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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erforschung der Meere



Redmond
08.08.2009, 22:57
"Noch bevor sie wussten, was für Schätze sich unter ihnen befanden, griffen sie nach den Sternen."

So könnte unsere Zeit von späteren Geschichtsbüchern kommentiert werden und ich muss sagen, das wäre schon ein kleines Armutszeugnis, wenn wir wo hinfahren wollen, ohne wirklich zu wissen wo wir herkommen.

Wie auch immer, meine Frage also an euch, Was haltet ihr von Erforschung der Meere. Und ich meine jetzt nicht so Sporadisch mal ne Sonde, oder nen kleines Forschungs-U-Boot runter schicken, sonder ich rede da eher von einem äquivalent zum Space Shuttle.

Ein Großes Forschungs-U-Boot, welches die Möglichkeit besitzt auch für längere Zeiten in den Tiefen des Meeres Unterwegs zu sein und dort Aktiv Forschung zu betreiben.

Eure Meinung ist gefragt !

gruß

Schmidts Katze
09.08.2009, 02:55
Hallo Redmond,

du hast recht, die Tiefsee ist ein sehr interessantes Forschungsgebiet.
Aber leider nicht so sexy wie der Weltraum.
Darum fliessen öffentliche Gelder eher in die Raumfahrt, als in die Meeresforschung.

Grüße
SK

Bynaus
09.08.2009, 10:16
Ich denke, es geht noch darüber hinaus: Der Weltraum ist einfacher zu erreichen und von Menschen zu erforschen als die Tiefsee. Warum?

- Salzwasser sorgt für Korrosion, Zerstört Elektronik wenn es damit in Kontakt kommt - im Weltraum gibt es das kaum (Mikrometeoriten, aber das spielt nur auf sehr lange Sicht eine Rolle). Das Vakuum ist, verglichen mit dem Salzwasser, völlig ungefährlich.
- Druck steigt enorm schnell auf enorm hohe Werte an. Im Weltraum muss man einen Druckunterschied von 1 bar überbrücken - und das permanent. Im Meer kommt mit 1 m Tiefe jedes Mal ein weiteres bar dazu. Selbst die extreme Venus-Oberfläche mit ihren 90 bar Druck entspricht gerade mal 900 m Tiefe. Da ist man im Ozean noch nirgends.
- Energie steht im Weltraum in Form von Sonnenenergie immer und überall zur Verfügung. Im Wasser ist es ab 10 m Tiefe dunkel. Alle Energie, die man nutzen will, muss in Form von Batterien, Benzin oder Atomreaktoren mitgeschleppt werden. Zudem, wenn die notwendigen kosmischen Geschwindigkeiten erst mal erreicht sind, dann braucht man im Weltraum vergleichsweise wenig Energie, um ans Ziel zu kommen (siehe zB Ionenantriebe) - im Wasser hat man IMMER mit dem Strömungswiderstand zu kämpfen.
- Ziele und Visionen gibt es im Weltraum mehr als genug: andere Planeten und Monde und damit unseren eigenen Planeten und seine Geschichte besser verstehen, die Suche nach anderen Erden, nach Leben auf anderen Welten... Rohstoffe von Asteroiden, Sonnenenergieproduktion für die Erde... Was erwartet uns hingegen in den Ozeanen? Ein paar unentdeckte Tierarten. Rohstoffe, vielleicht, wenn sich die technischen Schwierigkeiten überwinden lassen (die, wie oben dargelegt, deutlich grösser sein dürften).

Die Tiefen der Ozeane sind einfach nicht so zugänglich und vielversprechend wie der Weltraum - und deshalb, wie SK schon sagte, nicht wirklich "sexy". Wir erforschen auch eher die Mars- als die Venusoberfläche: das hat ebenfalls damit zu tun, dass die Marsoberfläche zugänglicher und vielversprechender ist als jene der Venus.

Orbit
09.08.2009, 10:50
Im Meer kommt mit 1 m Tiefe jedes Mal ein weiteres bar dazu. Selbst die extreme Venus-Oberfläche mit ihren 90 bar Druck entspricht gerade mal 900 m Tiefe.
Obwohl Du's mit dem zweiten Satz selbst korrigierst, sei's nochmals gesagt: Pro 10 m Tiefe kommt im Meer ein bar dazu.

_Mars_
09.08.2009, 11:38
Willst du ne ISS unter Wasser?
Irgendwann versinkt sie eh im Ozean - oder was vom teilweise Verglühen beim De-Orbit überbleibt... Dann können ja Fische einziehen...

Mit den entwickelten Lebenserhaltungssystemen könnte man sowas ja bauen...
Fest verankert nutzt der Umstand
"
Zudem, wenn die notwendigen kosmischen Geschwindigkeiten erst mal erreicht sind, dann braucht man im Weltraum vergleichsweise wenig Energie, um ans Ziel zu kommen (siehe zB Ionenantriebe) - im Wasser hat man IMMER mit dem Strömungswiderstand zu kämpfen."
Dort herrscht auch immer eine Strömung... Die könnte man vielleicht zur Energiegewinnung nehmen.... Oder Peltier-Elemente nutzen um Energie aus dem Differenzpotential der Temperaturen Wasser-Basis abzusaugen...

CAP
09.08.2009, 13:32
Die Tiefsee wird ganz automatisch früher oder später bis ins Detail erforscht sein. Dabei wird es aber nicht in erster Linie um die Neugier des Menschen gehen, wie bei der Weltraumforschung.
In der Tiefsee gibt es noch Rohstoffe wie Gold,Silber, Mangan und andere Metalle.Natürlich darf man das gute alte Öl und Gas nicht vergessen, oder auch die Methanhydrate.
Auf jeden Fall wird es sich früher oder später lohnen die Tiefsee "auszubeuten".
Aber bevor man etwas ausbeuten kann, muss man es erstmal untersuchen und dabei wird die Tiefsee ganz automatisch erforscht.Zwar aus anderen Gründen, als ich sie mir wünschen würde, aber es wird geschehen und uns noch den ein oder anderen netten Bericht bescheren.

Redmond
09.08.2009, 15:18
Zu Gefahren im Weltall. Natürlich ist das Vakuum das kleinste Übel. Nehmen wir eher die Strahlung der Sonne, die uns schon auf dem Mars sehr gefährlich werden würde, weshalb wir ohne richtigen Schutz im Weltall eher Schnorchel als alles andere.

Was das Tiefseetauchen angeht. Wenn man bedenkt, dass vor knapp 60 Jahren ein U-Boot die 10km Tiefe geschafft hat, und der Tiefste Punkt Knapp über 11km liegt, sollte das mit dem Druck Heutzutage kein Problem mehr sein.

Und dass es ein Unterschied ist, ein U-Boot aus dem Trockendock in das Meer zu schieben und eine Fracht in den Weltraum zu hieven, dass sollte doch eigentlich klar sein. Zumal man sich bei der Tiefsee keine Sorgen um Gewicht machen muss, naja fast ;-)

Energieversorgung ist Heutzutage ja auch nicht mehr so das Problem. Vor allem, wenn man eine "Mobile" ISS nehmen würde, die dann alle 3-5 Monate zur Wartung in ein Trockendock kommt.

Vorteil der Mobilen ISS sind natürlich klar. Man hat ein größeres Spektrum an Fläche die man Abdecken kann.

Das die Tiefsee nicht Sexy ist, dass stimmt leider, aber momentan ist der Weltraum auch nicht soo sexy(jedenfalls für die Meisten)

Wie gesagt, mein Gedanke wäre eine Mobile ISS, die dann alle paar Monate auftaucht um Wartung etc zu betreiben.

Bynaus
10.08.2009, 11:14
Nehmen wir eher die Strahlung der Sonne, die uns schon auf dem Mars sehr gefährlich werden würde, weshalb wir ohne richtigen Schutz im Weltall eher Schnorchel als alles andere.

Die Strahlung von der Sonne ist nicht so ein grosses Problem: UV-Strahlung und andere hochenergetische EM-Strahlung spielt nur eine Rolle, wenn man sich in einem leichten Schutzanzug, wie er vielleicht für die Marsoberfläche denkbar wäre, bewegt. Die Alpha-Strahlung von Sonne und Kosmos ist ebenfalls nicht so problematisch, die wird bereits von einer dünnen Aluminiumschicht gebremst. Die hochenergetische kosmische Strahlung (v.a. Protonen) hingegen ist so lange ein Problem, wie man nur sehr begrenzt Masse in den Weltraum starten kann. Wenn das kein Problem ist (IMHO die Voraussetzung für eine bemannte Marsmission), kann man ein Schiff mit Wasser oder noch besser Wasserstofftanks bebunkern und die Besatzung so effektiv vor der Strahlung schützen.


Wenn man bedenkt, dass vor knapp 60 Jahren ein U-Boot die 10km Tiefe geschafft hat, und der Tiefste Punkt Knapp über 11km liegt, sollte das mit dem Druck Heutzutage kein Problem mehr sein.

Natürlich nicht - ein U-Boot zu bauen, das auf 11 km Tiefe kommt, ist kein grosses Problem. Es geht aber nicht um einzelne Exkursionen. Es geht darum, im grossen Stil im Ozean aktiv zu werden - und dafür muss ein Schiff gegen den Druck gepanzert werden, was es entsprechend schwer und träge macht. Willst du im All ein Foto schiessen, reicht es, eine Kamera mitzunehmen. Unter Wasser braucht sie ein spezielles druckdichtes Gehäuse, einen druckdichten Schwenkmechanismus etc etc.


Energieversorgung ist Heutzutage ja auch nicht mehr so das Problem.

Was schlägst du denn vor? Einen Atomreaktor mitzunehmen? Und warum "heutzutage"?


Man hat ein größeres Spektrum an Fläche die man Abdecken kann.

Die effektive Fläche ist winzig - im Wasser ist es dunkel, und du kannst nur erforschen, was du siehst (okay, Sonar gibts auch noch, aber das reicht nicht für neue Tierarten o.ä.). Der Forschungsradius beschränkt sich auf den Scheinwerferbereich.

Und was bringt das ganze? Kaum was. Der grösste Teil des Meeresgrundes ist schlicht eine endlose Schlickwüste.

Es geht eben nicht nur um "sexy". Es ist sehr, sehr viel schwieriger und teurer, den Meeresboden oder die Meere überhaupt so intensiv zu Erforschen wie den Weltraum, und der erwartete Wissensgewinn ist extrem viel kleiner.

CAP
12.08.2009, 09:13
Das Thema ist doch "Erforschung der Meere"...wir wissen, dass man bis auf den Grund kommt und wir wissen auch, dass man auch menschen in einem miniuboot bis dorthin bringen kann.
Die Frage ist nur, ob man das auch muss, um die Tiefsee zu erforschen.
Wie ich schon sagte, wird der großteil der Tiefsee ohnehin von Firmen gesponsort/ betrieben werden, welche an den Ressourcen interessiert sind, welche dort noch warten.
Und mit 100%iger Sicherheit werden dort auch "nur" vergesteuerte Tauchroboter zum Einsatz kommen. Die gibt es bereits und sind auch schon fleißig bei der Arbeit, wo also ist das Problem?Und wo sollte der Nutzen einer "Raumstation" in der Tiefsee sein?! Dort können Wissenschaftler keine Experimente in Schwerelosigkeit durchführen wie auf der ISS..zB..

_Mars_
12.08.2009, 23:00
Und wo sollte der Nutzen einer "Raumstation" in der Tiefsee sein?! Dort können Wissenschaftler keine Experimente in Schwerelosigkeit durchführen wie auf der ISS..zB..

Vielleicht nicht Experimente unter verminderter / fehlender Schwerkraft, dafür aber unter verminderten / gänzlich fehlendem Licht

;)

jonas
13.08.2009, 02:57
Vielleicht nicht Experimente unter verminderter / fehlender Schwerkraft, dafür aber unter verminderten / gänzlich fehlendem Licht Dazu brauche ich aber nun wirklich nicht in die Tiefsee :rolleyes:

Adestis
14.08.2009, 09:58
Hm, aber die Weltraumtechnologie könnte bei der Erforschung der Tiefsee doch nützen. Man braucht ja nicht sofort eine U-ISS.
Wie wäre es den mit autonomen Tiefseerobotern. Die brauchen keinen "Innenraum" und somit keine schwere Panzerung gegen den Druck. Die könnten dann auf vorprogrammierten Bahnen den Grund "abgrasen" und sobald die Batterien fast leer sind wird die Tauchzelle angeblassen, so das der Roboter zur Oberfläche treibt. Dort angekommen, klappt er seine Solarzellen aus um zu "tanken", die ermittelten Daten per Satellit abzuliefern, seine Position per GPS zu korrigieren und was halt sonst noch so zu erledigen wäre.
Sind die Batterien voll, wird ausgeblassen, der Roboter geht unter und das ganze Spielchen geht von neuem los.
Nur so eine Idee:rolleyes:

Gruß
Adestis

_Mars_
14.08.2009, 12:50
@Adestis:
Wenn ich im Lotto gewinne, sponsere ich deine Idee, ehrlich.
Nachdem ich einen Satelliten zum Mond geschossen habe oder noch besser nen Lander und einen Staat gegründet habe.



mal warten bis €-Millionen wieder auf 150Mio € ist ;)

CAP
14.08.2009, 19:10
Wie ich schon sagte...sobald es einigermaßen rentabel ist...wird es genau so etwas geben...nicht im Interesse der Forschung, leider, aber es wird so kommen.

Adestis
18.08.2009, 10:54
@ Mars

@Adestis:
Wenn ich im Lotto gewinne, sponsere ich deine Idee, ehrlich.


ÖÖÖh... ja danke, nett von Dir, ehrlich! Kannst das aber auch alleine durch ziehen, da ich mich nicht wirklich für die Tiefsee interessiere. Wie gesagt, war nur so`n Gedankenspiel. Du darfst mich aber trotzdem sponsoren, wenn Du im Lotto gewinnst! ( Da fällt mir bestimmt noch was ein :cool::cool::cool:)

Gruß
Adestis