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Thema: New Horizons: Vorüberflug an 2014 MU69 offenbar erfolgreich

  1. #11
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    Hallo Frank, hallo UMa,

    besten Dank !

    Wie gesagt, ich hatte leider in den letzten Tagen sehr wenig Zeit.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  2. #12
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    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Am merkswürdigsten finde ich es, dass die einzelnen Körper Ultima und Thule ja jeweils für sich halbwegs zu einer Kugel gequetscht wurden, nicht aber beide zusammen. Was Regelmäßigkeit angeht sind Ultima und Thule ja eher mit Vesta vergleichbar als mit größenmäßig ähnlicheren Asteroiden wie Lutetia, Mathilde, Ida, Eros und Gaspra: https://de.wikipedia.org/wiki/Astero...roidsscale.jpg

    Das heißt, da hat wohl in der Anfangszeit eine gewisse Quetschung durch Schwerkraft stattgefunden. Später als die beiden aneinandergestoßen sind aber nicht mehr. Anfangs muss wohl die Temperatur höher gewesen sein.
    Ja, zum Beispiel. Wenn sich die beiden Körper jeweils aus feinen Staubkörnern gebildet haben, danach unter ihrem eigenen Gewicht etwas kompaktiert wurden, so dass die Staubkörnchen nun gut aneinander haften, dann könnten die beiden Teile dann später so zusammenstossen, dass jeder für sich erhalten bleibt.

    Zitat Zitat von ralfkannenberg
    Vielleicht sollte man doch auf eine Mission zur Eris verzichten, am Ende stellt die sich sonst womöglich auch noch als so ein Kontakt-Doppelkörper heraus ...
    Eris vielleicht nicht, aber möglicherweise Haumea...
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  3. #13
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Eris vielleicht nicht, aber möglicherweise Haumea...
    Hallo Bynaus,

    wieso Haumea ? Dessen (vermutlich) längliche Form wurde doch schon von Anfang an aufgrund seiner hohen Rotationsgeschwindigkeit vorhergesagt.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  4. #14
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    wieso Haumea ? Dessen (vermutlich) längliche Form wurde doch schon von Anfang an aufgrund seiner hohen Rotationsgeschwindigkeit vorhergesagt.
    Hallo Ralf,

    Haumea soll Äquatordurchmesser von 1920 x 1540 km haben und einen Poldurchmesser von 990 km. Wenn die plattgedrückte Form ausschließlich auf die hohe Rotationsgeschwindigkeit zurückzuführen wäre, müsste der Äquatorialdurchmesser doch überall gleich sein. Dass der Äquatordurchmesser an einer Stelle größer ist, lässt sich doch nur durch einen Einschlag an dieser Stelle erklären durch einen Himmelskörper, der nach dem Einschlag nicht komplett mit der restlichen Haumea verschmolzen ist. Ob sich dieser Körper auch optisch noch so deutlich absetzt wie Thule von Ultima ist eine andere Frage. Aber um herauszufinden, ob die Oberfläche ganz eiförmig glatt ist, oder ob sich der eingeschlagene Himmelskörper noch irgendwie absetzt, müsste man doch hinfliegen oder?

    Was ich in diesem Zusammenhang auch nicht verstehe, ist, warum sich Haumea angeblich im hydrostatischen Gleichgewicht befindet. Müsste dazu nicht der Äquatordurchmesser überall ungefähr gleich sein?

  5. #15
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    Hallo Aries,

    die abgeplattete Form ist nur bei nicht zu hoher Rotationsgeschwindigkeit stabil. Bei sehr schneller Rotation ergibt sich ein dreiachsiges Ellipsoid. Im Fall konstanter Dichte ist das ein Jacobi Ellipsoid, siehe
    https://en.wikipedia.org/wiki/Jacobi_ellipsoid

    Grüße UMa

  6. #16
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    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    die abgeplattete Form ist nur bei nicht zu hoher Rotationsgeschwindigkeit stabil. Bei sehr schneller Rotation ergibt sich ein dreiachsiges Ellipsoid. Im Fall konstanter Dichte ist das ein Jacobi Ellipsoid, siehe
    https://en.wikipedia.org/wiki/Jacobi_ellipsoid
    Sehr interessant. Bei schnellerer Rotation scheint die Form auch wieder zu einem Ellipsoid mit zwei unterschiedlichen Achsenlängen zu tendieren - die Polachse und die kürzere Äquatorachse nähern sich je immer weiter an (Treffpunkt vermutlich bei ∞)! Durchaus einleuchtend was da vor sich geht, denn die Oberfläche eines Ellipsoids mit einem bestimmten Volumen wird ja kleiner gehalten, wenn die beiden kleineren Achsen (annähernd) gleich sind, als wenn die beiden größeren Achsen gleich sind.

    Eigentlich sollte man viel mehr dieser transneptunischen Objekte mal einen Besuch abstatten. Ich hätte da ein paar Ideen:

    Könnte man eine Sonde wie New Horizons nicht an Neptun so ablenken, dass sie danach entgegen der Umlaufrichtung der Himmelskörper eine transneptunische Bahn um die Sonne einnimmt? Von dort aus könnte man dann nacheinander ganz viele transneptunische Objekte abklappern, so wie es New Horizons jetzt nur mit zweien (Pluto und Ultima Thule) gemacht hat.

    Oder könnte man "Breakthrough Starshot" nicht auch auf Objekte im äußeren Sonnensystem anwenden? Bevor diese Mini-Raumsonden reif für die interstellare Raumfahrt sind, könnte man sie ja durch Anwendung innerhalb des Sonnensystems kontinuierlich entwickeln. Von einer Anwendung dieser Idee auf das äußere Sonnensystem habe ich jedoch noch nicht gehört.

  7. #17
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    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Könnte man eine Sonde wie New Horizons nicht an Neptun so ablenken, dass sie danach entgegen der Umlaufrichtung der Himmelskörper eine transneptunische Bahn um die Sonne einnimmt? Von dort aus könnte man dann nacheinander ganz viele transneptunische Objekte abklappern, so wie es New Horizons jetzt nur mit zweien (Pluto und Ultima Thule) gemacht hat.
    Wenn Du ihn nicht ständig beschleunigen und abbremsen willst, müßte der Flugkörper langsam genug sein, um das Sonnensystem nicht zu verlassen. Bei dieser Geschwindigkeit allein auch nur 2 TNOs anzusteuern, die nah genug beieinander sind, das man sie in der Lebenspanne der Funktionstüchtigkeit dieses Flugkörpers erreichen kann wird schwierig genug sein. Ganz viele, wie von Dir erhofft werden es ganz sicher nicht werden.

    Zitat Zitat von Aries Beitrag anzeigen
    Oder könnte man "Breakthrough Starshot" nicht auch auf Objekte im äußeren Sonnensystem anwenden? Bevor diese Mini-Raumsonden reif für die interstellare Raumfahrt sind, könnte man sie ja durch Anwendung innerhalb des Sonnensystems kontinuierlich entwickeln. Von einer Anwendung dieser Idee auf das äußere Sonnensystem habe ich jedoch noch nicht gehört.
    Breakthrough Starshot ist reine SciFi. Die dafür nötige Technik existiert im Moment nicht.

  8. #18
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    @Ralf: ja, die schnelle Rotation legt ein Ellipsoid nahe. Ohne Sternbedeckungen kannst du grundsätzlich nicht ausschliessen, dass es sich dabei um einen "Kontakt-Doppelkörper" handelt. Wie ich jetzt aber gerade gesehen habe, gibt es ein Paper zu Sternbedeckungen, und diese legen eine elliptische Form nahe: https://www.nature.com/articles/nature24051

    Zitat Zitat von Aries
    Könnte man eine Sonde wie New Horizons nicht an Neptun so ablenken, dass sie danach entgegen der Umlaufrichtung der Himmelskörper eine transneptunische Bahn um die Sonne einnimmt? Von dort aus könnte man dann nacheinander ganz viele transneptunische Objekte abklappern, so wie es New Horizons jetzt nur mit zweien (Pluto und Ultima Thule) gemacht hat.
    Das ist keine so schlechte Idee. Grundsätzlich ist es möglich, in eine retrograde Bahn einzuschwenken, aber das dürfte einen sehr nahen Vorbeiflug an Neptun bedingen. Durch die gegenläufige Bahn reduziert sich die mittlere Zeit zwischen zwei Vorbeiflügen an TNOs deutlich. Das Hauptproblem ist dann aber die hohe relativ-Geschwindigkeit zu den Vorbeiflug-Objekten (2 x die orbitale Geschwindigkeit im Kuipergürtel, deutlich mehr als die Geschwindigkeit des Vorbeiflugs von NH an Pluto oder UT).

    Oder könnte man "Breakthrough Starshot" nicht auch auf Objekte im äußeren Sonnensystem anwenden?
    Ich denke, das ist grundsätzlich angedacht. Ich erinnere mich dunkel, das Breakthrough Starshot eine Enceladus-Mission unterstützen will.
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  9. #19
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    Hallo Bynaus,
    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das Hauptproblem ist dann aber die hohe relativ-Geschwindigkeit zu den Vorbeiflug-Objekten (2 x die orbitale Geschwindigkeit im Kuipergürtel, deutlich mehr als die Geschwindigkeit des Vorbeiflugs von NH an Pluto oder UT).
    nein. Die Geschwindigkeit der Vorbeiflüge an Pluto und (486958) 2014 MU69 war ungefähr 14km/s. Eine Kreisbahn bei 40 AE hätte 4,7km/s. 2x wären 9,4 km/s. Selbst bei 30 AE wären es nur 5,4km/s bzw 10,9 km/s.

    Grüße UMa

  10. #20
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    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Hallo Bynaus,

    nein. Die Geschwindigkeit der Vorbeiflüge an Pluto und (486958) 2014 MU69 war ungefähr 14km/s. Eine Kreisbahn bei 40 AE hätte 4,7km/s. 2x wären 9,4 km/s. Selbst bei 30 AE wären es nur 5,4km/s bzw 10,9 km/s.

    Grüße UMa
    Stimmt (für Ultima Thule, bei Pluto waren's 11 km/s, aber das ist nicht viel höher als 2x Kreisbahn-Geschwindigkeit), danke für die Korrektur. Ich dachte, NH fliegt knapp über Fluchtgeschwindigkeit (Wurzel 2 x Kreisbahn-Geschwindigkeit), da wäre die doppelte Geschwindigkeit deutlich höher.

    Ein anderes Problem für eine solche retrograde Sonde könnte sein, dass man (im Gegensatz zu NH) das Zielobjekt immer nur seitlich beleuchtet sieht, ausser vielleicht ganz kurz beim Vorbeiflug (zumindest wenn der "vorn" rumführt).
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