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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Cassini: Saisonaler Methan-Regen auf Titan



astronews.com Redaktion
18.03.2011, 19:21
Mit Hilfe der Saturnsonde Cassini haben Wissenschaftler jetzt Hinweise auf starke saisonale Niederschläge in der Äquatorregion des Mondes Titan entdeckt. Methanregen aus einem umfangreichen Wolkensystem hat offenbar die Oberfläche des Mondes durchnässt, so dass diese auf neueren Bildern dunkler erscheint. (18. März 2011)

Weiterlesen... (http://www.astronews.com/news/artikel/2011/03/1103-018.shtml)

Gunslinger
18.03.2011, 22:31
Wird Titan , während der roten Riesenwerdung unserer Sonne, eigentlich mal in die habitable Zone geraten, oder wirds da draussen weiterhin ungemütlich bleiben?

Nathan5111
18.03.2011, 22:45
Warum sollte das spannend sein?

Gunslinger
19.03.2011, 12:37
Keine Ahnung!, könnts den spannend werden?

Infinity
19.03.2011, 16:57
Wird Titan , während der roten Riesenwerdung unserer Sonne, eigentlich mal in die habitable Zone geraten, oder wirds da draussen weiterhin ungemütlich bleiben?
Dann frage ich mich, wohin das Siedemethan soll. Methan klingt für mich nicht gerade nach Leben, erst recht nicht im Hochdruck. Ich glaube, es könnte nur weg, wenn die Atmosphäre immer mehr verschwindet, weil das Gas so wie im Druckkreislauf auf der Erde wegen dem hohen Druck nach oben steigt. Sollte es tatsächlich entkommen, dann ist aber kein Leben mehr möglich. Also muss man - wenn man überhaupt überleben kann - mit Methan leben.

Und außerdem müsste der Titan in einer bestimmten Phase der Sonnenvergrößerung doch in eine langwierige Situation geraten, in der das Eis nicht weit unter der Bodenoberfläche das Krustengestein mittels Frostverwitterung regelrecht zersprengt - und wir hätten als Endresultat einen globalen Ozean aus einem Wasser-Methan-Gestein-Gemisch.

Bernhard
19.03.2011, 17:28
Methan klingt für mich nicht gerade nach Leben, erst recht nicht im Hochdruck.
Der Hochdruck verschwindet mit der zunehmenden Erwärmung durch die Sonne. Den Rest erledigen dann sogenannte Archaeen (http://pressetext.de/news/001010027/bakterien-erklaeren-raetsel-um-marinen-methanabbau/) :rolleyes:.
MfG

_Mars_
19.03.2011, 23:45
Methan ist Kohlenstoff plus Wasserstoff. Wasser ist Wasserstoff plus Sauerstoff.

Nun kommt mehr Wärme+UV-Licht hin -> Wasserstoff wird abgespalten und geht in den Weltraum. Was bleibt zurück?

Sauerstoff, Kohlenstoff (-> CO2) und flüssiges Wasser. Plus der Stickstoff der heute in der Atmosphäre ist...

Klingt für mich sehr lebensfreundlich...

Gunslinger
20.03.2011, 01:58
na , da kanns ja doch noch spannend werden!

ne andere Frage passend dazu: wie lange dauert denn die Riesenwerdung unserer Sonne bis zum Ende dann der weiße Zwerg rotiert?
Dieser Zeitrahmen (das Titan-Zeitalter) wäre ja dann sowas wie die Nachspielzeit der Menschheit im Sonnensystem , wenns den Homo irgendwas zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch gibt, oder?
Spätestens da sollten dann die Habitate funktionsfähig sein

Bernhard
20.03.2011, 07:55
Ganz interessant in diesem Zusammenhang: http://de.wikipedia.org/wiki/Sonne#Entwicklung_der_Sonne. Spätestens in 900 Millionen Jahren wird es auf der Erde also ziemlich ungemütlich. Idealerweise sollte die Menschheit also zuerst zum Mars auswandern und dann eventuell zum Titan.

sirius3100
20.03.2011, 10:44
Wie lange könnte Titan denn eine Atmosphäre halten wenn er auf mindestens 0°C aufgewärmt wurde?
Die Fluchtgeschwindigkeit beträgt ja nur 2600m/s. Die durchschnittliche Geschwindigkeit der gasförmigen Moleküle beträgt bei 0°C ja etwa 550m/s (verschiedene Moleküle/Teilchen bewegen sich natürlich unterschiedlich schnell -H2 natürlich erheblich schneller-, aber so ganz grob dürfte der Wert hinkommen wenn ich richtig gerechnet habe). Im Moment dürfte die Geschwindigkeit des Gases ja etwa 320m/s betragen.
So ganz grob hab ich mal irgendwo als Richtlinie gelesen/gehört dass die Fluchtgeschwindigkeit eine Größenordnung höher sein muss damit das Gas "dauerhaft" gehalten wird. Das stimmt bei 0°C dann ja aber definitiv nicht mehr.

edit: ah hatte vergessen das es hier http://www.astronews.com/forum/showthread.php?t=4968 ja ein Programm dafür gab. Die Atmosphäre würde wohl wirklich relativ lange halten (also länger als es auf Titan aufgrund der weiter steigenden Sonnenleuchtkraft wohl gemütlich wäre; der Wasserstoff wäre aber wirklich ziemlich schnell weg).

Kibo
20.03.2011, 10:57
Titan würde seinen Stickstoff 201000000 Jahre halten, kannst du selber mit dem hier (http://astronews.com/forum/showthread.php?t=4968) nachrechnen.

mfg

sirius3100
20.03.2011, 11:33
Jo hab ich mittlerweile auch schon gemacht (bis eben garnicht gesehen dass es schon ´ne Seite 2 gibt). Ich poste dann auch mal was in dem zugehörigen Thema.

_Mars_
20.03.2011, 16:40
Titan würde seinen Stickstoff 201000000 Jahre halten, kannst du selber mit dem hier nachrechnen.

Schützt das Magnetfeld des Saturn ihn nicht so, dass es mindestens 10* so lange hält???

K.a. ...

Sind die 201.000.000 Jahre eigentlich bis das letzte Atom bzw. Molekül weg ist?

Kritisch wirds ja schon, wenn er nur mehr <100mbar hat... Und je weniger er hat, desto langsamer ist die Erosion -> evt ist schon nach der Hälfte der Zeit nur mehr 10% übrig?


Allerdings würde zuerst das Methan verschwinden, dadurch wäre der Stickstoffeine Zeit lang geschützt.
Ach ja, Kohlenwasserstoffe sind gute Treibhausgase - also dürfte es auf Titan schon etwas früher als erwartet zu einem positiven Feedback und damit angenehmeren Temperaturen kommen..

Kibo
20.03.2011, 20:25
Zitat von _Mars_
#Schützt das Magnetfeld des Saturn ihn nicht so, dass es mindestens 10* so lange hält???

Die Rechnung auf rein thermische Prozesse, wenn der Titan aufgrund des Sonnenwindes überhaupt Atmosphäre verliert, müsste man das noch drauf schlagen.


Sind die 201.000.000 Jahre eigentlich bis das letzte Atom bzw. Molekül weg ist?

Das muss Bynaus beantworten, die Formel ist von ihm.

mfg

PS.: die neue methode nach der Jeanschen Gleichung braucht noch ne zeit, die ist weitaus komplizierter...