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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mars kommt später



Solitaire
13.02.2005, 15:31
Hallo,
meiner Meinung nach Kommen Mars und andere Plaeten erst viel später.
Zuerst müsste man eine feste Kolonie auf dem Mond etablieren.
Er liegt näher, was die Logistik sehr vereinfachen würde.
Anderseits hat der Mond keine atmosphäre - der Mars immerhin irgendeine, auch wenn sie nicht atembar ist. Na gut.

Dennoch könnte man auf dem Mond wertvolle Erfahrungen sammel, die man für eine Marsbesiedlung dringend brauchen könnte.

Ob es auf dem Mond oder Auf Mars bessere Quellen für Rohstoffe gibt (Wasser, Erze usw.) kann ich jetzt so aus der Stehgreif nicht beantworten.

Gruß, Solitaire

Guido_Waldenmeier
13.02.2005, 16:22
Trabantenträume - Sprungbrett ins Weltall

http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/mond/trabant.xml

Kosmicman
13.02.2005, 16:59
Ich sehe den Mond als Nachfolger der ISS. Er ist kein Himmelskörper um im größeren Stil bewohnt zu werden, aber als Start und Landeplatz für Planetenflüge ideal.

ispom
13.02.2005, 17:00
Hi Guido, eine sehr interessante Seite,
aber

Doch der Mond - so karg er auch aussieht - ist reich an Rohstoffen. Im Mondgestein lagern etwa eine Million Tonnen des Edelgases Helium 3. Eine Tonne davon ist derzeit vier Milliarden Dollar wert. ........
Vielleicht werden wir in Zukunft die Erde mit umweltfreundlicher Energie vom Mond versorgen.

Das erstere ist sehr bemerkenswert.
Aber der letztere Satzist doch wohl purer Unsinn.

Ispom

Udo_S
13.02.2005, 17:15
Hi
Erfahrungen könnte man ja auch hier auf der Erde sammeln. Stell dir eine Station in der Antarktis vor die dauerhaft bewohnt wäre und in Punkto Lebensmittel autark wäre. Meines Wissens sind Projekte dieser Art bis heute immer gescheitert. Ich würde eher an die Machbarkeit solcher Projekte glauben, wenn es gelingt eine solche Station über Jahre hinweg ohne Hilfe von aussen am Leben zu erhalten. Somal man hier in Notfällen auch immer noch die Option des schnellen Eingreifens hätte.
Schönen Gruß
Udo S

ispom
13.02.2005, 17:40
wenn es gelingt eine solche Station über Jahre hinweg ohne Hilfe von aussen am Leben zu erhalten.

ich denke, das Problem wird man erst ernsthaft angehen, wenn für eine ständig bemannte Mondstation finanziell grünes Licht gegeben ist. Dann dauerts sicher noch 20 Jahre, und in der Zeit werden auch die Versuchshabitats auf der Erde boomen :)
gruß Ispom

Guido_Waldenmeier
13.02.2005, 21:01
*schauffeln reib*

Udo_S
14.02.2005, 10:18
Hi Guido
>wo gibt's Aktien?
Hoffe du bist noch jung. :D
CS Udo S

Meister Glanz
24.04.2005, 19:34
Moin zusamm

Also ich bin auch dafür erst den mond zu besiedeln um erfahrungen zu sammeln die man dann bei weiter entfernten planeten anwenden kann

Martin
24.04.2005, 21:24
Also ich seh das pessimistischer, es wird in absehbarer Zunkunft wohl keine autarken Mars oder Mondkolonien geben. Als Hauptgrund hierfür sehe ich die Rohstoffversorgung. Das He3 ist vielleicht ganz interessant, ich habe mich da vor einiger Zeit selbst erst bei a.de schlau gemacht, aber zu Energieerzeugung ist es ungeeignet. Warum das so hochgejubelt wird hat den Grund darin, das bei Kernfusion auf He3 Basis theoretisch kein radioaktiver Abfall entsteht. Allerdings liegt die Zündtemperatur für He3 nochmal ein paar Mio Grad über der von D-T Reaktionen, die wir heute noch nicht mal beherrschen (außer unkontrolliert natürlich).
Auch alle anderen Rohstoffe werden schwer zu bekommen sein. Prinzipiell gibt es auf dem Mond natürlich alle Elemente, die auf der Erde auch vorkommen, allerdings spielen bei der Lagerstättenbildung (Anreicherung von Stoffen zu abbauwürdigen Konzentrationen) noch andere Faktoren eine Rolle. Für viele Lagerstätten spielt Wasser eine ausgesprochen große Rolle (inklusive Hydrothermale Lagerstätten) und sind an Verwitterungsprozesse gebunden (Seifen, Bauxit (Al), Fe). Sicherlich gibt es auf dem Mond Lagerstätten, aber nur sehr begrenzt (spontan kann ich mir nur einige bestimmte Typen von Cr, Fe, Ni, Ti, Cu und PGE Lagerstätten vorstellen). Und Bergbau auf einem fremden Planeten, ohne Atmosphäre, das wird schwierig. Allein das Bohren von Sprenglöchern wird ein problematisches unterfangen, wenn man kein Wasser einsetzen kann.
Und bei allem Optimismus, dem man Leben auf dem Mars entgegenbringen kann, mit Kohle wirds dort schwierig aussehen. Nun hat man vielleicht in Deutschland den Eindruck, das Kohle ein Auslaufmodell ist und in einer zukünftigen Welt bedeutungslos. Aber ohne Kohle kein Koks, ohne Koks keine Metallurgie. Unsere Welt ist trotz all unserer High Tech Technologie im Computerzeitalter genauso von Kohle abhängig wie die des 19. Jh. Kann man auch nicht durch Öl, Gas, Sonne, Wind oder Kernenergie ersetzen.
Dann ist der Mond nämlich auch keine gute Startbasis mehr, denn waum sollte man die Teile für ein Raumschiff erst zum Mond transportieren und dort zusammenbauen, wenn das von einer Erdumlaufbahn viel günstiger geht.

Martin

Happypapst
05.05.2005, 18:14
Hey Martin

natürlich hast du recht wenn du die Machbarkeit kritisierst aber ich glaube das es nicht an der Möglichkeit liegt die einfach nicht vorhanden ist. Sondern an der Zusammenarbeit von Politik und Ländern was sollche großen Projekte betrifft. Erfahrung ist alles und ich glaube das allgemein was besiedelung und erste Nutzung von Rohstoffen auserhalb der Erde anbelangt wir erst in unser gutes altes Meer vorstoßen sollten.

Wo findest man extremere Bedingungen als am Meeresgrund Druck und Sauerstoffversorgung sowie Terrarforming, klassisch Futuristisch voergestellt : wie die Glaskupeln am grund stehen.

Aber ernsthaft ich finde man sollte Projekte starten die dahingehende "Andere Planeten besiedeln!" wichtige Grundlagenforschung betreiben und das Meer bietet sich einfach an, was Beschaffenheit also Umfeld bestrifft...
Obwohl man ja schon versucht hat sowas an Land für sechs Monate oder so zu versuchen. Also ein eigenständiges Team das sich selbst verorgen sollte in so einem riesen Glaskomplex in der Wüste, der völlig von der Aussenweltabgeschottet war auch was Sauerstoff anbelangte... Ergebnis war glaube ich das sich ein Gas bildeste und nach kaum zwei Wochen abgebrochen wurde.

Konkret sind wir also kaum wirklich weit voran gekommen aber

der Weg sollte vom Land ins Meer auf den Mond und auf andere Planeten oder Monde führen ... wenn dann denn mal eine Weltregierung für die Finanzierung sorgt :D

Martin
05.05.2005, 21:39
Hallo,

ich bin ja auch nicht gegen einen Vortsoß ins All, nichts würde ich spannender finden als auf dem Mars nach Erzlagerstätten zu suchen. Ich wollte damit nur ausdrücken, das diese Basen auf dem Mars oder Mond nie mehr sein können als Kolonien, die immer mehr oder weniger von der Erde abhängig sein werden. Die Sauerstoffproduktion oder Stromversorgung stelle ich mir dabei nicht als Problem vor, auch Nahrung kann man sicher vor Ort herstellen. Aber um es nochmal vereinfacht auszudrücken, "Ohne Koks nichts los".
Bis zu einem gewissen Grad autarke Systeme gibt es ja schon, wenn man an die Atom U-Boote denkt, die 3 Monate oder länger ohne aufzutauchen in den Meeren rumschippern und eigene Sauerstoff produzieren und auch psychologisch (Besatzung) weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten sind.
Aber der Meeresboden ist vielleicht (will nicht sagen uninteressant) kein so gutes Trainingsgelände für den Weltraum, da hier zum Beipspiel Sonnenlicht fehlt, was man ja im Weltraum nutzt und auch auf Mond und Mars nutzen wird, dafür aber Wasser im Überschuß da ist, welches man im Weltraum nicht hat. Achso, und Glas würde ich nicht unbedingt nehmen, zu spröde.

Martin

sabinem
10.05.2005, 19:34
Hi
Erfahrungen könnte man ja auch hier auf der Erde sammeln. Stell dir eine Station in der Antarktis vor die dauerhaft bewohnt wäre und in Punkto Lebensmittel autark wäre. Meines Wissens sind Projekte dieser Art bis heute immer gescheitert. Ich würde eher an die Machbarkeit solcher Projekte glauben, wenn es gelingt eine solche Station über Jahre hinweg ohne Hilfe von aussen am Leben zu erhalten. Somal man hier in Notfällen auch immer noch die Option des schnellen Eingreifens hätte.
Schönen Gruß
Udo S

Das wurde mit der Biosphäre 1 soweit ich weiß schon mal probiert und ging gewaltig daneben. Wenn wir den Mond von jemanden besiedeln lassen sollten wir vielleicht Menschen dazu ausbilden, die aufgrund ihreer Lebensummwelt auf der Erde schon entbehrungen gewöhnt sind etwa Mongolische Noomaden oder Tibetanische, wir Europäer egal wie hart wir trainieren sind von unserem technischen Schnickschnakc viel zu verwöhnt, Amerikaner sowieso. Wenn wir mal ein paar Tage hungern müssen kriegen wir im allgemeinen keinen klaren Gedanken mehr zustande.

Bynaus
11.05.2005, 11:35
@Martin: PGEs wirds auf dem Mond praktisch keine geben: der Mond ist ja ein "Derivat" des Erdmantels, der selbst schon stark abgereichert an PGEs und anderen siderophilen Elementen ist. Eine wichtige Rohstoffquelle könnten auf dem Mond die sogenannten KREEP-Erze sein, die Kalium-REE(=Rare Earth Elements = Seltene Erden)-Phosphor-reich sind. Diese Erze entstanden, als der Mondmagmaozean, der in der Anfangsphase existierte, ausfror und diese Stoffe sich bis zuletzt sammelten.

Kohle & Erdöl entstehen teilweise auch anorganisch (v.a. in der Nähe von vulkanischen Gebieten), so wäre es durchaus möglich, dass es zB in der Umgebung von Olympus Mons grosse Erdöllager gibt, da dieser Vulkan wirklich über Jahrmilliarden aktiv war.

Energie ist tatsächlich ein Problem, und ohne He3-Fusion wird es wohl kaum eine schnelle Besiedlung des Raums geben. Wenn diese jedoch glückt (zusammen mit dem Aufbau der nötigen Infrastruktur zur Nutzung der Ressource), dann steht uns (zumindest für die nächsten paar Jahrhunderte) genügend Energie zur Verfügung...

Martin
11.05.2005, 13:15
@ Bynaus:
Und obs PGE´s auf dem Mond geben wird. Schau Dir doch mal die PGE Lagerstätten auf der Erde an, Bushveld, Norilsk-Talnakh, Sudbury oder die finnischen. Alles an Mantelmagmen gebunden.
Sogar in einigen Cu-porphyries werden PGE´s gewonnen (die wird wahrscheinlich auf dem Mond nicht geben), aber die Fluide stamme ja wahrscheinlich aus dem mantelkeil zwischen Slab und Kruste, also dem oberen Mantel.

Martin

Bynaus
11.05.2005, 13:22
Im Mantel sind die PGEs gegenüber der Kruste natürlich angereichert. Aber gegenüber der Gesamterde bereits wieder abgereichert. Das heisst, dass der Mond, selbst wenn er über sowas wie einen Bushveld-Komplex verfügen sollte, insgesamt abgereichert an PGEs sein sollte, wenn er direkt aus dem Mantel kommt.

Dazu kommt, dass Vulkanismus nötig ist, um Lagerstätten zu bilden - und der Mond ist wohl ziemlich schnell abgekühlt. Ausserdem sind Fluide nötig, um gelöste Ionen zu transportieren - auf dem Mond gibts aber praktisch kein Wasser. Der Mond ist schliesslich auch an anderen volatilen Elementen stark abgereichert, ebenfalls eine Folge des Impakts, der zu seiner Bildung führte.

Rohstoffe werden auf dem Mond kaum in Lagerstätten angereichert sein, wie wir das von der Erde kennen. Ich sehe nur zwei wirklich wichtige Rohstofffelder: KREEP und Helium-3.

Martin
12.05.2005, 17:20
Hallo,

also He3 sehe ich nicht wirklich als Rohstoff, wahrscheinlich ist es billiger in einem Gewächshaus auf dem Mond Kiefern zu züchten und die zu verbrennen als Energie aus He3 zu gewinnen.

Wann und wie schnell der Vulkanismus (besser wohl Magmatismus) auf dem Mond stattgefunden hat, ist doch wurscht, hauptsache es gab ihn. Wenn Du eine Magmenkammer hast mit einem hohen Sulfidanteil, der sich entmischt, ist doch alles für eine schöne Lagerstätte (Cu-Ni-PGE) gegeben, was Du brauchst. Chromit, Titan und Magnetit könnte sich in der Art auch anreichern. Gut, Zinnseifen wirds wohl keine geben.

Martin

Jerry
04.06.2005, 17:42
[QUOTE=Bynaus
Energie ist tatsächlich ein Problem, und ohne He3-Fusion wird es wohl kaum eine schnelle Besiedlung des Raums geben. Wenn diese jedoch glückt (zusammen mit dem Aufbau der nötigen Infrastruktur zur Nutzung der Ressource), dann steht uns (zumindest für die nächsten paar Jahrhunderte) genügend Energie zur Verfügung...[/QUOTE]


DAs stimmt leider. Wenn man es aber tatsächlich schaffen würde Die Stoffe Deuterium und Tritium gezielt fusionieren zu lassen, würde uns das einen riesigen schritt in puncto Energie voran bringen.
mfg Jerry

ryan
10.06.2005, 21:41
Wird aber wohl noch ein weilchen dauern. Nach meinem Kentnisstand sind die selbst bei den neueren Projekten (Wendelstein 7X usw) noch ein bischen von der kontrollierten Zündung entfernt. Im Prinzip hätten wir dann aber die (vorläufig) perfekte Energiequelle.

Jerry
13.06.2005, 19:17
Hi

Mal so ne Frage; Wie definierst du "Ein Weilchen"? Würde mich mal interessieren, die Frage is aber an alle gestellt! :)
UNd wenn wir es dann letztendlich geschafft haben, was erhofft ihr euch für die Zukunft, oder was denkt ihr wird sich ändern???
mfg

_Mars_
13.11.2008, 21:59
Des weiteren ist Biosphäre nicht gescheitert. Es waren nur die schlechten Ausführungen und unüberlegte Handlungen (damals hatte man noch keine Erfahrungswerte und nahm O2 fressenden Beton etc.) siehe meinen Beitrag im Thema Biosphäre.

Metalle lassen sich auch anders als mit Kohle von Oxiden trennen. Allerdings möchte ich hier nicht weiter darauf einghen (Patentrechte ;) )

_Mars_
17.02.2009, 11:54
Auf die Frage was sich mit Kernfusion ändern wird:

Alles. ganz simpel.
So wie erst durch Kohle und Erdöl die Gesellschaftsstruktur geändert wurde - damit Erfindungen...

Es gibt fast keine Grenzen mehr. Jeder hat ein Privates Raumschiff (dauert halt ein weilchen), dass einstufig vom Jupiter abheben könnte.

So wie sich die Menschen damals nicht vorstellen konnten, dass jeder ein Auto hat und mobil auf dem Land ist.

mac
17.02.2009, 12:57
Hallo _Mars_,


Es gibt fast keine Grenzen mehr. Jeder hat ein Privates Raumschiff (dauert halt ein weilchen), dass einstufig vom Jupiter abheben könnte.das ist keine Frage der zur Verfügung stehenden Energie, sondern eine Frage, ob man mit ‚Fusionskraftwerken‘ genügend spezifischen Schub hinkriegt.

Ein Eurofighter (http://de.wikipedia.org/wiki/Eurofighter_EF_2000) kommt auf eine Triebwerksleistung von 115 MW (http://de.wikipedia.org/wiki/Schub#Schub_und_Leistung) (bei Höchstgeschwindigkeit). Er wiegt leer 11 bis 12 Tonnen.

Kernreaktoren in Atom-U-Booten (http://de.wikipedia.org/wiki/Atom-U-Boot#Allgemeines) kommen heutzutage auf rund 150 MW, bei einem Gewicht des Bootes von einigen 10000 Tonnen. Auch mit viel Schwung kriegt es damit seinen Schwerpunkt gerade mal für einige Sekunden aus dem Wasser (der Erde).

Herzliche Grüße

MAC

Chrischan
17.02.2009, 13:05
Auf die Frage was sich mit Kernfusion ändern wird: Alles. ganz simpel.
Naja, wieder mal knapp vorbei...
Soooo simpel ist das eben doch nicht.

Würde man die Kernfusion unter Kontrolle bringen, so würden wir erstmal im täglichen Leben nichts spüren. Bis diese Technik soweit gereift ist, daß sie zur Serienfertigung von Kraftwerken eingesetzt werden kann, würden sicherlich noch einige Jahre vergehen. Bevor dann die ersten Fusionskraftwerke gebaut werden können, müßten (leider) noch die politischen und gesellschaftlichen Hürden überwunden werden...
Mit der heutigen Erfahrung mit den Fissionskraftwerken ist ein recht erheblicher Widerstand zu erwarten (Fusion ist ebenso wie Fission "schmutzige Atomkraft". Fissionskraftwerke werden mit Atombomben gleichgesetzt. Fusionskraftwerke werden dann wohl mit Wasserstoffbomben gleichgesetzt, etc.).
Letztendlich wird Fusion wohl frühestens dann merklich zur Energieerzeugung beitragen, wenn der Druck durch zur Neige gehender fossiler Brennstoffe zu hoch wird. Und dann wird man es maximal mit eventuell leicht sinkenden Strompreisen merken...

Bis solche Fusionskraftwerke einen Einfluss auf die Raumfahrt haben, werden noch viele Dekaden verstreichen, wenn es überhaupt jemals dazu kommen wird. Für die Fusionstechnologie wird eine Miniaturisierung vermutlich weit schwerer möglich sein als z.B. für die Fissionstechnologie. Fission kann unter "normalen" Bedingungen gestartet und kontrolliert am Laufen gehalten werden ohne allzu großen Aufwand (z.B. thermonukleare Reaktoren). Das ist bei der Fusion schon etwas anders...

Und selbst wenn ma eines Tages einen kleinen, leichten und ergiebigen Fusionsreaktor herstellen könnte, waren damit "private Raumschiffe, welche einstufig vom Jupiter abheben könnten" möglich?
Der effektivste nukleare Antrieb würde wohl nach dem Prinzip der Erhitzung eines Treibstoffes durch den Reaktor funktionieren (Das "Bombenprinzip" wäre wohl für diese Raumschiffe auszuschliessen.)
Eventuell könnte dann ein Fusionsreaktor den Treibstoff besser erhitzen als ein Fissionsreaktor, aber letztendlich wäre immer ein Treibstoff zum Antrieb (Impulsübertragung) nötig.

Für das kleine private Raumschiff (wie man es aus Science-Fiction kennt) wäre wohl eher eine ganz andere Technik nötig. Sollte es eines Tages mal möglich sein direkt Materie in jegliche Energie und umgekehrt zu transferieren, dann könnten solche Schiffe z.B. Licht tanken, Treibstoff direkt in kinetisch Energie wandeln, usw.

Fusion bringt uns nicht soviel weiter wie von einigen vermutet!
Wie weit hat uns denn die Fission gebracht?

Gruß, Christian

_Mars_
17.02.2009, 16:26
Wie weit hat uns denn die Fission gebracht?

Wir können ganze Städte (wenn nicht sogar planeten <- mit genug Material) auslöschen.
Terrorismus blüht auf

Und Strom wird geliefert.
Es gab früher Konzepte, in denen Autos und Flugzeuge mit Atomkraftwerken fuhren, Häuser ihre Energie und Heizwärme aus Fission bezogen etc.

Theoretisch wäre dies möglich. Man hat es aufgegeben wegen Politischer umwelt-Proteste. Machbar wäre es. Politische Entscheidung.




Für das kleine private Raumschiff (wie man es aus Science-Fiction kennt) wäre wohl eher eine ganz andere Technik nötig. Sollte es eines Tages mal möglich sein direkt Materie in jegliche Energie und umgekehrt zu transferieren, dann könnten solche Schiffe z.B. Licht tanken, Treibstoff direkt in kinetisch Energie wandeln, usw.

Das wäre cool, aber das geht wohl auch nen Nummer weniger technologischer Errungenschaften.

(Was ich mich schon immer fragte: Wenn es Zivilisationen wie in den Filmen gäbe, die über so hohe Technologien verfügen, wieso kommt es nicht zum Singularitätspunkt und die Maschinn revoltieren??! Zufall?)

Chrischan
17.02.2009, 17:16
Hallo _Mars_,

Wir können ganze Städte (wenn nicht sogar planeten <- mit genug Material) auslöschen.
Terrorismus blüht auf

Und Strom wird geliefert.
Es gab früher Konzepte, in denen Autos und Flugzeuge mit Atomkraftwerken fuhren, Häuser ihre Energie und Heizwärme aus Fission bezogen etc.

Theoretisch wäre dies möglich. Man hat es aufgegeben wegen Politischer umwelt-Proteste. Machbar wäre es. Politische Entscheidung.
genau das meinte ich. Fissionskraftwerke hätten uns einiges positives bringen können, aber aus verschiedenen Gründen (Ängste, Politik, etc.) merkt man fast nichts davon. Dementsprechend konnte ich deinen Optimismus nicht teilen.


(Was ich mich schon immer fragte: Wenn es Zivilisationen wie in den Filmen gäbe, die über so hohe Technologien verfügen, wieso kommt es nicht zum Singularitätspunkt und die Maschinn revoltieren??! Zufall?)
Andere Zivilisationen könnten ganz andere Ansichten und Einstellungen (Moral, Ethik, etc.) besitzen. Eventuell wäre es für sie undenkbar an KI o.ä. zu forschen. Vielleicht hätten sie aber auch nicht unsere Faulheit inne und würden deshalb auch nur bestimmte Arten von Maschienen entwickeln.
Nur weil wir oftmals Probleme mit unserer Technologie haben heißt es noch nicht, daß auch andere Zivilisationen ähnliche Probleme hätten.
Besonders wenn es sich um so hoch entwickelte Zivilisationen wie in manchen SciFi-Filmen handelt, kann man davon ausgehen, daß diese schon so manchen kritischen Punkt (irgendwie) gemeistert haben.
Oder aber auch: Wer hat denn gesagt, daß die hoch-technischen Zivilisationen im Universum biologisch sind?

Gruß, Christian

mac
17.02.2009, 18:31
Hallo _Mars_,


Es gab früher Konzepte, in denen Autos und Flugzeuge mit Atomkraftwerken fuhren, Häuser ihre Energie und Heizwärme aus Fission bezogen etc.

Theoretisch wäre dies möglich. Man hat es aufgegeben wegen Politischer umwelt-Proteste. Machbar wäre es. Politische Entscheidung.Es gab früher vieles, was sich später nicht verwirklichen ließ. Die Entwicklung eines Atom-Flugzeuges wurde nicht aus politischen oder umweltpolitischen Gründen eingestellt, sondern weil die konventionellen Flugzeuge dieses Projekt, trotz seiner massiver Finanzierung, in der gleichen Zeit weit in den Schatten gestellt haben und weil die Raketentechnik es sogar für militärische Zwecke schlicht überflüssig machte.

Übrigens ist man dabei nur bis zu 1/100 der Leistung eines Eurofighters gekommen in einem etwa 10 mal so schweren Flugzeug, ohne die Besatzung, geschweige denn die Umwelt, vor Schaden ausreichend schützen zu können und das mit den Maßstäben einer Zeit, als dieser Schaden noch von sehr untergeordnetem Interesse war.
http://de.wikipedia.org/wiki/Convair_X-6
http://www.megazone.org/ANP/atomair.shtml

Herzliche Grüße

MAC

mac
17.02.2009, 18:52
hier sind übrigens die beiden, von GE gebauten Atomreaktoren (links, auf dem Parkplatz) abgebildet.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ebr-1.zdv.jpg&filetimestamp=20060720191612

MAC

_Mars_
17.02.2009, 20:47
@Chrischan

Stimmt eigentlich...
Vieles wird abgebrochen, was uns weiterbrächte...

Zu KI: z.B. Star Wars: Raumschiffe, die x-Fache Lichtgeschwindigkeit fliegen können - da kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Solche Zivilisation keine KI entwickelt hätte... Ok, die Roboter haben welche.

Ich denke aber, dass es mit zunehmender KI über Singularitätspunkt nahezu unmöglich ist, einen Konflikt zu vermeiden.
Denn ein Roboter sieht einen Mensch bestenfalls als unnützes Interaktionsobjekt. schlimmer kommts, wenn er ihm im Weg stehen sieht, dann läuft das in die Datenbank... Und er sendet das ans Robonetzwerk ... und gute nacht, menschheit...
Ausser man baut ihnen Gefühle ein, was aber bei den ersten KI's noch nicht die Priorität sin wird. Und das ist der fatale Fehler. Jede Zivilisation könnte sowas haben..