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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Humphreys-Davidson-Grenze



captain kirk
24.09.2008, 18:18
hallo!
über google habe ich nichts zu der h.-d.-grenze gefunden. selbst wikipedia gibt dazu nichts her.
kann mir jemand laiengerecht erklären warum sterne nicht größer werden können als 150 sonnenmassen?
ist die h.-d.-grenze eine theorie, oder wissenschaftlich bewiesen?
im voraus danke!

mac
24.09.2008, 18:54
Hallo captain kirk,

Wiki zickt im Moment etwas. Such mal unter dem Begriff Eddington-Grenze und Eddington Leuchtkraft.

Die Obergrenze für Sternenmasse ist wohl auch abhängig von der Metallizität.


Herzliche Grüße

MAC

Orbit
24.09.2008, 19:43
Wiki zickt im Moment etwas.
Diesen Eindruck habe ich auch. Dort scheint man zur Zeit alles umschreiben zu wollen. Das dürfte allerdings nicht schaden. Man möchte ja auch wieder mal einen Beitrag lesen, der nicht mit dem Vermerk 'Bearbeiten' versehen ist.

captain kirk
24.09.2008, 20:56
Hallo captain kirk,

Wiki zickt im Moment etwas. Such mal unter dem Begriff Eddington-Grenze und Eddington Leuchtkraft.

MAC

danke!
leider beantwortet der wiki-artikel zur eddington-grenze nicht meine fragen.
vielleicht könnte mir doch jemand kurz und einfach meine obigen fragen beantworten.

mac
24.09.2008, 21:57
Hallo captain kirk,

wenn ein Stern aus einer Gas und Staubansammlung entsteht, wird Gravitationsenergie während der Massenzusammenballung frei und wenn genügend Masse zusammengekommen ist, dann setzt Kernfusion ein. Je mehr Masse, um so stärker (Die Strahlleistung steigt mit M^3 bis M^4) Diese Energie wird in Form von Strahlungsenergie und Sonnenwind abgestrahlt. Diese Strahlung ‚vertreibt‘ Gas und Staub aus der Sternumgebung, so daß der Nachschub für weiteres Wachstum ausbleibt.

Das ganze stellt eine Art Selbstregulierung dar, die selbst bei den größten Gaskonzentrationen anscheinend eine Massenansammlung von mehr als 150 Sonnenmassen nicht zuläßt. Man vermutet wohl, daß das in der Anfangsphase des Universums noch eine höhere Grenze hatte, weil die Kernfusion ohne ‚Metalle‘ langsamer abläuft.

Herzliche Grüße

MAC

captain kirk
25.09.2008, 20:21
Hallo captain kirk,

wenn ein Stern aus einer Gas und Staubansammlung entsteht, wird Gravitationsenergie während der Massenzusammenballung frei und wenn genügend Masse zusammengekommen ist, dann setzt Kernfusion ein. Je mehr Masse, um so stärker (Die Strahlleistung steigt mit M^3 bis M^4) Diese Energie wird in Form von Strahlungsenergie und Sonnenwind abgestrahlt. Diese Strahlung ‚vertreibt‘ Gas und Staub aus der Sternumgebung, so daß der Nachschub für weiteres Wachstum ausbleibt.

Das ganze stellt eine Art Selbstregulierung dar, die selbst bei den größten Gaskonzentrationen anscheinend eine Massenansammlung von mehr als 150 Sonnenmassen nicht zuläßt. Man vermutet wohl, daß das in der Anfangsphase des Universums noch eine höhere Grenze hatte, weil die Kernfusion ohne ‚Metalle‘ langsamer abläuft.

Herzliche Grüße

MAC

danke! das nenne ich kurz und prägnant. ich habe alles verstanden, vielen wikipedia-artikeln fehlt einfach diese prägnanz.

captain kirk
25.09.2008, 20:31
doch noch ein paar fragen: wenn staub und gas sich zusammenballen wir zuerst gravitationsernergie frei:
wie genau entsteht diese gravitationsenergie?
und
warum entsteht diese gravitationsenergie nicht wenn bei einer supernova der kern zu einem schwarzen loch kolabiert? die energie müßte doch dem kollaps entgegenwirken, oder ist sie zu klein?

mac
25.09.2008, 20:49
Hallo captain kirk,

Gravitationsenergie ist im Prinzip die Umkehrung der Flucht(geschwindigkeit). Um Eine Rakete oder einen Stein von der Erde wegzuschleudern braucht's Energie.

Bei einem Kollaps eines Sterns zu einem Neutronenstern ist das fast so viel, wie die Masse des Sterns, denn die Fluchtgeschwindigkeit von einem Neutronenstern liegt bei 0,3 c oder höher.

Diese Energie wird bei einem Supernova-Kollaps zum weit überwiegenden Teil als Neutrinos abgestrahlt. Der 'kümmerliche' Rest ist dann als SN zu bewundern.

Wenn der Kollaps noch weiter geht, dann wird es so kompliziert, daß ich den genauen Hergang nicht mehr beschreiben kann. Nur so viel: Wenn der Druck in einem Neutronenstern weiter ansteigt, (z.B. durch Massenakretion von einem Doppelsternpartner) wird eine weitere Grenze die die Kontraktion des Neutronensterns zunächst noch verhindern konnte überwunden. Wenn die Oberfläche dieses Neutronensterns durch die dann weiter gehende Kontraktion (Kollaps) unter den Schwarzschildradius gelangt, dann ist die Sache gegessen. Nur noch der 'Rest', der nicht schnell genug hinterher kommt, weil er z.B. seinen Drehimpuls nicht so schnell los wird, strahlt noch heftig nach draußen.

Herzliche Grüße

MAC

fspapst
26.09.2008, 08:44
doch noch ein paar fragen: wenn staub und gas sich zusammenballen wir zuerst gravitationsernergie frei:
wie genau entsteht diese gravitationsenergie?
Hallo Kirk,
ich vermute Du willst auch folgendes wissen:
Durch die Gravitation ziehen sich die Gas/Staub-Wolken zusammen.
Dabei entsteht ein höherer Druck.
Wenn sich der Druck erhöht, entsteht Wärme (Luftpumpe)
Diese Wärme wird vom Staub per Infrarot abgestrahlt und das Staub/Gasgemisch gekühlt, damit es sich weiter zusammen ziehen kann bis ... irgendwann ein Stern entsteht. :)

Gruß
FS