PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dachbodenfund Linsenteleskop



Krille
15.06.2006, 21:28
Hallo,
Bekannte von mir haben in einem Abrisshaus ein Linsenteleskop gefunden.
Und da sie wußten,daß ich mich dafür ein wenig interessiere,haben sies mir geschenkt.
Vom rein äußerlichen sieht es nicht sehr Qualitativ hochwärtig aus,ich tippe mal auf ein Angebot von aldi,oder ähnlichen discountern.
Egal ich stell einfach mal ein paar bilder rein.
Die eigentlich frage wär eigentlich,gibt es für dieses teleskop verschiedene Okulare gibt,ob es alles einheitsgrößen sind.
Dann komme ich mit dieser einstellstange/Schraube nicht klar,wozu ist diese?ich tippe auf seitenverstellung`?bei uns isses momentan bewölkt,sonst würd ichs mal ausprobieren.Dann dieses kleine Fernrohr da,wird wohl der Sucher sein?Beim durchschauen ist ein Fadenkreuz sichtbar.Muß das zu beobachtende Ziel genau im kreuz sein?Weil irgendwie sieht man durch das hauptrohr nicht das,was man durch das kleine angepeilt hat.
Hier nochmal ein paar daten,womit ich nix anfangen kann/stehen auf dem tele.

Astronical Teleskop
D=60mm (wird wohl die Brennweite sein?)
F=700mm (keine Ahnung)
Auf dem Okular steht noch H12.5mm
Ich wollte damit Hauptsichtlich mir ein bischen den Mond angucken,und evt. In der milchstraße rumsurfen,evtl. noch ein paar Planeten,sofern wie das möglich ist.Dann haut mal in die Tasten :)
Hier noch ein paar bilder.
Danke schonmal im Vorraus.
Achso,und warum kann man hier keine Bilder anhängen?
http://mitglied.lycos.de/blackdt26061984/Tele1%20(1).JPG
http://mitglied.lycos.de/blackdt26061984/Tele1%20(2).JPG
http://mitglied.lycos.de/blackdt26061984/Tele1.JPG

Udo_S
16.06.2006, 00:49
Ganz ehrlich?
Leg es wieder auf den Dachboden zurück.
Zumindest für astronomische Zwecke, wird es wenig Freude machen.
F ist übrigens die Brennweite und D der Durchmesser des Objektives.
Wenn du die Brennweite F durch die Brennweite des Okulares rechnest, bekommst du die Vergrößerung als Ergebnis. Sollte so um die 60 fache Vergrößerung herauskommen. Das heisst auch das sich die anvisierten Objekte schon ziemlich flink aus dem Bildfeld bewegen werden. Bei dieser "Hilfskonstruktion" von Montierung wirst du dann viel mit peilen und suchen zu tun bekommen.
Nun heisst es aber auch "einen geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul"
Probiere halt mal am Mond, alles andere ist schon eher schlecht.
Übrigens den Sucher kannst du überprüfen wenn du ein Landobjekt anvisierst, Kirchturmspitze zum Beispiel. Wenn die Spitze Fadenkreuzmitte seht sollte sie idealerweise auch im Fernrohr mittig zu sehen sein. Ist dies nicht der Fall müsste halt nachgestellt werden.
Hoffe das hilft ein bissl
Viel Erfolg wünscht
Udo S

ChMessier
16.06.2006, 20:13
Also, gleich wegwerfen würd ich es nicht. Für den Mond sollte es allemal brauchbar sein. Die Abbildungsqualität des Objektivs ist meist noch nicht mal schlecht. Allerdings ist das dazugehörige Okular, ein Huygens-Okular, nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Aber bei dieser Brennweite wird das wohl nicht gleich auffallen.

Es ist schwierig, bessere Okulare zu bekommen. Der Okulardurchmesser beträgt bei diesen Geräten meist 24,5 mm, während sonstwo 31,nochwas (1,25 Zoll) üblich sind. Es sind aber Adapter zu bekommen.

Problematisch ist bei diesen Geräten das Stativ und die Montierung. Oft wackelt schon alles beim bloßen Anschauen. Man braucht es noch nicht mal anzufassen.

Der Sucher verdient seinen Namen durchaus zurecht. Man sucht mit dem Röhrchen, bis man schwarz wird. Und da kann man ihn tagsüber noch so genau justieren. Den Mond sollte man eigentlich noch ohne Sucher finden können, und dann bekommt man mit der Zeit schon heraus, über welche Stellen des Fernrohrs ich ein Objekt anvisieren muss, um es im Okular zu haben.

Was kann man mit diesem Gerät sehen?

Der zunehmende Mond zeigt viele Krater und Berge, auch größere Rillen sind sichtbar. Auf Jupiter kann man die beiden größeren Wolkenbänder nördlich und südlich des Äquators erkennen, und selbstverständlich seine vier Monde. An Saturn fällt vor allem der Ring auf. Als ich ihn das erste Mal durch ein vergleichbares Teleskop gesehen hatte, war ich schon beeindruckt gewesen.

Auf Mars kann man wenigstens in Zeiten einer nahen Opposition ein paar Flecken erahnen, eventuell sogar die Polkappe.

Uranus und Neptun werden sich kaum von anderen Sternen unterscheiden.

Außerhalb des Sonnensystems wird im Winter M 42, der Orionnebel, ein viel beachtetes Objekt. Er ist in jedem Teleskop sehr Eindrucksvoll. Im kommenden Herbst sollte auch M 31, die Galaxie im Andromeda, keine Probleme bereiten. Aber mehr als einen hellen Fleck wird man nicht erkennen.

Viele offene Sternhaufen werden aufgelöst, hellere Kugelsternhaufen sind immerhin zu sehen, wenn auch nur als Fleck. Einzelsterne wird man keine erkennen.

Noch ein Hinweis zur Sonnenbeobachtung. Vielen dieser Teleskopen ist ein Okularsonnenfilter beigelegt, der auf das Okular geschraubt werden soll. Ihn würde ich noch ein bisschen bearbeiten: Auf einen stabilen Tisch legen, und dann ein paar Mal mit dem Hammer drauf klopfen. Und was übrig bleibt, ab in die Mülltonne. Für Sonnenbeobachtungen benötigt man ein Objektivsonnenfilter, das auf das Objektiv aufgesetzt wird. Hier ist die Bader-Sonnen-Folie zu empfehlen. Ein DIN-A-4-Blatt großes Folienstück kostet 20 Euro.

Mit hat ein ähnlich wackliges Teleskop immerhin soviel Spaß gemacht, dass ich bei dem Hobby geblieben bin. Mein Vier-Zöller-Fraunhofer ist zwar auch nicht gerade eine Deep-Sky-Kanone, hat aber eine stabile Montierung und ein kontrastreiches Bild. Und daneben hab ich noch nen Schlüssel für die Volkssternwarte in der Nachbarstadt. Dort benutze ich ein C 14.

Salut
Charles

Krille
16.06.2006, 20:32
vielen dank für die Antworten,also wie schon gesagt wurde,das stativ wackelt wirklich schon vom bloßen angucken :)
Das mit der Kirsturmspitze ist eine gute idee.Ich muß mir die Technik nochmal genau angucken.Und wie gesagt,einem geschnekten gaul........ ;)
Muß mir mal wieder meine Sternenkarte aus der schulzeit rauskramen,hab das meiste schonwieder alles vergessen,weil man sich damit zu wenig beschäftigt.
Naja bis dann
Grüße

Sternentwickler
16.06.2006, 22:51
Tach,

also das Telskop geht so. Für einsteiger reicht es alle mal. Ich habe selber dieses Telskop allerdings von der Firma TASCO. Stativ grausam, Montierung grausam und Optik ist fast gut, mit der ausnahme das meine Linse einen Fehler hat.
Falls es bei dir genauso ist wie bei mir: Um Sirius (hellster Stern am Nachthimmel, vor allem im Winter gut zu sehen) gibt es KEINE Ringe!!!! Doch der Anblick ist genial;)
Trotzdem lohnt sich auf alle Fälle das Schwertgehänge des Orions mit dem Orionnebel und den gleich darüber und darunter liegenden Sternhaufen. M31 habe ich dagegen trotz Sucher nie zu gesicht bekommen! Denn der Sucher geht bis heute nicht richtig einzustellen!!! Ein glück das ich jetzt einen ordentlichen 6 Zoll Newton habe:D . Zum wegschmeisen ist es aber zu schade! Ein bissel basteln kann Wunder bewirken!

Wegen eventuellen Okularen: Auf die Okulare müssen in einen 1 Zoll Okularauszug passen, aslo evtl. nach 1" Okularen gucken. Ist für das Teleskop aber geldverschwendung. Ehrlich! Sonnenbeobachtung lässt sich aber trotz aller gut durchführen, aber wie ChMessier bereits schrieb nur mit Objektivfilter!!!

Ganz wichtig: Mein Telskop MADE IN CHINA

Auf ein gutes gelingen,
MfG,
SEW

Udo_S
16.06.2006, 23:44
Hi
Klar sind die von Euch genannten Objekte sicherlich auch in diesem Teleskop anzusehen, ich stelle es mir nur extrem schwierig vor mit dieser Montierung diese Objekte zu suchen, zu finden und dann auch noch im Bildfeld zuhalten, vom verwackeln und zittern beim Nachführen ganz zu schweigen.
Vielleicht kann man ja da noch mit basteln nachhelfen, schlimmer kann es ja kaum werden.
Grüße Udo

PS Kannst ja mal schreiben wie die ersten Beobachtungen so ausgefallen sind.

ChMessier
20.06.2006, 21:37
Das Wackeln des Stativs kann man in akzeptablen Grenzen halten, wenn man die Schrauben mal fest genug anzieht. Ich habe mit einem Gerät mit den gleichen optischen Eigenschaften jahrelang beobachtet. Und so sehr frustriert war ich noch nicht mal gewesen.

Ich habe jedoch die Befürchtung, dass bei einem Dachbodenfund die Linsen etwas Staub abgekommen haben. Die Objektivlinse ist ja noch leicht zu reinigen. Beim Okular sieht es schon etwas kritischer aus. Viel pusten mit einem Gummibällchen, danach noch mit einem weichen Pinsel nachbürsten, und anschließend mit Alkohol oder mit Wundreinigungsbenzin (bekommt man in der Apotheke, nicht an der Tankstelle) und einem weichen, fusselfreien Lappen nachbehandeln. Man braucht bei einem Okular mit der Aufschrift H keine Angst zu haben, dass man irgendwelche Verkittungen lösen könnte. Huygens-Okulare sind nicht verkittet.

Die Okulare haben übrigens 0,96 Zoll bzw. 24,5 mm Einsteckdurchmesser, sind also etwas kleiner als ein Zoll. Neu sind sie nur noch schwer zu bekommen. Auch die Verwendung von 1,25-Zoll-Okularen, die mit einem Adapter passen würden, würde ich nicht anraten. Dann lieber das Geld, das die Okulare kosten würden nehmen, noch ein paar Scheinchen drauf legen, und ein neues Einsteigerteleskop anschaffen. 70-mm-Refraktoren sind schon ziemlich preiswert mit parallaktischer Montierung und ganz vernünftiger Optik zu bekommen.

Vor Spiegelteleskopen rate ich Einsteiger eher ab. Mag ihre optische Qualität auch recht gut sein, der Spiegel ist sehr schnell verstellt, und die richtige Einstellung für Anfänger nur sehr schwer zu finden.

Salut
Charles

Zonk
21.06.2006, 13:12
Hallo Charles,

genau, in neue 0,96-Zoll-Okulare zu investieren lohnt sich nicht. Allerdings gibt's beim Thema Speigelteleskope für Anfänger unterschiedliche Ansichten. Gerade der klassische Einsteiger-Newton 114/900 sollte mit Filmdose problemlos einzustellen sein. Der verzeiht auch eine leichte Dejustage.

Aber das günstigste, empfehlenswerte Einsteigerteleskop ist eh das Lidlscope, also ein Refraktor.

An Krille:
Wenn Du im Netz unter Lidlscope oder Lidl-Refraktor suchst, findest Du etliche Informationen zu dem Teleskop, das ein- bis zweimal pro Jahr bei Lidl angeboten wird. (Allerdings gibt es mittlerweile auch ein anderes Modell mit Computersteuerung, von dem ich abraten würde.) Das klassische Lidlscope gehört zu den wenigen Ausnahmen im Niedrigpreis-Sektor, dessen Montierung stabil genug ist für die Optik.

Ciao
Martin