PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lavaröhre im Mond



_Mars_
15.05.2010, 18:39
Moin,

Da erkaltete Lavaröhren, die man am Mond gefunden hat als bemannte Station am Mond im Gespräch sind:

Man will diese ja mit Gasen füllen, damit man eine 'gute Atmosphäre' darin hat...

Wie könnte man diese verschließen, dass nichts rauskommt? Ich glaube, die hattn doch ca. nen Durchmesser von 65 Metern... Also ein überdimensionierter Kanaldeckel mit Luftschleuse in der Mitte??

Und, sind diese überhaupt dicht?

TomTom333
15.05.2010, 18:56
Dies sagte einst Captn. J. L. Paccard zu Geordi Laforge.

Die Lavaröhren verschließen die dann mit Kraftfeldern.

Denn bis wieder Menschen da oben hoch gehen haben wir diese.
Hihihihihi.

Also, bitte, es nicht so ernst nehmen. :p
Tom

Sissy
15.05.2010, 22:57
Hi Tom,


Dies sagte einst Captn. J. L. Paccard zu Geordi Laforge.
Die Lavaröhren verschließen die dann mit Kraftfeldern.
Denn bis wieder Menschen da oben hoch gehen haben wir diese.
Hihihihihi.


dem Lacher schließ ich mich an. :D ...

Aber falls wir bis in ein paar Jahrzehnten doch noch keine Kraftfelder generieren konnen, würde ich einfach nen "Großen Ballon" im Inneren de Lava-Röhre aufblasen, der schmiegt sich ans Gestein, dann nen 2. Ballon aufblasen und in den Zwischenraum Schaumstoff (Fensterabdichtmasse) reinkippen und hart werden lassen.

Sollte funktionieren, oder???

Sissy

Schmidts Katze
16.05.2010, 00:10
Sollte funktionieren, oder?

Ja.

Respekt, wäre ich nicht drauf gekommen.

SK

FrankSpecht
16.05.2010, 01:56
Ja.
Vorher bitte noch Versicherungsvertretern, Immobilienmaklern, Politikern, Werbeagenten und ähnlichem Gedöhns Einlass gewähren.
Und dann die Schleuse vergessen :D

Frankie
16.05.2010, 19:03
Hi Tom,



dem Lacher schließ ich mich an. :D ...

Aber falls wir bis in ein paar Jahrzehnten doch noch keine Kraftfelder generieren konnen, würde ich einfach nen "Großen Ballon" im Inneren de Lava-Röhre aufblasen, der schmiegt sich ans Gestein, dann nen 2. Ballon aufblasen und in den Zwischenraum Schaumstoff (Fensterabdichtmasse) reinkippen und hart werden lassen.

Sollte funktionieren, oder???

Sissy

Das ist mal ne echt gute Idee, finde ich. Wenn man allerdings bei zwei hintereinander liegenden Ballons den Zwischenraum füllt, erhält man im Schnitt eine konvexe Form, das ist drucktechnisch nicht so schön. Besser wäre es, zwei ineinander liegende Ballons zu nehmen, den inneren aufzupumpen und danach den Zwischenraum zu füllen. Der nach innen zur Röhre liegende Teil hätte dann die statisch beste Form um den Druck auszuhalten.

Sissy
16.05.2010, 20:09
Hi Frankie,


Besser wäre es, zwei ineinander liegende Ballons zu nehmen, den inneren aufzupumpen und danach den Zwischenraum zu füllen. Der nach innen zur Röhre liegende Teil hätte dann die statisch beste Form um den Druck auszuhalten.

So hab ich das gemeint, hab mich schlecht ausgedrückt. :o Und vor dem Aufblasen vom 1. Ballon, könnte man den "Boden" noch ein bissy begradigen und runtergebrochenen Schutt entfernen. Auf der Erde sind die Lavagänge am Boden recht glatt, sollte auf dem Mond eigentlich auch so sein.

Alle 50 Meter ne Druckschleuse einbauen (zwecks der Sicherheit), seitlich Kammern aus dem Gestein hauen, ebenfalls mit Ballons abdichten/isolieren und schon hat man eine Struktur, in der es einen Verbindungsgang gibt, seitlich Wohneinheiten, Labors, Gewächshäuser, was immer man möchte...

Man könnte auch nen flachen Krater nehmen, da "Häuser" und Verbindungstunnels reinbauen, anschließend von der Oberfläche rund um den Krater Rheolit holen, drüberkippen, mattenförmige Kunststoffballons ausbreiten, mit Schaummasse füllen, wieder ne Schicht Rheolit, nochmal ne Matte mit Schaum. Am Schluß ist der Krater ebenmondig aufgefüllt und die Decke schützt vor Strahlung, vor Mikrometeoriten und vor Druckabfall...

Mit starken Lasern könnte man die oberste Schicht sogar soweit aufheizen, daß ne Glasartige Schicht entsteht...

Oder man geht in einen großen Krater, bohrt dort Löcher in die Wand und baut so in den Fels rein...

Sissy

Diethard
17.05.2010, 04:15
Hallo liebe Mondreisende

Der Teufel steckt im Detail. Ich fürchte, so einfach wird das nicht funktionieren. Es erinnert mich an die Kurzform von Schillers Glocke:

"Loch in Erde, Bronze rin,
Glocke fertig, bimm, bimm."

Ich habe lange Jahre in der Industrie mit Hochvakuum gearbeitet. Es gibt kaum natürliche Materialien, die wirklich gasdicht sind. Um gasdichte Verkleidungen der natürlichen Felswände wird man nicht herumkommen.

Wie groß soll das Habitat denn sein? Wieviel Tonnen Baumaterial, Wasser, Luft, Lebensmittel, Ausrüstungen bräuchte man für so ein Vorhaben. Die Transportkosten zum Mond sind ja nicht nur Spielgeld. Wer soll das finanzieren und warum sollte das überhaupt jemand tun?

Wie steht es mit der Eigenversorgung der Bewohner hinsichtlich Wasser, Sauerstoff, Lebensmitteln, was ist mit den Fäkalien? Schon auf der Erde ist ja die Ecosphere gescheitert.

Wie groß muß eine Gruppe mindestens sein, wie ist sie zusammengesetzt, damit sich die Mitglieder nicht nach zwei Monaten an die Gurgel springen? (Mal kurz am Wochenende nach Hause fahren ist ja nicht möglich)

Ohne hohen Energieeinsatz wird das nicht autark laufen. Was für eine Energiequelle soll benutzt werden? Wie wird man die Abwärme in dieser Isolierkanne wieder los?

Das sind nur einige Dinge, die mir spontan einfallen. Alle diese Dinge und mit Sicherheit noch viele andere Fragen mehr sollte man erst mal an einem Modellprokekt in natürlicher Größe auf der Erde über mehrere Jahre testen.

Was sollen diese Troglodyten in ihrer Wohnhöhle eigentlich tun? Wozu braucht man die stetige Anwesenheit von Menschen auf dem Mond? Das ins Auge gefasste Mondteleskop läßt sich auch von der Erde aus steuern. Der Abbau von Bodenschätzen, soweit überhaupt vorhanden, erscheint ja nicht grundsätzlich unmöglich. Es müßten aber schon ganz exotische und höchst wertvolle Mineralien sein, die die Transportkosten zur Erde überhaupt lohnen.

Tja, ich weiß. Ich bin ein Miesepeter. ;)

Freundliche Grüße ... Diethard.

joeydee
17.05.2010, 09:14
Hallo liebe Mondreisende
Wie groß muß eine Gruppe mindestens sein, wie ist sie zusammengesetzt, damit sich die Mitglieder nicht nach zwei Monaten an die Gurgel springen? (Mal kurz am Wochenende nach Hause fahren ist ja nicht möglich)


Schick Big Brother auf den Mond. Die springen sich zwar nach wenigen Tagen schon an die Gurgel, aber das System funktioniert ja scheinbar trotzdem... ;-)

Frankie
17.05.2010, 11:03
Hallo liebe Mondreisende
Hallo...

Der Teufel steckt im Detail. Ich fürchte, so einfach wird das nicht funktionieren. Es erinnert mich an die Kurzform von Schillers Glocke:

"Loch in Erde, Bronze rin,
Glocke fertig, bimm, bimm."
Tja und genau so werden die ersten Gußversuche auch abgelaufen sein...

Ich habe lange Jahre in der Industrie mit Hochvakuum gearbeitet. Es gibt kaum natürliche Materialien, die wirklich gasdicht sind. Um gasdichte Verkleidungen der natürlichen Felswände wird man nicht herumkommen.
Davon ist auszugehen. Aber Folie ist grundsätzlich leicht zu transportieren und relativ dicht herzustellen.

Wie groß soll das Habitat denn sein? Wieviel Tonnen Baumaterial, Wasser, Luft, Lebensmittel, Ausrüstungen bräuchte man für so ein Vorhaben. Die Transportkosten zum Mond sind ja nicht nur Spielgeld. Wer soll das finanzieren und warum sollte das überhaupt jemand tun?
Baumaterial hats da oben in Masse, Wasser wurde gerade gefunden, Sauerstoff und Wasserstoff läßt sich daraus extrahieren (Luft und zur Lagerung damit Brennstoffzellen die kontinuierliche Energieversorgung sicherstellen), Lebensmittel kann man in "Gewächshäusern" züchten, Ausrüstung käme anfangs von der Erde. Warum das Ganze? Weil eine funktionierende Mondbasis die Raumfahrt um ein vielfaches effizienter machen würde.

Wie steht es mit der Eigenversorgung der Bewohner hinsichtlich Wasser, Sauerstoff, Lebensmitteln, was ist mit den Fäkalien? Schon auf der Erde ist ja die Ecosphere gescheitert.
Fäkalien sind sogar sehr sehr wichtig, nämlich im Zusammenhang mit Gewächshäusern. Ich könnte mir vorstellen daß das mal das wichtigste und rarste Gut auf dem Mond sein wird.

Wie groß muß eine Gruppe mindestens sein, wie ist sie zusammengesetzt, damit sich die Mitglieder nicht nach zwei Monaten an die Gurgel springen? (Mal kurz am Wochenende nach Hause fahren ist ja nicht möglich)
Na ja der Mensch hat sich schon auf mehrjährige Weltumsegelungen in winzigen "Habitaten" eingelassen, MARS500 startet gerade. Professionelle Basher werden da hoffentlich vorher aussortiert :-)

Ohne hohen Energieeinsatz wird das nicht autark laufen. Was für eine Energiequelle soll benutzt werden? Wie wird man die Abwärme in dieser Isolierkanne wieder los?
Sonnenenergie ist reichlich vorhanden, im Zusammenhang mit vorhandenem Wasser und Brennstoffzellen also im Grunde kein Problem. Bei Abwärme fällt mir das Prinzip der Batterien des Mondautos ein: Speicherung in einem Paraffinblock. Aber zur Abwärme würde ich gerne mal mehr hören (anybody?)

Das sind nur einige Dinge, die mir spontan einfallen. Alle diese Dinge und mit Sicherheit noch viele andere Fragen mehr sollte man erst mal an einem Modellprokekt in natürlicher Größe auf der Erde über mehrere Jahre testen.
MARS500 für soziales, ECOSPHERE für technisches... wir sind ja schon dabei :-)

Was sollen diese Troglodyten in ihrer Wohnhöhle eigentlich tun? Wozu braucht man die stetige Anwesenheit von Menschen auf dem Mond? Das ins Auge gefasste Mondteleskop läßt sich auch von der Erde aus steuern. Der Abbau von Bodenschätzen, soweit überhaupt vorhanden, erscheint ja nicht grundsätzlich unmöglich. Es müßten aber schon ganz exotische und höchst wertvolle Mineralien sein, die die Transportkosten zur Erde überhaupt lohnen.
z.B. Betrieb einer Basis für effizienten Raumflug, die Bodenschätze aber sicher nur für den Eigenbedarf. Der Mond hat wenig schwere Elemente, er besteht fast nur aus dem früheren Mantelgestein der Erde (...ist das eigentlich sicher oder nur Annahme? Weis das jemand?).

Tja, ich weiß. Ich bin ein Miesepeter. ;)

Freundliche Grüße ... Diethard.
Nein, das fragen sich sicher viele Leute ;-)

Grüße auch,
Frankie

_Mars_
17.05.2010, 13:56
Es gibt kaum natürliche Materialien, die wirklich gasdicht sind. Um gasdichte Verkleidungen der natürlichen Felswände wird man nicht herumkommen.

Naja, aber geschmolzenes Gestein sollte doch relativ dicht sein....? Nur ein Tunnel sollte nicht einen Zweig nach draußen haben oder ein kleines Loch nach oben...


Eins fällt mir ein:
Schaum aus Kunstharz schmilzt bzw. zersetzt sich schon ab 100-300°C je nach Material...
Wasserstoff und Kohlenstoff aus dem Kunststoff dissozieren und gehen in die Mondexosphäre, um dann vom Sonnenwind vertragen zu werden...

Aber es gibt so ein aufgeschäumtes Aluminium, evt klappt das besser...

Theoretisch würde auch Regolith, den man übers Plastik schüttet, schon helfen.... Würde einiges an UV-Strahlung abhalten


http://de.wikipedia.org/wiki/Metallschaum


Was eine Röhre brächte? Dauerhafte Besiedelung, Sicherheit durch In-Situ-Ressource Utiliation, ständiger Zugang zur Oberfläche mit eigener Sauerstoffproduktion, Meteoritenschutz,.... Außerdem erhielte man die Möglichkeit, Proben von fast jede beliebigen Tiefe zu finden... Und rießige Räume, die unter Druck stehen...

Enas Yorl
17.05.2010, 20:36
Was eine Röhre brächte? Dauerhafte Besiedelung, Sicherheit durch In-Situ-Ressource Utiliation, ständiger Zugang zur Oberfläche mit eigener Sauerstoffproduktion, Meteoritenschutz,.... Außerdem erhielte man die Möglichkeit, Proben von fast jede beliebigen Tiefe zu finden... Und rießige Räume, die unter Druck stehen...

Will man so etwas aufbauen, muss man eine Möglichkeit finden Kunststoffe vor Ort zu produzieren. Da stellt sich die Frage, wo hat man die nötigen Rohstoffe räumlich nahe verfügbar, und wie groß und aufwändig ist solch eine chemische Fabrik?

_Mars_
17.05.2010, 21:12
Will man so etwas aufbauen, muss man eine Möglichkeit finden Kunststoffe vor Ort zu produzieren.

Nee ne ;)


Kunststoffharz ist einfach zu handhaben und dehnt sich beim härten etwas aus.

Eine Fabrik bräuchte man nicht, nur 2 Fässer (Tanks) je einen mit dem Mittel und einen mit dem Härter....

Wieso eine Fabrik? Wegen einem Verschlussdeckel? Den kann man mitnehmen, das Material wiegt nicht viel und verbraucht auch kaum Platz...

Sissy
18.05.2010, 18:34
Hi all,

Ich denke, bei der Besiedelung des Mondes werden mehrere Faktoren zu berücksichtigen sein:

- nicht alle Eier in einem Korb (damit die Menschheit net ausstirbt)
- Auswanderwillige, die von der Erde die Nase voll haben
- "Luxusaufenthalt" für (schwerreiche) Menschen mit gesundheitlichen Problemen wie
- Allergiker
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Gehbehinderungen
- medizinisches Personal
- technisches Personal
- Farmer/Gärtner
- Forscher

Mit unseren derzeitigen technischen Möglichkeiten sicherlich noch Utopie, aber wer weiß, wie es in 50 oder 100 Jahren ausschaut?

Das ist einfach der Drang de Menschen, sich in Neuland vorzuwagen.

Auf dem Mond haben wir hauptsächlich Gestein, da draus kann man viel extrahieren, wenn genügend Energie bereitsteht. Und Energie in Form von Sonnenstrahlung hats auf dem Mond allemal. Dort gibts kein "Schlechtes Wetter" (Wolken, Regenstürme, Überschwemmungen...) Dafür 14 Tage Nacht am Stück, Sonneneruptionen und ab und zu nen Mikrometeoriten. Man braucht also gute Energiespeicher, um über die Nächte zu kommen.

Mein Vorschlag: Zuerst mit unbemannten Sonden dünne Metallfolien, Werkzeug, Wasser, Energiespeicher und Lebensmittel raufschießen. Dann mit bemannten Sonden (ohne Rückkehrmöglichkeit) Techniker und Farmer raufbringen, Sonnenspiegel herstellen, Solarkraftwerke samt Speicher bauen. Vorhandene Höhlen zu primitiven Wohnquartieren ausbauen, Gewächshäuser anlegen. Und dann Auswanderer ohne Rückfahrtticket suchen. Ich bin überzeugt, da melden sich genügend Leute. Aus denen sucht man sich die entsprechenden Spezialisten und auch "Generalisten" aus. Die müssen diverse Eigenschaften haben:
- sozial verträglich sein (hohe Toleranzfähigkeit)
- gute Allgemeinbildung haben
- mehrere Fähigkeiten (Talente, Berufsausbildung, Hobby)

Wenn die ersten Siedlungen autark sind in Punkto Lebensmittel- Wasser- und Sauerstofferzeugung, kann man weitere Leute aufnehmen.

Aber jeder, der hochgeht, muß sich drüber im Klaren sein, daß es ein "oneway-trip" ist.

Ich würde so eine Siedlung dicht an den Polen der uns zugewandten Mondoberfläche ansetzen. Dann kann man auch auf der Mondrückseite Solarkraftwerke bauen, die während der Nacht auf der uns zugewandten Seite Sonnenlicht bekommen und so Energie liefern können. Beim weiteren Ausbau kann man dann auch weiter weg von den Polen bauen.

Rohstoffe (Metall) kann man an den Stellen schürfen, an denen es in der Vergangenheit Vulkanismus auf dm Mond gab. Dort sollten Erze angereichert sein...

Und ehe jetzt wer verbal auf mich einprügelt: Ja, ich bin hoffnungslos romantisch. Ich würde so ne Auswanderung sofort mitmachen. :D

Sissy

_Mars_
22.05.2010, 22:31
Mit unseren derzeitigen technischen Möglichkeiten sicherlich noch Utopie, aber wer weiß, wie es in 50 oder 100 Jahren ausschaut?

Ich lese gerade 'Limit' und obwohl vieles nur fiction ist, stimmt eines schon: Mit einem Space Elevator kann man hunderte Tonnen billig zum Mond schicken....

Dann wäre das alles möglich...

_Mars_
25.05.2010, 10:49
Gibrt es egentlich auch im Gebiet Österreich-Deutschland-Schweiz solche Lavaröhren?

Oder nur in Hawaii?

Sissy
25.05.2010, 16:47
Hi Mars,


Gibrt es egentlich auch im Gebiet Österreich-Deutschland-Schweiz solche Lavaröhren?

Oder nur in Hawaii?

soweit mir bekannt, brauchts ne spezielle Sorte Lava (Basaltlava). Die muß dünnflüssig sein und die Fördermenge recht hoch. Das sind normalerweise Laven, die wenig Gas- und Silikatanteil haben. Also "Hotspot-Laven". Die gibt es normalerweise bei Schildvulkanen, Hawaii, Island, Australien, Teneriffa...

http://de.wikipedia.org/wiki/Lavar%C3%B6hre

Im deutschsprachigen Raum ist mir keine bekannt. Bei uns gab es nur wenige Schildvulkane, die solche Laven gefördert haben (Kaiserstuhl, Vogelsberg, Eisenberg...). Solche Lavaröhren haben ne relativ dünne Decke, durch Erosion stürzen die meist innerhalb von 10-20 tausend Jahren ein. Da unsere Vulkane sehr alt sind, hat die Erosion schon alle vorhandenen Lavaröhren längst platt gemacht :) ...

"Unsere" Vulkane entstanden fast alle im Zuge des Zusammenstoßens von Afrikanischer Platte mit der Europäischen, als die Alpen vor 50 Millionen Jahren angefangen haben, sich aufzutürmen und nördlich den Alpen Vulkane ausbrachen, die zähflüssige Lava (mehrmals recyceltes Mantelgestein) ausspuckten.

Die jüngsten vulkanischen Aktivitäten gabs vor rund 13 tausend Jahren in der Eifel und in Frankreich (Auvergne).

http://www.vulkanwelt.com/frankreich-vulkane.html

In der Eifel kam heißes Magma mit Grundwasser in Kontakt und es entstanden sehr explosive Ausbrüche. Dabei entstanden die ganzen Maare...

http://de.wikipedia.org/wiki/Vulkaneifel

Wenn Du so ne Lavaröhre angucken willst, empfehle ich Dir nen Urlaub auf den Kanarischen Inseln. Ist gut und günstig zu erreichen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cueva_del_Viento

Oder Italien. Am Ätna hats auch solche Lavagänge.

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84tna
http://www.rainer-olzem.de/99.html

Sissy