PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einsteiger-Teleskop



IcedEarth
04.03.2011, 23:07
Guten abend zusammen,

ich habe vor, mir ein Teleskop zuzulegen, da ich ein äußerst hohes Interesse daran habe, Sterne und Planeten zu beobachten. (Nebenbei studiere ich Geowissenschaften ;) )
Auf Basis diverser Teste und Meinungen in Foren und Beratungen durch Verkäufer, stehe ich nun vor zwei Teleskopen.
Vorab sei gesagt, dass ich anfangs Planeten beobachten möchte, allerdings will ich nicht ausschließen, auch andere Objekte zu betrachten - ich denke, dass ist verständlich ;)
Nun zu den beiden Teleskopen:
Skywatcher Evostar-90 EQ3-2 / Refraktor 90/900mm Teleskop (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php?products_id=3846#ebericht)
und
Skywatcher Skyliner-150P / Parabol Dobson 150/1200mm (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p2493_Skywatcher-Skyliner-150P---Parabol-Dobson-150-1200mm.html)

Mit dem Refraktor lässt sich ja anscheinend besser das Beobachten von Planeten durchsetzen. Leider kann ich nicht abschätzen, in wie weit das Beobachten von Planeten mit einem Dobson anders ist.
Ein Vorteil des Refraktor ist auch die Montierung, da sie später doch per Motor nachgerüstet werden kann, wodurch das Beobachten von Planeten besser geht.

Ich würde mich freuen, wenn ich noch ein paar Fachmeinung von Euch erhalten könnte.

Danke und gute Nacht

Bernhard
06.03.2011, 21:14
Hi IcedEarth,

die Amateurastronomie-Abteilung ist hier im Forum leider vergleichsweise "dünn" besetzt, weswegen gleich mal eine Empfehlung für das riesige Nachbarforum bei http://www.astrotreff.de kommt. Dort dreht sich fast alles um Fragen rund um das Hobby Astronomie.

Ich persönlich würde Dir, abgesehen davon, eher zu dem Dobson raten. Das ist ein typisches Einsteigerinstrument, das zu mehr taugt als zu 2-3 Mal Beobachten, um das mal auszutesten. Der Dobson sammelt mehr Licht, als der Refraktor weil er einen größeren Spiegeldurchmesser hat, als der Durchmesser der Linse des Refraktors. Die theoretische Auflösung des Dobson ist deswegen auch besser als bei dem Refraktor. Dafür ist der Dobson etwas sperriger und für Astrofotografie (ohne zusätzliche Montierung mit Motoren) komplett ungeeignet. Zusätzlich wird man bei dem Dobson häufiger mit der Justierung der Optik (http://www.pteng.de/astro/justage/justage.htm) konfrontiert, als bei dem Refraktor.
Gruß

FrankSpecht
07.03.2011, 01:00
Moin, IcedEarth,

grundsätzlich kann ich Bernhards Statement zustimmen: Du solltest dich anfangs für den Dobson entscheiden.

Allerdings noch zwei Anmerkungen:

1.) Der Refraktor (dieser Fraunhofer-Bauart = Achromat) liefert dir keine Farbreinheit wie ein Spiegelteleskop. Beim Beobachten von Planeten oder anderen hellen Objekten wirst du immer einen bläulichen Saum um das Objekt erkennen. Das kann schon mal störend sein.

2.) Ich würde gleich zum 8"-Dobson greifen. Für 90,-- EUR mehr erhälst du mehr Öffnung und dadurch auch mehr Licht und bessere Auflösung.

Außerdem gibt es neben dem von Bernhard genannten Forum Astrotreff auch noch das Forum Astronomie.de (http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/forum_summary) ;)

IcedEarth
07.03.2011, 09:09
Hallo Ihr beiden,

danke für Eure Hinweise. Ich werde mich in den Foren ebenfalls nochmal durch die Thread wühlen, bis ich mir sicher bin, welches Teleskop das richtige ist.

Gruß

Sissy
08.03.2011, 21:49
Hallo IcedEarth,

ehe ich Dir zu irgend einem Teleskop raten kann, brauche ich noch ein bissy "Input" von Dir.

- beobachtest Du aus einer Stadt heraus? (wegen aufgehelltem Nachthimmel)
- beobachtest Du vom Balkon, einer Terasse oder vom Garten bzw. einer Wiese? (wegen Platz fürs Teleskop und "Schleppgewicht" über Treppen...)
- kennst Dich schon ein bissy am Himmel aus, weißt also, welcher der hellen Pünktles "da oben" ein Planet ist?
- welche Himmelsrichtungen kannst vom geplanten Teleskopstandort sehen?
- hast schon ein Planetariumsprogramm auf dem Rechner zwecks Orientierung?



Vorab sei gesagt, dass ich anfangs Planeten beobachten möchte, allerdings will ich nicht ausschließen, auch andere Objekte zu betrachten - ich denke, dass ist verständlich ;)


Planeten gehen mit beiden Teleskopen, auch mitten aus einer Großstadt heraus. Aber ob Deepsky geht, hängt vom Standort des Teleskops ab. Wegen Lichtverschmutzung. Und natürlich auch von der Öffnung.

Generel sind 90 mm Öffnung ein bissy wenig für Deepsky. Galaxien kannst damit nicht wirklich beobachten, Sternhaufen und Planetarische Nebel dagegen sind machbar. Und es gibt ja auch Spiegelteleskope auf einer Montierung. So ein 150/750 oder 150/900 Newton auf einer vernünftigen Montierung (später dann mit Motoren dran) macht Laune...



Mit dem Refraktor lässt sich ja anscheinend besser das Beobachten von Planeten durchsetzen.


das halte ich für ein Gerücht :), das kommt noch aus der Zeit, in der die verfügbaren Spiegelteleskope zwar viel Öffnung boten, aber grottige Abbildung zeigten. Heutige Spiegelteleskope lassen sich durchaus für Planetenbeobachtung verwenden, ich fotografiere die Planeten sogar mit einem solchen Newton. :D



Leider kann ich nicht abschätzen, in wie weit das Beobachten von Planeten mit einem Dobson anders ist.


Bei einem Dobson mußt Du die Erddrehung durch sachtes "Schubsen" oder "Ziehen" am Tubus ausgleichen, bei einem parallaktisch montierten Teleskop drehst Du oder ein Elektromotor an der Rektaszensionsachse und damit wird die Drehung der Erdachse ausgeglichen.

Grüße
Sissy

IcedEarth
08.03.2011, 22:19
Hallo,

1 und 2. Ich beobachte vom Rande einer 30000 Stadt. Bei den Temperaturen ist ein Blick leider nur aus meinem Fenster möglich, da ich im Moment nicht in der Verfassung bin, mir meinen Hintern abzufrieren :P Im Sommer ist es natürlich auch möglich, dass ich in den Garten gehe.
3. Ich bin gerade dabei, mir viele Dinge dazu durchzulesen und zu recherchieren
4. Aus meinem Fenster ist die Blickrichtung Süd-West. Im Garten kann ich Richtung Norden, Westen und Osten blicken.
5. Ja, ich habe mir Stellarium schon vor einiger Zeit zugelegt und schaue da täglich rein und gucke mir an, wie die Sterne und Planeten sich so bewegen und wann sie wo zu sehen sind.

Gruß

Sissy
09.03.2011, 20:10
Hallöchen IcedEarth,



1 und 2. Ich beobachte vom Rande einer 30000 Stadt. Bei den Temperaturen ist ein Blick leider nur aus meinem Fenster möglich, da ich im Moment nicht in der Verfassung bin, mir meinen Hintern abzufrieren :P Im Sommer ist es natürlich auch möglich, dass ich in den Garten gehe.


1. ist gut, da ist es nicht ganz so schlimm mit der Lichtverschmutzung am Himmel :)

2. ist zwar fürs blose Auge oder einem Fernglas bei geöfnettem Fenster möglich, aber mit Teleskop kannst das echt knicken. Bei der hohen Vergrößerung sieht man die Verwirbelungen in der Luft, wenn warme Zimmerluft und kalte "Draußenluft" am Fenster aufeinander treffen. Da kannst net scharfstellen, weil es ausschaut, also ob Du in einen Topf mit kochendem Wasser guckst.

Mit Teleskop durch ein geschlossenes Fenster zu gucken ist auch keine Alternative. Unser Fensterglas besteht aus mehreren Schichten, die das Licht der Sterne unterschiedlich brechen. Du hättest also Doppelbilder... :mad:

Wenn Du mit einem Teleskop (egal welchem) beobachten möchtest, muß das Teleskop drausen sein. Und es muß sich an die Außentemperatur angleichen. Also auskühlen. Es geht nicht, ein Teleskop aus dem 20 Grad C warmen Wohnzimmer unter den Arm klemmen, raus in den Garten gehen und bei derzeit -2 Grad C sofort durchgucken. Bei so extremen Temperaturunterschieden benötigt das Teleskop eine Auskühlzeit von ca. 1 Stunde oder sogar mehr.

Bitter, aber die Physik kümmert sich nicht um unsere Wünsche und Hoffnungen...

Gestandene Amateurastronomen lagern ihr Teleskop daher gerne an einem kühlen Platz (Keller, Garage, abschließbare, wasserdichte Kiste im Garten), dann wird die Auskühlzeit viel kürzer. Beobachtet wird dann auf alle Fälle im Freien. Dazu trägt man im Winter lange Skieunterwäsche, Thermohosen, T-Shirt, Pullover, Anorak, Mütze und Moonboots. Da schaut man aus wie das Michellanmännle, aber so hält man es lange aus. :)

Alternativ kannst natürlich auch den strengen Winter ausklammern (dann entgeht Dir aber der Orionnebel!) und nur in der wärmeren Jahreszeit beobachten.



3. Ich bin gerade dabei, mir viele Dinge dazu durchzulesen und zu recherchieren.


das ist immer positiv...



4. Im Garten kann ich Richtung Norden, Westen und Osten blicken.


Das ist doof, denn die Planeten sollte man beobachten, wenn sie im Süden ihre höchste Position haben! Guck Dir die Situation im Garten noch mal bei Tageslicht an. Kannst Du jetzt im Winter die Sonne gegen 12 Uhr im Süden sehen? Das ist in etwa die Mindesthöhe für Planetenbeobachtung, da sich die Planeten in der Nähe der Ekliptik (scheinbaren Sonnenbahn) befinden.

Deepsky Objekte gehen auch in den von Dir sichtbaren Himmelsrichtungen, Aber auch da gilt, sie sollten so hoch wie möglich über dem Horizont sein...

Erst wenn Du Dir sicher bist, daß Planetenbeobachtung vom Garten aus geht, können wir mit der Teleskopempfehlung (Bauart, Montierung, Öffnung, Brennweite) weitermachen...

Grüße
Sissy

Puma
10.03.2011, 07:51
Moin, moin!

Entschuldigt, daß ich mich mal hier dazwischenschalte, aber da ich auch vorhabe, mir ein Teleskop zuzulegen und Sissy hier fachkompetent ist, wollte ich mal die Meinung zu zwei Teleskopen einholen. Ich habe mir 1. das Celestron teleskop N150/750 mit Omni XLT150 Montierung und Stahlstativ und 2. das Newton 152/762 von Meade mit EQ-Mon2 Montierung ebenfalls mit Stahlstativ angesehen. Die Frage ist, ob die geräte ausreichend sind und was man eventuell noch unbedingt bräuchte, da dies meine "Erstausstattung" wäre. Für nützliche Tipps wäre ich dankbar!

Grußi

IcedEarth
10.03.2011, 09:31
Das die Physik sich nicht um unsere wünsche kümmert war mir bewusst und ich bedaure das sehr :P

Natürlich wäre ich auch bereits für eine astreine Sicht in den kältesten Winter zu gehen, aber Mondbeobachtung ist doch sicherlich auch aus dem Zimmer (durch Fensterglas) möglich, wenn man nicht unbedingt die maximal sinnvolle Vergrößerung nutzen will.

Überings wäre ich bereit bis 300 Euro zu zahlen (wenn möglich schon mit Okularen inkl.), da ich im Moment finanziell recht gut darstehe und ich keinen Billig-Ramsch kaufen möchte. Allerdings brauche ich auch die allerbeste Technik :)
Außerdem wirken diese Dobson-Teleskope auf mich irgendwie unhandlich und kompliziert zu bedienen. Kann das irgendwer bestätigen, widerlegen?
Da meine Freundin vor hat, sich eine Spiegelreflex zu kaufen, liegt es doch nahe, sich eine parallaktische Montierung zuzulegen, oder sehe ich das falsch?

Da ich wie gesagt, am Rande einer Stadt wohne und nur weniger als 100 Meter bis zu einem Feld habe, wäre ein kurzer Transport auch sicherlich nicht auszuschließen.


Die Sonne kann ich von meinem Garten aus auf jeden Fall schon mal sehen.

Gruß

PS: @Puma: Kein Problem ;) Ich vermute mal, dass Sissy ebenfalls von dir wissen müsste, wo du wohnst etc., damit man schauen kan, was für dich das richtige ist.


- beobachtest Du aus einer Stadt heraus? (wegen aufgehelltem Nachthimmel)
- beobachtest Du vom Balkon, einer Terasse oder vom Garten bzw. einer Wiese? (wegen Platz fürs Teleskop und "Schleppgewicht" über Treppen...)
- kennst Dich schon ein bissy am Himmel aus, weißt also, welcher der hellen Pünktles "da oben" ein Planet ist?
- welche Himmelsrichtungen kannst vom geplanten Teleskopstandort sehen?
- hast schon ein Planetariumsprogramm auf dem Rechner zwecks Orientierung?

Puma
10.03.2011, 12:29
Hallöchen Icedearth!

Also ich sehe sowohl aus der Großstadt (Berlin) als auch vom Lande (Müritz) in den Himmel. Das Handycap besteht vor allem darin, daß ich das Gerät also oft transportieren muß und das ich keine Software für meinen Laptop mit MAC-Betriebsprogramm bekomme. Ich brauche auch keine Bewertung der einzelnen Gerätetypen an sich, sondern nur allgemein, was Leistung und Komfort , vor allem der Montierung betrifft und was man sich sonst noch unbedingt zulegen sollte, wie z.B. Justierlaser, Okulare, usw.

grußi

Sissy
10.03.2011, 17:59
Hi Puma,



Ich habe mir 1. das Celestron teleskop N150/750 mit Omni XLT150 Montierung und Stahlstativ und 2. das Newton 152/762 von Meade mit EQ-Mon2 Montierung ebenfalls mit Stahlstativ angesehen. Die Frage ist, ob die geräte ausreichend sind und was man eventuell noch unbedingt bräuchte, da dies meine "Erstausstattung" wäre.


meine ganz ehrliche Meinung? Beide Montierungen sind für einen 6" Newton nen Tick zu schwach. Das sind die typischen "Sonderangebote" der Händler, die nix kosten dürfen.

Die EQ-2 kannst komplett knicken. :eek:

Die CG-4 trägt nach Spezifikation Tuben bis 5 kg. Der Newton selber hat schon 5,7 kg. Dazu kommt noch das Gewicht von den Rohrschellen und den Okularen. Und um bequehm zu arbeiten, sollte die Nachführung in der RA Achse eine lange, biegsame Welle haben und net so nen kurzen Stummel.

Visuell (also einfach durchgucken durch ein Okular) geht so grad eben noch auf der CG-4. Aber beim Scharfstellen zittert das Bild wie Sau. Da muß man echt mit Fingerspitzengefühl arbeiten und zwischendurch mal eben 3-5 Sekunden warten, bis die ganze Sache nimmer schwingt. Die ist absolut nix für "Grobmotoriker"

Es hilft, wenn man:

- unter die Ablageplatte per Schnur ne mit Wasser gefüllte Plastikflasche oder nen Kanister mit 5 l Wasser hängt
- das Stativ nicht weit auszieht

Notwendiges Zubehör:

- ne Plastikkappe mit Ringen zum Justieren
- ein 32 mm Übersichtsokular
- ein 7-21 mm Zoomokular
- 8x50 Sucher

Einen Newton mußt ab und an mal justieren, aber das geht recht schnell.

Frag beim Händler (TS oder Astroshop sind die günstigsten) per email nach nem Austausch des angebotenem 25 mm Okulars gegen die beiden von mir empfohlenen und tausche auch sofort den 6x30 Sucher gegen einen 8x50 Sucher. Das kostet natürlich etwas Aufpreis, aber es lohnt sich. Der 6x30 ist schlicht ungeeignet...

Alternativ könntest Du auch diesen Tubus

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p4527_Pentaflex-130-900mm-Newton-Teleskop---Optischer-Tubus.html

auf die CG-4 setzen, den würde sie wirklich gut tragen.

In Müritz kannst damit sogar die helleren Galaxien als verwaschene Nebelfleckles sehen, von Berlin aus aber net. Aber Planetarische Nebel und Sternhaufen gehen gut. Planeten kommen schön mit dem Zoomokular, da kannst eventuell sogar (später mal) ein gutes Planetary mit 6 mm nehmen...

Astrofotografie ist mit diesem Setup aber nur sehr eingeschränkt möglich. Sonne und Mond geht grad eben mit ner digitalen Spiegelreflexkamera wenn man das Objektiv wegmacht und die Kamera über einen superflachen Adapter auf T2 direkt am Okularauszug anflanscht, mehr definitiv net.

Laptop, I-Pad und ähnliches Spielzeugs zwecks Sternkarten angucken ist für eine visuelle Beobachtungsnacht aber völlig "Gaga". Damit ruinierst Du Dir die Dunkeladaption Deiner Augen. Kauf Dir nen Deepsky Reiseführer als Buch (Laminiert) oder den Karkoschka und ne Rotlichtlampe. Oder druck zu Hause die entsprechenden Sternkarten aus!

Dann kannst loslegen :)

Und denk mal über ne Installation von nem 2. Betriebssystem nach. Für Astro empfiehlt sich XP-Professional. Damit könntest Du glücklich werden. ;)

Grüße
Sissy

Sissy
10.03.2011, 18:58
Hallo IcedEarth,



Natürlich wäre ich auch bereits für eine astreine Sicht in den kältesten Winter zu gehen, aber Mondbeobachtung ist doch sicherlich auch aus dem Zimmer (durch Fensterglas) möglich, wenn man nicht unbedingt die maximal sinnvolle Vergrößerung nutzen will.


vergiss das mit dem Beobachten durch Fensterglas gaaanz schnell. Das ist grottig. :eek:

Zum Beobachten mußt raus ins Freie. Wenn Du schwimmen willst, legst Dich ja auch net aufs Gras und stellst Dir ein Schwimmbecken vor. :D



Überings wäre ich bereit bis 300 Euro zu zahlen (wenn möglich schon mit Okularen inkl.), da ich im Moment finanziell recht gut darstehe und ich keinen Billig-Ramsch kaufen möchte. Allerdings brauche ich auch die allerbeste Technik :)


Fett von mir. Oha, da hast völlig falsche Preisvorstellungen!
Eine für Astrofotografie getunte Montierung kostet 1.500 Euro aufwärts. Der dazu notwendige Standalone Autoguider samt Leitrohr nochmal 600 Euro, und das Teleskop oder die Teleobjektive dann so um die 800 Euro aufwärts. Faustformel: die Montierung kostet doppelt oder 3x so viel wie das Teleskop, das sie tragen soll. Und gute Okulare mit bequehmem Einblick und großem Gesichtsfeld fangen bei 100 Euro das Stück an und enden bei ca. 800 Euro. Nur mal so als kleiner Hinweis zur Preissituation.

300 Euro "tutti kompletto" ist Spielzeug. Was für Einsteiger, die noch nicht wissen, ob sie dabei bleiben wollen... Aber auch da gibt es "gute" und "Ramschangebote".

Der hier liegt neu innerhalb Deinem Rahmen und würde mit Schwerpunkt Planeten Sinn machen:

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p4527_Pentaflex-130-900mm-Newton-Teleskop---Optischer-Tubus.html

Aber wie ich schon Puma schrieb, den 6x30 Sucher austauschen und auch die angebotenen Okulare. Dann bist je nach Händler genau bei den 300 Euro oder ganz wenige Euros drüber, kannst viel Spaß mit dem Teil haben und es lange Zeit nutzen...

Oder Du kaufst was gebrauchtes. Das wäre auch ne Überlegung wert.



Da meine Freundin vor hat, sich eine Spiegelreflex zu kaufen, liegt es doch nahe, sich eine parallaktische Montierung zuzulegen, oder sehe ich das falsch?


ja, wenn Fotografie irgendwann eine Rolle spielt, auf alle Fälle eine parallaktische Montierung. EQ-3, NEQ-3, CGM-4,...Praktischerweise gibt es für die EQ-3 sogar ein Motorset.

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p400_Skywatcher-Zweiachsen-Schrittmotor-Nachfuehrung-fuer-EQ3.html

Damit hat man mehr Beobachtungskomfort, weil die Objekte ohne händisches drehen an der biegsamen Welle im Okulargesichtsfeld bleiben.

Und wenn Du das Teleskop runter nimmst und statt dessen die Spiegelreflex (am besten eine Canon, gebraucht, für die gibt es entsprechendes Zubehör!!!) mit Kitobjektiv (16/55) draufsattelst, kannst auch die allerersten Schritte in Richtung Sternbilder fotografieren machen. Mit kurzen Teleobjektiven (100, 135 oder 200 mm Brennweite) kannst sogar die Andromedagalaxie, den Orionnebel und viele Kugelsternhaufen fotografieren.

Durch das Teleskop selber bitte nur Sonne (mit Baaderfolie vor der Teleskopöffnung) und Mond (mit Drahtauslöser wegen Verwackelungsgefahr) probieren, alles andere geht in die Hosen...

Wenn die Montierung wirklich sehr ordentlich eingenordet ist

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p389_Skywatcher-Polsucher-fuer-Montierung-EQ3--NEQ3--Celestron-CG4.html

kannst damit durch die Teleobjektive bis zu 2 Minuten belichten, ehe durch Ungenauigkeiten bei der Nachführung aus den Sternen Eier oder Striche werden. Und damit geht schon was...

Das schöne daran ist, Du kannst diese Zubehörteile nach und nach anschaffen, es muß nicht gleich alles auf einmal sein :)

Grüße
Sissy

IcedEarth
10.03.2011, 20:22
AiAiAi, da ist mir ein Schreibfehler unterlaufen :D
Es sollte natürlich nicht heißen, dass ich die allerbeste Technik brauche, sondern das ich NICHT unbedingt die allerbeste Technik brauche ;)
Ändert sich da durch etwas an deiner Empfehlung?
Gibt es nicht gute Tuben mit ordentlichem Zubehör, womit man schon am Anfang gut beobachten kann? Wie "zukunftssicher" istr denn dein empfohlener Tubus? Ist der Mehrgewinn bei 150mm Öffnung deutlich spürbar?


MfG und schon mal danke für deine Hilfe ;)

Sissy
10.03.2011, 21:03
Hallöchen IcedEarth


AiAiAi, da ist mir ein Schreibfehler unterlaufen :D
...
Ändert sich da durch etwas an deiner Empfehlung?


nö. Ich empfehle keinen "Ramsch". Dann wäre das da

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p4262_Pentaflex-130-900mm-Newton-Teleskop-auf-Montierung-EQ3.html

nahezu perfekt für Dich und Planeten. Den Link hab ich vorhin vergessen. Sorry. Maile Wolfi Ransburg, daß Du an Stelle der beiden beigelegten Okularen die hier willst:

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p151_Super-Ploessl---32mm-Brennweite---1-25----FMC.html

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p1378_TS-7-21mm-Zoom-Okular---1-25----Multiverguetung-fuer-Teleskope.html

Der Leuchtpunktsucher ist ein Plus, der ist so gut wie ein 8x50 Sucher und kann genauso einfach zum Teleskop justiert werden. :)

Ach ja, zwecks Justage brauchst noch dieses Teil:

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p3675_TS-Justierkappe---preiswerte-Justierhilfe-fuer-Newton-Teleskope.html

Wenn das Teleskop perfekt an die Umgebungsluft angeglichen ist und die Luftunruhe niedrig (solche Abende sind selten) kannst mit der Barlow-Linse und dem Zoomokular die Planeten bei sehr hoher Vergrößerung ansehen und das Teleskop richtig ausreizen. :D

Für einen solchen Abend wäre dann das optionale Motorset sehr hilfreich. Dann kannst Dich auf das Beobachten konzentrieren und bist nicht mit Nachführen beschäftigt...

Grüße
Sissy

IcedEarth
10.03.2011, 21:09
Kann man die beiden Okulare einfach so ersetzen lassen, ohne Mehrkosten zu tragen? Oder meinst du das so, dass ich diese zusätzlich dazu bestellen soll?

MfG und nochmals danke

Sissy
11.03.2011, 02:22
Hi IcedEarth


Kann man die beiden Okulare einfach so ersetzen lassen, ohne Mehrkosten zu tragen? Oder meinst du das so, dass ich diese zusätzlich dazu bestellen soll?


schreib, daß Du die zwei Okulare an Stelle der Okulare vom Angebot haben möchtest. Das kostet dann nur einen geringen Aufpreis. Größenordnung 20 Euro. Und Du hast Okulare, die besser zu dem Teleskop passen. Wie viel mehr das genau kostet, muß Dir der Händler sagen...

Sissy

Puma
11.03.2011, 06:19
Hi Sissy!

Erst einmal vielen Dank für die prompte Antwort. Die Sache ist nur, wie so oft, nach einer Beratung ist man noch mehr verunsichert und weiß nicht mehr, was man dann schlußendlich kaufen soll. Ich habe mir den Tubus auf der Seite angesehen, fand ihn ganz gut. Aber die dort angebotenen Montierungen haben meine Vorstellungen doch deutlich übertroffen, die begannen ja erst bei 550.- €. Na ja, muß ich mich mal weiter umsehen, eilt ja nicht so. Habe schließlich auch 7 Jahre gebraucht, bis ich mir meinen ersten Computer zugelegt habe :D.

Grußi

Sissy
11.03.2011, 15:58
Hi Puma,



Die Sache ist nur, wie so oft, nach einer Beratung ist man noch mehr verunsichert und weiß nicht mehr, was man dann schlußendlich kaufen soll.


das kenne ich nur zu gut. Das liegt an mehreren Faktoren:

- der Anfänger hat völlig überzogene Vorstellungen, was er am Himmel mit einem Fernrohr zu sehen bekommt (durch die vielen wunderschönen Fotos)
- er möchte mit einem Gerät, das wenig kosten darf, alles sehen
- er ist noch nicht in der Lage, eine sachkundige Entscheidung zu treffen, weil ihm die Erfahrung fehlt



Ich habe mir den Tubus auf der Seite angesehen, fand ihn ganz gut. Aber die dort angebotenen Montierungen haben meine Vorstellungen doch deutlich übertroffen, die begannen ja erst bei 550.- €.


Es gibt bei "vernünftigen" Montierungen immer 3 Stufen:
- Basisversion ohne Motoren
- Version mit Motoren, aber einfacherer Steuerung ohne Goto und ohne Autoguidinganschluß
- Luxusversion mit besseren Motoren, Steuerung mit Goto und Autoguidinganschluß

Je nachdem, was Du machen möchtest, brauchst unterschiedliche Versionen. Ist wie beim Auto. Mit oder ohne Anhängerkupplung, schwacher Motor, stärkerer Motor (wurde früher sehr anschaulich mit PS bezeichnet :)... )

Zu dem Tubus (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p4527_Pentaflex-130-900mm-Newton-Teleskop---Optischer-Tubus.html), den ich Dir empfohlen habe, kannst ruhigen Gewissens die Montierung (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p4719_Celestron-Omni-CG-4-parallaktische-Montierung-mit-Stativ.html) verwenden, die trägt ihn ohne Mucken.

Diese günstige Montierung ist in der Basisversion ohne Motoren, da mußt also selber an den biegsamen Wellen drehen.

Alternativ könntest Du diese Montierung (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p2769_Parallaktische-Montierung-N-EQ3-von-Skywatcher---bis-ca--5kg.html) verwenden, ebenfalls ohne Motoren. Auch diese Montierung (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p59_GSO-Parallaktische-Montierung-Skyview-m-Stativ---bis-8kg-Last.html)kommt ohne Motoren.

Möchtest Du mehr Beobachtungskomfort, kannst entweder später Motoren (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p400_Skywatcher-Zweiachsen-Schrittmotor-Nachfuehrung-fuer-EQ3.html) an die Montierungen selber ranbauen. Bitte frag aber den Händler explizit für jede Montierung, ob es dazu ein Motorkit gibt! Ich bin in diesen Segmenten nicht wirklich auf dem Laufenden, da jedes Quartal neue erscheinen... Oder gleich die Variante mit Motoren kaufen...

Z.B. die (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p2663_Skywatcher-Montierung-EQ5---2Achsen-Schrittmotorsteuerung-DK3.html) hier.

Da Du als Anfänger eventuell noch garnicht abschätzen kannst, ob Du beim Hobby bleiben magst, kannst ruhig auch was gebrauchtes kaufen. In den Foren werden immer wieder gebrauchte Montierungen und Tuben angeboten. Dort bekommst Du sie etwa 1/3 billiger als neu beim Händler. Und die Vorbesitzer sind in der Regel bereit, Auskunft bei Problemchen zu geben. Sie trennen sich von den Teilen, weil sie was größeres anschaffen :)

Solange man ein Teleskop oder eine Montierung pfleglich behandelt, geht es nicht kaputt. Meine älteste Montierung ist jetzt rund 25 Jahre alt. Die funktioniert noch wie am ersten Tag. Und ich habe schon mit Teleskopen beobachtet, die 90 Jahre alt waren. Klar war da der Lack auf dem Tubus vergilbt und die 90 Jahre alte Optik entspricht nicht den heutigen Standards bei den Glassorten, aber die Linsen selber sind klar, ohne Kratzer, ohne Muschelbruch oder Glaspilz. Und immernoch sauber justiert. Das Durchgucken hat Spaß gemacht und zeigte mir alle Objekte, die mit der Öffnung prinzipiell zu sehen wären. :)

Ein Teleskop samt Montierung ist was für´s Leben. Und die Erben haben auch noch Spaß daran. Nicht wie der übliche Elektronikschrott (Fernseher, Videorecorder, Schallplattenspieler, Handy, CD-Player...), der nach 5 Jahren hoffnungslos veraltet ist und einfach entsorgt wird.

Von Ebay rate ich ab. Erst wenn Du Dich wirklich auskennst, kannst da dann Schnäppchen ergattern. Vorher fehlt einfach die Sachkenntnis für ne Kaufentscheidung.

Die Montierungen, die 550 Euro aufwärts kosten, die tragen eben schwerere Tuben (150 mm Öffnung statt der 130 mm) oder haben schon die Motoren verbaut.

Ist wie bei den Autos. Ein Daimler oder Porsche kostet halt mehr wie ein Fiat Punto ...

Ein Führerscheinfrischling sollte erstmal mit nem kleinen Auto Fahrpraxis kriegen, ehe er sich was größeres anschafft. So ist es auch mit den Teleskopen. Fang mit dem an, was ich Dir empfohlen habe. Das reicht locker für den Einstieg. Wenn Dich dann mal die Leidenschafft für Öffnung packt, kannst immernoch was größeres anschaffen und das Einstiegsgerät weiterverkaufen oder als Schnellspechtelgerät behalten...

Geh auch mal zu einer Sternwarte. In Berlin und Umgebung hat es jede Menge davon. Guck dort durch alle Geräte. Wenn Dir dann der Anblick zusagt, kannst was eigenes kaufen...

Grüße
Sissy

Puma
11.03.2011, 19:01
Hi Sissy!

Vielen Dank erst nochmal für Deine Mühe! Finde ich wirklich nett. Sicher bin ich mir deswegen aber leider trotzdem noch nicht. Ich habe mich nochmal auf Teleskop-express umgesehen und bin dort auf ein Teleskop gestoßen, vermutlich Taiwan-Produktion, was so meinen Vorstellungen entsprechen würde. Es handelt sich um das GSN1507ADM. Die CANON-Kamera habe ich schon :D. O.K. es müßte noch ein anderer Sucher drauf - abe sonst, für den Anfang?
Falls Du Zeit hast, kannste ja mal nen Blick draufwerfen.:)

Grußi

Sissy
11.03.2011, 20:50
Hi Puma,



Ich habe mich nochmal auf Teleskop-express umgesehen und bin dort auf ein Teleskop gestoßen, vermutlich Taiwan-Produktion, was so meinen Vorstellungen entsprechen würde. Es handelt sich um das GSN1507ADM.


wenn es sich dabei um dieses Angebot (http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p44_GSO-6--F-5-Newton---150-750mm-Teleskop-auf-parall--Montierung.html) handelt, schlag zu.

Die ADM (=CG-5) ist eine robuste, qualitativ hochwertige Montierung. Sie trägt visuell locker 6", aber auch einen 8" Newton noch ohne Probleme. Selbst bei etwas Wind. Das ist ein beliebtes Arbeitstier, zu dem es viele Berichte von Amateurastronomen gibt. Wenn mal was nicht in Ordnung ist, gibt es hunderte Tipps zur schnellen Hilfe in den Foren :)

Für diese Montierung gibt es Nachrüßtsätze mit Motoren, sogar Goto und Autoguiding kann später nachträglich realisiert werden. Also rundum zu empfehlen. :)

Beim Tubus ist der 2" Anschluß ein klares Plus. Das macht sehr viel Sinn für die Astrofotografie ...



es müßte noch ein anderer Sucher drauf - abe sonst, für den Anfang?


noch 1 Zoomokular 7-21 mm und die Justierkappe, feddisch :)

Grüße
Sissy

Michael
02.10.2016, 13:15
Hallo IcedEarth was ich die empfehlen kann ist ein Teleskope für Himmels und Platen Bobachtung halt ein Allround- Grät , das Gräte von Celestron NexStar 127* damit kannst du sowohl Himmel als auch Platen
Bobachten vom Budget sollst lieber ein wenig mehr ausgeben um ein Gutes Teleskope zukaufen.

Dgoe
02.10.2016, 13:32
Hallo Michael,

Welcome! Nur der Thread ist 5 Jahre alt, dass die Farben nicht verblasst sind, ist alles. :D

Gruß,
Dgoe

Michael
18.10.2016, 20:28
Hallo Leute ich habe ein frage und zwar wollte ich mir ein neues Teleskope Kaufen und wollte fragen welche ich mir empfehlen kann habe schon zwei gefunden aber kann ich mich nicht entscheiden welche
Vielleicht hat jemand von euch damit schon erfahren gehabt hier sind ein beiden Modele

http://teleskop-test.net/celestron-nexstar-6-se-teleskop-1501500-schmidt-cassegrain/

http://teleskop-test.net/celestron-nexstar-127-slt-computergesteuertes-1271500-maksutov/

Sissy
11.11.2016, 18:11
Hi Michael,

sorry, daß ich erst jetzt antworte, war krank...

Was konkret möchtest Du am Himmel beobachten? Das ist wichtig bei der Wahl des Teleskops.

Eine Luftmatratze ist prima für den heimischen Pool, oder nen kleinen Teich, aber weder optimal für Wildwasser noch ne Atlantiküberquehrung. :rolleyes:

Die beiden von Dir ausgesuchten Teleskope sind Spezialisten, keine Allrounder. Also schreib mal genauer, was Du beobachten möchtest und was Deine Gründe für die 2 Teleskope waren...

Grüße
Sissy

Michael
19.11.2016, 19:17
Für ein steiger

http://teleskop-test.net/bestseller-teleskope/

http://teleskop-test.net/

Dgoe
19.11.2016, 20:22
Weiß zufällig jemand, was ein Robotic Telescope (https://en.wikipedia.org/wiki/Robotic_telescope) (inkl. 'Fernsteuerng' :) ) kostet, zum Vergleich? Darf ja gerne 1-2 m groß sein, der Spiegel.

Gruß,
Dgoe

Chrischan
19.11.2016, 22:26
Hi Dgoe,

schwer zu beantworten...

Kommt zum einen darauf an, ob man mechanisch und/oder elektronisch bewandert ist oder ob man alles kaufen muss und zum anderen auf die Größe.

Um das Teleskop remote zu betreiben benötigt man eine Steuerung für das Teleskop, die Montierung, die Kamera und eventuell das Filterrad. Dazu dann noch eine Möglichkeit das Dach der Hütte o.ä. elektronisch zu öffnen und auch eine kleine Wetterstation mit Wolkenkamera ist hilfreich. Alles dann an einen Webserver hängen und fertig. Gibt mehrere Amateure die sowas betreiben.

Zu Preisen:
Ein 80cm RC von OS kostet ca. 200.000 EUR. Dazu eine passende Montierung ca. 25.000 EUR. Vollformat CCD ca. 7.000 - 12.000 EUR. Kommt noch der ganze Kleinkram, die Elektronik und das Observatorium hinzu. Ein passendes Grundstück mit Stromversorgung ist natürlich auch noch nötig.

Ob man das Ganze dann fernsteuern möchte oder ob das Teleskop selbständig ein Programm absolvieren soll ist nur eine Frage der Software.

Gruß,
Christian

Dgoe
20.11.2016, 03:38
Hallo Christian,

ja, nun, zuhause macht es ja wenig Sinn, es sei denn als Einsiedler, richtig weit weg jeglicher Zvilisation, wo so ein Teil nicht mehr lichtverschmutzt wäre. Deshalb ja Remote und Robotic, natürlich mit der Kuppel (siehe Foto) und allem drum und dran, wetterfest.

Das mit dem Grundstück stelle ich mir auch nicht so einfach vor, von wegen Parzellen in einer gottverlassenen Gegend, möglichst noch im Hochland. Man könnte aber vielleicht 1-2-3 Tage pro Woche das Teleskop einer lokalen Uni zur Verfügung stellen, dafür den Stellplatz genehmigt bekommen. Bliebe noch die Stromversorgung, wofür man die Quadratmeterzahl gleich höher ansetzen dürfte, damit man genug Solarpanele unterkriegt, die einen Akkumulator laden...

Andererseits auf einem Flachdach des Anwesens wäre es auch cool (so zum Angeben eher und ja auch kürzerer Wartungswege oder Konfiguration). Bei passendem Budget kaum teurer als der Sportwagen in der Garage.

Gruß,
Dgoe

Kibo
20.11.2016, 09:11
Wie wäre es mit selber bauen?

http://members.ziggo.nl/jhm.vangastel/Astronomy/30cmscope/motorize_30cm.htm

Bernhard
20.11.2016, 10:05
Deshalb ja Remote und Robotic, natürlich mit der Kuppel (siehe Foto) und allem drum und dran, wetterfest.
Also etwas in dieser Art http://www.itelescope.net/ ?

Dgoe
20.11.2016, 14:44
Wie wäre es mit selber bauen?

http://members.ziggo.nl/jhm.vangastel/Astronomy/30cmscope/motorize_30cm.htm
Auch nicht schlecht. :) Für die Holzteile könnte man zur Not einen Schreiner beauftragen, evtl. Kleinteile auch aus einem 3D-Drucker zaubern...
Habe mir gleich den Spiegelschliff-Aufwand angesehen:
http://members.ziggo.nl/jhm.vangastel/Astronomy/grindinglog.htm
https://youtu.be/E-FCZ71M5KU (und mehr von GordonWaite)
https://youtu.be/snz7JJlSZvw (Telescope Building with John Dobson)







Also etwas in dieser Art http://www.itelescope.net/ ?
Ja, toll, hab mich gleich angemeldet, Danke Bernhard!


Grüße,
Dgoe

Dgoe
20.11.2016, 15:08
Ein 80cm RC von OS kostet ca. 200.000 EUR. ...
Nochmals Danke für die Preise zur Orientierung. Nur noch eine kleine Frage an dieser Stelle (ist ja nicht ganz topic "Einsteiger"): Aber was kostet ungefähr so ein Rohling, wenn man selber schleifen möchte?

Gruß,
Dgoe


Edit: Obwohl, es ist ja doch noch topic "Einsteiger", wenn man Galaxien und Deep-Sky-Objekte sehen möchte, wozu mindestens 16 oder 18 Zoll nötig sind (wie Herr Dobson erklärt hat). Ganz, wie Sissy schon sagte, bzw. fragte, was man beobachten möchte.

Chrischan
20.11.2016, 19:14
Hallo Dgoe,


Aber was kostet ungefähr so ein Rohling, wenn man selber schleifen möchte?

auf der Seite von Stathis (http://www.stathis-firstlight.de/spiegelschleifen/material.htm) findest Du ein paar Preise.

Gruß,
Christian

Dgoe
21.11.2016, 14:43
Danke Christian.

Ist im Vergleich doch recht übersichtlich...

Allerdings ist der angebene Preis für beispielsweise 16'' (~406 mm) nur für eine Dicke von 25 mm und damit zu dünn. Zumindest wurde bei Wikepedia (glaube ich) ein Verhältnis der Scheibenstärke zum Scheibendurchmesser von etwa 1:10 angegeben, womit bis zu einer gewissen Größe die Formstabilität ausreichend gewährleistet bleibt.
Es sind jedoch verschiedene weitere Stärken (Dicken) verfügbar, Preise leider nur auf Anfrage, gleiches für größere Durchmesser wie 80 cm.

Ich habe ansonsten nur nichts finden können online, außer einer Preisliste (http://www.dietermartini.de/preisliste.html) (siehe dort 2016 PDF, Seite 6 und 7).
Dafür sind dort alle gesuchten Größen in ausreichender Stärke (anzunehmen) aufgefürt, auch geschliffen oder fertig montiert, bis hin zu was man sonst noch braucht.

Da kommt man mit rund 2-3 Größenordnungen weniger Budget aus... :)

Gruß,
Dgoe

P.S.: Darf so ein rarer Link bleiben, bitte um Nachricht (kann ja 12 Std. lang noch selber entfernen)?

Dgoe
21.11.2016, 15:06
Ich kann mir nur vorstellen, dass ohne automatische Nachführung das Objekt im Nu aus dem Blick wandert und das kostet dann wieder ordentlich.

Gruß,
Dgoe

Chrischan
21.11.2016, 17:13
Moin Dgoe,

ATM ist heute keine Raketentechnik mehr. Früher "mussten" Spiegel aus Duran, Pyrex oder Zerodur sein und "dick". Stahltuben mit Verstärkungen und und und.

Seit John Dobson hat sich da viel geändert. Teleskope für den Amateur müssen nicht mehr unbedingt "perfekt" sein. War früher ein 12" Spiegel unter Amateuren schon eine Hausnummer, so sind heute die 16" - 20" eher die "Großen". Es gibt aber auch Amateure mit Teleskopen >1m Öffnung...

Dicke Spiegel sind natürlich unempfindlicher gegenüber Durchbiegung, aber benötigen auch länger zur Temperierung und sind deutlich schwerer. Ein schwerer Spiegel bedeutet eine stabilere (=schwerere) Spiegelfassung. Schwerer Spiegel + Fassung benötigen einen stabileren Tubus. Das geht bis zum Stativ/zur Säule so weiter. Mobilität ist dann schnell nicht mehr möglich. Da Mobilität aber für viele Amateure ein Muss ist, geht man heute etwas anders vor.

Auch für stationäre Teleskope kann man heute etwas toleranter sein gegenüber Stabilität. In meiner Jugend war ich in einem Verein mit einer Sternwarte. Dort hatte man einen 36cm Newton. Mit dem habe ich mal den Orionnebel (M42) mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen. Der Film was speziell behandelt um eine höhere Empfindlichkeit zu haben ("Kodak 103a-E, gehypert"). Nach 30 Minuten Belichtung war der Nebel schön abgebildet. Heute mache ich vergleichbare Aufnahmen mit digitaler Spiegelreflex, einem 12" Newton und 30 Sekunden Belichtung... Der Aufwand um 30 Sekunden lang ein brauchbares Bild zu erzeugen ist deutlich geringer als dieses für 30 Minuten zu tun. Verwackelt etwas, dann ist heute eben eine Aufnahme (von vielen) hinüber. Damals war dann schon mal die ganze Nacht ruiniert.

Auch automatische Nachführungen waren damals nicht bezahlbar bzw. noch nicht für den Amateur zugänglich. Bei 30 Minuten Belichtungszeit sass man die ganze Zeit mit dem Auge am Fadenkreuzokular und hat jegliche Abweichung per Hand korrigiert. Heute hat man eine zweite billige Kamera am Teleskop welche am PC angeschlossen ist. Darauf läuft eine Software und analysiert die einzelnen Aufnahmen. Abweichungen werden dann automatisch erkannt und an die Montierung gesendet.

Dank Technik können wir heute mit geringerem Aufwand (und bei einigen Komponenten mit höheren Toleranzen) bessere Ergebnisse erzielen als dies früher denkbar war.

Gruß,
Christian

Bernhard
21.11.2016, 22:09
Hallo Dgoe,


Allerdings ist der angebene Preis für beispielsweise 16'' (~406 mm) nur für eine Dicke von 25 mm und damit zu dünn.
dieser Satz offenbart eine geradezu "erschütternde" Unwissenheit, um nicht zu sagen Naivität auf dem Gebiete des ATM (Amateur Telescope Making): Die großen dünnen "Scherben" ermöglichen erst den Ultraleichtbau, nach dem sich der fortgeschrittene ATMler nach zwei gebrochenen Rückgraten und Armen ohne Einschränkungen sehnt. Glaube mir, ich schreibe da aus Erfahrung.

Ist man bezüglich des Gewichtes des ersehnten Teleskops etwas weniger anspruchsvoll, so sollte man zuerst ernsthaft über eine Reduzierung der geplanten Öffnung nachdenken, auch wenn das geradezu unerträgliche Schmerzen in den hinteren Gehirnrinden verursacht. Schafft man diese "Entziehungskur" nicht (so wie ich), so orderte seinerzeit, d.h. vor etwa 10 Jahren, der angehende ATMler die dicken Rohlinge (="Scherben" im ATMler Slang) ab 40mm hier: http://www.newportglass.com/ und zwar auch mit Größen bis zu einem Meter. Ich persönlich würde Dir allerdings empfehlen diesen finanziell recht anstrengenden Weg zu umgehen und gleich über Ultraleichtbau nachzudenken und zwar idealerweise mit einer Spiegelgröße von 8 oder 10 Zoll. Du wirst mit Stathis und dem astrotreff.de hier viele wertvolle Hilfen finden und am Ende eines langen "Leidensweges" steht dann vielleicht ein brauchbares Teleskop, mit dem Du erste Beobachtungserfahrungen und zugehörige Erfolgserlebnisse sammeln kannst.

Dgoe
22.11.2016, 03:29
Jo, Danke für die Updates! :)



dieser Satz offenbart eine geradezu "erschütternde" Unwissenheit, um nicht zu sagen Naivität auf dem Gebiete des ATM (Amateur Telescope Making)
Ha, jetzt weiß ich auch was ATM heißt, ohne zu fahnden.

Meine Info rührte übrigens nicht von Wikipedia, sondern von dem tollen Link letztens:
http://scilogs.spektrum.de/relativ-einfach/wie-baut-man-grosse-teleskope/
Daraus:

Um in sich stabil zu sein, muss die Dicke eines solchen Spiegels rund 15% seines Durchmessers betragen.
In Erinnerung sind mir 10% verblieben.

Gruß,
Dgoe

Bernhard
22.11.2016, 10:19
In Erinnerung sind mir 10% verblieben.
Der größte sinnvoll verbaute Schott-Rohling mit 25mm hat meines Wissens nach 24 Zoll im Durchmesser. Diese Leute machen sich aber auch sehr viele Gedanken über die Lagerung des Spiegels. Man braucht für die Großen eine seitliche (laterale) Rolllagerung, damit sich der Spiegel nicht verformt.

kleiner_wagen
01.11.2020, 09:04
Der Thread ist schon länger nicht aktiv, aber für die, die immer noch nach guten Teleskopen such oder sich mehr darüber informieren möchten habe ich was gefunden. Ein Artikel über Teleskope, wie diese funktionieren, allgemeine Erklärung und paar Modelle bewertet und verglichen. Finde ich ganz gut rübergebracht für Anfänger. Also wer Interesse hat einfach mal hier vorbeischauen (https://www.hobbylux.de/teleskop-test/). Hoffe das hilft euch weiter. :)

ralfkannenberg
01.11.2020, 13:36
Ein Artikel über Teleskope, wie diese funktionieren, allgemeine Erklärung und paar Modelle bewertet und verglichen. Finde ich ganz gut rübergebracht für Anfänger. Also wer Interesse hat einfach mal hier vorbeischauen (https://www.hobbylux.de/teleskop-test/). Hoffe das hilft euch weiter. :)
Hallo zusammen,

Preise um die 60 Euro sind natürlich verlockend, aber ich vermisse in diesem Artikel einige Anmerkungen zur Bedienbarkeit, d.h. wie einfach es sich aufstellen lässt, wie einfach es sich scharfstellen lässt, wie gut es sich justieren lässt, wie gut es sich nachführen lässt u.s.w.

Hier am Preis zu sparen erscheint mir wenig sinnvoll, denn wenn man länger braucht, um das Fernrohr scharf zu stellen, als das Objekt aufgrund der Erdbewegung im Blickfeld verbleibt - das sind bei 30-facher Vergösserung rund 20 Sekunden und bei 60-facher Vergrösserung rund 8 Sekunden, dann wird man als Nutzer wenig Freude mit dem Gerät haben. Ich habe einmal noch als Schüler ein solches Gerät - und es lag damals schon in der 2000 DM-Klasse !! - ausgeliehen und mein Fazit war: nie wieder !

Das Schul-Teleskop lag in der 10000 DM-Klasse, war auch viel schwerer (und damit stabiler) und das war wirklich sehr schön zu bedienen. Wobei man auch bei dem stabiler stehenden Schul-Teleskop nicht 10 Meter weg davon herumhopsen durfte, dann musste man alles wieder neu justieren.

Ich wäre also sehr vorsichtig, ein Teleksop der nur 60 Euro-Klasse wie im Artikel beschrieben zu kaufen, zudem sei angemerkt, dass schon ein guter Feldstecher, mit dem es Spass macht, zu beobchten, mehrere hundert Euro kostet. Gewiss, meine Mutter hat mal so einen Billig-Feldstecher für 10 Euro erworben; den scharfzustellen ist eine Kunst für sich und Jupitermonde damit zu beobachten eine nervenaufreibende Angelegenheit. Was der Billig-Feldstecher hingegen gut hingekriegt hat war die diesjährige Venuspassage an den Plejaden.

Im Übrigen: auch im 10000 DM-teuren Schul-Teleskop war der Jupiter nur eine gestreifte Erbse mit 4 Monden drumherum, und der Saturn eine etwas kleinere gestreifte Erbse mit Ringen drumherum; welche von den drumherumstehenden Sternen Monde waren wusste ich aufgrund fehlender Nachschlagemöglichkeiten nicht - das würde ich heute, wenn ich die Gelegenheit hätte, mit diesem Gerät zu beobachten, als erstes herauszufinden suchen.


Freundliche Grüsse, Ralf