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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elektrisches Universum?



red
20.02.2008, 15:45
Hallo,
als Neues Mitglied sehe ich die Gefahr, dass meine Frage in einem "schwarzen Loch" verschwindet. Falls nicht, dann bitte ich um Antwort:
Gibt es im Universum gleich viele positive und negative Ladungen? D.H., ist der Saldo Null? Keiner wirds messen können aber was ist Eure Meinung?
red

Bynaus
20.02.2008, 16:04
Der Saldo der Ladungen ist in der Tat Null. Grössere Körper können als Ganzes keine Ladungen tragen, weil diese Ladungsunterschiede schnell ausgeglichen werden (wenn z.B. einem kleinen Asteroiden aus irgend einem Grund die Hälfte der Elektronen fehlen würden, würde er eine starke Ladung tragen, und die fehlenden Elektronen würden sehr schnell (und vermutlich auch unter spektakulärer Lichtabgabe) aus dem Sonnenwind angezogen und das "Ungleichgewicht" korrigiert. Das ist auch der Grund, warum Ionensonden zusätzlich zum Ionenstrahl auch noch einen Elektronenstrahl absenden: ohne diesen würden sie sich während der Antriebsphasen statisch aufladen und würden von geladenen Teilchen des Sonnenwindes unangenehm bombardiert.

mac
20.02.2008, 16:43
Hallo Bynaus,


Der Saldo der Ladungen ist in der Tat Null.das ist für mich nur plausibel für größere Körper. Selbst wenn der Saldo so wäre, daß es, sagen wir mal nur halb so viele Elektronen wie Protonen gäbe, wäre das schwierig zu ermitteln. Die positiven Ionen würden sich erheblich gleichmäßiger auf den gesamten Kosmos verteilen, als die neutralen und damit gäbe es in unserer Umgebung erheblich mehr neutrale als nicht neutrale.

Das Gleiche würde bei zuviel Elektronen mit den Elektronen passieren.

Aber vielleicht gibt es ja ein (mir nicht bekanntes) Verfahren, mit dem man so was ausschließen kann?

Herzliche Grüße

MAC

mac
20.02.2008, 21:50
Hallo,

Gravitation ist ein Argument dafür gewesen, den gravitativen Kollaps des Universums für möglich zu halten, zumindest bis man die beschleunigte Expansion entdeckt hatte.

Was spricht dagegen, daß ein (ziemlich geringfügiger) Überschuß an Protonen oder Elektronen der ‚Motor‘ der Expansion ist und die beschleunigte Expansion durch die schnellere ‚Verdünnung‘ des Photonenanteils und ihres Ausfalls als Gravitationsbremse zustande kommt? Also ganz ohne dunkle Energie?

Herzliche Grüße

MAC

PS Wenn das gegen den Mainstream ist, dann nicht bewußt. Ich hab' einfach keine Ahnung, ob und warum sowas auszuschließen wäre. Vielleicht Raumkrümmung als Scheinkraft gegen Elektrostatik als echte Kraft?

Bynaus
20.02.2008, 22:02
Das wäre ja keine Expansion des Raums - das wäre Abstossung der Materie, also Bewegung im Raum. Das kannst du aber ausschliessen, nicht nur, weil wir uns dann zufällig im Zentrum befinden müssten.

Aber ob es insgesamt mehr Elektronen als Protonen im Universum gibt, wäre wohl tatsächlich schwierig zu ermitteln. Ich würde sagen, neutraler Wasserstoff und ionisierter Wasserstoff (inkl. Leuchten durch Rekombination) lassen sich spektroskopisch unterscheiden. Wenn es viel ionisierten Wasserstoff, aber keine Rekombination gäbe, müsste man wirklich vermuten, dass das Elektronen fehlen.

mac
20.02.2008, 22:23
Hallo Bynaus,


Das wäre ja keine Expansion des Raums - das wäre Abstossung der Materie, also Bewegung im Raum. Das kannst du aber ausschliessen, nicht nur, weil wir uns dann zufällig im Zentrum befinden müssten.warum behandelst Du das prinzipiell anders, als Gravitation? Ich zumindest sehe dazu keinen Grund.




Aber ob es insgesamt mehr Elektronen als Protonen im Universum gibt, wäre wohl tatsächlich schwierig zu ermitteln. Ich würde sagen, neutraler Wasserstoff und ionisierter Wasserstoff (inkl. Leuchten durch Rekombination) lassen sich spektroskopisch unterscheiden. Wenn es viel ionisierten Wasserstoff, aber keine Rekombination gäbe, müsste man wirklich vermuten, dass das Elektronen fehlen.Das Signal: ionisierter Wasserstoff kommt dadurch zustande, daß es Rekombinationen gibt. Das ionisierte Proton seinerseits ist, solange kein Elektron andockt, ziemlich stumm. Ob es charakteristisch Photonen absorbieren/streuen kann, weis ich nicht. Nur wenn es im Coulomb-Feld eines anderen Ions beschleunigt wird, kann es Photonen aussenden, die aber zumindest keine charakteristische Wellenlänge aus den möglichen Rekombinations oder Anregungswellenlängen sind.

Ob es noch andere Effekte gibt, weis ich aber wie gesagt auch nicht.

Herzliche Grüße

MAC

red
20.02.2008, 22:30
Das wäre ja keine Expansion des Raums - das wäre Abstossung der Materie, also Bewegung im Raum. Das kannst du aber ausschliessen, nicht nur, weil wir uns dann zufällig im Zentrum befinden müssten.

Aber ob es insgesamt mehr Elektronen als Protonen im Universum gibt, wäre wohl tatsächlich schwierig zu ermitteln. Ich würde sagen, neutraler Wasserstoff und ionisierter Wasserstoff (inkl. Leuchten durch Rekombination) lassen sich spektroskopisch unterscheiden. Wenn es viel ionisierten Wasserstoff, aber keine Rekombination gäbe, müsste man wirklich vermuten, dass das Elektronen fehlen.
Die Kosmologen glauben doch, dass nach vielen Mrd von Jahren der "Big Crunch" erfolgt, die ganze Materie also wieder in einem umgekehrten Urknall verschwindet. Wie sollen dann die Unzahl von überschüssigen Protonen sich auf kleinstem Raum sammeln, wenn schon zwei Protonen sich nicht vereinigen lassen?
red

mac
20.02.2008, 23:03
Hallo red,


Die Kosmologen glauben doch, dass nach vielen Mrd von Jahren der "Big Crunch" erfolgt, die ganze Materie also wieder in einem umgekehrten Urknall verschwindet.Das war bis 1998 einer der möglich erscheinenden Abläufe.

Seit man aber enteckt zu haben glaubt, daß sich das Universum beschleunigt ausdehnt, kommt es nicht mehr wirklich in Frage.



Wie sollen dann die Unzahl von überschüssigen Protonen sich auf kleinstem Raum sammeln, wenn schon zwei Protonen sich nicht vereinigen lassen?von welcher Unzahl überschüssiger Protonen sprichst Du? Wenn Du die meinst, von denen ich gesprochen habe, dann hast Du übersehen, daß ich nur von der Schwierigkeit gesprochen habe, sowas zu erkennen.

Aber wie auch immer. Am Ende ist es nur eine Frage der Summe aller Kräfte, und aller Energien und was ich sonst noch nicht weis? ;)

Herzliche Grüße

MAC

ins#1
21.02.2008, 00:39
@mac:
Bitte red' halt Tacheles mit dem Jung', ned' so wischiwaschi ;)
Das Universum dehnt sich beschleunigt aus und fällt nicht wieder in sich zusammen.PUNKT
Solange bis keine neue Wahnsinnsentdeckung von fähigen Leuten gemacht wird, die die Dunkle Energie verwirft und zugleich mit den empirischen Beobachtungsdaten der Astronomen vereinbar ist, gilt das. Alles andere gehört nicht in diesen Bereich, insbesondere nicht, wenn ein Neuling eine präzise Frage stellt. 'Tschuldige, aber ist so.

@red:
Komische Frage, schwer zu beantworten. Tut meiner Meinung nach, bei der Betrachtung des ganzen Universum, nichts zur Sache. Wäre das Universum als ganzes elektrisch positiv/negativ geladen ist nur dann eine Wirkung zu erwarten, wenn das Universum mit seiner Ladung auf etwas anderes wirkt, also ein Potential da ist. Ohne dem tut sich nämlich nix. Warum das kleine Elektron aber genau gleich viel entgegengesetzte Ladung wie das dicke Proton hat, ist umso erstaunlicher.
Auch wenn viel Materie im All als Plasma vorliegt, so ist das A und O dass fertige Atome elektrisch neutral sind und sich kein leichtes Spiel mit der ach so schwachen Gravitation machen. Nicht zuletzt deshalb können so komische Schwankungen der Materieverteilung auftreten, die es uns Lebewesen letztlich erst erlauben, im recht unwirtlichen Universum ein Fleckchen namens Erde unsere Heimat zu nennen.

Gruß
ins#1

Nathan5111
21.02.2008, 02:38
Hallo ins#1,


Das Universum dehnt sich beschleunigt aus und fällt nicht wieder in sich zusammen.PUNKT

'Tschuldige, aber ist so.

so ähnlich hat es mal ein Herr Schröder versucht, bei ihm hieß es BASTA.

Na und, er ist nun Geschichte!

Dein und unser Bild ist momentan 'best fit', aber noch keineswegs Tatsache! Ich will unseren Astronomen und Astrophysikern keine Verdienste absprechen, sie haben mit dieser 'best fit'-Methode ganz tolle Sachen herausgefunden, aber sie sind noch weit von PUNKT entfernt.

Also erwecke bitte keine falschen Eindrücke, gerade Neulingen gegenüber.

Gruß Nathan

Orbit
21.02.2008, 07:39
@ Nathan5111

Also erwecke bitte keine falschen Eindrücke, gerade Neulingen gegenüber.
Ich denke nicht, dass ins#1 falsche Eindrücke erweckt. Er hat seine Aussage ja selbst relativiert:

Solange bis keine neue Wahnsinnsentdeckung von fähigen Leuten gemacht wird, die die Dunkle Energie verwirft und zugleich mit den empirischen Beobachtungsdaten der Astronomen vereinbar ist, gilt das.
Doch selbst wenn die beschleunigte Expansion nicht bestätigt würde, was ja durchaus möglich ist, müssten wir uns noch lange nicht auf einen Kollaps gefasst machen. Vorerst ginge die Expansion mal unbeschleunigt weiter.

@ mac

Gravitation ist ein Argument dafür gewesen, den gravitativen Kollaps des Universums für möglich zu halten, zumindest bis man die beschleunigte Expansion entdeckt hatte.
'Kollaps' ist eigentlich der falsche Ausdruck. Da stellt sich der Laie schnell was schrecklich Instantanes vor. ;-) Besser würde man sagen, dass die Expansion nach einer gewissen Zeit in eine Impansion übergehen könnte. Und die würde gleich lange dauern wie die Expansion. Es wäre ein zeitgespiegelter Prozess.
Und selbst, wenn die heute als unwahrscheinlichste Lösung der Einsteingleichung zur Anwendung käme, müsste man sich nicht vorstellen...

@ red
...dass sich da unzählige Protonen am Schluss (oder am Anfang, wie Du willst) den Platz streitig machen würden:

Wie sollen dann die Unzahl von überschüssigen Protonen sich auf kleinstem Raum sammeln, wenn schon zwei Protonen sich nicht vereinigen lassen?
Die würden dann nämlich kurz vor dem Big Crunch in einem zur Nukleosythese inversen Prozess wieder verschwinden. Und am Schluss gäbe es nur mehr Bosonen. Und die haben ja bekanntlich keine Platzprobleme ;-)

@ mac

PS Wenn das gegen den Mainstream ist, dann nicht bewußt. Ich hab' einfach keine Ahnung, ob und warum sowas auszuschließen wäre. Vielleicht Raumkrümmung als Scheinkraft gegen Elektrostatik als echte Kraft?
Auf diese Weise Gravitation und Elektromagnetismus zu verknüpfen, scheint mir wirklich gdM zu sein.

Orbit

Bynaus
21.02.2008, 08:32
warum behandelst Du das prinzipiell anders, als Gravitation? Ich zumindest sehe dazu keinen Grund.

Warum sollte ich es gleich behandeln? Es sind zwei völlig verschiedene Dinge. Im einen Fall ist es der Raum, der sich, aus welchen Gründen auch immer, ausdehnt. Im anderen Fall ist es Materie innerhalb dieses Raumes, die sich aufgrund von Kräften innerhalb der Materie im Raum verschiebt. Auch ohne ein Kosmologe zu sein, es wäre erstaunlich, wenn sich diese zwei Fälle nicht unterscheiden liessen.

komet007
21.02.2008, 10:48
Auch ohne ein Kosmologe zu sein, es wäre erstaunlich, wenn sich diese zwei Fälle nicht unterscheiden liessen.

Lassen sie sich auch, da der Lichtkegel im expandierenden Raum eine andere Struktur hat als im statischen.

Gruß

mac
21.02.2008, 13:03
Hallo,

@ ins#1

Bitte red' halt Tacheles mit dem Jung', ned' so wischiwaschi …es sieht so aus, also ob. Das hab‘ ich auch geschrieben. Wenn Du bei den Meßwerten zu diesem Thema und besonders bei den 1s Fehlerbalken eine sicherere Aussage vorziehst … ok. Ich aber nicht. :)

Übrigens, daß es zusammenfällt, hab‘ ich nicht geschrieben.



@Orbit

'Kollaps' ist eigentlich der falsche Ausdruck.Ja, so falsch wie big Bang oder Urknall eben auch. Und nicht so gemeint, wie von Dir hier interpretiert. :)

Übrigens, zeitgespiegelt wäre er nicht, er liefe deutlich schneller ab, da sich Masse/Volumen durch das Verhalten des Ereignishorizontes bei diesem Szenario ganz anders entwickeln würde, als bei beschleunigter Expansion.


@Bynaus

Warum sollte ich es gleich behandeln? Es sind zwei völlig verschiedene Dinge. Im einen Fall ist es der Raum, der sich, aus welchen Gründen auch immer, ausdehnt. Im anderen Fall ist es Materie innerhalb dieses Raumes, die sich aufgrund von Kräften innerhalb der Materie im Raum verschiebt. Auch ohne ein Kosmologe zu sein, es wäre erstaunlich, wenn sich diese zwei Fälle nicht unterscheiden liessen. Der vorletzte Satz Deines Zitates trifft ebenso gut auf Gravitation zu.

Das was Du hier schreibst, setzt meiner Meinung nach voraus, daß Gravitation und Raum unabhängig von Materie/Energie stattfinden. Warum sollte das so sein? Wir akzeptieren in der Kosmologie die Inflationäre Phase. Der Raum expandiert – schneller als c. Mit ihm die darin befindliche Materie/Energie. Aber was expandiert hier wirklich? Der Raum, der die Materie mitnimmt, oder die Materie, die den Raum mitnimmt. Gibt es zwischen diesen Anschauungen einen wirklichen Unterschied?

Vielleicht kommen wir hier ja gar nicht weiter, vielleicht könnte aber ein Unterschied, wie Du ihn im obigen Zitat im letzten Satz ansprichst weiter führen? Aber da bin ich bisher in der Situation, daß ich keinen Unterschied sehe. :(

@komet007

Lassen sie sich auch, da der Lichtkegel im expandierenden Raum eine andere Struktur hat als im statischen. das hab‘ ich nicht verstanden. Was hat der Unterschied zwischen statischem und expandierenden Raum mit dem Unterschied zwischen Elektrostatik und Gravitation zu tun? :confused:



Herzliche Grüße

MAC

Ich
21.02.2008, 13:30
Was spricht dagegen, daß ein (ziemlich geringfügiger) Überschuß an Protonen oder Elektronen der ‚Motor‘ der Expansion ist und die beschleunigte Expansion durch die schnellere ‚Verdünnung‘ des Photonenanteils und ihres Ausfalls als Gravitationsbremse zustande kommt? Also ganz ohne dunkle Energie?
[...]
Wenn das gegen den Mainstream ist, dann nicht bewußt. Ich hab' einfach keine Ahnung, ob und warum sowas auszuschließen wäre. Vielleicht Raumkrümmung als Scheinkraft gegen Elektrostatik als echte Kraft?
Die Frage ist eine vollkommen wissenschaftliche und hat nichts mit GdM zu tun. GdM wär's dann, wenn behauptet würde, hier den Motor der Expansion gefunden zu haben.
Leider hab ich keine Ahnung, wie man sowas rechnet und hab mich auch noch nie damit beschäftigt. Ich hab mal gesucht und u.a. das (http://adsabs.harvard.edu/abs/1974ApJ...190..279B) gefunden. Fazit: Eine Gesamtladung (dort "electrostratum" genannt) trägt nicht zur Expansion des Universums bei - mal abgesehen davon, dass eine Gesamtladung einige Schwierigkeiten mit sich bringt, die der Autor aber nicht für unüberwindlich hält. Ich kann's aber, wie gesagt, selber nicht wirklich beurteilen.

Orbit
21.02.2008, 13:36
mac

Übrigens, zeitgespiegelt wäre er nicht, er liefe deutlich schneller ab, da sich Masse/Volumen durch das Verhalten des Ereignishorizontes bei diesem Szenario ganz anders entwickeln würde, als bei beschleunigter Expansion.
Ich habe da eine Handzeichnung von Einstein vor mir, die diese - mittlere Lösung - seiner Gleichung zum Ausdruck bringt. Die auf- und die absteigende Kurve sind spiegelsymmetrisch. Er schreibt dazu:
"a) Positiv gekrümmter Raum.
...Der Radius G steigt vom Werte 0 bis Go und fällt in kontinuierlicher Kurve wieder zu 0 herab. Der Raumquerschnitt ist endlich (sphärisch)"
Asymmetrie drückt weder die Zeichnung aus, noch ist im Text davon die Rede.
Orbit

Maenander
21.02.2008, 13:44
Gravitation und Elektromagnetismus kann man durchaus verbinden, wie es zum Beispiel in der Reissner-Nordström-Metrik oder Kerr-Newman-Metrik für schwarze Löcher getan wurde.

Prinzipiell könnte man großräumige elektrische Ladungsverteilungen in den Bahnen von geladenen Partikeln leicht aufspüren, zumal die elektromagnetischen Kräfte ja sehr stark sind.

Allerdings kann eine gleichverteilte Ladung im Universum nicht für die Expansion verantwortlich sein: von allen Seiten würde die gleiche Kraft wirken, die resultierende Kraft auf einen Körper wäre also 0. Man kann sich lediglich vorstellen, dass die überschüssige Ladung an den Rand des Universums gedrückt würde, allerdings nur falls dieses soetwas wie einen Rand hätte.

Falls nun wirklich das Universum nicht neutral wäre, müsste die elektrische Kraft nach unseren Beobachtungen ja so klein sein, dass sie der Gravitationskraft unterlegen ist. Sie würde sich also bei massereichen Objekten ansammeln, genau wie normale Materie, und das wiederum sollte zu beobachten sein. Ist es aber nicht.

Alles in allem kann man meines Wissens nach von einem neutralem Universum ausgehen, wahrscheinlich gibt es sogar noch viel bessere Argumente dafür als meine, von fähigeren Köpfen erdacht.

mac
21.02.2008, 14:10
Hallo Ich,

vielen Dank für Deine Antwort und den Link! :)

Zunächst dachte ich: Wenn zuerst Protonen gebildet wurden, dann muß ihre elektrostatische Kraft wesentlich größer gewesen sein, als die Gravitation. Aber wenn Gravitation vorher da war, dann war zu diesem Zeitpunkt ihre bereits erreichte Reichweite auch deutlich größer. Das könnte sich über einen bestimmten Zeitverlauf auch irgendwie gegenseitig mehr oder weniger kompensieren? Dann fiel mir ein, daß ja noch vorher die starke Kernkraft da war, mit einer, im Quark-Gluonen-Plasma auch schon begrenzten Reichweite? Kein Ahnung? Aber wie auch immer, das Ganze wird für mich immer unübersichtlicher. Ich fürchte, mit diesem Thema komme ich nicht wirklich weiter, das scheint mir mehr als eine Nummer zu groß für mich.

Bliebe noch die Frage, ob und wie man einen Überschuss an Elektronen oder Protonen erkennen könnte, ob es theoretische Gründe für oder gegen solche Unterschiede gibt. Nur die Frage ob das die gesuchte DE sein kann, ist ja dann mit Deinem Zitat zumindest informativ geklärt.

Herzliche Grüße

MAC

Orbit
21.02.2008, 14:23
mac

Nur die Frage ob das die gesuchte DE sein kann, ist ja dann mit Deinem Zitat zumindest informativ geklärt.

Apropos DE:
http://www.st-andrews.ac.uk/news/Title,18940,en.html
Orbit

mac
21.02.2008, 14:30
Hallo Orbit,

Einstein ist damals nicht von einem beschleunigt expandierenden Universum ausgegangen.

Mit einer beschleunigten Expansion wächst unser Ereignishorizont asymptotisch zu einem, auf die umhüllte Materie bezogenen Maximum, dessen Grenze (nach Standardmodell) heute bei irgendwo 65E9 Lichtjahren liegt und bei dem die heutige Grenze des Ereignishorizontes irgendwo zwischen 40 und 50E9 Lichtjahren liegt. Würde sich die Ausdehnung des Universums jetzt verlangsamen und umkehren, dann würde dieser Ereignishorizont die derzeit geltende äußerer Grenze seiner Reichweite erheblich erweitern (abhängig vom zeitlichen Ablauf der Abbremsung und Schrumpfung)

Wenn die Gravitation also der bestimmende Faktor für diese Schrumpfung wäre, dann kann sie (mit der bisherigen Vorgeschichte) nicht symmetrisch ablaufen, weil die jeweils sichtbare Masse zu den Zeitpunkten, an denen das Universum wieder die gleiche Ausdehnung hätte wie vorher bei der Expansion, erheblich mehr Masse innerhalb des Ereignishorizontes wäre und damit die bestimmende Kraft für die Schrumpfung zu diesen Zeitpunkten auch wesentlich größer wäre, als sie es zum Zeitpunkt der Expansion war.
Herzliche Grüße

MAC

ps. Danke für den Link :)

Orbit
21.02.2008, 14:59
Wovon ist denn nun die Rede?

Entweder von dem von Red erwähnten Szenario - und das ist diese mittelere Lösung von Einstein - und die wäre symmetrisch.

Oder wir reden von einem Universum mit beschleunigter Expansion, aber hier gibt es auch keine absteigende Kurve und keinen Crunch. Und deshalb brauchen wir uns doch über eine absteigende hier gar keine Gedanken zu machen.

'Zeitspiegelung' und 'Symmetrie' in meinen Beiträgen beziehen sich auf dieses wegen der beschleunigten Expansion nun wohl unwahrscheinlich gewordene Szenario mit positiv gekrümmtem Raum.

Maenander
21.02.2008, 15:14
Interessante Publikation, die Ich da ausgegraben hat. Danke.

Dass die Ladungsasymmetrie des Universums sehr gering sein muss, kann man ja schon in unserer Nachbarschaft mit physikalischen Experimenten nachweisen, aber eine kleine Asymmetrie lässt sich wohl nicht so leicht ausschließen.

Zur Expansion: Das Argument mit der Robertson-Walker Metrik ist natürlich nur gültig, wenn man den Annahmen dieser Metrik folgt: In einem isotropen Universum heben sich die elektrischen Kräfte auf, wie ich in dem Beitrag oben schon beschrieben habe.

Inzwischen habe ich auch modernere Publikationen zu einer möglichen Ladungsasymmetrie gefunden, wie z.B. http://esoads.eso.org/abs/2005JCAP...02..006C . Die Autoren benutzen hierbei die Hintergrundstrahlung, um die mögliche Ladungsasymmetrie auf ziemlich winzige Werte einschränken zu können.

Es wird also noch daran gearbeitet, aber für die meisten kosmologischen und astronomische Fragen scheint eine mögliche Ladungsasymmetrie des Universums zunächst mal eine untergeordnete Rolle zu spielen.

komet007
21.02.2008, 15:15
@komet007
das hab‘ ich nicht verstanden. Was hat der Unterschied zwischen statischem und expandierenden Raum mit dem Unterschied zwischen Elektrostatik und Gravitation zu tun? :confused:

Es ging doch um die Frage von Bynaus, wie sich unterscheiden lässt, ob sich Materie durch einen statischen Raum bewegt, oder ob der Raum expandiert - daraufhin meine Antwort.



Im einen Fall ist es der Raum, der sich, aus welchen Gründen auch immer, ausdehnt. Im anderen Fall ist es Materie innerhalb dieses Raumes, die sich aufgrund von Kräften innerhalb der Materie im Raum verschiebt. Auch ohne ein Kosmologe zu sein, es wäre erstaunlich, wenn sich diese zwei Fälle nicht unterscheiden liessen.
__________________

mac
21.02.2008, 16:36
Hallo Komet,


Es ging doch um die Frage von Bynaus, wie sich unterscheiden lässt, ob sich Materie durch einen statischen Raum bewegt, oder ob der Raum expandiert - daraufhin meine Antwort.So hab' ich Bynaus dabei nicht verstanden? Denn warum sollte der Raum bei einem Überschuß an Protonen oder Elektronen statisch sein und bei ausgeglichenen Verhältnissen sich ausdehnen?

Herzliche Grüße

MAC

Bynaus
21.02.2008, 16:49
Denn warum sollte der Raum bei einem Überschuß an Protonen oder Elektronen statisch sein und bei ausgeglichenen Verhältnissen sich ausdehnen?

Wenn du den Überschuss für die Expansion verantwortlich machst, dann brauchst du ja keine Raumexpansion mehr. Oder vielleicht sollte ich genauer nachfragen: wie soll der Überschuss deiner Spekulation zufolge die Expansion bewirken?

mac
21.02.2008, 18:48
Hallo Bynaus,


Wenn du den Überschuss für die Expansion verantwortlich machst, dann brauchst du ja keine Raumexpansion mehr. Oder vielleicht sollte ich genauer nachfragen: wie soll der Überschuss deiner Spekulation zufolge die Expansion bewirken?hier kann ich auch nur auf meine Frage aus Post 14 an Dich verweisen und auf ein Zitat aus der Beschreibung der Ursache der inflationären Phase:
Die bei der verzögerten Abspaltung freigewordende Energie führte zu einer Phase extrem rascher Expansion, der so genannten Inflation, ...

Soweit ich das bisher sehe, gibt es eigentlich gar keinen Dissens zwischen uns bei diesem Thema. Zumindest keinen, den Du bisher so aufgeschrieben hast, daß ich ihn erkenne.

Du sagst: Elektrostatische Kraft und Gravitation haben nichts miteinander zu tun, haben sogar völlig unterschiedliche Wirkungen. Gravitation wird durch Eigenschaften des Raumes erzeugt und Elektrostatische Kraft durch die elektrische Elementarladung innerhalb von Materie. Ich sage: Beide kann man wie (verschieden starke) Kräfte behandeln, beide bewegen Materie. Lassen wir mal die friedlich koexistierenden Auffassungen zur Ursache von Gravitation beide gelten, sehe ich hier für mich keine Aussage, der ich nicht zustimme.

Einig sind wir uns sicher auch in Kenntnis und Akzeptanz der Aussagen: Masse sagt dem Raum wie er sich krümmen soll und Krümmung des Raumes sagt der Masse wie sie sich bewegen soll.
Ebenso einig sind wir uns sicher auch bei Kenntnis und Akzeptanz zu den Aussagen über die Ursachen der verschiedenen Kräfte und ihrer Austauschteilchen, auch wenn noch nicht alle nachweisbar sind.

Ich akzeptiere, daß Energie und Masse gleich sind. Wenn ich akzeptiere, daß die inflationäre Expansion durch einen Energieüberschuß ausgelöst und in Gang gehalten wurde, wenn Energie Raum expandieren kann, dann finde ich keinen Grund warum Masse das nicht können soll. Akzeptiere ich das, dann kann ich zwischen den Aussagen: Der expandierende Raum transportiert Masse und expandierende Masse transportiert Raum, nicht mehr unterscheiden. Akzeptiere ich das, dann ist die Ursache für den Transport von Masse zur Raumexpansion egal.

Was ich bei diesem Szenario nicht tun darf: Dem Energieüberschuß (Energiedruck?) als Ursache zur inflationären Expansion als 'Handlungsrahmen' das expandierende Universum zu gestatten, dem Masse-Druck durch Elektrostase diesen Rahmen aber verweigern.

Aber vielleicht liegt ja genau hier der Hund begraben?


Herzliche Grüße

MAC

red
21.02.2008, 20:21
Hallo forum,
meine frage nach elektroneutralität habe ich vorab gestellt. In meinen überlegungen habe ich nicht nur den saldo = 0 gesetzt, sondern auch neben gravitativen exakt gleich viele antigravitative teilchen angenommen.
mit der hypothese ergeben sich sehr interessante ergebnisse. [...] Mit meinen 76 Jahren bin ich nicht sehr vertraut mit diesen apparaten. ich hoffe, eine wohltätige gravitationslinse lenkt diese zeilen an den richtigen platz.
gruß red


[Hinweis von Webmaster: Dieser Beitrag wurde in "gegen den Mainstream" kopiert (siehe: http://www.astronews.com/forum/showthread.php?t=2215 (http://www.astronews.com/forum/showthread.php?t=2215)). Über die Hypothese des Users bitte nur dort diskutieren. Der User hat eine Warnung erhalten.]