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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Silicon Sapiens



Dgoe
23.06.2015, 02:05
Der nächste ganz große Evolutionsschritt. KI (Künstliche Intelligenz).

Lange schon gesehen, anvisiert. Aber spult man einmal imaginär 20 oder 50 oder 500 Jahre vor, oder warum nicht auch gleich 5000 Jahre oder 5 Millionen Jahre.

Sofern das intelligente Leben unter dem Begriff Homo Sapiens nicht schon längst Geschichte ist, hat sich vielleicht vor dessen Ende oder überhaupt währenddessen seiner Existenz eine ganz neue Form von Leben entwickelt, aber so ganz ganz neu.

Nicht auf Translation, DNA, RNA, Proteine, Kohlenstoff basierend, sondern auf Designermaterialien, auf Silicium, auf Germanium, auf Quanten, auf was auch immer eine fortschrittliche Industrie produzieren kann. Nano, Mikro, Laser, Kondensat, Fullerene, egal.

Letztlich natürlich schon basierend auf die biochemischen Erschaffer, aber nicht auf deren (bio)chemischen Grundlage aufgebaut. Sondern auf einer Grundlage, die sie, die Erschaffer, erst hergestellt haben.

So wie damals Mikroorganismen erst die Grundlage Sauerstoff erschaffen haben, oder wie viele andere Schritte vorher und danach.

Dieses mal allerdings ein grundlegend anderes neuartiges Wesen. Die hochgradig intelligente, sich selber bewusste, der Sprache mächtige "Maschine". Ob sie mit Selbsterhaltungsbedürfnis auszustatten überhaupt noch nötig wäre, lasse ich mal offen, ich denke nicht.

Das ist zu diesem Zeitpunkt natürlich keine Maschine mehr, sowenig wie wir Algen sind. Es ist ein Lebewesen, auf dem Milieu gewachsen, dass wir bereit gestellt haben.

Ganz einfach.

Gruß,
Dgoe

Dgoe
24.06.2015, 00:57
Und

Da komme mir keiner, von wegen nicht Mainstrem, das ist volle Pulle Mainstream.

Muss man dann ja nicht sogleich mit einem Terminator-Film verwechseln. Episode 49. Das ist handfestes Zukunftsszenario. Daher hier auch unter "Blick in die Zukunft allgemein".

Es ist sogar unausweichlich so, wenn wir nicht vorher draufgehen und damit dieser Sprung nicht kommen könnte, er wird ansonsten aber kommen, das ist sonnenklar.

Irgendwelche Einwände?

Gruß,
Dgoe

Bernhard
24.06.2015, 01:45
Irgendwelche Einwände?
Nicht unbedingt, nur dass wir dieses Thema bereits ausgiebig (http://astronews.com/forum/showthread.php?7386-Was-haltet-ihr-vom-Transhumanismus) und auf deutlich höherem intellektuellen Niveau diskutiert haben.

Dgoe
24.06.2015, 02:26
Tja,

Transhumanismus ist wohl tatsächlich zu hoch, und darin sehe ich absolut gar keine Möglichkeiten, während ich etwas ganz bodenständig plausibles anspreche.

Up 2u

Bernhard Kletzenbauer
24.06.2015, 03:21
Weit vor dem Jahr 2000 gab es Phantasien, was wohl in diesem Jahr möglich ist. Bildtelefon, fliegende Autos, "Kirk an Enterprise"-Kommunikator, Haushaltsroboter, ...
Bis aufs Handy hat sich nichts davon im großen Stil durchgesetzt. Prototypen gibt es zwar, aber eben nicht die Massenanwendung.
Lernende Roboter wuseln durch Unis, spielen Fußball gegeneinander, sind zur Zeit kuriose Spielzeuge. Aber es gibt noch keine Software, die sich der eigenen Existenz bewußt ist. Und wenn es sie mal geben sollte, bekommt sie "Menschen"-Rechte (Nr. 5 lebt) oder wird sie als Sklave mißbraucht?
Was wird diese Intelligenz anstellen, sobald sie per Internetzugang auf das gesamte digitale Wissen der Menschheit zugreifen kann? Kann sie Fakten von Nonsens unterscheiden?
Das menschliche Hirn ist Ergebnis einer Jahrzehntausende langen Evolution. Das kann nicht innerhalb von Dekaden nachgeahmt werden. Vielleicht gibt es mal einen Prototypen. Irgendwann verstaubt der in einem Museum.

Kibo
25.06.2015, 00:20
Das menschliche Hirn ist Ergebnis einer Jahrzehntausende langen Evolution. Das kann nicht innerhalb von Dekaden nachgeahmt werden.

Evolution ist aber nicht unbedingt intelligent.

Bernhard Kletzenbauer
25.06.2015, 03:45
Einstein merkte das auch: "2 Dinge auf der Welt sind unendlich groß: das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir nicht sicher."


Evolution ist aber nicht unbedingt intelligent.

Bynaus
25.06.2015, 09:32
Das kann nicht innerhalb von Dekaden nachgeahmt werden.

Früher oder später wird das mit Sicherheit geschehen. Und bis dahin sind's eher Dekaden als Jahrhunderte.

Ein wirklich guter, detailierter Artikel zum Thema findet sich hier: http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial-intelligence-revolution-1.html
Es gibt auch noch einen zweiten Teil auf der Seite. Überhaupt sehr empfehlenswert, die Seite. Nur halt auf englisch.

RPE
25.06.2015, 19:39
Früher oder später wird das mit Sicherheit geschehen. Und bis dahin sind's eher Dekaden als Jahrhunderte.

Ein wirklich guter, detailierter Artikel zum Thema findet sich hier: http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial-intelligence-revolution-1.html
Es gibt auch noch einen zweiten Teil auf der Seite. Überhaupt sehr empfehlenswert, die Seite. Nur halt auf englisch.

Bin wahrlich kein Anhaenger von Weltuntergangsszenarien, aber dem Ganzen dort Beschriebenen mit Freude entgegen zu blicken, faellt mir doch etwas schwer...

Bernhard Kletzenbauer
25.06.2015, 19:57
Ich habe den Artikel bei waitbutwhy nur überflogen. Immerhin unterscheidet man zwischen 3 verschiedenen Stadien der künstlichen Intelligenz: Artificial Narrow Intelligence, Artificial General Intelligence, Artificial Superintelligence.
Ich vermute, den letzten Schritt werden die Computerprogramme allein vollziehen, ohne menschliche Mitwirkung. Aber bis dahin sind das erstmal nur Gedankenspielereien. Um sich weiterzuentwickeln braucht die künstliche Intelligenz Sensoren, um die Umwelt wahrzunehmen. Sie wird dann erkennen wie unlogisch sich Homo Sapiens verhält. Was für Folgerungen daraus abgeleitet werden, können wir nicht voraussehen. Ebensowenig können wir voraussehen welche Taten der Erkenntnis folgen. Eine KI wird sicher aktiv mitmischen wollen und nicht nur beobachten und analysieren...

Enas Yorl
25.06.2015, 21:02
Eine KI wird sicher aktiv mitmischen wollen und nicht nur beobachten und analysieren...

Das unterstellt der KI eigene Bedürfnisse, was ja im Grunde die Voraussetzung für geplantes eigenständiges Handeln ist. Damit wäre sie auch kein reiner Logiker mehr, sondern im Rahmen ihrer Bedürfnisse auch Triebmotiviert. Und damit einen Schritt dem Menschen ähnlicher, als der reine Logiker.

Dgoe
25.06.2015, 23:07
Super Link,

Merci Bynaus. Ich lese den Artikel detailliert, aber ich habe erst die Hälfte von Part 1 geschafft. Ist auch etwas länger, als ich dachte...

Etwas Kritik hätte ich dazu schon, aber nicht jetzt, erst weiterlesen.

@Bernhard K.:
Ungleich dem Terminator-Szenario wird man wohl den Stecker jederzeit ziehen können, nur wird es wohl keiner wollen, ausser jenen, die an den Stecker nicht rankommen vielleicht.

Sinne bzw. Sensoren sind doch kein Problem. Da ist im Gegenteil noch viel mehr Input möglich, wovon wir nur träumen können. Wie Petaweise Datenberge zu verdauen, etc.

Roboter oder ein per Membran oder durch Körperlichkeit geschlossenes System wird es zu Anfang noch am Wenigsten sein.

Irgendwann vielleicht doch, dann könnte es theoretisch durchaus zum Streit oder Waffenabtausch kommen, wenn man die Entität mit Werkzeugen oder gar Waffen versehen hat. Man würde aber kaum einige Milliarden davon herstellen und zusehen ob es gut läuft. Ein durchgedrehter Robo wird einfach per Funk ausgeschaltet, wo ist denn das Problem? Seine fest verdrahteten Schaltkreise kann er nicht ändern.

@Enas Yorl:
Nun, es könnten schon Bedürfnisse integriert sein, wie Akku laden, Stromversorgung, etc. Aber nicht unbedingt programmiert. Eines sich selber bewusstes Wesen, das um seine essentielle Funktionsweise im Bilde ist, wird auch wissen, was nötig ist, um nicht kaputt zu gehen. Und ja, einen gewissen Selbsterhaltungstrieb wird man wohl mitgegeben haben, wenn der sich nicht von selbst einstellt, wer will schon, dass die teure Kreation sich selber bei der erstnächstbesten Gelegenheit zerstört, vor die Wand rennt oder unkörperlich auf andere Art.

Gruß,
Dgoe

Bernhard Kletzenbauer
25.06.2015, 23:15
Ja. Was sonst sollte eine KI ansonsten treiben? Ich erinnere mich an kleine, lernfähige Robots, die ihre Umgebung erkunden sollten und ab und zu unter eine Lampe fahren mußten, um mit den Solarzellen ihre Akkus aufzuladen.
Mit zunemender Anzahl an Robots wird es schwieriger, rechtzeitig unter der Lampe die Akkus zu laden.
Eine hochentwickelte KI muß ebenfalls ihre eigene Weiterexistenz sichern. Das bedeutet Sicherstellung der Energieversorgung und Reparaturen. Völlig unvorhersagbar finde ich die Situation mehrerer KI auf der Erde. Werden sie konkurrieren oder zusammenarbeiten?


Das unterstellt der KI eigene Bedürfnisse, was ja im Grunde die Voraussetzung für geplantes eigenständiges Handeln ist...

Bernhard Kletzenbauer
25.06.2015, 23:37
@Bernhard K.:
Ungleich dem Terminator-Szenario wird man wohl den Stecker jederzeit ziehen können...

Stecker ziehen?
Geht es hier um einen Laptop oder um eine hochentwickelte KI innerhalb eines Cray-Computersystems, oder gar innerhalb des Internets?



...zum Streit oder Waffenabtausch kommen, wenn man die Entität mit Werkzeugen oder gar Waffen versehen hat. ... durchgedrehter Robo wird einfach per Funk ausgeschaltet, wo ist denn das Problem? Seine fest verdrahteten Schaltkreise kann er nicht ändern.

Mit Waffen versehen? Welcher Mensch wird so blöd sein eine KI mit Waffen zu versehen?
Mit Funk ausschalten? Fest verdrahtete Schaltkreise?
Hey, ich dachte es geht hier um eine nächste Stufe der Evolution, um den Silicon Sapiens; und nicht um ferngesteuertes Playmobil-Spielzeug.



@Enas Yorl:
Nun, es könnten schon Bedürfnisse integriert sein, wie Akku laden, Stromversorgung, etc. Aber nicht unbedingt programmiert. Eines sich selber bewusstes Wesen, das um seine essentielle Funktionsweise im Bilde ist, wird auch wissen, was nötig ist, um nicht kaputt zu gehen. Und ja, einen gewissen Selbsterhaltungstrieb wird man wohl mitgegeben haben,...
Na also, geht doch. Soviel zum Thema "abschalten" und "Schaltkreise kann er nicht ändern".
Hollywood ist da mit "Colossus" und "Rasenmähermann" kreativer.
Ein Silicon Sapiens wird an sich selbst rumbasteln um sich zu optimieren. Das beträfe Hardware und Software. Und wie ich weiter oben schon schrieb: wenn er Zugriff zum www hat, dann steht ihm das gesamte digitale Wissen der Menschheit zur Verfügung. Was eine Intelligenz damit anfangen kann, ist für mich nicht vorstellbar. Sie hat etwa 5 Milliarden Jahre Zeit, um ihre Weiterexistenz zu sichern.

Enas Yorl
25.06.2015, 23:47
Ja. Was sonst sollte eine KI ansonsten treiben?

Das hängt ganz davon ab, welche Bedürfnisse (und deren Befriedigung) so eine KI hat. In erster Linie werden die wohl von deren Schöpfer definiert. Man könnte z.B. eine KI auch mit dem Bedürfnis ausstatten, vom Menschen gelobt zu werden. Abhängig von diesen vorgegebenen Bedürfnissen, wäre das Verhalten und die Motivation von KIs dann sehr unterschiedlich.

Eine Vielzahl solcher KIs würde sich wohl vergleichbar unterschiedlich, konkurrierend und unkoordiniert wie die Menschen selbst verhalten. Insofern würde ich mir wenig Sorgen darüber machen, das eine KI zum Schluss kommt, das sich die Menschheit als ganzes nicht logisch verhält. So ein Verhalten ergibt sich zwangsläufig daraus, das hier Individuen handeln. Das wäre bei individuellen KIs, nicht anders.

Dgoe
26.06.2015, 00:39
Werden sie konkurrieren oder zusammenarbeiten?
Beides. Wie wir.


Stecker ziehen?
Geht es hier um einen Laptop oder um eine hochentwickelte KI innerhalb eines Cray-Computersystems, oder gar innerhalb des Internets?
Beides. Du darfst "Stecker ziehen" aber durchaus auch als Metapher verstehen.



Mit Waffen versehen? Welcher Mensch wird so blöd sein eine KI mit Waffen zu versehen?
Ja, so blöd können nur Militärs sein.


Mit Funk ausschalten? Fest verdrahtete Schaltkreise?
Hey, ich dachte es geht hier um eine nächste Stufe der Evolution, um den Silicon Sapiens; und nicht um ferngesteuertes Playmobil-Spielzeug.

Tja, falsch gedacht.


Na also, geht doch.
Ein Spruch zum abgewöhnen, bringst Du dauernd.



Ein Silicon Sapiens wird an sich selbst rumbasteln um sich zu optimieren. Das beträfe Hardware und Software.
Hardware? Denk doch mal scharf nach. Dazu müsste der gesamte Industriezweig selbständig täten werden, bzw. unter selbständiger AI/KI-Kontrolle kommen. Von umgesetzten Ratschlägen mal abgesehen, indirekt schon möglich.



wenn er Zugriff zum www hat, dann steht ihm das gesamte digitale Wissen der Menschheit zur Verfügung.
Wie wenn? Bahnhof? Wake up.



Was eine Intelligenz damit anfangen kann, ist für mich nicht vorstellbar.
Na und?


Sie hat etwa 5 Milliarden Jahre Zeit, um ihre Weiterexistenz zu sichern.
Die Sonne, ja, gibt auch irgendwann ihren Geist auf. Siehe Post 1. Das geht ziemlich genau mindestens tausendfach zu weit, was Du ansprichst.

Gruß,
Dgoe

Enas Yorl
26.06.2015, 01:06
@Enas Yorl:
Nun, es könnten schon Bedürfnisse integriert sein, wie Akku laden, Stromversorgung, etc. Aber nicht unbedingt programmiert. Eines sich selber bewusstes Wesen, das um seine essentielle Funktionsweise im Bilde ist, wird auch wissen, was nötig ist, um nicht kaputt zu gehen. Und ja, einen gewissen Selbsterhaltungstrieb wird man wohl mitgegeben haben, wenn der sich nicht von selbst einstellt, wer will schon, dass die teure Kreation sich selber bei der erstnächstbesten Gelegenheit zerstört, vor die Wand rennt oder unkörperlich auf andere Art.

Wer eine KI entwickeln will, das nicht nur wie ein Schachprogramm alle Möglichkeiten durchrechnet, sondern kreative Eigeninitiative zeigt. Braucht ein System das die KI zum Handeln über die direkte Aufgabenstellung hinaus motiviert. Ohne einen solchen Antrieb, wird eine KI nicht über die reinen vorgegebenen Befehlsvorgaben hinaus handeln. Erst ein solches Motivationssystem, würde eine KI kreativ handlungsfähig machen.

Beispiel: Ein mobiler Roboter wird von einen menschl. Arbeiter über verbale Kommandos gesteuert. Solange er nur auf die Kommandos reagiert, wird er keine Eigeninitiative zeigen. Integriert man nun ein lernfähiges Programm, das auf positive Bestätigung durch den Arbeiter reagiert, kann dieses so neue Fähigkeiten erlernen. Die Handlungsmotivation dieser KI wäre dann, das erzeugen von weiterer positiver Bestätigung durch den Arbeiter.

Dgoe
26.06.2015, 02:04
Wer eine KI entwickeln will, das nicht nur wie ein Schachprogramm alle Möglichkeiten durchrechnet, sondern kreative Eigeninitiative zeigt. Braucht ein System das die KI zum Handeln über die direkte Aufgabenstellung hinaus motiviert. Ohne einen solchen Antrieb, wird eine KI nicht über die reinen vorgegebenen Befehlsvorgaben hinaus handeln. Erst ein solches Motivationssystem, würde eine KI kreativ handlungsfähig machen.
Ja,

da hast Du recht. Nur, dass eine umfassende KI vom Typ II oder III sicher nicht mehr solche Kinderkrankheiten hat. Wir sprechen wohlgemerkt von einem hochintelligentem selbstbewußten Wesen, was auch immer dazu nötig war.

Das ist nur einer von vielen Aspekten, aber die der Reihe nach durchzugehen, ist guter Stoff, ja.

Gruß,
Dgoe

RPE
26.06.2015, 15:19
Erstmal den von Bynaus verlinkten Text lesen, und so manche Diskussion wuerde sich hier eruebrigen...aber ich seh ja ein, selber denken macht halt mehr Spass als vorgekautes, wiederzukaeuen :)

Der beaengstigende Knackpkt ist die Nicht-Liniearitaet. Ich sach nur, Jungs (Maedels natuerlich auch), schnell zurueck auf die Baeume, so lange wir noch koennen ;-)

Bernhard Kletzenbauer
26.06.2015, 19:34
Klingelingeling, here is the wake up call for Dgoe.
Man kann eine KI im Labor einsperren wie ein Versuchstier. Mann kann der KI aber auch Zugriff zum www geben.
Wenn Fall 1 gegeben ist, bleibt die KI blöd.
Wenn Fall 2 gegeben ist, kriegt sie eine Menge Input (wie Johnny Five).
Vielleicht wird sie schlauer, vielleicht noch blöder.


Wie wenn? Bahnhof? Wake up.

Kibo
26.06.2015, 20:33
Eine AGI wird wohl keine Festverdrahtung haben, wenn dass Hardwaresubstrat allerdings wichtig für die Funktionsweise ist, wird die Verbaute Hardware bei entsprechneder Vor- und Aufsicht mittelfristig sich nicht ändern. Sollte das Substrat allerdings egal sein und die AGI freien Internetzugang haben, wird es nicht lange dauern, bis Sie ihren Kernel als Anwaltsrechnung getarnt massenweise per E-Mail verschickt.

Dgoe
28.06.2015, 23:57
Hier mal zum aktuellen Mainstream (https://www.google.com/search?hl=de&tbm=nws&ei=w16QVYjuIMW6-AH545bYAQ&q=roboter+katastrophe+hawking+musk&oq=roboter+katastrophe+hawking+musk&gs_l=mobile-gws-serp.3...3010.5901.0.7089.5.5.0.0.0.0.268.1137.2-5.5.0....0...1c.1j4.64.mobile-gws-serp..5.0.0.9z9kd22rvJM).

Edit:
bzw. hier (http://de.ubergizmo.com/2015/06/28/stephen-hawking-prophezeit-roboter-apokalypse-in-den-naechsten-100-jahren.html)ursprünglich, gerade wiedergefunden.

Dgoe
29.06.2015, 00:03
Sollte das Substrat allerdings egal sein und die AGI freien Internetzugang haben, wird es nicht lange dauern, bis Sie ihren Kernel als Anwaltsrechnung getarnt massenweise per E-Mail verschickt.Lösung: Input ja, output nein - in Sachen www.

Gruß,
Dgoe

Dgoe
06.07.2015, 00:36
Hier (http://www.sueddeutsche.de/wissen/verhaeltnis-von-mensch-und-maschine-die-schuld-des-roboters-1.2549270) mal ein aktueller Presseartikel, leider leider auf Grund eines traurigen Anlasses. Mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen!

Man darf sich fragen, wann Industrieroboter mit zusätzlichen Sinnen, wie stereoskopisches Sehen, gegen Aufpreis nachgerüstet werden? Zu den Kameras natürlich eine KI, die den Input zuverlässig interpretiert.

Nicht etwa, um die Arbeit zu verbessern, nein, nur aus Gründen des Arbeitsschutzes. Denn eine Abzäunung hält viele fern, aber ja eben nicht alle - Mitarbeiter, Techniker, bei Wartung und Konfiguration, halten sich eben unausweichlich manchmal auch Menschen innerhalb der Abzäunung auf.

Ich persönlich kenne Fälle des Straßenverkehrs, wo erst ein Kind angefahren werden musste, bevor die Stadt an dieser Stelle, die vorher schon kritisiert wurde, ein Schild aufgestellt hat - seitdem kein Problem mehr dort. Ähnliches auch bei Flugzeugunfällen, denen Nachbesserungen folgten, meistens ebenso mit Extrakosten verbunden. In diesem Fall wünscht man sich auch Äquivalentes. Sollte man sogar fordern, denn viele denken, geht ja nicht, geht mittlerweile aber eben doch!

Gruß,
Dgoe

ralfkannenberg
06.07.2015, 00:47
Hier (http://www.sueddeutsche.de/wissen/verhaeltnis-von-mensch-und-maschine-die-schuld-des-roboters-1.2549270) mal ein aktueller Presseartikel, leider leider auf Grund eines traurigen Anlasses. Mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen!

Man darf sich fragen, wann Industrieroboter mit zusätzlichen Sinnen, wie stereoskopisches Sehen, gegen Aufpreis nachgerüstet werden? Zu den Kameras natürlich eine KI, die den Input zuverlässig interpretiert.

Nicht etwa, um die Arbeit zu verbessern, nein, nur aus Gründen des Arbeitsschutzes. Denn eine Abzäunung hält viele fern, aber ja eben nicht alle - Mitarbeiter, Techniker, bei Wartung und Konfiguration, halten sich eben unausweichlich manchmal auch Menschen innerhalb der Abzäunung auf.

Ich persönlich kenne Fälle des Straßenverkehrs, wo erst ein Kind angefahren werden musste, bevor die Stadt an dieser Stelle, die vorher schon kritisiert wurde, ein Schild aufgestellt hat - seitdem kein Problem mehr dort. Ähnliches auch bei Flugzeugunfällen, denen Nachbesserungen folgten, meistens ebenso mit Extrakosten verbunden. In diesem Fall wünscht man sich auch Äquivalentes. Sollte man sogar fordern, denn viele denken, geht ja nicht, geht mittlerweile aber eben doch!
Hallo Dgoe,

ausnahmsweise zitiere ich Deinen ganzen Beitrag, da ich der Meinung bin, dass man dem im vollen Umfang und ohne jedes Wenn und Aber zustimmen kann und Du auch die Proritäten richtig setzst. Im Gegensatz zu dem von Dir verlinkten Artikel, der diesen wichtigen Aspekt nicht einmal angesprochen hat.


Freundliche Grüsse, Ralf

Dgoe
06.07.2015, 03:50
Hey,

bedanken wäre deplatziert, aber ich freue mich über Zuspruch. Ich bin nicht ganz glücklich, über den Satzbau in der Mitte, aber hach, wenn es das nur wäre.

Das wäre schon ein riesen extra Ding, da müssen erst mal Anbieter kommen, die das riechen. Die Kunden werden sich winden. Warum?

Ach ja, deswegen (Kosten), grübel... und dennoch ja, weil es dennoch State of the Art werden wird - ganz unausweichlich.

Der Wettbewerb wird werben mit Human Frendly Machines...

Dgoe
06.07.2015, 04:56
Tod durch einen Roboter.


Geht gar nicht.



Geht so dermaßen überhaupt nicht - heutzutage - dass es die Grundpfeiler berührt, die wir erschaffen haben, und auch den kleinen Programmierer in die Verantwortung zieht, der evtl. für den Roboter, den Hersteller mitgeleistet hat (nicht selten so). Sowieso, der Hersteller des Roboters dürfte Besuch bekommen, und das könnte so aussehen:

Kripo: Wieso arbeitet ihr Roboter weiter, obwohl ein Mensch im Weg steht?

Hersteller: Ähm, weil er ihn übersehen hat.

Kripo: Wie kann man so etwas großes, wie einen Mensch übersehen?

Hersteller: ....

Tja. Erklärungsnot.
Aber, der Hersteller findet noch einen Weg, der ungefähr so aussieht:
Hersteller: Unser Roboter killt jeden Menschen, wenn er im Weg steht, weil er ihn nicht sehen kann.

Kripo: Ein potentieller Massenmörder also. War das der erste Mord, den sie mit damit verübt haben?

Hersteller: Nein, da gabs schon mehr, ist aber selten, nur ich bin unschuldig. Ich krieg nur das Geld.

Kripo: Sie wissen, dass mit entsprechenden Hardware- und Software-Updates und -Upgrades dies vermeidbar gewesen wäre?

Hersteller: Nein. Keine Ahnung.

Kripo: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Gruß,
Dgoe

Kibo
09.07.2015, 21:11
Wenn man diesen Chatbot (http://gizmodo.com/googles-neural-network-chatbot-can-discuss-philosophy-a-1715347859)so liest, könnte man meinen, dass es nicht mehr lange hin ist bis zur AGI...

(Achtung englisch, achtung Link zum Paper auf der Seite zu finden)

Dgoe
09.07.2015, 21:41
Das erinnert mich daran, dass Kleinkinder auch erst durch jede jede Menge Input anfangen zu sprechen in Schritten, bei denen man die Wirkung neuen Inputs öfters mal nachvollziehen kann, sogar.

Für 'ne KI/AI wäre, wie schon im Gespräch gewesen, das Www ein Input - vielleicht nur too much. Auf Dialoge reduzierte fokussierte Filme, viele Filme, sind eine hervorragende Idee. Total nützlicher Input ohne Ende, gut sortiert...

Genialer Einfall, wundert mich kaum, dass es gut klappt.

Aber, die Zutaten zum Selbstbewusstsein werden nicht angesprochen. Das G würde ich erst mal streichen.

Gruß,
Dgoe

Klaus
25.07.2015, 02:35
Wir hatten das Thema KI vor längerer Zeit schon mal ...
http://www.astronews.com/forum/showthread.php?3595-Simuliertes-Gehirn-Wir-werden-ewig-leben-im-Silizium/page7
Ich halte starke KI immer noch für eher trival zu generieren aber sehr schwer zu kontrollieren.
Doch vor allem, wie biegt man ihr so etwas wie einen Moralkodex bei?

Dgoe
25.07.2015, 18:15
Hallo Klaus,

schönen Dank für den Link, lese ich dieses WE gerne mal durch.
Über Moral hatten wir auch eine Diskussion einmal, an der ich mich beteiligt hatte - wenn ich nur wüsste wo?

Spontan fällt mir dazu ein, dass der Mensch über diese sogenannten Spiegelneuronen verfügt, welche Empathie unterstützen (oder herstellen).
Dazu kommt, dass er ja ein "Herdentier" ist, also ein soziales Wesen (normalerweise).

Von kulturellen Ausprägungen abgesehen, darf man sich dies also genetisch programmiert vorstellen (oder?).

Ich erinnere dazu nochmals an das Kleinkind im Krabbelalter, das bei einer fingierten Situation einem Erwachsenen behilflich war, einen Bleistift hochzuheben - was man nicht erwartet hatte (kommuniziert über deutliche Gestik).

Die Headlines dazu waren: "Moral doch angeboren?" Oder sinngemäß.

Gruß,
Dgoe

zabki
26.07.2015, 11:11
"Moral doch angeboren?"

na ja, es gibt sicher angeborene moralische Motivationen, aber auch unmoralische. Und ist die Bewertung unserer angeborenen Motivationen als moralisch/unmoralisch nun ebenfalls angeboren?

Klaus
26.07.2015, 11:20
Von kulturellen Ausprägungen abgesehen, darf man sich dies also genetisch programmiert vorstellen (oder?).
Ich vermute, das ist nur in äußerst geringem Maße genetisch vorprogrammiert. Daß ein Kleinkind, dem permanent von Leuten, welche es mögen, geholfen wird, selber auch versucht, Leuten zu helfen, die es mag, kann auch reinem Nachahmungstrieb statt der Empathie geschuldet sein. Die positiven Reaktion als Belohnung solchen Verhaltens fördert anschließend das Verhalten dann und prägt die Denkstrukturen. Der Nachahmungstrieb ist auf Grund des Denk- und Abstraktionsvermögens angeboren und im ganzen Tierreich weit verbreitet. Kleinkinder versuchen ja auch Erwachsene, von denen sie gefüttert werden, ihrerseits mit ihrem Löffelchen zu füttern und ich glaube nicht, daß dies geschieht, weil sie meinten, die Großen hätten ganz riesigen Hunger. Wenn die Großen sich dann nämlich angewidert wegdrehen, freuen sich die Krümmel nämlich und versuchen es vor lauter Empathie krietschend gleich nochmal. Von daher ist Moral vor allem eine Erziehungssache und das gilt natürlich auch für eine KI.

Dgoe
26.07.2015, 23:49
Hi Klaus,

Ja, kann sein. It's all about Spiegelneuronen. Fest verdrahtet, genetisch. Bei anderen Primaten aber weniger. Vielleicht bei Delphinen auch, wahrscheinlich, sind ansonsten dünn gesät. Bei uns maximal.

Es gibt noch viel mehr Konstrukte, wie die ... ich weiß nicht mehr, jetzt nicht Stammzellen, sondern Gebilde, die wie ein Stamm erscheinen. Im Neokortex.

Die Gehirnforschung ist in jedem Fall der Schlüssel. Alles andere ist langweilig, mühselig. Bionik eben. Hier auch.

Und was einfachste Algorithmen bringen können, ist ja bekannt, wie lebendig sie aussehen können. Der Macher von Mathematica (das wahrscheinlich weltweit beste Mathematikprogramm) hat dazu ein Buch herausgebracht, umsonst downloadbar.

See you,
Dgoe

Klaus
27.07.2015, 05:36
Ja, kann sein. It's all about Spiegelneuronen. Fest verdrahtet, genetisch.
Ich würde nicht davon ausgehen, daß da, außer bei sehr einfachen Tieren, viel fest verdrahtet ist. Eher im Gegenteil, alles funktioniert unglaublich dynamisch. Die Grobstruktur des Connectoms ist natürlich genetisch vorgegeben, doch die Details organisieren sich selbst. Was mir dabei schleierhaft ist, sind dabei die Prinzipien der Selbstorganisation, nach denen sich die Neuronen anlagern und verdrahten. Immerhin haben die Neuronen ja selber kein Wissen über das, was sie jeweils beinhalten. Woher weiß das einzelne Neuron somit, ob ein anderes es jeweils aktivieren oder aber hemmen muß?

Bernhard Kletzenbauer
27.07.2015, 20:11
...Was mir dabei schleierhaft ist, sind dabei die Prinzipien der Selbstorganisation, nach denen sich die Neuronen anlagern und verdrahten. Immerhin haben die Neuronen ja selber kein Wissen über das, was sie jeweils beinhalten. Woher weiß das einzelne Neuron somit, ob ein anderes es jeweils aktivieren oder aber hemmen muß?
Ich vermute, daß Selbstorganisation von Software der Schlüssel zur KI ist.
Woher weiß ein Haar ob es wachsen oder ausfallen soll? Woher weiß ein weißes Blutkörperchen ob es fressen oder ignorieren soll? Woher weiß...?
Wahrscheinlich weiß weder Haar noch Blutkörperchen was es tun soll, aber es reagiert auf Umgebungsreize. Eine Software, die sich selbst weiterentwickeln soll, muß ebenso flexibel auf die Umgebung reagieren können. Wie bei Darwins Evolutionslehre des Lebendigen werden auch sinnvolle und nützliche Programmteile einer Maschinerie weiterbestehen und unnütze Teile aussterben. Wenn ein solcher Ablauf erst einmal in Gang gesetzt wurde, kann ein Programm sich optimal an seine Umgebung anpassen. Dazu braucht es allerdings auch Input verschiedenster Sensoren.
Wenn man kleine Bereiche einer Maschinerie oder Software untersucht, dann kann man noch nachvollziehen "wenn sich x ereignet, dann reagiert die Maschine darauf mit Y". Je komplexer aber alles wird, um so schwieriger läßt sich eine Reaktion vorhersagen oder im Nachhinein verstehen.
Ich vernute, daß es irgendwann gelingt eine Software zu programmieren, die sich selbst weiterentwickelt. Aber diese Weiterentwicklung werden Menschen nicht mehr verstehen können.

Klaus
03.08.2015, 13:39
Ich vermute, daß Selbstorganisation von Software der Schlüssel zur KI ist.
Sehe ich ähnlich. Ein statischer vorhandener Anteil der Vorverarbeitung von Umweltreizen ist natürlich Voraussetzung, jedoch bei allem was Situationserfassung und Lernfähigkeit betrifft, muß die Sache äußerst dynamisch sein.

zabki
03.08.2015, 15:38
weiß jemand, wie die KI gegenwärtig mit dem Lösen von sog. "Textaufgaben" bzw. "eingekleideten Aufgaben" (so hieß das zu meiner Schulzeit jedenfalls) zurechtkommt?
Einfachsten Falles nur eine verbalisierte Aufgabenstellung in den Grundrechenarten wie "Was war doch nochmal die Summe von drei und vier?" - oder schon weniger direkt "Drei Kinder sind auf dem Spielplatz. Da kommen noch vier dazu. Wieviel Kinder sind es jetzt?" ... "Anna, Birgitt und Christian spielen auf dem Spielplatz. Da kommen noch Dietmar, Erika, Friedhelm und Gisela. Wieviel Kinder sind es jetzt?" usw. usw.

Klaus
04.08.2015, 19:18
weiß jemand, wie die KI gegenwärtig mit dem Lösen von sog. "Textaufgaben" bzw. "eingekleideten Aufgaben" (so hieß das zu meiner Schulzeit jedenfalls) zurechtkommt?

Die letzte bekanntere Meldung war wohl die über den IBM Watson der bei Jeopardy gewann. (Siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Watson_%28computer%29)
Was das Teil aber letztlich alles kann, weiß ich nicht. Ich kann auch nicht sagen, ob das Teil der Definition von "starker KI" entspricht.

zabki
04.08.2015, 22:28
danke für den Hinweis jedenfalls!

Ralander
06.08.2015, 15:08
Ich vernute, daß es irgendwann gelingt eine Software zu programmieren, die sich selbst weiterentwickelt. Aber diese Weiterentwicklung werden Menschen nicht mehr verstehen können.

Aber das gibt es doch bereits:

Neuronale Netze, beispielsweise Spracherkennung, programmieren sich selbst über positive Rückkopplung. D,h., das neuronale Netz wird "zufällig" verändert, solange bis das Resultat positiv ist. Nach mehreren Schleifen kann das Netz Worte und Sprache erkennen.
Und das besondere, der Programmierer hat keine Ahnung, wie sich das Netz genau verschaltet hat!

zabki
06.08.2015, 18:19
Aber das gibt es doch bereits:

Neuronale Netze, beispielsweise Spracherkennung, programmieren sich selbst über positive Rückkopplung.
ich hätte Bernhard so verstanden, daß er von Software spricht, die sich quasi absichtlich verändert, wie ein Programmierer, der sich selbst programmiert[1], nicht evolutionsartig.

[1]
man könnte vielleicht menschliches gezieltes Lernen (z.B. einer Sprache) so beschreiben.

Struktron
06.08.2015, 19:08
Hallo,

wie seht Ihr die Gefahr von "Telepathie-Implantaten"?
Meine Enkel und alle in ihrer Umgebung sind ganz wild auf Smartphone, um damit Spiele mit und gegen Freunde,... zu spielen. Der Zugriff aufs Wissen der Welt (Wikipedia, Google,...) möchte auch immer und überall genutzt werden. Die Gefahr der Unaufmerksamkeit im Verkehr ist bekannt. Wird nun eine direkte Verbindung ins Gehirn geschaffen, können auch Einflüsse für die Sicherheit, die Nutzung unter bestimmten Bedingungen,... ausgeübt werden. Das könnte positiv sein.

Aber ... kommen wir so nicht in Orwells 1984? Können uns Bücher vor Datenmanipulation retten?

MfG
Lothar W.

Dgoe
16.12.2016, 14:16
Wieder tut sich etwas. Google Translate soll sich wesentlich verbessert haben, man hat das System auf KI umgestellt, zur allgemeinen Begeisterung.

http://nytimes.com/2016/12/14/magazine/the-great-ai-awakening.html

Aus dem englischen Artikel hier ein Ausschnitt, zugleich als Probeübersetzung:


Der Große A.I. Erwachen
Wie Google die künstliche Intelligenz benutzte, um Google Translate, einen seiner populärsten Dienste, zu verwandeln - und wie das Lernen von Maschinen dazu beiträgt, das Computing selbst neu zu erfinden. Von Gideon LEWIS-KRAUS DEZEMBER 14, 2016 Prolog: Sie sind, was Sie gelesen haben
Am späten Freitagabend, Anfang November, war Jun Rekimoto, ein angesehener Professor für Mensch-Computer-Interaktion an der Universität Tokio, Online-Vorbereitung für einen Vortrag, als er anfing, einige eigenartige Beiträge auf Social-Media-Rollen zu bemerken. Anscheinend hat Google Translate, der beliebte Maschinendienst der Firma, plötzlich und fast unermesslich verbessert. Rekimoto besuchte Translate selbst und begann damit zu experimentieren. Er war erstaunt. Er musste schlafen, aber Translate weigerte sich, seinen Griff auf seine Phantasie zu lenken. Rekimoto schrieb seine ersten Ergebnisse in einem Blog-Post. Zuerst verglich er einige Sätze aus zwei veröffentlichten Versionen von "The Great Gatsby", Takashi Nozakis 1957-Übersetzung und Haruki Murakamis neuere Iteration mit dem, was diese neue Google-Übersetzung produzieren konnte. Die Übersetzung von Murakami wird in "sehr poliertem Japanisch" geschrieben, erklärte mir Rekimoto später per E-Mail, aber die Prosa ist deutlich "Murakami-Stil". Im Gegensatz dazu liest die Google-Übersetzung trotz einiger "kleiner Unnatürlichkeit" Aufrechtzuerhalten. Die zweite Hälfte der Rekimoto-Post untersuchte den Dienst in die andere Richtung, von Japanisch zu Englisch. Er stürzte seine eigene japanische Interpretation der Öffnung zu Hemingways "The Snows of Kilimanjaro" ab, dann lief diese Passage zurück durch Google ins Englische. Er veröffentlichte diese Version neben Hemingways Original und fuhr fort, seine Leser einzuladen, zu erraten, was die Arbeit einer Maschine war.
...

Nicht schlecht! :) (Ich habe nur 2 Zeilenumbrüche eingefügt, einmal nach dem Titel und einmal zwischen Datum und Prolog)

Gruß,
Dgoe

P.S.: @Dip: Russisch ist noch nicht dabei, kommt aber wohl noch.

Ich
16.12.2016, 18:06
Interessant.

Dgoe
17.12.2016, 17:52
Interessant.
Indeed.
Insbesondere auch die Hintergrundberichte, die auf dieser Webpage (http://nytimes.com/2016/12/14/magazine/the-great-ai-awakening.html) (=Link oben) verfasst wurden.

Das Beste zum Thread-Thema, was ich bisher gelesen habe. Wohlgemerkt öffnet sich unter "read more" (am Anfang den Text typisch wegblendend, nach einem Screen) nicht etwa nur ein Text in üblicher Artikellänge, sondern eher etwas im Umfang einer stattlichen Broschüre oder gar schmalen Buches. Dieses habe ich, auch ehrlich gesagt, über die Tage erst sukzessive weitergelesen. Phänomenal. Der Hammer.

Kann man sich auch auf Deutsch übersetzen lassen, schmerzfreier denn je, worum es ja u. a. auch geht gerade. Einfach kopieren und in Google Translate (https://www.google.de/search?q=Google+Translate) reinschmeißen (unten Zielsprache wählen, dann kopieren und am Besten in einem Text-Editor (bzw. Word) ablegen, zum Lesen), oder ganz einfach in Chrome über 'diese Seite übersetzen'.



Also, es geht um A.I. (K.I.), Google Brain (Project), u. a. und darüber, dass der Weg nicht an Sprache/am Sprachverständnis vorbei führt. Translate umzustellen, war jetzt nur ein Meilenstein, wie auch eine mal nötige Verkörperung zu einem konkreten 'Produkt'.


Was zwischenzeitig schon möglich war:

Google Brain’s investment allowed for the creation of artificial neural networks comparable to the brains of mice.

Google-Brain-Investitionen erlaubten künstliche neuronale Netzwerke, vergleichbar mit dem Umfang von dem Gehirn von Mäusen.

Edit: Wohlgemerkt "Umfang", nicht unbedingt auch 'Struktur'.

Gruß,
Dgoe

Bernhard
17.12.2016, 20:09
Indeed.
Bei aller Begeisterung für die Digitalisierung möchte ich auch daran erinnern, welch überbordenden Strommengen die Rechnerfarmen von google und Facebook verbrauchen. Ich persönlich frage mich da schon, ob es nicht besser wäre vorrangig menschliche Übersetzer, bzw. persönliche Kontakte zu nutzen, anstatt den Strom mehrerer AKWs in ein "Mäusegehirn" zu stecken.

Kurz, ich denke, die Reise geht schon jetzt in eine andere Richtung. Die Politik bekämpft zum Glück mehr und mehr die organisierte Kriminalität im Internet. Auch hier fragt man sich, warum hat das so lange gedauert. Musste da erst ein Ed Snowden kommen, um den "technik-geilen" Leuten wenigstens ein müdes Auge zu öffnen?

Was haben neuronale Netze im Aktienhandel zu suchen? Die breite Mehrheit sollte vielmehr schon jetzt aufpassen, sich nicht die Kontrolle über diese Technik abnehmen zu lassen.

Dgoe
17.12.2016, 21:15
Hallo Bernhard,

ich freue mich sehr über ein Feedback oder Diskussion überhaupt. Daher ja hier platziert.

Vorrangig würde ich dich inständig bitten, Dich mit der zugegebenermaßen aufwendigen Lektüre des obigen Links vertraut zu machen.

Es geht hier um richtig viel. Kosten sind enorm, ja. Was kostet nochmal die ISS? Curiosity und dergleichen oder CERN, LIGO, Planck, etc? Es geht um Grundlagenforschung hier und ja, auch Output.

Soweit zum ersten Absatz. Ansonsten zum Zweiten: Die Politik verhält sich vollkommen machtlos gegenüber der digitalen Kriminalität. Diktatorische Regeln sind nur kaum gefragt, vielmehr sollten Heere an menschlichen Beamten regulieren, da ist Bedarf dran, an Menschen.

(So wie ich auch Forumstechnisch argumentiert habe, nicht unmöglich allumfassende Regeln, sondern menschliche moderierende Intervention aufgrund weniger guter Regeln. Könnte aber auch Mist sein, es geht schon um die konkreten Inhalte im Kontext zur Menschenrechtscharta usw.)

Absatz3: Was Algorithmen schon im Aktienhandel zu suchen haben, wieso nicht neuronale Netzwerke. Try and error. Wenn Du mit Deiner super genialen Idee pleite gehst, tja. Wenn nicht, jo.

Was willst Du? Den Fortschritt in allen Bereichen aufhalten, außer in der Physik? Die Freiheit einschränken...

Gruß,
Dgoe

Dgoe
17.12.2016, 21:25
Zum konkreten Text oben, sollte meiner Meinung nach durchaus auch etwas die explizite Variante rechnung tragen, nicht nur um Kosten zu sparen. Dazu hätte ich, was die liguistische Seite betrifft, sogar Ideen.

Bernhard
17.12.2016, 23:39
Hallo Dgoe,


Was willst Du? Den Fortschritt in allen Bereichen aufhalten, außer in der Physik? Die Freiheit einschränken...
auf Fragen zu meiner Person werde ich in diesem Forum bis auf Weiteres nicht mehr antworten.

Dgoe
18.12.2016, 00:14
Es könnten nicht nur Synergien zum Fortschritt beitragen:

http://www.techtimes.com/articles/188966/20161215/google-could-kill-off-samsung-galaxy-s8-ai-assistant-and-it-just-might.htm

Viv konnte bei kombinierten oder längeren Fragen als Sprachassistent durchaus punkten zu Googles Assistent, soweit ich gelesen habe zuletzt, ohne einen Link dazu. Hier nur einen hervorgeholten Link von Aberdutzenden.



Auffällig ist, dass der Wettbewerb hier für den sogenannten Endverbraucher auch hinderlich sein kann.
Einfach weil Innovationen aufgekauft werden und der Käufer eine andere Firma ist, als die andere, die sonst recht vorne ist.

Apples Siri gibt es ja auch noch und facebooks M (nie gesehen)? da wär noch Microsoft mit Cortana, seufz. Mister Watson, IBM.

Die synergiEn auch bestimmt nicht mehr. Und in den den Unis dürften sie auch nur noch Bauklötze staunen. Es wird irgendwann Fächer geben, die nur noch nachvollziehen, wie so etwas überhaupt von den veralteten Grundlagen aussieht, bestenfalls. Unsere Forschungsgeschichte wird zunehmend ein Betriebsgeheimnis. Irgendwann unverstanden und sowieso nicht unabhängig reproduzierbar.


Offenbar sind von den Universitäten alle Profs und gute Studenten dazu längst eingekauft und kommen wegen gigantischen Ressourcen-Bedarfs auch nur in Kooperation mit jemand wie Google weiter. Andere gucken in die Röhre, oder finden halbwegs Ebenbürtige.

Was da noch als ein Student oder Prof mal als irre Innovation anbringen könnte, im Kleinen, läuft doch sicher unter steil ansteigend "Du hast den Schuß nicht gehört", outdated, immer mehr. Ganz selten vielleicht noch respektabel. Die nötigen Systeme vorne weg...

Vielleich kauft auch Google Samsungs Viv auf oder verhandelt.


Was aber recht sicher lange nicht wieder in unserer Geschichte asbald passieren wird: Dass staatlich geförderte Instiutionen das Geld und die Mittel haben, wie eines der 3-4 größten Firmen der Welt. Mit Abstand. So groß, dass man ohne die Power, ohne die Möglichkeiten, ohne die Rechenpower, quasi nur noch mit Spielzeugen spielt auf Kinderniveau.

So.

Dgoe
18.12.2016, 01:29
... ob es nicht besser wäre vorrangig menschliche Übersetzer, bzw. persönliche Kontakte zu nutzen, anstatt den Strom mehrerer AKWs in ein "Mäusegehirn" zu stecken.

war etwas worauf ich einging.


auf Fragen zu meiner Person werde ich in diesem Forum bis auf Weiteres nicht mehr antworten.
Was genau soll das jetzt? Auf Deine Person geht niemand hier ein, ich auch nicht. Natürlich abgesehen davon, dass Deine Rede Dir entfleucht ist, somit Du Ansprechpartner bist, en persona.

Du stelltest mir zuletzt auch eine Frage, auf die ich geantortet hatte. Danach war nix, schade. Und jetzt ziehst Du unverhofft, einfach so den Schwanz ein? Oberseltsam, wer hat dich denn weichgekocht?

Entweder Du stehst zu Deinem Wort, oder lass es mit den Foren!

Gruß,
Dgoe

Dgoe
18.12.2016, 01:40
Wenn hier jemand nicht online sein will, dann einfach nicht hierher klicken, oder wenn schon da, einfach wegklicken. Was hab ich denn verbrochen Bernhard, dass Du so reagierst? Ich finde das sehr ärgerlich, jetzt. ALSO RICHTIG .

Bernhard
18.12.2016, 10:02
Hallo Dgoe,


Was hab ich denn verbrochen Bernhard, dass Du so reagierst?
Du solltest Dich nicht so leicht provozieren lassen.

Ralander
24.12.2016, 11:51
Was haben neuronale Netze im Aktienhandel zu suchen? Die breite Mehrheit sollte vielmehr schon jetzt aufpassen, sich nicht die Kontrolle über diese Technik abnehmen zu lassen.

Hallo Bernhard,

ich sehe die unglaubliche Power, die in den künstlichen, neuronalen Netzwerken steckt, genauso skeptisch wie du.
Wir sollten uns klar sein, dass wir mit dieser Technologie vielleicht die "Büchse der Pandora" öffnen.

Wenn wir nicht aufpassen, könnten wir komplett die Kontrolle über existenzielle Lebensbereiche verlieren.
Ein Crash im weltweiten Aktienhandel wäre nur ein Beispiel und kein menschlicher Experte könnte mehr nachvollziehen, wie warum und weshalb die neuronalen Netzwerke es zu einem solchen Crash haben kommen lassen!

Ich befürchte nur wir können diese Entwicklung nicht aufhalten. Wir sollten uns aber der existenziellen Gefahren bewusst sein (die Börsen-Gurus sind sehr wahrscheinlich mit solchen ethischen Fragen komplett überfordert)!

Dgoe
25.12.2016, 21:04
Wir sollten uns klar sein, dass wir mit dieser Technologie vielleicht die "Büchse der Pandora" öffnen.

Wenn wir nicht aufpassen, könnten wir komplett die Kontrolle über existenzielle Lebensbereiche verlieren.

Hallo Ralander,

meiner Meinung nach ist das substanzlose Angstschürerei und eher das Szenario eines Hollywood-Streifens, wie 'Terminator'. Gesunde Skepsis ist natürlich wichtig.




Ein Crash im weltweiten Aktienhandel wäre nur ein Beispiel und kein menschlicher Experte könnte mehr nachvollziehen, wie warum und weshalb die neuronalen Netzwerke es zu einem solchen Crash haben kommen lassen!

Baugleich hätte man das auch zu bisherigen Software-Algorithmen sagen können, die den Handel zu großen Teilen vollführen. Vor einigen Monaten ist es übrigens auch zu genau solch einem (kleinen) Crash (http://spiegel.de/wirtschaft/a-1115667.html) gekommen, passt wie angegossen.

Vielleicht würden neuronale Netzwerke sogar besser klarkommen, als die vergleichsweise eher starren Algorithmen.

Zu beachten ist auch, dass der Handel aus einer Vielzahl von Teilnehmern besteht und keiner von denen vertraut seine Milliarden gerne einem 'durchgeknallten' autonomen Computernetzwerk an. Wie auch jetzt schon, werden Fallbacks, Limits und andere Sicherungen im Falle des Falles zur Schadensbegrenzung eingesetzt.
Versprechen neuronale Netwerke, beispielweise durch Testläufe, jedoch höhere Gewinne, als bisherige Methoden, wird das Ganze sicherlich auch vermehrt Einzug finden.




Ich befürchte nur wir können diese Entwicklung nicht aufhalten.
Wohl wahr.

Links:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hochfrequenzhandel-in-der-kritik-maschinen-regieren-die-boerse-1.1441262-2

http://wiwo.de/impressum/datenschutzerklaerung/boerse-wie-computerhandel-einen-boersencrash-ausloeste/4715168.html?mwl=ok

https://focus.de/finanzen/boerse/roboter-als-haendler-wenn-millisekunden-entscheiden-was-loest-einen-boersencrash-aus_id_5205415.html

https://faz.net/aktuell/finanzen/aktien/boersencrash-china-setzt-handel-abermals-aus-14001373.amp.html

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Flash_Crash

http://n-tv.de/wirtschaft/Flash-Crash-Haendler-gesteht-Manipulation-article19055696.html


Frohe Weihnachten,
Dgoe

Dgoe
25.12.2016, 23:31
Da gibt es auch noch die Schwarmintelligenz. Hier etwas aus diesem Fundus:

http://unu.ai/what-is-unu/

http://unu.ai/press/

http://unu.ai/publications/


Frohe Weihnachten,
Dgoe

Dgoe
10.01.2017, 21:05
Mehr News:

Wie nun berichtet wurde, haben die US-Streitkräfte schon im letzten Oktober einen Scharm Mikrodrohnen, 103 Stück, je 16 cm groß, erfolgreich getestet. Sie werden durch ein System künstlicher Intelligenz gesteuert und könnten zur Aufklärung eingesetzt werden.

http://spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/a-1129286.html


Sehr informativ auch dieser umfangreiche Artikel rund um die KI, bzw. AI:
http://spiegel.de/netzwelt/gadgets/a-1126718.html

Enjoy :)

Gruß,
Dgoe

Bernhard
24.01.2018, 23:35
ich sehe die unglaubliche Power, die in den künstlichen, neuronalen Netzwerken steckt, genauso skeptisch wie du.
Etwas off topic aber dennoch interessant: Blade Runner Suite - The Danish National Symphony Orchestra feat. David Bateson (https://www.youtube.com/watch?v=VZ7Busuk--Q)