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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Teleskop und DSRL



Mason112
22.06.2011, 12:42
Hey Leute,

habe folgendes vor: Ich habe das Bresser N-130 130/1000 EQ und werde mir nun folgende Spiegelreflex kaufen: Canon EOS 550D. Damit möchte ich dann auch etwas Astrofotografie machen und weiß jetzt aber nicht, welchen T2-Ring und welchen Adapter ich brauche. Ich hab jetzt schon einen Adapter und einen Ring gefunden, weiß aber nicht, ob es auch funktioniert. Deshalb meine Frage, ob ihr wisst, ob das klappt?
T2-Ring: http://www.amazon.de/Bresser-4921350-T2-Ring-Canon-EOS/dp/B0018IQHSM
Kameraadapter: http://www.amazon.de/Bresser-4940100-Kameraadapter-31-7-JH/dp/B001BBE3XW/ref=pd_bxgy_ph_img_b
Und falls diese passen, würde sie auch auf das Meade LX90 mit 10" passen?

Mit freundlichen Grüßen

Dennis

Sissy
22.06.2011, 23:36
Hi Dennis,


habe folgendes vor: Ich habe das Bresser N-130 130/1000 EQ und werde mir nun folgende Spiegelreflex kaufen: Canon EOS 550D. Damit möchte ich dann auch etwas Astrofotografie machen

Für Deepsky = Planetarische Nebel, Galaxien und Kugelsternhaufen benötigst Du eine Montierung, die das Gewicht des 1 Meter langen Tubus auch sicher trägt. Das beginnt bei einer EQ5. Alles an leichteren Montierungen ist Quatsch.

Das klingt jetzt hart, aber Astrofotografie mit 1 Meter Brennweite und einem langsamen Systen (f=8) ist sehr, sehr anspruchsvoll, ohne massiven Unterbau geht garnix. Du begiebst Dich in Bereiche von 2-10 Minuten Belichtungszeit pro Einzelbild, da benötigst Du zusätzlich eine motorisierte Nachführung und Autoguiding.

Zum Einstieg empfehle ich Dir erstmal nur mit Fotoobjektiven auf der Montierung zu arbeiten. Mit einem Weitwinkel- oder Normalobjektiv kannst schöne Übersichtsaufnahmen der Sommermilchstraße machen. Mit Teleobjektiven zwischen 135 und 300 mm Brennweite kannst dann die Andromedagalxie, großflächige Planetarische Nebel und Emissionsnebel wie den Orionnebel aufnehmen. Aber ohne den Ausbau des IR-Sperrfilters und Einbau eines anderen Filters, der das H-Alpha-Licht durchläßt, wirst von den roten Nebeln nicht viel auf dem Chip der Kamera finden. Für normale Fotografiererei tagsüber ist die Kamera dann nicht mehr geeignet.

Wenn Du durch ein Teleskop hindurch fotografieren wills, benötigst Du zusätzlich entweder ein Leitrohr huckepack plus Guidingcam, oder einen Off-Axis-Guider, der zwischen Okularauszug und EOS kommt. Das Signal der Guidingcam geht dann in Deinen Laptop, von dort aus mußt über ein Programm (Guidemaster, PHD, K3CCD-Tools ...) die Motoren mit den zusätzlichen Impulsen fürs Autoguiding per Kabel verbinden. Du brauchst nen dunklen Standort. mußt das Teleskop peniebel auf den Himmelspol ausrichten und zusätzlich brauchst Strom für die Nachführung, die Guidingcam und den Laptop.

Bauartbedingt haben Newtons einen kurzen Fokus. Mit dem von Dir gewählten Adapter kannst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr scharfstellen. Du brauchst einen für fotografische Zwecke optimierten, kurzbauenden 2" Okularauszug.

Viele Objekte am Himmel kann man mit einem ED-Refraktor mit kurzer Brennweite (400 -600 mm) viel besser fotografieren als mit 1 Meter Brennweite.

All das geht fürchterlich ins Geld. 2-3.000 Euro kostet die Grundausstattung für Astrofotografie, wenn Du alle Teile gebraucht kaufst. Und dann brauchst viel Geduld. Und Du mußt Dir Kenntnisse in Bildbearbeitung aneignen.

Alleine ist das ne harte Nuß. Guck mal, ob es in Deiner Nähe ne Sternwarte oder einen Verein gibt, wo Astrofotografen tätig sind. Geh mal nen Abend mit denen auf Fotojagd. Und dann kannst entscheiden, ob Du in diese Richtung weiter machen möchtest...

Ich will es Dir nicht ausreden, es ist ein schönes Hobby. Aber es ist extrem zeitaufwändig und teuer. Das solltest Du wissen, ehe Du anfängst...

Sissy