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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Asteroiden: Brocken aus dem Inneren von Vesta



ZA RA
07.01.2011, 03:08
Lest selbst, was Max Planck zu berichten hat.
Vestas innere Werte.

http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2011/pressemitteilung20110104/

Grüße und gutes Gelingen im neuen Jahr.
z

Alex74
07.01.2011, 07:52
Ahoi,

hier steht, wie so oft bei Berichten über Vesta, daß es der einzige Planetoid mit innerem Schalenaufbau sei; Wikipedia bezeichnet aber auch Ceres als differenziert.
Da dieser massereicher ist käme es mir auch seltsam vor wenn nur Vesta diesen Aufbau aufwiese, aber nicht Ceres.

Gruß Alex

Bynaus
07.01.2011, 09:52
Die Frage ist, woher die Energie kommt für die Differentiation. Die Akkretionswärme ist bei so kleinen Körpern in der Regel zu klein. Deshalb spielt das Vorhandensein von radioaktiven Stoffen, wie Aluminium-26 und Eisen-60, in der Frühzeit des Sonnensystems eine Rolle. Man schätzt, dass in den ersten Millionen Jahren des Sonnensystems sogar Objekte von bis zu 50 km Grösse dadurch aufgeschmolzen sind.

Wenn sich nun aber ein grosser Asteroid später bildet, dann sind die radioaktiven Stoffe zerfallen, und können nicht mehr zur Differentiation beitragen. Ceres ist wohl nur teilweise differenziert, das heisst, sie hat vermutlich einen Eismantel und einen Gestein-Eisen-Kern. Vesta hingegen ist deutlich älter und voll in Eisenkern und Gesteinsmantel differenziert. Vesta gilt gemeinhin als der einzige "überlebende" grosse Asteroid aus der Frühzeit des Sonnensystems (zumindest kennt man keinen anderen, oder grösseren).

Der Fund im Originallink ist interessant, aber daraus gleich eine "neue Art Asteroid" zu konstruieren, scheint mir ein bisschen, naja, übertrieben. Ja, sicher, er scheint eine etwas andere Mineralogie zu haben. Solche Beobachtungen sind aber immer auch mit Vorsicht zu geniessen. Das beste wäre, man hätte einen Meteoriten auf der Erde mit dieser chemischen Zusammensetzung.

TomTom333
07.01.2011, 11:11
Zitat: ....Das beste wäre, man hätte einen Meteoriten auf der Erde mit dieser chemischen Zusammensetzung.



Na dann haben wir doch ein Ziel für die "NÄCHSTE" bemannte Mission der NASA!
:p

Tom

Bynaus
07.01.2011, 11:45
Schön wäre es! :) Leider sind unsere chemischen Antriebe viel zu schwachbrüstig (neben weiteren Problemen) um einfach einen bestimmten Asteoriden auszuwählen und in nützlicher Zeit mal hinzufliegen. Aber wer weiss, vielleicht dauert es gar nicht mehr so lange, bis sich das ändert... (http://nextbigfuture.com/2011/01/richard-dell-who-is-developing-nuclear.html)

astronews.com Redaktion
07.01.2011, 13:10
Forscher von der University of North Dakota und aus dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung haben einen Asteroiden mit einer bislang einzigartigen mineralogischen Zusammensetzung entdeckt. Das Objekt 1999 TA10 scheint nicht wie viele andere Asteroiden aus der äußeren Gesteinskruste, sondern aus dem Innern des Asteroiden Vesta zu stammen. (7. Januar 2011)

Weiterlesen... (http://www.astronews.com/news/artikel/2011/01/1101-006.shtml)

Alex74
07.01.2011, 13:29
@Bynaus: danke für die Erklärung, so war mir das gar nicht bewußt, hört sich aber sehr schlüssig an.
Da man von Kallisto lange Zeit ausging, daß er auch nur teilweise differenziert sei (trotz der erheblich größeren Masse), bedeutet dies also daß die Jupitermonde ein gutes Stück später entstanden?

Bynaus
07.01.2011, 14:00
Da man von Kallisto lange Zeit ausging, daß er auch nur teilweise differenziert sei (trotz der erheblich größeren Masse), bedeutet dies also daß die Jupitermonde ein gutes Stück später entstanden?

Ja (allerdings ist Kallisto wie Ceres zumindest teilweise differenziert - anders lässt sich die Wassereisoberfläche nicht erklären). Dort spielt auch noch die Position im Gravitationstopf von Jupiter eine Rolle. Einerseits wegen den Gezeitenkräften, anderseits, weil einschlagende Kometen umso schneller sind, je näher sie Jupiter kommen. Das heisst, Kallisto bekommt die langsamsten Einschläge ab, Io die schnellsten energiereichsten (die somit auch zur Differentiation oder im Fall von Io, zum Verlust des Eisanteils, beitragen), Kallisto wird praktisch nicht durchgewalkt, Io hingegen ist die vulkanisch aktivste Welt des Sonnensystems. Bei Ganymed spielen (wegen der Grösse) auch noch die radioaktiven Stoffe eine gewisse Rolle.

TomTom333
10.01.2011, 10:32
Schön wäre es! :) ...Aber wer weiss, vielleicht dauert es gar nicht mehr so lange, bis sich das ändert...

Da könnte schon was dran sein denn heute erscheint passend dazu dieser Artikel:
http://www.energy-daily.com/reports/From_Star_In_A_Jar_To_Spaceflight_One_Experimenter _Has_High_Hopes_For_Fusion_999.html



Gruß
Tom

ZA RA
11.01.2011, 22:09
@Hallo,

mittlerweile hat die sich die Internetadresse für den ersten Link geändert!

Hier nochmal ein direkter Zugriff auf den nun fast gleichen Artikel.
http://www.mpg.de/811328/Pressemitteilung20110106?filter_order=L

Ich weiß im übrigen nicht, was man gegen die Formulierung...

Eine neue Art von Asteroid haben Forscher von der University of North Dakota und aus dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entdeckt. Bold von mir

.... die auch von mir verwendet wurde einzuwenden hat oder hätte,
Max Planck wird schon wissen was neuartig ist und was nicht oder? ;)
(rein rhetorische Frage)

Allen nette Grüsse
z

Bynaus
11.01.2011, 23:21
Meine Kritik richtete sich da gar nicht gegen dich, ich hab schon gesehen, dass der Ausdruck im Original so stand. Ich stelle mir unter einer "neuen Art" Asteroid eben etwas fundamental neues vor, so wie: Metall vs Silikate vs Erloschener Komet vs ???

Die bisschen chemischen Unterschiede machen für mich nicht gleich eine neue Art aus. Aber vielleicht hängt das einfach vom persönlichen Geschmack ab.

ZA RA
12.01.2011, 15:40
Meine Kritik richtete sich da gar nicht gegen dich, ich hab schon gesehen, dass der Ausdruck im Original so stand. Ich stelle mir unter einer "neuen Art" Asteroid eben etwas fundamental neues vor...

Hallo Bynaus,
das ist nett Danke. Ich hatts aber auch so nicht gemeint. Es ging mir mehr darum, dass sich der Titel des Threads verändert hat. Hab mich eher gefreut das Du folgend deine Gedanken eingebracht hast. ;) Prima.
Die Formulierung, neue Art von, enthält imho mehr Substanz die neuartigen Erkentnisse bzgl. des Brockens 1999 TA10 betreffend, als Brocken aus dem Inneren von Vesta.

Zudem ist noch nicht vollkommen klar ob 1999 TA10 tatsächlich ein Teil von Vesta ist.
Max Planck

Die mineralogische Zusammensetzung des Körpers 1999 TA10 deutet darauf hin, dass er nicht wie viele andere Asteroiden aus der äußeren Gesteinskruste, sondern aus dem Innern des Mutterasteroiden Vesta stammt.
Jedoch das seine Zusammensetzung neuartig ist*.
Max Planck

Ein Asteroid mit dieser Zusammensetzung war bisher unbekannt.
Bynaus

Die bisschen chemischen Unterschiede machen für mich nicht gleich eine neue Art aus. Aber vielleicht hängt das einfach vom persönlichen Geschmack ab.
Alle Bolds von mir

Eben, insofern er von Vesta abstammte, aber es sind ja auch noch nicht alle Daten bekannt, die ihn vlt. noch von Vesta unterscheiden könnten? ;)
Geschmackssache!? Hmm, aus gen. "logischen" Gründen, dachte ich dass der Titel, bzgl. Thema/Neuartig besser passt, als Brocken von.---> was ja noch als Spekulation einzustuffen ist, bisher, im Gegensatz zu*.
Is auch egal. Vlt. bin ich manchmal pessimistischer als Du denkst. :)

Herzliche Grüße
z