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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Extrasolare Planeten: Erdähnliche Planeten um Alpha Centauri B?



astronews.com Redaktion
10.03.2008, 12:30
Kreisen erdähnliche Planeten um das nächstgelegene Sternensystem? Ein Team von Astronomen der University of California in Santa Cruz hält dies für durchaus möglich. Die Forscher haben umfangreiche Computersimulationen des Alpha Centauri-Systems durchgeführt und sind davon überzeugt, dass erdähnliche Planeten dort nicht nur entstehen konnten, sondern dass sie mit verfügbaren Teleskopen auch aufgespürt werden können. (10. März 2008)

Weiterlesen... (http://www.astronews.com/news/artikel/2008/03/0803-012.shtml)

ralfkannenberg
10.03.2008, 12:40
Kreisen erdähnliche Planeten um das nächstgelegene Sternensystem? Ein Team von Astronomen der University of California in Santa Cruz hält dies für durchaus möglich. Die Forscher haben umfangreiche Computersimulationen des Alpha Centauri-Systems durchgeführt und sind davon überzeugt, dass erdähnliche Planeten dort nicht nur entstehen konnten, sondern dass sie mit verfügbaren Teleskopen auch aufgespürt werden können. (10. März 2008)

Weiterlesen... (http://www.astronews.com/news/artikel/2008/03/0803-012.shtml)

Hallo zusammen,

Vorsicht: Hier wird "nur" spekuliert, ob man solche Planeten nachweisen könnte; Messdaten liegen bislang noch keine vor.

Wobei es ja nicht neu ist, im Alpha Centauri-System zu forschen; und nach Planeten um Proxima Centauri oder einer vierten Sonne hat man dort ja ebenso wie beim Sirius auch schon mehrfach (bislang erfolglos) gesucht.


Freundliche Grüsse, Ralf

Bynaus
10.03.2008, 12:56
Bei Proxima Centauri gibts aber offenbar Hinweise, dass da was sein könnte. Nichts konkretes, aber man liest immer mal wieder davon...

Ich bin gespannt, was da rauskommt. Im Mai sollen die ersten Beobachtungen gestartet werden.

Anac
10.03.2008, 14:12
Und wieso unbedingt AC B ? Was spricht denn gegen A, den größeren der beiden Partnersterne?

pauli
10.03.2008, 14:15
Noch erstaunlicher finde ich die Tatsache, dass erst jetzt die nächsten Sterne untersucht werden, liegt es nicht nahe, die nächste Umgebung zuerst abzusuchen? na ja

Gernot
10.03.2008, 14:46
Noch erstaunlicher finde ich die Tatsache, dass erst jetzt die nächsten Sterne untersucht werden, liegt es nicht nahe, die nächste Umgebung zuerst abzusuchen? na ja

Vielleicht, weil vor Kurzem noch galt, dass es in Mehrfachsternsystemen keine Planeten geben kann? Zumindest keine auf stabilen, nicht allzu exzentrischen Umlaufbahnen?

mephal
10.03.2008, 15:47
Man stelle sich nur einmal vor, was passieren würde, stellte man wirklich fest, dass es dort (einen) Planeten in der habitablen Zone gibt. Da bekäme das James Web Teleskop eine ganz neue Bedeutung und vielleicht würden ganz neue Geldmengen in die Weltraumforschung fließen *träum*

UMa
10.03.2008, 22:04
Hallo Pauli,

für Alpha Centauri A und B gibt es seit November 1988 RV-daten vom
MJUO, sowie später von ESO,'Coralie' und AAT.
Planeten mit mehr als K~5m/s kann man bisher ausschließen.

Alpha Centauri B ist ruhiger als A d.h. er schwankt weniger selbst.

Grüße UMa

mac
10.03.2008, 22:53
Hallo UMa,


Alpha Centauri B ist ruhiger als A d.h. er schwankt weniger selbst.gibt es dafür einen Grund? Was bedeutet er schwankt weniger selbst? Wie kann er schwanken?

Herzliche Grüße

MAC

jonas
10.03.2008, 23:35
gibt es dafür einen Grund? Was bedeutet er schwankt weniger selbst? Wie kann er schwanken?Ich nehme an, dass UMa hier die Bewegung meint, die durch umlaufende Planeten die Sterne ins "wobbling" bringen.

mac
10.03.2008, 23:45
Hallo Jonas,

Ich nehme an, dass UMa hier die Bewegung meint, die durch umlaufende Planeten die Sterne ins "wobbling" bringen.in dem Kontext:

Nach Angaben von Gregory Laughlin, Professor für Astronomie und Astrophysik in Santa Cruz würde eine Reihe von Faktoren Alpha Centauri B zu einem ausgezeichneten Kandidaten für die Suche nach terrestrischen Planeten machen
Und wieso unbedingt AC B ? Was spricht denn gegen A, den größeren der beiden Partnersterne?
Noch erstaunlicher finde ich die Tatsache, dass erst jetzt die nächsten Sterne untersucht werden, liegt es nicht nahe, die nächste Umgebung zuerst abzusuchen? na jahatte ich das gerade nicht so verstanden und mich deshalb auch so gewundert was Alpha A denn da seltsames treibt?

Herzliche Grüße

MAC

Bynaus
11.03.2008, 01:50
Die Photosphäre von Alpha Cen B ist ruhiger als jene von A. Weniger koronale Aktivität, weniger Flares, etc. Ideal, um nach erdgrossen Planeten zu suchen. Aber A ist auch recht gut geeignet, und wenn man schon bei B sucht, wird man auch A nicht auslassen. Die Sensititivität ist bei B aber besser.

Was die Frage angeht, warum man nicht schon lange danach gesucht hat, Tatsache ist, man hat gesucht, es gibt keine Jupitergrossen Planeten um A oder B, und die RV-Spektrometer sind erst seit vergleichsweise kurzer Zeit so empfindlich, dass sie kleinere Planeten um die beiden Sterne entdecken könnten.

MichaMedia
11.03.2008, 02:15
Ich finde die Suche zu verfrüht, ich glaub nicht das sie jetzt schon was finden können, auch nicht mit besseren RV-Spektrometern. Bei einem Einzellstern vieleicht, aber in einem flotten Dreier sehe ich eine zu gringe Chance, was sich dann eben Negative auslegen kann für die Forschung.

Ist halt nur meine Meinung und wie jede Meinung ist diese Subjektiv, aber mal eben die neuesten Klamotten einpacken und sich auf die Suche zu machen finde ich Überheblich. Das Problem wird nähmlich sein, das sie nur Erfolge verzeichnen, wenn sie was finden, denn wenn sie nichts finden, heißt es noch nicht das nichts da ist, sondern das sie nichts gefunden haben und schon ist es rausgeschmissenes Geld und schlecht für Forschungsgelder.

Mir wer lieber die würden noch warten bis die Instrumente wenigstens 5-10 mal besser sind, denn wenn die wirklich nichts finden, aber tatsächlich was da ist, wird man es vermutlich nie erfahren, den nochmal Geld weil die RV-Spektrometern dann 5x besser sind als jetzt, wird es dann nicht mehr geben.

Und das von mir Beschriebene macht gerade beim Nachbarsystem das Fett kalt und die Friteuse aus, dann wird nur noch mit Standard nach Gasriesen im All gesucht.

Ist doch eigentlich auch egal, ob wir in 5 Jahren es wissen, ob wir Littlecentauri gefunden haben, oder in 20. Nur wenn wir ihn in 5 Jahren nicht gefunden haben, können wir nicht ausschliessen, das es ihn nicht gibt und werden ihn dann auch nicht in 20 Jahren Entdecken, da man eine erneute Suche nicht finanziert in so kurzen Abständen.

Gruß Micha

Bynaus
11.03.2008, 02:50
Ich finde die Suche zu verfrüht, ich glaub nicht das sie jetzt schon was finden können, auch nicht mit besseren RV-Spektrometern.

Das ganze basiert auf Simulationen. Diese haben gezeigt, unter Berücksichtigung aller möglichen Störfaktoren, dass man Planeten im Bereich zwischen 1 und 2 Erdmassen finden könnte, mit heutigen Mitteln. Das kannst du doch nicht im Ernst mit "ich finde, es ist noch zu früh" anzweifeln... Dafür müsstest du zumindest zeigen können, dass die Simulationen auf falschen Annahmen basieren.

mac
11.03.2008, 08:11
Hallo Bynaus,


Die Photosphäre von Alpha Cen B ist ruhiger als jene von A. Weniger koronale Aktivität, weniger Flares, etc.Danke für die Erklärung. :)

Herzliche Grüße

MAC

mac
11.03.2008, 08:53
Hallo Micha,

warum so ängstlich? ;) Ist’s die Grippe? Archaisches Verhaltensmuster - Nur nicht auffallen, sonst hält mich der Tiger für leichte Beute. :D

Sogar in unserem Sonnensystem sucht man heute noch nach Planeten und wird das auch in Zukunft noch tun. Mit jeder neuen Gerätegeneration werden auch alte Ergebnisse erneut überprüft. Sehr viele aktuelle Forschungsergebnisse stützen sich auf Messungen, die gerade oberhalb der Rauschgrenze liegen. (Sonst wären andere ja schon schneller gewesen ;) ) Ich mach‘ mir da keine Sorgen. Die werden suchen bis sie was finden und dann erst recht.

Viel schlimmer für jede nachhaltige langfristige Entwicklung, zu der ja auch die Forschung zählt, sind die Seuchen Geldgier und Habsucht. Wenn wir zulassen daß immer mehr nur noch der kurzfristige Gewinn zählt, lassen wir zu, daß ohne Not das Saatgut verfrühstückt wird.

Lass Dich gesund pflegen!

Herzliche Grüße

MAC

MichaMedia
11.03.2008, 17:29
Hallo Bynaus,

Das ganze basiert auf Simulationen. Diese haben gezeigt, unter Berücksichtigung aller möglichen Störfaktoren, dass man Planeten im Bereich zwischen 1 und 2 Erdmassen finden könnte, mit heutigen Mitteln. ....
Littlecentauri hat nur 0,87 Erdmassen ;)

Nein Spass beiseite, Simulationen zweifel ich nicht an, in der Richtung kenne ich einiges, aber ich finde die Auflösung noch nicht empfindlich genug, ab 0,5 EM wer mir lieber. Vieleicht bin ich ja auch nur zu Ängstlich das es in die Hose geht.

Gruß Micha.

MichaMedia
11.03.2008, 17:35
Hallo Mac,

mittlerweile frage ich mich was schlimmer ist, die Grippe oder die Medikamente dafür.

Danke für die Aufbauenden Worte, ich bin da halt Ängstlich, weil mein "Bauchgefühl" mir sagt, das eher kleinere Planeten < 1EM zu finden sind.
Vieleicht kommt das Bauchgefühl von den Nebenwirkungen des Antibiotika. ^^

Gruß Micha

Baby Jingle
11.03.2008, 18:13
Was mich persönlich mehr interessiert ist,
was passiert wenn etwas vielverprechendes entdeckt wird?

Wie reagieren Nasa / Esa , Wirtschaft und Finanzen?
Wird die erst interplantare Sonde geschickt oder beobachten wir den Planet nur aus der Ferne?
Und wenn tatsächlich eine 2. Erde gefunden wird? - Rückt der Mars in den Hintergrund? Wie reagiert die Öffentlichkeit?

Ich würde gern eure Gedanken und Meinungen bezüglich dessen Lesen ;)

ralfkannenberg
11.03.2008, 18:58
Wird die erst interplantare Sonde geschickt

Na ja, weit beunruhigender würde ich es finden, wenn die eine interplanetare Sonde zu uns schicken würden ;)


Rückt der Mars in den Hintergrund?
Kaum, denn der ist ja viel näher und leichter zu erreichen. Wie übrigens auch der Jupitermond Europa und der Saturnmond Enceladus, durch dessen Wasserfontänen der Cassini morgen ja fliegen soll ! - Zuvor könnte man ja vielleicht noch ein paar Bilder vom in der vergangenen Woche entdeckten Rhea-Ring machen :)


Freundliche Grüsse, Ralf

ralfkannenberg
11.03.2008, 19:02
Noch erstaunlicher finde ich die Tatsache, dass erst jetzt die nächsten Sterne untersucht werden, liegt es nicht nahe, die nächste Umgebung zuerst abzusuchen? na ja

Hallo pauli,

keine Sorge - Alpha Centauri (A, B, Proxima) und auch der doppelt so weit entfernte Sirius (A, Weisser Zwerg B) werden schon seit langer Zeit sehr genau angeschaut !


Freundliche Grüsse, Ralf

pauli
11.03.2008, 19:06
na, wollen wir mal hoffen, dass sie auch was feines finden, ich bin jetzt 45 und will es unbedingt noch erleben :)

ralfkannenberg
11.03.2008, 19:09
na, wollen wir mal hoffen, dass sie auch was feines finden, ich bin jetzt 45 und will es unbedingt noch erleben :)

Psst - die sind doch längst schon da. Schon mal was von GO... gehört ?

tichy
12.03.2008, 18:14
Also ich würde das nicht beunruhigend finden wenn vom AC eine Sonde zu uns rübergetuckert kommen würde. Wäre doch ziemlich spannend.

Außerdem, wie lange würde so eine Sonde von uns zu denen Brauchen?

4,3 Lichtjahre.... Keine Ahnung, wer weiß es?

MichaMedia
12.03.2008, 18:23
Hallo Ralf,

Psst - die sind doch längst schon da. Schon mal was von GO... gehört ?

Was meinst Du damit?

Hallo tichy,


Außerdem, wie lange würde so eine Sonde von uns zu denen Brauchen?

4,3 Lichtjahre.... Keine Ahnung, wer weiß es?
"Lichtjahr" ist eine Entfernungsangabe, keine Zeitangabe.
Wenn "Die" es schaffen, ihre Sonde auf 10.000 km/s zu beschleunigen, wer diese (ohne Berücksichtigung von RT Effekten) ca. 130 Jahre unterwegs.
Andersrum natürlich auch, wenn wir Eine los schicken.

Gruß Micha.

tichy
17.03.2008, 00:25
Für meinen geschmack eindeutig zu lang!

MichaMedia
17.03.2008, 04:10
Für meinen geschmack eindeutig zu lang!

Und der Grund warum wir nicht Gemeinsam mit den Klingonen und Vulkaniern dahin fliegen um nach zu gucken.^^

Bynaus
20.05.2009, 22:56
Ein sehr empfehlenswerter Artikel (auf englisch) zum Stand der Suche nach terrestrischen Planeten im Alpha Centauri System:

http://seedmagazine.com/content/article/the_long_shot/P1/

_Mars_
22.05.2009, 09:32
Ein Stern bildet sich doch immer aus einer protostellaren scheibe, oder??

Also der rest, der überbleibt formt langsam asteroiden, dann daraus planeten.

Theoretisch müsste also um ALLE Sterne Planeten oder zumindest Gesteinsbrocken entstanden sein, oder??



Also müssten auch fast alle Sterne noch mehr oder minder über ein planetensystem verfügen - einige wenige haben vielleicht alles verloren...

Oder schleudern bestimmte Sterntypen am Anfang bereits den Staub durch heftige Sternwinde und Ausbrücheaus dem Sternsystem? Zum Beispiel haben kleine sterne am anfang ihrer Lebenszeit besonders viele Ausbrüche, dafür leben sie dann aber um so länger und fusionieren in den Zeiten danach völlig ruhig weiter



An unserem Sonnesystem ist ziemlich viel platzverschwendung: 99 prozent leer, so wie in nem atom... deer rest zu 0,89 prozent macht die sonne aus und vom rest 80 prozent der Jupiter (8 mal so viel wie die anderen planeten zusammen)

Wieviele Erden da platz hätten... Und reichlich mit sonne versorgt wären

Ich habe mal eine vermutung gelesen, dass unser sonnensyst gewaltig unterbevülkert (von planeten) sein soll, im vergleich zu anderen

Orbit
22.05.2009, 10:05
Wieviele Erden da platz hätten... Und reichlich mit sonne versorgt wären
Nein, das geht so nicht. Ein Sonnensystem ohne Planeten-Resonanzen wäre instabil. Und diese Resonanzen brauchen Platz.

Lies hier mal den Beitrag 26 von Banaus:
http://www.astronews.com/forum/showthread.php?p=52021&highlight=Resonanz#post52021
Orbit

_Mars_
23.05.2009, 12:10
Ach ja, danke

stimmt ja, das mit den Resonanzen, da sie sonst nicht über jahrmilliarden stabil bleiben könnten.

FrankSpecht
23.05.2009, 22:52
Moin, _Mars_,

Theoretisch müsste also um ALLE Sterne Planeten oder zumindest Gesteinsbrocken entstanden sein, oder??
Nicht nur gehe ich mit Orbit konform, sondern erweitere: Auch die >>Metallizität<< (http://de.wikipedia.org/wiki/Metallizit%C3%A4t) der Sterne spielt eine Rolle.

Planetenproduktion ist nicht so einfach, wie man sich das manchmal vorstellt. Gerade, wenn es sich um Gesteinsbrocken handeln soll.

berlin
24.12.2010, 16:45
Hallo Leute,

was meint Ihr.
Werden wir im nächsten Jahr erfahren ob es im Alpha Centauri System
Planeten gibt. Und wenn ja was glaubt ihr. Man hat ja von den
suchenden Teams überhaupt nichts gehört. Alles wird wie ein
Staatsgeheimnis behandelt. Oder liegt es einfach nur daran das
man bisher nichts gefunden hat und man keine Nachricht unterdrücken muß.

Frohe Weichnachtsgrüße von
Berlin aus Berlin

Kibo
24.12.2010, 19:52
Frohes Fest,
Ich denke man hat einfach noch nichts gefunden. Da wird auch nichts sein, was man per Transit entdecken kann aber das schließt dann nur einen sehr geringen Prozentsatz aus. Die Chancen für einen kleineren Planeten stehn also noch ganz gut.

ich wünsche eine reiche Bescherung
Kibo

Bynaus
25.12.2010, 08:52
Je länger es dauert, desto kleiner sind die potentiell übrig bleibenden Planeten. Nächstes Jahr wird man, wenn ich mich recht erinnere, Planeten bis hinunter zu drei Erdmassen finden oder ausschliessen können. Man muss sich vor Augen halten, um einen zehn mal kleineren Planeten zu entdecken muss man rund hundert mal mehr Messungen machen. Das dauert eben.

Tranits gibts keine, das wüsste man, aber wir sehen das System ohnehin praktisch "von oben".

_Mars_
25.12.2010, 10:53
Hm, das heißt also, es gibt keine Hot Jupiters um unseren Nachbarn...

Naja, dafür eine umso größere Chance, dass ein kleinerer Planet seine Bahnen dort zieht...

TomTom333
25.12.2010, 16:05
Frohes Fest Allen......


ich weis nicht mehr wo, aber ich habe mal gelesen, dass durch die beiden Sonnen und deren Umlaufzeiten und mit dem 3. Kepler-Gesetz wohl fast genau eine Jupitermasse fehlt. Da es aber ganz sicher keinen so großen Planeten dort gibt und auch Neptun ähnliche schon fast auszuschließen sind.
Bleibt also jede Menge Fels übrig.
Um so länger ich überlege um so mehr bin ich davon überzeugt, dass s bei arxiv war......... Aber beschwören möchte ich es nicht.

Lasst euch auch weiterhin gut beschenken.
Hier Schneit es ohne Ende.... und ca. 60 cm haben wir schon......

Tom

SRMeister
25.12.2010, 16:58
Es gibt schon eine recht große Chance, dass es mehrere kleine Planeten um beide alpha Centauren gibt. Die Frage ist, ob einer der Planeten in der habitablen Zone steckt. Außerdem haben die Jupiter die Funktion, Eisbrocken aus der Oortschen Wolke nach Innen zu den kleinen Planeten abzulenken. Dort gibt es ja keine Jupiter. Die Frage ist also ob die Planeten trocken sind. Die Forscher nehmen aber im Fall von Planeten um alpha Cen. B an, dass der binäre Begleiter also alpha Cen. A, diese Rolle übernommen haben könnte.
Nachtrag: Bei Sonnensystemen mit einzelnen Sternen, tragen Jupiter die Eisbrocken zu den kleinen Planeten. Das führt dazu, dass gewöhnlich (Lehrmeinung) erdähnliche Planeten zumeist mit einer erheblichen Wassermenge bedeckt sind und es somit keine Landflächen gibt. Im Fall der Erde spielt die Kollision, die zur Entstehung des Mondes führte, in diesem Zusammenhang eine Rolle. Die hypothetischen Planeten um aC-B dürften dieses Problem nicht haben, sie sind wohl eher zu trocken als zu nass.

TomTom333
25.12.2010, 18:49
... sie sind wohl eher zu trocken als zu nass.

Kannst du das Belegen?
Meiner Meinung ist das reine Spekulation.
Und wie die felsigen Planeten zu ihrem Wasser kommen ist immer noch nicht gesichert. Hier bei AN war vor einiger Zeit ein Bericht, dass Forscher eine neue Lösung gefunden haben und das Wasser schon von Anfang an aus der Wolke der Entstehung kam.
Wir werden mehr sagen können wenn der TPF mal endlich im All ist.
Ich persönlich glaube, dass Kepler den Weg ebnen wird und durch dessen Funde die Gelder für den TPF zusammen kommen. Und dann.........

Tom

SRMeister
25.12.2010, 19:42
Kannst du das Belegen?
Meiner Meinung ist das reine Spekulation.

Logischerweise ist das alles nur Spekulation. Trotzdem:

http://de.wikipedia.org/wiki/Alpha_Centauri

Sicher auszuschließen sind jedoch Gasriesen wie Jupiter und Saturn, die sich wegen der gravitativen Störungen in einem Doppelsternsystem nicht bilden können.[24] Daher ist es nicht verwunderlich, dass bis heute keine Auffälligkeiten in der Radialgeschwindigkeit gefunden wurden, die auf solche hindeuten. Durch das Fehlen eines Gasriesen gehen einige Astronomen davon aus, dass ein eventuell vorhandener terrestrischer Planet im Alpha-Centauri-System trocken sein könnte. Dies beruht auf der Annahme, dass Gasriesen wie Jupiter und Saturn entscheidend dafür sind, dass Kometen in das Innere eines Sternsystems gelenkt werden und durch Einschläge Wasser auf die Planeten bringen. Es kann sein, dass dieser Effekt trotz des Fehlens der Gasplaneten eintritt, vorausgesetzt, Alpha Centauri A würde die Rolle des Jupiters für Alpha Centauri B übernehmen oder umgekehrt. Es ist ebenfalls vorstellbar, dass Proxima Centauri im Periastron eine Menge Kometen aus der Oortschen Wolke des Systems ablenken und somit mögliche terrestrische Planeten um die Sterne A und B mit Wasser versorgen könnte.[25] Da noch keine Oortsche Wolke nachgewiesen wurde, besteht auch die Möglichkeit, dass sie während der Formation des Systems völlig zerstört wurde.

Noch ein Zitat aus dem Paper, worauf der Artikel zu diesem Thema (im ersten Post) basiert:
http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0802/0802.3482v3.pdf

Results to date consistently indicate that planetary systems with one or more Earth-mass planets can form within 2.5 AU from the host stars and remain stable for gigayear scales. Numerical simulations and stability analyzes of planetesimal disks indicate that material is stable within 3 AU from A/B, as long as the inclination of the disk with respect to the binary is . 60◦ (Quintana et al. 2002; Wiegert & Holman 1997). In essence, with regard to the formation process, the companion star plays the perturbative role that the gas giants in our solar system are believed to have played during the formation phases of the Sun’s terrestrial planets.

Es gibt noch weitere wirklich sehr interessante Papers auf arxiv.org, als Suchbegriff zB "Centauri" verwenden.

Hoffen wir das TPF doch noch Realität wird. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die Planeten genauer unter die Lupe zu nehmen. Immerhin wurden in letzter Zeit auch große Fortschritte beim direkten Beobachten von extrasolaren Planeten gemacht und das sogar von bodengestützten Instrumenten. Gerade die Nähe von a-Cen bringt hier viele Vorteile. Außerdem sagen die Forscher in dem o.g. Paper dass die erdähnlichen Planeten schon heute erkennbar sein müssten.(Radialvelocity Methode)

Bynaus
26.12.2010, 09:26
Zunächst einmal: Ja, es gibt mit Sicherheit weder Hot Jupiters noch Hot Neptunes um Alpha Cen A oder B, die hätte man mittlerweile längst gefunden. Aber die Masse der Felsplaneten beträgt kumuliert sicher keine Jupitermasse (Jupiter = 318 Erdmassen). Da haben vielleicht je 2 bis 5 Planeten Platz in dem System, da kommen kaum mehr als 10, 20 Erdmassen zusammen. Alpha Cen ist allgemein etwas metallreicher als die Sonne, dürfte also auch massivere Planeten besitzen, wenn die gleichen Prozesse gespielt haben.

Man ist sich ziemlich einig darüber, dass erdähnliche Planeten praktisch wasserlos entstehen. Zunächst sind sie ja superheisse Magmakugeln, da dürfte es für Wasser schwierig sein, sich zu halten. Erst späte (dh, wenn die Planeten abgekühlt sind) Einschläge, vermutlich von Asteroiden, bringen das Wasser zu den Planeten. Kometen werden heute als nicht ganz so wahrscheinlich angsehen, weil das Deuterium/Protion (D/H)-Verhältnis von Kometen von jemem von Meerwasser abweicht. Allerdings gibts da auch eine starke Variation der D/H-Verhältnisse, so dass möglicherweise das Meerwasser einfach das gemittelte D/H darstellt, das kann man nicht ausschliessen. Wenn unser Wasser aber von Asteroiden stammt, dann sind die Planeten bei Alpha Cen trocken, die einzige Chane auf Wasser kommt von Proxima Centauri (http://www.final-frontier.ch/Alpha_Centauri_Proxima_und_das_Leben).

Es stellt sich aber auch die Frage, ob Alpha Cen überhaupt eine Oortsche Wolke besitzt. Diese ist nämlich bei unserem Sonnensystem überhaupt erst durch die Gasriesen bevölkert worden, die Eisklumpen aus dem System geschleudert haben. Sicher, auch die beiden Sterne im Alpha Cen System können das, aber es stellt sich die Frage, ob diese Eisklumpen durch die höhere Gravitation nicht einfach vollständig aus dem System geschleudert werden, oder aber durch die Strahlung der Sterne so viel Eis verlieren, dass sie gar nicht mehr als eigentliche Kometen gelten können.

So oder so, es sind noch viele Fragen offen, aber ich würde sagen, Alpha Cen ist ein sehr interessantes System, über das wir im nächsten Jahr noch einiges hören werden...

_Mars_
26.12.2010, 19:31
Man ist sich ziemlich einig darüber, dass erdähnliche Planeten praktisch wasserlos entstehen.

Aber gänzlich wasserlos sind sie sicher nicht entstanden, nur der quantitative Rest ist wahrscheinlich erst nacher geliefert worden, da hast du Recht.


Das Gestein ist feucht (wichtig für Tektonik) mit wenigen Gewichtsprozent an flüchtigen Elementen (wie eben Wasser, Kohlendioxid,... )


Selbst wenn also nachträglich kein Wasser angekommen wäre, dann hätte man wahrscheinlich immer noch ein paar Seen... Nicht lebensfreundlich im großen Sinne, aber ein paar Pfützen sollten zu finden sein.

Bynaus
26.12.2010, 22:54
In den inneren Bereichen der Scheibe gibt es praktisch kein Wasser. Wasser kommt in solchen Scheiben in Form von Eis vor, und das bildet sich nur jenseits der sogenannten Schneelinie, dh, im frühen Sonnensystem jenseits von ca. 5 AU.

Das Gestein wird erst "feucht" durch das Wasser, das später hinzu kommt. Wenn nichts mehr hinzukommt, dann hat man halt einfach knochentrockene Wüstenplaneten. Allfällige "Pfützen" oder "Seen" würde da sofort verdampfen und sich in der Atmosphäre als Wasserdampf lösen - denn erst, wenn die Atmosphäre gesättigt ist, können sich stehende Wasserflächen bilden, und erst, wenn wir Ozeane haben, kommt auch Wasser ins Gestein und ermöglich Tektonik und einen Kohlenstoffkreislauf.

Selbst in unserem System hat die Venus, obwohl sie eine sehr ähnliche Bahn und Grösse wie die Erde hat, nicht einmal ein Zehntel soviel Wasser abbekommen wie die Erde. Das deutet darauf hin, dass der Gewinn von Wasser "stochastisch" ist, also von ein paar wenigen zufälligen Entwicklungen abhängig - mit anderen Worten: ein Planet kann perfekt in der bewohnbaren Zone sitzen, aber trotzdem zu wenig Wasser bekommen, um lebensfreundlich zu sein.

_Mars_
27.12.2010, 19:30
ein Planet kann perfekt in der bewohnbaren Zone sitzen, aber trotzdem zu wenig Wasser bekommen, um lebensfreundlich zu sein.

Schweinerei sowas! :)

SRMeister
06.01.2011, 17:38
Hier (http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1101/1101.0954v1.pdf) wird mal genauer unter die Lupe genommen, welche Empfindlichkeit ein Spektrometer haben müsste, um erdähnliche Planeten (auch) um a-Cen. B zu finden.
Demnach reicht das HARPS Instrument der ESO aus, um Planeten mit der 5fachen Erdmasse in der habitablen Zone zu finden. Durch eine andere Beobachtungsstrategie lässt sich das sogar auf die 3fache M(e) reduzieren. Im Moment wird der Stern pro Tag 15min beobachtet und das an 10 aufeinander folgenden Tagen im Monat. Besser wäre 3 mal 10min pro Tag , alle 3 Tage. Dadurch ließe sich der vom Stern erzeugte RV-Fehler besser erkennen.
Noch ein paar Zahlen: Die Erde erzeugt bei der Sonne eine RV von 9cm/s. Das aktuelle HARPS Instrument kann ca. 30cm/s erkennen(wurde ursprünglich für 1m/s konzipiert).
Planeten mit M(e) in der HZ um a-Cen B müssten RVs zwischen 5 und 10cm/s erzeugen.
Ein für 2014 geplantes Instrument namens ESPRESSO (http://espresso.astro.up.pt/)soll mindestens eine Empfindlichkeit von 10cm/s haben. Die Forscher erwarten aber wie bei HARPS noch mehr. ESPRESSO wiederum ist der Vorläufer für ein Instrument namens CODEX, welches am E-ELT der ESO eingesetzt werden soll. CODEX soll eine RV empfindlichkeit von 1cm/s haben!
Da kommt also noch einiges auf uns zu.
Planeten um a-Cen B in der HZ können übrigens von HARPS als auch von ESPRESSO und CODEX nur mit 80% Wahrscheinlichkeit entdeckt werden, da alpha Centauri nur 8 Monate im Jahr von der ESO aus beobachtet werden kann.
CODEX soll vorwiegend eingesetzt werden, um die Rotverschiebung extrem entfernter Objekte(Galaxien, Quasare, QSOs) direkt zu messen, also die Verschiebung der Spektrallinien über 20 Jahre zu erkennen.

TomTom333
06.01.2011, 19:05
@SRMeister,

Danke für die Zusammenfassung...

Wollte hier eigentlich ein Cartoon einfügen geht aber leider nicht und finde es auch nicht im Netz um es zu verlinken. werde es nach reichen wenn ich es finde.
Tom

P.S. gefunden:

https://exep.jpl.nasa.gov/files/exep/newsletter-comic_2010Dec.jpg