PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Suche Teleskop für Einsteiger



chimi
15.11.2013, 08:08
Hallo,

ich bin auf dieses schöne Forum gestoßen, als ich mich etwas mit dem Astronomie vertraut gemacht habe. Nicht unbedingt für mich, eher als Geschenk für eine angehende "Hobby-Astronomin".

Genauer gesagt suche ich ein "Einsteiger-Teleskop"

Das Teleskop sollte für einen Anfänger geeignet sein, also nicht zu schwer zu bedienen usw. Es sollte trotzdem eine gute "Leistung" haben (Lichtstärke, Stabilität, Vergrößerung usw.) und von der Bauart Stabil und qualitativ hochwertig sein. Vielleicht auch schon ein paar geeignete Filter dabei haben.

Sehr schön wäre es damit Bilder aufnehmen zu können und diese via USB oder andere Schnittstellen zu speichern oder auf den PC zu übertragen.

Ich selbst bin nicht so stark mit der Materie vertraut, habe mich aber schon ein wenig schlau gemacht und anschließend verschiedene Modelle betrachtet.
Allerdings bin ich mir doch relativ unsicher "das Richtige" auszusuchen, da es eine breites Angebot gibt, wie z.b. im Astroshop (http://www.astroshop.de/beratung/teleskop/teleskop-scout/c,8941)

Ich habe jetzt auch öfter die folgende Frage gelesen: "Was willst du überhaupt mit dem Teleskop beobachten? Deep Space? Mond? Sonne?" - Dazu kann ich nur sagen, dass gerne vieles möglich sein soll, wenn auch nur durch den Nachkauf von Filtern etc. Generell wäre es natürlich schön eine möglichst gute Vergrößerung hinzubekommen, um z.B. den Mond genauer zu betrachten oder "Gaswolken" im Deep Space zu sehen.

Ich hoffe ich kann hier etwas Hilfe, Tips, Anregungen oder Empfehlungen finden :)

Bei dem Budget dachte ich erstmal so an max. 400 €

Viele Grüße

Chrischan
15.11.2013, 10:05
Hallo chimi,


sorry, wenn ich dich gleich enttäuschen muss. Immer wieder gibt es diese Wünsche – ein Teleskop für alle Objekte, stabil und qualitativ gut, auch für Fotografie geeignet – in der Kombination mit einem niedrigen Budget.


Dein Wunschteleskop wirst Du allerdings nicht einmal für das 10-fache deines angegebenen Budgets bekommen… Rechne eher mit €10.000,-
Deshalb wird immer gefragt „Was willst Du denn beobachten?“. Deep-Sky bedeutet viel Öffnung (großer Objektivdurchmesser). Will man nicht nur den Orion-Nebel und ein paar Sternhaufen beobachten, dann würde ich einen Objektivdurchmesser von mindestens 200mm veranschlagen. Das macht das Teleskop gleich etwas größer und schwerer und bedeutet auch eine stabilere Montierung.

Fotografie treibt den Preis nochmal in die Höhe. Zum Fotografieren wird neben der Kamera und Filtern auch noch eine besonders stabile Montierung mit guter (motorischer) Nachführung benötigt. Die Montierung muss dann auch immer gut aufgestellt sein (saubere Ausrichtung der RA-Achse parallel zur Erdachse).
Wenn das alles noch anfängertauglich sein soll, dann wären Goto-Montierungen ratsam…

Manchmal ist also die Frage nicht „Welches Teleskop?“, sondern „Was kann ich damit machen?“.

Für €400,- bekommt man etwas was zum Schnuppern gut taugt. Ein kleines Teleskop, mit dem man den Mond, die Ringe des Saturn, die Jupitermonde, den Orion-Nebel und ein paar (Kugel-)Sternaufen beobachten kann. Mit einem Objektivsonnenfilter geht dann auch noch die Sonne.

Für das Budget kann man also feststellen, ob Astronomie wirklich zum Hobby wird und ob es sich lohnt mehr zu investieren. Man bekommt dafür aber nicht die eierlegende Wollmilchsau.

Gruß,
Christian

ralfkannenberg
15.11.2013, 11:27
Ich selbst bin nicht so stark mit der Materie vertraut, habe mich aber schon ein wenig schlau gemacht und anschließend verschiedene Modelle betrachtet.
Hallo chimi,

Du darfst bei aller Begeisterung nicht vergessen, dass die Sterne am Himmel nicht mit Namenschildern angeschrieben sind. Wenn man da ausser dem Grossen Wagen und dem Polarstern nichts kennt ist das rasch mal sehr frustierend und das Geld zum Fenster herausgeworfen.

Auch mit 36 Jahren Erfahrung bevorzuge ich nach wie vor die Beobachtung von blossem Auge. und unterstütze mich nur mit 2 Feldstechern.



Bei dem Budget dachte ich erstmal so an max. 400 €
Für dieses Budget bekommst Du einen sehr schönen 10x50 Marken-Feldstecher. - Zusätzlich empfehle ich unbedingt auch noch ein etwas kleineres Gerät (z.B. 8x25), das man leichter in der Hand halten kann.

Vermutlich kannst Du beide Geräte im Rahmen des von Dir genannten Budgets erwerben; falls nicht würde ich mit dem 10x50-Gerät noch etwas zuwarten, denn hier 100 € sparen zu wollen ist am völlig falschen Ort gespart, zumal man so ein Gerät sein Leben lang hat. Dann würde ich für den Einstieg mit dem kleineren Gerät vorlieb nehmen und wenn sich das bewährt hat und Dir Spass macht, und Du noch etwas mehr Geld zusammengespart hast, dann auch ein schönes 10x50 Gerät erwerben.

Natürlich ist ein Stativ auch ganz nett, aber dann wird es schon umständlich, wenn man nur mal rasch zum Beobachten raus möchte.

Und wenn Du merkst, dass Dir das Spass macht, erst dann würde ich mir in einem 3.Schritt Gedanken zu einem Fernrohr machen - die beiden Feldstecher werden dann übrigens trotzdem nach wie vor oft und gerne zum Einsatz kommen.


Freundliche Grüsse, Ralf

chimi
15.11.2013, 14:44
Hi Christian,

es soll wie gesagt dem Einstieg dienen. Wenn Fotografie zu teuer ist, muss ich halt darauf verzichten. Sollte jetzt kein Muss sondern ein "nice to have" sein.





Für €400,- bekommt man etwas was zum Schnuppern gut taugt. Ein kleines Teleskop, mit dem man den Mond, die Ringe des Saturn, die Jupitermonde, den Orion-Nebel und ein paar (Kugel-)Sternaufen beobachten kann. Mit einem Objektivsonnenfilter geht dann auch noch die Sonne.



Das hört sich für mich schon ganz gut an, für den Einstieg. :)

Gibt es verschiedene Modelle für diesen Zweck mit einer gescheiten Vegrößerung die den Rahmen nicht völlig sprengen? Es soll ja dann schon Möglich sein z.B. den Mond relativ deutlich zu betrachten.

In welchem preislichen Verhältnis stehen solche Teleskope dann mit denen die Fotounterstützung haben? oder einem mit größerem Durchmesser für Deep Space Beobachtungen?


Viele Gruß

Chrischan
15.11.2013, 19:07
Hallo chimi,

Gibt es verschiedene Modelle für diesen Zweck mit einer gescheiten Vegrößerung die den Rahmen nicht völlig sprengen? Es soll ja dann schon Möglich sein z.B. den Mond relativ deutlich zu betrachten.kümmere dich erstmal nicht um die Vergrößerung. Das wird in der Werbung eh immer nur schön gerechnet und bringt in der Realität nichts. Grob kann man sinnvoll nur bis zum 1- bis 2-fachen des Objektivdurchmessers in mm vergrößern.


In welchem preislichen Verhältnis stehen solche Teleskope dann mit denen die Fotounterstützung haben? oder einem mit größerem Durchmesser für Deep Space Beobachtungen?Stelle das Thema Fotografie bitte komplett zurück. Die Anforderungen an Teleskop und (besonders) Montierung sind recht hoch. Beherrscht man das Teleskop und die ganze Technik, dann kann man auch mit kleineren (billigeren) Geräten was schaffen, aber das ist definitiv nichts für Anfänger!


Es gibt Unterschiede bei den Teleskopen und bei den Montierungen. Es ist immer eine Frage des eigenen Geschmacks und des Geldbeutels. Und gaaanz wichtig: Was ist man bereit zu investieren - nicht das Geld, sondern zu lernen!

Zuerst ein paar Begriffe:

Teleskope:
Refraktoren (Linsenteleskope)
Reflektoren nach Newton (Spiegelteleskope)
Weitere würde ich für den Anfänger mal aussen vor lassen.

Montierungen:
Alt-Azimutal
Parallaktisch

Zu nennen sind noch zwei:
Dobson (Ein Newton-Reflektor auf einer minimalistischen Alt-Azimutal Montierung)
Goto (Computersteuerung für die Montierung)


Die billigsten Teleskope sind oftmals Refraktoren. Das liegt meistens an (unbrauchbaren) billig Objektiven... In deiner Preisklasse würde ich zum Newton-Reflektor raten. Wichtig beim Newton: Der Hauptspiegel muss parabolisch und nicht sphärisch sein!

Alt-Azimutale Montierungen sind meistens billiger und einfacher zu gebrauchen. Da die Gewichtsbelastung durch das Teleskop besser verteilt wird, kann solch eine Montierung etwas schwächer dimensioniert werden, was den Preis senkt.
Jedoch bei der astronomischen Beobachtung sind sie schwerer nachzuführen. Bei einer parallaktischen Montierung wird eine Achse (Die RA-Achse) parallel zur Erdachse ausgerichtet. Zur Nachführung (Ausgleich der Erddrehung) muss deshalb nur um eine Achse gedreht werden mit konstanter Geschwindigkeit.

Was bekommt man für sein Geld? Will man eine parallaktische Goto-Montierung mit Teleskop haben, teilt sich das Budget für das Teleskop, die Montierung und die Steuerung auf. Bei einem Dobson geht das Budget fast komplett in das Teleskop - die minimalistische Montierung und kein Stativ sparen erheblich.

Was muss man können? Bei einem Goto Teleskop eigentlich nur: Einschalten - Lesen was die Steuerung anzeigt und entsprechend handeln - Der Montierung sagen was man beobachten möchte - beobachten. Die Steuerung weiß ob z.B. Saturn gerade am Himmel zu beobachten ist und wenn ja, stellt das Teleskop automatisch auf ihn ein. Astro for Dummies...
Ohne Goto muss man schon mit Sternkarten umgehen können. Der Dobson stellt dabei die höchsten Anforderungen.

Was kann man beobachten? Für Deep-Sky muss das Objektiv Licht sammeln können. D.h. der Durchmesser sollte möglichst groß sein. Ein typischer Spruch unter Sternguckern: Öffnung ist nur durch mehr Öffnung zu ersetzen...
Übrigens erwarte mit keinem Teleskop etwas sehen zu können was nur annähernd den schönen Fotos entspricht.
Deep-Sky und Farben visuell kann man vergessen. Den Orion-Nebel in einem leicht grünlichem Schimmer ab 300mm Objektivdurchmesser. Hab' gerade von einem Anderen gelesen, daß er rötliche Farben im Orion-Nebel erahnen konnte - mit einem 800mm Objektiv...
Wie schon oben erwähnt ist die Vergrößerung auch abhängig vom Objektivdurchmesser.

Für €400,- kann man schon Dobsons mit 200mm oder sogar 250mm Objektivdurchmesser bekommen...
Parallaktisch montiert ca. 150mm Objektivdurchmesser...
Goto mit 130mm Objektiv...

Einige Euros wirst Du noch für Zubehör spendieren, früher oder später.

BTW: Der Tipp von Ralf mit den Feldstechern ist auch nicht verkehrt. Ich selbst greife auch gerne mal zum 10x60 und schaue spazieren... Damit kann man wunderbar die Orientierung am Himmel erlernen.

Soweit erst mal das Grobe. Über das Thema kann man in einer Runde mit mehreren Sternguckern Tagelang diskutieren (und es wird auch immer unterschiedliche Meinungen geben). Insofern: Vielleicht beteiligen sich ja noch ein paar andere aktive Beobachter...

Gruß,
Christian

ralfkannenberg
15.11.2013, 19:38
Alt-Azimutale Montierungen sind meistens billiger und einfacher zu gebrauchen. Da die Gewichtsbelastung durch das Teleskop besser verteilt wird, kann solch eine Montierung etwas schwächer dimensioniert werden, was den Preis senkt.
Jedoch bei der astronomischen Beobachtung sind sie schwerer nachzuführen. Bei einer parallaktischen Montierung wird eine Achse (Die RA-Achse) parallel zur Erdachse ausgerichtet. Zur Nachführung (Ausgleich der Erddrehung) muss deshalb nur um eine Achse gedreht werden mit konstanter Geschwindigkeit.
Hallo zusammen,

zur Nachführung: der Anfänger mag das für überflüssig halten, aber die Erde dreht sich überraschend schnell.

Ich selber habe damals folgende Erfahrung gemacht: 30x Vergrösserung: der Stern ist ohne Nachführung nach 20 Sekunden (!!) aus dem Gesichtsfeld gewandert, bei 60x Vergrösserung bereits nach 8 Sekunden. Ersteres mag noch gehen, aber zweiteres ist sehr lästig, wenn man da keine automatsiche Nachführung hat. Und 60x-Vergrösserung ist nun auch nicht gerade ein Luxus; bei 30facher Vergrösserung ist der Jupiter gerade mal erbsengross mit Streifen, und der Saturn knapp erbsengross mit Streifen und Ring.

Und in der Sternwarte in Zürich, in der die Erddrehung natürlich automatisch nachgeführt wird, war nachdem alle Besucher mal den Mond durch das Fernrohr angeschaut haben der Mond (!) bereits auf seiner 28tägigen Umlaufbahn weitergewandert, nur ein bisschen zwar aber immerhin.


Was ich sagen will: Nachführungs-Effekte nicht unterschätzen ! Man sollte sich also sehr gut überlegen, ob man sich wirklich die azimutale Montierung antun will. Hier sollte man also das eigene Beobachtungsgeschick richtig einschätzen; ein Aufpreis für eine bessere Nachführung ist also keine schlechte Investition.


Freundliche Grüsse, Ralf

Chrischan
15.11.2013, 20:32
Hallo Ralf,
Was ich sagen will: Nachführungs-Effekte nicht unterschätzen !100% d'accord.
Ich selbst habe keinerlei eigene Erfahrung mit Dobsons und wundere mich immer, wie die "Jungs" das per Hand bei hohen Vergrößerungen machen. Im Nachbarforum läuft gerade ein Thread über einen 33" Dobson. Manuell bei 1400x auf der Leiter in 3m Einblickhöhe... Schwer vorzustellen.

Gruß,
Christian

Bernhard
15.11.2013, 22:10
Schwer vorzustellen.
Hallo Chrischan,

vermutlich lag da unter dem Dobson eine Äquatorialplattform. Das ist eine motorisierte Nachführung für den Dobson, die etwa eine Stunde lang nachführen kann und den Dobson in einem gewissen Rahmen sogar fototauglich macht.

Ferner sind bei den Dobsons natürlich Okulare mit großem Blickfeld beliebt. Die Ethos-Serie hat 100, bzw. 120 (!) Grad Eigengesichtsfeld. Zuletzt sollte man noch erwähnen, dass die großen Dobsons normalerweise gute Lager haben und bei präziser Bauweise butterweich zu bewegen sind. Man kann hier also noch sagen: Dobson nicht gleich Dobson. Zwischen einem China-GSO und so manch einem Selbstbau liegen da mittlerweile Welten. Die Spezialisten schrecken beispielsweise auch vor der Verwendung von Carbon nicht zurück. Mit viel Trickserei bekommt man dann scheinbar die 1400 hin - aber es ist extrem, keine Frage.

Für weitere Infos einfach nach den zwei unterstrichenen Wörtern googlen...
MfG

Chrischan
15.11.2013, 23:44
Hallo Bernhard,
vermutlich lag da unter dem Dobson eine Äquatorialplattform. bisher wurde wohl noch alles ohne EQ-Plattform getestet. Hier mal der Thread zum Firstlight des 33" (http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=158189&whichpage=1).

Die Technik hinter Dobson und EQ-Plattform ist mir übrigens bestens bekannt, ich habe nur manchmal meine, rein praktischen, Probleme mir das vorzustellen... Ich kenne noch meine Anfänge mit biegsamen Wellen das Teleskop sauber nachzuführen. 30 Minuten Belichtung um M42 mit einem 12-Zöller auf Technical Pan abzulichten. Die Augenbrauen am Fadenkreuzokular festgefroren... Das war schon schwierig genug. Mit der Hand direkt am Tubus sowas zu machen... Da zolle ich Respekt.

Wenn ich mich recht entsinne, dann hast bzw. hattest Du doch auch mal ein größeren Dobson, oder?

Gruß,
Christian

Bernhard
16.11.2013, 00:34
Hallo Christian,


Wenn ich mich recht entsinne, dann hast bzw. hattest Du doch auch mal ein größeren Dobson, oder?
das ist (leider) schon wieder Vergangenheit. Der Aufwand für Auf- und Abbau des 18-Zöllers war mir einfach zu groß und so habe ich die gesamte Ausrüstung über eine Anzeige im astrotreff.de wieder verkauft. Meine handwerklichen Möglichkeiten waren beim Bau des Teleskops so begrenzt, dass die Ultraleichtbauweise nicht möglich war. Alleine die Spiegelkiste wog damit so um die 30 kg. Dieses Ungetüm in's Auto zu wuchten war immer wieder eine arge Plackerei und wurde mir dann schlussendlich einfach zu viel. Das Teleskop hat ein handwerklich sehr begabter Mensch übernommen und ich hoffe, dass es in umgebauter Form immer noch gute Dienste leistet. Die Optik war ja recht gut und das hat mir der Nachfolger auch besätigt, indem er in den ersten Beobachtungsnächten angeblich bereits mit 800 facher Vergrößerung bei sehr gutem Seeing beobachtet hat.

Von dem Geld habe ich mir mittlerweile unter anderem eine Canon M zugelegt. Die ist für Urlaube recht gut zu gebrauchen und ich kann sie später eventuell auch mal für Astrofotografie nutzen. Das ist für meine Begriffe (also nach knapp dreissig Jahren mit längeren Unterbrechungen) einfach spannender als die visuelle Beobachterei :) :o .
MfG

Chrischan
16.11.2013, 10:10
Hallo Bernhard,

Der Aufwand für Auf- und Abbau des 18-Zöllers war mir einfach zu groß
das kann ich gut nachvollziehen... Bei meinem letzten größeren Kauf bin ich auch der Werbung aufgesessen. "Die CGE Pro kann einfach in drei kleinere einfach zu transportierende Teile zerlegt werden" wer sowas schreibt ist entweder täglich mehrere Stunden in der Muckibude oder hat Herkules zum Großvater... Ich hab' mir schon beim Auspacken 'nen Wolf gehoben... :o Sie stand dann eine Weile abgedeckt und ungenutzt auf der Terrasse ("Das Wetter heute lohnt die Mühe nicht"). Inzwischen habe ich ihr aber eine 3x3 Meter Klappdachhütte spendiert. Größere Wolkenlücke, nichts wie raus, Dach auf und loslegen. So macht es wieder Spass. :D



Astrofotografie nutzen. Das ist für meine Begriffe (also nach knapp dreissig Jahren mit längeren Unterbrechungen) einfach spannender als die visuelle BeobachtereiJa, auch ich hatte zwar schon früher meine ersten fotografischen Schritte (noch analog) gemacht, aber es war mir einfach zu umständlich. Stundenlang in meist unangenehmen Positionen Nachführen um dann beim Entwickeln durch irgendein Missgeschick den Film zu ruinieren oder festzustellen, daß irgendetwas beim Belichten nicht funktioniert hatte... Da habe ich lieber visuell beobachtet. Inzwischen mit den CCD's sieht es anders aus. Durch meinen Newton habe ich noch nie visuell beobachtet. Mit 'nem Fadenkreuz beim Justieren mal durchgeschaut ja, aber nie wirklich beobachtet. Da ist immer das Aufnahmegeraffel dran. Habe auch ehrlich gesagt keinerlei Lust Nachts auf der Leiter zu balanzieren... Wenn es richtig kalt werden wird, dann kann ich mich sogar in das warme Wohnzimmer zurückziehen und alles von dort aus steuern... :cool:
Zum visuellen Beobachten nutze ich inzwischen meistens den Feldstecher. Meine anderen beiden Teleskope (10" und 12" SC) fristen deshalb leider ein ungenutztes Dasein...

Gruß,
Christian

Bernhard
16.11.2013, 11:45
Habe auch ehrlich gesagt keinerlei Lust Nachts auf der Leiter zu balanzieren...
Ja, die Leiterakrobatik ist auch in der Astro-Szene generell ziemlich umstritten :) .


Wenn es richtig kalt werden wird, dann kann ich mich sogar in das warme Wohnzimmer zurückziehen und alles von dort aus steuern... :cool:
So viel Astro in der Freizeit wäre mir dann fast schon wieder zu viel, allerdings ist mein Garten auch kein abgesteckter Bereich, sondern eher "öffentlich zugänglich". Dafür gibt es dann in den nächsten Wochen die 3D-Sternkarte (http://astronews.com/forum/showthread.php?5388-3D-Karte-unserer-Milchstra%DFe) voraussichtlich als frei zugängliche VisualStudio 2010-Solution ;) .
MfG

Chrischan
16.11.2013, 13:53
Hallo Bernhard,
Dafür gibt es dann in den nächsten Wochen die 3D-Sternkarte (http://astronews.com/forum/showthread.php?5388-3D-Karte-unserer-Milchstra%DFe) voraussichtlich als frei zugängliche VisualStudio 2010-Solutiondas würde mich dann auch interessieren. Nutze das Wetter z.Z. auch mehr zum programmieren. Ich mag nicht die ganzen Programme, die ich immer bedienen muss beim fotografieren (Kamera-Settings, Kamera-Aufnahme, Filterrad, Fokussierer, Guiding, Autofokus, Teleskop-Steuerung, Notepad für Notizen, Sternkarte). Arbeite z.Z. an der "eierlegenden Wollmilchsau". Dabei entstehen so manche kleine Helfer für die Zwischenzeit.
Seit einiger Zeit bereits im Gebrauch eine Steuerung für Filterrad und Fokussierer über ASCOM. Für jeden Filter kann ein Fokus-Offset gespeicher twerden. Beim Filterwechsel wird dann automatisch nach fokussiert.
Seit heute fertig eine kleine App für Mosaike. Steuert über ASCOM die Montierung. Eingabe der Anzahl Bilder pro RA und DE und Überlappung und dann gehts los. Aufsuchspiralen sind ebenfalls noch implementiert.
In der Mache ist noch der Autofokus über ASCOM. Meine Mustererkennung will bei Bathinov noch nicht so richtig die Linien zuverlässig und schnell erkennen. Da muss noch einiges optimiert werden. Als Abfall kommt dann zusammen mit dem Mosaikteil das Guiding das Guiding dabei raus.
Meine "eierlegenden Wollmilchsau" kann momentan schon FITS, BMP und AVI's aufnehmen. Unterstützt modifizierte Webcams. Kann Overlays einblenden (fest programmierte und drehbare oder GIF's). Steuert Filterrad und Fokussierer. Kann LRGB-Sessions und jetzt auch Mosaike (auch kombiniert) aufnehmen. Alle Parameter werden bei den Aufnahmen mit gespeichert. Aber es gibt noch viel zu tun...
Wollte noch eine kleine App erstellen um Aufnahmen automatisch zu identifizieren. Also wenn z.B. das Suchen nicht 100% geklappt hat. Ich mache dann ein Foto und versuche die Sterne in Cartes du Ciel zu finden. Klappt nicht immer... Also ich kenne die ungefähren Koordinaten und die Größe meines Fotos. Jetzt nur noch eine Mustererkennung mit einem Sternkatalog abgleichen. Die App sollte dann eine Koordinatennetz mit den Koordinaten über das Foto legen. Dann weiß ich wo ich bin und in welche Richtung und wie weit ich das Teleskop schwenken muss um mein Ziel zu finden... Bei Bildgrößen von nur wenigen Bogenminuten lohnt sich das.
Also es ist noch genug zu tun für schlechtes Wetter... :)

Gruß,
Christian

chimi
18.11.2013, 11:34
Hallo chimi,
kümmere dich erstmal nicht um die Vergrößerung. Das wird in der Werbung eh immer nur schön gerechnet und bringt in der Realität nichts. Grob kann man sinnvoll nur bis zum 1- bis 2-fachen des Objektivdurchmessers in mm vergrößern.

Stelle das Thema Fotografie bitte komplett zurück. Die Anforderungen an Teleskop und (besonders) Montierung sind recht hoch. Beherrscht man das Teleskop und die ganze Technik, dann kann man auch mit kleineren (billigeren) Geräten was schaffen, aber das ist definitiv nichts für Anfänger!


Es gibt Unterschiede bei den Teleskopen und bei den Montierungen. Es ist immer eine Frage des eigenen Geschmacks und des Geldbeutels. Und gaaanz wichtig: Was ist man bereit zu investieren - nicht das Geld, sondern zu lernen!

Zuerst ein paar Begriffe:

Teleskope:
Refraktoren (Linsenteleskope)
Reflektoren nach Newton (Spiegelteleskope)
Weitere würde ich für den Anfänger mal aussen vor lassen.

Montierungen:
Alt-Azimutal
Parallaktisch

Zu nennen sind noch zwei:
Dobson (Ein Newton-Reflektor auf einer minimalistischen Alt-Azimutal Montierung)
Goto (Computersteuerung für die Montierung)


Die billigsten Teleskope sind oftmals Refraktoren. Das liegt meistens an (unbrauchbaren) billig Objektiven... In deiner Preisklasse würde ich zum Newton-Reflektor raten. Wichtig beim Newton: Der Hauptspiegel muss parabolisch und nicht sphärisch sein!

Alt-Azimutale Montierungen sind meistens billiger und einfacher zu gebrauchen. Da die Gewichtsbelastung durch das Teleskop besser verteilt wird, kann solch eine Montierung etwas schwächer dimensioniert werden, was den Preis senkt.
Jedoch bei der astronomischen Beobachtung sind sie schwerer nachzuführen. Bei einer parallaktischen Montierung wird eine Achse (Die RA-Achse) parallel zur Erdachse ausgerichtet. Zur Nachführung (Ausgleich der Erddrehung) muss deshalb nur um eine Achse gedreht werden mit konstanter Geschwindigkeit.

Was bekommt man für sein Geld? Will man eine parallaktische Goto-Montierung mit Teleskop haben, teilt sich das Budget für das Teleskop, die Montierung und die Steuerung auf. Bei einem Dobson geht das Budget fast komplett in das Teleskop - die minimalistische Montierung und kein Stativ sparen erheblich.

Was muss man können? Bei einem Goto Teleskop eigentlich nur: Einschalten - Lesen was die Steuerung anzeigt und entsprechend handeln - Der Montierung sagen was man beobachten möchte - beobachten. Die Steuerung weiß ob z.B. Saturn gerade am Himmel zu beobachten ist und wenn ja, stellt das Teleskop automatisch auf ihn ein. Astro for Dummies...
Ohne Goto muss man schon mit Sternkarten umgehen können. Der Dobson stellt dabei die höchsten Anforderungen.

Was kann man beobachten? Für Deep-Sky muss das Objektiv Licht sammeln können. D.h. der Durchmesser sollte möglichst groß sein. Ein typischer Spruch unter Sternguckern: Öffnung ist nur durch mehr Öffnung zu ersetzen...
Übrigens erwarte mit keinem Teleskop etwas sehen zu können was nur annähernd den schönen Fotos entspricht.
Deep-Sky und Farben visuell kann man vergessen. Den Orion-Nebel in einem leicht grünlichem Schimmer ab 300mm Objektivdurchmesser. Hab' gerade von einem Anderen gelesen, daß er rötliche Farben im Orion-Nebel erahnen konnte - mit einem 800mm Objektiv...
Wie schon oben erwähnt ist die Vergrößerung auch abhängig vom Objektivdurchmesser.

Für €400,- kann man schon Dobsons mit 200mm oder sogar 250mm Objektivdurchmesser bekommen...
Parallaktisch montiert ca. 150mm Objektivdurchmesser...
Goto mit 130mm Objektiv...

Einige Euros wirst Du noch für Zubehör spendieren, früher oder später.

BTW: Der Tipp von Ralf mit den Feldstechern ist auch nicht verkehrt. Ich selbst greife auch gerne mal zum 10x60 und schaue spazieren... Damit kann man wunderbar die Orientierung am Himmel erlernen.

Soweit erst mal das Grobe. Über das Thema kann man in einer Runde mit mehreren Sternguckern Tagelang diskutieren (und es wird auch immer unterschiedliche Meinungen geben). Insofern: Vielleicht beteiligen sich ja noch ein paar andere aktive Beobachter...

Gruß,
Christian

Puh, erstmal danke für die ausgiebige Erläuterung :)

Also stellt sich für mich eigentlich nur die Frage, GoTo oder nicht GoTo? (bzw. für den Empfänger des Geschenks ;-))

Da es für dein Einstieg so einfach wie mögilch sein sollte, wäre wahrscheinlich die GoTo Lösung am besten.

Ich habe mir vorhin verschiedene GoTo-Lösungen angeschaut, unter anderem diese beiden hier:
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-130-650-explorer-bd-az-s-goto/p,14989#tab_bar_0_select
http://www.astroshop.de/skywatcher-maksutov-teleskop-mc-127-1500-skymax-bd-az-s-goto/p,14987#tab_bar_0_select

Bei der nicht GoTo Lösung bin ich bei folgendem Teleskop gelandet:
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-150-750-explorer-bd-neq-3/p,15330

Was sagst du zu diesen Modellen?
Gibt es Andere die du in die ängere Auswahl nehmen würdest? Gibt es Ausschlusskriterien?
Wie sieht es mit der Erweiterbarkeit aus, Filter für Sonne/Mond?

Viele Grüße

ralfkannenberg
18.11.2013, 12:32
das ist (leider) schon wieder Vergangenheit. Der Aufwand für Auf- und Abbau des 18-Zöllers war mir einfach zu groß und so habe ich die gesamte Ausrüstung über eine Anzeige im astrotreff.de wieder verkauft. Meine handwerklichen Möglichkeiten waren beim Bau des Teleskops so begrenzt, dass die Ultraleichtbauweise nicht möglich war. Alleine die Spiegelkiste wog damit so um die 30 kg. Dieses Ungetüm in's Auto zu wuchten war immer wieder eine arge Plackerei und wurde mir dann schlussendlich einfach zu viel.
Hallo zusammen,

auch dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen. Für eine seriöse Beobachtung eines 6 mag-Kometen nur mit einem Feldstecher benötige ich 2 Stunden, wenn der nicht gerade neben einem mindestens 4-mag Stern, die ich auswendig kenne, steht: Vorbereitung in der Sternkarte, dann raus aus der Stadt an bewährte Beobachtungsorte - zwei Kometenbeobachtungen meines Lebens habe ich verpasst, weil mir ohne vorherige Auswahl eines guten Beobachtungsortes Häuser und Bäume die Sicht versperrt haben (zum Glück waren das keine "One-Night-Stands", sonst würde ich mich noch heute deswegen grün und schwarz ärgern). Und dann noch bei einem Kometen die Helligkeitsschätzung, d.h. umliegende Sterne in ähnlicher Helligkeit identifizieren, deren Helligkeit - ohne diese vorher zu kennen, weil man sonst Vorurteile hat - mit der Kometenhelligkeit vergleichen und dann anhand der Datenbank nachbereiten und idealerweise Rote Riesen eliminieren, auch wenn es da Korrekturformeln gibt. Auch das dauert Zeit.


Freundliche Grüsse, Ralf

Bernhard
18.11.2013, 14:06
zum Glück waren das keine "One-Night-Stands", sonst würde ich mich noch heute deswegen grün und schwarz ärgern
Hallo Ralf,

dann stell Dir mal bitte vor, Du wärst damals beruflich so eingespannt gewesen, dass Du die beiden Jahrhundertkometen Hale-Bopp und Hyakutake verpasst hättest. Mir ist nämlich genau das passiert und man ärgert sich dann nämlich nicht nur wegen des entgangenen Genusses, sondern auch noch über den Spott des näheren Umfeldes und Bekanntenkreises :o . Naja, soviel zu meinem Glück als Kometenjäger.
MfG

ralfkannenberg
18.11.2013, 14:45
dann stell Dir mal bitte vor, Du wärst damals beruflich so eingespannt gewesen, dass Du die beiden Jahrhundertkometen Hale-Bopp und Hyakutake verpasst hättest. Mir ist nämlich genau das passiert und man ärgert sich dann nämlich nicht nur wegen des entgangenen Genusses, sondern auch noch über den Spott des näheren Umfeldes und Bekanntenkreises :o . Naja, soviel zu meinem Glück als Kometenjäger.

Hallo Bernhard,

wie hast Du denn das geschafft ? Ich dachte, ich seie der "Rekordhalter", indem ich 1976 den Kometen West, den man nun wirklich nicht übersehen konnte, trotzdem übersehen habe ... (weil ich aufgegeben und mich wieder zu Bett gelegt habe, ehe er am Morgenhimmel aufgegangen ist)


Freundliche Grüsse, Ralf

Bernhard
18.11.2013, 15:12
wie hast Du denn das geschafft ?
Ich wundere mich ja selber, aber scheinbar war ich damals informationstechnisch derart gut isoliert, dass ich es einfach nicht mitbekommen habe. Jahre später habe ich es dann im Gespräch mit einem völlig verdutzten Spechtelkollege erfahren, so nach dem Motto: "Was, das hast Du nicht mitbekommen??"


Ich dachte, ich seie der "Rekordhalter", indem ich 1976 den Kometen West, den man nun wirklich nicht übersehen konnte, trotzdem übersehen habe ... (weil ich aufgegeben und mich wieder zu Bett gelegt habe, ehe er am Morgenhimmel aufgegangen ist)
Auch nicht schlecht :D . Ich erinnere mich jetzt auch, dass wir diese unsere Reinfälle früher schon mal besprochen haben: http://astronews.com/forum/showthread.php?3230-Kometen-Beobachtungen&p=50096#post50096 . Manche Dinge vergisst man einfach nicht mehr.
MfG

ralfkannenberg
18.11.2013, 17:19
Ich erinnere mich jetzt auch, dass wir diese unsere Reinfälle früher schon mal besprochen haben: http://astronews.com/forum/showthread.php?3230-Kometen-Beobachtungen&p=50096#post50096 . Manche Dinge vergisst man einfach nicht mehr.
Na ja, inzwischen ist völlig überraschend mit dem Kometen Panstarrs (http://astronews.com/forum/showthread.php?6623-Pan-STARRS-Heller-Komet-schon-im-März&p=93842#post93842) ein 19.Komet dazugekommen, und wenn ich den ISON sehen kann, habe ich gleichviele Kometen gesehen wie Dieter Bohlen in Deutschland Nr.1-Hits hatte :)


Freundliche Grüsse, Ralf

Dgoe
18.11.2013, 17:29
Also stellt sich für mich eigentlich nur die Frage, GoTo oder nicht GoTo? (bzw. für den Empfänger des Geschenks ;-))

Da es für dein Einstieg so einfach wie mögilch sein sollte, wäre wahrscheinlich die GoTo Lösung am besten.

Ich habe mir vorhin verschiedene GoTo-Lösungen angeschaut, unter anderem diese beiden hier:
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-130-650-explorer-bd-az-s-goto/p,14989#tab_bar_0_select
http://www.astroshop.de/skywatcher-maksutov-teleskop-mc-127-1500-skymax-bd-az-s-goto/p,14987#tab_bar_0_select

Bei der nicht GoTo Lösung bin ich bei folgendem Teleskop gelandet:
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-150-750-explorer-bd-neq-3/p,15330

Was sagst du zu diesen Modellen?
Gibt es Andere die du in die ängere Auswahl nehmen würdest? Gibt es Ausschlusskriterien?
Wie sieht es mit der Erweiterbarkeit aus, Filter für Sonne/Mond?

Hallo chimi,

ich habe mich in letzter Zeit auch öfters im Astroshop umgesehen, als Einsteiger. Habe bisher nur ein Spiegelteleskop (Newton) der billigsten Preisklasse (von vor vielen Jahren), das zwar recht 'gut' aussieht, aber in der Praxis doch eher enttäuschend war. Ich würde also auf jeden Fall nach 'parallaktisch' greifen, was bei deinen 3 Links nur der dritte wäre.
Das ist zwar ohne GoTo, dafür lernt man mehr, Himmelskarte etc. Bringt also mehr finde ich, wenn man sich echt interessiert. Außerdem gibt es dafür das GoTo-Aufrüstkit optional. Prima ausbaufähig also. 11 gute Kundenmeinungen sprechen für sich. Auch für mich selber eine gute Wahl, meine ich.

Wer alles 'vorgefertigt' haben will, der kann ja auch "m13 hubble" bei Google eingeben, statt ins GoTo, oder die Hubble-Seite besuchen. Dann sogar inklusive voller Farben und Details, hehe.

Gruß,
Dgoe

Chrischan
18.11.2013, 18:39
Hallo chimi,

kann mich da Dgoe nur anschliessen. Goto ist zwar "idiotensicher", man lernt damit aber auch nichts... Dobsons sind am anspruchvollsten, aber man lernt mit ihnen auch am meisten... Die Wahl ist nicht leicht. Entweder die ersten Schritte sind einfach und man bleibt dabei aber auch stehen, oder man beginnt mühsam und entwickelt sich stetig weiter. Viele Sterngucker haben deshalb in ihrem Leben auch diverse unterschiedliche Teleskope (nicht nur immer größer).

Meine rein persönliche Meinung: Goto führt zwar zu schnellen Erfolgen im Auffinden einiger Objekte, aber man verlässt sich zusehr auf das Goto. Wenn die Montierung ein Objekt nicht anzeigt, dann wird gar nicht erst versucht es zu finden... Die Gefahr besteht, dass das Teleskop nach anfänglicher Euphorie doch schnell verstaubt. Dazu führen leider auch die vielen und langen Schlechtwetterperioden bei uns...
Ohne Goto muss man lernen und sich informieren. Man stöbert im Internet oder in Foren bei der Suche nach neuen Tipps für die Bedienung oder bei der Lösung irgendwelcher Probleme. Man versucht die Grenzen des Teleskops zu finden und versucht immer schwerere Objekte zu beobachten. Dabei lernt man über das Teleskop und die Astronomie. Und man hat auch noch eine Beschäftigung wenn das Wetter mal nicht mitspielt.
Beim Dobson sehe ich die Frustgefahr recht hoch.

Von deinen drei Teleskopen kenne ich persönlich keines. Ein Beurteilung gelingt mir deshalb nur unter Vorbehalt und nur in Stichworten!

Mak 127/1500 Goto
Nicht unbedingt für Deep-Sky. Würde ich einem Anfänger nicht zumuten...

Newton 130/650 Goto
- kurze Brennweite bzw. schnelles Öffnungsverhältnis N5 (f/5) --> Koma-Korrektor
- Qualität des Teleskops (Optik, Mechanik) ???
- Qualität der Montierung (Motoren, Getriebe, Elektronik) ???
- Qualität des Stativs (Stabilität) ???
- Qualität der Okulare ???
- Alt-Az-Montierung: Auch später (fast) keine Fotografie

Newton 150/750 parallaktisch
- kurze Brennweite bzw. schnelles Öffnungsverhältnis N5 (f/5) --> Koma-Korrektor
- Qualität des Teleskops (Optik, Mechanik) ???
- Qualität der Montierung (Tragfähigkeit nur ca. 5kg) ???
- Qualität des Stativs (Stabilität) ???
- Qualität der Okulare ???
- Montierung lässt sich aufrüsten auf motorische Nachführung bis hin zu Goto
- Theoretisch auch Fotografie möglich

Koma-Korrektor bedeutet: Beim Blick durch das Teleskop könnten die Sterne am Rand wie kleine Kometen aussehen. Das nennt man Koma und ist typisch für einige Teleskop-Typen. Zum Ausgleich dafür gibt es sog. Koma-Korrektoren. Sollte das störend werden, dann wäre die Anschaffung eines solchen Korrektors angesagt.

Die ??? bedeuten einfach, dass dies Schwachpunkte sein können, die ich nicht beurteilen kann, die aber immer wieder mal diskutiert werden. Schlechte Passgenauigkeit und damit wackeln, Zahnräder aus Kunststoff, verhärtende Fette in den Getrieben und Lagern oder auch zu schwache Montierungen...
Das parallaktisch montierte würde ich für einen sinnvollen Einstieg halten. Bin mir aber nicht sicher, ob die NEQ-3 nicht mit dem Teleskop bereits an seiner Grenze ist...

Wenn möglich, dann ist ein persönlicher Besuch beim Händler anzuraten. Dann kann man das Teleskop auch mal anfassen und sich ein paar Tipps holen vor dem Kauf. Einige Händler bieten auch eine gute und faire Beratung am Telefon und sind nicht nur auf den Verkauf aus... Mit Astroshop.de habe ich keinerlei persönliche Erfahrung und kann deshalb nicht beurteilen wie es dort aussieht.

Gruß,
Christian

Sissy
20.11.2013, 16:19
Hi Chimi,

wie sieht es denn mit dem Ambitionen des Beschenkten aus? Hat derjenige überhaupt schon mal durch ein Teleskop geguckt? Falls ja, wo war das? In einer Sternwarte? Bei einem Beobachtungsabend von anderen Hobbysternguckern im Garten/auf dem freien Feld? Wo ihm also andere die entsprechenden Motive am Himmel eingestellt haben?

Kennt sich derjenige denn überhaupt am Himmel aus?

Mit nem Teleskop (400 Euro ausgeben) ist es nicht getan.

So ein Teleskop muß transportiert und dann aufgebaut werden. Wenn ein Balkon, eine Terasse oder ein Garten vorhanden ist, geht das recht problemlos. Wenn man aber erstmal aus einer hell erleuchteten Stadt raus aufs Feld an einen dunklen Ort fahren muß, braucht man ein Auto. Dann ist es dort dunkel und ein Stadtmensch hat manchmal so seine Probleme mit den Geräuschen Nachts in der Natur. ;)

Dann (besonders im Herbst/Winter/Frühling) ist man nach dem Beobachtungsabend müde, durchgefrohren und mit klammen Fingern alles wieder abbauen, bruchsicher verstauen und heim fahren ist nicht zu unterschätzen.

Ich bin Mitarbeiterin einer Sternwarte, wo wir für unsere Besucher die Objekte am Himmel mit dem Teleskop einstellen und wir sie dann durchgucken lassen. Dabei erzählen mir unsere Besucher oft, daß sie sich ein Einsteigerteleskop (in Deinem Budgetrahmen) gekauft haben und nicht damit klarkommen. Sie finden am Himmel nicht die Objekte, die wir ihnen zeigen und sind etwas enttäuscht über ihr Teleskop.

Auch, weil sie durch die Werbung in Prospekten und auf der Verpackung vom Teleskop völlig falsche und überzogene Erwartungen haben, was ihr Teleskop denn so leisten können soll. Da sind bunte Bilder von Nebeln und Galaxien abgebildet, Planeten mit fantastischen Details und völlig sinnfreie Vergrößerungen angegeben.

Ehe Du also Geld in die Hand nimmst und etwas kaufst, solltest Du mit dem zu Beschenkenden erstmal zu einer Sternwarte gehen und gemeinsam durch ein Teleskop schauen. Damit Ihr beide live erlebt, was so ein Blick durch ein Teleskop prinzipiell zeigen kann.

Galaxien, Planetarische Nebel, Orionnebel... sind in einem Teleskop in Deinem Preisrahmen immer nur fluffige "graue Etwasse". Wie Zigarettenrauch vor dem Hintergrund aus bunten Sternen. Schwarzweiß, nicht in Farbe! Spiralarme in Galaxien wirst Du nicht erkennen können. Die gibt es entweder in deutlich teureren Teleskopen unter richtig dunklem (Alpen-)Himmel oder auf Fotografien. Nur an Sternen (die immer winzige Pünktchen bleiben, auch im größten Teleskop) und an Planeten wirst Du Farbe erkennen können. Zahrte Pastelltöne bei Jupiters Wolkenbändern, ein blendend weißer Ring an Saturn (zahrtgelbe Kugel) oder den orangeroten Mars mit einem kleinen weißen Sahnehäubchen (Polkappe) und dunkelgrauen Strukturen auf einer winzigen Planetenkugel.

Dann muß sich das Teleskop an die Außentemperatur angleichen können. Solange das Teleskop nicht wirklich genauso kalt ist wie die Umgebungstemperatur, hast Du eine fürchterliche Abbildung im Okular. Weil von der Linse oder dem Spiegel warme Luft aufsteigt und sich mit der kalten Nachtluft vermischt. Diese Verwirbelungen werden dann beim durchgucken vergrößert und alles zittert und schwabbelt und man kann nicht scharf stellen. Je nachdem, wie groß der Spiegel des Teleskopes ausfällt, kann das 30 Minuten oder mehrere Stunden dauern.

Also Teleskop aus dem warmen Wohnzimmer auf den Balkon stellen, sofort durchgucken und mal eben für 5 oder 10 Minuten Mond genießen is net. Dir und Deinem Freund muß klar sein, daß man immer die Zeit fürs Auskühlen mit einrechnen muß. Astronomie ist ein Hobby für geduldige Menschen.

Dann sollte auch die Bereitschaft da sein, sich mit Theorie zu beschäftigen. Ein paar Sernbilder und die Position der Hauptsterne auswendig lernen. Denn auch ein Goto-Teleskop findet die Objekte nur, wenn man es vorher korrekt eingenordet hat.

Dazu sollte man freie Sicht auf den Polarstern haben. Und nach der Ausrichtung der Montierung nach Norden und der Einstellung der Polhöhe (muß man nur 1x machen, wenn man immer vom gleichen Fleck aus beobachtet), muß man ein paar Sterne am Himmel sicher kennen. Denn beim sogenannten Alignment wird man als Teleskopbesitzer aufgefordert, den Stern xy genau in die Mitte vom Okular zu stellen. Sodele, da oben gibt es 5.000 Sterne, die man unter dunklem Himmel sehen kann. Wenn man also von der Teleskopsteuerung aufgefordert wird, den Stern Vega zu zentrieren, dann muß man wissen, welcher Stern da oben Vega ist...

Die Elektronik, die in einer solchen Goto-Steuerung verbaut ist, macht dann das Finden und Beobachten sehr angenehm. Aber sie kostet halt Geld. Bei einem Budget von 400 Euro bleibt dann abgesehen vom notwendigen Stativ, der Montierung, den Motoren und der Elektronik nicht mehr viel Geld für das eigentliche Teleskop übrig. Daher wird Einsteigern gerne ein Dobson empfohlen. Das ist ein Newton Teleskop in einem Holzrahmen, da muß man die Objekte selber finden und das Geld geht hauptsächlich in die Optik, also das Teleskop selber...

Eventuell wäre die Mitgliedschaft in einem Sternwartenverein oder einer losen Beobachtergruppe für den Einstieg besser? Da könnte man zusammen mit anderen die vorhandenen Teleskope nutzen, man lernt automatisch in der Beobachtergruppe, wie man Objekte am Himmel findet und kann sich für den Anfang erstmal aufs schauen konzentrieren. Hat man dann nach einiger Zeit etwas Erfahrung gesammelt, weiß man auch, was einem persönlich mehr Freude macht. Parallaktisch montiertes Teleskop oder "Dobson schubsen". Und mit der Erfahrung kann man dann genau das Teleskop kaufen, was einem die Objekte am besten zeigt, die man am liebsten beobachtet...


das erste Teleskop ist ein "rundum sorglos Teleskop" für den Einstieg zur Sonnen-, Mond- und Planetenbeobachtung. Durch seine kurze Brennweite kann man auch ausgedehntere Deepsky-Objekte beobachten, falls man an einem dunklen Beobachtungsplatz ist. Allerdings braucht man dann teurere Okulare mit größerem scheinbaren Gesichtsfeld als die mitgelieferten. Wirklich schnell und einfach aufgebaut, nach 40 Minuten ausgekühlt und zur Beobachtung bereit. Aber Du kannst später kein größeres Teleskop draufsetzen, das packt die Einarmgabel nicht. Die Mondkrater sind damit klasse. Du erkennst viele Details. Aber die Planeten sind bei der maximal sinnvollen Vergrößerung von 150-200 fach nur winzig kleine Murmeln. Bei Jupiter erkennst Du mit etwas Übung 2 Bänder, bei Saturn den Ring. Es ist auf Grund seiner azimutalen Montierung nicht für die Fotografie von Deepsky-Objekten wie Nebeln, Sternhaufen oder Galaxien geeignet. Webcamaufnahmen von Planeten oder Mondkratern sind machbar, eine DSLR wird an dem 1 1/4" Okularauszug schwer zu adaptieren sein und neben Fokusproblemen gibt es durch den engen Okularauszug auch deutliche Vignetierung.

Das zweite Teleskop ist ein Spezialteleskop für Mond und Planeten. Deepsky ist entgegen der Beschreibung nur sehr eingeschränkt machbar, weil seine Brennweite viel höher ist und es somit einen viel kleineren Himmelsausschnitt zeigt als das erste Teleskop. Seine kompakte Bauform erleichtert den Transport, aber es braucht viel länger als das erste Teleskop zum Auskühlen, weil es ein geschlossenes System ist. Im Winter mußt Du mit 2 Stunden rechnen. Und Du benötigst zwingend noch eine Tauschutzkappe, sonst beschlägt Dir die Meniskuslinse vorne am Teleskop. Auch dieses Teleskop ist nicht für die Fotografie von Deepsky-Objekten wie Nebeln, Sternhaufen oder Galaxien geeignet. Webcamaufnahmen von Planeten oder Mondkratern sind machbar, eine DSLR wird an dem 1 1/4" Okularauszug schwer zu adaptieren sein und neben Fokusproblemen gibt es durch den engen Okularauszug auch deutliche Vignetierung.

die Montierung unter dem 3. Teleskop muß von Hand nachgeführt werden. Dazu dreht man an Knöpfen für die Achsenbewegung. Dabei wird aber Zittern der Hand mit auf die Montierung übertragen und das merkt man am Bild im Okular. Da kann man später Motoren anbauen und eine Steuerung für die Nachführung nachrüßten. Aber für das ausgesuchte Teleskop ist die Montierung grenzwertig. Das Teleskop ist zu schwer und zu lang. Sobald man das Teleskop berührt, oder gaaanz leichter Wind herrscht, beginnt alles zu schwingen. Eigentlich gehört dieses Teleskop auf eine EQ-5. Eine EQ-5 läßt sich auch mit Elektromotoren für die Nachführung aufrüßten. Dann hätte man ein System, bei dem man später auch mal an (einfache) Fotografie denken könnte...

Bessere Okulare kann man zu allen ausgesuchten Teleskopen nachkaufen, Filter und Barlow-Linsen auch. Einen Filter für die Sonnenbeobachtung bastelt man sich am besten nach Anleitung auf der Baaderfolienpackung. Aber ich würde ein Teleskop mit 2" Okularauszug bevorzugen, weil man dann mehr Auswahlmöglichkeiten beim Zubehör hat und auch mal ne DSLR statt eines Okulars in den Okularauszug schieben könnte für Schnappschüsse vom Mond...

Du kannst bei jedem Teleskophändler auch andere Kombinationen als die von Dir verlinkten Einsteigergeräte anfragen. Denn die "Einsteigergeräte" als Paket haben immer eine zu schwach dimensionierte Montierung unten drunter. An der Montierung sollte man nicht sparen. Die muß so stabil wie bezahlbar sein!

Neben dem Teleskop samt Stativ und Montierung benötigt man unbedingt noch eine Rotlichttaschenlampe und ein Buch mit Aufsuchkarten, wenn man kein Goto-Teleskop will. Egal, ob azimutal oder parallaktisch montiert, denn dann muß man die Objekte per Starhopping aufsuchen.

Grüße
Sissy

Dgoe
21.11.2013, 01:33
Hallo Sissy,

Danke für den super Beitrag, den ich als Mitsuchender gelesen habe, auch wenn an Chimi gerichtet. Ebenso natürlich an Bernhard, Christian und Ralf auch.

Es gibt ja noch die virtuelle Form, um die Weiten des Universums zu erforschen, auch als Ergänzung. Ich denke da an Google Sky (http://en.wikipedia.org/wiki/Google_Sky) (in Google Earth integriert, dort auch auf Deutsch) oder WorldWide Telescope (http://en.wikipedia.org/wiki/WorldWide_Telescope) (von Microsoft - hier (http://www.worldwidetelescope.org/Home.aspx)), beide nur mit Online-Verbindung, beide super finde ich.

Oder lokal installiert ohne nötige Verbindung auch Stellarium (http://de.wikipedia.org/wiki/Stellarium) (deutscher Wikipedialink):

Mittels OpenGL wird ein fotorealistisches Himmelszelt mit über 600.000 Sternen in Echtzeit dargestellt, wobei Ort und Zeit sowie der Raumwinkel frei gewählt werden können. Gezeigt werden Sterne und weitere astronomische Objekte, die mit dem bloßen Auge, einem Fernglas oder einem kleinen lichtoptischen Teleskop sichtbar wären. Der Sternenkatalog kann bis zur 15. Größenklasse und somit auf über 210 Millionen Sternen ergänzt werden, wodurch Stellarium auch für lichtstärkere Optiken nutzbar wird.
Einige herausragende Merkmale sind ein fast fotorealistischer Sonnenaufgang und -untergang, Meteore und Grafiken von Planeten, Nebeln und Galaxien.
(umfangreicher auf Englisch (http://de.wikipedia.org/wiki/Stellarium), siehe dort auch unter 'See also (http://en.wikipedia.org/wiki/Stellarium_(computer_program)#See_also)' weitere Programme, hier die deutsche Webseite (http://www.stellarium.org/de/))

Aus letzterem dies Zitat:

Stellarium ist ein kostenloses, quelloffenes Planetarium für ihren Rechner. Es zeigt einen realistischen 3D-Himmel, so wie man ihn mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop sehen kann.
Es wird auch mit Projektoren für Planetarien verwendet. Geben Sie einfach Ihre Koordinaten ein und los geht's.

Und dann noch Celestia, hier der Wikipedialink auf Deutsch (http://de.wikipedia.org/wiki/Celestia) und ein Zitat daraus:

Das Programm erlaubt es Benutzern, Objekte in der Größenordnung derInternationalen Raumstation (http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Raumstation) bis hin zu Galaxien (http://de.wikipedia.org/wiki/Galaxie) wie der Milchstraße (http://de.wikipedia.org/wiki/Milchstra%C3%9Fe) dreidimensional zu simulieren. Das Programm benutzt OpenGL (http://de.wikipedia.org/wiki/OpenGL) als 3D-Bibliothek (http://de.wikipedia.org/wiki/Programmbibliothek). Anders als normalerweise bei Planetariums (http://de.wikipedia.org/wiki/Planetarium)-Software ist der Benutzer in der Lage, sich frei durch das Universum (http://de.wikipedia.org/wiki/Universum) zu bewegen. In dieser und weiteren Eigenschaften ähnelt es dem Programm Space Engine (http://de.wikipedia.org/wiki/Space_Engine). (oder auf Englisch (http://en.wikipedia.org/wiki/Celestia) (umfangreicher), unten wieder See also (http://en.wikipedia.org/wiki/Celestia#See_also))
Hier die deutsche Webseite (http://www.celestia.info/) zu Celestia. Man sollte übrigens einige Addons dazunehmen.

Soweit diejenigen, die ich kenne, unter 'see also' gibt es noch etliche mehr, die ich mir mal beizeiten ebenfalls ansehen möchte.
Vielleicht habt Ihr ja auch Erfahrungen dazu (bestimmt) und Vorschläge, Empfehlungen, ich weiß nicht...

Gruß,
Dgoe

P.S.: alle kostenlos nutzbar, man beachte natürlich die Nutzungsbedingungen und Lizenzen.

Bernhard
21.11.2013, 01:53
Hallo Dgoe,


Es gibt ja noch die virtuelle Form, um die Weiten des Universums zu erforschen, auch als Ergänzung.
Dir ist hoffentlich klar, dass das schon ein gewaltiger, qualitativer Unterschied ist? Um einen Vergleich zu gebrauchen: Würde man bei einem Gesuch nach Konzertkarten den Kauf der entsprechenden Musik-CD empfehlen? Im Gespräch mit einer realen Person wohl nur, wenn man eine spöttische Bemerkung gut vertragen kann :D . Leute, welche die Beobachtung mit dem eigenen Teleskop suchen, sind normalerweise an der spezifischen Nachtatmosphäre, der Ruhe und dem Frieden interessiert, der durch den gestirnten Himmel vermittelt wird. Interessant finde ich in dieser Hinsicht übrigens die Idee mancher Leute zur Schaffung eines "Nachtparkes" (oder so ähnlich), d.h. dem Schutz sehr dunkler Gebiete vor der immer weiter zunehmenden Lichtverschmutzung.
MfG

Dgoe
21.11.2013, 03:18
Hallo Bernhard,

natürlich, alleine schon das Gefühl der Realität dabei, dass die Augen tatsächlich Licht von dort, wo man hinschaut, einfangen. Aber wenn man nur ein popeliges Teleskop hat und kaum etwas sieht, zudem in schwarzweiß, dann ist das in dem Vergleich wie ein Konzert aus mehreren oder ok einem Kilometer Entfernung zu besuchen - in mono! Eine CD in der Disco oder auf einer Party oder mit besten Boxen daheim, kann da schon mehr, selbst eine TV-Übertragung. Gut, es gibt ja zum Glück noch den Mond und die Sonne (mit Filter) und ein paar Planeten und die Messiers ein wenig. Das macht auch mit kleinen Teleskopen Spaß - hat es mir zumindest, bis ich einsehen musste, dass ...

Deswegen ist als Ergänzung das Erlebnis mit manchem Programm ganz anders als einen Fotokatalog zu wälzen alternativ, obwohl ich das auch gerne tue, die klassische Ergänzung halt. Der Besuch einer Sternwarte oder eines Planetariums ist natürlich top.

Nächtliche Sessions mit Gleichgesinnten stelle ich mir auch herrlich vor, besonders wenn man mal durch ein großes oder gutes, sagen wir teures Teleskop schauen darf. Die Chancen zu letzterem stünden wahrscheinlich nicht schlecht, wenn ich mich mit meinem 100-Euro-Spielzeug daneben aufbaue, alleine schon aus Mitleid - nachdem die Leute vor lauter Lachen auf dem Boden kugelnd wieder aufgestanden sind.

seufz,
Gruß,
Dgoe

Dgoe
21.11.2013, 05:51
Ein Erfahrungsbericht

Man kann auch mit dem allerbilligsten Spiegelteleskop jede Menge lernen, habe ich ja. Wie das Prinzip funktioniert, wie man das bedient, alleine die Schrauben und deren Sinn, worauf man aufpassen muss, wie die Einzelteile heißen, was die ganzen übrigen Begriffe bedeuten, wie sich die Erde dreht, Sinn für Geometrie, wo man etwas findet, angefangen beim Mond schon auch wann, dass Wetter, Lichtverschmutzung und Ort eine Rolle spielen und etliches mehr. Vor allem worin sich die Qualitätsunterschiede schon mal grob bemerkbar machen. Lol. Ich hatte immerhin 4 Okulare und ein Barlow inklusive dabei bekommen. Nur eines lernt man kaum kennen - etwas tatsächlich zu beobachten! Also ich meine durch das Rohr durch.

Der Mond alleine war schon eine Herausforderung, anfangs ein seltener Glückstreffer bestenfalls. Jaaa, der Mond. Größer geht ja kaum, aber dennoch. Durch das kleine Suchfernrohr alleine schon eine Qual. Denn einmal gefunden, macht man alles fest und schaut wieder durch - nichts, weg ist er. Zuviel gewackelt. Also alle Schrauben nur ganz leicht lösen, die Nähe absuchen und dann anziehen, gut passt dann, etwaas schräg aber drin. Man muss sich obendrein schräg seitlich halten beim suchen, ist also nicht ganz der Nase nach.

Dann durch das Okular (also die große Röhre), zu sehen dann: Nix, dunkles Schwarz, wie die Nacht! OK, das ganze Teil etwas lockern und direkt damit suchen. Nie nichts, immer nur schwarz. Bis man dann verzweifelt irgendwann die große Kappe entdeckt, die noch drauf ist (beide, äußere und innere). Ahh! In dem Gebrasel total vergessen, na dann ja kein Wunder. Also nochmal das ganze Prozedere von vorne bis zu dem Moment 'Okular': Aber schon wieder nichts zu sehen! Immer noch fast ganz schwarz. Naja, ich wusste woran es liegt, die beiden waren nicht geeicht, also nicht parallel.

Überlegen, wie eichen nachts? Kommt ja nur der Mond in Frage fürs grobe. Wieder ins Suchfernrohr, der Mond ist schon ganz am Rand. Aber egal, ich muss ihn erst mit dem Okular finden, alles festmachen und dann das Suchfernrohr darauf ausrichten, klar.
Ach ja, nun muss man wissen, dass beim suchen, rechts und links vertauscht sind, aber warum kleckern, oben und unten gleich auch, so ja auch schon beim Suchfernrohr, nur schaut man jetzt zur Krönung ja auch noch im rechten Winkel rein, das Okular befindet sich seitlich, man guckt also um die Ecke und alle Richtungen sind vertauscht. Gewöhnungsbedürftig ist eine milde Untertreibung, jede Bewegung muss man gedanklich vorher umrechnen, spontane oder intuitive Suche, Fehlanzeige, immer diametral verkehrt. Da waren auch keine Sterne zum scharfstellen, so als Hintergrundtapete, egal, der Mond ist ja dort irgendwo und tatsächlich manchmal blitzt es kurz hell auf - juhuu, da war er, das Rohr ist also nicht kaputt, wie beruhigend ...

Stunden später (scherzhaft übertrieben, aber fast) dann voll drin, alles arretieren, wieder weg, nach Ewigkeiten - weil alles verdreht ist, braucht man gute ruhige Nerven - ihn dann wieder eingefangen, wieder weg, wieder hin, zig dutzende mal alles. Dann war er fest drin, drohte sich allerdings raus zu bewegen, konnte man bei zusehen - verflixte Erddrehung. Geistesblitz Okular tauschen (drauf war ein mittleres), aber später erst, schnell das Suchfernrohr schon mal grob ausrichten. Das klemmt allerdings zwischen 3 Schrauben, bis man den Dreh raus hat, ist alles längst gelaufen, außerdem bekommt man den Dreh eh nicht so schnell raus so ohne weiteres. Müdigkeit droht meinen Ehrgeiz zu verdrängen. Trotzdem noch ein paar Anläufe. Ok, vergessen wir das Suchfernrohr.

Die Okulare wollen getestet werden und das Barlow, und was mit wem am Besten ist. Ich suche direkt durchs große. So ging das dann noch so eine Zeit lang, beim zweiten mal, Tage später, übrigens kaum besser. Das Gerät ist so wackel- und verstell-empfindlich, ein rohes Ei ist der pure Granitblock dagegen. Aber! Die paar Minutenfragmente, in denen ich den Mond tatsächlich kurz beobachten konnte, größer als je zuvor mit Gläsern, waren unbeschreiblich toll!

Gruß,
Dgoe

Bernhard
21.11.2013, 09:59
Hallo Dgoe,


Die Chancen zu letzterem stünden wahrscheinlich nicht schlecht, wenn ich mich mit meinem 100-Euro-Spielzeug daneben aufbaue, alleine schon aus Mitleid -
das Spektrum der Teleskope hat sich in den letzten zehn Jahren tatsächlich stark hin zu größeren Teleskopen verschoben. Gehörte man vor 10-15 Jahren mit einem 10-Zoll-Dobson noch zu den großen Lichtsammlern, bewegt man sich damit heutzutage eher im unteren Mittelfeld, was aber nichts heißen muss. Mit einem 10-Zöller kann man bereits derart viele Objekte beobachten, dass man das nicht kleinreden sollte.


nachdem die Leute vor lauter Lachen auf dem Boden kugelnd wieder aufgestanden sind.
Zu so einer Einschätzung kommt man, glaube ich, wohl nur, wenn man noch nie bei einem Teleskoptreffen war. Denn dort gilt eher das Motto: "Jedes Teleskop hat seinen eigenen Himmel". Diese Treffen dienen in erster Hinsicht dem Erfahrungsaustausch und zur Motivation auch mal etwas Neues auszuprobieren. Ich habe auf so einem Treffen sogar mal ein kleines Radioteleskop gesehen, mit dem die Sonne untersucht wurde. Es wird mittlerweile auch handwerklich sehr viel ausprobiert. An fast jedem Teleskop wird herumgeschraubt und es gibt praktisch bei jedem Teleskop etwas zu lernen :) . In Foren wie astrotreff.de bekommt man sehr leicht Tips, wie man das Äußerste aus seinem Teleskop herausholen kann.

Zusätzlich kann man mit einer Webcam und einer fototauglichen Ausrüstung auch mit einer vergleichsweise kleinen Optik ganz erstaunliche Dinge anstellen. Deswegen würde ich mal behaupten: "Lache besser nicht über einen 4-1/2 Zöller".
MfG

Bernhard
21.11.2013, 10:21
Hallo Dgoe,


Das Gerät ist so wackel- und verstell-empfindlich, ein rohes Ei ist der pure Granitblock dagegen.
Optik ist immer empfindlich. Der Vergleich mit dem rohen Ei ist deswegen durchaus gerechtfertigt.

Bei Deinem Kampf mit dem Sucher sehe ich noch Verbesserungspotenial. Der fortgeschrittene Beobachter nutzt normalerweise die Dämmerung zur Justage des gesamten Systems. Es eignen sich dazu ganz hervorragend weit entfernte Bäume, Häuser, die Venus, sehr helle Sterne oder Ähnliches. Falls sich die optische Achse des Suchers so leicht verdrehen läßt, dass man vor jeder Beobachtungsnacht alles auch grob neu ausrichten muss, würde ich versuchen das Teleskop mechanisch zu verbessern. Bei geringer Vergrößerung (32mm Okular oder so ähnlich) sollte ein im Sucher mittig eingestellter Stern eigentlich immer im Blickfeld des Hauptrohres zu sehen sein.
MfG

ralfkannenberg
21.11.2013, 11:37
Ein Erfahrungsbericht

Man kann auch mit dem allerbilligsten Spiegelteleskop jede Menge lernen, habe ich ja. Wie das Prinzip funktioniert, wie man das bedient, alleine die Schrauben und deren Sinn, worauf man aufpassen muss, wie die Einzelteile heißen, was die ganzen übrigen Begriffe bedeuten, wie sich die Erde dreht, Sinn für Geometrie, wo man etwas findet, angefangen beim Mond schon auch wann, dass Wetter, Lichtverschmutzung und Ort eine Rolle spielen und etliches mehr. Vor allem worin sich die Qualitätsunterschiede schon mal grob bemerkbar machen. Lol. Ich hatte immerhin 4 Okulare und ein Barlow inklusive dabei bekommen. Nur eines lernt man kaum kennen - etwas tatsächlich zu beobachten! Also ich meine durch das Rohr durch.

Der Mond alleine war schon eine Herausforderung, anfangs ein seltener Glückstreffer bestenfalls. Jaaa, der Mond. Größer geht ja kaum, aber dennoch. Durch das kleine Suchfernrohr alleine schon eine Qual. Denn einmal gefunden, macht man alles fest und schaut wieder durch - nichts, weg ist er. Zuviel gewackelt. Also alle Schrauben nur ganz leicht lösen, die Nähe absuchen und dann anziehen, gut passt dann, etwaas schräg aber drin. Man muss sich obendrein schräg seitlich halten beim suchen, ist also nicht ganz der Nase nach.

Dann durch das Okular (also die große Röhre), zu sehen dann: Nix, dunkles Schwarz, wie die Nacht! OK, das ganze Teil etwas lockern und direkt damit suchen. Nie nichts, immer nur schwarz. Bis man dann verzweifelt irgendwann die große Kappe entdeckt, die noch drauf ist (beide, äußere und innere). Ahh! In dem Gebrasel total vergessen, na dann ja kein Wunder. Also nochmal das ganze Prozedere von vorne bis zu dem Moment 'Okular': Aber schon wieder nichts zu sehen! Immer noch fast ganz schwarz. Naja, ich wusste woran es liegt, die beiden waren nicht geeicht, also nicht parallel.

Überlegen, wie eichen nachts? Kommt ja nur der Mond in Frage fürs grobe. Wieder ins Suchfernrohr, der Mond ist schon ganz am Rand. Aber egal, ich muss ihn erst mit dem Okular finden, alles festmachen und dann das Suchfernrohr darauf ausrichten, klar.
Ach ja, nun muss man wissen, dass beim suchen, rechts und links vertauscht sind, aber warum kleckern, oben und unten gleich auch, so ja auch schon beim Suchfernrohr, nur schaut man jetzt zur Krönung ja auch noch im rechten Winkel rein, das Okular befindet sich seitlich, man guckt also um die Ecke und alle Richtungen sind vertauscht. Gewöhnungsbedürftig ist eine milde Untertreibung, jede Bewegung muss man gedanklich vorher umrechnen, spontane oder intuitive Suche, Fehlanzeige, immer diametral verkehrt. Da waren auch keine Sterne zum scharfstellen, so als Hintergrundtapete, egal, der Mond ist ja dort irgendwo und tatsächlich manchmal blitzt es kurz hell auf - juhuu, da war er, das Rohr ist also nicht kaputt, wie beruhigend ...

Stunden später (scherzhaft übertrieben, aber fast) dann voll drin, alles arretieren, wieder weg, nach Ewigkeiten - weil alles verdreht ist, braucht man gute ruhige Nerven - ihn dann wieder eingefangen, wieder weg, wieder hin, zig dutzende mal alles. Dann war er fest drin, drohte sich allerdings raus zu bewegen, konnte man bei zusehen - verflixte Erddrehung. Geistesblitz Okular tauschen (drauf war ein mittleres), aber später erst, schnell das Suchfernrohr schon mal grob ausrichten. Das klemmt allerdings zwischen 3 Schrauben, bis man den Dreh raus hat, ist alles längst gelaufen, außerdem bekommt man den Dreh eh nicht so schnell raus so ohne weiteres. Müdigkeit droht meinen Ehrgeiz zu verdrängen. Trotzdem noch ein paar Anläufe. Ok, vergessen wir das Suchfernrohr.

Die Okulare wollen getestet werden und das Barlow, und was mit wem am Besten ist. Ich suche direkt durchs große. So ging das dann noch so eine Zeit lang, beim zweiten mal, Tage später, übrigens kaum besser. Das Gerät ist so wackel- und verstell-empfindlich, ein rohes Ei ist der pure Granitblock dagegen. Aber! Die paar Minutenfragmente, in denen ich den Mond tatsächlich kurz beobachten konnte, größer als je zuvor mit Gläsern, waren unbeschreiblich toll!

Gruß,
Dgoe
Immer wieder schön zu lesen, dass man nicht der einzige ist, dem solche Sachen passieren.

ralfkannenberg
21.11.2013, 12:09
Wobei das alles noch harmlos ist: ein Studienkollege von mir hat sich nämlich selber ein Fernrohr gebaut. Dazu gehörte es, den Spiegel selber zu schleifen, was er in geduldiger Arbeit über Wochen getan hat.

Endlich war der grosse Moment da und er nahm den geschliffenen Spiegel von der Werkbank und wollte ihn in das Fernrohr einsetzen, als auf dem Weg von der Werkbank zum Teleskop ...


Ich weiss nicht, was ich gemacht hätte, wenn mir das passiert wäre - entweder hätte ich mich umgebracht oder ich hätte umgehend angefangen, einen neuen Spiegel-Rohling zu schleifen. Er hat dann letzteres gewählt und meinte, dass er dank seiner Erfahrungen vom ersten Mal auch deutlich besser wurde, aber dennoch hätte er gerne wenigstens einmal durch das Fernrohr mit dem ersten Spiegel geschaut.


Freundliche Grüsse, Ralf

Dgoe
22.11.2013, 16:26
Hallo Ralf,


als auf dem Weg von der Werkbank zum Teleskop ...
Boah, ist das bitter! Sisyphos lässt grüßen.
Über meinen 'Deckel noch drauf' kann ich wenigstens selber noch lachen, insbesondere nachdem ich es niedergeschrieben hatte, Stichwort "dunkel wie die Nacht"! *gg*. Aber in dem Fall Deines Kollegen, ... hätte ich eher mit Variante 1 geliebäugelt einige Zeit lang.

Gruß,
Dgoe

Dgoe
22.11.2013, 16:41
Der fortgeschrittene Beobachter nutzt normalerweise die Dämmerung zur Justage des gesamten Systems. Es eignen sich dazu ganz hervorragend weit entfernte Bäume, Häuser, ...

Hallo Bernhard,

ja genau, diese laufen wenigstens nicht weg. Das war aber alles eher eine spontane Aktion, nachdem mir spät Abends (schon dunkel) auffiel, dass fast Vollmond ist und der Himmel völlig wolkenleer - im Stadtgebiet, wenn auch nicht Zentrum.

Gruß,
Dgoe