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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sichtbarkeit interstellarer Raumschiffantriebe



UMa
26.07.2013, 18:21
Hallo,

ich beschäftige mich seit langem damit, ob und wie Antriebe interstellarer Raumschiffe aus der Ferne sichtbar sein könnten. Leider komme ich zu keinem vernünftigen Ergebnis.

Mein Modellbeispiel ist ein 'normaler' (Fusions-)Rückstoßantrieb. Dabei werden über Jahre 0.1 kg/s He4 (Plasma) mit 0.1 c in einem schmalen Strahl ausgestoßen. Zur Vereinfachung soll das Raumschiff nahezu ruhen.
Was passiert mit dem He4 und seiner kinetischen Energie? Vermutlich wird der Strahl vom interstellaren Medium abgebremst. Doch nach welchem Weg, einige AE oder viele Lichtjahre?
Und in welcher potentiell sichtbaren Form wird die abgegebene Energie frei. Gammastrahlung, oder im Sichtbaren, oder Radiostrahlung und zu welchem Anteil, oder verschwindet alles in der Temperatur des interstellaren Mediums?
Und lassen sich evtl. Analogien zu Jets von komsmischen Objekten sinnvoll nutzen, oder geht das wegen Unterschieden im Masseausstoß und/oder der Geschwindigkeit nicht?
Vielleicht kann mir jemand dabei weiterhelfen.

Grüße UMa

Dgoe
26.07.2013, 19:20
Hallo UMa,

ich würde 'mal ganz laienhaft annehmen, dass der Effekt viel zu gering ist und von daher 'untergeht'. Ansonsten hätte die NASA doch bestimmt schon etwas veröffentlicht!?

Gruß,
Dgoe

Ich
26.07.2013, 23:52
Du stellst Fragen.
Keine Ahnung, aber: der Proton-Proton Wirkungsquerschnitt liegt nach Internet im relevanten Energiebereich bei ~50 Millischeunen. Proton-Luft bei 200 oder so, dann legen wir Helium-Proton einfach mal auf 100 = 10^-25 cm².
Bei der Wasserstoffdichte kriegt man auch keine genauen Zahlen, hängt stark von der Gegend ab. Sagen wir 10^-3 pro cm³.
Dann ist die Eindringtiefe 10^-25 cm²/10^-3 cm-³ = 10^28 cm = 10 Mrd Lj.
0,1^kg sind ungefähr 10^25 Atome, dann gibt's einen Stoß alle 10 m pro Sekunde - über den gesamten Strahlquerschnitt. Hört sich nicht nach viel an.
Dann hab ich also entweder was falsch gemacht, oder man sieht gar nichts, wenn man nicht einigermaßen nah am Strahl ist. Oder das Raumschiff gerade in eine fette Moleülwolke leuchtet.
Wenn man was sieht, dann vermutlich Bremsstrahlung im keV bis MeV-Bereich.

Nathan5111
27.07.2013, 02:54
Hi "Ich",

damit ist das goldene Schlabberlätzchen für Beweise für das Jahr 2013 wohl vergeben!

Herzlichen Glühwurm
Nathan

Kibo
27.07.2013, 08:13
Wird der Plasmastrahl nicht von selbst langsamer ohne extra wo gegen stoßen zu müssen?
0.1 c Ausströmgeschwindigkeit entspricht ja einer bestimmten Plasmatemperatur. Diese Wärme wird dann mittels Strahlung abgebaut. Wenn man die Plasmatemperatur jetzt hätte, könnte man sogar den Frequenzbereich abschätzen und wie lange der Strahl nachleuchtet bevor er auskühlt.
Sollte ich mich irren (was sehr wahrscheinlich ist) bitte einmal kurz umreißen warum.

mfg

UMa
27.07.2013, 11:23
Hallo 'Ich',

erstmal danke für die Antwort. Aber 10 Mrd Lj? Nach deiner Berechnung würde der Strahl einfach so die Galaxis verlassen?! Wie kommt es dann zu den anderen kosmischen Jets, wieso sind die beobachtbar? Außerdem wird z.b. die kosmische Strahlung im Bereich von unter 1GeV stark durch den Sonnenwind beeinflusst. Die He4 Kerne hätten nur 19MeV, ich würde daher eher eine Eindringtiefe von unter 1000AE erwarten. Oder?
Vielleicht liegt es ja auch an Wechselwirkungen mit Magnetfeldern, statt am Stoß einzelner Teilchen.

@Kibo: Die Geschwindigkeit des Strahls kann so nicht abgebaut werden.
Denn die Impulserhaltung sollte gelten.

Grüße UMa

mac
27.07.2013, 13:23
Hallo UMa,

die Reichweite von Alpha-Teilchen in Luft beträgt nur wenige cm (5,5 MeV bringen es auf rund 4 cm) und bei Deinen 19 MeV würde ich für Luft, ohne es nachzurechnen, über den groben Daumen (der Graphik) großzügig mit 0,5 m ansetzen.

Bei NN und 20°C beträgt die Luftdichte rund 1,2 kg/m^3, was zu rund 2,5E25 Teilchenpaaren (N2 und O2) führt, also rund 2,5E22 mal mehr Teilchen, als die von Ich fürs interstellare Medium angesetzten 1000 Wasserstoffatome pro m^3. Wenn ich dann alle Effekte durch die unterschiedlichen Massen der Stoßpartner und durch das ‚Wegfreipusten‘ weglasse, komme ich auch auf eine Weglänge von gut 1E22 m, oder rund 1 Million Lichtjahre.

Herzliche Grüße

MAC

http://www.exphys.uni-linz.ac.at/Stopping/
http://de.wikipedia.org/wiki/Bethe-Formel
http://de.wikipedia.org/wiki/Bremsverm%C3%B6gen#cite_note-Stopping_Power_Graphs-2

Ich
27.07.2013, 23:02
Na, dann liegen wir ja nur 4 Größenordnungen auseinander. Mir ist noch aufgefallen, dass ich Daten für 1 GeV genommen habe, da bin ich doch noch relativ weit weg. Da kann sich schon noch deutlich was tun. Ein anderer Unterschied ist, dass ich von neutralem Helium ausgegangen bin, aber dafür bleibt das Plasma realistischerweise wohl zu heiß.

Aber wir sind uns einig, dass wir locker durch eine Galaxie durchkommen sollten mit dem Strahl.

Ich
27.07.2013, 23:06
Hi Kibo,


0.1 c Ausströmgeschwindigkeit entspricht ja einer bestimmten Plasmatemperatur. Diese Wärme wird dann mittels Strahlung abgebaut.

Die 0,1 c entsprechen im Falle ungeordneter Bewegung einer bestimmten, ziemlich hohen, Temperatur. UMa geht davon aus, dass er diese mit ziemlich gutem Wirkungsgrad in eine gerichtete Bewegung umwandeln kann, mit deren Rückstoß er sein Raumschiff antreibt. Diese gerichtete Bewegung wird der Strahl auch durch Auskühlen nicht mehr los, das ginge gar nicht wegen der Impulserhaltung.

mac
28.07.2013, 00:04
Hallo Ich und UMa,


Na, dann liegen wir ja nur 4 Größenordnungen auseinander.och, da lass ich mit mir handeln ;)



Da kann sich schon noch deutlich was tun. Ein anderer Unterschied ist, dass ich von neutralem Helium ausgegangen bin, aber dafür bleibt das Plasma realistischerweise wohl zu heiß.Aber man muß die Elektronen gemeinsam mit den Protonen/Alpha-Teilchen abstoßen, sonst funktioniert der Antrieb nicht. Egal wie schnell die sind, untereinander sind sie nicht so schnell/so heiß. Und ja, die Zahlen die ich genannt habe stammen aus Messungen mit Ionen. So lange freie Strecken im Vakuum gibt es ja hier nicht.


Aber wir sind uns einig, dass wir locker durch eine Galaxie durchkommen sollten mit dem Strahl.vielleicht nicht längs durch die Staubschicht der Milchstrasse, aber senkrecht dazu wohl überall.

Zur Frage von UMa gibt es noch einen anderen Ansatz: Dein Raumschiff, UMa verbrät 0,5 kg/s, die Sonne verbrät in der selben Zeit 1E12 mal so viel. Wie weit kann man einen Stern mit solcher Leuchtkraft noch 'sehen', besonders wenn er sein 'Licht' über eine Strecke von vielen Lichtjahren verteilt? Wenn er uns nicht direkt 'beleuchtet' (Gammablitz) glaube ich nicht, daß wir mit derzeitiger Technik eine Chance haben. Selbst wenn in einer Galaxis wie der Milchstrasse gleichzeitig 1E11 oder meinetwegen auch 1E15 von diesen Schiffen gleichzeitig beschleunigen, dann verändert das das Energiespektrum dieser Galaxis doch nur so viel, wie es 0,1 bis 1000 Sterne könnten. Ich weiß zu wenig über die Auflösungsmöglichkeiten unserer Beobachtunginstrumente um auch nur eine Vorstellung von der Größenordnung ihrer Leistunsfähigkeit zu haben, aber mir würde der Unterkiefer runter klappen, wenn sie das könnten.

Herzliche Grüße

MAC

Dgoe
28.07.2013, 03:50
Hallo,


..., ob und wie Antriebe interstellarer Raumschiffe aus der Ferne sichtbar sein könnten.
...

aus welcher Ferne denn? Von der Erde? Gibt es dazu noch wesentlich mehr Alternativen?

Nein, nix "sichtbar"!

Schlicht und ergreifend! Oder?

Gruß,
Dgoe


EDIT/P.S.: selbst theoretisch, höchstens von nah dran. Geht das nicht sonst in der kosmischen Strahlung oder Hintergrundstrahlung und vor allem dem Sonnenwind unter - und dann gibt es doch auch noch etliche Magnetfelder, Sonne (Heliopause) und dann auch galaktische... Millionen oder Milliarden... sind doch reine Utopien.

mac
28.07.2013, 12:35
Hallo Dgoe
aus welcher Ferne denn? Von der Erde? Gibt es dazu noch wesentlich mehr Alternativen?es war nicht so gemeint, wie Du es hier interpretierst. Eine mögliche Überlegung dazu: Solche Schiffe wird es nicht als Einzelstücke geben, sondern sie werden sich wie ein wuchernder Teppich in einer Galaxis ausbreiten und danach auch immer wieder zwischen den Sternen und innerhalb der Sternsysteme bewegen. Welche Möglichkeit hätten wir, um sie wahrzunehmen bevor sie bis hier her gekommen sind und welche Möglichkeit hätten wir, sie in anderen Galaxien wahrzunehmen.

Herzliche Grüße

MAC

Dgoe
28.07.2013, 13:50
Hallo Mac,

Achso, mehr im Sinne von SETI? Ein Muster oder eine Signatur müsste sich vom Hintergrund abheben, unterscheidbar sein. Aber wieso denn Fusionsantrieb? Das erinnert mich analog an Jules Vernes Reise zum Mond, als man sich noch nicht vorstellen konnte, wie man anders dorthin kommen sollte, als mithilfe einer Kanone dorthin geschossen zu werden.

Gruß,
Dgoe

mac
28.07.2013, 17:20
Hallo Dgoe,


Achso, mehr im Sinne von SETI? Ein Muster oder eine Signatur müsste sich vom Hintergrund abheben, unterscheidbar sein.Ja, wenn ich UMa richtig verstehe, eher sowas.



Aber wieso denn Fusionsantrieb? Das erinnert mich analog an Jules Vernes Reise zum Mond, als man sich noch nicht vorstellen konnte, wie man anders dorthin kommen sollte, als mithilfe einer Kanone dorthin geschossen zu werden.das wäre vielleicht denkbar. Aber auch wir kommen, wie auch schon Jules Verne, nicht um die Tatsache herum, daß man nur mit dem Werkzeug arbeiten kann, welches zur Verfügung steht. Welche Alternative hättest Du denn zum (nebenbei bemerkt, immer noch nicht beherrschten) Fusionsantrieb?

Herzliche Grüße

MAC

mac
28.07.2013, 17:32
Hallo UMa,

am ehesten könnte ich mir vorstellen, daß man die Dyson-Sphären aus Habitaten entdecken kann und wenn deren 'Bauteile' gerade mit den interstellaren Flügen beginnen, daß man ein mehr oder minder großes, zusammenhängendes Gebiet in einer Galaxis sehen kann, welches eine ungewöhnlich hohe Leuchtkraft im infraroten Bereich hat. Also am wahrscheinlichsten Galaxien, die zwar die erwartete Energiemenge abstrahlen, aber mit einer deutlich ins rote verschobenen Spektrallverteilung, ohne einen dazu passenden z-Wert.

Herzliche Grüße

MAC

Dgoe
28.07.2013, 19:05
... Aber auch wir kommen, wie auch schon Jules Verne, nicht um die Tatsache herum, daß man nur mit dem Werkzeug arbeiten kann, welches zur Verfügung steht. Welche Alternative hättest Du denn zum (nebenbei bemerkt, immer noch nicht beherrschten) Fusionsantrieb?


Hallo Mac,

Zu Jules Vernes Zeiten wurden solche Kanonen auch nicht "beherrscht", daran hat sich bis heute auch nichts geändert. An die Stelle ist eine andere Technologie getreten, die Vision wurde aber war. Das Werkzeug der Wahl wäre meiner Meinung nach 'Spekulation', was das Ganze ohnehin schon ist. Und da gibt es nun heutzutage ein reichhaltiges Angebot an "Spekulationsantrieben", wie Gravitationsantrieb, Warpantrieb, oder wie wär's mit DunkleEnergieAntrieb oder DunkleMaterieAntrieb, Wumlochantrieb, Tunnelnantrieb, Beamen-Antrieb, Unwahscheinlichkeitsantrieb... In guten Illustrationen oder Kinofilmen bleibt der klassische Rückstoßprinzip-Antrieb natürlich unersetzlich!

Gruß,
Dgoe

mac
28.07.2013, 20:35
Hallo Dgoe,


Zu Jules Vernes Zeiten wurden solche Kanonen auch nicht "beherrscht", und trotzdem hat er sie (mit gleichem Recht wie UMa) als ‚Mittel der Wahl‘ gesehen.




daran hat sich bis heute auch nichts geändert.Hm. http://www.shortnews.de/id/810326/1-100-meter-kanone-soll-nutzlasten-in-den-weltraum-schiessen




An die Stelle ist eine andere Technologie getreten, die Vision wurde aber war. Ja.




Das Werkzeug der Wahl wäre meiner Meinung nach 'Spekulation', was das Ganze ohnehin schon ist.Fast so spekulativ, wie die Annahme daß die Erde nicht die einzig Leben tragende Insel im Universum ist. Deine läßt sich, so unspezifisch wie Du sie hier aufschreibst, allerdings nicht für eine Eingrenzung dessen, wonach man suchen müßte, verwenden.




Und da gibt es nun heutzutage ein reichhaltiges Angebot an "Spekulationsantrieben", wie Gravitationsantrieb, Warpantrieb, oder wie wär's mit DunkleEnergieAntrieb oder DunkleMaterieAntrieb, Wumlochantrieb, Tunnelnantrieb, Beamen-Antrieb, Unwahscheinlichkeitsantrieb...Und? Wonach würdest Du da mit den heutigen technischen Möglichkeiten ausschau halten? Incl. quantitativer Vorüberlegungen, die es Dir zumindest von der Größenordnung her gestatten, eine Kostenschätzung für diese Suche anzugeben.

Du hast UMa vielleicht auch noch weiter gehend missverstanden. Seine Fragestellung war, so wie ich ihn hier im Forum wahrnehme, absolut seriös und ernst gemeint. Und gerade weil solche Vorschläge wie Du sie hier, wohl nicht ganz ernsthaft, eingestellt hast, unüberschaubar weit weg von jeglicher Realität, bezogen auf das hiesige Thema sind, ist die Kernfusion die einzige, über die man heute wenigstens ganz grob seriös quantitative Überlegungen anstellen kann. Es gibt auch noch andere theoretische Möglichkeiten (Fission z.B., Antimaterie wohl eher nicht) Die aber gegenüber der Kernfusion, zumindest im großen Stil, keine absehbar brauchbare Alternative darstellen.

Kurz zu
Gravitation.
Die einzige heute erkennbare Methode Gravitation einzusetzen, wäre entsprechende Masse zur Verfügung zu haben, die man aber mitschleppen müßte und dafür dann wieder noch viel viel mehr Masse brauchen würde, um am Ende festzustellen, daß man sich nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann.

Warp Antrieb
Negative Materie: Eine Sonnenmasse?
Normale Materie: Eine Sonnenmasse?
beides mitschleppen Folgen: Siehe oben.
By the way, Negative Materie, schon mal gefunden?

Dunkle Energie Antrieb
Schöner Name. Dunkel und geheimnisvoll. Erklär mal!

Wurmlochantrieb
Sagenhaft. Wurmloch herstellen! Erklär mal!

Tunnelantrieb
und der unterscheidet sich vom Wurmloch genau wie?

Beamen Antrieb
was soll das sein? Beamen war die produktionskostengünstige Lösung um auf 'fremden' Planeten landen zu können, ohne die Enterprise tricktechnisch aufwändig in Szene setzen zu müssen. Übrigens, wenn Du auf Basis sehr frei extrapolierter heutiger quantenphysikalischer Experimente über das Beamen nachdenkst, dann könnte Dir ganz schlecht werden vor Angst.

Unwahrscheinlichkeitsantrieb
Terry Pratchett! Ja, Papier ist geduldig. Es gibt da allerdings manchmal einige fundamentale Unterschiede zwischen den Problemlösungen von Schriftstellern und denen von Ingenieuren.
Es gibt aber auch noch andere, allerdings etwas seriösere Ideen: Sonnensegel z.B. Weniger seriös auf die Spitze getrieben bei Avatar.




In guten Illustrationen oder Kinofilmen bleibt der klassische Rückstoßprinzip-Antrieb natürlich unersetzlich! Dafür gibt es einen ziemlich guten Grund. Den nennt man Impulserhaltung.

Herzliche Grüße

MAC

Bynaus
28.07.2013, 22:38
Solche Fragen wurden durchaus schon untersucht. Zum Beispiel:

http://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2FBF00653949.pdf
http://adsabs.harvard.edu/abs/1995ASPC...74..487Z

(google: detecatability interstellar propulsion SETI)

Es ist keinesfalls abwegig, nach solchen Signaturen zu suchen. Das Spektrum des so gefundenen "Signals" bzw. die rot / blauverschiebung von Spektrallinien darin sollte uns auch sagen können, ob die Quelle sich auf uns zubewegt oder von uns weg, und die Parallaxe des Signals sollte uns Informationen über dessen Distanz geben.

mac
28.07.2013, 22:52
Hallo Bynaus,

interessant! Danke für die Links.

Aber, soweit ich das überflogen hab' kommen die auch auf keine deutlich abweichende Meinung, bezüglich UMa's Antrieb.

Herzliche Grüße

MAC

Sissy
29.07.2013, 00:20
Hi Mac,


Dein Raumschiff, UMa verbrät 0,5 kg/s, die Sonne verbrät in der selben Zeit 1E12 mal so viel. Wie weit kann man einen Stern mit solcher Leuchtkraft noch 'sehen', besonders wenn er sein 'Licht' über eine Strecke von vielen Lichtjahren verteilt? ...Ich weiß zu wenig über die Auflösungsmöglichkeiten unserer Beobachtunginstrumente um auch nur eine Vorstellung von der Größenordnung ihrer Leistunsfähigkeit zu haben, aber mir würde der Unterkiefer runter klappen, wenn sie das könnten.

sooo unwahrscheinlich wäre das nicht. Mit Amateurmitteln ist es inzwischen möglich, Sternhaufen in der Andromedagalaxie zu detektieren, oder Protosterne in Sternentstehungsgebieten zu fotografieren.

Wenn ein Raumschiff sich zufällig radial von der Erde entfernen würde, könnten wir (Amateure) seinen Antrieb mindestens bis in einer Entfernung von ca. 700 LJ (grobe Schätzung meinerseits) tatsächlich fotografieren. Wir müßten halt "wissen", wo genau am Himmel es sich befindet. Weicht es auf seinem Kurs aber auch nur wenige Grad von der direkten Sichtlinie zur Erde ab, sehen wir vom Antrieb nix mehr. Wir müßten schon direkt "in seinen Auspuff" gucken mit den Kameras. ;)

Das könnte sogar schon geschehen sein, ohne daß man es gemerkt hat. :)

Leider gehen nur sehr wenige Astro-Fotografen her und checken ihre Bilder auf Kleinplaneten, Supernovaausbrüche oder sonstige "nicht verzeichnete Sterne". Denn das ist auch heute noch ne Menge Arbeit. Fremde Fotos darauf zu untersuchen ist noch schwieriger. Denn um zu entscheiden, ob ein in den Katalogen nicht verzeichneter Stern ein Kleinplanet oder ein "Raumschiffantrieb" ist, müßte zumindest das Aufnahmedatum genau bekannt sein. Damit man einen Kleinplaneten durch Rückrechnung seiner Bahn zum Aufnahmezeitpunkt ausschließen kann...

Bei Aufnahmen von fremden Galaxien machen wir eher selten Spektren. Und selbst 1.000.000 Raumschiffe würde mit ihren Antrieben keine für uns meßbare Veränderung erwirken. Jeweiter diese Galaxien von uns weg sind, desto weiter sehen wir ja in deren Vergangehheit.

Lebewesen, welche Raumschiffe mit interstellarem Antrieb entwickeln kann, brauchen nach meiner Einschätzung erstmal nen netten Planeten auf dem sie sich entwickeln können. Sterne der ersten Population hatten noch keine Planeten - für die waren einfach noch nicht genügend höhere Elemente vorhanden. Ich vermute, daß sich erst seit 5 oder 6 Milliarden Jahre die Voraussetzungen für lebentragende Planeten ergeben. Also würde ich nicht gerade in weit entfernten Galaxien danach suchen, sondern vor unserer Haustüre. Also in unserer Galaxie... Da erreichen wir auch eine gute Auflösung. :D

Grüße
Sissy

mac
29.07.2013, 01:07
Hallo Sissy,


sooo unwahrscheinlich wäre das nicht. Mit Amateurmitteln ist es inzwischen möglich, Sternhaufen in der Andromedagalaxie zu detektieren, oder Protosterne in Sternentstehungsgebieten zu fotografieren.Du schreibst von Leuchtkraft im, für Teleskope sichtbaren Bereich. Das oben war meine 'worst case' Betrachtung, wie viel Energie überhaupt zur Verfügung steht. Ich vermute aber, daß der überwiegende Teil der Energie in der kinetischen Energie der Heliumkerne steckt, die Du optisch gar nicht sehen kannst und deren Wechselwirkung mit der Interstellaren Materie nicht gerade groß ist und genau das war UMa's Frage 'kann man die sehen und wenn ja, über welche Wechselwirkungen und bei welcher Photonenenergie'. Leuchten wird also zunächst mal die Rekombination der Heliumkerne mit den in den 'Abgasstrahl' injizierten Elektronen und die Abwärme des Triebwerkes und die Abwärme der Kühlung des Antriebes. Je nach Wirkungsgrad wird Letzterer möglicherweise den größten Beitrag an Photonen abgeben.


Wenn ein Raumschiff sich zufällig radial von der Erde entfernen würde, könnten wir (Amateure) seinen Antrieb mindestens bis in einer Entfernung von ca. 700 LJ (grobe Schätzung meinerseits) tatsächlich fotografieren.Mit welchen Annahmen hast Du das geschätzt? Welcher Anteil der kinetischen Energie soll dabei bei Wechselwirkungen mit dem interstellaren Medium in Licht, umgewandelt werden und mit welcher Richtungsverteilung wird dieses Licht emittiert?


Wir müßten schon direkt "in seinen Auspuff" gucken mit den Kameras. ;)welchen Anteil der eingesetzten Gesamtenergie würden wir dann sehen?

Ich frage deshalb genauer nach, weil mir Deine 700 Lichtjahre um wenigstens 3 Größenordnungen zu hoch erscheinen.

Herzliche Grüße

MAC

Dgoe
29.07.2013, 03:42
und trotzdem hat er sie (mit gleichem Recht wie UMa) als ‚Mittel der Wahl‘ gesehen.
Ja, eben deshalb erinnerte mich dies an Jules Verne.



Hm. http://www.shortnews.de/id/810326/1-100-meter-kanone-soll-nutzlasten-in-den-weltraum-schiessen
Das ist ja interessant, aber mindestens 7 Jahre und 500 Mio. Dollar weit weg noch.


Fast so spekulativ, wie die Annahme daß die Erde nicht die einzig Leben tragende Insel im Universum ist. Deine läßt sich, so unspezifisch wie Du sie hier aufschreibst, allerdings nicht für eine Eingrenzung dessen, wonach man suchen müßte, verwenden.
Sobald ich die genauen Funktionsweisen dieser Antriebe reverse engineert habe, kann ich auch konkreter spezifizieren wonach man suchen sollte.


Und? Wonach würdest Du da mit den heutigen technischen Möglichkeiten ausschau halten? Incl. quantitativer Vorüberlegungen, die es Dir zumindest von der Größenordnung her gestatten, eine Kostenschätzung für diese Suche anzugeben.
Ich würde es auch so machen wie SETI es macht.


..., ist die Kernfusion die einzige, über die man heute wenigstens ganz grob seriös quantitative Überlegungen anstellen kann. Es gibt auch noch andere theoretische Möglichkeiten (Fission z.B., Antimaterie wohl eher nicht) Die aber gegenüber der Kernfusion, zumindest im großen Stil, keine absehbar brauchbare Alternative darstellen.
Ich finde UMas Idee vollkommen berechtigt, was mich nicht daran hindert zu bezweifeln, dass außerirdische fortgeschrittenere Technologien sich auf das beschränken, was wir bisher kennen oder ernsthaft in Betracht ziehen.

Fakt ist, wenn wir auf Historisches zurückblicken, je weiter wir zurück gehen, desto mehr verschwinden bahnbrechende Technologien wieder, die vorher jeweils undenkbar waren. Wenn wir umgekehrt in die Zukunft blicken, dann spekulativ, jedoch darf man aus dieser Erfahrung heraus, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen, dass noch Technologien kommen werden, die heute undenkbar sind - sofern nicht Katastrophen es verhindern.

Nehmen wir mal bescheidene 5000 Jahre Vorsprung, wieso sollte dann aus der Fülle an Möglichkeiten, genau das verwendet werden was steinzeitlich anmutet. Es könnten auch 50 Tausend oder 500 Tausend Jahre technologischer Vorsprung sein, oder noch mehr - oder gar nicht.


Kurz zu
Gravitation.
Die einzige heute erkennbare Methode Gravitation einzusetzen, wäre entsprechende Masse zur Verfügung zu haben, die man aber mitschleppen müßte und dafür dann wieder noch viel viel mehr Masse brauchen würde, um am Ende festzustellen, daß man sich nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann.
Hm, das Wesen der Gravitation ist ja noch nicht vollständig verstanden, eine fortgeschrittenere Zivilisation könnte dort schon weiter sein und Mittel kennen sie zu manipulieren, die heute nicht erkennbar sind.



By the way, Negative Materie, schon mal gefunden?
Scherzkeks. Natürlich halte ich mir immer eine Vorrat davon bereit.


Dunkle Energie Antrieb
Schöner Name. Dunkel und geheimnisvoll. Erklär mal!
Oh, das geht leider nicht, sonst kriege ich Ärger mit den Patentanwälten.


Wurmlochantrieb
Sagenhaft. Wurmloch herstellen! Erklär mal!
Da wären aber erst die Lizenzgebühren fällig.


Tunnelantrieb
und der unterscheidet sich vom Wurmloch genau wie?
Na, durch den Tunnel! Ein Highend-Loch wenn du so willst.


Beamen Antrieb
was soll das sein? Beamen war die produktionskostengünstige Lösung um auf 'fremden' Planeten landen zu können, ohne die Enterprise tricktechnisch aufwändig in Szene setzen zu müssen.
Auch vor Enterprise als Teleportation bekannt.


Unwahrscheinlichkeitsantrieb
Terry Pratchett! Ja, Papier ist geduldig. Es gibt da allerdings manchmal einige fundamentale Unterschiede zwischen den Problemlösungen von Schriftstellern und denen von Ingenieuren.

Die sollten sich vielleicht mal zusammensetzen! :D;)
T. Pratchett habe ich nicht gelesen, den Unwahrscheinlichkeitsantrieb kenne ich von Douglas Adams.


Dafür gibt es einen ziemlich guten Grund. Den nennt man Impulserhaltung.
Jein, nur indirekt. Der Grund ist, dass jeder Raketen und Düsenjets kennt und ein SF-Raumschiff das optisch was hergeben will, muss hinten einfach glühen und aerodynamisch geformt sein. D.h. muss gar nichts, ist aber meist so.

Jedenfalls hattest du mich gefragt, was mir denn so vorschweben würde, und das sind eben die spekulativen Antriebe aus dem Sience-Fiction-Bereich. Darüber hinaus noch solche, die es selbst dort nicht gibt.

Gruß,
Dgoe

joeydee
29.07.2013, 09:09
Ich würde es auch so machen wie SETI es macht.

Und warum würdest du ausgerechnet nach Radiosignalen horchen? Sollte die Kommunikation nicht auch deutlich weiterentwickelt sein, mit heute uns undenkbaren und unmessbaren bzw. nicht erkennbaren Signaturen?
Du sagst es hiermit doch selbst: rechnen wir einfach mal mit den Mitteln die wir kennen und schauen was dabei herauskommt, eine andere Möglichkeit haben wir nicht. Die Alternative wäre nichtstun.
Nur weil ein Modell nachweislich nicht perfekt sein kann, heißt das nicht, dass wir keins erstellen sollten - im Gegenteil. Sogar bei Jules Verne sind die richtigen grundsätzlichen Überlegungen über nötige Fluchtgeschwindigkeit und dafür aufzubringende Energiemenge enthalten, welche auch heute noch Gültigkeit haben.

Dgoe
29.07.2013, 13:06
Hallo joeydee,


Und warum würdest du ausgerechnet nach Radiosignalen horchen? Sollte die Kommunikation nicht auch deutlich weiterentwickelt sein, mit heute uns undenkbaren und unmessbaren bzw. nicht erkennbaren Signaturen?
Ich meinte damit die Suche überhaupt, SETI beschränkt sich doch nicht nur auf Radiosignale.


Du sagst es hiermit doch selbst: rechnen wir einfach mal mit den Mitteln die wir kennen und schauen was dabei herauskommt, eine andere Möglichkeit haben wir nicht. Die Alternative wäre nichtstun.
Nur weil ein Modell nachweislich nicht perfekt sein kann, heißt das nicht, dass wir keins erstellen sollten - im Gegenteil.
Wenn du mich fragst, ich würde jede Suche und Forschung befürworten, zudem findet man ja auch hin und wieder ganz unerwartet etwas anderes, nicht minder interessantes.


Sogar bei Jules Verne sind die richtigen grundsätzlichen Überlegungen über nötige Fluchtgeschwindigkeit und dafür aufzubringende Energiemenge enthalten, welche auch heute noch Gültigkeit haben.
Tatsächlich, Jules Verne ging von 11 km/s aus, 11,2 km/s ist der richtiger Wert.

Gruß,
Dgoe

UMa
29.07.2013, 17:09
Hallo Sissy, hallo MAC,

die bolometrische absolute Helligkeit ist in meinem Beispiel 37 mag, falls die gesamte Energie isotrop abgestrahlt würde. Das ist also etwas für zukünftige Telekope. Andererseits ist der Massendurchsatz eher klein gewählt, bei großeren Raumschiffen mit 10kg/s und in einer Entfernung von 1pc wäre die scheinbare bolometrische Helligkeit 27 mag. Falls diese im Sichtbaren abgestrahlt würde, könnte das bereits mit Hubble, oder großen Telekopen auf der Erde zu beobachten sein. Die Frage ist nur, wie groß ist der Bereich in dem Energie abgestrahlt wird, in welchem Spektralbereich und wie hoch ist der Anteil an der Gesamtenergie. Das der Strahl einfach aus der Milchstraße verschwindet, glaube ich wegen der Wechselwirkung kosmischer Strahlung mit dem Sonnenwind nicht.

Grüße UMa

Sissy
30.07.2013, 07:43
Hi Mac,

ich denke, daß wir hauptsächlich die thermische Strahlung des Plasmas und eventuell auch die der Kühleinrichtungen "sehen" könnten, wenn der Strahl wirklich direkt auf die Erde zeigt. Und die Rekombination von He bei 587.6 nm, 468.6 nm, sowie die "verbotene" bei 388.8 nm. Nicht mit dem Auge, aber mit einer gekühlten CCD-Kamera. Mit langen Integrationszeiten pro Bild (Größenordnung 30 Minuten pro Einzelbild, mehrere Dutzende davon für das Summenbild, also Gesamtbelichtungszeiten von 30 Stunden und mehr) wäre da schon was zu machen.

Gammastrahlung, Röntgenstrahlung oder Radioemissionen kann ich nicht detektieren, aber alles, was zwischen 350 und 1050 nm leuchtet, ist für ein Spiegelteleskop + meine CCD-Kamera prinzipiell sichtbar. Sollten dünne Gas- oder Staubwolken zwischen uns und dem Antrieb liegen, kämen eher die langwelligeren Anteile durch.

Ich bin leider nicht in der Lage, das alles mit Rechnungen zu belegen. Das sind sehr grobe Schätzungen auf Grund von selbst angefertigten Fotografien von Himmelskörpern. Solchen, welche lediglich Sonnenstrahlung reflektieren (Asteroiden, Kometen, Planetenmonde, Planeten) und solchen, welche selber Strahlung abgeben (also Sterne, deren Spektrum bekannt ist). Alles, was wärmer als 800° C ist gibt genügend Strahlung ab und läßt sich prinzipiell fotografieren. Die am weitesten entfernten Objekte mit nur 800°C sind einige Sterne im Orionnebel mit Protoplanetaren Scheiben oder sich gerade formende Protosterne. Die wurden schon von Amateuren fotografiert. Nach meinem Wissensstand wäre das Heliumplasma deutlich heißer und sollte somit auch heller leuchten. Da der Durchmesser des Plasmastrahls aber viel kleiner ist als der kleinste Stern, habe ich die Entfernung vorsichtshalber mal halbiert. Ob das so korrekt ist, kann ich nicht sagen. Ich bin leider auch nicht in der Lage, eine quantitative Abschätzung zu machen, welchen Anteil der Gesamtenergie wir damit detektieren könnten.

Die Wechselwirkungen zwischen dem Plasmastrahl und dem umgebenden Medium dürfte wegen der geringen Menge an Plasma schwach ausfallen, die könnte ich sicherlich nicht detektieren.

Analogien zu Jets von komsmischen Objekten möchte ich da nicht ziehen, ich denke, dazu sind die Energien zu unterschiedlich. Das Plasma vom Antrieb ist viel langsamer als die kosmischen Jets, es wird kein nennenswertes elektromagnetisches Feld mitgeführt...

Wenn Du denkst, daß meine Überlegungen völlig "Gaga" sind, dann sag es ruhig. Ich weiß, daß ich mich mit meiner Antwort recht weit aus dem Fenster gelehnt hab. Falls Du in der Lage bist, es dann auch noch mit ner Rechnung (und sei es auch nur ein Überschlag) zu begründen, wäre das für mich sehr interessant. Weil ich es selber nicht berechnen kann...

Grüße
Sissy

mac
30.07.2013, 21:56
Hallo UMa,


Das der Strahl einfach aus der Milchstraße verschwindet, glaube ich wegen der Wechselwirkung kosmischer Strahlung mit dem Sonnenwind nicht.im Thread http://www.astronews.com/forum/showthread.php?732-Marsmission-Vertretbares-Strahlenrisiko&highlight=vertretbares hatte ich eine Quelle zitiert, die davon ausgeht, daß zu Zeiten hoher Sonnenaktivität die Strahlenbelastung durch kosmische Strahlung auf ca. 1/3 sinkt.

Die Dichte der Partikel des Sonnenwindes in 1AE ist 1000 bis 10000 mal höher als die Dichte des interstellaren Mediums, von dem Ich und ich bei unseren Berechnungen ausgingen. Bei koronaren Massenauswürfen kann sie um einen Faktor 100 steigen. Das würde bedeuten, daß ‚meine‘ 1E6 Lichtjahre auf 1 Lichtjahr zusammenschrumpfen, wenn diese Dichte sich so fortsetzen würde (was sie nicht tut). Ich habe darüber hinaus bisher keine Angaben gefunden, wie groß die Protonen-/Wasserstoffdichte im Bereich der Heliopause und bei den anderen Grenz’flächen‘ ist, aber mehrere Größenordnungen Unterschied zwischen den Messungen in Luft und dem 1/3 Effekt würde ich noch nicht annehmen?

Herzliche Grüße

MAC

UMa
02.08.2013, 18:43
Hallo MAC,

zur Dichte des interstellaren Mediums.

in Teilchen/cm³:
Mittlere Dichte des interstellaren Mediums: 0.5
Lokale Blase: 0.06
Lokale Flocke innerhalb der lokalen Blase: 0.3
Sonnenwind bei 1AE: 6
Bei konstanter Geschwindigkeit sollte das quadratisch mit dem Abstand abnehmen.
Sonnenwind bei 10AE: 0.06
Sonnenwind bei 100AE: 0.0006
Außerhalb wird der Sonnenwind abgebremst und die Dichte steigt wieder an.

Nachtrag:
http://hyperphysics.phy-astr.gsu.edu/Hbase/nuclear/crosec.html#c1
Nach dieser Seite ist das scattering cross section für ein 4.75=19/4MeV Proton des Mediums gegen Helium 0.377barn was bei 1/cm³ ca. 3Mio Lj Weglänge ergibt.

Nur wie kommt es dann zu Wechselwirkung zwischen kosmischer Strahlung und Sonnenwind? Irgendetwas muss falsch sein.

Grüße UMa

mac
03.08.2013, 02:57
Hallo UMa,

so stark wie ich mir das vorgestellt hatte, scheint die Verdichtung durch die Hydrogen Wall nicht zu sein. Diese, schon etwas ältere Arbeit http://arxiv.org/abs/astro-ph/0207142 hab' ich dazu gerade gefunden, aber noch nicht wirklich gelesen. Wenn ich es richtig verstehe, nehmen die Autoren eine Wasserstoffdichte von 0,05 Atomen pro cm^3 in 60 AE an, was bei weitem nicht erklären kann, wie es zu einem Faktor 3 Unterschied bei der Intensität der kosmischen Strahlung kommen kann.

Was ich bei der Rechnung mit dem Wirkungsquerschnitt nicht verstehe, wieso kommt man dabei auf 1/3 eines Atomkerndurchmessers? Diese Teilchen haben entweder eine Elektronenhülle, oder ein elektrisches Feld. Beides ist um einige Größenordnungen größer. Es geht dabei ja auch nicht ums Einfangen.

Dem steht entgegen, daß sie ihre Energie in Luft/Wasser anscheinend auch passend zu dieser Rechnung, abgeben. Irgendwas machen wir falsch.

Herzliche Grüße

MAC

UMa
05.08.2013, 11:29
Hallo MAC,

wie ich inzwischen herausgefunden habe, wird die kosmische Strahlung hauptsächlich vom Magnetfeld beeinflusst. Die geladenen Teilchen bewegen sich um die Magnetfeldlinien. Der Ausstroß sollte nach wenigen Mio km eine so geringe Dichte haben, dass das auch passiert. Nur würden nicht die alpha-Teilchen und die Elektronen wegen der entgegengesetzten Ladung und verschiedenen Masse anderes abgelenkt? Andererseits kann eine großräumige Ladungstrennung ja nicht stattfinden. Vielleicht verhält sich das Plasma anderes als einzele Teilchen?! ...

Grüße UMa

mac
05.08.2013, 13:35
Hallo UMa,

der Unterschied zwischen dem Geschehen im Sonnensystem und dem in Luft/Wasser ist, daß im Sonnensystem die 'Bremsmasse' wohl überwiegend ionisiert ist, in Luft und Wasser aber nicht. Ohne daß ich das im Moment quantitativ beziffern kann, kann das zumindest bei der Streuung einen (ich denke aber eher kleinen) Unterschied machen. Wie groß ist der Anteil an elektrisch neutralen Atomen in der kosmischen Strahlung? Dieses 1/3 Verhältnis der kosmischen Strahlung bei hoher Sonnenaktivität/niedriger Sonnenaktivität differenziert zunächst mal nicht nach Energie der kosmischen Teilchenstrahlung.

Den Anteil den das solare Magnetfeld bei diesem Vorgang hat, kann ich überhaupt nicht einschätzen. Wenn er vergleichbar wäre mit dem des irdischen für die Erde, dann kann ich mir vorstellen, daß der 1/3 Effekt fast ausschließlich durch das solare Magnetfeld zustande kommt. So wie ich das verstanden habe, wird aber das solare Magnetfeld auch über die Intensität des Sonnenwindes beeinflusst. Wer dabei in welcher Größenordnung was genau verbiegt, verändert, weiß ich leider gar nicht. Verändert sich das solare Magnetfeld in den Zeiten hoher und niedriger Sonnenaktivität über die lokalen, oberflächennahen Effekte hinaus? Hunderte von AE weit? Oder wird das eher über den Sonnenwind 'angetrieben'?

Aber wie auch immer, das läuft alles nicht auf eine bessere Sichtbarkeit des Raumschiffantriebes hinaus.

Herzliche Grüße

MAC

skippy
13.11.2013, 02:20
hi, sorry wenn die frage dumm klingt, aber bekanntlich gibt es in der WS keine dummen fragen.

wenn ich ein raumschiff habe von 1m grösse, und fliege von A nach B, würde ich mit einem 10m raumschiff doppelt oder 10mal so schnell die gleiche strecke abfliegen??

Dgoe
13.11.2013, 04:15
Ich würde dabei unbedingt darauf achten den Adams'schen Unwahrscheinlichskeitantrieb einzuschalten, dann könnte es auf alle Weisen gleichzeitig klappen! Ansonsten würde ich das 10m-Schiff bevorzugen, vor dem 1m, dafür dann egal ob doppelt oder 10 mal so schnell. ^^

frosch411
13.11.2013, 09:03
wenn ich ein raumschiff habe von 1m grösse, und fliege von A nach B, würde ich mit einem 10m raumschiff doppelt oder 10mal so schnell die gleiche strecke abfliegen??

Das 10m Raumschiff wäre nur geringfügig früher bei B als das 1m-Raumschiff, wenn sie gleich schnell fliegen. Das liegt daran, dass wenn das 10m-Raumschiff mit der Spitze an B angekommen ist, muss das 1m-Raumschiff noch 9m fliegen.

Auf der Straße ist es genau anders herum. Ein kurzer Porsche kommt schneller an als ein langer LKW. Um jedoch 50 Personen von A nach B zu befördern muss der Porsche Boxter die Strecke 50 mal hin und her fahren, während ein Bus alle 50 auf einmal transportieren kann, das ist dann mit ca. 100 km/h auf der Autobahn immer noch schneller als der Porsche mit 300 km/h.

Bynaus
13.11.2013, 09:33
Ich denke, das beweist zur genüge, dass es auf dumme Fragen meist auch dumme Antworten gibt. :)

skippy
14.11.2013, 00:05
hi,

na sagen wir es sind sonden, das 10m schiff hat ein 10fach grösseren antrieb.

meine idee is es das wir ein 100km schiff baun, und sind dann auch näher an der lichtgeschwindigkeit?!!

ich schwanke obs ne blöde frage is? aber ich sende sie jetze ab....

Dgoe
14.11.2013, 01:01
meine idee is es das wir ein 100km schiff baun, und sind dann auch näher an der lichtgeschwindigkeit?!!

Hi skippy,

warum nicht gleich ein 1 Lichtjahr großes Schiff, das würde dann die Distanz von einem Lichtjahr in Null-Komm-Nix überwinden - sogar ohne Antrieb?!!

Gruß,
Dgoe

Dgoe
14.11.2013, 02:13
na sagen wir es sind sonden, das 10m schiff hat ein 10fach grösseren antrieb.

meine idee is es das wir ein 100km schiff baun, und sind dann auch näher an der lichtgeschwindigkeit?!!

Hallo skippy,

wie kommst Du auf die Idee, dass die Größe des Schiffs sich positiv auf die Geschwindigkeit auswirkt. Das ist wie, ich kaufe mir ein ganz großes Portemonnai, dann wird sich sicher mehr Geld drin finden. Ok, schlechter Vergleich. Aber im Ernst:

Natürlich kann dann der Antrieb größer ausfallen, auch mehr Treibstoff kann man mitnehmen, aber damit vergrößerst Du ja auch das Eigen-Gewicht, dass man beschleunigen muss. Brauchst also mehr Kraft und mehr Treibstoff, nur weil der Antrieb und der Treibstoffvorrat größer ist. Beißt sich also in den Schwanz.

Ich bin aber kein Experte, wie die Kosten/Nutzen-Rechnungen jeweils ausfallen. Das Prinzip dieses Problems sollte man jedoch schon mal verstehen.

Gruß,
Dgoe

skippy
28.11.2013, 23:04
hi, ich kamm drauf, wenn man zb ne maus und einen menschen nimmt, und lässt sie 1km laufen, dann is der mensch einfach viel schneller am ziel.

abr das 1lj grösse schiff, klasse idee, die frage is wie schnell is man dann, 1lj in der sekunde? dann kann man die grenzen des universums einhohlen,
dieses denk experiment, zeigt die schwächen in den naturkonstanten. ein interessantes paradozum

Chrischan
28.11.2013, 23:25
Moin skippy,
hi, ich kamm drauf, wenn man zb ne maus und einen menschen nimmt, und lässt sie 1km laufen, dann is der mensch einfach viel schneller am ziel.versuche in Zukunft deine Gedanken etwas zu hinterfragen bevor Du aus einem flüchtigen Gedanken gleich Schlüsse ziehst.
Du nimmst eine Maus und einen Menschen und schliesst daraus das der Mensch schneller am Ziel ist und größer als die Maus ist, dass die Geschwindigkeit etwas mit der Größe zu tun hat...
Denk das doch mal weiter. Wie sieht's aus mit:
Maus vs. Riesenschildkröte
Elefant vs. Gepard
Blauwal vs. Falke
uws. usf.

Da passt doch was nicht, oder?

Gruß,
Christian

frosch411
29.11.2013, 10:02
Und wer schon mal versucht hat, eine Maus zu fangen wird merken, wie schnell die rennen können.

JensU
28.12.2018, 11:57
Hallo,

ich beschäftige mich seit langem damit, ob und wie Antriebe interstellarer Raumschiffe aus der Ferne sichtbar sein könnten. Leider komme ich zu keinem vernünftigen Ergebnis.

Grüße UMa

Ich beschäftige mich seit langem mit der interstellaren Raumschiffphysik.
Du wirst keinen Antrieb in deiner Denkweise an außerirdischen Raumschiffen erkennen.
Man erkennt aber sehr große Raumschiffe als schwarzen Kreis vor einem hellen Hintergrund wie zum Beispiel der Sonne oder einen Planeten.

Gruß,
Jens

Kibo
28.12.2018, 14:00
Hallo Jens,

ich war so frei, das als GdM zu melden. Es nervt wirklich.

Jeder hier im Forum weiß, was für Ansichten du vertrittst, du musst das nicht 20 mal wiederholen - ausser du willst einfach nur rumtrollen, dann wird es Zeit für die dauerhafte Konsequenz

Webmaster
28.12.2018, 16:37
@JensU

Denke Sie daran, dass ein weiteres Posting von Ihnen, das eigentlich in den Bereich "Gegen den Mainstream" gehört, aber in einem anderen Thread veröffentlicht wurde, zu einer permanenten Sperre Ihres Accounts führen kann.

ralfkannenberg
28.12.2018, 18:55
Man erkennt aber sehr große Raumschiffe als schwarzen Kreis vor einem hellen Hintergrund wie zum Beispiel der Sonne oder einen Planeten.
Hallo Jens,

das ist nicht einmal GdM, das ist trivial.


@all: für eine solche Trivialität braucht man tatsächlich nicht den GdM-Bereich zu bemühen.


Freundliche Grüsse, Ralf

JensU
30.12.2018, 11:27
@JensU

Denke Sie daran, dass ein weiteres Posting von Ihnen, das eigentlich in den Bereich "Gegen den Mainstream" gehört, aber in einem anderen Thread veröffentlicht wurde, zu einer permanenten Sperre Ihres Accounts führen kann.


Das Thema lautet Sichtbarkeit interstellarer Raumschiffantriebe.
Die Antwort oder Beitrag war an UMa gerichtet und nicht an Kibo,
der sich beschwert hat.
Die Antwort war Themenspezifisch.
Sie(ihr) würden keinen Antrieb in ihrer bzw. eurer gelernten Denkweise erkennen,
weil sie(euch) andere Möglichkeiten eines Antriebes ausschließen.
Ich poste also nicht gegen den Mainstream, sondern habe nur geantwortet.

Gruß,
Jens

Bynaus
30.12.2018, 13:29
Hallo Jens,

ich war so frei, das als GdM zu melden. Es nervt wirklich.

Jeder hier im Forum weiß, was für Ansichten du vertrittst, du musst das nicht 20 mal wiederholen - ausser du willst einfach nur rumtrollen, dann wird es Zeit für die dauerhafte Konsequenz

Wenn ich könnte, würde ich das liken. Ich schliesse mich dem mit Nachdruck an. Es nervt. Dies ist ein Forum für realitätsbasierte Diskussionen (die oft auch spekulativ sind, aber dann wenigstens basierend auf der Realität). Wenn du deine Fantasieraumschiffe diskutieren willst, such dir ein Ufo-Forum.

JensU
01.01.2019, 11:36
Ich möchte gerne ungenervt zum Thema diskutieren.
Wie erkennst du und Kibo einen interstellaren Raumschiffantrieb?
Um beim Thema zu bleiben.

Gruß,
Jens

Kibo
01.01.2019, 22:34
Hallo Jens,

Tja der Mainstream erkennt hier (https://www.astronews.com/forum/showthread.php?9611-Erkennung-von-Raumschiffen&p=127211#post127211)jedenfalls keinen Interstellaren Raumschiffantrtieb. Zur Erinnerung, dass ist der Anfang einer sehr quälenden Diskussion, die in einer Intervention der Forumsbetreibers geendet ist.

Ich meine in den Posts der letzten Tage die gleiche aufgewärmte Idee, mit dem gleichen Duktus (Sonnenkorona, Scharze Scheibe etch) wieder zuerkennen, daher meine Meldung.

Gerne möchte ich nochmal auf diesen Absatz der Nutzungsregeln hinweisen:


Zitat von Webmaster (https://www.astronews.com/forum/showthread.php?823-VOR-DEM-POSTEN-LESEN-Regeln-f%FCr-das-Forum-quot-Gegen-den-Mainstream-quot&p=10523#post10523)
User, die ein schon einmal diskutiertes Thema hier erneut posten werden verwarnt und erhalten zusätzlich ein einwöchiges Schreibverbot im Forum. Im weiteren Wiederholungsfall erfolgt eine dauerhafte Sperrung des Users. Gleiches gilt für das Posten von "Gegen den Mainstream"-Themen in anderen Forenbereichen oder das "Kapern" von anderen Threads mit "Gegen den Mainstream"-Ideen.

JensU
03.02.2019, 12:51
Hallo Jens,

Tja der Mainstream erkennt hier (https://www.astronews.com/forum/showthread.php?9611-Erkennung-von-Raumschiffen&p=127211#post127211)jedenfalls keinen Interstellaren Raumschiffantrtieb. Zur Erinnerung, dass ist der Anfang einer sehr quälenden Diskussion, die in einer Intervention der Forumsbetreibers geendet ist.

Ich meine in den Posts der letzten Tage die gleiche aufgewärmte Idee, mit dem gleichen Duktus (Sonnenkorona, Scharze Scheibe etch) wieder zuerkennen, daher meine Meldung.

Gerne möchte ich nochmal auf diesen Absatz der Nutzungsregeln hinweisen:

Entschuldigung, wenn ich dich nerve.
Um in deiner Denkweise oder Mainstream zu bleiben, wie oder an was erkennst du einen interstellaren Antrieb?

Gruß,
Jens

pauli
03.02.2019, 14:59
Jens-Uwe, du weißt ja nicht mal wie ein Dieselantrieb funktioniert, also lass das erstmal mit den Raumschiffen

Protuberanz
04.02.2019, 09:08
Jens-Uwe, du weißt ja nicht mal wie ein Dieselantrieb funktioniert, also lass das erstmal mit den Raumschiffen
Jetzt bring nicht JensU noch auf die Idee, den interstellaren Dieselantrieb zu entwickeln. Nach der ganzen Schadstoffdiskussion wäre das fatal. Man weiß ja nie, um welchen Stern bereits ein Dieselfahrverbot ausgesprochen wurde. Und dann irgendwo außerhalb des Zielsystems parken und hoffen, das man im Pendlerraumschiff einen Platz bekommt ist auch irgendwie nicht so toll.

JensU
17.02.2019, 12:56
Jetzt bring nicht JensU noch auf die Idee, den interstellaren Dieselantrieb zu entwickeln. Nach der ganzen Schadstoffdiskussion wäre das fatal. Man weiß ja nie, um welchen Stern bereits ein Dieselfahrverbot ausgesprochen wurde. Und dann irgendwo außerhalb des Zielsystems parken und hoffen, das man im Pendlerraumschiff einen Platz bekommt ist auch irgendwie nicht so toll.

Nein, werde ich nicht.
Aber ich habe den interstellaren Raumschiffantrieb erkannt.
Es gibt ihn also.
Funktionsskizzen zur Erklärung gibt es auf meinem Twitteraccount
jensurban1 oder in meinem Vortrag zur interstellaren Raumschiffphysik.

Gruß,
Jens