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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : In wenigen Tagen zum Mars?



webmantz
22.10.2008, 14:54
Moin zusammen,

so wie ich das sehe, gibt es zwei grundsätzliche Probleme bei der interplanetaren und erst recht bei der interstellaren Raumfahrt. Erstens die enorm langen Reisezeiten und zweitens die Schwerelosigkeit, welche sich negativ auf den Körper der Raumfahrer auswirkt.

Nun ist mir folgende Idee untergekommen, welche beide Probleme mehr oder weniger gut lösen könnte: ein Antrieb, der während des gesamten Fluges genau mit 9,81m/s² beschleunigt. Die erste Hälfte der Strecke wird er benutzt, um Richtung Ziel zu beschleunigen, dann wird das Raumfahrzeug umgedreht und mit dem Antrieb gebremst.

Zum einen hätte man somit während des gesamten Fluges eine Kraft von 1g, die auf die Raumfahrer wirkt, also quasi normale Erdschwerkraft. Andererseits müßte damit die Reisezeit selbst zu den entferntesten Orten ziemlich kurz sein. Leider fehlt mir die Formel, um die tatsächliche Reisezeit abhängig von der Entfernung zu berechnen, aber ich schätze, daß man so in wenigen Tagen z.B. zum Mars kommen könnte.
Vielleicht hat ja jemand eine solche Formel parat, um es ausrechnen zu können. Wichtig: die Formel sollte berücksichtigen, daß man sich bei gleichbleibender Beschleunigung immer mehr der Lichtgeschwindigkeit nähert. Es wären also die relativistischen Effekte zu berücksichtigen. Bei einer Reise innerhalb unseres Sonnensystems wird das keine Rolle spielen, wohl aber, wenn man einen solchen Antrieb für interstellare Reisen benutzt.

Ich meine vor vielen Jahren mal irgendwo gelesen zu haben, daß man bei einer andauernden Beschleunigung von 9.81m/s² in nur 4 Jahren quasi jeden Ort des Universums erreichen könnte. Kann das hinkommen? Klar ist, daß diese Zeit nur für den Raumfahrer gelten kann, nicht für die daheimgebliebenen.

Eine weitere Frage wäre, wie kann die für einen solchen Antrieb nötige Energie dauerhaft aufgebracht werden? Zumindest für interplanetere Flüge könnte ich mir ein Konzept vorstellen, in welchem die Energie nicht in gespeicherter Form mitgenommen wird, sondern z.B. auf der Erde oder in Erdnähe (Umlaufbahn, Mond) erzeugt und per Laserstrahl auf das Raumfahrzeug übertragen wird. Oder bin ich mit meinen Gedankengängen vollkommen abseits aller physikalischen Möglichkeiten?

Gruß, André

Ich
22.10.2008, 15:18
Nun ist mir folgende Idee untergekommen, welche beide Probleme mehr oder weniger gut lösen könnte: ein Antrieb, der während des gesamten Fluges genau mit 9,81m/s² beschleunigt.
Gute Idee. ;)
Um die technischen Details müsste sich noch jemand kümmern, dafür gibt's ja Ingenieure.

Leider fehlt mir die Formel, um die tatsächliche Reisezeit abhängig von der Entfernung zu berechnen, aber ich schätze, daß man so in wenigen Tagen z.B. zum Mars kommen könnte.
Relativistisch: Hier (http://math.ucr.edu/home/baez/physics/Relativity/SR/rocket.html).
Newton:
t=2*Wurzel(d/a), mit d=Entfernung, a= Beschleunigung.

Oder bin ich mit meinen Gedankengängen vollkommen abseits aller physikalischen Möglichkeiten?
Abseits aller technischen Möglichkeiten heutzutage.

webmantz
22.10.2008, 16:08
Moin,


Abseits aller technischen Möglichkeiten heutzutage.
wirklich? Oder doch eher nur abseits aller bezahlbaren Möglichkeiten?

Was bräuchten wir denn?

Erstens, einen Antrieb, der per Strom funktioniert. Den gibt es: den Ionenantrieb. Technische Hürde: ihn so leistungsfähig zu machen, daß er die notwendige Beschleunigung erzeugt. Letztlich eher ein finanzielles Problem.

Zweitens, eine Möglichkeit, die erforderliche Energie zu erzeugen. Auch daß sollte mit hinreichend großen Solarkollektoren im Orbit kein Problem sein, außer daß es finanziert werden müßte.

Drittens, eine Möglichkeit, die Enregie zum Raumfahrzeug zu übertragen. Mittels Laser oder gerichteten Mikrowellensendern ist das technisch machbar, soweit ich weiß. Auch hier wieder: es müßte finanziert werden.

Ich meine nicht, daß ein solches Antriebskonzept von heute auf morgen umzusetzen wäre. Mit ziemlicher Sicherheit werden die ersten bemannten Planetenmissionen noch mit herkömmlicheren Antrieben auskommen müssen.
Ich denke aber, daß alle prinzipiellen Techniken für so einen Antrieb existieren. Es wird nur noch einige Zeit brauchen, bis diese Technik in bezahlbarer Form eingesetzt werden kann.
Ein kritischer Punkt (wie bei vielen utopischen Raumfahrtprojekten) ist, wie man die nötigen Lasten ins All transportiert. Hier eben die Materialien, die für den Bau eines ausreichend großen Solarkraftwerkes und eines ausreichen großen Laser- oder Mikrowellensenders notwendig sind. Mein ganz persönlicher Spitzenkanditat dafür ist ein Orbitalseil. Damit wäre zumindest das Transportproblem in den Orbit gelöst. Letzlich könnte viel davon abhängen, ob wir ein Orbitalseil technisch realisieren können; falls ja, wird es sicher auch gebaut werden.

Gruß, André

Ich
22.10.2008, 16:46
wirklich? Oder doch eher nur abseits aller bezahlbaren Möglichkeiten?
Nein. Wirklich.

mac
22.10.2008, 16:54
Hallo Webmanz,

willkommen im Forum.

‚Abseits aller technischen Möglichkeiten heute‘, bedeutet ja nicht, daß es physikalisch unmöglich ist, sondern daß es zumindest finanziell (bisher) unmöglich ist. Das heißt es stehen nicht genügend freie Ressourcen zur beliebigen Verfügung, diese Art von Antrieb überhaupt erst mal zu entwickeln.

Wozu auch, so lange es anders viel billiger geht?

Du führst die fehlende Gravitation an. Dieses Problem kann man extrem viel billiger und genau so wirksam auf anderen Wegen lösen.



Auch ein Ionentriebwerk treibt nur so lange an, wie es Materie zum Abstrahlen hat.
Ein Sonnensegel hat immer das Problem, daß die Beleuchtungsstärke mit 1/r^2 abnimmt und daß man im Gegensatz zur irdischen Windgestützten Seefahrt, nicht gegen den Wind kreuzen kann. Vielleicht mal, über kürzere Entfernungen durch eine Kombination von Sonnenwind und (Erd)Magnetfeld? Damit kenne ich mich aber nicht gut genug aus.

Bei der Interstellaren Raumfahrt gibt es eine ganze Menge weitere Probleme, die mit der Dauer nur wenig zu tun haben.

Nur einige davon:
Die Raumfahrer geben sämtliche soziale Bindungen innerhalb ihres Sonnensystems auf.
Die Probleme mit Gas und Staub und allen sonstigen ‚Hindernissen‘ auf dem Weg des Raumschiffes wachsen mit zunehmender Geschwindigkeit über alle technisch beherrschbaren Grenzen. Daher würde auch ein sehr schnelles Raumschiff immer noch sehr lange Bordzeit unterwegs sein müssen.
Wie bremst das Raumschiff ab, wenn die zur Beschleunigung verwendeten systemstationären Einrichtungen am Ziel (noch nicht) zur Verfügung stehen?
Mit einer zukünftig denkbaren Energiegewinnung durch Fusion sind theoretisch maximal 10% c erreichbar, wenn man nicht wieder abbremsen muß.

Zu dem Thema Kernfusion. Hier hast Du ein noch nicht mal besonders gutes Beispiel dafür, was es heißt, wenn man von ‚Abseits aller technischen Möglichkeitn heute‘ spricht. Fast die ganze Menschheit, also der Teil jedenfalls der sich das überhaupt leisten kann, steckt in diese Technik seit rund 50 Jahren gigantische Mengen Geld, ohne bis heute auch nur sagen zu können, wieviel es denn am Ende gewesen sein wird.

Herzliche Grüße

MAC

Ich
22.10.2008, 17:09
Es geht wirklich nicht um Finanzen. Wenn du mit 1 g zum Mars fliegst, hast du eine Höchstgeschwindigkeit von ~1000 km/s. Bei einem Ionentriebwerk mit 80 km/s bedeutet das ein Verhältnis von Treibstoff- zu Nutzmasse von ~ 72 Milliarden zu 1.
Unter Kernfusion geht gar nix, und dann liegen die Triebwerksleistungen weit im Terawattbereich.

Bynaus
22.10.2008, 17:51
Für einen Flug unter stetiger 1g-Beschleunigung geht wohl nichts unter nuklear. Entweder sowas wie das alte "Orion"-Konzept (grob: Zünden von Atombomben unter einer mit Stossdämpfern gefederten Platte) oder dann per Fusionsplasma. Es ist ja nicht so, dass wir heute keine Fusionsplasmen erzeugen könnten, bloss, dass wir heute nicht in der Lage sind, diese zur Stromproduktion zu nutzen. Wenn man das Plasma eh rauslecken lässt, um Schub zu erzeugen, ist die Frage der Stromproduktion herzlich egal.

Eine sehr viel spekulativere Möglichkeit läge vielleicht darin, einen "diametrischen" Antrieb zu verwenden. Alles, was man dazu braucht :) ist eine grosse Menge exotischer Materie mit negativer Energiedichte. Bringt man diese nahe an eine Menge Materie mit positiver Energiedichte heran, passiert etwas seltsames: Die positive Materie zieht die exotische an. Doch diese ihrerseits stösst die positive ab, die somit von ihr flüchtet. Das heisst, ein gekoppeltes System aus Materie/exotischer Materie würde in Richtung der positiven Materie beschleunigen - und dabei nicht einmal die Impulserhaltung verletzen. Je näher man die beiden zusammenbringt, desto stärker ist die Beschleunigung. Dies liesse sich dann nutzen, um fast beliebig hohe Beschleunigungen zu erreichen. Der einzige Haken: niemand weiss, wie man nennenswerte Mengen exotischer Materie herstellen soll... :D

Dass man bei 1g-Beschleunigung in 4 Jahren Schiffszeit das ganze Universum erreichen könnte, stimmt IIRC nicht so ganz. Der Flug nach Andromeda etwa würde 15 Jahre Schiffszeit in Anspruch nehmen. Aber ich denke, mehr als einige Jahrzehnte dürfte kein Punkt im sichtbaren Universum entfernt sein.

Ich
22.10.2008, 18:12
Eine sehr viel spekulativere Möglichkeit läge vielleicht darin, einen "diametrischen" Antrieb zu verwenden.
Das wurde schon vor fast 50 Jahren umgesetzt:
Perpetumobil (http://www.physikfuerkids.de/historie/permet/permet.html)

webmantz
22.10.2008, 18:34
Moin MAC,


Wozu auch, so lange es anders viel billiger geht?

Du führst die fehlende Gravitation an. Dieses Problem kann man extrem viel billiger und genau so wirksam auf anderen Wegen lösen.
wie?


Auch ein Ionentriebwerk treibt nur so lange an, wie es Materie zum Abstrahlen hat.
Das stimmt, allerdings dürfte der Bedarf an sog. Stützmasse, die abgestrahlt wird, deutlich geringer sein als der Bedarf an Treibstoffmasse bei chemischen Antrieben. Vorausgesetzt, man hat genug Energie zur Verfügung, um den Ausstoß auf entsprechend hohe Geschwindigkeit zu beschleunigen. Zwischen den aktuell erreichbaren Ausstoßgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/s und dem theoretischen Maximum von c - x% liegen noch Welten.


Ein Sonnensegel hat immer das Problem, daß die Beleuchtungsstärke mit 1/r^2 abnimmt ...
Daher halte ich ein Sonnensegel auch nicht für den optimalen Antrieb in diesem Konzept.


Bei der Interstellaren Raumfahrt gibt es eine ganze Menge weitere Probleme, die mit der Dauer nur wenig zu tun haben.
Ich hatte zwar oben auch die interstellare Raumfahrt angesprochen, halte diese aber auch für noch völlig utopisch. Zunächst sollten wir uns vielleicht in der Diskussion auf die interplanetare Raumfahrt beschränken.

Gruß, André

webmantz
22.10.2008, 18:38
Es geht wirklich nicht um Finanzen. Wenn du mit 1 g zum Mars fliegst, hast du eine Höchstgeschwindigkeit von ~1000 km/s. Bei einem Ionentriebwerk mit 80 km/s bedeutet das ein Verhältnis von Treibstoff- zu Nutzmasse von ~ 72 Milliarden zu 1.
Unter Kernfusion geht gar nix, und dann liegen die Triebwerksleistungen weit im Terawattbereich.
Wieso Treibstoff? Die Energiegewinnung soll ja nicht auf dem Raumfahrzeug erfolgen, ergo ist auch kein Treibstoff und kein wie auch immer gearteter Reaktor an Bord notwendig, sondern lediglich ein "Empfänger", welcher die anderswo erzeugte und per Laser oder Mikrowellenstrahl ausgesandte Energie einfängt und für den Antrieb nutzt.

Gruß, André

Aragorn
22.10.2008, 19:17
Wenn du die Weltbevölkerung dazu bringen kannst, daß über den Betriebszeitraum deines Ionenfliegers, die gesamte weltweite elektr. Energieproduktion auf deinen Flieger umgeleitet wird, könnte das klappen. Ich vermute allerdings das dir dann Milliarden Menschen recht schnell auf die Füße treten werden, wenn deren Licht, Kühlschrank, Waschmaschine und Herd wegen Energiemangels nicht mehr funktionieren.

Achja und ganz ohne "Treibstoff" kommst du auch nicht aus. Das nennt man bei Ionenflieger zwar "Stützmasse", kommt aber auf selbe raus. Münchhausen´s Zopftrick funktioniert nicht. Aus dem Impulserhaltungsgesetz m_Rakete*delta_v_Rakete = m_Stützmasse*Ausströmgeschw_Ionentriebwerk ergibt sich: ohne rausgehauene Stützmasse is nix mit Schubkraft.

PS: bei den Schubangaben der Ionentriebwerke (bsw. 10mN bei 300 W Eingangsleistung) steht das "mN" für Milli-Newton und NICHT Mega-Newton (wie du vielleicht annimmst).

Gruß Helmut

mac
22.10.2008, 19:32
Hallo Bynaus,


Eine sehr viel spekulativere Möglichkeit läge vielleicht darin, einen "diametrischen" Antrieb zu verwenden. Alles, was man dazu braucht :) ist eine grosse Menge exotischer Materie mit negativer Energiedichte.ich kenne das Verfahren nicht, weiß also jetzt auch nicht ob sich hier eine oder beide Materiearten während der Beschleunigung wieder in Energie umwandeln, wenn aber nicht, dann meinst Du wahrscheinlich eine rund 40 Jahre alte Erfindung. Der Erfinder hieß glaube ich Lukas, oder war's Jim? Ne, ich bin mir sicher Lukas. Ist aber damals nie über das Prototypstadium hinaus gekommen. ;)

Herzliche Grüße

MAC

mac
22.10.2008, 20:08
Hallo webmantz,


wie?durch entsprechende Fliehkraft. (Rotation)




Das stimmt, allerdings dürfte der Bedarf an sog. Stützmasse, die abgestrahlt wird, deutlich geringer sein als der Bedarf an Treibstoffmasse bei chemischen Antrieben. ...stimmt. Nur deutlich weniger als wahnsinnig viel, ist immer noch ungeheuer viel.




Vorausgesetzt, man hat genug Energie zur Verfügung, Ja, das ist und wird auch immer wieder das wesentliche Problem sein. Und das hat auch etwas mit ‚Ich’s‘ ‚technischen Möglichkeiten‘ zu tun und auch mit Finanzen.

Es ist ja am Ende nicht das Geld, es ist die abzweigbare Arbeitskraft, die nicht unmittelbar zum Überleben und den ganzen Rest an zivilisatorischen Annehmlichkeiten gebraucht wird, es ist aber, noch wichtiger, auch die mit allem Geld der Welt nicht beliebig zu beschleunigende kreative Fähigkeit sehr vieler Menschen über einen sehr langen Zeitraum.

Die kann vielleicht überhaupt erst dann aufgebracht werden, wenn es 15 Milliarden von uns gibt, vielleicht unter solchen Umständen aber auch gar nicht, innerhalb der uns dazu noch verbleibenden Zeit.

Herzliche Grüße

MAC

Bynaus
22.10.2008, 20:14
:D

Ihr macht ein bisschen den Eindruck, als würdet ihr glauben, ich wolle euch mit dem diametrischen Antrieb auf den Arm nehmen... dabei ist das durchaus ernst gemeint, und hat nichts mit Perpetuum mobile zu tun. Der diametrische Antrieb - zumindest als theoretisches Konzept, als das ich ihn auch vorgestellt habe - war eines der Ergebnisse des "Breakthrough Propulsion Physics Program" der NASA...

http://en.wikipedia.org/wiki/Breakthrough_Propulsion_Physics_Program#Diametric_ drive

Auf der Webseite sind noch andere theoretische Antriebsarten erwähnt.

Aragorn
23.10.2008, 12:27
http://en.wikipedia.org/wiki/Breakthrough_Propulsion_Physics_Program


The diametric drive was a speculative proposal for an "engine" which would create a non-conservative gravitational field with non-zero curl.

Wenn das Wegintegral einer geschlossenen Kurve nicht Null ergibt handelt es bei der Konstruktion um ein Peerpetuum Mobile erster Art. Ergo könnte Mills sein "Diametric Drive" nicht patentieren, weil das automatisch in die Kategorie "Nonsens" eingestuft würde.

Gruß Helmut

MichaMedia
23.10.2008, 13:41
Man könnte aber auch ein Raumschiff im Orbit auf einen runden Schienenkreis stark beschleunigen und dann frei setzten. So braucht es weniger Treibstoff.

Theoretisch könnten es auch 3 Raumschiffe sein, jedes nimmt 1/3 Schinennetz mit sich, im Orbit des Mars zusammen gesetzt hat man auch dort eine Schleuder für den Rückflug.

Das LHC im All für Raumschiffe. ;)


Gruß Micha.

astroboy1991
23.10.2008, 15:38
Mhh eine Massetreiber hört sich interessant an. Aber ich glaube du bist immer noch zu langsam. Unter mehreren Monaten Reisezeit geht da realistisch nix. Außerdem ist das wirklich noch das Problem das du den Mars bzw. seinen Orbit darauf vorbereiten musst, dass die Leute auch zurück kommen. Das ist übrigens der Nachteil von allen Marsprogrammen, außer dem "Kampfstern Galaktikamodell".:)

captain kirk
24.10.2008, 01:50
Zwischen den aktuell erreichbaren Ausstoßgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/s und dem theoretischen Maximum von c - x% liegen noch Welten.


hallo webmantz!
kleine zwischenfrage: woher hast du die zahl 130 km/s? sind die ionentriebwerke schon so gut?

FrankSpecht
24.10.2008, 02:20
Moin, MichaMedia,

Man könnte aber auch ein Raumschiff im Orbit auf einen runden Schienenkreis stark beschleunigen und dann frei setzten. So braucht es weniger Treibstoff.
Hast du dir auch Gedanken zum Abbremsen in der Marsumgebung gemacht?

MichaMedia
24.10.2008, 02:23
Moin, MichaMedia,

Hast du dir auch Gedanken zum Abbremsen in der Marsumgebung gemacht?

Ja, daher schrieb ich: weniger Treibstoff, und nicht kein.

Gruß Micha.

FrankSpecht
24.10.2008, 02:29
Moin, Micha

weniger Treibstoff, und nicht kein.
Ah, ok!

War wohl bei nur der Eindruck, als würden sich die Meisten mehr Gedanken über die Beschleunigung zum Mars als das Abbremsen beim Mars Gedanken machen.

Ich
24.10.2008, 17:06
Ich hab noch ne nette Relation gefunden: Wenn ein Raumschiff mit Leergewicht m bei konstanter Beschleunigung a eine Geschwindigkeit v erreichen will, dann muss sein Triebwerk zu Beginn mindestens eine Leistung
P = 1,35 * a * v *m
erbringen. (1,35 ist e/2.)
Diese minimale Leistung wird dann erbracht, wenn die Ausstoßgeschwindigkeit des Treibstoffs gleich v ist.
Für den Marsflug (v~2000 km/s wegen Bremsen, z.B. 100 t Leergewicht) sind das 2,7 TW minimal, etwa die dreifache Leistung aller Kernkraftwerke der Welt. Die Kühlung stelle ich mir interessant vor, mit ein paar GW Verlust muss man ja wohl rechnen.
Prinzipiell ist die Ausstoßgeschwindigkeit aber mit Kernspaltung zu erreichen, Fusion braucht man also doch noch nicht.

webmantz
26.10.2008, 15:04
Moin zusammen,

meine ursprüngliche Idee war ja, die für die Beschleunigung nötige Energie per Laser oder Mikrowellensender an das Raumfahrzeug zu übertragen.

Bei weiterem Nachdenken ist mir noch ein weiterer Gedanke gekommen.
Wie wäre es, wenn man dem Raumfahrzeug nicht Energie schickt, sondern Materie? Also ich stelle mir vor, man würde einen gebündelten Materiestrahl, z.B. aus Wasserstoffatomen bestehend, Richtung Raumfahrzeug schicken. Dieser Materiestrahl würde von jenem mit einem entsprechend großen "Segel" aufgefangen. Das könnte dreierlei genutzt werden:
1. es gäbe einen gewissen Druck auf das Segel, welches das Raumfahrzeug beschleunigt.
2. man könnte einen Teil der Materie verwenden, um zusätzlichen Schub zu erzeugen (z.B. in einem Fusionsreaktor)
3. den restlichen Teil der Materie könnte man speichern und als Treibstoff für das Bremsmanöver am Ziel verwenden.

Vorteil wäre auch, daß das Raumfahrzeug anfangs nur eine sehr geringe Menge an Treibstoff mitnehmen muß.

Die Frage ist, ist soetwas technisch überhaupt möglich? Könnte man einen derartigen fokussierten Teilchenstrahl erzeugen? Besonders schnell müssten die Teilchen ja gar nicht sein, hauptsache um einen Betrag x schneller als das Raumfahrzeug, damit sie es erstens einholen und zweitens noch adäquat beschleunigen können.

Gruß, André

Orbit
26.10.2008, 15:53
webmantz
Ich denke, Du hast Ichs Beitrag nicht verstanden.

webmantz
26.10.2008, 16:15
Moin Orbit,


webmantz
Ich denke, Du hast Ichs Beitrag nicht verstanden.
wie kommst Du darauf? Mein letzter Beitrag bezog sich nicht auf Ichs Beitrag. Ich wollte nur noch eine andere Idee einbringen, wie man eine Antrieb realisieren könnte, ohne daß das Raumfahrzeug den gesamten Treibstoff mitführen muß.

Mir ist natürlich klar, daß es ein rechnerisches Mindestmaß an Energie gibt, welches aufgebracht werden muß, um eine gewünschte Beschleunigung zu erreichen. Zumindest, solange niemand den Subraum entdeckt ;)
Allerdings sind Vergleiche wie "dreifache Leistung aller Kernkraftwerke der Erde" nur für die Gegenwart relevant. In Zukunft könnte die zur Verfügung stehende Energie ganz andere Dimensionen erreichen.

Gruß, André

Schmidts Katze
27.10.2008, 21:13
Mission to Mars an NASA: Mission erfüllt. Ihr könnt uns abholen.

NASA an Mission to Mars: Wir arbeiten an einer Prozedur.


Grüße
SK

MichaMedia
27.10.2008, 22:14
@SK
Auch wenn witzig und Spass muss sein, aber war dieser Spam jetzt wirklich notwendig?
Es machen sich eben Leute Gedanken darüber, die nicht dafür bezahlt werden, die Jenigen, welche dafür Bezahlt werden wollen ja keine Lösung, sonst sind die ihr Job los, alles klar ;)

Gruß Micha.

Schmidts Katze
27.10.2008, 22:31
Hallo Micha,
das ist kein Spam.
Ich habe hier 25 Posts gelesen (mehr oder weniger realistisch), zu der Frage, wie wir zum Mars kommen, aber kein einziges zum Rückflug.

Grüße
SK

MichaMedia
27.10.2008, 23:31
Doch!
ich habe was vorgeschlagen, welches ausgebaut es ermöglicht.
Oder ermöglichen könnte, im ausgebautem Sinne.

Ein Flug zum Mars und zurück ist auch nicht das Thema, gehen geht es, es geht um Kostenersparniss, Zeit und so.
Das mit dem Strahl, um da jetzt nicht dem Threadstarter auf die Füße zu treten, aber naja. Fakt ist, das wir da einsparen können, was im eigenem Orbit ereichbar ist, als Grundgeschwindigkeit, würden mehrere Schiffe starten, welche Teile dieser Grundausrüstung dabei haben, so könnte diese im Mars Orbit verwendet werden, wie eben zwei Flughäfen.

Für mich stellt sich aber immer die Frage des "Warum"?
Was sollen wir da? Lieber kostengünstig verbesserte Roboter hin schicken, welche da verrotten, als ein Mensch der zurück muss, oder geht einer in die Sahara freiwillig um nach Wasser zu buddeln, wohl kaum.

Bemannter Marsflug sehe ich als Unnötig derzeit.

Gruß Micha.

fspapst
28.10.2008, 16:15
Ich hab noch ne nette Relation gefunden: Wenn ein Raumschiff mit Leergewicht m bei konstanter Beschleunigung a eine Geschwindigkeit v erreichen will, dann muss sein Triebwerk zu Beginn mindestens eine Leistung
P = 1,35 * a * v *m
erbringen. (1,35 ist e/2.)
Diese minimale Leistung wird dann erbracht, wenn die Ausstoßgeschwindigkeit des Treibstoffs gleich v ist.
Für den Marsflug (v~2000 km/s wegen Bremsen, z.B. 100 t Leergewicht) sind das 2,7 TW minimal, etwa die dreifache Leistung aller Kernkraftwerke der Welt. Die Kühlung stelle ich mir interessant vor, mit ein paar GW Verlust muss man ja wohl rechnen.
Prinzipiell ist die Ausstoßgeschwindigkeit aber mit Kernspaltung zu erreichen, Fusion braucht man also doch noch nicht.
Zu den 100 t Leergewicht kommen dann noch die 100 Mt Kernreaktoren dazu.
Dann ergeben bei v~2000km/s ein Marsflug zu vieln vieln ExaWatt.
Und die Stützmasse?
Und die Nutzlast?
.....
Wenn wir nicht irgendwann soas wie einen Warpgenerator erfinden sehe ich für solche Spekulationen schwarz.

Gruß
FS

Ich
28.10.2008, 16:19
Zu den 100 t Leergewicht kommen dann noch die 100 Mt Kernreaktoren dazu.

Freilich, nebst geeigneten Einrichtungen, einen fokussierten Materiestrahl mit 2000 km/s zu erzeugen und bei <<0,1% Verlust auszustoßen. Da hilft alles Geld der Welt nicht.

fspapst
28.10.2008, 16:39
Hallo Ich,

Freilich, nebst geeigneten Einrichtungen, einen fokussierten Materiestrahl mit 2000 km/s zu erzeugen und bei <<0,1% Verlust auszustoßen. Da hilft alles Geld der Welt nicht.
hast du Problem mit Geld? Dann geh zu einer amerikanischen Bank an der UUBush beteiligt ist und die geben Dir zuerst 400Mr.$ Kredit und nachdem die Bank pleite ist wird der Steuerzahler nochmal 400Mr.$ zahlen um das Projekt künstlich am leben zu lassen.
Technische Probleme oder Machbarkeiten spielen da keine Rollex.
Beweis: Aktuelle Berichterstattung zur Finanzkriese. :D

FS