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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : In x Jahren



Der mit dem Franz golft
22.04.2006, 23:50
Hallo zusammen!

Wie wird die Raumfahrt in der Zukunft aussehen?


In 10 Jahren: Neue Generation der bemannten Raumfahrzeuge, CEV für Amerika, Kliper für Russland. Beide Nationen bereiten sich auf eine Mondmission vor. China hat begonnen, seine Raumstation aufzubauen. Indien und Japan haben ihrer ersten ???Nauten ins All geschickt. Die ersten Firmen bieten touristische Raumflüge an.

In 20 Jahren: Amerika und Russland waren wieder auf dem Mond, sind auf dem Weg zu Mars. Europa beginnt mit der Planung eines eigenen bemannten Raumgefährts.

In 30 Jahren: Erster Mensch auf dem Mars. Auf dem Mond sieht es aus wie heute in der Antarktis: Menschenleere Wüste, ein paar Forschungsstationen. Der erste private Mondflug wird realisiert. Für einen Transferflug Erde-Mond benötigen die führenden Raumfahrtnationen noch 36 Stunden.

In 40 Jahren: Revolution in der Raumfahrt: Erste Raumfähre, die wie ein Flugzeug starten und landen kann. Ein privater Besuch auf dem Mond durch ein privates Unternehmen kostet "nur" noch 100000 $

;) nicht ganz ernst nehmen

to be continued...

Bynaus
24.04.2006, 09:57
In 10 Jahren: Das CEV ist einmal geflogen, Clipper fliegt, unbemannte Missionen von China und Indien zum Mond. Diverse private Firmen bieten den Zugang zum (suborbitalen und orbitalen) Weltraum für alle an. China baut sein Modul an die ISS an. Globale Wirtschaftskrise.

In 20 Jahren: China ist auf dem Mond gelandet, Russland hat mit Hilfe privater Investoren aus der Golfregion ebenfalls den Mond erreicht und bringt Helium-3 zu Testzwecken zur Erde zurück. Amerika hat das CEV längst aufgegeben und mietet sich auf den Raumfahrzeugen privater Anbieter ein. Das erste Orbitalseil wird gebaut.

In 30 Jahren: Forschungsstationen und Teleskope auf dem Mond. Erster (privat finanzierter und international durchgeführter) Marsflug. Im Marsorbit wird ein Orbitalseil abgewickelt, über das in Zukunft Material auf die Oberfläche transportiert werden soll. Nuklear-elektrisch betriebene Raumsonden erforschen erneut das Sonnensystem, ein leistungsfähiges Datennetzwerk wird aufgebaut.

;)

Anac
29.04.2006, 20:24
in 40 Jahren: Der erste Fusionsreaktor geht an Netz. Bemannte Forschungsstation auf dem Mars. Mehrere Sonden werden gestartet, um den Kuipergürtel genau zu kartographieren. Großangelegte Programme reinigen den Erdorbit vom Schrott der letzten 90 Jahre.

in 45 Jahren: Erste "echte" Auswanderer beziehen ihre Habitate auf dem Mond. Die Rolling Stones spielen ihr Abschiedskonzert auf einer privaten Mondstation.

in 50 Jahren: Revolutionäre Erkenntnisse in der Physik geben Hoffnung auf eine baldige Antriebstechnologie für interstellare Reisen. Erdbevölkerung übersteigt 13 Mrd. Einwohner.

in 55 Jahren: In der Atmosphäre eines extraterrestrischen Planeten werden Anzeichen für mögliches Leben entdeckt. Baubeginn von FCKW-Fabriken auf Mars zwecks Terraforming. Comeback der Rolling Stones (Keith Richards wörtlich: "Der Alk hat uns konserviert!").

in 60 Jahren: Testphase des ersten Interstellarantriebs. Künstliche Gravitationstechnik ausgereift.

in 65 Jahren: Nanofabriken sind in der Lage synthetische Nahrung herzustellen und damit große Probleme der Menschheit zu lösen. Die reichen länder führen ihre Kriege fast nur noch mit ferngelenkten oder selbststeuernden Robotern.

;)

ispom
29.04.2006, 20:53
naja, mein Senf auch noch dazu, aber sehr ernst gemeint:

Das Marsterraforming ist das Jahrtausendprojekt der Menschheit.
das heißt:
in 50 Jahren wird der erste echte Marsianer geboren, die Eltern sind ständige Bewohner eines Habitats.
in 200 Jahren ist die Marsbevölkerung im wesentlichen autonom, fusionskraftwerke liefern die benötigte energie, lebensnotwendige Dinge werden selbst produziert.
in 300 Jahren beginnt das terraforming mit der Erzeugung einer künstlichen freien atmosphäre
in 1000 Jahren kann man ohne druckanzug und atemgerät auf dem Mars spazierengehen

in 1500 Jahren bauen Marsianer und Erdlinge zusammen Elemente einer dysonsphäre, künstliche Wohn-und Arbeitsensembles ohne Bindung an einen Planeten
mit diesen Erfahrungen beginnen die vorbereitungen auf eine interstellare Reise,
in 2000 Jahren startet eine Raumarche, ein Generationenraumschiff und verläßt das sonnensystem.
voraussichtlicher antrieb: Bussard-ramjet.

meint Ispom

Nightflyer
22.05.2006, 18:10
[setSarkasm=slight]
5 Jahre: Die ISS wird von einem Schrottstück getroffen und stürzt ab
10 Jahre: Die erste Mondbasis wird mithilfe privater Sponsoren gebaut, auf dem Mond wird ein von der Erde aus sichtbares Plakat mit dem Slogan "Dring Coke" ausgebreitet.
15 Jahre: Bauteile für eine Marsfähre werden auf den Mond geschafft und dort zusammengebaut
20 Jahre: Erste bemannte Marsmission, scheitert aber weil die Amis und Engländer wieder mal mit Inches und Gallonen gerechnet hatten anstelle wie alle andern mit Zentimeter und Litern.
25 Jahre: Noch ein versuch und siehe da die Besatzung kehrt wohlauf zurück. Gesteinsproben enthalten bakterienähnliche Lebensformen welche sich von CO2 und UV-Strahlen "ernähren".
50 Jahre: Erste bemannte Raumfähre druchquert Asteoridengürtel - und wird nicht mal getroffen
52 Jahre: Fähre erreicht Saturn, Leck, alle tot
etc.

Kibo
26.07.2011, 15:11
Schaut an es sind 5 Jahre vergangen und die ISS fliegt noch

Eigentlich ein schöner Thread zum ausgraben. Bynaus steht deine Prognose noch?

mfg^^

Bynaus
26.07.2011, 16:30
Hach, was war ich damals jung und naiv... ;)
Das sollte man als to-do-Liste lesen, nicht all will-do... (daher auch der Smiley)

Frankie
26.07.2011, 16:35
Immerhin: die Rolling Stones sind auf dem besten Weg ... :cool:

comrad
26.07.2011, 17:10
Indien und Japan haben ihrer ersten ???Nauten ins All geschickt.
Gute Frage, die chinesischen Astronauten werden afaik Taikonauten genannt.

PlanetHunter
26.07.2011, 17:11
Netter Thread :)
Nun, die globale Wirtschaftskrise haben wir ja schon (gehabt) - hoffen wir mal, dass es in 5 Jahren nicht noch härter kommt!

Hier sind meine 2 Cents (damit ich in 5 Jahren auch mal sagen kann, dass ich damals jung und naiv war ;-) ):
- in 10 Jahren: NASA, ESA, JAXA, ISRO und andere kleinere Organisationen verschmelzen zur ISA, der International Space Agency. Die NASA war anfangs noch dagegen, sah aber letztenendes keinen Ausweg mehr aus den immer mehr zusammengestrichenen Budgets. China und Russland halten sich vorerst raus. Startplätze werden aus ökonomischen Gründen nur in Kourou und Cape Canaveral errichtet.
- in 12 Jahren: Zwischen China und den USA entflammt ein zweiter kalter Krieg, der allerdings nicht mit Waffen gefochten wird, sondern im Internet stattfindet. Da sich Russland aber als neutral erklärt, findet keine zweite Blockbildung statt und die politische Lage in China destabilisiert sich mehr und mehr aufgrund autarker Internetversorgung via amerikanischer Satelliten. Gerade die Menschen unter 40 wagen sich auf die Straße und bringen das Regime ca. 2026 zu Sturz. Nordkorea stürzt mit und es beginnt eine spannende Periode des demokratischen Aufbaus in Asien, v.a. gestützt durch Sükorea und Japan. CSNA und Roskosmos treten 2030 der ISA bei.
- in 15 Jahren: Wir können Raumschiffe konstruieren, die in 4 Wochen zum Mars fliegen (VASIMR + Fusion). Die Konstruktion übernehmen private Firmen, den wissenschaftlichen Hintergrund und die Astronauten liefert die ISA.
- in 20 Jahren: Der erste Mensch landet auf dem Mars, nachdem bereits einige schnelle unbemannte Marssonden vorher gelandet waren.
- in 25 Jahren: U.a. unterstützt durch die Marslandung einer globalen Organisation und technologische Durchbrüche in der Energieversorgung können nun auch die Armutsgebiete der Welt mit Wasser und Energie versorgt werden. Es beginnt die Zeit der "echten" Globalisierung.
- in 30 Jahren: Permanente Forschungsstationen auf Mars und Mond, Beginn der Konstruktion eines Weltraumlifts auf der Erde.
- in 35 Jahren: Einweihung des Weltraumlifts - ich komme mit 65 Jahren zum ersten Mal in den Orbit, wie viele andere Tausend aus allen Regionen der Erde auch. Baubeginn der ISS-2, die aufgrund ihrer Größe erstmals künstliche Schwerkraft erzeugen soll.

weiter wag ich mich nicht aus dem Fenster ;-)

Kosmo
26.07.2011, 17:20
Netter Thread :)

In der Tat. Bei einigen Postings fühlt man sich doch glatt an die Visionen von Schätzing erinnert (private Raumfahrt, China, Helium 3, Mondbasis, Weltraumtourismus, Orbitalaufzug), auch wenn in seinem Roman Limit, den ich gerade lese, alles etwas zu schnell geht.

Edit: Sogar das mit den Stones erinnert irgendwie an Limit. :D Da ist es David Bowie.

PlanetHunter
26.07.2011, 17:29
auch wenn in seinem Roman Limit, den ich gerade lese, alles etwas zu schnell geht. Genau den Eindruck hatte ich auch. Irgendwann erzählt er mal was von "Antigrav-Skates" (das ist kein Spoiler), da dachte ich mir auch nur "Wow, dude, mal langsam" :-) Mit Antigravitation bräuchten sie den Lift ja schon mal garnicht...
Ganz generell fand ich das Buch aber sehr lesenswert.

Bynaus
26.07.2011, 17:39
Irgendwann erzählt er mal was von "Antigrav-Skates" (das ist kein Spoiler), da dachte ich mir auch nur "Wow, dude, mal langsam" :-)

Jup, genau das dachte ich auch. Anderseits, vielleicht heissen die Dinger ja nur so (Produktname).

Aber man muss schon sehen, dass ein Orbitalseil bedeuten könnte, dass die Entwicklung im Weltraum innerhalb kurzer Zeit eine völlig andere Richtung einschlägt. Wenn plötzlich der Zugang zum Weltraum nur noch ein paar $ pro kg kostet, dann öffnen sich ganz neue Märkte und Möglichkeiten (gilt natürlich auch, wenn statt dem Orbitalseil irgend eine andere Technologie dasselbe ermöglicht).

Kosmo
26.07.2011, 20:32
Genau den Eindruck hatte ich auch. Irgendwann erzählt er mal was von "Antigrav-Skates" (das ist kein Spoiler), da dachte ich mir auch nur "Wow, dude, mal langsam" :-) Mit Antigravitation bräuchten sie den Lift ja schon mal garnicht...
Ganz generell fand ich das Buch aber sehr lesenswert.
Danke für die Anti Spoiler-Info. Habe mich wegen Spoilergefahr kaum getraut in Kibos Thread zu lesen.

Bin derzeit circa auf S. 450, habe also noch einiges vor. Ich finde das Buch auch sehr lesenswert, lediglich die Szenen in Shanghai ziehen sich etwas. WILL AUF DEN MOND. :D

Gerade läuft auf Discovery Channel ne Doku zum Thema He3 Abbau auf dem Mond.

Kibo
26.07.2011, 21:01
Ich hab in den anderen Thread bewusst NICHT gespoilert, also keine Sorge.

Dennoch muss ich jetz doch noch mal nachfragen, neutral formuliert:

Geht das mit der Simulierten Schwerkraft durch Zentripetalkräfte im Weltraum vielleicht doch nicht wegen der erwähnten Vibration? Im anderen Thread kommt die nächste Frage.

mfg

PlanetHunter
27.07.2011, 00:05
Damit der Sinn dieses Threads nichts zerstört wird, solltest du die Frage in einem anderen/eigenen Thread stellen, oder?

Bynaus
27.07.2011, 09:55
Oder gleich einen Thread "Fragen zu Schätzings "Limit"" eröffnen... Könnte interessant sein!

Kibo
27.07.2011, 17:52
Sehr Lustig, Ich hab ja grade wegen deinem Post die Frage hier gestellt Planethunter:


- in 35 Jahren: Einweihung des Weltraumlifts - ich komme mit 65 Jahren zum ersten Mal in den Orbit, wie viele andere Tausend aus allen Regionen der Erde auch. Baubeginn der ISS-2, die aufgrund ihrer Größe erstmals künstliche Schwerkraft erzeugen soll.

mfg

Alex74
27.07.2011, 18:59
Hm, den Thread kannte ich gar nicht.

Wenn ich auch noch einen Tipp abgeben darf:

2021: Das erste konkrete Programm einer Marslandung als Gemeinschaftsprojekt von NASA und ESA wird aufgrund explodierender Kosten abgebrochen.

2025: Nach langjährigen Verzögerungen durch finanzielle Probleme und politischen Streit um das Projekt wird ITER erstmals angeworfen und nach einem Jahr Testphase wieder abgeschaltet. Stattdessen werden nun massive Investitionen in großflächige Solaranlagen in den neuen EU-Staaten Tunesien, Libyen und Ägypten getätigt.

2044: Das zweite Projekt, einen Menschen auf den Mars zu bringen als Kooperation der ESA und der Roskosmos wird durch die EU abgebrochen als Rußland die kaukasischen Staaten besetzt.

2069: Der erste Mensch, ein Chinese, betritt den Mars. Kurz zuvor ist der Start der ersten indischen Marsmission aufgrund technischer Probleme abgebrochen worden.

Gruß Alex

PlanetHunter
27.07.2011, 21:45
Sehr Lustig, Ich hab ja grade wegen deinem Post die Frage hier gestellt Planethunter:Achso, das hab ich jetzt gar nicht gemerkt. Beantworten kann ich deine Frage aber nicht.

Bynaus
27.07.2011, 22:10
Ach, wenn alle das eine sagen... dann behaupte ich lieber das Gegenteil! ;)

2020: Nach einer schweren internen Revolte kollabiert China. Russland wird zu einer stabilen Demokratie. Die USA lassen den Dollar fallen und führen eine neue Währung ein, was ihnen erlaubt, sich vollständig von den bisherigen Schulden zu befreien. Die EU versucht, sich von der Transferunion zur politischen Union durchzuringen. Die zwei letzten Taikonauten verlassen die chinesische Mini-Raumstation auf eigene Faust und landen mutterseelenallein in der westchinesischen Wüste. Die kommerzielle Raumfahrt floriert in den USA, die ISS wird von einem internationalen Konsortium von der Verschrottung bewahrt und auf einen höheren Orbit gehoben. Indien schickt Menschen ins All.

2030: Russland hat einen weltraumtauglichen Nuklearantrieb entwickelt: bei allen künftigen interplanetaren Missionen wird dieser zum standardmässigen russischen Beitrag, beginnend mit unbemannten grossen Raumsonden zu den äusseren Planeten. Der Iran, die Türkei, Südkorea und Japan schicken aus eigener Kraft Menschen ins All. Europa ist in mehrere Teile zerfallen, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Tschechien, Benelux und Skandinavien haben sich zu einer lockeren Föderation zusammenschlossen. Eine private internationale Initiative sammelt Geld für ein privates, weltweites Weltraumprogramm, dessen Ziel eine Kolonie auf dem Mars ist.

2040: Die ersten Menschen landen privat auf dem Mars, doch die Kolonie scheitert nach wenigen Jahren: die Menschen werden depressiv, aggressiv und verlangen, zur Erde zurückkehren zu dürfen - leider ist das im Plan nicht vorgesehen. Das spektakuläre langsame Sterben der Kolonie unter voller Aufmerksamkeit der internationalen Medien diskreditiert das Projekt interplanetarer Kolonisation ein für alle Mal. Man beschränkt sich nun darauf, die Planeten mit immer fortschrittlicheren Raumsonden zu erforschen. Zum ersten Mal schickt die europäische Weltraumagentur eine Raumsonde ins All, die in der Lage ist, einfache zusätzliche Bauteile aus Asteroidenmaterial herzustellen.

2060: Internationale Rohstoffkonsortien bringen im grossen Stil robotisch abgebaute Rohstoffe zur Erde zurück. Im Erdorbit werden grosse Solarsatelliten gebaut. Die europäische Föderation dehnt sich immer weiter aus und nimmt u.a. Russland als Mitglied auf. Afrika vereint sich endlich und entwickelt ein eigenes Weltraumprogramm. Der Erdorbit und der Mond wurden kommerzialisiert und werden regelmässig von Touristen besucht, einzelne Superreiche leisten sich extravagante Flüge auf die Marsoberfläche (und zurück, natürlich). Das erste Graviationslinsenteleskop wird losgeschickt, die Galaxis astrometrisch vermessen: im Umkreis von 1000 Lichtjahren kennen wir den Aufbau aller Planetensysteme bin hinunter zu einer Merkurmasse. Die Weltbevölkerung ist erstmals rückläufig, die Weltwirtschaft beginnt zu schrumpfen. Wie es weitergeht? Niemand weiss es. :)

Major Tom
29.09.2011, 16:14
in 5 Jahren - Der Ausstoß von Kohlendioxid ist mit ungeheuren Preisen belegt Deutschland erklärt den Rücktritt vom Rücktritt aus der Kernenergie

in 10 Jahren - Die globale Depression von 2008 - 2018 zwingt uns zu einer wesentlich bescheideneren Lebensführung der Welthandel ist weitgehend zusammengebrochen, der Ölpreis liegt bei 400 Dollar per Barrel - In der EU gibt es mal wieder eine Richtlinie welche die Wochenarbeitszeit auf 20 Stunden begrenzt

in 20 Jahren - künstlich hergestelltes Fleisch ernährt Hunderte Millionen Menschen.

in 30 Jahren Die katastrophalen Folgen des Umweltkollapses haben zu gewaltiger Migration geführt. Selbst auf der Antarktis leben 5 Millionen Menschen

in 50 Jahren Die Nanotechnologie hat zur Entwicklung von "schlauem Staub" geführt mit revolutionären Auswirkungen auf fast alle Lebensbereiche - von Medizin über industrielle Fertigung bis zur Raumfahrt. Das ist der lang ersehnte "Turning Point" für die Menschheit

in 100 Jahren werden Historiker auf die jetzige Zeit zurückblicken und sie als "Die Jahre des Klimawandels" bezeichnen. "Sie werden unsere Generation entweder als heldenhaft bewerten oder aber mit Unverständnis und Ekel zurückblicken - genauso wie wir heute die Menschen betrachten, die die Sklaverei erlaubt haben

CAP
29.09.2011, 17:29
in 100 Jahren werden Historiker auf die jetzige Zeit zurückblicken und sie als "Die Jahre des Klimawandels" bezeichnen. "Sie werden unsere Generation entweder als heldenhaft bewerten oder aber mit Unverständnis und Ekel zurückblicken - genauso wie wir heute die Menschen betrachten, die die Sklaverei erlaubt haben

Also man kann auch heute schon mit Ekel auf unsere Generation blicken, dazu muss man keine 100 Jahre warten.

Bynaus
29.09.2011, 17:51
Ich weiss auf jeden eines: In 10 Jahren werden die Vorhersagen in diesem Thread nicht besser sein als heute schon... :)

ispom
29.09.2011, 18:31
Hallo zusammen!

Wie wird die Raumfahrt in der Zukunft aussehen?


in 10 Jahren wird die chinesische Raumstation etwa so aussehen wie heute die ISS,
die ISS hat dann das gleiche Schicksal ereilt wie vor 10 Jahren die MIR... sie ist Schrott und wird zum Absturz geracht...
die Chinesen sind hoffentlich nicht nachtragend (weil man sie von der ISS ausgeschlossen hat) und lassen auch Leute aus dem Rest der Welt teilhaben....

alles weitere ist Spekulation, aber der Trend spricht dafür, daß der erste Mensch auf dem Mars ein Chinese ist.

Major Tom
29.09.2011, 19:01
Ich weiss auf jeden eines: In 10 Jahren werden die Vorhersagen in diesem Thread nicht besser sein als heute schon... :)
Meinst Du "besser" im Sinn von optimistischer oder "besser" im Sinne von zutreffender?:)

Bynaus
30.09.2011, 09:39
@Major Tom: Ich meinte zutreffender...

UMa
13.04.2016, 19:42
Hallo,

ok, 10 Jahre nach der Threaderöffnung sind (ungefähr) um. Wie haben sich bisher die Vorhersagen gemacht?

Grüße UMa

ralfkannenberg
13.04.2016, 19:48
ok, 10 Jahre nach der Threaderöffnung sind (ungefähr) um. Wie haben sich bisher die Vorhersagen gemacht?
Hallo UMa,

es gibt zwar noch fast 2 Wochen Zeit, aber egal: die beiden ersten Thread-Beiträge trafen es wohl ganz gut.


Über meinen zum Glück nicht niedergeschriebenen Tipp, dass noch dutzende Zwergplaneten - auch grösser als die Eris - entdeckt werden und auch mehrere Sedna-artige - auch grösser als die Sedna - gefunden werden, wollen wir aber den Mantel des Vergessens breiten ...

Auch wenn ich durchaus Freude über die "Snow White" und die "kleine Sedna" habe; aber eben: ich hatte da ein paar mehr erwartet.


Freundliche Grüsse, Ralf

Kibo
13.04.2016, 21:07
Da ist ja doch einiges eingetreten. Neue Prognosen? Ich fang mal an für 2026:

Das Bigelow Space Hotel ist rappelvoll.

SpaceX fliegt in Koorperation mit mehreren anderen Firmen wie Reaction Engines regelmäßig Richtung Mars, eine erste dauerhafte Forschungsstation steht.

China gilt als Vorreiter in Sachen grünen Strom, auch dank Aufkauf und Verwertung von deutschem "Atommüll".

ITER steht kurz vor der Fertigstellung, während alternative Fusionstechniken bereits in Testreaktoren zum Einsatz kommen und Stromüberschuss produzieren.

Der letzte Porsche Benziner läuft vom Band, Käufer ist Karl-Thoedor zu Guttenberg. Fahren darf er damit nur noch auf deutschen Autobahnen.

Zugegeben lehne ich mich damit weit aus dem Fenster. Soll ja auch ein bisschen lustig sein.

mfg

Alex74
13.04.2016, 22:56
Oha, ich hatte hier ja auch was geschrieben.

Also nach 5 Jahren würde ich meine Prognosen nur ein wenig korrigieren:



2021: Das erste konkrete Programm einer Marslandung als Gemeinschaftsprojekt von NASA und ESA wird aufgrund explodierender Kosten abgebrochen. Korrektur: 2026, und es ist ein Projekt der NASA und diverser Einzelstaaten

2025: Nach langjährigen Verzögerungen durch finanzielle Probleme und politischen Streit um das Projekt wird ITER erstmals angeworfen und nach einem Jahr Testphase wieder abgeschaltet. Stattdessen werden nun massive Investitionen in großflächige Solaranlagen in den neuen EU-Staaten Tunesien, Libyen und Ägypten getätigt.Korrektur: Diese Staaten werden nicht in der EU sein

2044: Das zweite Projekt, einen Menschen auf den Mars zu bringen als Kooperation der ESA und der Roskosmos wird durch die EU abgebrochen als Rußland die kaukasischen Staaten besetzt.Korrektur: würde ich ganz streichen. Aber gruselig...die Prognose stammt von vor der Krim-Krise...

2069: Der erste Mensch, ein Chinese, betritt den Mars. Kurz zuvor ist der Start der ersten indischen Marsmission aufgrund technischer Probleme abgebrochen worden.

Generell würde ich hinzufügen (und das begründet dann einige Korrekturen):

2023: Irgendein Land - vielleicht Indien, China oder Russland - wird eine Forschungsmission starten um zu versuchen, irgendeine völlig idiotische Verschwörungstheorie zu belegen; evtl. "Mondlandungslüge" oder "Flat Earth".

2024: nach diversen heftigen internen Krisen durch nichtdemokratische EU-Mitgliedsländer, vorderasiatischen und afrikanischen Bürgerkriegen in die wechselnd Russland, die USA, die Türkei und einzelne EU-Staaten involviert waren, wird die EU in ihrer heutigen Form durch eine Reform praktisch aufgelöst; zurück bleibt ein größeres Wirtschaftsbündnis als Zollunion und einem kleineren Teil bestehend aus Deutschland, Dänemark, Tschechien, den Benelux-Staaten und Italien, das immernoch größere Anstrengungen unternimmt Probleme gemeinsam zu lösen und sich als Wertegemeinschaft zu verstehen. Alle Länder kämpfen aber massiv gegen extremistische Kräfte, einhergehend mit erschwerten Bedingungen für gemäßigte Regierungsbildungen.

Bynaus
14.04.2016, 01:08
Da sind doch tatsächlich schon 10 Jahre seit dem Threadstart vergangen...


In 10 Jahren: Das CEV ist einmal geflogen, Clipper fliegt, unbemannte Missionen von China und Indien zum Mond. Diverse private Firmen bieten den Zugang zum (suborbitalen und orbitalen) Weltraum für alle an. China baut sein Modul an die ISS an. Globale Wirtschaftskrise.

Das ging ja gerade nochmals gut: das CEV (heute Orion) ist tatsächlich einmal geflogen, wenn auch in einer abgespeckten, unbemannten Mission. Clipper ist aber in der Versenkung verschwunden. Es gab unbemannte Missionen von China und Indien zum Mond (Indien hat sogar eine Marssonde). Es gibt paar private Firmen, die Zugang zum suborbitalen und orbitalen Weltraum "für alle" anbieten, aber ihre Anzahl ist geringer als ich damals wohl gedacht hätte - und mit "für alle" waren wohl auch bemannte Flüge gemeint, was nicht zutrifft. Tatsächlich ist die schleppende Entwicklung der verschiedenen Weltraum-Tourismus-Projekte für mich eine der grossen Enttäuschungen der letzten 10 Jahre. China wird so bald kein Modul an die ISS anbauen - aber ein erstes Testmodul für die chineische Raumstation wurde gestartet, das zweite folgt später dieses Jahr. Die globale Wirtschaftkrise hatten wir schon.

Hier mal eine Reihe von neuen Prognosen für in 10 Jahren:

China wird eine eigene Raumstation haben (mit Besuchen von internationalen Gästen aus "genehmen" Ländern), während die ISS kurz davor steht, im Pazifik versenkt zu werden (es gibt eine internationale private Initiative, sie vor diesem Absturz zu bewahren). China hat auch (unbemannt) Proben vom Mond zurückgebracht, einen Marsrover losgeschickt und Taikonauten um den Mond (bzw. in eine Mondumlaufbahn) geschickt. Das bemannte russische Weltraumprogramm hat sich gegenüber heute nicht gross weiter entwickelt. Die USA haben die Orion-Kapsel einmal erfolgreich bemannt getestet und stehen kurz davor, eine kleine Raumstation in einen Orbit um den Mond zu schicken (diese bildet das auch Kernstück einer künftigen interplanetaren - und internationalen - Erkundungsplattform). Die NASA hat ein "COTS"-ähnliches Versorgungsprogramm für diese Station aufgegleist, man diskutiert ein ähnliches Programm für einen wiederverwendbaren Mond-Lander. SpaceX ist erfolgreich mit dem Wiederverwenden von Raketen (trotz gelegentlichen Rückschlägen) und die Falcon Heavy hat einen Löwenanteil des Kommunikations-Satellitenmarktes erobert. SpaceX entwickelt immer noch eine Marsrakete/Marsraumschiff, ist aber noch einige Jahre von einem ersten Start entfernt (es wurde aber mindestens eine Red Dragon per Falcon Heavy zum Mars geschickt). Europa diskutiert derweil über die wiederverwendbare Ariane 7, die die Ariane 6 ablösen soll, während ULA (die mittlerweile anders heisst und andere Besitzer hat) eine wiederverwendbare "Vulcan R" entwickelt. Blue Origin fliegt ebenfalls eine Rakete, die zwar kleiner ist als jene der Konkurrenz, dafür aber voll wiederverwendbar - und der grössere Nachfolger ist fast fertig. Verschiedene Firmen (darunter auch solche, die es heute noch nicht gibt) entwickeln Weltraumhotels, Solarsatelliten und Asteroidenbergbau-Technologien, aber diese Entwicklungen befinden sich allesamt in einer frühen, vor-kommerziellen Phase. Mindestens ein Laser/Segel-basiertes Antriebssystem ist getestet worden. Planet Neun wurde gefunden, und eine Mission dorthin (mit einem heute futuristischen Antriebskonzept) ist in Vorbereitung. Indien und die USA werden wirtschaftlich, bevölkerungstechnisch und technologisch weiter wachsen, China wird insgesamt langsam wachsen bis stagnieren (inklusive schwere interne Krisen), Russland wird verarmt sein, die EU wird weiter bestehen, aber in eine Union der "verschwidenen Geschwindigkeiten" (verschieden starke, teilweise auch lokale Integration) zerfallen sein - und dadurch insgesamt an Stabilität gewonnen haben.

ralfkannenberg
14.04.2016, 10:08
Planet Neun wurde gefunden,
Hallo Bynaus,

wie stark darf in Deiner Prognose der gefundene "Planet Nine" vom vorhergesagten abweichen ?


und eine Mission dorthin (mit einem heute futuristischen Antriebskonzept) ist in Vorbereitung.
Mir persönlich wäre es viel lieber, wenn man eine Mission zur Sedna vorbereitet, solange sie sich noch ihrem Perihel annähert. Für Planetoiden wie die kleine Sedna wird man sich aus Kostengründen wohl auf diese Hawking-/Zuckerberg'schen Nano-Satelliten (http://astronews.com/forum/showthread.php?8719-Stephen-Hawking-Anncouncement) beschränken müssen, wenn überhaupt.

Sollten in den nächsten 5 Jahren aber keine weiteren Sedna-artigen entdeckt werden, so sollte man hier auch eine Mission ernsthaft ins Auge fassen, ehe sie wieder völlig davonfliegt - ihr letzter Periheldurchgang fand im Jahre 1979 statt.


Freundliche Grüsse, Ralf

Bynaus
14.04.2016, 18:06
wie stark darf in Deiner Prognose der gefundene "Planet Nine" vom vorhergesagten abweichen ?

Grundsätzlich so wie von Batygin & Brown vorhergesagt: Masse von ein paar Erdmassen bis zu wenigen Neptunmassen, exzentrische (>0.1) Bahn mit a = 300 - 900 AU, Inklination 20-40°.


Mir persönlich wäre es viel lieber, wenn man eine Mission zur Sedna vorbereitet

Das wäre sicher interessant, aber wenn du aus Kostengründen die Wahl zwischen Sedna und P9 hast, wird P9 immer gewinnen. Auf der anderen Seite könnte dieselbe Technologie, die eine Sonde zu P9 bringt, auch eine Sonde zu Sedna bringen. Insofern würde eine Mission zu P9 die Chance für eine Sedna-Mission stark erhöhen.

ralfkannenberg
14.04.2016, 19:01
Grundsätzlich so wie von Batygin & Brown vorhergesagt: Masse von ein paar Erdmassen bis zu wenigen Neptunmassen, exzentrische (>0.1) Bahn mit a = 300 - 900 AU, Inklination 20-40°.
Hallo Bynaus,

danke für die Präzisierung.



Auf der anderen Seite könnte dieselbe Technologie, die eine Sonde zu P9 bringt, auch eine Sonde zu Sedna bringen. Insofern würde eine Mission zu P9 die Chance für eine Sedna-Mission stark erhöhen.
Du meinst, so wie die New Horizons-Mission die Chance auf eine Makemake-Mission stark erhöht hat ? - Wobei hier vermutlich die elliptisch vermutete Haumea grössere Chancen haben dürfte, während der Quaoar und der Orcus nur unter fernen Liefen laufen ...


Buffy könnte übrigens auch noch interessant sein - wie die dahin kommt ist ja auch noch völlig ungeklärt !


Freundliche Grüsse, Ralf

Kibo
14.04.2016, 21:22
Hi Ralf,

was fasziniert dich eigentlich so an der Sedna?

mfg

ralfkannenberg
14.04.2016, 21:44
was fasziniert dich eigentlich so an der Sedna?
Hallo Kibo,

mich interessieren alle KBO gleichermassen. Bei der Sedna und bei der kleinen Sedna liegt einfach der völlig ungewöhnliche Fall vor, dass sie der Sonne nie näher als ~2.5facher Neptunabstand kommen, sie also extreme hohe Perihelia haben.

Ungewöhnlich ist sicher auch die Buffy, die rund 6 AE "zu weit draussen" ist. Das ist zwar nicht so viel wie bei der Sedna oder der kleinen Sedna, aber es ist doch einiges.


Gefühlsmässig würde ich nach dem Pluto indes am liebsten eine Mission zur Eris haben, sie also schön der Grösse nach besuchen. Allerdings lohnt es sich bei der Eris, zuzuwarten, da sich sich ja in Aphelnähe befindet.

Die Sedna und die kleine Sedna indes, die fliegen nun weg und kommen dann erst in ein paar Tausend Jahren wieder !


Freundliche Grüsse, Ralf

Kibo
14.04.2016, 23:38
Ja OK, die Entfernung hast du bei P9 ja auch und zusätzlich ist er vielleicht ein Vertreter der Klasse Supererde, die es hier im Sonnensystem sonst nicht gibt. Ich stell mir das äusserst interessant vor, wenn es ihn denn gibt.

Bynaus
14.04.2016, 23:46
Also für eine Sedna-Mission wäre ich auch, und eine solche hätte wohl auch eine grössere Chance, realisiert zu werden, als eine Mission zu Makemake oder Haumea. Aber die Chancen sind allesamt sehr klein.

Sedna's Perihel ist allerdings erst 2076, da haben wir noch etwas Zeit. Ich glaube, ich versteige hier mich nicht wenn ich voraussage, dass bis 2100 mindestens eine unbemannte Mission die Sedna besucht haben wird!

Carbondio
17.04.2016, 01:29
In x Jahren... "klont" sich die Menschheit vielleicht in den Weltraum hinaus (: der Klingone im Star Trek würde dazu sagen: ...*wie bedauerlich*).

Meine Meinung ist, daß die Menschheit durch Raumflüge und Stationen erste Schritte in eine notwendige Richtung gesetzt hat, nämlich, die Rasse zu sichern durch unabhängig von der Erde existierende Habitate. Und so manche Kolonie könnte unabhängig werden... wenn man das nicht als Gefahr sehen möchte.

Ich finde aber auch, daß die Bauweise der ISS keine Zukunft hat, also versenkt sie besser irgendwann, ehe noch mehr Geld in sie fliest. Die Astronauten üben sich zwar im Daueraufenthalt in der Schwerelosigkeit, aber, kann das die Zukunft sein? Für längere Reisen müßte die irdische Schwerkraft simuliert werden, z.B. durch Rotationsmodule. Ich verstehe die NASA nicht, daß sie nicht gleich so eine Station konstruiert haben (/mit eigenem Antrieb übrigens). Und was den Mars angeht, werden Neuentwicklungen ohnehin voraussichtlich die Reise dorthin von 6 Monaten auf sehr viel weniger reduzieren. Ist das denn nicht schon absehbar?

Ich verstände den Sinn nicht, zu Alpha oder Proxima Centauri eine (zu) langsame Mission starten zu lassen, die dann womöglich vor dem Erreichen von einer nachfolgenden überholt würde, die mit viel besserer Technologie ausgestattet ist. Das selbe beim Mars. Wieso 6 Monate in Kauf nehmen, wenn die nächsten Entwicklungen (z.B. Antriebstechnologien) schon in der Warteschleife sind? Man wird wohl wertvolle Erfahrungen sammeln, aber sonst, 6 Monate... schad um die Zeit.

Irgendwann kommt es noch so weit, daß die Weltraumbehörden der Erde finanziell so beschnitten werden, daß am Ende nichts Bewegendes mehr rauskommt. Selbst in meinem Umfeld sind Leute, die meinen, man solle auf der Erde bleiben, das Geld hier investieren, bevor man an eine Kolonialisierung des Weltraum denkt. Aber das Festsitzen hier könnte uns eines Tages noch ein Problem bescherren. Z.B. ist kein größerer Asteroid auf der Erde eingeschlagen, in dem Abschnitt, indem wir bedeutsame Fortschritte erzielt haben. Zwar hauptsächlich und nur einseitig technologische, aber könnten die eines Tages nicht entscheidend sein, wenn es um den Erhalt unserer Rasse geht? Und fehlendes Geld sollte dem nicht im Weg stehen - mir erscheint es als idiotisch, von diesem globalen Blödelsystem etwas abhängig zu machen (wie etwa auch Armut und all das).

Ich sähe nur 1 Problem: Hier im Sonnensystem könnte eine Kolonie auf dem Mars die Folge haben, daß die Kinder anders werden. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob größer oder kleiner, oder ob ihr Knochenaufbau bei 1/3 der irdischen Schwerkraft nicht schwächer ausfällt mit der Zeit... siehe Muskel- und Knochenschwund bei Astronauten usw.. Konsequenzen womöglich bereits dann, wenn die Schwerkraft nicht stimmt. Außer wir bauen rotierende Weltraumstädte. Und der von seiner Anziehungskraft her erdähnlichste Planet, die Venus, steht uns nicht zur Verfügung.

Immer wenn von einer Kolonie gesprochen wird, tut man das sehr naiv und blauäugig, finde ich. Als ob es egal wäre, unter welchen Bedinungen Kinder dort aufwachsen, und welche Dauerfolgen es haben könnte. Wurde auch schon diskutiert, hab ich gelesen, demnach hätte vor allem eine gedachte Mondbesiedelung fatale Konsequenzen auf Dauer. Wie verblödet müßte man also sein als Bürger, um daran zu denken?

Und wird je eine Kolonie irgendwo da draußen entstehen auf einem fremden Planeten, würde aus heutiger Sicht alles von uns, unsere guten und schlechten Seiten, dorthin transferiert, zu viele Fehler in Anlehnung an unsere (Miß-)Kulturen kopiert werden, ehe man sagen könnte, wir sind 1 Treppenstufe in höhere Gefilde gewandert.

So schnell aber wohl nicht: Ich vermute, jeder weltraumfahrende Staat könnte seine eigenen Vorstellungen hinausbefördern wollen, der Russe, der Amerikaner, der Inder, der Japaner und der Chinese. Ich sehe für mich die Gefahr, daß Kolonien der Art entstehen, wie sich Länder heute repräsentieren auf der Erde, sie werden womöglich versuchen, ihre ganzen Systeme dorthin zu transferieren, auch die politischen, damit aber leider Problemherde mit hinaus befördern mitsamt ihren Mikroben und allem.

Bynaus
17.04.2016, 15:05
Für längere Reisen müßte die irdische Schwerkraft simuliert werden, z.B. durch Rotationsmodule. Ich verstehe die NASA nicht, daß sie nicht gleich so eine Station konstruiert haben (/mit eigenem Antrieb übrigens).

Eine ständig rotierende Station (oder noch komplexer: eine Station, von der gewisse Teile ständig rotieren) ist viel komplexer als du dir das jetzt vielleicht vorstellst. Wenn du einen nicht-rotierenden Teil hast, brauchst du zusätzlich zum rotierenden Teil einen gegenrotierenden Teil (mit gleichem Drehmoment), da sonst aufgrund der Reibung bald alles im Gleichschritt rotiert. Reibung und vakuumdichte Räume vertragen sich auch nicht ohne weiteres. Reibung (und jegliche beweglichen Teile) bedeutet auch Verschleiss und entsprechender Unterhalt. Und so weiter. Die ISS kann man einerseits als politisches Projekt sehen, andererseits als einfaches Weltraumlabor der ersten Generation (wobei sie natürlich selbst schon deutlich komplexer und grösser als die erste Multimodul-Station, die Mir, war). Die nächste Station wird immer noch keine rotierenden Elemente habe, dafür aber vielleicht einen Antrieb (das, was man heute provisorisch das "Cislunar Habitat" nennt).


Ich verstände den Sinn nicht, zu Alpha oder Proxima Centauri eine (zu) langsame Mission starten zu lassen, die dann womöglich vor dem Erreichen von einer nachfolgenden überholt würde, die mit viel besserer Technologie ausgestattet ist. Das selbe beim Mars. Wieso 6 Monate in Kauf nehmen, wenn die nächsten Entwicklungen (z.B. Antriebstechnologien) schon in der Warteschleife sind? Man wird wohl wertvolle Erfahrungen sammeln, aber sonst, 6 Monate... schad um die Zeit.

Beim Mars gibt es das Problem vom "überholen" natürlich nicht. Aber man kann sich in beiden Fällen fragen: warum warten? Jeder Flug bedeutet zusätzliche Erfahrung, zusätzliche Erkenntnis, die in die Missionen der nächsten Generationen einfliessen kann. In beiden Fällen (Mars oder Proxima Centauri) ist keinesfalls klar, dass das "Fenster" für solche Flüge beliebig lange offen bleiben wird. Insofern, wenn einem die Ausbreitung der Menschheit ins All ein Anliegen ist, sollte man es bald tun - so bald es eben möglich ist.

Bei einem Flug nach Proxima Centauri wäre es zumindest denkbar, dass jene, die voraus gingen, später nochmals zusätzlich beschleunigen, um zu jenen aufzuschliessen, die sie einholen.


Ich sähe nur 1 Problem: Hier im Sonnensystem könnte eine Kolonie auf dem Mars die Folge haben, daß die Kinder anders werden.

Gut möglich - aber warum wäre das ein Problem? Die Mars-Siedler hätten dann sogar zwei Welten mit ca. 0.38 Ge zur Verfügung: Mars und Merkur.


Und der von seiner Anziehungskraft her erdähnlichste Planet, die Venus, steht uns nicht zur Verfügung.

Nur so lange man auf einer Siedlung auf der Oberfläche beharrt. Atmosphärische Siedlungen sind durchaus denkbar, was uns nicht nur eine, sondern gleich vier zusätzliche Welten mit ca. 1 Ge Oberflächenbeschleunigung geben würde: Venus, Saturn, Uranus und Neptun. Die kumulierte "Oberfläche" dieser vier Welten beträgt etwa 133 Erdoberflächen...


Immer wenn von einer Kolonie gesprochen wird, tut man das sehr naiv und blauäugig, finde ich.

Das liegt in der Natur der Sache: wir haben eben noch keine ausserirdische Kolonie - also sind wir derzeit diesbezüglich naiv und blauäugig. Aber eben weil uns die Erfahrung fehlt, könnte die Behauptung, dass eine geringere Schwerkraft schlecht für die Entwicklung sei, genauso naiv und blauäugig sein wie die Behauptung des Gegenteils: wir wissen es einfach nicht, weil wir keinerlei Erfahrungswerte haben. Man wird es ausprobieren müssen. Je problematischer es ist, desto eher wird man auf Atmosphären-Kolonien ausweichen müssen.


So schnell aber wohl nicht: Ich vermute, jeder weltraumfahrende Staat könnte seine eigenen Vorstellungen hinausbefördern wollen, der Russe, der Amerikaner, der Inder, der Japaner und der Chinese. Ich sehe für mich die Gefahr, daß Kolonien der Art entstehen, wie sich Länder heute repräsentieren auf der Erde, sie werden womöglich versuchen, ihre ganzen Systeme dorthin zu transferieren, auch die politischen, damit aber leider Problemherde mit hinaus befördern mitsamt ihren Mikroben und allem.

Die Kolonisation von Amerika durch die europäischen Mächte könnte man hier als Beispiel nehmen: demnach werden das keine Kopien werden, sondern lokale Variationen. Die USA kann man als sehr idealistischer Neustart mit modernen Werten sehen - so gesehen könnte ich es mir auch für ausserirdische Kolonien vorstellen. Die Menschen, die dorthin gehen, wollen vielleicht mit den alten Problemen brechen und eine idealere Gesellschaft aufbauen.

zabki
17.04.2016, 15:27
Wenn du einen nicht-rotierenden Teil hast, brauchst du zusätzlich zum rotierenden Teil einen gegenrotierenden Teil (mit gleichem Drehmoment), da sonst aufgrund der Reibung bald alles im Gleichschritt rotiert.

benötigt man einen nicht-rotierenden Teil z.B. zum andocken? Ist es sehr schwer, ein Versorgungsschiff so in Drehung zu versetzen, daß es sich synchron zur Station dreht?


In beiden Fällen (Mars oder Proxima Centauri) ist keinesfalls klar, dass das "Fenster" für solche Flüge beliebig lange offen bleiben wird. Insofern, wenn einem die Ausbreitung der Menschheit ins All ein Anliegen ist, sollte man es bald tun - so bald es eben möglich ist.

das Problem sehe ich eigentlich nicht. Wenn es tatsächlich ein Fenster gibt, das sich in absehbarer Zeit für immer schließt, dann braucht man doch gar nicht erst anzufangen, denn es handelt sich doch ohnehin um Projekte für die Jahrhunderte/Jahrtausende. Zeitweilige Stockungen (auch ein paar 100 Jahre lang) müßten doch zu verkraften sein - warum nicht?

Bynaus
17.04.2016, 18:12
benötigt man einen nicht-rotierenden Teil z.B. zum andocken? Ist es sehr schwer, ein Versorgungsschiff so in Drehung zu versetzen, daß es sich synchron zur Station dreht?

Drehen zum Andocken ist kein grosses Problem (siehe "Space Odyssey 2001" ;) ). Ein grösseres Problem könnten z.B. Solarzellenflügel sein, die auf die Sonne ausgerichtet bleiben müssen. Oder Antriebe, die für den Gebrauch in der Schwerelosigkeit optimiert sind. Etc.


Wenn es tatsächlich ein Fenster gibt, das sich in absehbarer Zeit für immer schließt, dann braucht man doch gar nicht erst anzufangen, denn es handelt sich doch ohnehin um Projekte für die Jahrhunderte/Jahrtausende.

Vielleicht nicht für immer, aber vielleicht für lange Zeit. Dann wäre es nicht besser, zu warten.

Aber wie schon oft gesagt, glaube ich nicht, dass es je "Sternkreuzer" im klassischen Sci-Fi Stil geben wird, also sehr grosse Hüllen mit erdähnlichen Atmosphären darin, in denen "heutige" Menschen über Jahrhunderte / Jahrtausende nach Proxima übersetzen.