neue Beobachtungen darauf hin, dass sie mit der Zeit stärker wird. Für das Verständnis der Entwicklung des Universums könnte dies fundamental sein.
    Fundamental könnte es vielleicht sein, wenn man die Dunkle Energie oder die Ursache der (inzwischen wohl unstrittigen) beschleunigten Expansion des Universums nachweisen könnte.

    Freundliche Grüße, Delta3
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  7. #7
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    Zitat Zitat von DELTA3 Beitrag anzeigen
    Das ist in meinen Augen schon eine sehr verwegene Schlussfolgerung
    Wenn Dir diese Schlussfolgerung verwegen erscheint, hast Du sie eventuell nicht richtig begriffen. Wenn Dir die Grundlagen dieser Schlussfolgerung nicht gefallen, gehörst Du zu den Kritikern der Relativitätstheorie .
    Freundliche Grüße, B.

    Überhaupt droht ja jedem universelle Geltung heischenden Ansatz die Sphinx der modernen Physik, die Quantentheorie - T. Kaluza, 1921

  8. #8
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    Zitat Zitat von DELTA3 Beitrag anzeigen
    Ich wusste bisher nicht, dass der Energieerhaltungssatz einen Geltungsbereich hat, bzw. dass es Bereiche gibt, außerhalb deren er nicht mehr gilt. Ich weiß auch nicht, was du unter einem offenen und einem geschlossenem System verstehst.
    Hallo Delta3,

    das sind grundlegende Konzepte der Physik, in die Du Dich unbedingt einlesen solltest. Diese Konzepte sind viel grundlegender als die Frage, ob die ART nun richtig ist oder falsch.


    Zitat Zitat von DELTA3 Beitrag anzeigen
    In meinem Post wollte ich eigentlich nur meinen Ärger darüber ausdrücken, dass hier mal wieder im Bildzeitungsstil eine Schlagzeile hingeknallt wird, die mit Wissenschaft nichts zu tun hat.
    Mit solchen Beurteilungen würde ich an Deiner Stelle noch zuwarten, bis Dir die Erhaltungssätze und ihre Anwendungsbereiche völlig klar sind. Falls Du hierzu Unterstützung benötigst, so eröffne doch im Foren-Bereich "Small Talk" einen Thread dazu.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  9. #9
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    Zitat Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
    Wenn Dir diese Schlussfolgerung verwegen erscheint, hast Du sie eventuell nicht richtig begriffen.
    Verwegen ist die Schlussfolgerung auf alle Fälle. Wir reden hier von "Phantomenergie", und die liegt nochmal ein gutes Stück weiter weg von bekannter Physik als Dunkle Energie. Letztere ist wenigstens auf der theoretischen Seite etwas "ganz natürliches", während erstere schon da einige Schwierigkeiten mit soch bringt.

  10. #10
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    Zitat Zitat von DELTA3 Beitrag anzeigen
    Ich wusste bisher nicht, dass der Energieerhaltungssatz einen Geltungsbereich hat, bzw. dass es Bereiche gibt, außerhalb deren er nicht mehr gilt.

    Ich weiß auch nicht, was du unter einem offenen und einem geschlossenem System verstehst. Ist die Milchstraße oder eine Galaxie ein geschlossenes System? Oder ein Galaxienhaufen? Wo ist die Grenze für ein geschlossenes System?
    Zum Einstieg ist vielleicht Wikipedia (Stichpunkt "Energieerhaltungssatz" eine Möglichkeit. Dort schreibt man z.B.:

    "Die Betrachtung des Universums mit Mitteln der allgemeinen Relativitätstheorie zeigt, dass der Energieerhaltungssatz auf das Universum als Ganzes nicht anwendbar ist. Insbesondere kann die Gravitationsenergie nicht immer eindeutig in einer Weise definiert werden, die für das Universum als Ganzes gilt. Die Gesamtenergie des Weltalls bleibt demnach weder erhalten noch geht sie verloren – sie ist nicht definierbar."

    Also mit ART-Augen betrachtet, ergibt das diese sicher nicht sehr vielen Menschen bekannte Aussage. Interessant und erstaunlich in jedem Fall.

    Im gleichen Wiki-Beitrag gibt es einen Link auf "Abgeschlossenes System" und dort die Kurzdefinition:
    "Als abgeschlossenes oder isoliertes System wird ein System ohne Wechselwirkung mit seiner Umgebung bezeichnet." Das wird im weiteren Text eingehender erläutert für Thermodynamik, Weitere Gebiete und Kosmologie.

    Nach dieser Definition sind Galaxien, Galaxienhaufen für mich offene Systeme, da sie zumindest gravitativ miteinander wechselwirken. Oder?

    Verwirrend für mich ist die unter Kosmologie zu lesende Darstellung:

    "Das in der Kosmologie vorgeschlagene Urknall*modell beschreibt je nach Massen- und Energiedichte ein in ferner Zukunft wieder kollabierendes (abgeschlossenes) oder für immer expandierendes (offenes) Universum. Derzeitige Beobachtungen deuten auf eine zunehmende Expansion und somit ein sich unendlich ausdehnendes Universum hin. In beiden Fällen ist das Universum als Ganzes ein isoliertes System.

    Bislang nicht durch Beobachtungen bestätigte Theorien (z. B. Stringtheorie) postulieren viele Universen. Wenn zwischen diesen Energie ausgetauscht werden kann, würden die Universen zu offenen Systemen gehören. "

    Hmmm?, ist dies ein Widerspruch zur ART-Betrachtung?

    Oder ist damit gemeint, dass ein Universum in seiner Gesamtheit ein abgeschlossenes System ist, da es nichts gibt, mit dem ein gesamtes Universum wechselwirken könnte (wenn man eventuelle Multiversen ausschließt) oder was sehe ich hier falsch?

    Ralfs Vorschlag einen eigenen Thread aufzumachen ist sicher eine gute Möglichkeit, dieses Thema weiter und intensiver zu bearbeiten.

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