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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Denkmal im All



Solitaire
25.03.2009, 00:08
Hallo,

Irgendwie scheinen Funksignale nicht unbedingt für die Kommunikation über diese zeitlichen und räumlichen Distanzen geeignet zu sein.
Es ist ja auch so, dass man viele viele Jahre senden müsste, um einem Empfänger eine Chance zum Empfang zu geben. Und im Gegenzug müsste man viele viele Jahre hören und suchen, bis man ein Signal empfangen könnte.
Ich kann mir keine Zivilisation (ähnlich der Unsrigen) vorstellen, die solch einen Sender oder Empfänger über Jahrhunderte oder eher Jahrtausende betreiben würde.
(Es sei denn man verankert das in einer Art Religion, die nach strengen Ritualen den Himmel nach der Stimme der Götter absucht - aber ob dabei viel wissenschaftlich Brauchbares herauskommt darf bezweifelt werden)

Ich denke gerade an die Ägyptischen Pyramiden.
Riesige grobe Monumente aus einem haltbaren Material. So auffällig, dass sie jedem zufälligen Wanderer auffallen. Und irgend Jemand bringt genug Interesse auf um sich zu fragen: Woraus ist das denn gemacht?- Oh aus einem Material, das einer mit Absicht hierher geschafft haben muss!
Dann gehen die Fragen weiter: Wie wurde das gebaut? Welche Techniken? Von wem? Und wozu überhaupt?
Auch Jahrtausende nach dem Untergang der Erbauer wird man auf die Ägypter aufmerksam, weil da aus einem haltbaren Material massive Klötze in der Wüste herumstehen. Neugierige werden angelockt, und Nachforschungen nach weniger deutlichen Details beginnen.

Wieso wurde denn die Pharaonenkultur so gut erforscht?
Etwa weil die Priester damals ein Räucherstäbchen aus erlesenen Kräutern in der Wüste angezündet haben?
Oder weil da eine gigantische Anstrengung unternommen wurde um ein grobes aber haltbares Denkmal zu bauen?

Angesichts der offensichtlichen Unmöglichkeit einer direkten Kommunikation, schlage ich vor, eine Art Denkmal zu bauen, das
a) entweder über Jahrtausende von einem SETI-ähnlichen Programm gefunden werden kann,
oder
b) von hypothetischen überlichtschnell Reisenden gefunden werden kann.

Von einigen Postern hier im Forum wird einiges, speziell Ideen aus der SF-Literatur, schnell und grob als >schwachsinn< und >blödsinn< abgekanzelt.
Kein Mensch sagt, dass diese Ideen restlos durchdacht, sinnvoll oder überhaupt jemals machbar sein werden.

Aber ohne (machmal wilde) Phantasie ist die Menschheit noch nie weiter gekommen.
Steinzeit: "Was passiert, wenn ich die Hasenkeule ins Feuer halte?" "Na das Essen verbrennt du Depp!"

Altertum: "Könnte man den Weg nach Osten nicht abkürzen wenn man nach Westen segelt?" "Dann wirst Du über den Rand der Welt fallen, du Narr!"

Kürzlich: "Wenn ich den Siliziumkristall mit verschiedenen Elementen dotiere, kann ich die Leitfähigkeit beeinflussen und so einen Strom ein- und ausschalten!" "Wie langweilig, schalten kann ein Relais schon seit Jahren."

Zukunft: "Könnte man nicht eine fast unendlich funktionierende Sendeanlage bauen, indem man sie auf einem Jupitermond installiert und über die Gezeitenkräfte des Gasriesen mit Energie versogt?" "Wozu soll das denn gut sein? "

Ferne Zukunft: "Wäre eine blinkende Sonne nicht ein unübersehbares Signal an andere Zivilisationen? Könnte man nicht gigantische Blenden bauen, die in stabilen Bahnen um die Sonne kreisen und so die Sonnenstrahlung periodisch abschatten?" "Schnell, sperrt den Kerl weg!!"

So! Jetzt gibt's wieder etwas zum Zerpflücken...
Gruß, Solitaire

SpiderPig
25.03.2009, 08:42
Hallo Solitaire,

ich will deinen Beitrag nicht zerreißen.
Ganz im Gegenteil finde ich die Idee gut.
Immerhin bauen wir Menschen Denkmäler für alle möglichen Zwecke. Warum nicht zum dem Zweck: "Wir waren hier und konnten das".

Sobald solche Projekte nicht mehr so teuer sind, wird es das auch geben, da bin ich mir sicher. Besonders dann, wenn wir den Sprung ins All schaffen.

Ich habe mal gelesen, dass ein technische Intelligenz die Kontakt aufnehmen möchte einen Stern (vermutlich den Heimatstern) mit seltenen Elementen verschmutzen könnte, um über das Spektrum auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings wäre das ein gigantisches Großunterfangen (für uns) mit dem Nachteil, dass die Elemente bald in tiefere Schichten der Sonne vermischt und per Sonnenwind abgetragen werden.

Ein Perpetuum-Radiosendii ;)(Sender der immer weiter Sendet) ist da schon realistischer. Es würde ja schon reichen wenn der nur auf mehreren Frequenzen die Primzahlen blinken würde, für ein paar Millionen Jahre.

Mit Blenden die Sonne abschatten ist dagegen wohl eher einer Zivilisation möglich, die bereits ganze Planeten umbauen kann und dann auch intergalaktische Reisen unternimmt, um mehr Material für eine Ringwelt oder Dyson-Kugel zu erhalten. Die haben entweder schon Kontakt oder wollen keinen.

SpiederPig

TomTom333
25.03.2009, 08:54
Cool!

Sehr gute Idee!

Nur.... was ist "Ewig" ?

Unsere Sonne wird in 4 Mrd Jahren zum roten riesen!

Aber schon in 3 Mrd passiert das :

http://www.youtube.com/watch?v=OxtsUNA1tk8


Wie der Physiker sagt : Toast!

Die Idee mit den Blenden ist sehr gut, nur haben wir weder zur "Heutigen" Zeit die Mittel noch die Technologie so etwas zu bauen. Erst wenn wir 20 Space Elevator haben, Geld überhaupt keine Rolle mehr spielt und eine Generation auf diesem Planeten ist, die außer sich an den Füßen zu kitzeln nicht weis was sie mit der übrigen Zeit anfangen soll.
Denn eins darf man auch nicht vergessen: 1. bin ich ein großer Ägyptenfan und mein Wohzimmer hangt voll mit Papyros und Statuen dieser Zeit, aber es waren Diktaturen... das Volk wurde gezwungen diese Monumente zu bauen........ wollen wir das?
Klar müssen wir weiter Denken, und ich Denke mitlerweile Jeder hier kennt meine meine Meinung zum SE!
Also lasst ihn uns bauen und eine "NEUE" Ära starten.
Aller Anfang ist schwer, aber nur wer das unmögliche Denkt... kommt weiter!:cool:

Nathan5111
25.03.2009, 13:39
die bereits ganze Planeten umbauen kann und dann auch intergalaktische Reisen unternimmt, um mehr Material für eine Ringwelt oder Dyson-Kugel zu erhalten.

Ich vermute, Du meinst 'interstellare' Reisen?

Auch wenn beim 'stehend-freihändigen' Fantasieren (fast) alles erlaubt ist, sollte man sich doch an 'weit gehend realistische' Szenarien halten.

Ad astra
Nathan

SpiderPig
25.03.2009, 14:41
Ich vermute, Du meinst 'interstellare' Reisen? Ja, du vermutest richtig.

Da war wohl der Wunschgedanke, beflügelt durch einen spannenden SF, stärker als die eigenen, realistische Einschätzung. :o


SpiderPig

Solitaire
25.03.2009, 19:57
Nur.... was ist "Ewig" ?
Unsere Sonne wird in 4 Mrd Jahren zum roten riesen!


...na, eine Milliarde Jahre ist "ewig genug" würde ich sagen.

Klar, diese Monumente in Ägypten wurden von Diktaturen- und Sklavengesellschaften erbaut.
Wie das "bei uns" in 1000 Jahren oder auch nur in 150 Jahren aussieht kann keiner sagen.
Das muss ja nicht sein, dass Heerscharen von Entrechteten über Generationen an so einem Projekt arbeiten.
In einer so fernen Zukunft ist buchstäblich alles denkbar.
Vielleicht werden solche Bauprojekte von Nanorobotern/Von-Neumann-Maschinen erbaut ohne dass ein Mensch die Erde verlassen muss.
Oder die Menschheit vernichtet sich lange vorher selbst, fällt in die Barbarei zurück, hat andere Interessen oderoderoder...

Gruß,
Solitaire

fork
26.03.2009, 00:33
Denn eins darf man auch nicht vergessen: 1. bin ich ein großer Ägyptenfan und mein Wohzimmer hangt voll mit Papyros und Statuen dieser Zeit, aber es waren Diktaturen... das Volk wurde gezwungen diese Monumente zu bauen........ wollen wir das?

Gezwungen in wiefern?
Sklaven sind nach heutigem Wissen nicht zum Einsatz gekommen; die Arbeit an den Pyramiden scheint im Gegenteil gut entlohnt worden zu sein.

SpiderPig
26.03.2009, 09:05
Sklaven sind nach heutigem Wissen nicht zum Einsatz gekommen; die Arbeit an den Pyramiden scheint im Gegenteil gut entlohnt worden zu sein. und war eine Ehrensache die keinen Verbrechern erlaubt wurde, habe ich mal gehört.
Aber ich bin kein Archäo- oder Ägypto-loge. ;)

SpiderPig

TomTom333
26.03.2009, 09:37
Hei,
Ja Sklaven als solche kamen weniger zum Einsatz, ob wohl auch Nubier da zu gezwungen wurden in ihren Steinbrüchen die Kolosser zu schlagen und über den Nil zu schippern. Der größte Teil war das Ägyptische Volk, da habt ihr beide Recht! Klar sie wurden auch entlohnt, aber nur so um die Familie, mit meistens sehr vielen Kindern am Leben zu erhalten. Die Lebenserwartung lag damals bei 40 Jahren. Starb der Mann auf dem Bau, wurde sich sozial um die Familie gekümmert, auch das ist eine Errungenschaft dieser Zeit.
Aber das Volk hatte keine Wahl Du wurdest entweder in deinen Stand hineingeboren oder du warst bestimmt dein Laben auf dem Bau zu schuften.
Und die Macht hatten der Pharao und seine Priester. und so blieb es über ca. 3,5 tausend Jahre. Wer nicht verhungern wollte musste für das Regime arbeiten

captain kirk
27.03.2009, 20:31
hallo solitaire!
ich möchte mich dem allgemeinen lob anschließen! wirklich eine klasse idee!

man müsste nicht gleich eine dyson-sphäre bauen. eine art "leuchtfeuer" im all würde reichen. etwas was in der ganzen bandbreite der strahlung ein starkes, auffälliges signal abgibt. dieses leuchtfeuer-monument müsste eine art bibliothek enthalten, mit infos über unseren planeten und natürlich mit grüßen an e.t.:D!
die energieversorgung wäre kein problem. in 20-30 jahren wird die kernfusion einsatzbereit sein.

die schwierigkeit bei der ganzen sache ist, das monument über die jahrtausende vor asterioden u. ä. zu schützen. man bräuchte einen ausweich- mechanismus, der den felsbrocken ausweicht aber bei e.t. "stehenbleibt" und die türen öffnet:).

naja vielleicht ist das alles aber völlig unnötig, vielleicht landet e.t. ja bald direkt vor unserer nase und sagt hallo:)

Solitaire
29.03.2009, 00:11
Hallo captain kirk,
einen verlässlichen und über Jahrmillonen funktionierenden Schutzmechanismus haben wir schon: Die Gasriesen.
Die halten die ärgsten Brocken von der Erde fern, der Mond trägt auch seinen Teil bei.

Je einfacher das Ganze funktioniert, desto haltbarer und weniger anfällig für Fehler wird es sein.
Angenommen man lenkt das Interesse durch das Leuchtfeuer auf unser Sonnensystem.

Dann wäre ein (z.B.) würfelförmiger Planet auffällig genug, auch wenn er von einigen Einschlägen zernarbt sein würde.

Eine Bibliothek mit dem Wissen der Menschheit wäre nicht schlecht - bloss frage ich mich, wie man die aufbauen sollte.
Wie aufzeichnen? Wie werden die Besucher die Aufzeichnungen entziffern können?
Werden überhaupt Besucher kommen?
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Wesen, die auf einem Wüstenplaneten entstanden sind, etwas mit "Schwimmen" oder "Angeln" anfangen könnten.
Naja...die Kommunikation über die Jahrtausende wird wohl kaum über Mathematik hinausgehen.

Gruß, Solitaire

SpiderPig
30.03.2009, 08:42
Hallo Zusammen,

die energieversorgung wäre kein problem. in 20-30 jahren wird die kernfusion einsatzbereit sein. Oder es wird sich zeigen, dass die Kernfusion nicht praktikabel ist.


die schwierigkeit bei der ganzen sache ist, das monument über die jahrtausende vor asterioden u. ä. zu schützen. man bräuchte einen ausweich- mechanismus, der den felsbrocken ausweicht aber bei e.t. "stehenbleibt" und die türen öffnet. Das kann man auch auf der Erde errichten. Da hilft die Atmosphäre gewaltig.


naja vielleicht ist das alles aber völlig unnötig, vielleicht landet e.t. ja bald direkt vor unserer nase und sagt hallo oder hat das schon getan...


Dann wäre ein (z.B.) würfelförmiger Planet auffällig genug, auch wenn er von einigen Einschlägen zernarbt sein würde. Ein Planetengroßer Würfel würde sich unter der eigenen Schwerkraft recht schnell zu einer Kugel umformen.



Eine Bibliothek mit dem Wissen der Menschheit wäre nicht schlecht - bloss frage ich mich, wie man die aufbauen sollte. So was gibt es schon. Glaskugeln, auf deren Oberfläche die Texte sehr klein eingraviert sind, sollen garantierte 100.000 Jahre lesbar sein. Die nötigen Mikroskope stehen nebenbei.


Wie werden die Besucher die Aufzeichnungen entziffern können? Werden überhaupt Besucher kommen? Nein, eher nicht.

Ich halte eine Kommunikation über die Distanzen für schwierig, aber zumindest einigermaßen realistisch. Interstellare Reise um mal eben einen Plausch zu halten ist nach allem was wir kennen sehr unwahrscheinlich.

SpiderPig

Orbit
30.03.2009, 09:37
SpiderPig
Ich sehe das auch so wie Du. Doch das...

Interstellare Reise ... ist nach allem was wir kennen sehr unwahrscheinlich.
...sehen andere anders:
http://www.astronews.com/forum/showthread.php?t=2213&highlight=Replikatoren&page=9
:)
Orbit

SpiderPig
30.03.2009, 09:56
Hallo Orbit,

Ich sehe das auch so wie Du. Doch das...

Interstellare Reise ... ist nach allem was wir kennen sehr unwahrscheinlich....sehen andere anders:

Das mit den Replikatoren und Von Neumann Sonden finde ich recht interessant. Möglicherweise ja mit KI oder hoch geladenen Persönlichkeiten, aber das sind halt Replikatoren, sprich Roboter.
Da wird die Kommunikation mit den Erbauern auch nicht schneller gehen. ;)

PS: Es gibt keine Hinweise, das es Replikatoren oder Von Neumann Sonden gibt. Eventuell finden wir ja Hinweise im Asteroidengürtel (Abbau von Rohstoffen) aber ich halte das doch für sehr unwahrscheinlich.

SpiderPig

godwin
30.03.2009, 21:14
Hi all,

sowehr ich mich für diese Idee auch begeistern könnte
hat für mich ein 'Denkmal im All' so etwas fürchterlich morbides!

Lässt mich unweigerlich an die letzte Anstrengung erinnern,
für die die da kommen könnten: 'He wir waren auch mal da !'.

Mir wäre eine intakte Gesellschaft in einer intakten Natur mit einer
nachhaltigen Wirtschaft (wäre wohl dafür auch Vorraussetzung), die sich
meinetwegen im Universum aufgrund ihrer Technologie langsam ausbreitet
ein passenderes Denkmal.

Na ja vielleicht bin ich auch nur etwas schlecht drauf,
hab mich tierisch erkältet!

cu godwin

Orbit
30.03.2009, 21:18
Ich seh es auch so wie Du, godwin, obwohl ich mich nicht erkältet hab. :)

Solitaire
31.03.2009, 00:27
Hallo Orbit,

PS: Es gibt keine Hinweise, das es Replikatoren oder Von Neumann Sonden gibt. Eventuell finden wir ja Hinweise im Asteroidengürtel (Abbau von Rohstoffen) aber ich halte das doch für sehr unwahrscheinlich.

SpiderPig

Wieso sollte es sie "geben" ? Und wieso Hinweise?:confused:
Alles worüber hier die Rede war/ist, findet in einer fernen Zukunft statt.
Die Idee von Replikatoren oder Von Neumann-Maschinen stammt ja von Menschen. Die Idee dahinter ist, eine kleine Anzahl von relativ simplen Maschinen irgendwo auszusetzen, wo sich diese Roboter dann von den dort vorgefundenen Rohstoffen "ernähren"(Energiegewinnung) und selbst kopieren. Dadurch entsteht langsam ein Heer an Maschinen, die eine Aufgabe erfüllen können. In meinem Gedankenexperiment den Bau einer Sendeanlage.
Wenn es also jemals solche Maschinen geben wird, dann werden sie von Menschen erschaffen sein.

Eins sollte man nicht vergessen: Wir leben vergleichsweise in einer Zeit der Postkutschen und spekulieren übers Farbfernsehen!

Übrigens:
Danke für den Hinweis auf den Würfel-Planeten, der langsam wieder zur Kugel wird. Du hast Recht mit dem Einwand.
Ich wollte nur etwas beschreiben, das auf den ersten Blick ohne technische Schnörkel für jeden Betrachter als künstlich erschaffen zu erkennen ist. Eben genauso, wie die Pyramiden, die sich aus der Wüste erheben.
Wir wissen nichts über eventuelle Besucher oder Beobachter, ausser dass sie sich für Astronomie interessieren.
Dieses "Denkmal" müsste aber unbedingt für jeden Verstand deutlich "ins Auge" springen.

Gruß, Solitaire

Orbit
31.03.2009, 00:33
Alles worüber hier die Rede war/ist, findet in einer fernen Zukunft statt.
Für eine Zivilisation, welche ein paar Jahrmilliarden vor der unseren entstand, wäre diese Zukunft aus unserer Sicht jetzt. :)

SpiderPig
31.03.2009, 09:43
Für eine Zivilisation, welche ein paar Jahrmilliarden vor der unseren entstand, wäre diese Zukunft aus unserer Sicht jetzt. :)

Ein paar Millionen Jahre sollten auch schon reichen, für eine VonNeumannSonde sich innerhalb der Milchstraße auszubreiten.
Aber wie Solitaire so schick argumentierte:

Wir leben vergleichsweise in einer Zeit der Postkutschen und spekulieren übers Farbfernsehen! :rolleyes:

SpiderPig

TomTom333
31.03.2009, 09:55
Hei,
brauchen wir unbedingt Neumann - sonden?

Was ist mit einfachen Satteliten. Angetrieben mit Reaktoren (lange Lebensdauer) deren einzige Aufgabe besteht ein Funkfeuer zu senden. Z.B. die ersten 100 Primzahlen und dann
Unsere Lokation in der Milchstrasse (Siehe Film Contact)
Davon bauen wir 4-8 Stk.
und senden 2 raus aus der Michstrasse (oben, unter) und den Rest in verschiedenen Richtungen entlang der Arme. Das bedarf keiner neuen Technik. und die Kosten halten sich in Grenzen.

SpiderPig
31.03.2009, 10:37
brauchen wir unbedingt Neumann - sonden? Nein.


Was ist mit einfachen Satteliten. Angetrieben mit Reaktoren (lange Lebensdauer) deren einzige Aufgabe besteht ein Funkfeuer zu senden. Z.B. die ersten 100 Primzahlen und dann Unsere Lokation in der Milchstrasse
Was verstehst du unter langer Lebensdauer? 1000 Jahre sind für unsere heutige Technik schon kaum machbar, aber in 1000 Jahren würde es eine Sonde nicht mal bis zum nächsten Stern schaffen.


Davon bauen wir 4-8 Stk.und senden 2 raus aus der Milchstrasse (oben, unter) und den Rest in verschiedenen Richtungen entlang der Arme. Das bedarf keiner neuen Technik. und die Kosten halten sich in Grenzen.
Die Sonden aus der Milchstraße heraus schicken bedarf wohl doch weit mehr neuer Technik, als wir das zur Zeit realisieren können.

Abgesehen davon könnte man so der Menschheit ein Denkmal setzen, das eventuell sogar von ET entdeckt wird.


SpiderPig

jonas
31.03.2009, 10:40
Was mich hier im Forum immer wieder überrascht ist der Glaube, daß vom Menschen gebaute Maschinen mehrere tausend Jahre funktionsfähig im Weltall überleben könnten. Im Fall eines Denkmals sollten es sogar einige zig Millionen Jahre sein. Dieser Glaube steht in geradezu paradoxem Gegensatz zum heute vorherrschenden Zeitgeist, in dem technische Gerätschaften teilweise bereits im Jahr der Produktion als veraltet und überholt angesehen werden.

Chemische Zersetzungsprozesse würden jeder Elektronik oder modernem Speichermedium in kürzester Zeit den Garaus machen. Dazu kommt die kosmische Strahlung, die auf die Sonde einhämmert, genauso wie Mikrometeoride.

Das mit der goldenen Schallplatte war schon keine schlechte Idee. Besser gefällt mir aber noch der Monolith von Kubrick. Alles andere überlebt vielleicht maximal ein Menschenalter, aber niemals die Menschheit selbst.

Edit: hat sich wohl mit SpiderPig überschnitten

SpiderPig
01.04.2009, 13:05
Hallo Jonas,

Das mit der goldenen Schallplatte war schon keine schlechte Idee. Besser gefällt mir aber noch der Monolith von Kubrick.
ein Monolit ist keine schlechte Idee. Und im Inneren Schallplatten lagern. :)

Spekulation:
Ich dachte mal eine Zeit lang daran mittels Replikator ähnlichen Robotern (mit Selbstreparatur) jeweils einen Kleinplaneten zu bearbeiten, so dass ein gleichförmiger Tetraeder daraus entsteht. Auf die vier Flächen kommen auffällige und ungewöhliche Materialien, die aber dem Weltraum chemisch lange stand halten.
Im Inneren werden Schallplatten oder Gravuren gespeichert sowie Verschleißteile und Materialien.
Die Replikatoren schieben den Tetraeder mit Ionentriebwerken auf Fluchtgeschwindigkeit und schauen alle 1000 Jahre mal nach dem Rechten:
- Farbe nachtrage - Meteoriten-Narben verkitten ...

Der Vorteil des Tetraeders wären:
- die Auffälligkeit durch die Form,
- anfangs die Auffälligkeit durch die Farbe
- der Schutz für die Roboter und Informationen im Inneren.

Ob dann noch ein Sender installiert wird, sobald ein Stern nahe ist, könnte auch noch überlegt werden.

Die Zeitskala, die solche Replikatoren oder Roboter für Umbau und Fluchtgeschwindigkeit benötigen sollte weitestgehend egal sein, solange das Programm autonom läuft.

Irgendwann gehen auch die besten Replikatoren oder Roboter kaput und können aufgrund kaputer Programme nicht mehr reparieren oder replizieren. Dann fliegt das Denkmal aber trotzdem weiter und könnte in Millionen Jahren einen ET erfreuen.

Spirit und Opportunity sind ein Beispiel dafür, wie leistungsfähig ein Roboter sein kann.
Im geschützten Inneren des Monuments und bei geringer Belastung könnte ein solcher Roboter auch tausende Jahre funktionstüchtig bleiben, wiedererwachen, wenn genug Strom vorhanden ist und Reparaturen ausführen.
Spekulation Ende.


SpiderPig

Orbit
01.04.2009, 21:14
Die Replikatoren schieben den Tetraeder mit Ionentriebwerken auf Fluchtgeschwindigkeit und schauen alle 1000 Jahre mal nach dem Rechten
SpiderPig
Sollte es den Replikatoren auch gelingen den Tetraeder auf die Fluchtgeschwindigkeit zu bringen, welche erforderlich ist, um unser Sonnensystem zu verlassen (43 km/s), dann wären schon 30 Jahrtausendkontrollen nötig, bis das Ding im besten Fall am nächsten Stern vorbei fliegt. Der ist nämlich rund 4 ly entfernt. Die Wahrscheinlichkeit, dass bereits um diesen Stern ein erdähnlicher Planet kreist, ist schon mal klein, dass da auch gleich intelligentes Leben existiert annähernd Null, und dass die gerade zu diesem Zeitpunkt eine technische Hochkultur erleben noch viel annähernder Null. :) Und dann wäre wieder 30'000 Jahre nichts.
Und wieso sollte ein solches geometrisches Gebilde frei im All floatend besser entdeckt werden können, als eines, das auf einem Planeten in unserer Milchstrasse installiert wird?
Und so eins hätten wir schon: Die Pyramiden in Aegypten.
Und amortisiert sind die auch.
Und die Möglichkeit von deren Existenz verraten die Spektren unserer Atmosphäre einer Zivilisation mit unserem Stand der Technik über eine Distanz von Hunderten von Lichtjahren.
Der hausgrosse Koloss, der ohne eine solche Aura unterwegs war und kürzlich in nur 72'000 km Entfernung an der Erde vorbei schrammte, wurde erst drei Tage vorher entdeckt!
Orbit

Solitaire
02.04.2009, 10:34
Hallo,
dass unsere heutige Technik nicht Jahrmillionen hält ist wohl allen klar.
Die Idee mit den Replikatoren/VonNeumannMaschinen usw. hat eben den Charme, dass die Roboterchen sich selbst kopieren, so dass es nichts ausmacht, wenn ein einzelner Roboter schon nach einem Jahr kaputt geht, weil er hunderttausend Geschwister hat. Und seine "Leiche" wird für den Bau von neuen Robotern verwendet.
Fraglich und meines Wissens unerforscht ist, ob es bei mehreren hunderttausend Generationen nicht auch so etwas wie Evolution geben könnte. - Also, dass sich kleine Fehler in der Software in jeder Generation weitervererben und weiterentwickeln - so dass am Ende die Roboter etwas ganz anders machen, als ursprünglich vorgesehen.

Wieder ein Argument für eine möglichst simple Bauweise des Denkmals. Wie schon gesagt: Ein Steinklotz bleibt auch in einer Million Jahren ein Steinklotz. Aber ein noch so hübscher Satellit ist in wenigen Jahrzehnten nur noch ein klappriger Haufen Schrott, und in hunderttausend Jahren eine kleine Wolke Krümel.

Wie wäre es mit einem Planet, der auf einer Seite weiss und auf der anderen Schwarz ist. Ich denke da an den Saturnmond Iapetus, wo diese seltsame Färbung wohl natürlichen Ursprungs ist. Dieser Mond wurde schon 1671 entdeckt und fiel wegen der blinkenden Helligkeit trotz der damals primitiven Beobachtungsinstrumenten deutlich auf.
Durch die Rotation wird die Helligkeit in mehreren Spektren pulsieren. Einschläge von Asteroiden werden die "Lackierung" zwar ankratzen, aber kaum vollständig zerstören können.
Und in die Mitte der weissen Fläche kommt ein Monolith (Steinklotz?) mit Botschaften, falls jemals jemand dort landen kann.:rolleyes:

Gruß, Solitaire

SpiderPig
02.04.2009, 10:52
Hallo Orbit,

Sollte es den Replikatoren auch gelingen den Tetraeder auf die Fluchtgeschwindigkeit zu bringen, welche erforderlich ist, um unser Sonnensystem zu verlassen (43 km/s), dann wären schon 30 Jahrtausendkontrollen nötig, bis das Ding im besten Fall am nächsten Stern vorbei fliegt. Da hast du recht. Die Roboter oder Replikatoren müssen dann auch nicht mehr unbedingt funktionieren, nachdem das Monument auf die Reise gegangen ist.


Und wieso sollte ein solches geometrisches Gebilde frei im All floatend besser entdeckt werden können, als eines, das auf einem Planeten in unserer Milchstrasse installiert wird?
Durch die 4 verschiedenen Albedos und die besonderen Spektren wird das Objekt schon Interesse wecken können. Wenn dann das Objekt genauer abgebildet werden kann, ist die Form ein eindeutiges Zeichen für den künstlichen Charakter des Objektes. Ein ET würde doch gerne ein solches Objekt untersuchen, hinfliegen und das ganze als Denkmal mit Infos über uns erkennen können.


Und so eins hätten wir schon: Die Pyramiden in Aegypten.
Und amortisiert sind die auch.Und die Möglichkeit von deren Existenz verraten die Spektren unserer Atmosphäre ...
Die halten aber keine 30.000 Jahre mehr.
Und die Pyramiden haben nur sehr geringen Einfluss auf das Spektrum unserer Atmosphäre, trotz Amortisation. :D


...verraten die Spektren unserer Atmosphäre einer Zivilisation mit unserem Stand der Technik über eine Distanz von Hunderten von Lichtjahren.
Und wenn wir nicht mehr sind, dann dauert es nochmal 100 Jahre und die Spektren zeigen Leben, aber keine Zivilisation mehr. Zudem sollten wir es schaffen, die Atmosphäre so zu halten, dass diese zwar nach Leben aussieht, aber nicht nach Technik.


Der hausgrosse Koloss, der ohne eine solche Aura unterwegs war und kürzlich in nur 72'000 km Entfernung an der Erde vorbei schrammte, wurde erst drei Tage vorher entdeckt!
Ein Haus kleines Denkmal habe ich bei meinem Vorschlag nicht im Sinn.
Wie wäre es mit Ceres oder Juno?

SpiderPig

Orbit
02.04.2009, 11:45
Ein Haus kleines Denkmal habe ich bei meinem Vorschlag nicht im Sinn.
Wie wäre es mit Ceres oder Juno?
Ach so meinst Du das! Das ist dann schon viel realistischer. Nehmen wir Ceres:
Die Kantenlänge des Tetraeders wäre 3100 km.
Beschleunigt müsste er nur von 18 auf 43 km/s werden; denn mit 18 Sachen ist er schon um die Sonne unterwegs.
Um die voll zur Geltung kommen zu lassen, bräuchte es nur ein Flyby beispielsweise am Jupiter und dann könnte die Beschleunigung auf die 25 km/s höhere Geschwindigkeit beginnen.
So gesehen ist das alles natürlich viel einfacher.

Bei der Spektralanalyse hast Du mich falsch verstanden. Ich meine natürlich nicht, dass man die Pyramiden von Gizeh aus den Spektren detektieren könnte, sondern nur die für Leben günstige Zusammensetzung der Atmosphäre. Aber eigentlich hast Du das schon richtig verstanden, nehme ich an. Wolltest nur diese Diskussion, weil's gerade so schön ist, noch ein bisschen verlängern, oder?

Eigentlich sind diese Kinderdiskussionen ja auch für mich bis zu einem gewissen Punkt interessant, da ich vor dem Antworten das eine oder andere nachschlagen muss, das ich nicht mehr so genau in Einnerung hatte. :)

Orbit

Solitaire
03.04.2009, 16:25
Kinderdiskussionen ? :mad:

Orbit
03.04.2009, 16:40
Kinderdiskussionen ?
Ich wollte es einfach möglichst nett sagen und hab auch noch einen Smily beigefügt. Aber Du hast insofern recht, als hier ja keine Kinder diskutieren. Ich hätte hier 'Phantastereien ohne jeglichen Realitätsbezug' schreiben sollen.
Orbit

jonas
03.04.2009, 17:48
Es gab doch mal den Witz: "Mr. President, die Russen haben den Mond rot angemalt". Darauf der Präsident: "Sagt unseren Astronauten, sie sollen weisse Farbe mitnehmen und Coca Cola draufschreiben". DAS wäre ein Denkmal :D

SpiderPig
15.04.2009, 08:24
Hallo Orbit,

Aber Du hast insofern recht, als hier ja keine Kinder diskutieren. Ich hätte hier 'Phantastereien ohne jeglichen Realitätsbezug' schreiben sollen.


Deine Meinung ist richtig, aber warum beteiligst du dich dann an dieser 'Phantastereien ohne jeglichen Realitätsbezug' ?

Ich glaube, dass diese Überlegungen nicht ganz ohne Bezug zur Realität sind. Allerdings wird es bis zur Durchführbarkeit wohl noch viel Forschung und Entwicklung geben. ;)


aus dem Urlaub zurück :)
SP

Luzifix
15.04.2009, 17:50
Ich glaube, dass diese Überlegungen nicht ganz ohne Bezug zur Realität sind. Allerdings wird es bis zur Durchführbarkeit wohl noch viel Forschung und Entwicklung geben.


Ich gebe zu, daß ich beim Lesen dieses Threads öfter den Kopf schüttelte. Was die Pyramiden der alten Ägypter angeht, ist es doch so, daß man in dem Augenblick, wo die Tag/Nacht-Grenze auf der Erde genau durch die Pyramide geht, einen glänzenden Pfeil aus dem erdnahen Orbit sieht, der in das Dunkel der Wüste hineinzeigt. Das ist meiner Meinung nach die bisher die einzige rationale Erklärung für die vorgefundene Architektur. Obwohl man natürlich mit Religion auch alles erklären kann.

Zum Denkmal im Weltraum fällt mir ein, daß es doch bestimmt möglich ist, im dortigen Vakuum eine Art (Brownsche) Fernseh-Röhre zu betreiben, die mit ihrem Elektronenstrahl Bilder, Filme oder auch Textnachrichten irgendwodrauf schreibt, z.B. auf den Mars oder auf einen Nebel, den man natürlich extra zu dem Zweck erzeugen müßte. Natürlich alles ein bißchen nach dem Prinzip "Think big!", aber mit dem derzeitigem Technologiestand. Für einen Nebelbildschirm in Lj-Entfernung reicht unsere Power wahrscheinlich nicht aus. Sonst könnten wir das gleich in den Vorgarten der Nachbar-Aliens schreiben. Vielleicht ist Laser besser geeignet.

Orbit
15.04.2009, 18:30
Für einen Nebelbildschirm in Lj-Entfernung reicht unsere Power wahrscheinlich nicht aus. Sonst könnten wir das gleich in den Vorgarten der Nachbar-Aliens schreiben. Vielleicht ist Laser besser geeignet.
So starke Projektoren, welche Bilder produzieren, die man noch in Lj-Entfernungen sehen kann, gibt's: Die Sonnen. Leistung 10E26 Watt.
Allerdings sind auch deren Bilder nicht mehr scharf, wie man bei der Detektion von Exoplaneten anlässlich eines Transits festellt. Mehr als eine knapp messbare Verdunkelung sieht man nicht, also keine schwarzen Scheibchen in der Grösse des beobachteten Planeten und schon gar nicht irgend eine Inschrift auf der Sonnenoberfläche, welche sich dort durch eine zufällige Anordnung von Sonnenflecken gebildet haben könnte.
:)
Orbit

Luzifix
15.04.2009, 20:02
So starke Projektoren, welche Bilder produzieren, die man noch in Lj-Entfernungen sehen kann, gibt's: Die Sonnen. Leistung 10E26 Watt.
Allerdings sind auch deren Bilder nicht mehr scharf...


Oh Gott, ich hatte vollkommen vergessen, daß man ja eine Anode braucht für Elektronenstrahlen.

Aber es würde alles darauf hinauslaufen, daß man sich vorstellt, ferne Astronomen würden mit einem "Kepler" nach unserer Sonne schauen und hätten auch das Spektroskop nicht vergessen? Denen müßte man dann versuchen, eine Information reinzumogeln. Das FCKW und Ozon in der Atmospäre finden sie vielleicht selbst. Ist das realistischer?

Die Aliens müssen also beim Blick durch ihr Teleskop einen Nebel finden hier in der Nähe, der so kurios ist, daß die nur feststellen können: "Sieht denen ähnlich!"

Bernhard Kletzenbauer
30.11.2013, 06:59
Hallo,
einiges, das hier geschrieben wurde, hatte ich mir auch schon zusammenfantasiert.
Wenn wir schon aufgrund der riesigen Entfernungen keinen Kontakt zu außerirdischen Zivilisationen aufbauen können, dann könnten wir zumindest eine haltbare Zeitkapsel in der Milchstraße rundum kreisen lassen - entgegengesetzt zur Rotationsrichtung der Sterne.
Dieses "gegen den Strom schwimmen" hätte den Vorteil, daß viele Sterne in kurzer Zeit passiert werden. Der Nachteil ist natürlich die Kollisionsgefahr.
Die Zeitkapsel mit der eigentlichen Nachricht sollte aus robusten Werkstoffen bestehen (Titan, Diamant, Karbonverbundstoffe,...etc.) und im Kernbereich eines schlanken Flugkörpers deponiert sein. Ein spindelförmiges Objekt aus vielen "Zwiebelschalen" bietet wenig Kollisionsfläche und kann sich im Lauf von Jahrmillionen abnutzen, aber immer noch die Nachricht schützen.
Sollte der Flugkörper Signale aus einem nahen Sonnensystem auffangen (Fernseh-und Radiosendungen), dann kann er seinerseits Signale in diese Richtung senden und auf sich aufmerksam machen.
Während des mehr oder weniger kurzen Vorbeifluges müssen alle wichtigen Nachrichten ausgetauscht werden, denn ein Abbremsen und Landen ist nicht vorgesehen.
Soweit die Vorstellung.
Haben wir die nötigen Werkstoffe um solch einen Flugkörper auf den Weg zu schicken?
Welche Nachricht schicken wir mit? "Hallo, es gibt (gab) Intelligenzen, die Nachrichten auf lange Reisen schicken können."
"Hier ist eine Bild der kosmischen Hintergrundstrahlung zum Zeitpunkt des Starts der Zeitkapsel."
"Habt Ihr auch Nachrichten, die Ihr mir für andere Empfänger mitgeben wollt?"
Diese "Flaschenpost" wird vielleicht nie gelesen werden. Aber wir hätten es immerhin versucht.
Was wäre, wenn andere Intelligenzen schon auf dieselbe Idee kamen, und morgen empfangen wir ein Signal aus 9 Lichtmonaten Entfernung...?

Kibo
30.11.2013, 10:35
Hallo Bernhard K,

wie willst du von +220 km/s auf -220 km/s beschleunigen, ohne dass die Zeitkapsel dabei ins Milchstraßenzentrum fällt?

mfg

Bynaus
30.11.2013, 10:46
@Kibo: Das ist kein Problem: der Fall ins Zentrum würde ja mindestens 30'000 Jahre dauern. Wenn man 440 km/s überwinden muss, sind das 14m/s pro Jahr. Das sollte leicht zu schaffen sein (gemessen daran, dass ein chemischer Antrieb 8 km/s in 8 Minuten schafft).

Die Idee ist gut, die Frage ist halt einfach, hält die Sonne lange genug durch (woher nimmt sie ihre Energie?) um ihr Ziel (zumindest einen Kontakt) zu erreichen... Und ich vermute nach wie vor, dass es langfristig einfacher ist, eine selbstreplizierende Sonde loszuschicken, die eine Kopie ihrer selbst zu jedem System in der Galaxis schickt.