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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Astrofotografie und Bildbearbeitung



Hector42
04.04.2005, 03:20
Hallo,

Zum Einstieg eine Antwort zu einem Problem aus einem anderen Bereich, aber nicht abschrecken lassen :) .

Also, Udo, meine persönliche schluder-Nachführgenauigkeit (also beim nicht permanent durchs F-Oku starren) liegt bei 10 " bis 15 ", beim Rosettennebel von letztens ergaben sich bei f = 747 mm immernoch recht runde Sterne bei einem Durchmesser von 10 " bis 16 " (schwache bis mittlere Sterne), das sind beim Scan mit 5400 dpi 5 bis 8 pixel, ich bin also der Meinung, das diese 10 "-Schwingung nicht sichtbar sein wird. Etwa in dieser Größenordung liegt wohl auch das Filmkorn.
Wird schon werden, als ich die Messerschneide ausprobiert habe war ich auch sehr gespannt, es wurde aber nicht schlechter als normal, eher besser.

Viele Grüße,
Hector42

Hector42
04.04.2005, 11:32
Hallo Udo (und alle Anderen)!

Hab' mich entschieden bei dem guten und dunklen Himmel (war letztens 5,1 m, das ist bei mir echt gut) M106, M51 und M97 bei f = 1494 mm f/7,5 aufzunehmen. Will alle etwa 1 h auf dem TP hyp. belichten. Ich weiß nicht, ob das alles in einer Nacht zu schaffen ist, mal sehen. Ich könnte auch erstmal nur ein Bild machen und sehen, ob 1 h wegen Streulicht überhaubt sinnvoll ist oder ob die Belichtungszeit generell anders gewählt werden sollte, aber das Wetter wird schlechter. Ich denke darum werde ich jetzt nur zwei Filmstreifen auftauen gehen.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
04.04.2005, 14:43
Hi Hector
Dann mal viel Erfolg damit. Hier bei mir zieht es langsam mit Schleierwolken zu, das hell ja den Himmel auch wieder auf, so war erstmal ausschlafen angesagt. Leider klappt es hier ja nicht mit dem Bildereinstellen, das würde sich in einem Bildbearbeitungsthread gut machen.
Meine Dias sind frühestens Donnerstag fertig, bin schon sehr gespannt.
Vorallem ob der Fokus passt. Die Messerschneide klingt ja in der Theorie recht simpel aber im Dunkeln ist es nochmal ein ganz anderes Kapitel.
Eine Stunde Belichtungszeit das kann ganz schön lang werden, im vergangenen Jahr hab ich Übersichtsaufnahmen mit f/5,6 gemacht da hat sich der aufgehellte Himmel schon nach 10 Minuten gezeigt. Dank Bildbearbeitung ist ja so einiges möglich.
Viel Erfolg
CS Udo S

Hector42
05.04.2005, 00:35
Hallo Udo!

Leider sind auch hier Wolken aufgezogen, ich muss die Filmstreifen wohl im Kühlschrank lassen und hoffen, dass sie sich bald verziehen.
An das mit den Bildern habe ich gar nicht mehr gedacht, naja, ich werde halt schreiben, was ich so für Filter und so benutze.
Donnerstag...hach, immer diese Warterei :) . Wird schon werden.
Also eigentlich bekommt man das aufgenommene Licht nicht mit dem Computer weg, man kann es nur 'besser Verteilen'. Wie Du wohl schon gemerkt hast bin ich eher so ein Deconvolutionsspezi und schlage mit Dingen wie mmse-Filtern um mich oder besagtem Abschattungskiller-Trick. Warum ich trotz Lichtverschmutzung so lange belichte ist:
1. fast f/8 ist gar nicht mal so Lichtstark und
2. selbst wenn Streulicht draufkommt wird der Film ja allgemein mehr ausbelichtet und sollte ein geringeres Rauschen aufweisen.
Bin auch sehr gepannt auf Deine Fotos ;) .

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
06.04.2005, 19:06
Hi Hector
Erstmal Danke für die Besserungswünsche, aus dem anderen Thread. Ja, es wird wirklich besser, bin schon wieder recht beweglich und weh tut es auch nicht mehr so sehr. Wenn ich mit der Physio fertig bin seh ich aus wie Arnold, hoffentlich wirkt sich es nicht im Kopf aus wie bei Arnie :D Kleiner Scherz!
Ich schreibe hier weiter, weil die Dias heute schon fertig waren. Gerahmt hab ich sie gerade aber das einscannen und bearbeiten wird noch etwas dauern, Zeitmangel. So nach und nach kriegst du was zu sehen. Bin recht zufrieden, okay sie sind nicht perfekt, das Streulicht hat sich stellenweise schon recht bemerkbar gemacht. Trotzdem sind die Objekte zusehen, der Fokus war nicht zu sehr daneben und die Nachführungenauigkeiten fallen noch nicht so sehr ins Gewicht. Es ist halt wieder ein Schritt vorwärts. Wird allerding schwierig die kleinsten Details der Dias in den Computer zu befördern, gerade bei den eh schon winzigen GX ist das ziemlich kniffelig.
Schönen Gruß
CS Udo S

Udo_S
06.04.2005, 21:03
Hi Hector
Ha, hab auf deiner HP das erste Foto entdeckt. Das macht wirklich was her, leider sind das fertige Bild und das fertige Bild in den Rechner zu bekommen, zwei verschiedene Dinge. Könnte mir vorstellen das dein Orginalfoto wesentlich eindrucksvoller aussieht.
CS Udo S

Hector42
07.04.2005, 02:46
Hi Udo!

Naja, auf den Ersten Blick und für den Laien eindrucksvoller ist auf jeden Fall das kleine. Das große Bild zeigt ein wenig mehr Details, insofern hast Du Recht. Viel mehr sind es aber nicht gerade. Das Rauschen nach der Dekonvolution und vor dem Filtern ist schon sehr böse, man sieh fast nichts anderes, es ist als würde das Bild vollständig aus Kies bestehen, nach dem Filtern ist es aber schon wesentlich besser, alles feine Rauschen wird eliminiert, jedoch bleibt etas gröberes übrig. Das ist nicht leicht weg zu bekommen, wenn überhaup, denn es liegt in der Größenordnung wichtiger Details.
Ein verkleinertes Bild trixt auch etwas die Wahrnehmung aus, es sind in diesem Fall etwas weniger Details zu sehen, aber das Bild wirkt sehr scharf, da das Gehirn eine höhere Winkelauflösung serviert bekommt (im Gegenzug ist das Bild ja kleiner, aber das scheint das Gehirn nicht so wichtig zu nehmen), gleichzeitg verschwindet das Rauschen wieder. Ich will die Bearbeiteten 'Originale' später wahrscheinlich mit in die HP einbinden, dann kann man sich von der Thematik ein besseres Bild machen. Die benutzte Filterung ist Adaptiv, das ist natürlich gut, produziert aber ebenso auch unschöne Artefakte, die auch Verschwinden, wenn man das Bild verkleinert. Ich habe noch eine andere NGC7000 Aufnahme, die nicht so toll ist, sie hängt als Poster an meiner Wand, aber ich kann mich nicht durchringen sie durch die neuere zu erstetzen, da letztere eben verrauschter ist - allerdings sieht sie als Poster viel besser aus, als ich erwartet hatte, könnte bei der neuen ebenso sein.
Oder meintest Du das beim Scannen Information verlorengegangen ist? Ich bin schon ziehmlich sicher, dass es optimal gescannt ist, es war ja sogar noch Streulicht drauf zu sehen (trotz Filter und ganz gutem Himmel), das sieht man ja auch auf der HP: der Staubbalken der Pelikan und Nordamerika trennt ist nicht schwarz und das war er noch weniger auf dem Rohbild, die Abschattung am Rand hat mir gezeigt, dass es noch viel dunkler geht, auf dem Negativ war davon nicht so viel zu erkennen (das Bild auf der HP ist leicht Vegrößert, wegen der Abschattung). Hab' einen 16-fach Scan bei 16 bit Ausgefürt, 32 bit wäre natürlich noch besser aber solche Scanner kosten etwa soviel wie die umschwärmte SBIG oder mehr. Der Unterschied zwischen einem Negativscanner mit 16 bit und 5400 dpi zum Flachbettscanner mit Durchlicht, 8 bit und 1200 dpi ist schon sehr heftig - nicht nur wegen der eben gemachten besseren Angaben, sonder auch weil alle Bilder beim Flachbett um 3 Pixel FWHM (bei 1200 dpi) unscharf waren (!) und das war auch nicht gerade ein Billigmodell. Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Flachbett schlechter scannt als man als Mensch das Negativ sieht und der Negativscanner für den Menschen Unsichtares sichtbar macht (schärfer und empfindlicher).
Danke für das 'Das macht wirklich was her', das ist allerdings schon mein heftigstes Geschütz, etwas besseres habe ich glaube ich nicht zu bieten. Sicher, ich habe da noch ein paar andere nette Aufnahmen aber ich denke diese ist schon die bei weitem Eindrucksvollste. Ich weiß nicht, ob ich es mal probieren soll die selbe Region als Mosaik bei f/8 aufzunehmen. Das wären dann mit theoretischer optimaler Blz. von 16 h verbunden, aber nach 2 bis 3 h müsste ja auch schon etwas drauf sein. Wenn ich es mal gemacht habe und es Müll ist, dann brauche ich mir wenigstens keine Gedanken mehr darum machen.
Bekommst Du bei der Physio wirklich noch mehr Muckies? Musst ja ohnehin schon kräftig sein, wenn Du da bei Dir viel im 'Außendienst' bist.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
07.04.2005, 16:37
Hi Hector
Zum Thema Scanner, hab ich vor einem halben Jahr ungefähr, reichlich "Suchfunktionen" diverser Astroforen genutzt, Testvergleiche in Fotoforen gewälzt und und und. Leider konnte ich mir die ganzen Informationen auch nicht alle merken. Es ging im Astrobereich glaub ich darum wie gut er verschiedene Grauabstufungen erkennen und verarbeiten kann. Viele Scanner weisen dahingehend schwächen auf da sie hauptsächlich auf farbiges Erkennen konzipiert wurden. Letztendlich hab ich mir dann auch nur einen gekauft der zu meinem Geldbeutel gepasst hat und mit dem ich auch mal ein Dia einscannen kann. Ist übrigens ein Epson Perfection 2580, eigentlich wollte ich mir den Epson Perfection 3200 besorgen aber wie der Zufall es so wollte war dieser überall ausverkauft. Ob der Scanner gut oder schlecht ist kann ich nicht beurteilen, da kein Vergleich zu anderen Geräten, allerdings schlägt er meine alten Billigscanner um Längen. Werde demnächst versuchen immer mal ein Dia zu scannen und es hier zu verlinken dann kannst du dir ein Urteil bilden.
Uhi, 16 Stunden Blz da hast du dir ja was vorgenommen.
Durch Physio mehr Muckis? Weiß es nicht genau ist auf jeden Fall regelmäßiger Sport, den ich sonst trotz Bewegung eigentlich nicht mache. ;)
Bis bald
CS Udo S

Hector42
08.04.2005, 00:04
Hallo Udo!

:eek: Uh, nein, 16 Stunden gehen auch beim Besten Willen eines Idealiten und Perfektionisten nicht, man kann ja den Verschluss nicht enfach schließen und in der nächsten Nacht weiterbelichten, da wird die ganze Mechanik wohl kaum mitmachen und wer weiß, wie sich ein Film verhält, der vor 24 h schonmal Licht abbekommen hat. Ich meinte nur wenn NGC7000 bei f/4 mit 4 h völlig ausbelichtet ist, dann wären es bei f/8 eben 16 h. Also mehr als 3 h sind auch bei mir nicht drin und habe ich auch nicht vor. Wäre dann etwa eine Schwärzung von 20 %, also ungefähr so als würde man NGC7000 bei f/4 50 min. oder so belichten. Also ich habe eines mit 45 min, wenn das bei f/8 mit 3 h genauso aussieht (nur eben größer :) ) reicht das fürs Erste. Befriedigend wäre es allerdings nicht gerade. Eine andere Möglichkeit wäre 5 Bilder a 3 h zu einem Komposit zu verarbeiten, möchte man dann die ganze fläche eines f/4 Bildes abdecken sind es - schwups - auch schon wieder mindestens 20...eieiei. Fünf Bilder a 3 h sind leider auch etwas Anderes als 1 Bild a 15 h, zumindest beim chemischen Film. Bei letzterem würden die schwachen Details vermutlich viel besser herauskommen. Mal sehen, ich kann ja einfach mal drauf los fotografieren und aufhören, wenn ich keine Lust mehr habe oder die Resultate den Aufwand einfach nicht wert sind - würde mir erstmal die Staubwände links unten und rechts oben (Mexiko und Pelikanscheitel denke ich) vornehmen, die sind am hellsten und am interessantesten.
Aber mal sehen, was so wird, wollte ja vorher noch eine Übersichtsaufnahme vom Schwan machen, wer weiß, vielleicht finde ich ja irgendetwas darauf erstmal interessanter. Für die beiden TP-Steifen im Kühlschrank sieht die Zukunft nicht so rosig aus, wenn das Wetter nicht bald besser wird, ich hatte sie vor dem Einfrieren nämlich schon eine Woche bei Zimmertemperatur gelagert :( .

Hey, wir haben einen Epson Perfection 1200 - den mit dem gratis Weichzeichner, hoffentlich sind die neueren Modelle besser, aber man muss sich auch bewusst sein, dass sie nicht gebaut wurden um feinste Details von astronomischen Aufnahmen zu erhaschen. Also, ähm, alles, was ich letztes Mal gesagt habe (schlechte Empfindlichkeit, man sieht als Mensch mehr Einzelheiten auf dem Negativ (Dias habe ich nur selten gescannt) als im gescannten bild (hier geht es mir um die Grauwerte - 8 bit, das sind gerade einmal 256, kann denn Deiner 16 bit?)) war auf diesen Scanner bezogen. Ich will es Dir echt nicht madig machen, vermutlich stelle ich wieder zu hohe Ansprüche, ich hoffe wirklich, dass Du mit Deinem Scanner zufrieden bist, darum geht es ja.

Beste Grüße,
Hector42

Udo_S
08.04.2005, 22:07
Hi Hector
Puh, heute hatte ich echt einen vollen Tag, hab mich nämlich noch etwas über die Dias hergemacht. Scannen, bearbeiten und auf CD brennen, hab das Alles schon länger nicht mehr gemacht und musste echt überlegen. Hier mal eines der besseren Dias http://www.ds-src.de/4images/data/media/4/img060.jpg ist auch gleichzeitig eine Antwort wie zufrieden ich mit meinem Scanner bin.
Aufnahmedaten: Praktica L2; Rubinar 5,6/500; Fuji Sensia 400 (war ein Verlegenheitskauf) 21min. Blz
So ich geh jetzt ins Bett, kann keine Scanner, Dias oder sonst was sehen. :o
CS Udo S

Hector42
09.04.2005, 18:06
Hallo Udo,

na das sieht ja schon mal sehr hübsch aus (wundervolle S-förmige Spirale :) und die drei anderen Galaxien fallen einem auch schon ins Auge), ein bisschen schärfer könnte es schon noch sein. Weißt Du, woher die Unschärfe kommt? Ich tippe ja immernoch eher auf den Scanner als auf eine schlechte Scharfstellung Deinerseits. Hast Du schonmal etwas scharf abgegrenztes mit hohem Kontrast (z.B. Schrift auf einem Hochglanzprospekt o.Ä.) bei der maximal physischen Auflösung gescannt? Sollte im Scan eigentlich nur max. ein grauer Pixel zwischen Schrift und Hintergrund sein. Du könntest auf ähnliche Weise die Unschärfe auch messen und wenn sie konstant bleibt die Bilder mit den entsprechenden Einstellungen deconvolutionieren. Das wirkt dann wohlgemerkt nur auf die Weichzeichnung des Scanners und das ist auch gut so, denn eine Unscharfe Abbildung durch Seeing oder das Objektiv ist bei Farbfilmen nicht durch Deconvolution zu beseitigen da diese sich alles andere als linear verhalten. So eine Deconvolution ist auch weniger heftig, als die, die ich immer so durchführe und sollte das Rauschen nicht so sehr verstärken. Den mmse-Filter von 'Iris' kann ich gegen feines Rauschen auch sehr empfehlen, aber ich glaube das Rauschen von Farbfilmen ist viel garstiger (gröber und schwammiger) als das von s/w-Filmen (lässt Deine Aufnahme vermuten).

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
10.04.2005, 14:50
Hi Hector
Der Scanner, die Bildbearbeitung und das Rauschen, ja da unter einem Hut zu bekommen ist nicht einfach. Bin aber auf diesem Gebiet eher Laie als das ich Tipps geben könnte. Hab ein paar HP's gefunden auf den einige Bearbeitungsratschläge gegeben werden, damit versuche ich nun brauchbares zu erreichen. Es fehlt mir da echt an Erfahrungen sicher wäre mit dem ein oder anderen Bildbearbeitungstechnischen Kniff noch etwas herauszuholen.
Das Problem, verstärkt man die Details kommt auch das Rauschen stärker zum Vorschein, mit weniger Rauschen verblassen auch wieder die Einzelheiten.
Sicherlich gibt es auch bessere Scanner aber es muss ja auch irgendwie im Rahmen bleiben :o Im www.deepsky.de Forum in der Astrogalerie findest du übrigens auch die restlichen Bilder. Unter Nebel, Galaxien und Kometen gibt es echte Udo S zu sehen ;)
Trotz der kleinen Macken die sich auf jeden Dia irgendwo finden lassen, bin ich aber auch froh das es wieder etwas vorwärts ging. Mal sehen was die nächsten Dias so bringen.
CS Udo S

Hector42
11.04.2005, 17:43
Hallo Udo!

Man braucht schon die richtigen Filter und so weiter, Photoshop allein bringt da nicht viel. Es gibt da nennenswerte Freeware, wie z.B. 'Giotto' oder 'Iris'. Ich finde 'Iris' nicht schlecht, da gibt es wie gesagt diesen mmse-Filter und nun komme ich auch zum Punkt:
Die Bildinformation steht und fällt nur dann mir dem Rauschen, wenn beide die gleichen Eigenschaften aufweisen.
D.h. in erster Linie wenn sie die gleiche Größe haben und gleich hell sind bzw. eine gleiche Helligkeitsverteilung aufweisen. Ein guter Filter macht sich jeglichen Unterschied zu Nutze. Filter wie die berühmte unscharfe Maske sind nicht adaptiv (die ist eher ein Zwischending, 'Pseudoadaptiv') und wirken somit auf alles gleich stark - also hier Steht und fällt die Bildinformation wirklich mit dem Rauschen. Es gibt aber einige interessante adaptive Filter, die sich die - hoffnungsvollerweise - auftretenden unterschiede zwischen Bildinformationen und Rauschen zu Nutze machen.
Filter wie dieser von mir oft angesprochene mmse-Filter wirken indem man einen kleinen Bereich des Bildes auswählt um statistische Informationen zu erhalten (im Klartext: Hintergrund auswählen und die Eigenschaften des Rauschens merken (Sigma)). Der Filter wirkt dann nur auf Strukturen, die diesem Sigma entsprechen.
Deutlicher wird das vielleicht bei einem anderen Filter: dem Wavelet-Filter (so heißt es bei 'Iris'). Das Bild wird durch mehrere FFT's (Fast-Fourier-Transformation) gejagt, dabei werden die Helligkeitsverteilungen aller Dinge auf dem Bild sozusagen als Frequenzen betrachtet. Große Flecken (z.B. abgelichtete Galaxien) haben dabei eine niedrige Frequenz, Pünktchen (z.B. Rauschen) haben hohe Frequenzen. Wie mit einem Hi-Fi Equalizer kann man nun die ganz hohen runterdrehen und das Rauschen ist Weg ohne gröbere (oder im Prinzip auch feinere) Details zu beeinflussen. In diesem Prinzip dürfte ein enormes Potential stecken, was das, was ich eben erklärt habe an Effekt noch weit übertrifft, leider habe ich noch kein Programm gesehen dessen 'Equalizer' nicht wirklich fast nurein einfacher Equalizer ist. Ob das bei hunderte Euro teuren Programmen anders ist?
Beim TP funktioniert das jedenfalls einigermaßen, bei ccd-Aufnahmen sollte es am besten gehen (letztere Filter benötigt zwar keine Linearität, aber Linearität vereinfacht oft alles), bei anderen chemischen Emulsionen weiß ich es nicht - das Rauschen auf Deinen Aufnahmen (hab' mir die anderen Gx auch angesehen und finde sie eigentlich nicht weniger gut als M81 ;) ) ist jedenfalls schlimmer Natur, d.h. es ist nicht wie beim TP fein und stark (wie Sand) sondern eher grob und ineinander fließend (wie festerer Matsch). Damit unterscheidet es sich schon viel weniger von Bildinformationen wie z.B. Knoten in den Galaxien.

Habe letztens mit der DigiSLR M106 fotografiert...viel zu viel Streulicht bzw. Selbstbelichtung durch den heiß werdenden Chip (was für ein Müll, die Belichtungszeiteinstellung B hätte man sich auch sparen können). Viel probiert habe ich nicht gerade - es kamen schnell die versprochenen Wolken. Das beste Bild war 4 min bei 6400 ASA und f = 747 mm f/4. Eigentlich ein Test um die Verhältnisse einzuschätzen, darum auch nicht nachgeführt. Alles ist deshalb etwas knochenförmig geworden, aber durch Deconvolution ließ sich das wieder Richten, auch das bei 6400 ASA recht starke Rauschen war zumindest nicht so schlimm, wie der Streulichtpegel (und die haben beim Hochofen auch noch abgestochen). Naja, eine Spiralstruktur des Kernbereiches ist jedenfalls schon ganz gut zu erkennen. Bis jetzt waren alle Aufnahmen mit chem. Film besser als mit dieser DigiSLR - frage mich, ob der TP auch in diesem Fall geholfen hätte.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
12.04.2005, 21:01
Hi Hector
Bildbearbeitung mit "Iris" klingt interessant vorallem, wenn es Freeware ist.
Kannst du mir einen Link schicken?
Bin schon wieder etwas im Stress, hab mich an den Conradgetrieben probiert, hatte auch so seine Tücken. Ob es erfolgreich war werde ich wohl erst bei der nächsten Beobachtungsmöglichkeit feststellen.
CS Udo S

Hector42
13.04.2005, 02:48
Hi Udo!

Hier erstmal der Link http://www.astrosurf.org/buil/us/iris/iris.htm, das Programm kann auch deconvolutionieren, aber dafür gefällt mir wiederum 'Cadet' (natürlich ebenfalls Freeware) besser. Wird für Dich aber eher uninteressant sein, da das ja mit Farbfilmen nicht wirklich funktioniert. Hab's letzens einfach nochmal mit Deiner M81-Aufnahme Probiert - hoffe das geht in Ordnung - um Dir das Resultat zeigen, falls es toll gewesen wäre...naja, hat ganz und gar nicht funktioniert.

Hab' auch mal M81 mit dem TP aufgenommen, einmal bei f = 1494 mm ~f/8 (43 min Blz.) und einmal 'M81 and friends' bei f = 747 mm ~f/4 (16 min. Blz.). Chronologisch war es andersherum, hab' zuerst die kurze Aufnahme gemacht, um zu sehen, was ich von den Bedingungen halten soll (also hab' sie sofort entwickelt) und gleich danach die längere, die hätte ja eigentlich dem entsprechend 64 min. sein müssen, aber da war soooo viel Streulicht, da dachte ich das geht in Ordnung. Mein Eindruck, dass es besser ist einen Film möglichst weit zu belichten, egal ob Streulicht oder nicht, hat sich verifiziert. Die 'Nahaufnahme' ist zwar größer und zeigt auch mehr Details, aber wenn sie so belichtet gewesen wäre, wie das 'Gruppenfoto', dann wäre es noch besser gewesen.
Galaxien knipsen hat schon irgendwie einen ganz anderen Reiz als Nebel knipsen, bei dem Gedanken gerade eine ganze Galaxie (samt Bewohner, falls vorhanden) abgelichtet zu haben wurde mir kurz nach der Tat schon etwas mulmig. M31 habe ich natürlich schonmal fotografiert, aber die zählt nicht, da es erstens ein Paradeobjekt ist und zweitens trotzdem eine fotografisch schwer zu erhaschende Schönheit besitzt. Auch sind die Galaxien zwar kleiner als meine geliebten Nebelgebiete, aber dafür sind es ja sehr gesellige Genossen, solche Gruppenfotos sind nämlich auch was Feines.
Zum Streulicht habe ich jetzt auch erstmal herausgefunden, dass Licht, von hinten am HS vorbei irgendwie den Film erreicht. 'Licht' war hier: Durch Straßenlaterne erhellter Rasen, Laptopdisplay und Dynostardisplay (sogar indierekt über den Rasen). Letzteres habe ich erstmal gehörig dunkler eingestellt.

Hab' mir jetzt auch Deine anderen neuen Bilder angesehen, dabei aber nicht immer auf das Datum geachtet :o , hast Du die etwa alle in der letzten Gut-Wetter-Phase aufgenommen?!

Whaaa :( , den Job habe ich nicht bekommen, dabei ist der so toll und ich hätte ihn bestimmt toll ausgeführt :) . Entweder hatte ich einen Mitbewerber, der in dem Geforderten schon Erfahrung hatte oder ich sollte mich beim nächsten Bewerbungsgespräch mehr profilieren. Astronomische Artikel sind damit wieder etwas weiter in die Ferne gerückt.

Ich werde morgen mal ein 'Selbstbau'-Thema aufmachen. Kommt bestimmt zwar eh keiner rein, aber hoffen kann man ja noch. Das Karbonpaket ist nämlich heute angekommen, ich habe auch schon schön gebastelt, aber dazu morgen mehr - erstens bin ich müde und zweitens ist das Zeug erst morgen um Mitternacht ausgehärtet. Wenn ich noch solange warte gibts mehr zu erzählen ;) .

Nochwas zu Iris: Es ist zwar nicht gerade schwer zu bedienen, ganz viele Befehle und Filter git es aber nur (oder in besserer Ausführung) über eine Art Kommandozeile. Die kann man leider auch nicht rückgängig machen. Die ganzen Dinge, die man damit machen kann stehen alle in der Hilfe. Ich weiß, dass Du wenig Zeit hast, aber einmal ganz durchlesen würde ich schon empfehlen...soviel ist es ja auch nicht und es ist ganz gut erklärt, glaube ich.

Naja, mach's mal gut und bis denn,
Hector42

Udo_S
13.04.2005, 19:42
Hi Hector
Danke für den Link, leider alles englisch, die Schule ist lange her und zu meiner Zeit war Russisch noch aktuell (Druschba) :o Werde mich aber bei Gelegenheit mal drum kümmern.
War am Montag noch mal draussen und hab ein paar Mond und Jupiteraufnahmen gemacht, das Seeing war aber echt mies und es sind eher durchschnittliche Bilder. Hatte den 10" eingesetzt aber auf der LXD55 (EQ6 Conradeinbau) die Monti hat ziemlich gezittert, hab wohl eine Schraube zu fest angezogen, alles im allem war ich eher unzufrieden.
Schade das es mit deinem Job nicht geklappt hat, ist zur Zeit ein ziemliches Problem. Halte dir weiter die Daumen.
Selbstbauprojekt klingt gut, leider klappt es hier nicht mit den Bildern, das würde das ganze noch anschaulicher machen.
Übrigens alles hab ich nicht die letzten vier schönen Nächte geknipst, aber einen großen Teil so 7 Aufnahmen pro Nacht. Streulichtärger hatte ich auch, M51 sah wirklich gut aus, leider hat es auch einen extremen Streulichteinfall durch ein vorbeifahrendes Auto :( und ist nicht zu gebrauchen. Ach ja meine EXA kleb ich immer mit etwas Klebeband zu, hatte ich auch schon mal Probleme mit Licht durch die Rückwand. Das Klebeband sollte aber nicht zu stark sein, da war dann das Kunstleder ab.
Stimmt viele Mitstreiter haben wir hier nicht, vielleicht sollte ich mal meine extrem einfache Methode, der Mond-und Planetenfotografie mittels Digicam vorstellen. Ob es dafür Interessenten gibt?
Bis bald
CS Udo S

DanGer
13.04.2005, 23:43
die problematik hier stellt sich wohl wie folgt dar, zumindest bei mir, es fehlen einfach die finanziellen mittel und fachkenntnisse um mitzusprechen ;)

Hatte den 10" eingesetzt aber auf der LXD55 (EQ6 Conradeinbau)
ähm..ja..wat soll ich dazu sagen..schade?schön? ;) tut mir leid wenn ihr euch erstmal weiterhin alleine unterhalten müsst, aber tut es bitte weiterhin öffentlich,damit ich vielleicht in ein paar jahren auch eine ahnung hab worum es geht ...^^ (in der hoffnung nach meinem abendschulabitur und physikstudium einen arbeitgeber zu finden der mir genug gibt damit ich mir entsprechende ausrüstung leisten kann)

so far..

Udo_S
14.04.2005, 19:13
Hi DanGer
Sorry aber nach 2 Monaten Dialog mit Hector, ohne Wortmeldungen weiterer Diskutanten, ist die Erklärung der Gerätschaft wohl ein bisschen zu kurz gekommen. :o. Hier handelt es sich um einen 10" Schmidt-Newton der Firma Meade auf der ebenfalls von dieser Firma im Set angebotenen LXD 55 Montierung.
10" (Zoll) gibt den Öffnungsdurchmesser in Zoll an umgerechnet 25,4cm. LXD 55 ist eine Firmenbezeichnung und ist für diese Fernrohrgröße eine eher unterdimensionierte parallaktische Montierung. Die EQ6 ist ebenfalls parallaktische Montierung chinesischer Fabrikation, für höhere Gewichtsklassen ausgelegt aber mit kleinen Schwächen, die durch Umbauarbeiten behoben werden können.
Wenn du mit der praktischen Astronomie so lange warten willst, ist das natürlich deine Sache, aber mit Fernglas oder Einsteigermodellen gibt es auch schon eine Menge zu sehen, selbst ohne Gerätschaften ist es ein interessantes Hobby, Sternbilder erkennen, einige offene Sternhaufen sind schon freisichtig zu erkennen, die Stellungen der Planeten, Meteoritenfälle, Satellitenbeobachtungen, Polarlichter, helle Kometen, leuchtende Nachtwolken, Mondphasen, usw.
Vor 1600 gab es ja auch keine Fernrohre aber die Geschichte der Astronomie ist ja bekanntlich viel älter ;)
Also wenn du noch Fragen hast, frag einfach.
Klaren Himmel
Udo S

Hector42
14.04.2005, 20:42
eher @ DanGer:

Hi DanGer,

hey, ich mache auch gerade mein Abi, aber in Fernkursen...meine späte, kurze und sehr heftige Sturm und Drang Zeit hat das Abi auf dem normalen Weg verhindert :o , danach gabe ich erstmal eine Ausbildung gemacht und später will ich auch Physik studieren (und vermutlich weiter zur Astronomie).
Zu den finanziellen Mitteln: Es heißt ja immer man könne auch ganz toll mit einem Feldstecher etc. Astronomie betreiben, ich persönlich konnte mich mit diesem Gedanken allerdings noch nie anfreunden...oh, äh ich sehe gerade dass Udo einen Artikel fertiggestellt hat, während ich hier noch schreibe. Mit dem was Udo da über die Astronomie schreibt hat er natürlich recht und jeder soll so Astronomie betreiben wie er möchte...ich persönlich möchte jedenfalls ein möglichts großes und raffiniertes Newton :D .
Aber schön, das noch jeman zuließt ('zuhört' kann man ja nicht sagen), auch ohne Ausrüstung und egal wieviel Know-How, Du bist hier sicher gerne gelesen. Unsere Kenntnisse gibs hier für Dich eh gratis und die Ausrüstung...naja ich hab da noch was rumliegen, müsste aber erstmal schauen - allerbestenfalls bekommst Du eine kleine Einsteigerausrüstung auch gratis gesposort wenn Du möchtest. Die Sache ist nur: Meine Freundin hat auch keine Ausrüstung und die geht vor, hehe. Mal sehen, was sich so machen lässt ich weiß nicht, was da noch so übrig ist. (Wer sich für Astronomie interessiert und dazu noch Physik studieren will muss doch gefördert werden, benutze die alten Sachen eh nicht mehr.)

Udo hat was über seine Ausrüstung geschrieben, nun erfärst Du, wie Du meine Beiträge entschlüsseln kannst:
Also ich fotografiere lieber, dazu benutze ich ein 8"-Newton, auch auf einer EQ-6. Der Tubus ist ein Eigenbau-Alu-Gitterrohrtubus - kompliziert aber leichter und vor Allem mein 'Stolz'. Eigenbau ist natürlich auch viel flexibler. Die Spiegelreflex ist von meinem Vater, als Film benutze ich meist den 'Kodak Technical Pan' in hypersensibler Form (Abk. TP hyp.), dieser spezial s/w-Film ist einzigartig und soll nun der digitalen Revolution weichen, wobei gerade dieser der einzige ist, der, was Astrofotos anbelangt, einer digitalen SLR (sowas hat mein Vater auch) noch haushoch überlegen ist. (Er ist wie für die Astrofotografie gemacht, obwohl er das eigentlich nicht ist).
Baue auch schon am nächtsen Pojekt (siehe 'Eigenbau'-Thema), das wird aber super teuer, ich brauche also unbedingt bald eine Arbeit.

Wenn Dir irgenwelche Begriffe noch unklar sind oder Du mehr wissen willst: nur zu, frag'!


eher @ Udo:

Hi,

cool, Jupiteraufnahmen, bin gespannt, für Planteten fehlt mir der Projektionsadapter, darum ist Planetenfotografie für mich eher ein Böhmisches Dorf (Planeten werden auch bei 2 m Brennweite nur SERH klein auf den Film projeziert, mit soeinem Adapter ist es möglich ein Okular dazwischen zu klemmen, was die effektive Brennweite dann auch SEHR stark verlängert).
Das mit den Bildern kommt vielleicht noch, wenn nicht, dann eben nicht. Hab' schon nette Bilder von der Karbonrohrherstellung gemacht, kommt dann auch auf die Homepage (www.stella-mira.gmxhome.de (http://www.stella-mira.gmxhome.de), Passwort 'noli me tangere' - ist aber ganz böse im Aufbau, darum auch das Passwort). Tja, und dass englische Programme für manche aufwändiger sind als für andere vergesse ich immer :o , ich merke das meißt nicht, ob das benutzte Programm nun auf englisch ist oder nicht - bin zwar kein Englischkünstler, aber das muss man auch nicht sein, die Programme sind ja für die ganze Welt veröffentlicht und sprachlich möglichst einfach gehalten. Sollte nicht lange dauern, dann hast Du's auch drauf - und mich kannst Du ja auch noch fragen ;) .
Grrrr, diese verdammte Lichtverschmutzung raubt mir den letzten Nerv, selbst wenn sie jetzt gerade eher Dich betrifft...wären wir im Mittelalter würde ich jetzt vorschlagen eine Astronomenrevolte anzuzettel, die Regierung zu stürtzen und ein Astronomen-Utopia aufzubauen, grrrrrrr. (= "Schade um das M51-Foto!"). (M51 ist eine ganz tolle Spiralgalaxie so im Großen Bären, eigentlich zwei gerade verschmelzende, echt was feines.)
Klebeband und Kunstleder - auwei. Solche Dichtheitsprobleme sind mir Fremd obwohl ich in Angst davor lebe. Sicher, stell die Methode ruhig vor, würde mich auch interessieren, wie gesagt: mit der Planetenfotografie habe ich es nicht so, Du kommst dann also bestimmt irgendwie ohne Projektionsadapter aus, oder?

Viele Grüße,
Hector42

DanGer
14.04.2005, 23:30
also erstmal danke für die ausführlichen antworten :) das man so freundlich empfangen wird ist leider nicht immer der fall.. aber was will man heutzutage erwarten..
zum thema selber beobachten ohne ausrüstung. ja.. ich weiss, grade hier im hinterhof ist es abends immer schön dunkel..auch wenn mitten in der stadt und die lichtglocke recht stark ist, besonders schön gestört vom kieler-bahnhofs-superscheinwerfer der wohl werbung für die kinderdisco im unteren bereich sein soll..aber es geht.. derzeit ist es leider nur bewölkt..
allerdings würde ich auch das grösste und beste newton bevorzugen,da grade deepsky es mir angetan hat.. atemberaubend schön was man teilweise auf den bildern sieht..der mond is recht.. trist.. (und irgendwo zu "erreichbar") ;)
aber nachdem ich nun sah das sogar ein lidl-rohr umgebaut werden kann um einigermaßen gute aufnahmen der "näheren" umgebung zu fabrizieren, sollte ich vielleicht doch ein wenig meines noch geringeren geldes ansparen.. jeder fängt mal klein an..das angebot mit der startausrüstung ehrt dich, aber hey, freundin ist immer oberste priorität, also nicht überschlagen bitte :)

zum thema der fremdworte.. da wir grade im "12.klasse physik-unterricht(komisch mit teils 35+ jähringen kommolitonen noch diesen ausdruck zu benutzen..12.klasse)" die optik anfingen und nun wohl die wellenoptik als weiteres thema kommt (wie passend mein einstiegszeitpunkt in diesem forum doch gewählt war..) kann ich hoffentlich bald mit einigen begriffen etwas anfangen, zumindest der tubus sagt mir nach dem heutigen phy.unterricht etwas.. genau wie brennweiten etc, aber der rest kommt sicherlich in der nächsten zeit..

mein quote im unteren beitrag bitte nicht so direkt verstehen,er war eher auf die allgemeinheit der technischen begriffe gemünzt..

für die "fotografie" im astronomischen bereich scheint es auch verschiedene möglichkeiten zu geben, wenn ich das richtig beobachtet hab, einige nehmen digitalkameras(die dann wohl teilweise sehr heiss werden bei langen belichtungszeiten(billigmodelle?)),andere webcams und die nächsten chemischen film in "normalen" kameras,korrekt?

ja und schliesslich..verrat mir mal bitte warum ich nicht schon früher nach foren dieser art suchte.. das thema war immer eine faszination für mich..aber die idee.. *kopfschüttel*..

mfgubw
Dan

Hector42
15.04.2005, 03:18
Hi DanGer!

War eben auf Deiner Homepage, da ist mir doch ein kalter Schauer den Rücken runtergelaufen: 2 Jahre älter als ich, Computermäßig ähnlich drauf (spiele allerdings kaum noch) und vor Allem die Lieblingsbands! Die gehören größtenteils auch zu meinen. Der 'Anhalter', jaja. Hast Du's mal mit Terry Pratchet ('Scheibenwelt' und mehr) probiert - wenn Du Douglas Adams magst wirst Du Terry Pratchet vergöttern :D (solange es Dir nichts ausmacht echtes SciFi durch skurile Wissenschaft von grotesken Magiern einzutauschen). Ääähm ja, zurück zum Thema.

Kiel...und da ist es im Hinterhof dunkel? Ich rege mich ja schon über meine 50 000 Einwohner-Stadt auf (verteilt auf 20(?) verschiedene abgekapselte Einzelstädte und -dörfer). Es gibt bestimmt viel weniger Flecken auf der Erde wo der Himmel noch natürlich dunkel ist, als Flecken wo der Urwald noch natürlich ist. Ich finde das absolut heftig. Der Mensch muss unachtsam überall hin seine Photonen verbreiten, nur weil sie nicht gefährlich sind stört es keinen sonst, ja fällt sogar nichtmal auf. Die wenigsten nicht-Astronomen wissen etwas mit dem Wort 'Lichtverschmutzung' anzufangen.

Also das mit der Fotografie verhält sich so:
Bei chemischen Filmen gibt es einige schlimme Probleme was die Langzeitbelichtung angeht. Langzeitbelichtung heißt hier etwa > 10 min. Nur wenige Farbfilme sind geeignet um a) überhaupt schwächere als nur die Lichtstärksten Nebel usw. aufzunehmen und b) dabei keiner allzugroße Farbverschiebung zu unterliegen. a) trifft auch auf s/w-Filme zu wenn auch weniger stark. Das Problem ist, dass chem. Filme nach dem Beginn der Belichtung schnell unempfindlich für weitere Belichung werden (das nennt man Schwarzschildeffekt), bei vielen Filmen spielt es keine Rolle, ob man nun 30 min oder 60 min Belichtet. Udo scheint eher Farbaufnahmen zu machen, ich fotografiere lieber Nebel aus ionisiertem Wasserstoff. Die leuchten bei einer bestimmten Wellenlänge und darum kann man das Stadtlicht mit teuren Interferenzfiltern wegfiltern. Galaxien bestehen ja aus Sternen, diese leuchten in allen Wellenlängenbereichen, darum gibt's für die keinen Filter. Bei den chemischen Filmen und wenn man solche Wasserstoffnebel fotografieren will kommt noch hinzu, dass fast alle Filme (ich weiß nicht wie es mit Farbfilmen ist - das ist eher Udos Gebiet) für diese Wellenlänge (650 nm) nicht mehr empfindlich sind. Dieser 'Kodak Technical Pan', den ich benutze bildet da die ganz große Ausnahme (nach meinem Wissen und Empfinden der Astrofilm schlechthin): bei 650 nm am empfindlichsten und fast lineare Belichtung, allerdings muss er vorher hypersensibilisiert werden. Erwird also empfindlicher gemacht, aber was wichtiger ist: dadurch wird der Schwarzschildeffekt fast ausgeschaltet. Die wohl einfachste und gebräuchlichste ar Filme zu hypersensibilisieren ist, sie viele Stunden lang in einem Tank bei bis zu 3 Bar und 60 °C in Wasserstoff oder Formiergas (ein Gemisch aus Wasserstoff und Stickstoff - bei Luftkontakt nicht entzündlich) zu backen. Wollte auch mal so einen Tank bauen, aber der TP wird bald ja nicht mehr produziert. Wenn er so behandelt wird (machen auch andere für einen), dann ist das Belichtungsverhalten fast linear, wie bei einem CCD-Chip. Ich habe damit schon 3 h Belichtet und der Schwarzschildeffekt hat immer noch nicht genervt. Dieser Film ist sehr Feinkörnig und mit den entspechenden Farbfilter kann man sogar Farbaufnahmen machen, die die Farben, wen man alles richtig macht, nicht verzerrt wiedergeben wie (ironischerweise) Farbfilme. Das mit der Verzerrung liegt übrigens daran, dass Farbfilme ja eigentlich aus drei verschiedenen Filmschichten bestehen, die alle ein anderes Langzeitbelichtungsverhalten aufweisen. Früher hat man auch sogenannte Tiefkühlkameras benutzt, um die Chemie der Filme zu verbessern, ich kenne das nur von Berichten, sollen aber selten ohne Pannen (Eineisung der Filmkammer usw.) funktioniert haben.
Dann gibt es ja noch die CCD-Chips. In der Digitalen Spiegelreflex vom Vater läuft der wie gesagt nach ein paar Minuten Belichtungszeit heiß, das ist auch nicht unbedingt verwunderlich, denn obwohl teuer ist es doch keine astronomische Kamera (das ist eher ein prinzipielles Problem, nicht nur bei Billigmodelle) und ist somit auch nicht mit einer Kühlung für Langzeitaufnahmen ausgestattet. Das Problem ist nicht, dass die Dinger dann abfackeln, aber je höher die Temperatur, desto häufiger verirren sich die Elektronen in der Elektronik und erzeugen so ein schlechtes Bild. Außerdem sind CCD's auch infrarotempfindlich und belichten sich somit selbst. Mein Traum ist eine Astro-CCD-Kamera der Firma SBIG, solche Kameras sind von 2000 bis 40 000 € zu haben und sind normalerweise Elektrisch auf 20 bis 40 K unter die Umgebungstemperatur gekühlt. Die CCD-Chips darin kann man in verschiedenen Qualitäten bekommen (Anzahl der Pixelfehler) und die Elektronik (Verstärker zum Auslesen der Belichteten Pixel, etc.) ist vieeeel hochwertiger. Solche kameras belichten meist praktisch linear und sind meist s/w. Gibts' aber auch in Farbe. Ersteres ist aber flexibler, da man ja wieder Farbbilder mit Filtern bekommt. Man kann auch falschfarbenbilder machen, die aber sehr natürlich und unglaublich ästhetisch aussehen (wie das Hubble) - Wasserstoff ist nicht das einzige Element, was da oben Leuchtet. Man könnte einen Nebel einmal in einer Emissionslinie des Wasserstoffs fotografieren, dann in einer des Schwefels und in einer des Sauerstoffs, dann hat man drei verschieden s/w-Bilder, welche die verteilung der Elemente im Nebel wiedergeben, die man dann als RGB-Kanäle für ein Farbbild kombinierenkann. Viola (oder so), schon hat man (mindestens) ein prachtvolles hochästhetisches Bild, welches auch hochwissenschflich etwas über die vorhandenen Elemente aussagt - ästhetische Wissenschaft, das finde ich wahrlich cool. Das könnte man mit dem TP hyp. übrigens auch machen, nur ist die Lichtempfindlichkeit dann doch der von CCD-Chips weit hinterher...zu weit, da man selbst mit den tollsten CCD-Kameras eine gehörige Arbeit und nicht unerhebliche Belichtungszeit aufwenden muss. Ich habe Bilder Gesehen mit Gesamtbelichtungszeiten von 40 Stunden. Mit dem TP hyp. bräuchte man Tage oder Wochen reiner Belichtungszeit, wenn der Schwarzschildeffekt mitspielt. Diese 40 Stunden sind aber auf mehrere Aufnahmen verteilt (Mosaik oder Mittelung der Bilder zwecks Rauschunterdrückung oder Farbkanäle)
Dann gibt es da noch die sogenannte Webcam-Astronomie. Mit einer Webcam (also eigentlich auch CCD) werden viele (auch 'unterbelichtete') Bilder in kurzer Zeit aufgenommen und aufaddiert oder anders verrechnet. Das bringt insbesondere bei der Planetenfotografie viel, wo es darauf ankommt nur die der vielen Bilder zu verwenden, die besonders Scharf durch die Atmosphäre dringen (passiert ja nur ganz kurz). Dardurch kann man sehr scharfe Planetenbilder bekommen. Udo will dazu ja auch noch was erklären, will Dir nichts vorweg nehmen, Udo ;) . Auch weiß ich darüber nicht ganz so bescheid.

Was die Startausrüstung angeht: klar geht die Freundin vor, ich hatte damals ein 114 mm Newton und auch ein 60 mm Achromaten (Als Achromaten bezeichnet man Objektive (also auch Teleskope), die aus Linsen verschiedener Glassorten zusammengesetzt sind um die Farbdispersion in den Griff zu bekommen, bau mal ein Teleskop mit einer Lupe als Objektiv und einer entsprechende einfachen Linse als Okular, dann ist alles schön Bunt, Linsen kann man sich nämlich aus vielen kleinen Prismen zusammengesetzt vorstellen). Als ich den 8-Zöller geholt habe wollte ich ein Leitrohr (Teleskop zum zielen auf einen Stern um bei der Langzeitbelichtung keine Enttäuschung zu erleben), bekommen habe ich eines, dass etwa meinem 60 mm Achromaten entsprach aber weniger gut als Leitrohr geeiget ist (also überflüssig), darum müsste es jetzt noch unbenutzt bei meiner Freundin sein, die vermutlich nur das Newton benutzen will. Ich denke mit Okularen sieht es schlecht aus, die bekommt meine Freundin alle, müsste ich mit ihr besprechen, sind sechs oder sieben, soviel braucht eine Person eigentlich nicht. Eine billige parallaktische Montierung (Metallding mit getrieben und so, kommt zwischen Teleskop und stativ, 'prallaktisch' bedeutet, dass man es so aufstellen kann, dass man nur an einer Achse drehen braucht um die Erddrehung auszugleichen) müsste hier auch noch rumfliegen. Normalerweise schmeiße ich alles weg, was ich nicht brauche - oder ich verschenke es, wenn ich das nicht übers Herz bringe. Das ist aber nur der Fall bei astronomischen Dingen und Computerteilen (hab' sogar noch den C64, aber eher aus Style, war ein ganz anderes Lebensgefühl damals, jaja).
Übrigens kann man auch aus alten oder billigen Tele-Objektiven ganz nette Teleskope basteln.

Wenn du mal sehen willst, was mit Astro-CCD-Kameras so drin ist kann ich Dir (wie schon Udo) die Gallery von SBIG empfehlen (der 'Image Calendar'): http://www.sbig.com/sbwhtmls/gallery.htm, auf jeden Fall sehenswert sind Juli 2003, Oktober 2004/3/2...ach verdammt, wirst Dich schon zurecht finden. Wohlgemerkt alles Aufnahmen von Amateuren mit nichtmal den größten Teleskopen, die Daten stehen ja dabei...achso, Fachchinesisch...wir helfen weiter :) .
Und auf meinem Homepagekeimling gibt es schon ein Bild von einer Nebelregion (man sieht sie nachts nicht, da sie zu lichtschwach ist, aber sie ist da, mehrere Male größer als der Vollmond). Bei mir auf TP hyp. und bei SBIG als CCD - heißt Nordamerikanebel oder auch NGC7000, der Pelikannebel gehört dazu.

Hu, ich hoffe ich hab' Dich jetzt nicht überfordert, bin einer von den Menschen, die immer gleich mit ihrem Wissen oder ihren Ansichten herausquellen und irgenwie kann ich mich nie kurz fassen. Schlimme Combo :o .

Viele Grüße und bis dann,
Hector42

DanGer
15.04.2005, 11:35
hallo hector ^^

um deinen langen beitrag sorge dich nicht, wenn mich etwas genauso stark interessiert bin ich ähnlich gestrickt.. dann könnte ich stundenlang erzählen und muss direkt gebremst werden..

von pratchet hab ich nur "nur du kannst die menschheit retten" hier rumstehen, aber die scheibenwelt ist in planung, muss nur schauen das ich da auf ebay mal glück habe..oder booklooker.de

das mit der dunkelheit in kiel.. ja..nuja *g für mich ist es noch relativ dunkel, für bessere beobachtungsergebnisse sicherlich nichtmehr förderlich, aber das ist kein problem, hier gibts noch flecken wo die lichtverschmutzung eher gering ist, das hinkommen ist zwar problematisch, da führerschein und auto mangelware,aber wozu hat man freunde, und wenn nicht,der bus tuts auch.. weiss auch nur worum es dabei(lichtverschmutzung) geht, weil ich damals in kiel bei einem vortrag names "unendliche weiten" im kieler mediendom anwesend war.. und da darüber berichtet wurde..

hatte mich des weiteren bei ebay mal umgeschaut gestern was so angeboten wird in richtung teleskope, aber ich hab glaub ich nicht das geld für das 8" newton ;)

meinen c64 hab ich leider nichtmehr, der ging auf einem umzug verloren, steht nun wohl noch irgendwo rum:/ und die beiden 086er gleichen eher einem friedhof als allem andern..und da ich auch nichts wegwerfen kann was in die richtung geht, stehen hier 3 monitore und 2 pcs, der 2. ist mittlerweile 30 mal umgebaut weil immer irgendwas irgendwo abfällt.. und da ich letztens erst meinen 3. (k62 300) ausgeschlachtet hatte, aber mit den teilen die ich von nem kunden(hallo schwarzarbeit) bekomme wohl neu zusammensetzen kann, werd ich wohl bald mal schauen ob ein öffentlicher kindergarten ne spende will,incl kostenloser wartung..


digicam oder chemischer film ist also die frage, da ich mit meiner digicam bisher nur "landschaftsaufnahmen" gemacht hab, die nichtmal wirklich gut wurden, ist auch dieser bereich nicht sonderlich stark ausgeprägt, aber ich denke das mir da ein freund weiterhelfen kann der so einiges an ausrüstung hat und sicher auch mal ausleiht oder mich zumindest beraten kann was "überstürzte-ebay-einkäufe" angeht :)denke aber erstmal werde ich den ratschlag befolgen und mich in einfacher sternenkunde weiterbilden,damit ich überhaupt weiss was über mir so rumschwebt. leider ist das wissen aus der "grundschule" nichtmehr vorhanden..

ja..nu is mir grad der faden gerissen..also folgt wohl nach der schule heute abend dann ein weiterer beitrag *g (da hab ich immer viel zeit zum nachdenken)

also bis später
der peter.. äh.. nein..Dan ;)

Hector42
15.04.2005, 14:42
Hi DanGer!

Musste den Artikel sogar noch um >147 Zeichen kürzen da er über 10 000 lang war :o .
Führerschein und Auto sind auch bei mir Magelware, ein passendes soziales Umfeld leider auch, bin mit den Freunden sehr wählerisch und die bisherigen sind zwar immernoch sehr gute Freunde, jetzt nur leider über ganz Deutschland verteilt. Offentliche Verkehrsmittel kommen für meine Fotografischen Exkursionen nicht in Frage (höchstens ein Fahrrad mit großem Bollerwagen) - das Zeug wiegt alles wohl mehr als 50 kg - 24 kg davon machen aber schon zwei kleine Autoakkus aus.
Wo Du das mit der Lichtverschmutzung her hast spielt ja keine Rolle, alleine das Du bei so einem Vortrag warst spricht schon für Dich ;) . Leuten, denen Astronomie und so völlig fremd ist drehe ich aber auch nicht den Hals um, ich bekomme dann nur immer einen Missionierungsdrang.
Schade, dass das Geld für einen 8-Zöller nicht reicht, aber viele (ich ja auch) haben mit dem berühmten 60 mm Refraktor (Refraktor = Linsenfernrohr - ich erklär lieber zu viel, als zu wenig :) ) angefangen. Als ich auf das 8" Newton umgestiegen bin wurde das Astrofeeling aber schon gehörig geboostet, vor Allem da ich mir mit der Zeit eine ziehmlich coole Computersteuerung geholt habe, die per schnellem Goto auch alles Mögliche anfahren kann. Hört sich luxoriös an und prahlerisch (hab schon mehrfach drüber erzählt) ist aber so nicht gemeint und für die Fotografie EXTREM hilfreich. Will bloß einen Eindruck vermittel und sagen dass es Spaß macht. Für manche ist das nix, Udo macht es auch anders - jedem das Seine. Ist ein bisschen doof jemandem von etwas vorzuschwärmen, was er vermutlich auch haben möchte in dem Wissen, dass das Geld nicht reicht...naja, ich habe es mit der Zeit auch alles zusammenbekommen, vieles allerdings durch Schenkungen und für den Rest gebe ich meinen letzten Cent aus.



werd ich wohl bald mal schauen ob ein öffentlicher kindergarten ne spende will,incl kostenloser wartung..

...offensichtlich sind wir hier alle ganz tolle spendable Menschen :D . Auf so eine Idee wäre ich nie gekommen, auch weil alles was schneller ist als 300 MHz bei mir für Seti oder Einstein@Home rechnet (Einstein@Home: verteiltes Rechnen für die neuen Gravitationswellendetektoren - eine ganz neu Art der Astronomie, einer von drei zur Zeit benutzten Detektoren steht weniger als 100 km von mir bei Hannover, die anderen sind in den USA, soll ich kurz erklären wi die Dinger Funktionieren oder kennst Du das Prinzip von Michelson-Interferometern?)

Ich denke wir sollten noch ein neues Thema aufmachen, sowas wie 'Einstieg in die Praktische Astronomie' aber eher im Bereich Beobachtung. Was meint Ihr? Freue mich auf heute abend, dann wird Udo sicher auch wieder was geschrieben haben (hab' schon Gewissensbisse, weil wir?/ich? in hier so ausschließe).

Viele Grüße und bis denn dann...
Hector42

Udo_S
15.04.2005, 21:38
Hi zusammen.
Nee Hector mach dir mal keine Sorgen, ich lese auch gerne mal mit.
Ja, ja der richtig Einstieg in die praktische Astronomie, da könnte man Bücher drüber schreiben. Bei mir war es der klassische 114/900mm Einsteigernewton auf einer parallaktischen Montierung. Die ersten Beobachtungsziele hauptsächlich Planeten, Mond und Sonne (Sonnenfilter!!!!) Hab eher sproadisch beobachtet. Als ich dann für mich entschlossen hatte, richtig in das Hobby einzusteigen, kam dann der 10" Schmidt-Newton. Durch das richtige "Einsteigen" kamen dann auch die Fragen wie Einnorden und Aufsuchen der Objekte nach Sternkarten auf mich zu, als ich das Begriffen hatte, zeigte mir auch der kleine Einsteiger die Deep Sky Objekte. :o Natürlich würde ich deswegen den 10" nicht wieder verkaufen. :D Was ich damit auch nur ausdrücken wollte, ohne Grundwissen tut man sich schwer.
Interessieren tut mich die Astronomie schon seit dem ich ein kleiner Junge war und diese Faszination ist geblieben, glaub deshalb könnte ich auch heute noch ohne Hilfsmittel nächtelang beobachten.
Ach ja um beim Thema zu bleiben. Mond und Planetenfotos mit der Digiknipse.
Hab mir eine simple Halterung gebastelt, mit welcher ich die Kamera hinterm Okular befestigen kann. Je nach Okular hat man halt verschiedene Vergrößerungen. Hab das auch mal ne zeitlang analog probiert, die Ergebnisse sind ungefähr gleich, nur mit dem Unterschied das es mit der Digiknipse nicht so aufwändig ist. Gutes Seeing braucht man aber in beiden Fällen. Motorisierte Nachführungen sind zwar nicht unbedingt Pflicht, erleichtern aber die Sache ungemein.
Bis Bald
CS Udo S

DanGer
15.04.2005, 23:11
soo, zurück aus der schule kann ich nun endlich auch wieder was schreiben

zum thema newton und geld.. ja..das
8" Newton 200/1000 von Celestron ( mit Parabolspiegel!!!) komplett auf Montierung Astro 5 und incl. beleuchtetem Polsucher
liegt bei ca 600 euro..soviel krieg ich in nem monat überwiesen ;)

@hector
gut, das mit den öffentlichen verkehrsmitteln seh ich ein, du hast ja auch einiges mehr an equipment als ich anfangs haben werde.. z.b. die akkus würde ich ja nicht brauchen,da ich ja keine motorisierte nachführung "hätte" gg lass mich raten, 1 fürs nachführen direkt und 1 falls das andere ausfällt?
50kg geht doch noch.. solang du es nicht 35km tragen musst (jaja..da kommen meine 10 monate bummelwehr durch)allerdings stelle ich mir das auch sehr sperrig vor, also öpnv definitiv nicht geeignet *g
auch mit den gut gewählten freunden sind wir uns ähnlich.. ich habe so ca 3, wobei einer meine exfreundin ist und einer sich grad nicht meldet,hat anscheinend ne oberschenkelfraktur und wiedermal seine handyrechnung nicht bezahlt.. tsts..
zum thema einstein/seit@home..seti bin ich seit 5 jahren oder so dabei,einstein auch seit letztens,als ich dann den boincwechsel tat..daher ist mir auch das Prinzip von Michelson-Interferometern bekannt ..^
das mit dem neuen thema wär glaub ich keine so schlechte idee, wir kommen stark vom thema ab glaub ich teilweise ..*hüstel*

@ udo

gut, sonne ohne sonnenfilter... ungesund*aufschreib ;)
kleiner scherz, nein, das mit dem einsteigen wird bei mir wohl erstmal aufs theoretische hinauslaufen, ich hab mich heute mal mit "meiner" digicam beschäftigt, ist ne concord eyeq 2133z, hat sogar ne "nachtfoto-funktion mit langzeitbelichtung" ..ja nur schade das die nicht einstellbar ist, sondern ganze 5! sekunden langzeitbelichtet.. *g soviel zu dem thema..krieg ich damit überhaupt den mond richtig drauf? ;) das mit der motorisierten nachführung hab ich mir schon angeguckt auf andern seiten, ausgleich der erddrehung,eigentlich ne logische konsequenz auf die man aber nich unbedingt kommt als einsteiger *g

ja..soweit..irgendwas wollt ich noch fragen, habs aber schon wieder vergessen.. kopfschüttel.. alter mann ..

Hector42
16.04.2005, 04:18
Hi!

Bei mir war's ganz ähnlich wie bei Udo, hab' auch schon damals kräftig gebastelt - war natürlich ein anderes Niveau als jetzt, aber dafür vermutlich 'kreativer' :) . Meine Konstrukte haben funktioniert, aber da sie immer überstürzt 'zusammengemacgyvert' waren haben sie nicht lange gehalten.
Der Wehrdienst ist ganz Haarscharf an mir vorübergegangen, jetzt bin ich 23 und somit neuerdings ausgeschieden für alles. Meine Psychische (naja, die Körperliche auch) Verfassung ist für nicht-Zivieldienst (für den die mich haben wollten) mittlerweile aber absolut unpassend. Hätte also höchstwahrscheinlich nur Zivi machen brauchen. Sonst wäre es wohl ein absolutes Desaster (für beide Parteien) geworden :D .
Zwei Autoakkus deshalb, weil die Motoren bei 24V am ruhigsten laufen und ein Spannungswandler fast so teuer wie so ein Akku ist - dabei auch eine weitere Fehlerquelle darstellt (konstanter und besser als dierekt aus dem Akku bekommt man keinen Strom). Wenn ich nicht gerade fotografiere benutze ich auch nur einen oder ein viel kleineres Pack aus 2x 6 V Modellbau-Bleigelakkus a 6,6 Ah, reicht auch, wenn die temperaturen nicht zu niedrig sind, da macht machen die sehr schnell schlapp. Ist ja chemie drin (bin CTA) und die funktioniert naturgesetzäßig allgemein nur noch 1/2 bis 1/4 so gut pro 10 K kälter. Da ich aber meist gerne den Laptop mitschleppe kommt das kleine Pack selten zum Einsatz. Der Lappi ist dann am Autoakku mit Spannungswandler, da braucht man sich keine Gedanken um die Kapazität machen, es sei denn es wird WIRKLICK kalt.

Das mit dem BOINC-Wechsel finde ich müllig: meine insgesamt 3,3 GHz sind in einem kleinen Netzwerk abgekapselten Netzwerk arrangiert, einzige Ausnahme ist der 300 MHz Laptop, mit dem ich bis jetzt immer so 100 bis 200 Workunits zwischen zum meinem 'SetiGate'-Host schaufle. Bald kommt die Zwangsumschaltung, unter BOINC bleibt nur der Laptop zum rechnen (haha, 300 MHz), toller, fortschrittlicher Wechsel :rolleyes: .

Wie angedeutet kann man mit der Webcam-Astronmomie viele wissentlich stark unterbelichtete Bilder zu einem guten zusammenbekommen, die dabei typischerweise benutzten Belichtungszeiten sind viel kürzer als 5 Sekunden (Filmmodus). Um Einzelbilder von Mond und Planeten zu machen reichen 5 Sekunden massig aus, zumindest beim Mond. Kommt aber immer auch auf die Optik der Kamera an, ich habe Webcams gesehen mit einer Obektivlinse von 1 mm oder 'nem halben. Mal sehen was Udo meint, die Frage war ja auch eher an ihn gerichtet - ich hab' mich wieder einmischen müssen :o .

Ich schreibe was ich von den Angeboten halte und so weiter im neuen 'Astroeinstieg'-Thema unter Beobachtungen, auch wenn's erstmal um Geräte geht.


eher @ Udo:

Ist also eine Art selfmade-Projektionsadapter? Das ist aber so eine Kamera mit noch einem festen Objektiv dran oder?

Sag' mal, gibt es nicht Anti-Barlows (Shapley-Linsen, Bildfeldebner, Brennweitenverkürzer oder was es da alles für Synonyme gibt), die man an Newtons verwenden kann? Ich sehe immer welche für Schmidt-Cassegrains, Maksutovs und Refraktoren. (Das Selbstbauprojekt kann dank Karbon so groß ausgelegt werden, dass mir die Brennweite zu lang ist.) Das sollte doch bei Newtons nur ein Problem des Fokussierweges sein oder? Das wäre dann vermutlich nicht so schlimm, beim Selbstbau würde sich da sicher eine Speziallösung finden lassen. Es gibt Komakorrektoren mit Brennweitenverlängernung, perfekt wäre einer mit Brennweitenverkürzung. Aber mit all dem Zeug was ich da dran machen will (CCD-Kamera, und adaptive Optik) lassen sich die geforderten 55 mm zwischen Korrektor und Chip eh nicht einhalten. Vielleicht muss ich noch was anfertigen lassen...dabei stört mich glaube ich weniger der astronomische Preis als vielmehr die fehlende Erfahrung solcher Produzenten was so skurile Dinge wie Komakorrektoren angeht. Ich habe also angst teuren Müll in Auftrag zu geben.

Viele Grüße, hey wir betreiben jetzt multithreading...
Hector42

Udo_S
16.04.2005, 16:24
Hi zusammen
@Hector: Ja die Knipse ist mit festen Objektiv, sozusagen afokale Aufnahmen. Tja, Komakorrektoren, Reducer, Bildfeldebener gehört hab ich schon davon aber nichts von allem im Gebrauch. Nehme höchstens die Barlow wenn ich beim Einsteigernewton, mit der Spiegelreflexs nicht in den Fokus komme. Die Brennweite wird ja, durch die Krümmung deines Spiegels bestimmt. Dann einfach den Rest passend angebaut? Oder hab ich da was nicht begriffen? Ich muss mich da erstmal schlau machen.
@DanGer: Digicam. Die digitalen Spiegelreflexkameras mit der Möglichkeit der Langzeitbelichtung, werden wohl zur Zeit erstmal aus deinem Rahmen fallen.
Die kleinen Digiknipsen ( ich hab ne Olympus mju300) hält du einfach hinters Okular, stellst das Bild scharf und drückst den Auslöser. Das kann man auch an unmotorisierten Teleskopen machen und für erste Mond-und Planetenaufnahmen schon mal nicht schlecht. Meine Methode ist die, das ich die Kamera auf einer kleinen Holzplatte befestigt habe welche mit mittels Rohrschelle am Okular befestigt ist. Siehe hier: http://www.ds-src.de/4images/data/media/6/digiklemme.jpg damit entfällt das zittrige freihändige Halten der Kamera, da die Knipse auch einen Fernauslöser besitzt sind damit schon mal einige Fehlerquellen ausgeschieden.
Die Motorisierung ist kein Muß, erleichtert das Arbeiten dahingehend das die Objekte immer in der Mitte des Bildfeldes stehenbleiben.
Soweit zur Digicam. Bei weiteren Fragen, bitte melden.
CS Udo S

Hector42
17.04.2005, 03:48
Hallo Udo!

Ja, doch, so hab' ich es gemacht und werde es wieder tun. Die vom Teleskop-Service sagen, dass die Intes-Spiegel eine Brennweitentoleranz von +-4 mm haben, das ist ja sehr gut. So kann ich das Teleskop auch ohne Spiegel Bauen und während der Bauzeit schonmal sparen. Die Spiegel gibt's da schon so lange ich die kenne, dann hoffe ich einfach mal, dass sie in der Zeit auch nicht verschwinden.
Also die Komakorrektoren sind genormt. Für die (und ähnliches) gilt: 5,5 cm von der Bildebene ist der beste Platz. Eine adaptive optik passt leider nicht in diese Norm, darum kam ich auf die Idee einen (mehr oder weniger) festen Korrektor in den Okularauszug zu bauen. Man dürfte das Ding dann glaube ich auch 'Astrograf' nennen :) . Von Celestron gibt es ein Newton mit einer Korrekturlinse direkt vor dem Fangspiegel- hab' schon Teleskope gesehen, die eigentlich Kinoprojektive waren, aber sowas war mir neu. Mir ist Gestern noch aufgefallen, dass die adaptive Optik überhaut nicht unbedingt hinter den Korrektor muss (warum eigentlich nicht früher?), beweglicher Spiegel und Kamera kommunizieren doch miteinander. Die Kamera sagt 'beweg Dich in die Richtung' und der Spiegel tut es. Wenn der Referenzstern wieder da ist, wo er sein soll, sagt die Kamera einfach 'halt'. Man könnte so wohl alles Mögliche dazwischen setzen, sogar 'ne Barlow oder so...naja, lieber erstmal die von SBIG fragen, aber bis die CCD-Ausrüstung an der Reihe ist...........trallalaaa~. Wer weiß, ob's das dann alles noch so gibt wie ich mir das vorstellen - muss mich beeilen :D .
Ein fester Beobachtungsstandort wäre ratsam, muss aber nicht sein, denke ich. Der Tubus wird zerlegbar werden und die Ausrüstung wiegt durch die Umstellung von 8 auf 16 Zoll (dank Karbon) auch nur 20 % mehr.
Apropos: Das Teil sollte Fotofertig so 20 kg auf die Waage bringen, für die normale EQ-6 ist das visuell in Ordnung, nicht wahr (oder fällt die dann schon auseinander)? Weißt Du, ob das fotografisch mit den besseren Lagern machbar ist? Müsste doch, aber lieber fragen und sicher gehen, 'ne ganz neue Montierung wollte ich eigentlich nicht noch, nur weil die Rechnung nicht aufgegangen ist.
...ich könnte ja einfach mal die EQ-6 mit dem 8-Zöller drauf irgendwie zusätzlich belasten, so dass man sehen kann, ab wann sie was für Schwächen zeigt. Soll ja bei überbelastung anfangen zu rütteln, weil durch unintelligente konstruktion Kugellagerkugeln dann an der Lagerwand schrammen. (Hab' ich von den EQ-6 Tunig Anleitungen auf www.deepsky.de).

Viele Grüße und guten Himmel,
Hector42

Udo_S
17.04.2005, 09:23
Hi Hector
Da hast du dir ja was vorgenommen. Adaptive Optik, ich bin gespannt, glaub wenn du das fertig hast komm ich mir das mal anschauen. :)
Thema EQ6: Tja das einfachste wäre wenn du selbst da mal nachfragst, bin ja schließlich auch erst in der Probierphase. Möglichkeiten gibt es viele, hängt auch ein bisschen von deiner EQ ab. Eine stationäre Lösung währe wohl das beste.
Hatte gestern meinen 10" auf der Monti, naja es ging ziemlicher Wind und alles hat gezittert. Muss das mal ohne Wind probieren, gut war, das sich die Objekte wesentlich genauer nachgeführt wurden als bei der LXD 55.
Bis bald
CS Udo S

Hector42
17.04.2005, 23:45
Hallo Udo,

domus mea domus tua es - komm wann immer Du lustig bist (wo auch immer ich dann wohne). Bei dem Projekt bin ich nur gerade auf ein kleines Problem gestoßen: Ich schwanke gerade zwischen Entäuschung und Euphorie, denn etwas habe ich nicht bedacht - die Gegengewichte: 20 kg Zuladung scheinen auch bei einer normalen EQ-6 drin zu sein (hab' mal ein bisschen rumgeschaut), aber worauf bezieht sich das? 'Zuladung'...ja...will ich keine 90 cm lange Gegengewichtsstange einbauen bedeutet das die zusätzliche Anbringung von Gegengewichten (10 kg extra, also bei 20 kg Teleskop -> 30 kg mehr)! Geht man stillschweigend davon aus, dass 20 kg Zuladung auch 20 kg Teleskop bedeuten und das größere Gegengewicht erwähnt man nicht oder heißt 20 kg Zuladung , dass man 15 kg Teleskop und 5 kg extra Gegengewicht genommen hat :confused: . Die Frage stelle ich mir eigentlich schon lange, nur ausgerechnet jetzt, wo's drauf ankommt habe ich sie vergessen.
Hab' übrigens mal meine Hantelgewichte an die EQ-6 geknallt: Teleskopseitig waren es dann 16 kg und auf der Gegengewichtsstange 17,5 kg. Das entspricht einer Zuladung (zu einer original EQ-6 ohne Teleskop aber mit zwei Gegengewichten) von etwa 22 kg. Warum steht eigentlich nirgends eine Definition des Begriffes 'Zuladung?! Naja, jedenfalls hab' ich mir damit keinen Stern angeschaut (Gewitter), Geräusche macht sie jedenfalls keine schlimmen und der Motorstrom ist auch nicht ausgeufert. Das Geräusch in den Escap-Getrieben - so eine Art unrythmisches Klappern , hört sich für mich so an, als ob das die kleinen Metallzahnrädchen sind, die in ihrem Spiel hin und her schlagen - ist verschwunden. Vermutlich ist es genau das was ich denke und bei der höheren Belastung ist die Reibung so groß, das sie jetzt nicht mehr schlakkern. Hörte sich also besser an mit dem zusätzlichen Gewicht. Bei dem Preis hätten die aber auch eine Schrägverzahnung haben können (haben sie nicht, kann man sehen).

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
18.04.2005, 20:36
Hi Hector
Also so wie ich das verstanden habe zählen die Gegengewichte nicht zur Zuladung. Sollte also gehen, hab den ganzen Abend überlegt, was würde ich machen wenn ich einen ultraleichten 16" zur Astrografie einsetzen könnte.
Ich denke die EQ6 wäre da nur eine Übergangslösung. Früher oder später, wirst du wohl über einen Sternwartenbau mit stationärer Montiernung nachdenken. Hatte neulich Gelegenheit, einen Sterngucker in der weitern Umbegebung einen Besuch abzustatten, (Kauf der Montageplatte) dieser hat sich im Garten so einen Traum wahrgemacht. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, Dach auf, Rotlicht aus und losgeht's, die stationäre Monti saß bombenfest auf der Betonsäule. Die Handhabung der 16" muss du ja auch im Auge behalten, auch wenn er leicht ist, ist eine Konstuktion die etwa einen halben Meter Durchmesser hat nicht gerade leicht zu händeln. Klar das du jetzt nicht sofort eine Sternwarte bauen kannst, auch eine feste Montierung wird wohl nicht drin sein, ich würde aber sowas im Hinterkopf behalten, wenn ich mit einem 16" Astrografie betreiben möchte und die Ausgaben für die EQ gut überlegen.
Apropos Ausgaben bei meinem ersten Testlauf mit dem 10" ist mir aufgefallen das dieser durch Wind oder Berührung doch schon recht heftig zittert. Glaub da wird ne neue Prismenschiene fällig, die orginale wirkt nicht so stabil. Außerdem muß ich mir für die Montageplatte noch zwei Prismenklemmen kaufen, da diese nicht mit dabei waren. Schätze mal da gehen wieder einige Eu drauf, das Zubehör ist ja nicht billig. In der Galerie von www.deepsky.de gibt es übrigens ein paar Mondbilder, die ich während des Probelauf gemacht habe. Nix besonderes, die Bedingungen waren wirklich mies (Wind, Schleierwolken) aber im Vergleich mit der LXD55 wirklich einfacher aufzunehmen.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
19.04.2005, 05:15
Hi Udo!

Na das ist ja eine gute Nachricht, da fällt mir glatt ein Stein vom Herzen :D . Testen werde ich das natürlich trotzdem, ich besitze nur nicht genug Hantelgewichte. Zur Gewichtsverbesserung könnte man auch wirklich eine neue Gegengewichtsstange einbauen. Wegen der Schwingungen soll man zwar lieber kürzer und schwerer bevorzugen, aber wenn ich plötzlich eine 18 mm Stange aus HSS Stahl auf der Straße finde...
Spaß bei Seite, der SBIG Typ hat auch gemeint, dass die zwei wichtigsten Dinge eine gute Montierung und eine permanente Aufstellung sind. Letzteres ist geplant, aber momentan nicht denkbar, ersteres ist in Arbeit :) - ich mutmaße einfach mal, dass eine Power-EQ6 so gut werden kann, wie einer der 'guten' Montierungen. Mit dem guten Schneckentrieb und so weiter, sprachen die bei www.deepsky.de (http://www.deepsky.de) ja auch von plus minus ein paar Bogensekunden. Aber auch gerade eine Wabbelmontierung würde natürlich von einer adaptiven Optik profitieren. Zur not mache ich das Ding doch lieber etwas kleiner, ich vermisse nur die optimale Wahl: von Intes gibt es einen 16" f/5 und f/4,5, einen 15" f/5 und dann schon einen 12" f/4,5 oder f/5. Die englischen Leichtbauspiegel sind zwar etwas leichter und es gibt sie auch in etwa 14" aber die haben halt keine Intes-Qualität. Bin mir auch noch nicht sicher ob f/5 oder f/4,5, ersteres liefert natürlich ein etwas besseres Bild. Langsam wird mir aber der 15" f/5 symphathisch.
Ich kenne auch Leute mit Sternwarte, einer hat eine Rolldachhütte, die selfmade ist und wohl kaum was gekostet hat, der andere hatte eine Monster-Sternwarte mit C-14 und 5m-Kuppel auf dem dach. War ein wohlhabender Optiker - bis er an Kehlkopfkrebs verstarb...hat zuviel gequalmt der Gute :( . Jeder, mit einer Sternwarte berichtet das gleiche: man ist viel produktiver, da man viel mehr beobachtet, klar, wenn man gleich an's Werk gehen kann. Das Aufbauen nervt mich schon ziehmlich.
Ich hatte eigentlich vor gerade diese EQ-6 als zukünftige stationäre Monierung zu benutzen und mir später noch einen kleinen Fluorit-Apochromaten für die alte Vixen NP zu zulegen (für Reisen). Wenn sich die EQ-6 gut macht, warum nicht? Ich würde wie gesagt auch Größenabstriche machen wenn nötig. Ich hätte übrigens auch schon längst eine Sternwarte gebaut, wenn nicht das Grundstück dazu fehlen würde. Unseres ist schon zu bebaut und außerdem nicht gerade die erste Wahl. Ist eher eine Frage der Lebensumstände als des Geldes, denke ich. Das mit dem Händeln ist klar, die Größe ist schon nicht ohne. Da der Tubus so leicht ist wird der Schwerpunkt nur max. 55 cm vom hinteren Tubusende entfernt sein (bei >170 cm gesamt), der Okularauszug ist dann irgendwo zwischen den Sternen zu suchen, auch bei niedrigem Stativ. Ich habe schon versucht mir das Ding möglichst gut vorzustellen...es ist ungewohnt groß und die Rohre wirken doch recht klein, aber das ist subjektiv, ich bin zwar von der Stabilität nicht 100%ig überzeugt, aber alles was ich gebaut habe ist bis jetzt immer prinzipiell überstabil gewesen, das müsste also in Ordnung gehen, auch wenn es mir knapp vorkommt.
Du hast also so eine profilierte Primenschiene oder wie? Irgenwoher hatte ich eine zweite, massive bekommen, die benutze ich jetzt - die andere ist zersägt (naja, nur 4 cm kürzer). Tja, stimmt, kostet alles Geld, ist dafür aber auch stabil und einfach.
Die Mondbilder sind zumindest von meinem Standpukt aus in Ordnung. Das bekommst Du toller hin als ich, Nr. 11 finde ich eigentlich schon ziehmlich toll, wegen der vielen Details. Ich nehme an da machen sich auch meine fehlenden 2 Zoll und die Schmidtplatte bemerkbar. Hab' auch nie viel auf den Mond gegeben, letztens war der aber ganz hübsch, kleine Sichel und der unbeleuchtete Rest war total gut sichtbar. War für mich schon interessant, da ja kaum Erfahrung mit dem Mond. Wollte übrigens noch Deine 7-Bilder-pro-Nacht-Leistung würdigen, auch bei Deinen vergleichsweise kurzen Belichtungszeiten ist das nicht übel, von so einer Routine bin ich noch etwas entfernt, mein 3h Foto ist nicht das selbe (naja, gut, es ist auch nicht miteinander vergleichbar, glaube ich).
In einer Sternwarte sollte die EQ-6 nicht mehr so zittern...gibt ja keinen Wind.

Viele Grüße,
Hector 42

Udo_S
19.04.2005, 17:57
Hi Hector
Freut mich das dir die Mondbilder gefallen. :) Die Verbesserungen hinsichtlich der Qualität sind klar der besseren Montierung der EQ6 zu verdanken. Die anvisierten Objekte bleiben wie angenagelt im Zentrum des Bildfeldes und kein montierungsseitiges Zittern, bin gespannt was rauskommt wenn die Bedingungen mal passen.
Den Sterngucker den ich besuchte, hat sich für seine Sternwarte eine Gemini Monti gegönnt. Schon rein optisch machte sie einen besseren und stabileren Eindruck als die EQ. Ist halt einfach durchdachter das Teil und genauer gearbeitet. Ich meine konstruktiv bestehende Schwächen der EQ kann man leider nicht wegbasteln. Allerdings will ich dir deine Monti nicht mies machen, schließlich hab ich sie mir auch gekauft, weil ich ein ausbaufähiges System wollte, das meine Wünsche erfüllt ohne gleich mein Sparschwein zu töten.
Willst du später eigentlich dein Teleskop alleine Aufbauen? Stelle ich mir bei der Länge und Durchmesser nicht einfach vor.
Möchtest du dein Teleskop auch visuell nutzen oder baust du die Kamera gleich in den Primärfokus? Wäre ja ne coole Sache.
Ja, ist eine profilierte Prismenschiene, hab auch ne' massive die klemmt aber unter der Fotoplattform, die ist mir auch etwas kurz, wollte mir eine längere holen sollte sich ja positiv auswirken.
Die Bilderrate ist wirklich nicht vergleichbar, irgendwie setzt man sich auch ganz schön unter Druck da ich ja nicht Monate bis zum Entwickeln warten will und nur einen halben Film belichten ist mir bei 10€ Filmen zu teuer ;)
Wen man einmal im Rythmus ist geht das schon, allerdings läßt gegen Ende schon die Konzentration nach. Ehrlich 3 Stunden das wäre mir zu lang.
Lese auch dein Eigenbauprojekt mit, da fällt mir nur keine richtige Antwort ein, hab ja diesbezüglich noch keine Erfahrungen :o
Bis bald
CS Udo S

Hector42
20.04.2005, 04:44
Hi Udo!

Habe gerade die EQ-6 mit 20 kg auf der einen Seite (Teleskop mit Autoakku) und 20 kg auf der anderen Seite (originalgewichte und 4x 2,5 kg Hantelscheiben) getestet und für sehr ok befunden. Darf ich in diesem Sinne nochmal mal fragen, was da bei Dir so drauf ist (also auch die Gewichte, meine ich), Du sprichst ja schon sehr positiv von 'angenagelt'? Also, die Getriebe sind lauter geworden (irreversibel :confused: , ist aber nix schlimmes denke ich, die habe ich nie wirklich leise und weich bekommen) und bei der Belastung war sie doch etwas empfindlich. Nicht so schlimm wie bei einer Tschibo-Montierung, aber 'Wind' ist jetzt ein Feind geworden. Berühren durfte man, das typische Wackeln beim Scharfstellen habe ich nicht als störender empfunden als vorher, war also gut - bei stärkeren Stubsern brauchte sie dann doch etwa 4 s um sich einzupendeln - finde ich aber ok. Wenn also kein richtiger Wind weht und man das Teil nicht anstubst (sollte man bei der Astrofotografie ja so wie so nicht), dann sollte das genau so gut nachführen, wie vorher. Tollerweise gab es noch nicht einmal ein Nachschwingen bei Benutzung der schnelleren Geschwindigkeiten und im Guide-Modus schon gar nicht. Guidefeeling wie vorher :D .
Schön, dass es bei Dir auch so gut klappt, bin auch gespannt auf Deine kommenden Fotos ;) .
Ja, die Gemini...die war bei meine Überlegungen zur Anschaffung einer etwas größeren Montierung auch ganz vorn mit dabei (eigentlich der Favorit), es wäre aber leider wirklich zu dreist gegenüber meinen damaligen Sponsoren gewesen. Klar, ich bin eigentlich ganz besonders ein Freund von durchdachten Dingen, davon gibt es in unserer Zeit kaum noch welche - und es werden immer weniger! Mit der Anschaffung der EQ-6 habe ich eigentlich meine Prinzipien als Perfektionist verraten, aber besser 'ne EQ-6 mit 8-Zöller, als 'ne NP mit 'Tschibo'. Und: keine Angst, mies machen geht nicht, ich weiß ja schon dass das Ding mies ist, ich komme damit nur anscheinend sehr gut klar (im Sinne von "ich kann's ausgleichen"). Ich habe nochmal mit dem SBIG Typen gemailt, der meint, dass die meisten Leute die adaptive Optik erher einsetzen, um die Montierungsfehler zu beheben, ist halt besser, als die ganze Monti per Motoren in Bewegung zu setzen. Das Seeing soll es nicht so sehr beeinflussen.
Ich habe heute viel rumgerechnet mit Gegengewichten und Drehmomenten und bin zu dem Schluss gekommen den 15" f/5 Spiegel zu nehmen (kommst Du mich dann trotzdem besuchen *hundeblick*), die kleine Gewichtsersparnis und die etwas kleinere Konstruktion führen zu einem viel kleineren Drehmoment (88 % von dem bei 16"). Bei 16" wäre es kaum möglich gewesen das Teil auszubalancieren, man hätte mindestens 30 kg Eisengegengewichte auf der Originalstange Gebraucht, mindestens , aber für mehr ist gar kein Platz. Auch bei dem 15" muss ich ein bisschen trixen, denn da liegt das gleiche Problem vor. Die Lösung: selbstgegossene Bleigewichte, die eine Gewichtsreduzierung bieten, da sie mehr Masse am Ende der Stange konzentieren und so die etwa 19 kg Teleskopgewicht mit 22,1 kg ausbalancieren (2x 8,5 kg Blei und 1x 5,1 kg original Eisen). Wenn das geht kann ich immernoch probieren, ob mehr Masse näher an der Achse die Monti verbessert. Die Gewichte will ich mittels Gipsformen von den Eisengewichten abgießen, sowas habe ich im Kleinen schonmal gemacht. Eine Bleiquelle habe ich vermutlich auch schon.
Nun zum Fokus: hätte zwar schon Style mit 'ner festen Kamera, aber das geht so wirklich nicht - aus tausend Gründen. Auch wenn das Teleskop 'steif' ist, so wird es doch um einige zig Mikrometer arbeiten. Nicht bei einer Belichtung, aber von Extrempositon zur anderen Extremposition. Und dann das Zubehör, das will man ja auch mal wechseln, vielleicht 'ne Barlow oder so, Filter von verschiedenen Herstellern (verschiedener Stärken) und so weiter. Und um den anderen Punkt zu beantworten: ja heiliges Blechle, klar will ich mal durch meinen eigenen 15-Zöller schauen :) . Das Ding braucht in jedem Fall einen Okularauszug, auch wenn es in ertser Linie für die Fotografie gedacht ist. Anfangs habe ich damit gerechnet, dass ich mehrere Positionen für den Auszug anlegen muss, schlimmstenfalls eine für Visuell, eine für die CCD-Kamera und eine für die CCD-Kamera plus adaptive Optik. Sieht aber so aus als könnte man SLR-Kamera, CCD-Kamera und CCD-Kamera mit gerade in der Entwicklung befindlichen kleineren adaptiven Optik an einem Okularauszug mit 6 cm Fokussierweg benutzen - bei visuell weiß ich's noch nicht. Letzterer soll auch ein nobles Teil werden, das muss auch so sein, denn der könnte vielleicht schonmal >2 kg Ladung abbekommen und dabei soll er noch fein laufen. Der soll übrigens genau in Richtung Montierung zeigen, vermindert das Drehmoment relativ stark, wird immerhin mit 2,5 kg gerechnet (diese positive Begebenheit habe ich oben noch nicht eingerechnet). Visuell wäre dann ein Zenithspiegel gut, mal sehen, wie das mit dem Fokus passt. Der Komakorrektor stellt ein kleines Problem dar, der muss mit, aber mit der CCD und der adaptiven Optik sieht das schlecht aus, muss dann vielleicht wirklich einen extra Korrektor in den Okularauszug setzen. Ohne adaptive optik müsste es gehen, man bräuchte nur eine T-verlängerung von ca. 32 mm. Wird schon werden.
Vom Händling wird das schon eine Herausforderung, ich werde das Teil wohl auch doch nicht zerlegbar machen sondern alles mit Harz kleben. Einer Klemmung mit Schrauben traue ich nicht, da das Material eine sehr geringe Reibung besitzt und rutschen könnte, bis die Schrauben es halten und es soll ja flächig geklemmt werden und außerdem eben nicht rutschen: Es darf sich nichtmal einen Millimeterbruchteil gegeneinander verschieben, dann wäre alles wabbelig. Die Bohrungen für die Schrauben würden auch das Material schwächen. Ich geh' lieber auf nummer Sicher, auszutauschen wird da später schlecht was sein, wenn man alles klebt. Das ist der Nachteil, der Vorteil ist, dass es leicht und sehr fest ist (entgegen der allgemeinen Meinung zum Kleben). Zum Auf und Abbauen könnte ich immernoch die Hauptspiegelzelle ein- und ausbauen, damit hätte man dann etwa 2x 10 kg statt 1x 20 kg, man müsste aber immer danach justieren (seit unserem Gespräch darüber dauert das aber nicht mehr lange). Ich denke schon lange über einen Schrebergarten als 'Kommandozentrale' nach, aber selbst wenn man nicht in deren Verein muss, muss man sich um die Pflanzen Kümmern (die Freundin macht das sehr gern), die kann man sich aber nicht wirklich aussuchen, da gibt es viele Vorschriften, was da wachsen darf und viel bleibt nicht übrig (langweilig). Zudem mutmaße ich mal dass das fast alles Spießer sind, die einen ganz komisch angucken und wollen, das dieser 'bunte Hund' Astronom, nicht mehr ihr Gemeinschaftsbild stört. So etwas habe ich schonmal erlebt. Außerdem dar man da wohl keine Sternwarte bauen. Ich bräuchte ja nur ein kleines Grundstück, dann steht da ratz fatz 'ne Rolldachhütte oder so.
Eine neue Prismenschiene bräuchte ich dann auch, die alte massive ist nur 20 cm lang, das ist mir ein bisschen zu kurz, um die enormen Kräfte abzufangen, die an dieser Stelle etstehen. Das Gewicht habe ich noch nicht berücksichtigt, dürfte nicht unerheblich sein, hat aber einen relativ kurzen Hebelarm und verursacht so nicht allzuviel Drehmoment, was mehr Gegengewicht fordern würde. Ob sich eine längere bei Dir positiv auswirkt kann ich nicht sagen, wenn sie seitlich kippt, dann ist die Länge egal, wenn der Weg zwischen Deinen Rohrschellen das Problem ist, dann ist 'ne längere natürlich prächtig.
Nett, dass Du auch beim 'Eigenbau' mitliest. Sonst habe ich noch das Gefühl ich mache diese Ein-Mann-Show umsonst, weil's keinen interessiert - naja, ich laber ja auch immer etwas mehr. Vielleicht stolpert ja irgendwann mal wer drüber. Ich sehe das momentan dann eher als realtime Dokumentation. Ob's sinnvoll ist weiß ich nicht. Aber mach Dir mal keine Sorgen über Deine nicht-Antworten, ich verlange ja auch nicht, dass jeder schonmal derartig gebastelt hat, das ist ja selber erst mein zweites richtiges Projekt, viel Erfahrung habe ich auch durch viele kleine Basteleien bekommen, aus denen nicht viel geworden ist (nicht dass sie nicht funktioniert hätten :-) , aber es waren eben eher sinnlose Basteleien - um ihrer selbst willen).

So, ist spät, noch 10 Vokabeln für's gute Gewissen und ab ins Bett, von Teleskopen usw. träumen.

Ciao,
Hector42

Hector42
21.04.2005, 04:51
Hallo Udo!

Das M97 Bild ist ganz nett geworden, man sieht die Augen der Eule ganz deutlich, M108 ist auch ganz gut dabei - trotz Filter! Soll ich den Filter auch mal bei Galaxien einsetzen, was meinst Du, Udo??? Hab' testmäßig erstmal bei f = 800 mm, f/4 geknipst - 30 min. Hätte nicht gedacht, dass M97 (und M108!) mit H-alpha Filter so gut geht, so ein planetarischer Nebel hat ja auch noch mehr, bei anderen Wellenlängen leuchtende, Elemente - der Filter war aber wirklich drauf!
Allerdings habe ich auf den neuen Bildern (die mit dem neuen Tubus gemachten) immer einen Bereich starken Streulichtes drauf. Das ist wohl der Nachteil bei so einem Gitterrohrtubus, besonders wenn er aus Alu und nicht lackiert ist. Mir drängt sich auch der Verdacht auf, dass Licht von hinten durch den Sucher in die Kamera fällt - ist ja auch alles von den Laternen schön beleuchtet. Werde irgendwas davorkleben. Die Nikon F3 hat eine interne Klappe für sowas, mein Erzeuger sieht das aber nicht so gern, wenn ich diese Kamera benutze. Bei der Entwicklung ist auch etwas nicht ganz glatt gelaufen, jetzt ist das Bild ein bisschen fleckig.
Was das Eigenbauprojekt angeht: mit 3 solcher Bleigewichte wäre ein 16-Zöller schon auszubalancieren, es wären aber insgesamt >5kg mehr auf der EQ-6 als beim 15-Zöller und ich weiß nicht, ob ich das will. Was soll ich nur tun :confused: ?

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
21.04.2005, 18:29
Hi Hector
Tschuldigung schon mal im vorraus, hab heute wieder nur kurz Zeit um ins Net zu schauen.
Gewichte: Der 10"SN wiegt so um die 14,5 kg, Gegengewichte habe ich dafür eigentlich 3mal 4,5kg der LXD55 Monti dazu noch 2mal 4,5kg von der EQ6, brauchen tue ich aber nur die 3mal 4,5kg. Gestern hab ich auch etwas experimentiert und 4mal 4,5 kg drangehängt und dafür einen kürzeren Hebel zu erhalten. Fazit: Wenn man die Monti nicht berührt, habe ich es für gleich befunden. Kommt man aber an die Gegengewichtsstange ist der kürzer Hebel besser. Bringt aber mehr Gewicht und wenn irgendwas am Motor unsauber läuft könnte das wieder zu einem Zittern führen. Auch sämtliche Berührungen des Teleskops bei hoher Vergrößerung machte das Zittern deutlich. Glaub ich brauch einen Fokussiermotor am OAZ. :o
Bleigewichte, naja Bleioxid ist nicht gerade gesundheitsfördernd, mir währe das nix. Da Lieber versuchen die Monti so leichtgängig wie möglich zu machen, um ein Zittern vorzubeugen, keinen Wind abwarten und bloss nicht drankommen.
Schön das dir die Bilder gelungen sind. Filter bei Galaxien machen glaub ich keinen Sinn, hab zumindest nicht anderslautendes gelesen, gesehen oder gehört.
Streulich ja das ist ärgerlich. Da braucht es wirklich nicht viel, hatte ja neulich auch Probleme bei meinen Dias, dabei hatte ich ne relativ lange Taukappe aus schwarzen Karton drauf, da hat es schon gereicht, wenn das Scheinwerferlicht kurz auf die Innenseite der Pappe fiel. :(
Auch bei meinen Mondbilder gibt es da Probleme wenn durch die Schmidtplatte irgendwelche Reflexionen das Bild hübsch violett einfärbt.
Licht ist wirklich nicht zu unterschätzen.
Mondbilder kommen demnächst, hat gestern wirklich Spass gemacht, hatte mir eine windstille Ecke gesucht und drauflos geknipst, leider ist der Mond durch fast Voll nicht mehr so Kontrastreich.
So muss leider wieder los.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
21.04.2005, 20:15
Hallo Udo,

das mit der knappen Zeit macht doch nichts, ist zwar schade, aber es geht ja nicht anders. Internet ist ja nicht das Einzige im Leben ;) .
Hm, Du hast dann ja doch noch ne ganze Menge weniger Gewicht drauf, als ich haben werde...
Fokussiermotor? So schlimm? Wie gesagt fand ich das Fokussieren mit insgesamt 40 kg nicht besonders viel schlimmer (getestet mit 120 fach, vielleicht sollte ich bei 320 oder 640 fach testen).
Das mit dem Blei ist nicht so schlimm, gibt sogar noch Häuser mit trinkwasserleitungen aus Blei. Das heißt nicht, dass es einem gut tut. Bleioxid, welches, wie Du vermutlich schon richtig gedacht hast, nach einer Zeit an der Oberfläche entsteht, ist praktisch nicht Wasserlöslich. Damit ist es für die Moleküle auch beinahe unmöglich in den Körper einzudringen. Blei wird aus dem Körper zwar nur sehr langsam ausgeschieden, aber nicht garnicht, was bedeutet, dass man durchaus kleinere Mengen täglich zu sich nehmen kann (Alle chem. Elemente sind überall, glaubst Du mit Gemüse nimmst Du kein Radium zu Dir? ist ganz normal, schon seit Milliarden von Jahren). Das ist so wie mit dem Pökelsalz in der Salami (Natriumnitrit - schon ziehmlich giftig das Kram): es verursacht erst in bestimmten Mengen im Körper Probleme, bis diese Mengen erreicht sind ist es auch schon wieder ausgeschieden, wenn man nicht gerade einen Teelöffel auf einmal davon genießt...dann wechselt man erst die Farbe nach blau und gibt darauf besagten Löffel nämlich ab :D . In dem Sinne ist fast alles giftig - iss mal 1 kg 'ungiftiges' Kochsalz...NEIN, TU ES NICHT :eek: , :D ! Ganz anders sieht es mit krebserregenden Stoffen aus, die sollte man ganz vermeiden, da gibt es so eine Art 'Prozenthürde' nicht. Außerdem will ich keine ganz hässlichen, 'rohen' Bleigewichte da rumbaumeln haben, die werden natürlich auch angepinselt. Da Blei aber so weich ist, sollte man es nicht zu großen Belastungen aussetzen, dann wird es wieder hässlich.
Hab' auch noch nie gehört, dass Galaxien mit Filter besser werden, aber M108 war (für mich überraschend) drauf, da dachte ich mir, man könnte das Mondlicht wegfiltern, wenn man dann eben länger belichtet. Ist aber Müll: das Mondlicht kommt ja auch von der Sonne und die ist ein Stern, so wie die Sterne in M108 (z.B.). Galaxien würden also genau so stark abgeschwächt werden, wie das Mondlicht - hast also Recht, ist sinnlos.
Das Licht an der Pappe ist unschön, ja. Dass eine Schmidtplatte sowas böses tut wusste ich bis jetzt auch noch nicht, danke, werd' ich mir merken.
Der Wind hat sich gestern beim Fotografieren auch bei mir bemerkbar gemacht, nur ganz leicht, weil ich ja recht windgeschützt stehe. Als der Mond noch nicht ganz so voll war habe ich da einige hübsche Rillen entdeckt, neben der großen bekannten (kenn mich mit dem Mond nicht so aus und hatte auch keine Lust 'ne Karte rauszuholen) in der Nähe der dicken Krater (da ist auch ein Meer mit netten, großen Rücken in der Nähe) waren da, ich glaube, drei paralelle Riefen. Also mit einem ordentlichen Rohr gibt es auf dem Mond doch einigermaßen interessante Dinge zu entdecken :-) .
Ich will dann auch mal die Homepage updaten, morgen oder so. M81, M97, M42 und der Rosettennebel sollen drauf, plus kleinere GUI arbeiten. Futter für's Augentier ;-) .
Da Aufnahmen ohne Filter hier bei mir anscheinend auch drin sind möchte ich dann mal ein paar Farbige machen, um dann mit den guten TP-Aufnahmen endlich ein einwandfreise Farbkomposit zu basteln. Welchen Film würdest Du mir für Galaxien denn empfehlen (für H-II ist's klar der Ektar 200 oder? Oder ist der Ektachrome besser?)?

Mach's gut...
Hector42

Udo_S
21.04.2005, 21:46
Hi Hector
Endgültig zu Hause noch ne schnelle Antwort.
Für Nebel den Ektachrome 200 (chrome=dia; color=Farbnegativ) ist der Profifilm, ich nehme den Elitechrome 200 beide von Kodak. Der Elitechrome ist etwas billiger und nicht ganz so rotlastig. Für Galaxien ist der Fuji Provia 400F der Diafilm welcher zu empfehlen wäre, manchmal nehme ich auch den Fuji Sensia 400, weil günstiger und in der Probierphase es ja nicht immer die teuersten Filme sein müssen.
Mit dem Blei ist deine Sache aber sag nicht ich hätte dich nicht gewarnt. ;)
Naja wenn das Projekt Fotografieren mit 10" steigen soll kämen dann nochmal knapp 6kg für Leitrohr, Kamera und Fotoplattform dazu. Denke wenn ich mal wieder Zeit genug habe und eine lange Schlechtwetterphase ansteht, werde ich mal das Fetten und den Lagertausch in Angriff nehmen, erstmal sehen wie weiteren Aufnahmen mit der Russentonne so laufen, hab mir da einiges vorgenommen.
Ja, ja der Mond eigentlich das detailreichste Objekt zum beobachten überhaupt. Hatte mir nämlich vorgenommen einen kompletten Rundumlauf des Trabanten zu dokumentieren, ist eine Lebensaufgabe ;)
So morgen früh klingelt der Wecker wieder zeitig.
Bis Bald
Udo S

Hector42
22.04.2005, 02:26
Hallo Udo!

Ja, ich glaube vom Elitechrome hatte ich mir mal einen zum probieren gekauft, keine Ahnung was damit geschehen ist :confused: . Wenn der nicht so rotlastig ist, ist er denn dann auch so schnell? Beim Ektachrome liegt das Geheimis ja wohl in der Rotschicht? Obwohl ein 200er ist der Bei Nebeln doch glaube ich unglaublich fix - fixer als ein normaler 400er, nicht?

Ich werd' Dir schon nicht verrecken :D , das Epoxidharz ist unausgehärtet ein ganz anderes Kaliber, das ist nämlich nachgewiesenermaßen Krebserregend. Vor 'nem Kaputten Handschuh habe ich schon eine gewisse Angst, die braucht man aber auch hier nicht zu haben. Wenn man damit ordentlich umgeht ist alles ok und es es ja nicht 'hochgradig krebserregend', man kann also später auch noch an Altersschwäche sterben, wenn der Handschuh mal kaputt gegangen ist, da kommt nur wieder ein bisschen mein Panikproblem durch. Gedanken über meinen hoffentlich baldigen Wohnort beunruhigen mich da auch noch eher, Dauerbelastungen sind viel schlimmer als einmal heftiger akuter Kontakt. Da wo ich hin will ist die Feistaubnorm auch schon zu 35. mal in diesem Jahr überschritten. Aber nicht überbewerten, das liegt auch daran, das sie vor Kurzem erst verschärft wurde - ist also fast logisch - ekelig ist es trotzdem, wenn man sich einen entspechenden Luftfilter ansieht. Ja, ich hör' ja schonwieder auf zu labern...

Also 6 kg ohne Gegengewichte vermute ich mal, das wären dann so 12 kg mit Gegengewichten...heh, damit wärst Du dann auch bei 40 kg, wie ich mit meinem Projekt...nur habe ich kein Leitrohr :( . Naja, sollte eigentlich auch nicht nötig sein, selbst bei Schmalbandfotografie wird der Nachführchip der SBIG noch schwächere Sterne nachführen können als ich am Leitrohr, würde ich mal sagen. Und wenn nicht, dann kommt halt noch eins drauf, wird ja dann auch nicht zusammenbrechen, die EQ-6. Der Kurzbauende Tschibo-Newton (eingebaute Barlow verlängert da irgendwas sehr kurzes auf f=1000mm) sollte gut gehen, bin ich es doch gewohnt mit D=60 mm nachzuführen. Aber das ist alles noch hypothetisch - schaun mer mal.

Ja, sowas wollte ich auch ganz am Anfang mal mit dem Mond machen, bis ich das dann auch festgestellt habe :rolleyes: .

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
22.04.2005, 19:53
Hi Hector
Hab gerade eine für dich eine betrübliche Entdeckung gemacht http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=montierung&Number=291221&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1&vc=1
Die Baulänge des Teleskopes könnte auf der EQ6 Probleme machen. :(
Hoffe du hast ne' Idee.
Noch mal zu den Filmen, die 200'er sollen die 400'er nach einer Weile sogar noch überholen, hab allerdings die Tipps auch nur aus dem Internet. Den Ektachrome 200 will ich auch mal testen, allerdings liegen im Kühlschrank noch einige Elitechrome die will ich erstmal abfotografieren.
Die Brennweite des Leitrohres sollte die Aufnahmebrennweite um das doppelte übersteigen. Ist allerdings nicht ganz einfach da immer Leitsterne zu finden. Geht mir zumindest bei dem 4,5" Newton so, bis jetzt ist es ja noch nicht so problematisch mit der Russentonne als Aufnahmeoptik. Aber der 10" :confused: da müsste ich ja noch ne Barlow reinhängen, das könnte bei GX'en manchmal knapp werden.
Bei www.deepsky.de in der Fotogalerie, müssten jetzt wieder ein paar Mondbilder zu sehen sein + ein Jupibild. Heute ist ja Vollmond, viel zu sehen oder fotografieren gibt es ja nicht, erst mal sehen ob ich noch aufbaue.
Was den Fokussiermotor angeht, richtig visuell hab ich ja am Mittwoch nicht beobachtet, sondern durch das Display der Kamera geschaut, das hat das gewackel eher noch verstärkt. Hab irgendwo mal ein Selbstbau gesehen, mal sehen. Muss mich eh erstmal mit der Kamera auseinandersetzen ob ich es schaffe den Autofokus abzustellen. Ich hab so das Gefühl als ob es da noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.
Bin schon ziemlich auf deine Bilder gespannt.
Bis Bald
Udo S

Hector42
22.04.2005, 23:54
Hallo Udo!

Ja, das mit der Baulänge schwirrt mir auch schon die die ganze Zeit im Kopf herum. Ich tröste mit Folgendem:

1) Die EQ-6 stand mit insgesamt 40 kg bei kurzer Baulänge noch überraschend gut da.
2) Wenn diese Menschen im anderen Forum nicht so trixen, wie ich (Bleigewichte), dann haben sie eher 40 kg - 50 kg drauf.
3) Unter ihnen war auch einer der meint, dass das ok ist.
4) Hier gibt es wieder eine Penibilität meinerseits: der Hebelarm ist das Stück von Tubusende zu Achse, damit hat ein Teleskop zwei, die im Mittel so lang sind wie der halbe Tubus, aber das spielt für die praktische Beurteilungder Standfestigkeit keine Rolle - ist nur eine Begriffssache. Wohl eine Rolle spielt aber, das man das meiner Meinung nach nicht so pauschal sagen kann, vor allem nicht, wenn es sich um so eine (Massenmäßig) asymmetrische Geschichte handelt wie bei mir. Der Tubus ist im vergleich zum Spiegel so leicht, dass letzterer weniger als 1/3 der Tubuslänge von der Achse entfernt ist. Was nun besser ist, Schwerpunkt in der Mitte oder weiter am Rand kann ich nicht genau sagen, im ersten Fall hat man zwei resonanzen, die sich verstärken könnten, im zweiten hat man eine schwächere und eine stärkere, die aber von der Frequenz her anders sind. Naja, ich glaube da denke ich wieder zu viel nach. Allerdings: in dunklen Gegenden benötigt man keine Lichtschutzbespannung, das reduziert die Angriffsfläche ganz erheblich.
5) Habe die EQ-6 mit den Qriginallagern getestet, ist also ausbaufähig.
...und...
6) Ich verlasse mich ganz auf meine Flexibilität, wenn es soweit ist und wirklich schlimm sein sollte :D . (Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass das klappen sollte, spekuliere auch auf eine permanente und Windgeschützte Aufstellung (meine Freundin scheint unbedingt einen Schrebergarten haben zu wollen...also ich werd' mich da langsam mal schlau machen, wie das da so mit Astronomie ist), und wenn die EQ-6 versagt, dann ist ja auch nicht unbedingt alles Schrott, was ich jetzt in Angriff nehme).




Noch mal zu den Filmen, die 200'er sollen die 400'er nach einer Weile sogar noch überholen

Ja, das meine ich ja. Hab' vor einiger Zeit die Belichtungszeiten von Amateurbildern aus dem Netz verglichen, dabei sah es so aus, als sei der Film für Emissionsnebel eher etwas zwischen 400 und 800 wert!

Was das Leitrohr angeht: Der Effekt ist weniger schlimm, als Du Dir vermutlich denkst. Ich traue mich ohne weiters auch mit f(leit) = 900 mm nachzuführen, während f(haupt) = 747 mm ist. Die Sterne bekomme ich dabei oft nicht 100 % punktförmig, aber das ist wirklich nicht so schlimm. Sieh Dir dahingehend mal meine Bilder an (ja, die sind verkleinert aber M81 und vor allem M97 nicht so sehr), aber ich glaube heute schaff ich's nicht :(:

M42 ist bei f(haupt) = 1496 mm und f(leit) = 1800 mm, auf dem Negativ gibt es absolut kein Anzeichen einer ungenauen Nachführung.
M97: f(haupt) = 747 mm und f(leit) = 900 mm,
bei M81 sogar f(haupt) = 1496 mm und f(leit) = 900 mm!

Naja, meißt sieht man an den Rohscans schon kleine Fehler, sind aber wie gesagt wirklich nicht so schlimm und die Deconvolution bügelt sie oft aus. Den Fehler, der bei M81 zu erkennen ist würde ich schon als mittelmäßig bezeichnen - nur damit wir gleiche Vorstellungen haben: der steht bei mir schon scharf an der Kante zur Unzufriedenheit.

Habe gerade nach Deinen Bildern geschaut, leider sind sie wohl noch nicht da (gibts' da immer eine Verzögerung?). Jedenfalls wusste ich nicht, dass das, was für Deepskyfotografie gilt, auch für Planetenfotografie gilt (also ich meine den rapiden Fortschritt der Bildqualität, eigentlich nicht unlogisch). Da sind ja ein paar gaaanz heftige Jupiterbilder dabei! Leider ist da immer so wenig Beschreibung, das finde ich nicht schön.

Tu' mit der Kamera was Du tun musst :D , ich hätte an Deiner Stelle bestimmt schon das Objektiv abgerupft - aber schneide Dir von mir lieber keine Scheibe ab :o .

Tja, nettes Wetter, aber bei dem Mond habe ich eigentlich keine Lust...wenigstens lerne ich dann mal ein bisschen mehr.

Oh, ich habe eine Idee (nicht zum Teleskop dierekt). Bevor ich das Geld für die SBIG spare hol' ich mir zum H-alpha noch 'nen O-III und 'nen S-II Filter, dann kann ich mit dem TP Falschfabenbilder von Nebeln machen, das ist extrem cool (das hab' ich ja auch mit der SBIG vor, darum brauch ich sie so wie so, mit dem TP geht das aber sicher auch). Kostet sicher wieder einiges...und 'ne anständige Barlow...die Kosten steigen ins astronomische. Wenn man das Ganze aber in eine sinnvolle Reihenfolge bringt, dann sollte das auch gut gehen, wenn man die Finanzierung über einen längeren Zeitraum erstreckt. So eine Art astronomische Zukunftsplanung. Naja, erstmal Schluss für heut'.

Alles Gute,
Hector42

Udo_S
23.04.2005, 08:28
Hi Hector
Jo, ein offener Tubus sollte vom Hebel her nicht so schlimm sein. Astrografie scheint sowieso die Geschichte einer lebenslangen Baustelle zu sein ;)
Wie komme ich eigentlich darauf das Gestern (22.4.) Vollmond sein soll? Der ist ja erst am Sonntag, mittlerweile sind auch die Bilder bei www.deepsky.de freigeschaltet, hat diesesmal wohl etwas länger gedauert.
Gestern hat es mich dann doch noch ins Freie gezogen, obwohl der Mond noch ziemlich tief und im Dunst stand. Aber der Jupiter direkt über ihn, lud zum Experiment "ist es möglich beide auf einem Bild". Hat leider nicht funktioniert, zumindest nicht durch's Teleskop. Freihändig mit der Kamera schon. Hatte deshalb auch nur die minimal Ausrüstung dabei, Einsteigernewton auf Einsteigermontierung. Werde die Bilder auch mal noch beim oben genannten Forum einstellen, als Motivation für alle die auch mal Astrografie betreiben möchten.
Ja, die Jupibilder überhaupt Mond und Planetenbilder machen im allgemeinen schon gewaltige Fortschritte, Webcam sei Dank. Hab noch ein paar Astrokalender aus den 80'er da sind auch Amateurbilder von Planeten abgebildet, kein Vergleich die würde man heute für Anfängerbilder halten und wohlwollende Tipps geben.
Nachführen mit dem Leitrohr, okay so verbissen sehe ich das auch noch nicht, allerdings wird man ja mit der Zeit anspruchsvoller ;) Momentan mach ich aber kein Problem daraus, bei digitalen Aufnahmemethoden ist das vielleicht kritischer zu beurteilen.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
23.04.2005, 23:13
Hi Udo!



Astrografie scheint sowieso die Geschichte einer lebenslangen Baustelle zu sein

Mit etwas anderem habe ich auch nicht gerechnet ;) .

Vollmond??? Naja, mir war's eh egal, der nicht so volle Mond reicht mir auch schon als Grund um nicht aufzubauen :rolleyes: .

Hat auf mich auch den Anschein, als würde an den Mondfotos was nicht ganz stimmen (hast Du doch mit der Kamera mit dem komischen Autofokus gemacht oder?). Für mich sieht es aber eher nach Vibration aus...weiß nicht.
Der Jupiter ist fein! Ich habe früher am Einsteiger mit f = 2000 und chem. Film nicht viel zustande gebracht, nur einen cremefarbenen sehr unscharfen Kreis. Mir selber eine Projektionslösung zu basteln dazu habe und hatte ich keine richtige Lust :o .

Ich arbeite wie gesagt gerade noch an den Bildern, heute habe ich mir M81 bei f = 747 mm vorgenommen und mal geschaut was noch so drauf ist. Anfänglich bin ich von 4 Objekten ausgegangen, aber nein:
1: M81 (na klar)
2: M82 (klaro)
3: NGC3077 (jo, fällt auch sofort auf)
4: NGC2959 (ja, auf den zweiten Blick)
5: NGC2961 (...auf den dritten Blick)
6: UGC5210 (oh)
7: UGC5247 (huch)
8: UGC5302 (noch eine...)
UGC5449 und Holmberg IX, die die einzigen bildarealmäßig noch in Frage kommenden Objekte sind (laut RC3 Katalog) konnte ich nicht identifizieren.
...das war alles recht überraschen, zumal man sogar die Spiralstrukturen von NGC2959 und NGC2961 erkennen bzw. erahnen kann. Sie sind am Himmel zwar 115", auf dem Negativ aber nur 0,35 mm (!) auseinander. Das Seeing war dazu noch etwas mies und Streulichtprobleme hatte ich auch wieder. Also aus diesem Bild mache ein 'special' zum Reinzoomen und so, dauert aber wieder ein bisschen, die anderen Bilder sind jedoch schon auf der Homepage. Das Passwort kommt auch bald weg.
Äh, ich weiß ja jetzt nicht so genau, wie gut Deine Englischkenntnisse sind, verstehst Du denn was von meinen liebevoll erstellten Bescheibungen?
Die Homepage ist noch nicht sehr optimiert, darum recht langsam, wäre nett wenn Du mir sagen könntest wenn Dir etwas schon zu lahm geht, als Urheber kann man das immer schlecht beurteilen. Und auf dem 300 MHz Laptop, mit dem ich ins Internet gehe ist's grotten lahm.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
24.04.2005, 00:32
Hi Hector
Hhmm, Futter für's Augentier. Die Bilder auf deiner Hp gefallen mir sehr, M97 kommt ja wirklich deutlich hervor hätte ich nicht gedacht. Besonders schön finde ich aber M81, ich mag halt die Spiralen. Auch hast du mir etwas Mut gemacht, Aufnahmebrennweite knapp 1500mm und der Nachführfehler ist wirklich kaum zu sehen, das lässt für eigene Projekte hoffen. :)
Die Geschwindigkeit der Hp finde ich noch in Ordnung, auch wenn man schon merkt das sie etwas langsamer geworden ist. Mit dem Englischen, naja sinngemäß krieg ich das schon irgend wie hin, somal ich ja bei den meisten Bildern weiß um was es geht.
Vibrationen, hm könnt was dran sein, aber woher? Das Vorschaubild sieht ja immer knackig aus, vielleicht wenn sich die Kamera noch mal automatisch scharf stellt. Es vergeht immer ein bissel Zeit bis sie das gemacht hat und Geräusche macht sie dabei auch. Allerdings habe ich festgestellt das bei manchen Bildern ein Teil sehr genau abgebildet wird, während ein anderer verschwommen aussieht, könnte sein das die Kamera nicht 100% auf der optischen Achse liegt oder verkippt dazu. Übers Seeing brauchen wir glaub ich garnicht erst diskutieren. Hatte heute abend Jupiter im Visier. Der Durchgang des GRF war so gegen 22:40 Uhr angesagt und das wollte ich wissen. Die stabile Prismenschiene von der Fotoplattform ans Teleskop geschraubt, vorher noch mal alles justiert und alles zum Abkühlen beizeiten ins Freie. Leider hat die Luft auch heute ganz schön gewabbert, angedeutet ist er schon auf manchen Bildern aber ein eindeutiges Ja kann ich leider nicht vermelden, dafür konnte ich ihn visuell erhaschen. Hab jetzt aber auch keine Lust mehr die Bilder zu bearbeiten, werde mich morgen äh heute darum kümmern.
CS Udo S

Hector42
24.04.2005, 15:04
Hallo Udo!

Danke, gebe mir auch viel mühe mit der Bearbeitung, das bringt oft ein bisschen was, manchmal jedoch überraschend viel, hauptsächlich ist aber der TP dafür verantwortlich, ich kann nur immer wieder dessen Grandiosität betonen (hab' mich schon beinahe ernsthaft gefragt, ob ich nicht eine Unterschriftenaktion starten soll). In dem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass der 'wavelet'-Filter bei feinem (sandigen) Rauschen nicht so praktisch ist, wie der 'mmse'-Filter. Ersterer eignet sich aber besser, wenn man nah ranzoomt, da das Rauschen dann eher einer Art 'Modder' gleicht. Wenn man die 'edge'-Funktion nutzen will, ist es praktisch, das bild vorher ins Negative zu invertieren.
Ich glaube die Geschichte um die Spiralarme von NGC2959 und NGC2961 könnte Dir auch gefallen, hab' dazu aus dem s/w noch ein Falschfarbenbild gemacht - da sieht man die Strukturen einfach besser.
M97 ist ja mit H-alpha Filter aufgenommen, das bringt im Punkto Detail eine ganze Menge, denke ohne wär's schlechter gewesen. Habe übrigens mal nachgeschaut, wie es sich für einen planetarischen Nebel gehört liegt die hellste Emmission doch eher im Grünen. Wie auch immer, das tat dem H-alpha offensichtlich keinen Abbruch, die Belichtungszeit hielt sich mit 30 ' ja auch noch in Grenzen...naja, 2 h bei f/8 und f = 1600 mm will ich dann auch mal versuchen, wenn der Mond weg ist.
Tja, die Spiralen, momentan fahre ich auf die Galaxien auch voll ab ;), das Interesse wird noch dadurch gesteigert, dass ich mich über die Objekte ja auch schlau mache, schon cool, dass ich da drei gravitativ wechselwirkende Galaxien aufgenommen habe, M82 wurde von M81 ja übel zugerichtet und ist jetzt eine ziehmlich aktive starburst-Galaxie - wusste ich auch noch nicht... Was sehr interessant ist: man kann das Gas, was durch die starbursts zu den Polen der Galaxie herausgetrieben wird, in H-alpha fotografieren. Also mit CCD-Kameras geht das jedenfalls, ob der TP das schafft??? Ist zwar ein Wunderfilm, ich glaube aber eigentlich nicht, ausprobieren will ich es jedoch mal - wenn es gaaanz dunkel ist mit gaaanz langer Belichtungszeit.
Ja, Mut machen wollte ich Dir die ganze Zeit, nur ohne die Bilder wolltest Du wohl nicht so recht - egal, ich brauche auch immer Resultate bis ich was glaube ;) . Bei M81 ist ja die Nachführbrennweite sogar erheblich kürzer als die Aufnahmebrennweite. Ich habe das Bild zwar (wie fast alles) durch eine Deconvolution gejagt, aber ab einer gewissen Vergrößerung funktioniert die nicht mehr so prächtig. Den Fehler sieht man also fast so wie ohne. Es ist sehr schwierig mit dem D = 60 mm, f = 900 mm Leitrohr einen Leitstern zu finden, besonders fern ab der Milchstraße und mit einer Barlow drinn, darum benutze ich jetzt meist nur die 900 mm Brennweite. Scheint als wären gut sichtbare (aber nicht zu helle) Leitsterne bei der halben Brennweite besser als schlecht sichtbare bei der doppelten.

Meinst Du, dass das hin und her sliden der Bilder langsam geht? Oder das anfängliche Laden? (letzteres bekomme ich besser in den Griff, bei ersterem müssten Abstriche gemacht werden (weniger durchsichtige Geometrie)).

Also das mit den teilweise scharfen Bildern ist mir auch aufgefallen, ich hatte darüber aber nicht weiter nachgedacht :o , aber jetzt, wo Du es auch sagst denke ich weniger an Vibration, als eben an das, was Du dazu gesagt hast. Ich errkannte eine anisotrope Verwischung (also nicht in alle Richtungen geleichförmig) und dachte eben an Vibration in einer bestimmen Richtung. Das passt aber nicht so recht zu der Sache mit der Teilschärfe, bei Verkippung dürfte ein ähnlicher effekt entstehen, zusammen mit so einer Teilschärfe. Wenn die Kamera verschoben ist könnte es vielleicht auch schon vom Okular kommen (Randunschärfe) oder sind die gut genug (auf Fotos bemerkt man sowas immer viel stärker)?

Freue mich auf Deinen Großen Roten Fleck :D .

Dachte Hippolyte und DanGer würden auch noch ein bisschen mit uns plaudern...

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
24.04.2005, 16:43
Hi Hector
Schön das du dich auch noch mit den Objekten selbst beschäftigst, das kommt bei mir manchmal etwas zu kurz :o Leider aber Zeitmäßig ist manchmal nicht viel mehr drin. Das M81/82 miteinander Wechselwirken wusste ich aber auch ;) So eine Gasausbruch zu dokumentieren wäre schon genial, ist ziemlicher Wahnsinn was mit CCD so geht, kostet aber auch.
Ja, das Leit(d)rohr, hatte ja anfangs den 10" als solches missbraucht, da gab es auch mit Barlow kaum Probleme. Jetzt mit dem 114/900 Newton ist mir die Schwierigkeit erstmal bewusst geworden. Auch das Seeing kann einen ganz schön zu schaffen machen, mit den relativ großen Bildfeldern der bis 500mm Objektive wird es noch gehen.
Hab deine Bilder noch mal angeschaut, nö ich denke das kannst du so lassen, zumindest bei mir sieht es gut aus.
Der Digiknipsenadapter ist ja ziemlich primitiv aufgebaut, kann schon sein das da etwas nicht passt. Das "beste" Jupiterbild ist wieder bei www.deepsky.de in der Galerie zu sehen. Obwohl der Fleck wohl mehr zu erahnen ist. :o
Viele Vergleichfotos von Digiknipsen gibt es ja nicht, somit ist man auch nie so sicher wo man eigentlich steht. Allerdings ist mein bestes Jupiterdia auch nicht wesentlich besser. Gestern war das Seeing auch nicht optimal, man konnte das Wabern auf dem Vorschaudisplay sehen, tja bis mal alles zusammenpasst. Das ist ja auch der Vorteil der Knipsen, was nicht gefällt wird gelöscht und auf ein Neues.
Viele Papierabzüge hab ich noch gar nicht, die Bilder sind alle auf CD gebrannt. Wird mal viel Arbeit für das Fotolabor.
Hätte mich auch gefreut über weitere Wortmeldungen, besonders wenn wir jemanden den praktischen Teil des Hobbys hätten näherbringen können.
Bis Bald
CS Udo S

DanGer
24.04.2005, 19:58
sorry jungs, ich hab n bisschen stress, nächste woche 2 klausuren etc. und der praktische teil hängt bei mir noch in der luft, atm muss ich erstmal sehn das ich genug geld für meinen letzten job krieg..dann kann ich vielleicht den einstieg wagen^^ ich les aber weiterhin fleissig mit und schau mir auch eure fotos an,nur kann ich leider keine objektiven einschätzungen geben,da mir die erfahrung in der materie fehlt. und der rest des forums bekommt ja auch noch einiges meines pseudo-intellektuellen geschwafels ab ;)
aber wenn ich was zu sagen oder zu fragen hab,werd ich mich melden gg
(und spätestens wenns den ersten schritt nach vorn gibt.)

Hector42
24.04.2005, 22:49
Hallo!

Also das mit der Objektbeschäftigung mache ich eigentlich erst seit der Homepage :o , muss ich aber weiter machen: man lernt was und die Objekte (und damit auch das was man tut, nämlich die Astronomie) werden viel persönlicher und interessanter. Der Wert eines bestimmten Objektes steigt damit irgendwie und es mach mehr Spaß.
Bei SBIG gibt's so ein Farbbild mit zusätzlichem, rot eingefärbten, H-alpha Kanal schon...

Bei Astronomik gibt es genau die Filter, die ich will, denke das wird der nächte Posten, entweder vor oder nach dem Roh(r)material für den Tubus. Kostet aber auch eine ganze Menge, hab's erstmal auf die beiden Schmalbandfilter (O-III und S-II) abgesehen, das sind schon wieder über 500 € :rolleyes: , aber ich kann nächsten Monat mit kleinen Zuschüssen aus meiner Verwandtschaft rechnen :D . Allerdings müssen auch noch ein paar TP's ran bevor es die nicht mehr gibt (August/September), das wird auch nicht billig. Filmdöschen brauche ich ja auch noch, ich werde mal durch die Läden pilgern, vielleicht haben die ja einen Haufen davon abzugeben.

Also mit dem kleinen Refraktor kann ich mich zumindest nicht über das Seeing beklagen, der scheint dagenen fast immun zu sein.

Ei, Wabbern auf den Vorschaudisplay...da muss die Luft schon richtig schlubbern :D . Also wenn das mit der Knipse so flux geht, dann mach doch mal so 10 - 20 Bilder (kannst Du die auch gewollt unterbelichten -> möglichst kurze Belichtungszeit), betrachte sie am Computer und addiere oder mittele nur die besten (das geht auch mit Photoshop). Es gibt immer kurze Phasen, in denen das Wabbern stillsteht.

Also Papierabzüge von Astrobildern findest Du bei mir fast keine, würde 'ne Menge kosten. Ein paar Poster an der Wand und ein paar kleinere Abzüge, mehr nicht. Von nicht-Astrobildern lasse ich eigentlich auch keine machen.

Jo, Lehren macht irgendwie spaß.


@Danger:

Ok, alles klar, ist ja auch Deine Sache, hatte mich nur gewundert. Allzeit bereit! ;-)

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
25.04.2005, 21:55
Hi Hector
Ja, im 114/900 Newton wirkt sich das Seeing auch nicht so schlimm aus aber man will ja auch Licht sammeln. ;) Mir schwirrt aber auch ne' Idee im Kopf herum wie ich die Kamera genauer auf die optische Achse bekommen könnte, muss es aber erstmal ausprobieren und testen. Wirklich gutes Seeing ist ja auch nicht gerade häufig, würde mal behaupten im Jahr hat man vielleicht 2-3 Nächte wo man das Gefühl hat heute passt alles, wenn überhaupt.
Ende der Woche sollte ja wieder Deep Sky möglich sein, hoffentlich spielt das Wetter mit, wollte ja den angefangenen Film vor der Sommerpause vollkriegen und dann mit dem Elitechrome ( zurzeit Provia) weitermachen.
Hoffentlich bekommst du deine Filme noch, die Bilder sind doch sehr ansprechend. Glaub wenn es die Filme noch weiter zu kaufen gäbe würde ich vielleicht auch einen Probieren.
So draußen regnet's und mir fällt nix interessantes ein.
Bis Bald
Udo S

Hector42
28.04.2005, 19:38
Hi Udo,

sorry, dass ich so lange nicht geschrieben habe :o , hab' ein neuse 3D-Programm, was mich voll in Beschlag genommen hat :D , aber am Himmel war ja eh nix los. Momentan sieht es da jetzt wieder gut aus, aber neute Nacht soll sich das ändern. Hoffentlich aber erst nachdem ich mit M51 fertig bin :) . Und hoffentlich hat der Filmstreifen, der da in meinem Zimmer liegt nach zwei Wochen Lagerung bei Zimmertemperatur und zwischendrin eigefroren sein noch seine Hypersensibilisierung. Welche Brennweite ich benutzte muss ich mir auch noch scharf überlegen...nicht dass dan plötzlich die Wolken kommen :eek: .

Uh, den Großen Roten Fleck konnte ich auf Deinem Bild leider nicht ausmachen...kannst mir ja mal eine unkomprimierte Version schicken, die ich dann dekonvolutioniere. Dann schreib' ich Dir, wo ich ihn vermute und Du schreibst, ob das stimmt, wär doch ein lustiges Experiment oder?

Naja, bis dann und viele Grüße,
Hector42

Udo_S
28.04.2005, 22:14
Hi Hector
Keine Zeit? Kein Problem, mir geht es nämlich genauso. Vormittags Physio, dann zur Mittagsschicht, 7h Einarbeitung. Bin meistens von 8:00 bis 21:15 Uhr unterwegs. Aber ich will nicht jammern, solange es hilft.
Mir kribbels heute auch in den Fingern noch mal rauszugehen aber erstens muss ich morgen wieder früh raus und ein paar Schleierwolken sind von der Wetterseite auch schon auszumachen. Solche Wolken haben die interessante Eigenschaft, das sie da sind sobald man fertig ist mit aufbauen.
Viel Glück jedenfalls mit M51, hoffentlich gibt es am Wochenende noch mal Gelegenheit.
Hab mir gestern meine digitalen Mondbilder auf Fotopapier entwickeln lassen, dabei kam mir eine Idee. Will mir aus den einzelnen Bildern den Mond zusammenpuzzeln. Meine bisherigen Aufnahmen ergeben drei Mondphasenbilder von jeweils ungefähr 30-35cm Durchmesser, zwar könnte man das auch digital zusammensetzen aber ich finde die einzelnen Fotos ergeben einen ganz besonderen Reiz.
Werde versuchen dir am Wochenende dir die Jupiterbilder zukommen zulassen, könnte aber auch erst Sonntag werden, ist alles schon ziemlich verplant.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
29.04.2005, 20:20
Hallo Udo,

Dein Glückwunsch hat wohl gewirkt: ein kurzes Weilchen später ist es ziehmlich Diesig geworden, vorher war's ganz ok. Die Galaxie hat aber leider trotzdem noch irgendeinen Lichtreflex abbekommen, dagegen muss ich echt etwas tun, das fängt an ganz schön zu nerven.
Bei M81 waren mir die Sterne etwas zu aufgebläht, darum habe ich jetzt einen neueren apo Telekonverter benutzt (glaube der andere ist nur achro), hat ordentlich was gebracht, nur die Verzeichnung sieht man mehr (weit weg von M51) und der Nachfürhfehler ist deutlicher...konnte wieder nur mit 900 mm Nachführen und hatte dazu einen recht schwachen Leitstern. Ließ sich durch die bessere Qualität des Telekonverters aber besser dekonvolutionieren. Das Bild, welches sich jetzt schon auf der Homepage befindet ist mindestens so stark vergrößert, wie das daneben von M81.
Tja, so ein Fotomosaik zum Anfassen ist schon was ganz anderes, über den Bildschirm bringt es das nicht immer. Darum lasse ich von meinen guten Bildern auch mal hin und wieder ein Poster machen. Das sieht viel brillianter aus, als auf dem Bildschirm, zumindest war das bei dem ersten NGC7000-Komposit so (kennst Du nicht, das ist auch in Farbe).

Wünsche Dir alles Gute und weniger Zeitstress ;) ,
Hector42

Udo_S
29.04.2005, 22:14
Hi Hector
Naja bis nächsten Mittwoch wird der Stress wohl anhalten aber dann geht's ab in den URLAUB. Bin dann 2 Wochen nicht erreichbar, hoffe du hältst es solange aus. ;) Persönlich hätte ich ja den Urlaub nicht so nötig aber meine
Freundin ist schon reif dafür und was tu ich nicht alles für den Beziehungsfrieden. Aber zurück zur Astrografie. Posterabzüge sind die einigermaßen scharf abbildend? Hab mir probehalber ein paar Deep Sky Fotos abziehen lassen, (vom Dia eingescannt) hat mich aber nicht überzeugt. Das Rauschen kam schon ziemlich durch, Sterne wirkten ausgebrannt alles im allem nicht optimal. Da wird es nur bei Mond und Planeten(papier)fotos bleiben.
Die ollen Lichtreflexe hab da auch meine Not, die Tauschutzkappe der Russentonne ist jetzt jedenfalls auch mit Velourfolie ausgekleidet. Außerdem beginnt auf meiner Nebenstraße eine ungefähr 4 monatige Baumaßnahme, das sollte den Autoverkehr gegen null senken, endlich mal ne Baustelle die mir gefällt.
Als ich heut früh die Schleierwolken gesehen hab, war ich dann auch einigermaßen beruhigt. Es nervt mich schon gewaltig, wenn ich ne klare Nacht verschlafen hab. Hoffe nur am Wochenende ist es noch mal schön.
Alles Gute
CS Udo S

Udo_S
30.04.2005, 08:34
Hi Hector
Hab mir gerade noch mal deine HP angeschaut und zwei sehr positive Veränderungen bemerkt. 1. Passwort nicht mehr erforderlich, 2. M51, he die sieht richtig gut aus. Glückwunsch. Hab leider heute überhaupt keine Zeit.
Bis Bald
Udo S

Hector42
30.04.2005, 22:12
Hi Udo!

Schon schlimm genug, dass es eine rein Flash-Seite ist, da will ich nicht noch mit einem Passwort nerven.

Danke, das Bild von M51 finde ich auch sehr toll *stolz*, allerdings hätte es doch noch ein gutes Stück besser laufen können, hätte ich besser nachgeführt. Bei f(Leit) = 1800 mm wären die Sterne höchstens oval geworden, so wurde es ein "L" :( .

Hört sich an, als wärst Du auch so ein Mensch, der Urlaub eigenlich nicht unbedingt zum Ausspannen braucht. Ich würde nur in den Urlaub fahren, wenn es etwas mit Astronomie oder ähnlich interessanten Dingen zu tun hätte, sonst würde ich das Geld dafür als 'herausgeschmissen' betrachten. Das ist bei mir persönlich so, jeder wie er möchte. Meine Freundin ist allgemein auch ganz auf Reisen versessen, weil sie durch ihre sozialen verhältnisse noch nie wirklich verreist ist. Auch sind unsere Geschmäcker recht verschieden, sie findet warme Gegenden toll und findet kalte ungemütlich, ich finde warme Gegenden 'ok' bis 'unangenehm warm' und kalte eher toll. Bin eher so ein Schweden/Norwegen Fan. Wenn sich's einrichten ließe und meine 'Panik' nichts dagegen hätte, würde ich auch gern ein Zweithäuschen in Alaska beziehen, da ist es im Sommer nicht unbedingt kalt, keine nervige Zivilisation und Lichtverschmutzung und eine unglaublich schöne Landschaft.

Also die Poster sehen nicht schlechter aus, als das digitale Bild, von dem sie abstammen, die Schwierigkeit besteht nur darin, das vergrößerte Rauschen im richtgen Maße einzuschätzen. So viele Poster habe ich leider nicht, dass ich da bessere Auskunft geben kann, ich weiß nur: das NGC7000 Komposit sieht besser aus als auf dem Bildschirm und ich fürchte genau wie Du, dass die anderen Bilder, die ich so von Nebeln und so habe, schrecklich aussähen. Aber: wenn ich mal ein Passendes Farbbild von NGC7000 machen könnte, dann würde ich das Komposit (also mit dem Bild von der HP) sicher auch als Poster in Auftrag geben. "Am besten Testen" ;) .

An so eine Art 'toller Baustelle' hatte ich auch noch nie gedacht :) . Und ich mache Ähnliches, wenn es darum geht eine verschlafene Nacht nicht so dramatisch wirken zu lassen :D .

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
30.04.2005, 22:55
Hi Hector
Bin wieder zu Hause. Hab mir dein M51 Bild noch mal angeschaut, den Fehler sieht man ja erst bei Vergrößerung des Bildes. Erlaube mir deine HP Adresse hier hin zu kopieren das auch andere Interessenten wissen um was es geht.
http://www.stella-mira.gmxhome.de/
Gestern hab ich mir eine Rollenschneidemaschine geleistet, damit kann das Projekt Mondpuzzles starten. Sollte sich ganz gut machen den gesamten Phasenzyklus zusammen so darstellen zu können, bis zur Rente will ich fertig sein. :D
Leider hat der Wetterbericht sein Versprechen auf eine klare Nacht nicht gehalten, zumindest hier hat es sich wieder mit Schleierwolken zugezogen. Das wird wohl vorm Urlaub nix mehr. Ja, ja so ein richtiger Urlaubstyp bin ich wirklich nicht. Wir hatten früher nebenbei noch etwas Landwirtschaft, somit war Urlaub eher unbekannt. Mittlerweile kann ich mir es aber auch mit einem Buch auf einer Strandliege gemütlich machen und über astrografische Probleme nachgrübeln. Der Traum wäre aber wohl, 14 Tage Namibia oder so etwas in die Richtung.
Hatte heute mal Gelegenheit eine Canon Powershot a 95 etwas aus der Nähe zu betrachten. Sowas wäre schon was für die Planeten und Mondfotografie. Allerdings ist sie im Vergleich zu meiner Digiknipse schon ziemlich schwer und besitzt keine Fernauslöser. Dafür aber ziemlich viele manuelle Einstellmöglichkeiten. Naja ich überleg noch.
So ist schon spät.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
01.05.2005, 16:47
Hi Udo!

Naja, er fällt nicht so auf, der Fehler, die Dekonvolution hat ihn auch stark verbessert (ging hier wohl besser als bei M81, wegen des besseren Teleextenders), trotzdem ist er da und hat M51 verschmiert. Jaaa, die Dekonvolution macht das Bild zwar wieder schärfer, aber dafür auch verrauschter und es ist natürlich besser gleich ein gutes Rohbild zu haben, dann funktionieren eigentlich auch all diese Bearbeitungen besser (ganz streng genommen kann man ein Bild auch nicht wieder perfekt zurückrechnen, denn jedes verschmierte Bild hat eigentlich unendlich viele Ausgangsbider, aus denen es entstanden sein kann, also ein mathematischer irrgarten in dem man immer weiter von der Realität abweichende Ergebnisse bekommt, je weiter man Dekonvolutioniert). Den Nachführfehler finde ich längst nicht mehr 'befriedigend', darum mache ich noch ein paar Bilder mehr von M51 (und vielleicht auch M81). Die werden dann zu einem Komposit verarbeitet, auch zwecks Rauschminderung. Mal sehen, ob sich da nicht auch noch ein besserer Leitstern finden lässt, bei dem auch die Barlow benutzt werden kann. Hoffentlich kann ich in der kommenden mondlosen Periode auch mal Farbbilder erhaschen.

Muss es denn unbedingt ein Fernauslöser sein, einen Zeitauslöser hat die doch bestimmt...sollte doch auch gehen oder hab' ich da was nicht ganz verstanden?

Zu dumm, das ich zu wenig Ahnung habe um irgendwie Direktlinks liefern zu können...d.h. eigentlich ist mir da gerade eine mögliche Lösung eingefallen, zumindest um die Bilder direkt verlinkbar zu machen, muss ich mal weiter drüber grübeln...

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
01.05.2005, 21:05
Hi Hector
Grrrrr. Das ganze Wochenende hatte es abends immer irgend welche Wolken und heute isses klar. Wo ich doch morgen zeitig raus muss (4:35 Uhr). Da ist mein Limit erreicht. Denke mal bis es richtig dunkel ist, wird es 22:30 Uhr und die Aufnahmen können sich ja leicht über mehrere Stunden hinziehen.
Naja Arbeit geht vor, ohne Arbeit keine Astronomie. :mad:
Ganz ohne Beobachtungen war ich aber heute auch nicht, hab mich ein bissel mit der Sonne beschäftigt. Ist ein hübscher Fleck drauf, ein paar Fotos hab ich auch gemacht. Mal sehen ob ich sie noch bei www.deepsky. de einstelle, könnte ich eigentlich machen.
Ja, gute Rohbilder machen vieles leichter. Vielleicht werde ich auch mal versuchen mehrere Bilder zu addieren. Bildbearbeitungsmäßig bin ich auch noch ein ziemlicher Anfänger. Kann nur hoffen das da mal jemand ein gutes Buch drüber schreibt. ;)
Finde einen Fernauslöser schon praktischer, da ich ja überhaupt nichts mehr berühren muss. Bei der Zeitenvorwahl ist ja immernoch der Auslöser zu drücken. Der Vorteit bei digitaler Technik ist ja der das man beruhigt warten kann. Kaum kommt ein neues Modell wird das alte billiger die technische Ausstattung wird immer weiter verbessert und die Entwicklung schreitet rasant voran. Wenn ich an Digicams denke die so 5-7 Jahre alt sind, oh je wie steinzeitlich. Damit kannste heute keinen mehr hinterm Ofen vorlocken.
Bis Bald
Ein etwas grummeliger Udo S wünscht
Gute Sicht.

Hector42
03.05.2005, 19:23
Hi Udo!

Hier war zu der Zeit auch besseres Wetter, habe mich schon gefragt, ob Du wieder früh raus müsstest...schade, dass es nicht gut gepasst hat :( . Aber nicht ärgen, die Natur ist leider noch sturer als wir Menschen.

Hab' die Fotos vom Sonnenfleck gesehen, ganz guter Kontrast. Ich habe Sonnenfotos noch nie mit dem TP oder einer digitalen Kamera probiert, vielleicht war deshalb der Kontrast bei mir immer jämmerlich.

Wenn Du irgendwelche Fragen zur Bildbearbeitung hast stehe ich gerne zur Verfügung :) . Kann Fotos registrieren, fotometrisch kalibrieren (neuerdings, also ich hab' da mal versucht anhand von Sternen bekannter Helligkeit das Bild so zu korregieren, das es eine eher lineare Wiedergabe der Lichtverhältnisse zeigt - warum bin ich nicht früher auf so eine Idee gekommen? die Dekonvolution hat danach sogar etwas besser funktioniert), kenn ein paar lustige Filter und mit dem Histogramm kann ich auch umgehen. Naja und natürlich die Dekonvolution. Es gibt aber noch eine Menge Dinge mit denen ich noch keine direkte Erfahrung habe.
Die Sache mit der Fotometrie ist recht wichtig, wenn man (chem.) Bilder miteinander verrechnen will, die mit unterschiedlichen Belichtungszeiten gemacht wurden. Macht man das nicht passiert es oft, dass das Komposit am Ende verrauschter ist, als die Rohbilder.
Aber keine Angst, den Text da oben musst Du nicht verstehen, ist so wie so auch recht unverständlich ausgedrückt :D, das ist alles nicht besonders schwer.

Falls wir uns vorher nicht mehr schreiben wünsche ich Dir noch einen schönen Urlaub...
Hector42

Udo_S
03.05.2005, 20:10
Hi Hector
Ja, das könnte der letzte Post vorm Urlaub sein. Morgen ist die "Regierung" zu Hause die wird mich schön scheuchen :D
Mit der Bildbearbeitung das machen wir :) aber erst nach den Ferien, melde mich wenn ich wieder da bin.
Im Sommer muss halt für eine genüssliche Beobachtung neben den guten Bedingungen, kein Mond immer noch die Spätschicht dazukommen. Wenn das zusammenpasst beobachte ich dann auch meist von Dämmerung zu Dämmerung. Zum Glück fällt zur Zeit die Nachtschicht weg, fahr mal bei optimaler Witterung auf Arbeit.
Hatte auch die Sonne schon mit Diafilm aufgenommen. Weniger Brennweite ist da oft mehr, das Seeing schlägt doch arg zu. Leider tummeln sich immer noch Wolken, somit ist auch keine Planetenaufnahme mehr möglich.
Hab am Wochenende die ersten Mondbilder zusammengesetzt. Noch nicht Perfekt aber ich weiß jetzt auf was ich bei den Aufnahmen achten muss. Sieht schon mal nicht schlecht aus. Auch die digitale Möglichkeit hab ich mit "Fitswork" mal getestet. Denke auch bei dieser Variante werde ich mir mal ein Poster ausdrucken lassen.
Bis Bald
CS Udo S

DanGer
04.05.2005, 00:10
schönen urlaub auch von mir! :) hier regnets seit stunden..

Udo_S
20.05.2005, 19:17
Hi zusammen
Da bin ich wieder. Nach einen schönen Urlaub hat mich der Alltag wieder.
Das bedeutet aber auch ich kann mich wieder meinen Hobbys widmen.
Zwar hab ich auch in den Ferien es nicht lassen können mit einfachsten Mitteln ein Mondfoto zu knipsen. ( Siehe www.deepsky.de unter "astrogalerie" >mondbilder) Aber so richtig ernsthaft war das nicht. Leider hat sich hier in "D" das Wetter auch nicht wirklich richtig gebessert.
Schau mer mal
CS Udo S

Hector42
22.05.2005, 03:20
Hi,

schön, dass Du wieder da bist :D , hoffe es war toll - ist ein bisschen still hier geworden, ohne Dich. Naja, wollte nicht einfach irgenwas schreiben, astronomisch habe ich auch nicht sooo viel gemacht, obwohl sich doch einige Gelegenheiten boten. Das Einzige, was ich zu Stande gebracht habe ist ein eher unterbelichtetes Foto von M106. Ist ok, aber noch nicht auf der Homepage, da ich jetzt ein wenig mehr die Priorität auf das Abitur lenke. Bei dem Foto hat eigentlich alles gepasst: Teleskop mit tausenden Dingen gegen Streulicht gepanzert, Zenithnahe Position von M106, außergewöhnlich guter Himmel, ich konnte sogar mit der Barlow nachführen...nur eines habe ich nicht bedacht: die Bäume! Nach ein Paar Minuten ist mir aufgefallen, dass ich höchstens 45 min insgesamt habe, geistig vorbereitet und gewillt es durchzuziehen waren 90 min. Ich bin doch auch ein Trottel!

Hab' noch keine Farbbilder gemacht, aber letztens einen Elitechrome gekauft. Sag' mal, ist das normal: 200er bei Rossmann für 4,xx € und 400er im Fotogeschäft 20 m weiter für knapp 8 €?

Hübsche Sichel, Dein Urlaubsmond. Als ich die letztes mal beobachtet habe (weiß gar nicht, ob Du da schon weg warst...vielleicht war es auch noch einen Monat früher...naja, egal) hat mich die Sichtbarkeit der dunklen Mondseite ziehmlich überrascht. Wie gesagt schau ich mir den Mond nicht so häufig an und als Sichel ist er immer nicht gerade an den für mich besten Beobachtungspositionen, da fand ich das schon interessant. War eine richtig gut auszumachende Kugel, fast noch am Tage, und ich hatte den Eindruck im Raumschiff darüber zu schweben. Sogar eine Menge Krater waren auf der dunkleren Seite erkennbar.

Wie geht es eigentlich Deinem Rücken? Wieder voll Einsatzfähig?

Grüße,
Hector42

Udo_S
22.05.2005, 09:59
Hi Hector
Ja, der Urlaub war schön.
Das es um diese Jahreszeit astronomisch eher ruhig zu geht ist bei mir genauso. Immer erst bist Mitternacht warten bis es richtig dunkel ist, fällt wirklich nicht leicht. Das Wetter ist ja auch nicht so toll.
Bäume in der Aufnahme, fällt wohl unter das Motto "Irgend was ist ja immer", so sammelt man Erfahrung :o
Die Mondsichel wurde mit einem 6*30 Fernglas, welches auf Büchern und Heften passend gelagert wurde und der Digiknipse meiner Freundin erstellt.
Die Digiknipse freihändig hinters Fernglas gehalten und los ging es. Die dunklere Seite ist hier leider nicht zu sehen, hatte alles während der Dämmerung aufgenommen. Schon Wahnsinn das, das Licht der fast "Vollerde" ausreicht um die Gebiete soweit aufzuhellen.
Apropo Digiknipse, konnte bei ebay eine Canon Powershot a 80 ersteigern. Von der hab ich einige gute Bilder gesehen, hoffe sie hält was sie verspricht.
Jedenfalls sind Belichtungszeit und Bildschärfe auch manuell zu regeln, was einigen Vorteil verspricht. Sobald erste Ergebnisse vorhanden werde ich sie auf den üblichen Weg hier sichtbar machen.
Ja die Filme haben ganz schöne Preisschwankungen. Den 400'er Elitechrome brauchst du allerdings nicht zu kaufen, der soll nicht so gut sein wie der 200'er. Wenn du den 200'er zu 4,**€ bekommst kannst du aber schon zufrieden sein, ich zahle immer 5,**€.
Gesundgeschrieben bin ich auch wieder, also voll einsatzfähig. Montag beginnt also wieder der ganz normale Wahnsinn ;) , ab und zu zwickt es zwar noch aber das hat es vor dem Unfall auch.
So nun lerne mal schön auf das Abi.
Viel Erfolg
CS Udo S

Hector42
22.05.2005, 17:54
Hi Udo!

Also das Warten bis Mitternacht fällt mir nicht so schwer, gehe von Natur aus immer früh ins Bett (ich meine das andere 'Früh' jenseits der Mitternacht :) - naja, ich kann es mir Zeitlich auch noch leisten), ich hatte meist nur einfach keine Lust :o . Aber selbst wenn man wirklich etwas machen will, wäre wegen der kurzen Dunkelheit kaum was drin. Ein, max. zwei Fotos. Was Bäume und Erfahrung sammeln angeht, so hätte ich die Erfahrung schon längst haben müssen, das ist ja das Ärgerliche - es passierte mir ja nicht zum ersten mal. Aber ich vermute, jetzt hat es sich eingebrannt und ist hoffentlich fester Bestandteil der (kurzen) Vorbereitungsroutine geworden.
Ja, ich mag solche Aktionen wie Bücherstative und so auch, wenn man sonst nichts hat - fördert bestimmt die Kreativität. Ich kann für solche Situationen die Anschaffung (oder eher die Herstellung) eines Bohnensäckchens empfehlen - hat mir mein Vater gezeigt: Bohnen (oder ähnliches getrocknetes Kleinkram) in ein Säckchen mit Reißverschluss und viola man hat ein überraschend gutes Stativ, auf dem man sehr gut einen Fotoapparat (oder vielleicht auch einen Feldstecher) positionieren kann. Das Zeug ist überraschend formbar und dazu formstabil, hat aber natürlich seine Grenzen.
Zum Licht der Vollerde: Finde ich nur anfangs überraschend, wenn man noch nicht darüber nachgedacht hat: Stell Dir vor, Du wärst auf dem Mond, die Erde hätte wohl etwa 2° scheinbaren durchmesser und würde demnach 16 mal so hell leuchten, wie der Vollmond, würde man von einer gleichen Albedo ausgehen. Muss also nachts bei Vollerde auf dem Mond relativ hell sein. Nach der gerade getätigeten Denkarbeit verstehe ich aber auch, warum man die dunkle Seite des Mondes um so besser sieht, je kleiner die Mondsichel ist: bei Neumond ist ja Vollerde! War mir bis gerade völlig unbekannt, ich dachte immer es wäre eine Täuschung, da bei vollerem Mond dieser auch heller ist und die Pupille kleiner, also weniger Licht ins Auge fällt. So kann man sich irren.
Ach mist, das zusätzliche Geld für den 400er hätte ich mir also auch sparen können. Hab' gerade erst bei Ebay 34 € für einen kaputten Prozessor in den Wind gesetzt - war aber das Risiko dabei. Für 15 € mehr wäre ein schnellerer, neuer Prozessor drin gewesen - zu schnell, der passt nicht zur Hauptplatine und ein paar Versteigerungen vorher habe ich den gleichen Prozessor für instgesamt 15 € verpatzt - und der funktioniert vermutlich auch noch :mad: .
Bin auch gespannt, wie sich Deine neue Kamera so macht.

Gut, wenn Dein Rücken wieder so ist wie vorher, dann ist ja alles toll ;) .

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
22.05.2005, 22:02
Hi Hector
Bohnensackmonti. Ja das könnte auch klappen. Not macht ja erfinderisch.
Für Mond und Planeten hab ich mir es seit einiger Zeit angewöhnt, mir die Position der Himmelskörper räumlich vorzustellen. Ist ja eigentlich auch nicht schwer, wenn man sich mit dem Thema befasst.
Leider hab ich die Knipse noch nicht in den Händen, muss erst bezahlt und geliefert werden. Dann allerdings hab ich mir so ne' Art Projekt vorgenommen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.
Erst mal meine Halterung auf das neue Modell anpassen, dann versuchen irgendwie eine Fernauslösung hinzugekommen. Zwar kann man die Auslösung von 2-10 sec voreinstellen aber du weißt ja wie es mit dem Seeing ist. Ich würde halt gerne direkt aber ohne verwackeln auslösen wollen. Natürlich werden einfache Selbstbaulösungen zu den genannten Problemen bevorzugt.
Endziel ist es die Marsopposition optimal abzulichten. Ferner das Mondphasenprojekt vorwärts zu bringen und auch alles andere was die Kamera im Stande ist aufzunehmen abzulichten.
Früh ins Bett, naja zur Spätschicht ist es für mich auch kein Problem, klappt aber nicht immer, nächste Woche ist z.B. Vollmond, da nützt mir die Spätschicht auch nix.
Außerdem errinnere ich mich noch mit Schrecken an einen ominösen Freitagabend vor 2 Jahren, als ich nachdem ich 5 Uhr morgens aufgestanden war, gegen 23:30 Uhr daran machte meine ersten bescheidenen Schritte in Richtung Astrografie zu tun. Ehrlich, es ging schief, was nur schief gehen konnte, Blz bei 1/125 sec. erst nach mehreren Bildern gemerkt, Kamera hat sich auf der Halterung gedreht, Fokus verstellt und und und. Kein einziges Ergebnis, wäre die nächste Nacht genauso gelaufen, würden wir uns heute nicht über Astrografie unterhalten.
Hoffen wir das es wieder Besser wird.
CS Udo S

Udo Schirpke
23.05.2005, 11:13
die problematik hier stellt sich wohl wie folgt dar, zumindest bei mir, es fehlen einfach die finanziellen mittel und fachkenntnisse um mitzusprechen ;)

Gegen die fehlenden Kenntnisse kann man was tun. Hier ein Link zu einer Datei mit Erläuterungen zu den verschiedenen Teleskoparten (http://home.datacomm.ch/m.rieder/scopes.pdf)

Bis denne,
Udo.

Hector42
23.05.2005, 13:14
Hallo Udos!

Und ich dachte schon Du hättest Deinen Namen etwas abgeändert, Udo_S :) . Sich Positionen von Himmelkörpern und so weiter um einen herum räumlich vorzustellen ist cool! Ich finde man bekommt dann ein viel besseres Gefühl für die Welt in der man existiert.

Herzlich wilkommen Udo Sch.! Wie Du schon weißt ist dieser Teil des Forums nicht gerade überfüllt, ich hoffe, Du hast Lust hier ein bisschen zu verweilen um unseren Dialog zu einem Trialog zu verhelfen :D . Ich hätte da gleich mal eine Frage: Du weißt nicht zufälligerweise wo ich 17 kg Blei herbekomme???

Und in Sachen Homepage bin ich auch dabei eine aufzubauen: www.stella-mira.gmxhome.de (http://www.stella-mira.gmxhome.de) viel gibt's da noch nicht, aber unter 'Image Archive' findest Du meine jüngsten Bilder. Ist aber eine "Flash-only-Seite" und ich muss auch noch viel dran rumprogrammieren. Falls Du nicht DSL hast, dauert es ein Weilchen, da noch alles aufeinmal geladen wird.

Übrigens kommt ein Freund, mit dem ich eine CTA-Ausbildung in Braunschweig absolviert habe glaube ich aus Delitzsch...muss nochmal nachfragen. Wäre ja lustig.

Viele Grüße,
Hector42

Udo Schirpke
23.05.2005, 20:21
Hallo!


Hallo Udos!

Und ich dachte schon Du hättest Deinen Namen etwas abgeändert, Udo_S :) .


Nööö, ich bin echt und ein anderer. :D



hoffe, Du hast Lust hier ein bisschen zu verweilen um unseren Dialog zu einem Trialog zu verhelfen :D .

Tja, das ist so eine Sache... Ich schreibe auf mehreren Foren und zusätzlich noch in der Newsgroup de.sci.astronomie. Neben dem Bauen meiner Homepage, versteht sich.



Ich hätte da gleich mal eine Frage: Du weißt nicht zufälligerweise wo ich 17 kg Blei herbekomme???


Tut mir leid, mit dem Blei kann ich nicht dienen.



Ist aber eine "Flash-only-Seite" und ich muss auch noch viel dran rumprogrammieren. Falls Du nicht DSL hast, dauert es ein Weilchen, da noch alles aufeinmal geladen wird.

Flash... hmm, bin gespannt, ob sie angezeigt wird. Ich werkele unter Linux, meistens zumindest. DSL habichnich. :(



Übrigens kommt ein Freund, mit dem ich eine CTA-Ausbildung in Braunschweig absolviert habe glaube ich aus Delitzsch...muss nochmal nachfragen. Wäre ja lustig.


Delitzsch liegt hier in der Nähe. Ansonsten scheinen die Sachsen in mehreren Foren recht stark vertreten zu sein. Ist mir auch schon aufgefallen.

Bis denne,
Udo.

Udo_S
24.05.2005, 08:44
Hi zusammen
@ Hector: Uhi, 17kg Blei. Vielleicht solltest du mal bei einem Altmetallverarbeitungsbetrieb (Schrottplatz, kein Autofriedhof) anfragen. Dort werden die Rohstoffe eigentlich sortiert, bzw. sortenrein angenommen. Musst dir halt nur noch Gedanken machen wie du es in die richtige Form bekommst.

@ Udo Schirpke: Hab mir gerade euere Fotogalerie angeschaut http://www.amateurastronomiesachsen.de/html/galerie.html
und dabei festgestellt das du deine Mond und Planetenaufnahme mit der Canon Powershot a40 erstellst. Bekomme (hoffentlich) in Kürze das Nachfolgemodell a80.
Vielleicht kannst du mir ja ein paar Tipps geben?
Wie zu Beispiel hast du die Kamera befestigt?
Gibt es Einstellungen die zu bevorzugen wären?
Wie bearbeitest du die Bilder weiter?
Bei www.deepsky.de unter Astrogalerie kannst du einige von meinen (Udo_S)Aufnahmen begutachten.
So muss weiter
CS Udo S

Udo Schirpke
24.05.2005, 19:35
Hallo!


Wie zu Beispiel hast du die Kamera befestigt?

Mit einem Adapter für die Canon-Serie. Beziehen kannst Du die Adapter
bei Wolfgang Ransburg (http://www.teleskop-service.de/). Leider kann ich
hier wohl keine Bilder von den Adaptern einstellen. Müßtest also beim
Bestellen Dein Kameramodell dazu nennen und genau beschreiben, was Du
mit diesem Adapter tun möchtest. Benötigt werden drei Adapterringe, die
zu einem einzigen Adapter zusammengefügt werden.

a) Der Adapter mit Canon-Bajonett und einem Gewinde M 52 auf der anderen
Seite.

b) Ein Adapter mit M 52 auf der einen und mit T-2-Gewinde auf der
anderen Seite.

c) Ein Adapter mit T-2-Gewinde auf der einen und einer Einsteckhülse für
die Okulare auf der anderen Seite.

Ist vielleicht ein bißchen schwierig, sich das vorzustellen. Einfach
Wolfgang Ransburg schreiben, daß Du mir Deiner A80 durch das Okular
hindurch fotografieren möchtest. Er möge Dir die passenden Adapter
zusenden.


Gibt es Einstellungen die zu bevorzugen wären?

Stellenweise hilft der manuelle Modus, vor allem am
Mond, Überbelichtungen zu vermeiden. Ansonsten bist Du mit dem
Automatikmodus der Kamera sehr gut bedient.





Wie bearbeitest du die Bilder weiter?

Giotto, Registax, Gimp, Paint Shop Pro.

Bis denne,
Udo.

Hector42
24.05.2005, 22:25
Hallo,

@Udo_S:

17 kg Blei sind eigentlich nicht so viel, eben exakt die Menge, die man braucht, um zwei EQ-6 Gegengewichte nachzubauen. Und letztere wiegen zusammen ja auch schon 10 kg. Würde es diese Bleibahnen (mit denen man Gauben und so beim Hausbau abgedichtet hat) im Baumarkt noch geben, wär das alles nicht so schlimm, aber ich glaube die Massenhafte Verwendung von Blei im Hausbau ist mittlerweile nicht mehr erlaubt (allein in unserem Haus sind so bestimmt 100 kg Blei verbaut, die später nur der Umwelt zur Last fallen).
Schrottplatz...hmm, wir haben hier irgendwo einen, der ist aber Privat (?) und als ich vor einigen Jahren in kindlichem Basteleifer dort antanzte waren die Leute nicht sehr nett und der kg-Preis für Eisenschrott war horrend - naja, ich hab' ja auch nicht gerade viel abgenommen. Ich bezweifle aber, dass die da Blei haben. Sollte mir aber irgenwann ein ordentlicher Schrottplatz über den Weg laufen weiß ich, was ich zu tum habe.
Ja, das schmelzen könnte ein Problem werden, nicht wegen der nötigen Hitze (Kamin und großer Grill sind vorhanden) sondern wegen des Handlings: man muss ja immerhin 8,5 kg flüssiges Blei aufbewahren, braucht also nicht nur ein hitzeresistentes, sondern auch ein sehr stabiles Gefäß - eine Konservendose tut's also nicht. Und gießen muss man das auch noch, d.h. man braucht die passende Zange und etwas geschick. Ich denke mit zwei Rohrzangen bekommt man das in den Griff. Ich mache mir eigentlich mehr Sorgen um die Gussform...irgendwie habe ich noch nie etwas stabiles aus Gips machen können, das hatte alles immer die Konsistens von Käsekuchen - also ich meine entweder habe ich immer zu viel Wasser genommen, oder das Zeug hat nicht abgebunden :confused: .

@Udo Schirpke:

Und, geht's mit Flash? Hab' von Zeit zu Zeit auch mal Linux drauf, aber noch nie versucht Flash zu installieren. Kennst Du die Bildbearbeitungsprogramme CADET und IRIS? Beides Freeware und zumindest letzteres gibt es auch für Linux. CADET benutze ich zur Deconvolution (nicht von CCD, sondern von Technical Pan Aufnahmen), das kann IRIS zwar auch, aber dort finde ich es nicht so toll. Dafür hat es viele tolle Filter, auch welche auf FFT-Basis. Die Kombo TP hyp., CADET und IRIS habe ich vor einiger Zeit entdeckt und wenn man den Film schön ausbelichtet wirken diese (eigentlich CCD-) Techniken auch hier wahre Wunder.
DSL habe ich übrigens auch nicht, nichtmal einen direkten Internetanschluss. Ziehe immer mit einem älteren Laptop zur einzigen Internetfähigen Dose hier im Hause.



Delitzsch liegt hier in der Nähe. Ansonsten scheinen die Sachsen in mehreren Foren recht stark vertreten zu sein. Ist mir auch schon aufgefallen.

Ja, das hab' ich mir gedacht, nach dem Besuch Deiner/Eurer Seiten, darum erwähnte ich es :D . Dass Sachsen in vielen Astroforen (meintest Du doch, oder) vertreten sind liegt sicher daran, dass Ihr Astronomie als Schulfach hatte, was zu einer größeren Menge an astronomisch interessierten Leuten geführt hat. Astronomie als Schulfach hätte ich auch gern gehabt :rolleyes: ...

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
25.05.2005, 00:17
Hi zusammen
@Hector: Naja, bei der Sanierung alter Häuser, findet man halt gelegentlich noch ein paar Bleirohre und die werden auf Schrottplätzen abgegeben.
Vielleicht kannst du ja auch gleich die ganze Form mit erhitzen und das Blei nach und nach zugeben. So heiß muss es ja für Blei nicht werden. Vielleicht sollten noch einen Thread "Bleigiessen" ins Leben rufen ;)

@ Udo Schirpke: Ja, Wolfi Ransburg diesen Namen hab ich schon mal gehört ;) Meine bisherige Lösung sah so aus http://www.ds-src.de/4images/data/media/6/digiklemme.jpg
werde sie noch ein bisschen modifizieren und dann testen. Leider sieht man im Dunkeln nicht immer, ob sich die Kamera etwas gedreht hat.
Hab mir die entsprechende Seite bei Wolfi angesehen und werde sie mir als Lösungsvariante im Hinterkopf behalten.
Interessant finde ich das du deine Digiknipsenbilder addierst.
Hab das auch schon mal probiert, war aber nicht so richtig überzeugt.
Wieviele Bilder addierst du den im Schnitt?
So bald die Kamera da ist werde ich wohl mal ein Testprogramm starten.

An Alle: Als ich gerade eben von der Arbeit nach Hause fuhr konnte ich einen sehr schönen Mondaufgang beobachten, die Aufgangszeiten verschieben sich jetzt sehr schnell in Richtung Morgenstunden, und was sagt uns das?
Wenn das Wetter durchhält, ist Himmelsbeobachtung angesagt :)
CS Udo S

Udo Schirpke
25.05.2005, 09:42
Hallo Hector42!


Und, geht's mit Flash?

Nö => warning: data incomplete, transmission terminated. Sorry. Wirst wohl noch etwas dran feilen müssen an Deiner Homepage. Deine Startseite wird allerdings geladen. Klickt man auf eins der Navigationselemente, geht's nicht mehr.


Kennst Du die Bildbearbeitungsprogramme CADET und IRIS?

Ja kenne ich. Aber über mehr als Herumprobieren bin ich bei diesen Programmen nicht hinaus gekommen.


Dass Sachsen in vielen Astroforen (meintest Du doch, oder) vertreten sind liegt sicher daran, dass Ihr Astronomie als Schulfach hatte, was zu einer größeren Menge an astronomisch interessierten Leuten geführt hat. Astronomie als Schulfach hätte ich auch gern gehabt

Tja, das hat sich aber bald erledigt. Astro und Physik sollen zusammengelegt werden. Ob in den Schulen in Bälde überhaupt noch "richtig" unterrichtet wird, wage ich zu bezweifeln. Sie wollen die Lehrer auf 60% des Gehaltes setzen. Bin gespannt, wie das motiviert...!

Bis denne,
Udo.

Hector42
25.05.2005, 16:25
Hallo!

@Udo_S:

Ja, das könnte gehen, die Zangen würden dem Gips sicher nicht gut bekommen, mit einem Spaten jedoch ließe sich das nach dem Schmelzen wohl wieder aus dem Feuer holen (auf oder in glühende Grillkohle gelegt wäre wohl die beste Methode). Mal sehen, vielleicht schaue ich bei diesem Schrottplatz doch mal vorbei. Schlimmstenfalls habe ich dann nur einen mittleren Fahrradausflug gemacht.
Mit dem Bleigießen-Thread sollten wir erst ende Dezember beginnen, sonst finden sich da bestimmt nicht viele Leute ein, oder :D .



Wenn das Wetter durchhält, ist Himmelsbeobachtung angesagt :)

Also für die nächsten Tage prophezeit www.wetter.com (http://www.wetter.com) einiges Gutes :) . Bekomme Besuch von Verwandten, die haben mich sogar freiwillig auf ein paar erklärende Beobachtungsabende angesprochen!!! Solches Interesse ist in dieser Familie i.A. absolut unnormal. Hoffentlich gibt's dann auch ein paar Paradeobjekte.

@Udo Schirpke:



warning: data incomplete, transmission terminated

:D , klar, das ist die Reaktion auf alle Aktionen, die noch nicht implementiert sind - also fast alles. Bist Du sicher, dass Du auf "image archive" geklickt hast. Wäre nahezu unmöglich wenn diese Pseudo-Fehlermeldung da käme.



Astro und Physik sollen zusammengelegt werden.

Dachte das wäre schon passiert. Naja, immernoch besser, als Physik ohne Astronomie, wie hier im ex-"Westen". Oder bekommt man hier jetzt auch die Astronomie in den Physikunterricht?
Ach, einfach mal eben so auf 60 %??? Da finde ich die Metaller-Streiks für ein Paar Prozent mehr Lohn (auf ein bis zwei Nachkommastellen) recht lächerlich.

Viele Grüße,
Hector42

Udo Schirpke
26.05.2005, 08:54
Hallo!



:D , klar, das ist die Reaktion auf alle Aktionen, die noch nicht implementiert sind - also fast alles. Bist Du sicher, dass Du auf "image archive" geklickt hast.

Habe einige Navigationsmöglichkeiten durchprobiert. Ging nicht. Ich wiederhole mal den Versuch.


Oder bekommt man hier jetzt auch die Astronomie in den Physikunterricht?

Weiß nicht. Soviel ich weiß, ist die Schulausbilddung Ländersache und demnach in jedem Land irgendwie ein bißchen anders.


Ach, einfach mal eben so auf 60 %??? Da finde ich die Metaller-Streiks für ein Paar Prozent mehr Lohn (auf ein bis zwei Nachkommastellen) recht lächerlich.

Hier in diesem Land (Bundesrepublik) ist einiges in Schieflage! :mad:

Bis denne,
Udo.

Hector42
28.05.2005, 12:03
Hallo zusammen!

Sieht aus, als wäre trotz des guten Wetters (eingetlich für mich schon viel zu heiß) mit Astronomie in der nächsten Zeit bei mir nicht so viel Los: Als ich nach zwei Wochen Astroabstinenz das Teleskop für die Besucher aufbauen wollte musste ich mit Schrecken eine Wirklich erdrückende Menge an grünem, undurchsichtigem Biometerial über mir entdecken - und ich hatte mich schon gewundert dass es so dort ungewohnt dunkel war. Sogar für visuelles Beobachten dürfte das problematisch sein: immerzu müsste man im Computer schauen, welche Objekte sich gerade Richtung "Loch" bewegen und dann hat man auch wohl nur 40 Minuten, biss sie wieder weg sind. Ganz dolle :( .

@ Udo Schirpke:

Also ich sehe das etwas globaler: für mich befindet sich die ganze Menscheit in einer gewaltigen Schieflage, da ist kaum ein Land besser als das andere. Aber mit solchen Problemen sollten wir an dieser Stelle lieber nicht anfangen...

Alles Gute,
Hector42

Udo_S
29.05.2005, 16:53
Hi Hector
> grünes, undurchsichtiges Biomaterial< ärgerlich aber wozu gibt es Sägen?
Naja die Nächte sind eh erschreckend kurz, nicht einmal eine Stunde ist es wirklich dunkel genug und das jetzt noch einen anderteinhalb Monat.
Leider gab es mit der neuen, gebrauchten Digiknipse noch ein paar Verzögerungen, so das ich noch keine Tests durchführen kann.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
31.05.2005, 17:31
Hi, Udo!

Also wenn es nach mir ginge hätte ich meine Kreativität schon längst in Form einer Umgestaltung dieses Grünzeuges freien Lauf gelassen, aber zum Einen steht einiges davon im Park vor unserem Grundstück (eher das nicht so störende Kram) und zum Anderen wollen meine Eltern nicht, dass ich da interveniere (obwohl es schon seit ein paar Jahren heißt, dass die Bäume da weg sollen :rolleyes: ).
Habe gerade etwas Geld zum verprassen bekommen, angesichts der bevorstehenden astronomiearmen Zeit (also bis die Blätter wieder weg sind oder ich eine Andere Möglichkeit gefunden habe) bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob ich jetzt Lust habe mir einige Filter anzuschaffen (RBG oder die zusätzlichen Schmalbandfilter). Ich tendiere eher dazu das nötige Karbonmaterial zu besorgen und schonmal drauflos zu bauen. Oder sollte ich das Chaos in meinem Zimmer doch lieber durch einen Flachbildschirm verringern???
Hab' Deinen Beobachtungsbericht gelesen, schon ganz toll, wieviel mehr Du unter gutem Himmel mit Deinen 2 Zoll mehr doch sehen kannst. Vieles ist sicher auch mit der mir fehlenden Galaxieerfahrung zu begründen...Schimmer um M51 oder irgendwelche Staubbänder habe ich leider noch nicht gesehen.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
31.05.2005, 21:49
Hi Hector
Erstmal Alles Gute zum Geburtstag und gesundes neues Jahr.
Hab's leider erst jetzt gesehen, hab zur Zeit viel zu tun.
Das man bei finanziellen Zuwendungen, erst mal gar nicht weiß wofür man es zuerst ausgeben soll kenn ich auch :o. Meine nächsten Ausgaben werden wohl die Prismenschienenhalterungen draufgehen, damit kann ich dann die Parallelplattform voll nutzen.
Beobachtungserfahrung bringt schon eine Menge, hab Berichte gelesen wo Leute mit 8" er Objekte gesehen haben wovon wir beide nur träumen können. Ich bin darin auch noch lange nicht perfekt aber arbeite daran ;)
Leider ist bei mir zur Zeit fototechnisch auch nicht viel los.
Bis bald
CS Udo S

Hector42
01.06.2005, 18:10
Vielen, vielen Dank,

hätte nicht gedacht, dass überhaupt jemand auf diese Angabe achtet...keine Ahnung, warum ich sie überhaupt gemacht habe, denn eigentlich werde ich immer sehr verlegen, wenn mir jemand gratuliert ( :o ) .
In Sachen Parallelplattform: wie sieht es denn bei Dir mit dem Schwerpukt aus, hast Du da so lauter kleine verschiebbare Ausgeichsgewichte am Tubus, wie es manche Leute gerne mögen? Mich nervt es ja eigentlich bei meiner Konstruktion schon, dass das (eigentlich recht eng anliegende) Leitrohr den Schwerpunkt zur Seite verschiebt und man das Teleskop bei größeren Schwenks immer neu ausbalancieren müsste. Mit gelösten Achsen am Himmel herumschauen ist also immer nicht so ganz Stressfrei, weil das Teleskop an vielen Stellen nicht stehenbleibt, wenn man es los lässt.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
01.06.2005, 21:36
Hi Hector
Ausgleichsgewichte? ja, nö hab ich nicht. Das Problem ist mir bis jetzt noch gar nicht in den sinn gekommen. Werde es mal testen, wenn ich die Prismenhalterungen bekommen hab. Vielleicht tut es ja ein fetter Magnet.
Ist gerade klar draussen aber wegen einer nicht mal halben Stunde Dunkelheit die ganze Nacht um die Ohren hauen?
Ach ja, gestern hat mir meine Freundin von Tschibo eine Stirn LED Lampe mitgebracht, hatte just noch ein passendes Stück tiefroter transparenter Plastik zu Hause und nun hab ich beim Beobachten endlich beide Hände frei, wenn ich mal was nachschauen will oder ein Objekt zeichnen möchte.*freu*
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
02.06.2005, 16:00
Hallo Udo!

Ha, genausoeine hat mir meine Mutter letztens auch mitgebracht, allerdings finde ich eine Taschenlampe immernoch praktischer (ich muss ständig das Ding vom Kopf abnehmen, um z.B. den Polsucher zu beleuchten oder die Mattscheibe und ohne dass ich den Pferdeschwanz immer durch die Riemen ziehe hält das Ding auf meinem samtenen Haupthaar nicht :D ). Aber schön, dass es für Dich eine Erleichterung ist.
Die Idee mit dem Magneten ist gar nicht schlecht.
Ich glaube ich weiß jetzt, was ich mit dem Geburtstagsgeld mache: (mehr oder weniger leider) ist die Wahl jetzt doch auf den Flachbildschirm gefallen - das Bedürfniss nach "Style" in meinem Leben ist zuweilen einfach zu groß. Es gibt aber auch andere Gründe: Die Optik für das Karbonteleskop ist momentan viel zu teuer, d.h. ich sollte mich erst daran machen, wenn ich eine Arbeit gefunden habe und mich nicht von Teil zu Teil hangeln. Bleiben noch die Filter als Alternative, aber das nächste halbe Jahr wird astrofotografisch vermutlich sehr langweilig, das nimmt mir etwas die Motivation für den Filterkauf.

Ciao und viele Grüße,
Hector42

Udo_S
03.06.2005, 21:13
Hi Hector
Ja, Flachbildschirm auch nicht schlecht, schließlich wirst du ihn öfters benutzen können, als bei dem diesjährigen Wetter, dein Teleskop. ;)
Hab heute endlich einen Film vollknipsen können, okay es waren keine astronomische Objekte, hab ein bissel in der Gegend rumfotografiert. War echt ungewohnt wieder mit Belichtungsmesser zu hantieren. Eigentlich bin ich ja geduldig genug zu warten bis der Film voll ist aber es war der "Galaxienfuji" drinnen und nach der Sommerpause ist ja mehr der "Nebelkodak" gefragt. Hätte war auch die andere Kamera (EXA) bestücken können aber ich finde die Praktica noch ein bissel besser, die EXA hat ein paar Probleme das Bildfeld ganz auszuleuchten, da ragen glaub ich ein paar Bauteile in den Strahlengang. Mir ist jedenfalls aufgefallen das manche, etwas überbelichtete Dias, einen ziemlich deutlichen, rechteckigen, dunkleren Rand aufweisen, während bei der Praktica keine Spur davon zu sehen ist.
Naja die nächsten 6 Wochen ist es eh egal.
CS Udo S

Hector42
04.06.2005, 01:58
Hi Udo!

Jo, bin auch gerade wieder voll auf dem 3D-Render Trip...
Also mit komischen Abschattungen habe ich bei der von mir verwendeten Nikon FE irgendwie auch ein paar Problemchen...naja nicht sonderlich schlimm, aber es sieht so aus, als würde der eingeklappte Spiegel ein Bisschen in den Strahlengang hängen. Manchmal fällt es nicht auf und manchmal schon sehr. Hängt wohl vom Film und der Belichtungszeit ab.

Naja, sonst ist nicht viel los...

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
12.06.2005, 13:01
Hi Hector und alle anderen.
Unter www.deepsky.de gibt es in der Astrogalerie wieder ein paar eingescannte Dias von mir. Einfach auf der Startseite die Astrogalerie aufrufen und dann unter Galxien, Nebeln und Sternhaufen auf die Suche gehen.
Mit den gemachten Dias bin ich eigentlich schon recht zufrieden, wenn auch das Scannen, für die Qualität nicht gerade förderlich war. Besonders die Kugelsternhaufen sehen auf dem Dia um Klassen besser aus.
Hatte noch Dias von diversen Galaxienhaufen gemacht. Leider werden die Gx'en so klein abgebildet das sich das Scannen nicht lohnt. Werd erstmal mit Redshift (Planetariumsprogramm) auf Identifizierungreise gehen, könnte interessant werden.
Ansonsten nix neues, die Digiknipse ist da, die Wolken leider auch.
CS Udo S

Hector42
14.06.2005, 14:25
Hallo Udo!

Planetarischer Nebel und Galaxie auf einem Bild...das macht schon was her ;) . Die Farbe von M97 finde ich etwas unorthodox :) , war ja aber auch der Galaxienfilm. Die M51 Aufnahmen gefallen mir auch sehr, hier gilt wie auch in anderen Fällen: ich bekomme es zwar schärfer, aber nicht in Farbe. M51 ist ein tolles Objekt in mehrfacher Hinsicht: Klar, es hat eine echt interessante Form, aber farblich finde ich es ebenfalls sehr bemerkenswert, auch im Vergleich zu anderen Galaxien. Tja und was M13 angeht: ich hatte ja schon befürchtet, dass wohl alle Durchlicht-Flachbettscanner eine gewisse Unschärfe einführen. Kein Wunder, dass das gerade beim Kugelsternhaufen besonders auffällt :( . Ebenfalls schade um die Galaxiehaufen, hätte ich gern gesehen.
Wie lief es denn mit der neuen Kamera und der Sonne?

Ich war gestern nochmal im Garten schauen, wie schlimm das denn mit den Blättern wirklich ist. Ich denke eine H-alpha-Übersichtsaufnahme vom Schwan sollte in 1 bis 2 Monaten drin sein. Bis die Blätter wieder von den Bäumen sind überlege ich mir dann, was genau ich mit den dortigen Nebeln veranstalte - warte sowieso lieber bis die Objekte kulminieren. Vielleicht schaffe ich mir auch schon bald einen Fahrradanhäger an und gurke hier nachts ein bisschen durch die Gegend. Wäre schon eine gewisse Veränderung meines Beobachtungsverhaltens und bis ich an den Feldern vor der Stadt angekommen bin dauert es bestimmt 30 Minuten, dann aufbauen und stunden später die Rückfahrt...und dabei nachts im Dunkeln alleine auf einem Feld...huaaa, da müsste ich mich wohl ziehmlich zusammenreißen.

Hab' mir jetzt so einen Flachbildschirm geholt, war ein etwas besseres Ding, da ich die Befürchtung hatte, die Bildqualität könnte schlechter sein, als bei dem Röhrenmonotior. Da hab' ich mir wohl umsonst Sorgen gemacht, das Teil ist echt super, kristallklares Bild, überhaupt kein Vergleich zum Aldi-Monitor von Vorher. Und da das Ding flach und schwarz ist, mit einer Front aus einer (Plexi-?) Glasplatte fühle ich mich öfter wie bei StarTrek. Das ist toll :D . Habe dazu ein Bild von einem Planeten, gesehen aus dem Orbit, gerendert und nun als Hintergrund - es war, als blickte ich durch den Monitor als Fenster hinunter auf den Planeten, mir ist richtig schwindelig geworden...naja, war auch leicht übermüdet. Die Astrobilder sehen auch alle viel besser aus, eben da die Kontrastspanne größer ist. Bei einigen der Bilder auf der Homepage könnte ich noch viel Hintergrundhelligkeit wegnehmen, aber das lasse ich einfach mal, jeder Monitor der Homepagebesucher ist anders und professionell kalibriert sind die wenigsten (mache ja nichtmal ich), das lohnt nun wirklich nicht.

Naja, genug geschwärmt, alles Gute und bis demnächst,
Hector42

Udo_S
14.06.2005, 19:57
Hi Hector
Ja, schön das dir die Bilder gefallen, ich bin auch ganz happy damit, noch nicht perfekt aber wieder ein Fortschritt zu bisher. Mit den Kugelsternhaufen, klar ist es ärgerlich, wenn der Scanner helle Kleckse daraus macht aber wenigsten sind die Dias selber recht ordentlich. Mein Astrobudget hab ich ja für dieses Jahr schon ganz schön ans Limit getrieben, somit ist an einen anderen Scanner nicht zu denken.
Die GX'enhaufen waren bemerkenswert. Leider halt recht klein, aber mehrere Galaxien auf einem Dia machen schon was her. Hatte am Sonntag leider auch nicht die Zeit alles richtig zu analysieren, ist mal Arbeit für den nebligen November.
Digiknipse und Sonne, naja es kam wie es kommen musste. :( Fotografiere nie bei Wolkenlücken, ist ne' Regel bei mir. Weil ich aber neugierig war hab ich sie doch gebrochen. Mit dem Ergebnis das ich 2 Stunden wartete bis das richtige Wolkenloch vorbei kam, um dann festzustellen das die Batterien mittlerweile leer waren. Also nur 2 Bilder Ausbeute und keine Tests. Naja die Akkus sind bestellt, wird schon werden.
Du bist ja ganz schön geduldig mit den Ästen und Blättern. Okay bis es zum Fotografieren wieder richtig dunkel ist, dauert es ja auch noch ein bissel.
Vielleicht hast du bis dahin die Lösung. Das ganze Gerödel mit dem Fahrrad durch die Gegend kutschen, das wäre mir aber auch zu viel.
Bildschirme, sorry davon hab ich keine Ahnung. Nutze den Rechner eigentlich nur für meine Astrozwecke, ansonsten sind mir die Dinger ziemlich egal.
Tja, mehr fällt mir auch nicht ein. Melde mich wieder, wenn es was neues gibt.
Alles Gute
CS Udo S

Hector42
17.06.2005, 17:36
Hi Udo!

Naja, das mit der Stromversorgung von Kameras ist so eine Sache. Ich bin froh, dass die alten SLR's mit einer Knopfzelle um Dimensionen länger durchhalten. Wenn ich vor der Entscheidung stünde so eine Digitalkamera zu kaufen würde ich es deshalb vermutlich nicht machen (es wäre ja ok, wenn man sie ganz einfach an die Autobatterie anschließen könnte, so sind die Teile aber nicht gebaut und ständig Akku wechseln würde mich tierisch nerven).
Da fällt mir ein: Mein Vater war früher so Fotoenthusiastisch, dass es für ihn normal war, mit dem Finger am Auslöser, liegend auf der Wiese 3 Stunden auf eine Biene zu warten, die an die angepeilte Blume andocken sollte...:D
Das mit dem Fahrrad war nur so eine fixe Idee, aber warum eigentlich nicht...das schwierigste wäre für mich wohl nur sich mal aufzuraffen.
Ich könnte irgendwann vielleicht auch mal einen Galaxienhaufen probieren, hatte mich ja höchst erstaunt, was da auf den letzten Galaxienfotos noch so alles im Hintergrund auf dem TP drauf war.
Hatte vor einiger Zeit mal RedShift auf dem PC, hab' es aber sofort wieder deinstalliert, weil es kein Teleskop steuern kann und praktisch nicht zu "customizen" ist (Farben (Nachtdarstellung), Symbole und so weiter stehen also alle fest). Eine ziemliche Enttäuschung. Jetzt habe ich es nochmal installiert, es beinhaltet nämlich viele Wissenschaftliche Informationen, ist so eine Art Kompendium. Außerdem kann man das Sonnensystem auch von außerhalb betrachten, das geht bei Cartes du Ciel (womit ich alles amateurastronomische mache) nicht. Früher habe ich das für Spielerei gehalten, aber als ich mir diese Sonnensystem draufsicht einmal näher betrachtet habe ist mir aufgefallen, das man als Amateur total viele Informationen auf einen Blick bekommt. Naja, natürlich nicht genau in Zahlen, aber man sieht sofort, welche Planeten nur am Tag zu sehen wären, wie groß die Planeten sind, die man nachher im Teleskop betrachten will (basierend auf Erfahrung: den Größen bei Erdnähe und -ferne, die man im eigenen Teleskoop ja schonmal erfahren hat), welche Phase sie in etwa haben und wenn eine Opposition ansteht, wie nah die Planeten sich sind...damit bekommt man schnell einen Überblick über die Planetare Situation, ohne in diversen Dialogboxen Dezimalzahlen entziffern zu müssen. (Naja, außerdem finde ich es einfach cool die momentane Lage der Planeten im Kopf zu haben, gleichzeitig die Scheinbaren lage am Nachthimmel zu sehen und genau zu wissen wo im Sonnensystem man gerade steht).
Naja, letzendlich finde ich die Freeware Cartes du Ciel immernoch haushoch besser als RedShift...mit The Sky hatte ich noch kein Vergnügen. Was mich bei RedShift auch stört ist der Grad an unwissenschaftlicher Amerikanisierung: Der Text ist zwar Übersetzt (mit Fehlern wie: Structur) aber die Pukte bei den Dezimalbrüchen haben sie beibehalten. Schlimmer noch: Maße sind etwa so angegeben: Erdradius: 6.000 T km, was soviel bedeutet wie 6,000 mal 1000 km. Warum nicht 6000 km oder 6,000 Mm? :confused:
Die spinnen die Amis und die Übersetzer auch! :D
Ja, ich weiß, dass ich penibel bin! :D

genug gelästert, viele Grüße und bis dann,
Hector42


Nachtrag:

Jetzt habe ich ein bisschen Lust auf Planeten bekommen und deshalb mal wieder nach ein paar Jupitersonnenfinsternissen geschaut. In den nächsten paar Tagen gibt es einmal Io und Europa im Doppelpack, das könnte sehr interessant (und selten?) sein: während die Finsternisse in vollem Gange sind wandern die Monde (also nicht die Schatten!) schon wieder von der Jupiterscheibe hinunter. Der Kernschatten von Europa ist logischerweise kleiner als der von Io. Mich würde interessieren, wie das aussieht. Hab zwar schon einige solcher Finsternisse gesehen, aber noch nie im Doppel und immer nur mit den Einstergerteleskopen. Leider befindet sich der Jupiter zu dieser Zeit 20° über dem SW Horizont - nicht gut für mich...aber das MUSS ich sehen. ein paar Tage später wirft Ganymed seinen Schatten auf den Juppi, während der im SSW steht (bessere Sicht). Kallisto scheidet Jupiterjahreszeitlich bedingt leider ganz aus.
Du hast ja schon Aufnahmen vom Juppi gemacht, willst Du nichtmal sowas probieren? Sollte nicht so schwer sein, wie gesagt habe ich schon einige solcher Finsternisse gesehen, den GRF komischerweise aber noch nie. Könnte ich jetzt eine Digiknipse so einfach wie Du hinter das Teleskop klemmen würde ich es gleich mal mit einer kurzen Sequenz probieren, aber mir in den Paar Tagen die nötige Erfahrung anzueignen um da was zu basteln wird nicht klappen.
Hab' mich auch mal gefragt, was diesbezüglich mit dem Saturn ist, Folgendes schmälert den Lustgewinn an Saturnsonnenfinsternissen: Die Monde sind alle recht klein und weit vom Planeten entfernt, nur Titan würde sich lohnen, seine Bahn kreuzt die Planetenscheibe aber erst wieder 2009, (wegen der weiten Entfernung zum Saturn und dessen Jahreszeit). Titanfinsternissen würde ich also Highlightcharakter zusprechen, auch wenn in jener Zeit wohl mehrere beobachtbar sein werden.

Udo_S
18.06.2005, 08:33
Hi Hector
Ja, Jupiterbilder hab ich mit der bisherigen Digiknipse schon probiert.
http://www.ds-src.de/4images/data/media/14/5ju23.4.05.jpg
Der GRF ist da schon erahnbar. Mit der neuen Kamera sollte es noch etwas besser gehen, da die Belichtungszeiten manuell regelbar sind und ich somit Versuchen kann das Seeing noch weiter auszutricksen.
Finsternisse und Schattenwürfe der Monde auf dem Planeten hab ich aber auch noch nicht probiert, wäre aber eine Überlegung wert.
Leider lassen die neuen Akkus noch auf sich warten, eigentlich ging das beim Versand immer sehr schnell, weiss auch nicht warum das dauert.
Der bisherige Besitzer der Cam hatte ja noch seine gebrauchten Batterien drinnen. Hab also keine Ahnung wie lange die Akkus später mal durchhalten. Da die Knipse aber eh nur für Mond und Planeten zum Einsatz kommt, ist ein leerer Akku ja nicht so ärgerlich, als wenn es dir eine lang belichtete Aufnahme versaut.
Noch mal zu den Jupitermondfinsternissen, entscheident ist halt immer gutes Seeing. Wenn die Luft wabert wird es schwer was Vernünftiges aufzunehmen.
Hab mir mittlerweile noch zwei Prismenklemmen für die Doppelplatte bestellt und bei Ebay noch eine passende 42cm lange Prismenschiene ersteigert, wenn der Selbstbaubeobachtungshocker noch fertig wird, sollte ich also gut gerüstet in den August starten können.
Zu Redshift fällt mir noch folgendes ein, rote Symboldarstellungen für Galaxien, grrrr versuche die mal mit einer Rotlichtlampe, auf einer Sternkarte zu erkennen.
Ansonsten Viel Glück mit Jupi
CS Udo S

Hector42
19.06.2005, 00:06
Hi Udo!

Hehe, ja, war das nicht das Bild was Du mir mal schicken wolltest?! Ich wollte mal versuchen den GRF da herauszudekonvolutionieren...



Da die Knipse aber eh nur für Mond und Planeten zum Einsatz kommt, ist ein leerer Akku ja nicht so ärgerlich, als wenn es dir eine lang belichtete Aufnahme versaut.

Stimmt und bei Langzeitbelichtung wäre der eh im Nu ausgelutscht.



Hab mir mittlerweile noch zwei Prismenklemmen für die Doppelplatte bestellt und bei Ebay noch eine passende 42cm lange Prismenschiene ersteigert, wenn der Selbstbaubeobachtungshocker noch fertig wird, sollte ich also gut gerüstet in den August starten können.

Na das hört sich nach einem guten Plan an..."Selbstbaubeobachtungshocker" ich nehme an, der ist besonders cool oder ;) .

Apropos "Selbstbau", ich habe mir heute mal eben einen Fahrradanhänger gabastelt (uh, äh, eigentlich wollte ich ja lernen :o ). Montag wird er verkehrssicher gemacht. Naja, ein paar kleine Umbauten folgen morgen noch. Wäre mangels passender Bauteilen beinahe nix geworden (hat auch was für sich, dass die Elten im Keller alles Stapeln, was man irgendwann noch einmal gebrauchen könnte). Besteht aus einem einfachen Rechteckrahmen aus übriggebliebenem 5 x 10 cm Bauholz. Darunter habe ich die Latten eines alten Lattenregals befestigt - es sieht also aus wie ein umgedrehter Lattenrost-Bettkasten...noch eine Alurohr-Deichsel mit Kupplung aus zwei Ösenschrauben dran und die Räder in die Seiten. Und hier ist der Knackpunkt (wie wahr :D ): Hab' alte Fahrradräder genommen und sie mit ihren Achsen einfach in die Seiten geschraubt. Beim unbeladenen Test hat das allemal gehalten, aber ob das auch so bleibt wenn da die Astroausrüstung drauf kommt??? Und hoffentlich lässt sie sich auch so sichern, wie ich mir das vorstelle (mit diesen elastischen Gepäckbändern und einer Plane oder so). Naja, werd' ich ja morgen alles sehen...

Hihi, das mit roter Schrift bei rotlicht musste ich am eigenen Leib erfahren: Zu dumm vorher darauf gekommen zu sein schrieb ich mir damals ein paar Koordinaten mit rotem Buntstift auf einen Zettel. Als ich beim Teleskop war war ich doch schon sehr verwirrt, bis ich (frühestens auf den zweiten Blick) gerade einmal Schemen auf dem Papier erkennen konnte. Die Schrift war wirklich nahezu unsichtbar und nichtmal annähernd überhaupt als Schrift zu erkennen - beihnahe wie ein sauberes, neues Blatt.

Europas Schatten wird anfangs schön oval sein. Mit dem 8 ", der den Einsteigern ja heftig überlegen ist, kann man das vielleicht sehen. Bei den Einsteigern habe ich nämlich die Schatten erst sehen können, wenn sie schon ein wenig richtung Jupitermitte gingen.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
19.06.2005, 06:42
Hi Hector
Selbstbaufahrradanhänger, he cool. Hoffe du bekommst alles damit fort, eine Plane darüberzuspannen ist schon mal keine schlechte Idee. Das einzige was mich daran stören würde, ist die Tatsachen das man selbst für Bewegung sorgen muss. ;) Allerdings nutze ich auch einen alten Mopedanhänger um das ganze Zubehör auf die Wiese zu karren.
Mein Selbstbauhocker, naja ich baue viel aus dem "Bauch" heraus. Ne kleine Skizze hab ich mir während einer Arbeitspause gemacht, manchmal merke ich das es so nicht geht, dann ist improvisieren angesagt. Bis jetzt ist aber noch alles im grünen Bereich, nur die Zeit fehlt.
Das Jupibild, ja jetzt fällt es mir auch wieder ein. Naja die Rohbilder sind schon durch den Papierkorb. :o Aber gestern kamen mit der Post endlich die Akkus, hoffe also heute wieder ein bissel für Nachschub sorgen zu können.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
19.06.2005, 22:49
Hi Udo!

Tja, also die unbelasteten Tests waren ok, aber auch nach Verstärkung der Radaufhängung knickt ein Rad immernoch weg. Vorher im Holz (wusste dass die Idee die Achsen einfach ins Holz zu schrauben wohl Mist ist, aber hab's trotzdem versucht) und jetzt, wo ich Metallbeschläge angebracht habe verbiegt sich die Achse. Die ist nämlich nur 8 mm Stark, die andere 10 mm (ehemaliges Vorder- bzw. Hinderrad, sind eben unterschiedlich). Jetzt muss ich morgen versuchen dort auch eine 10 mm Achse einzubauen (das könnte fehlschlagen). Bleibt zu hoffen, dass die 10er dann auch in der Praxis halten.
Ich mag das Ding irgendwie jetzt schon (oder bis jetzt???), hoffentlich mag die Polizei es auch, es ist zwar meiner Meinung nach nicht gemeingefährlich, aber ich befürchte, dass es nicht durch den TÜV kommen würde und ob das zulässige Gesamtgewicht für "ungebremste Anhänger" mit der Ausrüstung nicht überschritten ist, weiß ich nicht so genau. Schaun mer mal...

Schön, ich baue auch gern aus dem Bauch heraus (siehe oben ;) ). Diesmal hat es aber noch eine neuen "Ungeplantheitsrekord" aufgestellt.

:eek: Rohbilder im Papierkorb, schäm Dich...ach ja, hast Du ja schon :D . Naja, ehrlich gesagt mache ich das bei Digitalen Bildern auch öfters. Insgesamt kommt die Digiknipse allerdings nur sehr selten zum Einsatz, da sie nicht viel taugt.
Also hier war das Wetter heute sehr gut, prima Durchsicht. Hoffe Du konntes Bilder machen, bin gespannt darauf ;) .

Tja, das war's dann wieder, ciao,
Hector42

Hector42
22.06.2005, 15:37
Hallo Udo!

Also erstmal noch etwas zur Fahrradaktion: die ist jetzt so schnell wieder auf Eis gelegt, wie sie begonnen hat. 10 mm sind einfach zu wenig für die Achsen. Habe noch eine 16 mm Gewindestange, wenn ich das nächste Mal zufälligerweise in den Baumarkt fahre schaue ich nach den passenden Rädern, bis dahin ist schluss...

Holla, gleich drei Filme für ein Gewitter! Ich hab's füher nur auf einen gebracht, mit dem Ergebnis, das durch die relativ lange Belichtungszeit pro Bild alles etwas hell und unatmosphärisch geworden ist. Du hast wohl nicht so lange belichtet, bin gespannt.

Also mit www.deepsky.de (http://www.deepsky.de) ist das so: ich glaube, dass ich da nicht so aktiv sein werde (hänge häufig am althergebrachten (Astronews)) und nur deswegen Anmelden missfällt mir etwas.
Ich könnte es kurzzeitig auf die Homepage setzen, wenn Du erlaubst auch permanent, dann weise ich natürlich darauf hin, dass es zur Hälfte Dein Werk ist und füge die entsprechenden Spezifikationen hinzu. Was meinst Du?

Ich habe mir jetzt das ältere Jupiterbild nicht mehr angeschaut, aber die neuen sehen schon ein gutes Stück besser aus.

Beste Grüße,
Hector42

Udo_S
23.06.2005, 00:29
Hi Hector
Der Fahrradhänger ist also auf Eis gelegt, schade eigentlich, hab mir nämlich auch so meine Gedanken zu Thema gemacht und wollte sie dir hier kundtun.
Naja, wenn du das Projekt wieder zum Leben erweckst lass es mich wissen. Würde sehen, das du möglichst zweckmäßig baust, soll heißen passende Halterungen für's Teleskop und Zubehör, wetterfeste Stauräume für Okus, Kameras und den ganzen Kleinkram. Da fällt mir ein das ich mir auch so eine Art rollende "Werkbank" basteln wollte, etwas wo ich das ganze Zubehör mit einem Mal zu meiner Beobachtungsecke schieben kann und wo alles seinen Platz hat. Das Projekt kam aber über die Planung auch nicht hinaus, da sich die Ausrüstung doch recht beachtlich vermehrt hat und ich nicht mehr wusste wie ich das Ganze unterbringen sollte.

Gewitteraufnahmen "Hell und unatmosphärisch" He, nu mach mir mal keine Angst. Naja Belichtungszeiten haben etwas variiert. Ausgelöst gewartet bis der Blitz kam und gut. Hatte auf Blende 4 eingestellt. Sicherlich wird einiges an Ausschuß verloren gehen. Oftmals haben nur die Wolken aufgeleuchtet und es war kein eigentlicher Blitz zu sehen. Übrigens kam die "Bohnensackmonti" zum Einsatz. Als ich mit Kamera und Montierung zu der kleinen Anhöhe gefahren war, von wo aus ich das Gewitter aufnehmen wollte bemerkte ich das ich die Fotoschraube zur Befestigung vergessen hatte. Glücklicherweise, viel mir dein Bericht mit dem "Bohnensack" wieder ein. Hatte zwar keinen Sack Bohnen mit im Auto, dafür eine dicke Decke. Also Kamera auf die Decke gelegt, ein bisschen mit der Hand gegen das Umfallen gesichert und los ging es, denke mit dem 50mm Objektiv sollte es kein Problem geben.
Die Jupiterbilder waren sozusagen die ersten Testaufnahmen, war eigentlich auch recht zufrieden. Die Möglichkeiten sind doch vielfältiger als mit der bisherigen Knipse. Leider zieht sich Jupiter doch schon langsam wieder zurück, Venus ist noch ziemlich klein und der Mars braucht noch ein bissel.
Das mit dem M51 Projekt gefällt mir, meinen Segen zur permaneten Einstellung hast du. Freud mich sehr und vielleicht folgen weitere Projekte.
So langsam werde ich müde, bei dem Gewitter gestern bin ich erst gegen 3:30 schlafen gegangen und so gegen 8 Uhr wieder aufgestanden.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
23.06.2005, 19:07
Oh nein, jetzt habe ich auch mal wieder im Affekt den Browser geschlossen, während ich geantwortet habe :mad: .

Hier nochmal die Kurzfassung:

-"Die Rollende Werkbank", das finde ich toll ;) .
-Gewitter: habe Taggewitter mit Blende 4 - 8 auf einem 100 er bei ca. 10 - 30 Sekunden aufgenommen, die bilder sahen eben auch aus, wie am Tag gemacht. Demnach müssten Deine vielleicht auch nach "Nacht" aussehen. Schön, das der große Geist des Bohnensackes über Dir wacht und Dir eine Decke zur errettung schickte :D .
-Planetensichtbarkeit: von Uranus und Neptun habe ich nur einmal kurz, als ich mit der Astronomie angefangen habe, einen sehen können, welchen weiß ich nicht mehr. Merkur habe ich bis jetzt nichtmal mit dem bloßen Auge gesehen :( .
-Teamwork: Hatte gehofft, dass Du soetwas sagst :-) würde auch gerne weitere solche Projekte machen. Habe eigentlich auch schon noch andere Deiner Bilder probiert, die Ergebnisse waren aber irgendwie nicht so toll (es gibt bei dieser Technik zwar eine sehr große Toleranz, aber die Fotos waren wohl doch zu unterschiedlich)...den Rosettennebel hätte ich noch und M81/82, falls es Dich doch interessiert.
Wie soll ich Dich auf der HP nennen? "Udo_S" oder "ein Kollege" oder wie???
Wäre auch nett, wenn Du mir einen unkomprimierten M51 schicken könntest, dann wäre es perfekt. Kannst Du mir auch nochmal das verwendete Filmmaterial sagen und die Wetterbedingungen bzw. evtl. Problemchen bei der Belichtung (nur ganz grob, um den Stil meiner Tabellen zu wahren)?
Habe das Teamwork-M51-Bild schon auf der Homepage, wollte Dich nicht zu lange warten lassen ;-)
Bei "Biography" habe ich jetzt auch den ersten Anfang gemacht...irgendwie lässt sich der HP-Ladebildschirm nicht aktualisieren, also falls das Laden bei Dir überhaupt so lange dauren sollte, dass Du darauf was erkennen kannst: das Aktualisierungsdatum stimmt schon lange nicht mehr.

So, hoffe ich habe jetzt nix vergessen.

Beste Grüße und bis dann,
Hector42

Udo_S
24.06.2005, 00:57
Hi Hector
Ähm, hüstel, ähm, ich sehe auf deiner HP nur den einen M 51, oder ist das schon unser Projektbild? Dann entschuldige das mir der Unterschied nicht sofort auffällt :o Und bitte sag nicht es liegt an meinem (meiner Freundin) Laptop, hatte nämlich diese Woche schon einen Reinfall mit dem Teil. Wollte mich auf einen Bastler Forum anmelden, hat leider nicht gefunzt. Der Moderator da hat sich wirklich die allergrößte Mühe gegeben und es folgte ein mehrstündiger Supporttelegrammaustausch, hat alles nix genützt. Hab von solchen Dingen wirklich fast Null Ahnung. Computer sind für mich Mittel zum Zweck, mehr nicht. Aber ich will nicht abschweifen.
Tja, der Name, hm fällt mir auch nix ein, schreib doch einfach & Co.
Für das unkomprimierte Bild müsste ich noch mal den Scanner rausholen. Sollte aber kein Problem sein, wie soll ich es behandeln, einfach scannen und gut? Welches Format wäre dir recht? Naja das können wir auch über Private Nachrichten austauschen.
Oh den Merkur solltest du dir jetzt am Wochenende nicht entgehen lassen. Steht sehr nah an der Venus die größte Annäherung ist am 27.6. da sind die zwei glaub ich im Bogenminutenbereich zusammen, sollte ein hübsches Foto geben.
Uranus und Neptun, werden wohl zu mickrig sein um sie mit der Digiknipse flächig darzustellen. Versuchen könnte man es mal. Wäre aber auch mal ein interessantes Projekt ihre Bewegung im Sternfeld aufzunehmen.
So mir zieht es die Augen zu.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
26.06.2005, 02:33
[zurück im Forum:]

Hi Udo!

Toll, dass Dir das Bild gefällt :D .
Klar, M16/17 würde ich eigentlich gerne machen, die stehen bei mir nur so schlecht, dass ich erst auf einer Reise einmal einen Blick darauf werfen konnte. Die sollten aber sehr lohnend sein, wenn man sie möglichst bei ihrer Kulmination ablichtet (würde also langsam Zeit werden). Naja, jedenfalls solltest Du bei mir nicht damit rechnen, dass ich von denen bald Bilder rüberwachsen lasse, so leid es mir tut. Die beiden Nebel wären auch ganz prächtige Objekte für Schmalband-Falschfarben-Aufnahmen, nur fehlen mir zusätzlich noch die passenden Filter.
Bei mir heißt es alle Jahre wieder: der Schwan. Die Übersichtsaufnahme sollte ja bald möglich sein, mein Interesse gilt diesmal mehr dem Zirrusnebel, denn dem Nordamerikanebel, sowie den Nebeln um Gamma Cygni oder meinetwegen etwaigen anderen interessanten Nebelfetzchen, die auf der Übersichtaufnahme nett dreinschauen.
Will auch Übersichten von Cepheus und Cassiopeia machen und nachdem ich mir jetzt nochmal alles kurz im Computer angeschaut habe würden mich konkret noch NGC6946 und IC1396 interessieren, unkonkret dann vielleicht noch irgendwelche Reflexionsnebel in Cassiopeia.
Nochmal zurück in die andere Richtung: M27 wollte ich auch schon lange mal probieren...
Und der Helixnebel: bin genauso scharf drauf, wie auf M16 und M17 (und auch M8 und M20!) aber genauso bietet sich mir hier wieder das Problem der "elenden Horizontnähe" :( . Hach ich dreh' noch durch :mad: .

Soweit meine "Planung", bis demnächst,
Hector42

Udo_S
08.07.2005, 01:21
Hi Hector
Mal wieder ein Lebenszeichen meinerseits.
Zur Planung, naja ich würde vorschlagen jeder macht seine Bilder und am Schluss schauen wir mal was passt. ;)
Leider war bei mir in letzter Zeit astronomisch gesehen nicht viel los, gestern wollte ich mal die Sonnen im Weisslicht aufnehmen aber ein leerer Akku wusste dies zu verhindern. Hab ich halt ne Zeichnung gemacht.
Seit ein paar Tagen bin ich am grübeln, ob ich meine Dias nicht selbst entwickeln sollte. Der Vorteil wäre nicht immer warten zu müssen bis der ganze Film voll ist. Diverse Entwicklungtechnik wird ja zur Zeit wegen digitaler Umstellung regelrecht verramscht. Mal sehen ob was für mich dabei ist.
Nun wäre ja auch der Umstieg auf Digital eine Alternative aber folgende Überlegung lässt mich noch zögern.
Hab nämlich durch mein Schmidt-Newton noch sogut wie keine fokalen Aufnahmen gemacht. Andererseits hab ich auch schon von bösen Reflexionen lesen müssen, welche die Schmidtplatte verursacht. Würde ich jetzt digital Einsteigen und feststellen das Reflexionen auftreten, hätte ich mir für teuer Geld eine Kamera umsonst gekauft, bzw. müsste ich mich nach einem anderen Teleskopsystem umsehen, kostet auch. Wenn ich aber weiter analog arbeite, kann ich ja weiterhin meine Teleobjektive nutzen, sollten Probleme auftreten und ein eventuell astrografisches geeignertes System nach und nach zusammen tragen.
Hab mir jedenfalls vorgenommen, wenn Umstellung auf Digital, dann nur wenn sonst alles passt.
Was das Entwickeln von Diafilmen angeht bin ich allerdings so ein richtiges Greenhorn. Aber du machst das ja auch, vielleicht kannst du ja ein paar Tips geben. Ich höre mich zur Zeit halt um und wäge ab. Interessieren würde es mich aber schon.
Bis Bald
Udo S

Hector42
08.07.2005, 03:29
Hi Udo!

Jo, machen wir das so.

Wollte letztens mal eine H-alpha-Schwanenübersicht machen, ist aber leider immernoch nicht möglich, da das halbe Sternbild von einem Baum verdeckt und erst gegen 2 - 3 Uhr wieder Freigegeben wird. Dauert wohl noch ein wenig, bis ich astrofotographisch wieder tätig werde :( .
Naja und da ich hier keine Arbeit finde weite ich mein Einzugsgebiet etwas aus, was bedeuten könnte, dass ich bald nach Hamburg oder so ziehe - öh, ich zerbreche mir schon den Kopf darüber, wie ich die Astronomie dann überhaupt noch ausleben könnte. Das muss irgendwie gehen!

Tja, wenn es da so heftige Reflexe geben kann...aber ehrlich gesagt wüsste ich nicht woher, ich meine, wenn von hinten kein Licht einfällt sehe ich keinen Grund wieso da Reflexe sein sollten. Um sicher zu gehen könntest Du mal irgendwie provisorisch ein Bild mit einer SLR machen und wenn dort nix zu sehen ist ist alles in Ordnung. Die Astro-Chips sind sowieso auch viel kleiner, als das Kleinbildformat oder hattest Du an eine Digitale Canon-SLR gedacht?
Noch was: Ich weiß nicht, wie das bei anderen Firmen ist, aber sämtliche SBIG's sind über entsprechende Adapter ganz einfach an Objektive anzuschließen.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht auswendig weiß, ob ein Schmidt-Newton einen parabolischen oder einen sphärischen Hauptspiegel besitzt. Falls ersteres zutrifft, ersetze doch einfach die Schmidtplatte durch eine Fangspiegelspinne. Das sollte nicht so unglaublich teuer sein...aber ich hatte ja noch nie mit so einem System zu tun...

Was die Selbstentwicklung angeht gebe ich Dir natürlich gerne Tips. Farbentwicklung habe ich selber noch nie gemacht, vom Prinzip her ist das aber nur eine drei-sofort-hintereinander-s/w-Entwicklung und eine s/w-Entwicklung würde ich persönlich als "kinderleicht" bezeichnen. Bei Filmmaterial könnte es auch eine drei-auf-einmal-s/w-Entwicklung sein, dann würde es auf das Gleiche hinaus laufen wie eine einfache, wäre also wirklich Kinderleicht. Es geht halt nur darum ein paar Chemikalien zusammenzumixen, den Film im Dunkeln auf eine Rolle aufzuspulen (könnte anfangs kniffelig sein), ab in den Filmtank und ab da ist wieder Licht angesagt. Nun muss man nur noch bestimmte Chemikalien für bestimmte Zeiten in den Entwicklungstank gießen (und wieder zurück). Naja, die Zeiten richten sich nach der Temperatur, es existieren aber schon ein paar Tabellenwerte um sich danach zu richten. Also alles Kinderleicht :D (klar kann man noch in sDetail gehen und rumtrixen).

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
09.07.2005, 00:29
Hi Hector
Nur mal auf die Schnelle.
Der Hauptspiegel des SN ist sphärisch, also nix zum dranrumbasteln.
Die Reflexe hatte ich schon mal irgend wo auf Bildern gesehen, hoffe sehr das ich davon verschont bleibe.
Sollte ich jemals den Schritt in Richtung digital wagen, würde es wohl auf eine Canon DSLR hinauslaufen. Ich verstehe zwar auch deine Begeisterung für
SBIG's aber realistischerweise ist sowas für mich nicht drin.
Das Diaentwicklen bezieht sich zur Zeit darauf verschiedene Angebote bei ebay im Auge zu behalten, außerdem wollte ich demnächst bei einem alteingesessenen Fotohändler in der Nähe vorstellig werden, vielleicht kann der mir auch etwas helfen.
Ferner hab ich die Frage auch in einem anderen Forum in den Raum gestellt und bekomme da auch wertvolle Hinweise.
Apropo anderes Forum hier http://www.ds-src.de/4images/data/media/6/Astrostuhl2.jpg
kannst Du meinen inzwischen fertiggestellten Astrostuhl sehen.
Nix besonderes, aber nach ersten Test als sehr praktisch empfunden.
Viel Glück übrigens für die Jobsuche. Ist ja leider zur Zeit nicht gerade einfach.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
09.07.2005, 19:31
Hi Udo!

Also die SBIG's habe ich nur aufgeführt, weil ich die schon ein bisschen kenne und etwas dazu sagen kann. Dass die finanziell etwas anspruchsvoller sind ist klar. Es gibt auch wesentlich preiswertere Astro-CCD's, die eine gute Bildqualität haben sollten, deren Chipfläche ist dann aber wirklich winzig (einige Quadratmillimeter), ich beziehe mich da auf etwas, was ich mal irgendwo im Netz für 250 - 400 € gesehen habe. Eine Canon DSLR ist sicher auch eine gute wahl. Allerdings muss Dir klar sein, dass das Kleinbildformat nicht zu 100 % ausgeleuchtet wird. KB-Diagonale sind ca. 43 mm, mein System (8 ", f/4, d(Fangspiegel) = 63 mm) leuchtet gerade einmal einen 20 mm durchmessenden Kreis zu 100 % aus. Bei 43 mm sollten es etwa 80 % sein. Es gibt Formlen und Freewareprogramme ("MyNewton") um das zu ermitteln...oder man schaut sich halt sein Foto an. Dein System dürfte schon etwas mehr ausleuchten. Der Chip einer Canon DSLR sollte auch etwas kleiner sein, als KB-Format.

Der Stuhl sieht wirklich sehr praktisch aus, hab' ihn mir zuerst ganz anders vorgestellt. Sind das "Zuberhörtanks" zu beiden Seiten? Genial, dann hat man ja alles gleich am Start, egal wie hoch man sitzt. Ich stelle mich immer auf eine ähnlich geformte Leiter, die Stativablage ist dann ohne Abstieg schwer erreichbar.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
09.07.2005, 21:15
Hi Hector
Du kannst deine Vorliebe für SBIG vor mir nicht verheimlichen. :D
Nee schon klar. Ehrlich gesagt hab ich mich mit den digitalen Alternativen auch noch nicht weiter beschäftigt. Von den Canon's hab ich schon ne' Menge guter Bilder gesehen, außerdem sind sie ja unter Astrografen weit verbreitet, es ist also eine Menge Hilfe zu erwarten, wenn man mal Fragen hat. Budgetmäßig ist aber sowas in nächster Zeit nicht drin und analog macht mir halt auch Spass.
Ja seitlich am Sitz hab ich mir noch ein paar Ablagen drangebastelt. Allerdings wieder mal frei nach "Fensterkreuz mal Lichtblitz" so passt das 7,5mm Speers Waler nicht rein. :( Wenn ich mal wieder ein bissel Langeweile hab werd ich die Ablagen noch größer gestalten. Praktisch sind sie allemal.
Noch ein paar technische Daten. Sitzhöhe von 25- 100cm verstellbar. Die großen Höhen wurden gewählt, weil durch die EQ6 der 0AZ doch schon reichlich nach Oben gewandert ist und auf Zehenspitzen lässt es sich auch nicht gut beobachten. Holz ist sib. Lärche, extrem Witterungsbeständig, durch hohen Harzanteil.
Sprossen sind gezapft und eingeleimt plus Schraube zur Sicherheit.
Ist ein Dreibein wegen Kippeln, ich finde nichts ist beim visuellen Nachführen unangenehmer als ein Stuhl der wackelt.
Ansonsten nix besonderes.
Astronomisch leider nichts neues. Nächste Woche soll es ja schön werden, dafür hab ich dann auch wieder Frühschicht, und der Mond ist auch wieder da.
CS Udo S

Hector42
10.07.2005, 22:49
Hi Udo!

Klar, hehe, total verliebt :D !

Ja, die Canons scheinen es richtig drauf zu haben, ich habe keine Informationen darüber, wie diese Bilder bearbeitet sind (ob Darkframes oder Flatfields verwendet wurden - beides ist für ein optimales Digibild eigentlich unerlässlich), aber kein Bild von denen, die ich je gesehen habe war schlechter als "OK", dass sagt schon einiges aus, da ich auch hart bewerte (wenn ich SBIGs liebe :D ). Darum sind sie auch so weit verbreitet, ich glaube es sind die einzigen DSLRs mit denen ein Astrofotograph ernsthaft etwas anfangen kann.
Jo, eigentlich finde ich es ein bisschen schade, dass digital einfach besser ist. Analog macht spass und in digitalen Zeiten hat es für mich einen gewissen Coolnessfaktor.

So klein sehen die Ablagen garnicht aus, muss ja ein Weitwinkelokularmonster sein, was du da hast. Ich finde mein 2 " 26 mm GSO (-Kellner?) schon nicht gerade klein. So eines wie dieses 7,5 mm Speers Waler vermutlich ist, habe ich noch nie in natura gesehen.
In der Tat, meine Zehenspitzen habe ich auch schon an der EQ-6 trainiert :) .
Eine Sitzhöhe von 25 cm wäre bei einigen meiner Langzeitaufnahmen auch nicht schlecht gewesen. Also wenn man seine Drei-Stunden-Aufnahme nicht mit der perfekten Sitzposition beginnt findete man sich später buchstäblich am Boden wieder.
Ach, diese "Leiter" hast Du auch selber gemacht?! Saubere Arbeit! Also diese lustige Lärche kann man unbehandelt in den Regen stellen oder wie?

Ist doch gut, wenn Mond und Frühschicht gleichzeitig auftreten :) .

Tja, eigentlich habe ich auch nichts astronomisch neues zu Schreiben. Vielleicht beende ich mal die Arbeit an der Filz-Streulichtabschirmung...

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
11.07.2005, 22:05
Hi Hector
Ja, ja über das Thema analog vs. digital hab ich in letzter Zeit schon einige heisse Diskussionen mit verfolgt. Meine Meinung zum dazu ist mittlerweile, jeder wie er mag. Jeder hat ja nun seine Vorstellungen was er so erreichen möchte und mit welcher Technik er dies tun will.
Und was für dich der Coolnessfaktor ist bei mir der Stirnrunzel, Fragezeichen um die Stirntanzfaktor.
Kannste glauben das, das 7,5mm Speers ein Monster ist. War bis dahin auch nur meine Superplössl's gewöhnt. Als ich es zum ersten Mal gesehen hab war ich auch erstmal baff. Schätzungsweise 20cm lang und 5 cm Durchmesser.
Der ganze Astrostuhl ist selfmade. Die sibirische Lärche, naja Lärche wird häufig für Aussenverkleidungen verwendet und diese Hölzer die zum Einsatz kamen werden eigentlich zum Bau von Terassen verwendet. Mit Lasur hab ich es aber trotzdem gestrichen.
Übrigens Bastelzeit. Animiert durch einen Artikel in einem anderen Forum, hab ich heute aus heiterem Himmel angefangen mir eine Getriebeuntersetzung für den OAZ zu basteln. Ging alles reichlich chaotisch zu, aber bis jetzt ist alles noch im grünen Bereich. Es kamen die alten orginal Getriebe der EQ6 und Teile der Conradmotoren zum Einsatz. Momentane Probleme sind noch die Verbindung Getriebe zur Welle des OAZ und die allgemeine Befestigung. Dazu hab ich heute einen Kumpel (Metalbauer) konsultiert. Der fertigt mir die restlichen Teile. Danach sollte ein absolut feinfühliges Fokussieren möglich werden. Denke gerade dieses wird bei fotografischen Aufnahmen von Nutzen sein.
Wenn es fertig ist wird es wohl auch ein Bild geben.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
13.07.2005, 18:17
Hi Udo,

die Lichtschutzbespannung ist nun etwas verbessert, jetzt lässt sie sich mit Druckknöpfen dierekt am Tubus befestigen.
Habe den genauen Foto-Standort im Garten ein bisschen variiert, nun geht doch das ein oder andere Foto. M27 ist im Kasten, allerdings gab es beim ersten Anlauf das erste ernsthafte Dunkelkammermissgeschick meiner Laufbahn:
So bekam ich einen Schock, als ich den Entwickler in den Filmtank füllte, das war nämlich eine ziehmlich unnatürlich braune Plörre, blieb nur noch die vergebliche Hoffnung auf den guten Ausgang. Naja wenigstens für eine Qualitätseinschätzung hatte die totale "Unterentwicklung" gereicht. Die Flasche für die Entwicklerlösung hatte ich nur halbvoll gemacht zusammen mit den in letzter Zeit hohen Temperaturen macht der Entwickler mit dem Sauerstoff leider das gleiche wie mit den Silberverbindungen der Filmschicht - er reduziert ihn und wird dabei selbst verbraucht. Tja, nächstes mal also voher einen Blick hineinwerfen...und die Flasche fast ganz voll machen.
Das zweite M27-Bild ist schon viel besser geworden, hab' mir 75 min gegönnt - in h-alpha natürlich - aber irgendetwas am Teleskop ist da nicht ganz steif, vermutlich der Plastikokularauszug vom Leitrohr oder das Plastikzenithprisma :rolleyes: . Die Dekonvolution funktioniert bei diesem Bild glücklicherweise beinahe Bilderbuchmäßig und korregiert das Ganze. Die Strukturierung des Nebels profitiert davon auch sehr. Musst Du unbedingt sehen :D (ich glaube ich maile Dir mal das vorher-nacher-Paar). Heute will ich noch eines machen, um das Rauschen zu verbessern. Vielleicht lasse ich auch mal das Zenithprisma beim Leitrohr weg oder so.
Bei der Cepheus-Übersicht ist leider auch irgendetwas passiert, muss mitten in der Aufnahme aus Versehen die Schärfe verstellt haben. Aber bei 40 min und f/1.8 sah man auch so, dass das Sternbild voller Nebel steckt. Da kommt echt einiges drauf.

Hu, ich glaube M27 als Dreifarbkomposit mit noch zwei anderen Schmalbandfilten käme echt cool! Das wird wohl erst nächstes Jahr was :( .
Sag' mal, ist das normal, dass einen beim Beobachten im Sommer lauter Viechzeugs angreift? Nach dem Aufbau musste ich 3 kleine Naktschnecken vom Leitrohr pusten, die vierte hat sich später von der Spiegelzelle aus abgeseilt - wozu haben Schnecken diese Fähigkeit??? Danach wurde ich bis Mitternacht von vielen Mücken und Schnaken attackiert...dann war's plötzlich still, d.h. bis auf ein unheimliches periodisches Grollen, welches ich nicht identifizieren kann. Hörte sich an, alsob in zig Kilomertern Entfernung gigantische Metallobelisken auf einen Megaamboss stoßen würden. Man konnte hören, wie der Schall über das Land rollte, ähnlich dem Donner eines Gewitters. Hast Du eine Ahnung, was das gewesen sein könnte? Wir haben in der Nähe eine Hütte, vielleicht hat es was damit zu tun. Unheimlich :eek: !

Hä? Hö? "Fragezeichen um die Stirntanzfaktor"? Du meinst Du hast keine Ahnung vom Entwickeln oder wie? Wie gesagt, wenn man ein paar Dinge beachtet ist's ganz einfach (nicht so, wie ich oben ;-) ). Stehe immer zur Verfügung ;-) .

Ja und wieder eine Spontanbastelaktion: Getriebeuntersetzung. Ganz nach meinem Geschmack ;-) . Das Spiel bei meinem OAZ habe ich zwar schon herabgebastelt, aber ich glaube soetwas würde mir trotzdem nicht viel nutzen. Müsste schon ein Crayford sein, damit ich mir die Mühe mache.

Hast Du die Hi-Res-Versionen der Blitzbilder schon gelöscht? Würde mir sehr gerne "Super-Cooles-Blitz-Bild No. 12" an die Wand hängen, wenn ich darf (oh, oder vielleicht auch noch 9, habe gerade eine künstlerische Idee die zu einer Art Komposit zu verarbeiten)?

Viele Grüße und bis denn dann...
Hector42

Udo_S
13.07.2005, 20:47
Hi Hector
He, du konntest Bilder machen, Gratulation. Bei mir läuft dahingehend zur Zeit nix zusammen. Hatte in den letzten Tagen auch vor den zunehmenden Mond abzulichten, der Wetterbericht war ja nicht schlecht aber der Himmel hängt allabendlich mit mehr oder weniger dichten Cirren voll. Naja noch sind ist keine "Fotozeit".
Allerdings würden mich die M27 Bilder schon interessieren.
Ach, ja der Coolnessfaktor, ups ich glaub da hab ich mich verlesen, ich dachte du meinst die Digifraktion. Die machen zwar auch coole Bilder aber wenn ich mir so durchlese mit welchen Bearbeitungsschritten daran gebastelt wurde, addiert, gestackt, gemittel, Darks und Flats, USM, schärfen, Summenbilder, Farbkanäle, Rauschfilter, Gradationskurven, Farbbalance, Hintergrund, Tiff, Fits usw.
und ich dann vor dem Computer sitze, dann tanzen sie die Fragezeichen.

Fliegzeuch im Sommer, ja da muss man durch. Hab eigentlich auch im Sommer immer lange Klamotten an den Rest macht Autan. Aber stören tut es mich eigentlich nicht. Ist auch manchmal recht interessant was des Nächtens noch so unterwegs ist. Einmal stand ein Fuchs recht nah bei mir, Igel, Marder, Fledermäuse und weiterweg hört man die Rehe oder Wildschweine. Auch verschieden Vogelarten trällern mitten in der Nacht. Etwas komisch wird es mir nur wenn es in unmittelbare Nähe raschelt :D Den Höhepunkt erlebte ich als meine Mieze sich unbemerkt angeschlichen hatte und ich mit dem Auge am Okular in den Koffer griff um mir ein anderes herauszuangeln, da hat sie zugepackt und sich die Hand geschnappt. Ich glaube das waren mindest. 5 Jahre Lebenszeit.
Ist schon Wahnsinn was mal alles noch hören kann wenn es absolut still ist. Das Grollen werden wohl irgend welche Baustellen gewesen sein.
:o Die Dias müsste ich noch mal scannen, da ich es damals in aller Eiligkeit gemacht habe. Hoffe du hast damit Zeit. Hab mir auch schon überlegt mir davon Poster machen zu lassen. Wären ja mal ungewöhnlichere Geburtstags-oder Weihnachtsgeschenke.
Der Selbsbau hängt zur Zeit an "meinem" Metallbauer, der ist leider auch immer vielbeschäftigt. Hoffe es wird aber noch vor August-September. Die Prismenschienenhalterungen lassen auch noch auf sich warten, Lieferschwierigkeiten meinte der Händler.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
13.07.2005, 22:50
Hi Udo!

Ja, bin extra nicht zu meiner Freundin gefahren, um den Mond und das Wetter auszunutzen. Nächsten Monat mache ich mich vielleicht an den Zirrusnebel und dieses Krams, leider kann ich nicht länger als 90 min Belichten. Es gibt da noch einen Nebel, im Okular sieht er ganz nett aus, aber die mir Bekannte Größenangaben schwanken zwischen 2,3 ' und 0,4 ' :confused: , die Rede ist von NGC6826 "Blinking Planetary Nebula" oder so. Vielleicht probiere ich den auch mal.

Zu der Digi-Ausdrucks-Verwirrung: Ist eigentlich alles im Grunde ganz verständlich. Verwirrung entsteht hier etwas durch die vielen Synonyme usw., ich meine "Stacken" ist sozusagen der Astro-Slang-Oberbegriff für die verschiedenen arithmetischen Operationen, die man bei mehreren Bildern durchführen kann. Darunter fällt schon einiges von Dir genannte, alles prinzipiell das gleiche: addieren (ergeben dann eben die Summenbilder), subtrahieren, mitteln, usw.. Darks und Flats sind Korrekturbilder, das eine muss man vom Grundbild subtrahieren und durch das andere muss geteilt werden (dafür gibt es eine ganz logische Erklärung, die in den Fehlern eines CCDs zu finden ist), also sind wir immernoch bei den billigen Rechenoperatoren.
Schärfen und Rauschfilter gehören zu einer anderen Kategorie.
Das arbeiten mit Kanälen ist eine weitere, was dabei herauskommt hast Du ja schon gesehen. Hat übrigens kaum Arbeit gemacht...2 min oder so, wenn man das bisschen Theorie dahinter kennt ist es echt billig.
Gradationskurven, Farbbalance und Hintergrund lassen sich auch in eine Kategorie zusammenfassen, wobei die ersten beiden Ausdrücke teilweise das gleiche meinen, und der dritte ja das Objekt der Bearbeitung selbst ist.
Tiff unf Fits sind nur zwei Bildformate.
Dieses ganze Krimskrams mache ich auch mit den analogen Bildern, nur Darks und Flats machen da keinen Sinn. USM kenn ich nicht.
Möchtest Du die Fragezeichen gelüftet haben, dann gebe ich Dir sozusagen einen Online-Bildbearbeitungskurs (würde ja auch prächtig zum Thema passen)?

Mich hat das schon etwas gestört, als ich am Leitrohr Saß und mir eine Mücke vehementauf der Pupille landen wollte...
Wir haben auch Zecken im Garten, wenn man still vorm Leitrohr sitzt machen die wohl nix, aber nachdem Anziehen eines Hemdes, dass ich mal neben dem Teleskop liegen hatte, bekam ich dann tolle rosa Bakterienringe um die Zeckenbissstellen - 2 Stück. Phu, ich will keine Borelliose aus unserem Garten! Naja, zwei Tage Antibiotikum haben schon ausgereicht. Mit Igeln habe ich hier fast jede Astronacht zu tun, ist ein Kleiner Park nebenan. Die lärmen schon ziehmlich, wenn beim Zaununtertunneln die Stachel am Holz schaben. Schnüffel tun die auch ganz laut und wenn die "Balzen" ist die Hölle los. Das erste Mal dachte ich da wär ein Hund im Garten, obwohl ich im Haus war! Und Spitzmäuse! Mann machen die einen Lärm, wenn die sich Zanken, dabei sind sie doch soooo klein! Die kreischen geradezu wie am Spieß. Hast du schonmal eine Spitzmauskarawane gesehen? Ich war voller Verzückung, als ich in einem Bio-Buch eine Karawane nach dem Motto "Schwanz des Vordemanns in den Mund" sah. Süüüß! Monsterlibellen und Fledermäuse lassen sich auch regelmäßig blicken. Komm' mir vor wie im Zoo.
Nächtliche Vögle gibt's hier wohl nicht, der erste fing so gegen halb vier an.
Irgenwie habe ich das Gefühl, dass Deine Katze etwas agressiv ist...ich sehe Katzen glücklicherweise immer nur weglaufen. He, aber einmal habe ich mich auch tierisch vor einer erschreckt: Ferien nahe Bad Reichenhall auf dem Hof, die Katze wollte bestimmt mal schauen, was ich nachts auf diesem riesen Feld machte. Schon als ich sie nur bemerkte blieb mein Herz stehen und ich fand mich ganz plötzlich 2 Meter weiter von ihr entfernt vor. Dann hat auch sie Angst bekommen.

Absolut Still?! Also nicht bei mir. Hier gibt es auch nachts öfter mal Autos, wirr brabbelnde Passanten, naja, und das geräuschvolle Getier. Das Grollen war auch garnicht so leise. Ich entdeckte es während ich Musik mit Köpfhörern hörte! Auch weil es eben von der Freqenz her sehr durchdringend war.

Mach Dir mit dem Scannen mal keinen Stress, das passt schon.

Hab' nur noch Material für ein TP hyp. Foto, anfang nächsten Monats bestell ich dann gleich 5 oder 6 oder so, hoffentlich hält der Laden sein Versprechen und hat die noch. Das muss dann bis zur SBIG reichen...was es vermutlich nicht tut, aber viel mehr Kapaziät habe ich nicht.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
14.07.2005, 18:35
Hi Hector
Hm der Blinkende....Nebel. Meine Angaben liegen auch so bei 0,4' ganz schön winzig. Dürfte nicht einfach sein den Abzulichten.
Hab auch langsam mit der Objektplanung angefangen das meiste kennst du ja schon M8,11,16,17,20, Cirrusnebel, NGC7000 mal wieder, verschiedene offene Haufen. Erstmal alles mit der Russentonne und dem 300mm Objektiv, wenn das restliche Zubehör da ist werd ich auch mal fokal die 1000 mm Brennweite des Schmidt-Newtons testen.
Hab heute mal den Traditionsfotoladen aufgesucht, leider war der Diaexperte gerade außer Haus. Allerdings hat mir die anwesende Verkäuferin seine Visitenkarte überreicht und mir auch bestätigt das sie alle Chemikalien und Zubehörteile mir verkaufen könnten. Wenn ich wieder mal Zeit hab, werde ich noch mal hingehen.
Bildbearbeitung: Du kannst sicher sein das ich dazu schon etliche Internetseiten durchstöbert hab. Im Prinzip ist mir auch einiges klar. Allerdings, wenn es konkret wird dann tanzen sie die Fragezeichen. Glaub mir fehlen da ein paar elementare Grundkenntnisse. Irgend wie hab ich auch nicht die Muse mich da grundlegend damit zu beschäftigen. Geholfen wäre mir wenn ich bei jemanden zuschauen könnte. Vielleicht finde ich ja jemanden hier in der Region der einen Crashkurs für Dummies durchführen würde.
USM damit meinte ich die UnScharfe Maskierung.
He meine Katze ist nicht aggressiv, höchstens verspielt. Sie ist übrigens öfters beim Beobachten mit dabei und eigentlich gibt es dann immer was zu lachen. Auch wenn es nicht immer Spass macht im Dunkeln nach irgend welchen Staubschutzkappen zu suchen, mit denen sie am liebsten spielt. Auch wenn ich nicht an Seelenwanderung glaube, kommt es mir manchmal vor sie war früher ein Mensch. Sie hat schon ein paarmal mit durchs Okular schauen wollen und ich hab sie schon öfters beobachtet wie sie da saß und mit zum Sternenhimmel aufschaute, das ist doch nicht normal für eine Katze. ;)
:eek: Zeckenbisse, bisher hatte ich mit sowas immer Glück. Auch weil lange Klamotten bei mir absolute Pflicht sind, bei Naturwandern oder beim Beobachten.
Ansonsten ist es schön das du auch so tolle Naturwunder erleben darfst, ne Mäusekarawane, das hätte ich mir auch gerne angeschaut.
Wegen der Filme hab ich neulich den Tip bekommen mal bei www.nordfoto.de nach zuschauen, kannste ja auch mal probieren.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
14.07.2005, 20:46
Hi Udo,

hast Du eigentlich die Mails vom 3. (Gewitterbilder) und vom 13. (M27) erhalten? Ich meine, nicht dass Du zu allem etwas sagen müsstest, aber kann ja sein, dass Du sie garnicht bekommen hast...[Nachtrag: Oh, just kam die passende Mail von Dir, das mit den zermatschten Sternen liegt übrigens daran, dass der Film eben doch nicht ganz linear belichtet und dass überbelichtete Stellen bei der Dekonvolution fehlinterpretiert werden]

Das M27-Blid von letzter Nacht habe ich mit dem davor verrechnet. Das jüngere ist viel besser nachgeführt, wenn auch nicht perfekt (leichtes Doppelbild), hat die Qualität des Komposits ziehmlich nach oben getrieben. Ich denke wenn heute nochmal gutes Wetter ist werde ich den letzten Filmstreifen dafür aufwenden noch eines zum Verrechnen zu machen. Langsam gefällt mir der Nebel, vorher habe ich ihn eigentlich nicht gemocht. Das Komposit habe ich Dir auch nochmal geschickt, damit Du aus erster Hand siehst, was passiert, wenn man Bilder mittelt (und dann noch dekonvolutioniert) ;) .

Also vor dem gestrigen Fotoshooting habe ich auch nochmal einen Blick auf diesen Blinkenden Nebel geworfen und es scheinen wirklich eher 0,4 ' zu sein, denke das lohnt nicht.
Zirrusnebel und NGC7000, da könnten wieder ein paar "Teamworks" drin sein. Für das M51 und alle Zukünftigen "Teamworks" gilt: wenn ich die Endversionen fertig habe schicke ich sie Dir natürlich in der bestmöglichen Qualität, sind ja auch Deine Bilder ;) .
Viel Auswahl was Objektive angeht habe ich leider nicht, mein Schatz (der h-alpha-Filter) passt an kaum eines. Schade eigentlich, das D = 80 mm, f = 300 mm Apo vom alten Herrn wäre sicherlich ein Knaller wenn 747 mm Brennweite mal zuviel sind. Du hast nicht etwa Lust, nur rein und absolut zufälligerweise, Dein Schmidt-Newton auch an M27 auszuprobieren?!?

Danke für den Tip mit dem Laden, aber ich denke der von mir präferierte ist dafür besser geeignet: www.astrofilm.de (http://www.astrofilm.de), kann ich nur empfehlen. Da gibt es auch Deine Farbfilme, ebenfalls auch in hypersensibilisierter Version. Bei der Entwicklung ändert sich da nichts. Ich mache zu selten Farbbilder, da sich die gehyperten Filme nur recht kurz halten ist das erstmal nichts für mich, aber falls Du die Geschichte mit dem Selberentwickeln durchziehst würde ich mir das an Deiner Stelle mal überlegen.

Dong, ah, klar, die Unscharfe Maske, die ist mir wohlbekannt. Allerdings benutze ich sie praktisch nicht mehr. Die Dekonvolution übernimmt das und kann das vieeeeeel besser :D . Übrigens ist die USM ursprünglich eine Dunkelkammertechnik, auf den ersten Blick kaum zu glauben, aber man kann auch in der Dunkelkammer Bilder addieren, sogar subtrahieren (vielleicht auch multiplizieren und teilen?) und eben unscharfe Kopien mit ihnen combinieren (-> USM).

Ach, wollte die Katze mit Deiner Hand spielen? Ich dachte an reinbeißen oder absäbeln. Nach dem, was Du mir jetzt über sie erzählt hast scheint sie ja wirklich sehr cool zu sein. Von solch astronomischen allüren habe ich bei Katzen noch nie gehört :D . Bestimmte Jaguare futtern extra psychedelische Beeren, legen sich dann im Wald auf den Rücken und starren in das dann vermutlich noch mehr leuchtende Blätterdach. Aber das hat ja nichts mit Astronomie zu tun. Kann ich mir aber schon vorstellen, das (D)eine Katze sich vorsätzlich Sterne anschaut.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
15.07.2005, 19:24
Hi Hector
Denke mit den Mails hat sich geklärt.
Gefallen hat mir der M27 jedenfalls, vielleicht kannst du ja ihn mit auf deine HP packen, denke mal andere eventuelle Mitleser interessiert das auch. Was mich interessieren würde, wäre die Frage ob hier wirklich jemand mitliest, fast 3000 Views sprechen ja eigentlich dafür, aber Feedback hatten wir eigentlich keines.
Klar steht bei mir M27 mit auf dem Programm, hoffentlich auch mit dem 10", wenn endlich die Prismenhalter da wären.
Danke für den Film-Link. wenn meine Vorräte zu Ende gehen werde ich mir mal alles durchrechnen. Noch hab ich aber 9 Elitechrome und 1 Provia im Kühlschrank.
Heute sollen ja noch Gewitter aufziehen, mal sehen vielleicht klappt ja der Gewitterbildernachschub, momentan sieht es aber eher nicht so aus.
Über die Mieze könnte ich auch Romane schreiben, ist aber hier ein Astroforum. ;)
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
16.07.2005, 22:19
Hi Udo!

Klar packe ich den auf die Homepage. Das nächste Update ist schon in Arbeit, gibt aber einiges mehr zu tun als sonst (muss noch die ganzen Fehler von letztem Mal korregieren).
Hm, 3000 Views und kaum einer schreibt mal was...tja, ich weiß auch nicht...
Mich würde auch mal interessieren, wie viele Leute sich auf die Homepage verirrt haben, einen Zähler habe ich noch nicht, ist aber geplant.

Ich hoffe Du konntest einige Gewitterbilder oder etwas astronomisches machen. Schade, dass das mit Deinem Zubehör sich so in die Länge zieht, allerdings scheint das normal zu sein, lange Lieferzeiten, falsche oder keine Teile, etc. :rolleyes: . Zum Thema Wetterbilder: hier http://www.wetter.com/v2/?SID=&LANG=DE&LOC=1243&LOCFROM=0001 kann man seine Wetterbilder einschicken und dabei wöchentlich 100 € gewinnen. Ich werde mal etwas tiefer in meinem Negativberg graben, Du hast mit einem Deiner Gewitterbilder sicher sehr gute Chancen ;) .
Das dritte M27-Bild ist leider einen winzigen Hauch unschärfer, als das zweite, irgendwie sehen alle drei Bilder verrechnet zwar vielversprechender aus, als nur 1 und 2 verrechnet, aber bis jetzt habe ich noch nichts hinbekommen, was besser ist, als das 1 + 2 Komposit, was ich Dir geschickt habe. Das muss doch gehen...es sollte theoretisch besser sein und es sieht ja auch etwas besser aus, bevor man es schärft...ich gebe keine Ruhe, es muss einen Ausweg geben...
Juhuuu, Du willst Dich auch M27 widmen :D , jetzt wo mein geliebter TP hyp. erstmal fehlt, wollte ich den Elitechrome auch mal ausproieren, leider ist letzte Nacht etwas dazwischengekommen :( . M27 könnte damit klappen, NGC7000 und Zirrusnebel und do weiter sind ja sehr schwach, da mache ich mir viel Sorgen um die Lichtverschmutzung.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
17.07.2005, 09:58
Hi Hector
Danke für den Wettertip, hab mal einen Sonnenaufgang hingeschickt, da ein Gewitterbild schon letzte Woche gewonnen hat. :o
Wüsste aber schon wo ich die 100€ investieren würde. :D
Tja, Lichtverschmutzung könnte beim Elitechrome zum Problem werden. Bei mir (Grenzgröße 5,3mag) belichte ich bei f/4 max. 10 min. Allerdings ist es leichter einen hellen Hintergrund mit dem Computer wegzurechnen als was noch nicht vorhandenes hervor zuzaubern. Wenn NGC 7000 im Zenit seht, wollte ich ihn mal mit 15 min probieren.
So muss leider wieder weiter.
CS Udo S

Hector42
17.07.2005, 21:36
Hi Udo!

Stimmt, gleich noch ein Gewitter hinterher ist vielleicht nicht so gut, aber wenn man sich die anderen Bilder ansieht sind die sich teilweise auch etwas ähnlich. Ich hab' nen echt prächtigen Regenbogen dahingeschickt, den ich mal in Schweden aufgenommen habe, die alte Aufnahme war total zerkratzt aber der überraschenderweise doch recht intelligent arbeitende Staub und Kratzer Filter des Negativscanners hat das unglaublich gut hinbekommen. Hätte ich nicht gedacht. Hab' noch ein paar andere Bilder in Peto :D . Wir astronomischen Leute sind ja wohl auch häufiger dabei Wetter zu Fotografieren, das ist im Bezug auf das Fotogewinnspiel ja ganz gut. Zu dumm, dass ich das Mondhalo-Bild schon beseitigt habe...war aber auch nicht sooo prächtig. Vielleicht sehe ich ja Dein Bild bald bei www.wetter (http://www.wetter).com oder Du siehst meines, was wir mit 100 € anfangen würden wissen wir wohl beide in etwa ;) .

Habe noch nach mehr Fotogewinnspielen im Netz gesucht, bin aber nicht so sehr fündig geworden, das beste, was ich davon jetzt habe ist eine "Lust auf Fotos"-Phase. Mein Vater meint auch, dass man nur eine Entwicklerlösung braucht um einen Farbfilm zu entwickeln, ich glaube das überlege ich mir auch mal...

Das neuste M27 Komposit ist einen Tick besser als das alte, bis dahin mussten erstmal 4 Computer (insg. 6 GHz) ca. 24 Stunden lang rödeln (tja, Dekonvolution ist rechenaufwändig). War allerdings alles Rumprobiererei (Ich glaube das ist die Beste Methode: geordnetes Probieren, nach dem Motto "Erst mitteln, dann filten oder anersherum? Wann und mit welchem Algorithmus scharfrechnen?", es gibt kein Patentrezept bei der Bildbearbeitung, nur lediglich ein paar Reihenfolgen, die keinen Sinn ergeben.). Der Ablauf, der dann das beste Bild hervorbrachte dauerte nur eine Stunde oder so. M27, M106 und hoffentlich die 3-Frame-Version von M51 (s/w, Farbe und Komposit) kommen auch bald auf die Homepage, dazu noch ein oder mehrere andere Bilder, aber die sind eine Überraschung :D .

Uh, bei 5,3 mag und f/4 nur 10 min...ich hab' leider schlechteren Himmel, aber die roten Nebel bauen sich ja bei dem Film auch sehr schnell auf. Würde sagen mit TP hyp. und H-alpha-Filter entsprächen das etwa 40 bis 60 min, ohne Schmalbandfilter ist der TP hyp. natürlich sehr viel schneller.
Heute sieht es gut aus, zu Dumm, dass ich die Ergebnisse nicht gleich sehen werde, sonst könnte ich in einer Nacht meine persönliche Lieblingsbelichtungszeit herausfinden. Dann werde ich mich mal an Deinen Tip halten, im Zweifelsfall mache ich es gerne etwas länger, wie Du schon sagtest besser etwas Über- als Unterbelichten.
Bei diesen für mich erfreulich kurzen Belichungszeiten sind sicher eine ganze Menge Aufnahmen in einer Nacht drin und der Film kann schnell zum Entwickeln. M27 würde ich bei f/8 und dann etwa 40 bis 60 Min. aufnehmen, meinst Du man sieht da noch andere Farben, als Rot? Kann man mit dem Film überhaupt so lange belichten (Schwarzschildeffekt)?
Meine neuste Idee wenn M31 wieder in Position ist: eine H-alpha-Aufnahme der Nebel in M31!! Wäre sehr gut möglich, dass das klapp, denke ich.

Labil, wie meine Entscheidungen meist sind bin ich momentan beim Thema Selbstbau doch eher der Ansicht, die SBIG vor bem Bau des Riesen-Karbon-Teiles anzuschaffen. Alleine die Kamera sollte die Qualität der Astrobilder stark in die Höhe treiben. Leider besitzt nur die teuerste der Favoriten auch die kleinsten Pixel, und bei f = 747 mm und f/4 sind selbst die noch zu viel groß um optimal zum Auflösungsvermögen der Optik zu passen. Mal sehen, ich glaube die ST-7 scheidet mit 7xx mal 5xx Pixeln doch aus. Die ST-8 ist leider schon doppelt so teuer. Die ST-10 wäre natürlich optimal (mittlerweile gibt es auch noch teurere)...immer diese Träumerei.

So, alles Gute,
Hector42

Hector42
20.07.2005, 04:39
Hi Udo,

durch unseren regen e-Mail Verkehr sehe ich mich jetzt doch genötigt noch einen Beitrag hinterherzuhängen, sonst vergesse ich noch, was ich zu den Bildern Deiner ersten Mail (19.07.) schreiben wollte :)
Also: Erstmal cool, das Du nun Deepsky mit der Digiknipse und längere Brennweite machst. Was mir noch bei M13 aufgefallen ist, ist, dass die Sterne überall anders Verschmiert sind...das ist nicht so gut (naja, ich denke halt immer an Dekonvolution und da sollte schon alles gleich verschmiert sein), also ich würde sagen die Kamera ist noch nicht optimal ausgerichtet. Auf der M27 Aufnahme scheint aber alles punktförmig zu sein, komisch.
Sieht aus, als wäre Deine Kamera besser für Astroaufnahmen geeignet als diese komische, teure Nikon, mit der habe ich M13 auch schon mal aufgenommen - sah schlechter aus. An Nebel ist damit kaum zu denken und an solche wie NGC7000 schon gar nicht. (Habe letzens Darkframes gemacht um meinem Vater die grausige Qualität seiner Kamera zu beweisen - ja, ich bin fies :D - jedenfalls habe ich sie mit Darks von www.Deepsky.de (http://www.Deepsky.de) verglichen: die Canons haben ein etwa 40 mal besseres Verhalten (ein 30 sek Dark der Nikon bei 200 ASA sieht etwa so aus wie eines mit 300 sek und 800 ASA von einer Canon).)
Leider kann ich aus Deiner M27 Aufnahme nicht erkennen, was da noch bei längerer Belichtung drin wäre, aber ordentlich scharf ist sie auf jenden fall!
Mach doch nächstes mal einen Darkframe vor oder nach der Fotografie, könnte sich lohnen.
Die zweite M13 Version ist auch schon viel besser, das Zittern könntes Du auch mittels Dekonvolution scharfrechen...ist Deine Entscheidung.
Der Rauschfilter hat mich überrascht, der ist ja wirklich nicht schlecht. Ich glaube den Rauschfilter mit dem ich richtig zufrieden wäre gibt es nicht aber dieser hier nimmt dafür, dass er so ein harmonisches Bild macht erstaunlich wenig Details weg. Ein guter Filter! Den würde ich gerne näher kennenlernen - wo hast Du den denn he~er?!

Ich habe Sonntag übrigens auch Fotos mit dem Elitechrome gemacht, war auch etwas spät dran, so wie Du mit der Chemie. Der Film ist aber der 400 er, Du meintest ja der sei nicht so gut, hoffentlich ist der nicht ganz verreckt, bevor etwas darauf gekommen ist. Objekte waren: M27 (30 min, f/8), NGC7000 (10 min, f/4) und der hellere Zirrusnebel (10 min f/4). Bei letzterem hat es aber schon nicht wenig gedämmert (ging etwa bis 3:15). Der Nachthimmel war zwar nicht gerade sehr hell, aber auch nicht sehr dunkel, darum nahm ich doch etwas kürzere Zeiten als ich zuerst wollte. Mal sehen, bin schon sehr gespannt.
...und ich habe den Zirrusnebel gesehen!!! Der ist ja toll, groß und detailreich! In der Dämmerung und mit UHC-Filter - ich dachte immer der wäre so lichtschwach -, kann das sein, das der heller ist als NGC7000 (NGC7000 und den dunklen Teil des Zirrusnebels konnte ich nur erahnen) oder liegt das daran, das NGC7000 nicht so sehr strukturiert ist? Dem würden aber meine eigene H-alpha Aufnahmen widersprechen, da sieht der ja doch sehr strukturiert aus.
Diese Belichtungszeiten sind jedenfalls extrem stressfrei ich glaube so könnte ich eine ganze Nacht verknipsen.
Übrigens ist der Shop von www.astrofilm.de (http://www.astrofilm.de) gerade offline (falls Du Dich wunderst) , ich dachte auch, dass die mehr da hätten als da im Katalog steht...haben die glaube ich auch...jedenfalls habe ich dort gesehen, dass man Farbnegative in 2 und Diafilme doch in 3 Lösungen entwickeln muss.

So, nun mache ich auch mal wieder Schluss, alles Gute,
Hector42

Udo_S
21.07.2005, 00:23
Hi Hector
Nun also auch von mir noch ein paar Anmerkungen zur letzten Beobachtungsnacht. Die war ja eigentlich nur als suboptimal zu bezeichnen, was die Möglichkeiten anbelangte. Der Mond hat schon ziemlich gestört und zu allem Überfluß stand er so tief am Himmel, das hochauflösende Aufnahmen vom Erdtrabanten auch keinen Sinn machten. Die Planeten Jupiter und Venus schlichen auch nur wenig übern Horizont und waren ziemliche Opfer des Seeings und damit auch keine Fotoziele. Daher die Deepskyversuche mit der Digiknipse.
Der Unterschied zwischen der M 13 und der M27 Aufnahme kommt daher zustande, das ich bei M13 den Zoom voll ausgefahren hatte bei M27 aber nicht mehr. Da kam mir auch die Idee nicht mehr die volle Auflösung zu benutzen, sondern eine niedrigere um nicht mehr die ganzen Nachführfehler und Seeingeinflüsse zu dokumentieren. Werde es beim nächsten klaren Himmel mal testen, vielleicht bin ich ja auch auf dem Holzweg.
Freud mich das dir der Rauschfilter gefällt, http://www.imagenomic.com/
hab den Tip in einem anderen Forum gelesen, es gibt da eine Community Edition die ist Freeware.
Jep, der 400 er Elitechrome soll nicht so der wahre sein. Hab ihn selbst noch nicht im Gebrauch gehabt, aber nach allem was ich bisher darüber gelesen habe ist wohl der 200' er der geeignetere. Wo bei der E (Ektarchrome) 200 dann das Spitzenmodell wäre. Diesen hatte ich bisher auch noch nicht im Gebrauch, weil mein kleines Elitechromelager noch mit 8 Filmen gefüllt ist, wenn diese aber mal abfotografiert sind wird wohl auch die Bestellung für den E 200 rausgehen.
Aber versuchen kannst du es allemal, ein Erfahrungsbericht mit Bilder würde mich sehr interessieren. Cirrusnebel und NGC 7000 hab ich ja früher auch schon probiert und sie beide bei Blende 5,6 und bei 9 bzw. 12min Blz sichtbar machen können.
Der Unterschied im visuellen ist ganz klar an der Größe der beiden Objekte festzumachen. NGC 7000 ist ja so groß das man ihn nicht auf einen Blick beobachten kann, somit fällt kaum ein Kontrast auf. Beim schmalen Cirrusnebel ist das schon anders, das dünne Band fällt eher auf. Wirklich beeindruckend fand ich den Anblick durch einen OIII Filter, da ist der Nebel ein wirklich auffälliges Objekt.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
23.07.2005, 00:01
Hi Udo!

Also am Sonntag ist mir der Mond garnicht aufgefallen, erst am Montag kam mir der Himmel etwas hell vor, aber nirgends war ein Mond zu sehen. Dann habe ich mich entsonnen, dass er im Sommer ja immer sehr tief steht (also bei mir durch allerlei Bäumen und Häusern streift) und wollte mal eben in der Astrosoftware sehen, welche Mondphase überhaupt herrsch. Die Überraschung war groß: fast 100 %. Vom Vollmond konnte ich allerdins kein winziges Bisschen sehen, war einfach zu tief (das Programm hat mir auch gleich verraten, dass es sich um eine besonders tiefe Tiefe handelt, so befindet sich der Mond momentan schon ein gutes Stück unterhalb der Ekliptik).
Aber Du hast ja trotz der suboptimalen Umstände doch etwas sinnvolles machen können, das ist schön ;) .
Während ich bei der Gewitterfotografiererei im Halbregen stand konnte man den Jupiter tief im Westen sehen (Standort: große recht freie Straßenkreuzung), war schon lustig: es blitzte und regnete etwas und doch leuchtete der Jupiter vom nur teilweise bewölkten Himmel.

Zoom ausgefahren, ach so. Hab mich schon etwas gewundert...hätte ich aber auch drauf kommen können, die Objekte sind ja nicht gleichgroß.

Der Rauschfilter funktioniert nun auch richtig :D und stört die Dekonvolution anscheinen überhaupt nicht. Total genial! Momentan ist alles genial! Habe mir noch eine tolle Bildschirmlupe mit Fadenkreuzskala runtergeladen, mit der man die Referenzsterne zur Dekonvolution exzellent genau auswählen kann (das Deko-Programm kann nicht vergrößern!). Der Umstand dass sich mein Windows-Desktop über zwei Bildschirme erstreck macht das Ganze dann noch total cool: man braucht nur hin und her zu sehen, die Lupe lasse ich auf dem ganzen zweiten Bildschirm anzeigen. Die Dekonvolutions-Ergebnisse scheinen dadurch noch besser zu sein. Einen erheblich besseren ImageViewer als den in Windows eingebetteten habe ich auch im Netz gefunden, jetzt gibt es alle Bilder auf dem eleganten, schwarzen TFT Bildschirm ohne Rand, auf schwarzem Hintergrund, kristallklar und mit absolut tollem Kontrast. Bin ja schon länger von dem Bildschirm begeistert, aber die Bilder (auch die ganz alten Versuche meiner 3D-Laufbahn) in kleiner Postergröße (und auch -qualität) zu sehen hat mich mal wieder voll begeister. Also falls Du mal wieder Geburtstag hast oder so: den TFT mit der Glasscheibe von Xerox (17 oder 19 Zoll, ich beziehe mich auf 19) kann ich absolut empfehlen, egal ob spielen oder Bildbearbeitung. Nicht gerade billig, aber extrem cool. Äh, hm, da fäll mir gerade ein, dass euer nicht-Laptop doch eine Generalüberholung brauchte und dass Du alles mit dem Laptop machst oder? Dann kann ich Dich wohl nicht zum Geldausgeben begeistern...was auch immer...egal...hab' wohl mal wieder viel Überflüssiges gelabert.

Ja, eine Längere Belichtung würde dem Cirrusnebel jedenfalls nicht schaden, Detailreichtum und Insgesamteindruck finde ich schon ganz gut. Mal sehen ob bei längerer Belichtung die Details sich noch verstärken.
Daran gedacht, dass der Elitechrome 400 nicht so schnell ist, habe ich leider erst nach meinen Aufnahmen. Da ich jedoch zur Überbelichtung neige und mein System exakterweise ein Öffnungsverhältniss von f/3,74 hat denke ich mal, dass das schon passt. Wie bekomme ich nur den Film voll? ist ja schlechtes Wetter momentan.



NGC 7000 hab ich ja früher auch schon probiert und sie beide bei Blende 5,6 und bei 9 bzw. 12min Blz sichtbar machen können.

Hm, mal sehen, wenn ich richtig gerechnet habe sollten meine Aufnahmen von den beiden Nebeln 22 min bei bei Blende 5,6 entsprechen (ohne Schwarzschildeffekt und der ist bei dem 400 er ja größer als beim 200 er).

Ist der Unterschied zwischen UHC- und OIII-Filter noch so groß? Ich will mir als nächstes einen fotografischen OIII-Filter holen, den wird man wohl nicht visuell benutzen können. Zumindest beim H-alpha-Filter ist dann alles zappenduster.

Beschäftige mich momentan damit die Gallery zu überarbeiten, das wird noch etwas dauern, bin ja Perfektionist, ich schicke Dir mal den M27 mit dem Rauschfilter vor der Scharfrechnung, sieht recht interessant aus, einiges von der Struktur ist sicher durch Artefakte des Rauschfilters bedingt, keine Ahnung, jedenfalls irgenwie kristallin und recht plastisch. Die kleinsten Sterne auf dem Bild haben etwa die Abmessung 5 " x 4 ", bisher hatten meine Bilder so 9 " bis 20 " große "kleine Sterne". Hoffentlich klappt das auch weiterhin so gut, wenn ich sehe, aus was für Rohbildern das entstanden ist bekomme ich nochmal tierisch Lust auf M51-Aufnahmen zum verrechnen. Werde M27 jetzt aber noch einweiteres mal bearbeiten, vielleicht klappt es mit der oben erwähnten Lupe noch besser. Vielleicht auch nicht. Zudem werde ich nochmal sehen, ob ich nicht auch den geringen Schwarzschildeffekt (der bei 180 ' Belichtungszeit garnichtmehr so gering ist) des TP hyp. herauskalibrieren kann, indem ich mit den berühmten Gradationskurven die Sternenhelligkeiten auf dem Bild so einstelle, das sie denen aus dem Katalog entsprechen. Bei den Aufnahmen mit Filter muss dann noch darauf geachtet werden, dass die benutzen Sterne alle die gleiche Farbe haben. Zumindest in letzterem Fall wird das etwas schwierig, da wohl die dunkelsten Sterne meines passenden Kataloges (der, der auch die Sternenfarbe angibt) auf den Bildern fast überbelichtet sind und es kaum Sterne mit wenig abweichender Farbe gibt. Bessere Sternenkataloge gibt es zwar umsonst, aber der nächste, der auch genaue Farbinformationen enthält ist mehrere Gigabyte groß. Den will ich nicht mit dem Modem runterladen, da wäre keine Rede mehr von "umsonst".

Ok, das wäre es mal wieder für heute, beste Grüße,
Hector42

Udo_S
23.07.2005, 19:20
Hi Hector
Nach dem ich das M27 Bild per Mail erhalten habe, schreibe ich dir mal hier die Antwort.
Zum Bild, ich finde es gut gelungen, wenn es auch auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint, H-alpha gibt halt doch einen ganz anderen Eindruck von diesem PN. Sieht fast aus wie gemalt, leider sieht man doch ein paar Nachführfehler aber die möchte ich nicht kritisieren, weil ich ja da auch noch meine Probleme hab. :o
Das ist auch mein Stichwort, das leichte Zittern und die länglichen Sterne auf meinen Digiknipsenaufnahmen haben mich nämlich nicht in Ruhe gelassen.
Also die schlauen Bücher aufgeschlagen und nachgegrast.
Da bei hab ich folgendes Problem.
"Bei der afokalen Fotografie hängt dieNachvergrößerung x der primären Brennweite allein von dem Verhältnis Kamerabrennweite zu Okularbrennweite ab."
Also bei ausgefahrenen Zoom: 23,4mm(Kamera)/32mm (Okular)=0,731
Diese Nachvergrößerung x multipliziert mit der Brennweite der Teleskopoptik ergibt dann die Äquivalentbrennweite, die Brennweite die eine einzelne Optik haben müsste um so ein Bild zu erzeugen.
Also 1016mm *O,731 = 743mm.
Im meinen Falle eher ernüchternd da die Nachführfehler bei 743mm Brennweite schon recht deutlich wären.
Nu las ich aber in der Beschreibung zu meiner Kamera das diese Kamerabrennweite von 23,4mm seinerseits äquivalent wären zu 114 mm Brennweite im Kleinbildformat. Das würde eine äquivalente Brennweite von 3620 mm bedeuten. Ein Wert mit dem ich leben könnte, da ich ja für Langzeitaufnahmen nur die 1016mm Brennweite des Teleskops nutzen wollte.
Frag ich mich halt nur welcher Wert ist richtig?
Persönlich tippe ich ja darauf das die 743mm für die Digicam schon stimmen aber die Abbildung um auf das entsprechende Format zu kommen so sehr vergrößert wird, das es den 3620 mm im Kleinbild entspricht. Falls du es besser weißt, kannst du es mir ja schreiben.
Ja ich mach zur Zeit alles am Laptop meiner Freundin. Hab zwar selbst auch einen Computer Bj. 98 der fängt aber schon an zu schwitzen, wenn ich ihn mal mit einer CD Astrobilder füttere.
Hab auch mal das Vorhaben einen PC nur für Astrobildbearbeitung zu besitzen, dieser Wunsch kommt gleich nach dem Traum von der eigenen Sternwarte, der meinetwegen Sbig Kamera und des Mag 7 Himmels jeden Abend, wenn ich einmal reich wär, diedel, diedel, diedel dum.
Den Mond nicht bemerkt :rolleyes: weißt du das große runde helle Dingens da. Aber kann schon sein, wenn der Blick verstellt ist. Ist mir neulich bei Heimweg von derArbeit auch schon aufgefallen, von Erhebungen ausgesehen war er schon einige Grad übern Horizont während er in tieferen Lagen nicht zusehen war.
Das Wetter war ja diese Woche wirklich nicht zu gebrauchen, wirst wohl Landschaftsaufnahmen machen müssen um den Film voll zu gekommen.
Übrigens hab ich beim Blättern im schlauen Buch ( Praxishandbuch Astrografie, Kosmos-Verlag) auch ein kleines Kapitel über die Farbdiafilmentwicklung gefunden. Das spukt mir immer noch im Hinterkopf.
Bis bald
Alles Gute und
CS Udo S

Hector42
24.07.2005, 01:41
Hi Udo,

ich schreibe promt mal zurück um Dir eine schnelle Antwort auf Deine Frage zu geben.
Also, das mit den Digitalkameras ist etwas anders als mit Kleinbild, das hast Du ja schon gemerkt. Das worauf es bei Deiner Frage ankommt ist, dass die Chipgrößen der Digitalkameras variieren, KB ist ja immer gleich, also musste man sich bis dato darum keine Gedanken machen und jetzt geht die Verwirrung umher.
Die Objektivbrennweite ist auf jeden Fall 23,4 mm, Deine Rechnung ist damit völlig richtig. Die Abbildung des Objektes in der Brennebene ist bei deiner Kamera auch genauso groß wie bei einer KB-Kamera. Nur: Von diesem Abbild wird bei einer KB-Kamera ein 36 mm x 24 mm großer Bereich abfotografiert, bei solchen Digitalkameras ist es praktisch immer weniger. Der Chip ist bei Dir wohl etwa 7 mm x 5 mm groß, woher ich das weiß, kommt gleich. Jedenfalls ist das ja nur ein kleiner Teil eines imaginären KB-Bildes das man auf dem Chip hat und daher sagt man dann "23,4 mm Brennweite an der Digiknipse sind Äqivalent zu 114 mm am Kleinbild" oder andersherum: "Um das gleiche Bildfeld auf dem kleineren Chip der Knipse abzubilden braucht man eine geringere Brennweiter als beim Kleinbild". Hoffentlich habe ich Dich durch die beiden Sätze nicht eher verwirrt ;) .
Deine Chipgröße habe ich mit einem Überschlag herausgefunden: Wenn ca. 23 mm brennweite ca. 115 mm entsprechen, dann müssen die Seiten des Chips auch ein fünftel der Größe der Kleinbild-Seiten haben. (Weißt Du die Chipgröße? Hoffe die stimmt auch in etwa mit meinem Ergebnis überein...sonst glaubst Du mir bald nix mehr ;) . Für soeine Kamera ist das jedenfalls ein recht passiger Wert.)

FAZIT: Die echte ("physikalische") Äquivalentbrennweite mit der Du aufgenommen hast beträgt wirklich 743 mm.

ABER: Keine Panik, die Pixelgrößen der mir bekannten Kameras bewegen sich zwischen 6 µm und 20 µm (in aller Regel nicht mehr als 10 µm), das Otto-Normal-Filmkorn ist jedoch größer, 20 µm - 30 µm beim 400 er und 10 µm - 15 µm beim 100 er. Ich weiß nicht, wie gut der TP hyp. ist, angegeben ist er mit bis zu 7 µm, das hängt aber stark von der Entwicklung ab.
Sagen wir ich mache Fotos mit 15 µm, dann wären Deine Nachführfehler vermutlich zwei bis viermal so gut sichtbar wie meine. Auch weil du den Vorteil hast, dass Du deine Schärfe kontrollieren kannst, bei mir heißt es Fokussieren auf der Mattscheibe und hoffen. Du hast damit ganz einfach die schärferen Fotos, dafür habe ich einen Riesen Flächenvorteil ;) .

UND MEINE WIRKLICH LETZTENDLICHE MEINUNG ZU DEINER FRAGE:



Persönlich tippe ich ja darauf das die 743mm für die Digicam schon stimmen aber die Abbildung um auf das entsprechende Format zu kommen so sehr vergrößert wird, das es den 3620 mm im Kleinbild entspricht.

Das ist das auf den Punkt gebracht, was ich oben vermutlich mal wieder viel zu breit und undurchsichtig versucht habe zu erklären ;) .

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann denke ich, dass Bei M13 etwas anderes schief gelaufen sein könnte: Solche "Würmchen" schiebe ich bei mir immer auf eine Verbiegung irgendwelcher Teleskopteile und Verbindungen. Bei dem 180 ' NGC7000 Bild sind auch würmchen da, die sicher nicht ihren Ursprung in schlechter Nachführung hatten, dafür sind sie viel zu groß (im Messokular kann ich meine Nachführleistung ja verfolgen, da müsste ich den Leitstern schon durch das halbe Okular gejagt haben). Bei mir sehen die Nachführfehler etwas anders aus, ein "L", ein Doppelbild, eine Ellipse oder mehrere recht scharfe Streifen, die in einem mehr oder weniger scharfen Stern münden. Sieht halt viel unnatürlicher aus, als diese "Würmchen" und passt auch besser zu den Bewegungen, die ich beim Nachführen vollziehe. Bei der Verbiegung kann auch nach meiner kürzlichen Erfahrung an M27 die Stellung des Zenithprismas im Plasikokularauszug des Leitrohres von entscheidender Bedeutung sein - zeigt das Okular zur Seite hat man zusätzlich noch eine Torsion, kann sein, dass das an sonsten genügend steife Plastik das nicht mag - jedes Teil kann schuld sein.

Um die wirkliche Nachführqualität herauszufinden müsstest Du Deine Bilder Vermessen und ein wenig Rechnen, nach dem Motto: Abstand zweier Sterne in Photoshop in Pixeln und echter Abstand in Bogensekunden aus entsprechenden Quellen, daraus die Auflösung (in Pixeln pro Bogensekunde oder vielleicht besser in Bogensekunden pro Pixel...ist ja eh nur der Kehrwert) und dann messen und ausrechnen, welche Dimensionen Deine kleinsten Sterne auf der Aufnahme haben. So ließen sich Nachführwettbewerbe veranstalten ;-)

Nochmal zu dem M27-"Gemälde": Freut mich, dass es Dir gefällt. Dieser "Gemälde"-Effekt kommt vom Rauschfilter, das ist sicher. Wie viel dieser Strukturen innerhalb des Nebels echt sind kann ich auch nur schätzen, da vermischen sich die Filter-Artefakte mit der echten Struktur auf ganz komische Art und Weise. Allerdings finde ich, dass der Nebel doch ganz normal für M27 aussieht. Klar, die Nebel sehen in H-alpha oft etwas und manchmal völlig anders aus, aber hier kann ich lediglich feststellen, dass die roten Bereiche des Nebels etwas heller sind, als auf den Aufnahmen, die ich von anderen Leuten gesehen habe.
(Naja, gut, gerade ist Deine Mail hereingeflattert und irgendwie gibt es bei Deinen Bildern nicht gerade viel rot...sieht schon recht anders aus. Die Nachbearbeitung Deiner Bilder hat ja eine ganze Menge gebracht, sieht schon eine ganze Klasse besser aus, finde ich. Fitswork habe ich auch, Du Weiß ja, ich bin einer der komplizierten Art und finde es deshalb recht langweilig. Warum es allerdings doch die Ehre hatte von mir benutzt zu werden ist, dass es FITS-Dateien lesen und schreiben kann - glaube ich doch...ist schon lange her, von der ESA gibt es ein kostenloses Photoshop-Plugin, was das auch kann. Finde ich besser. Ich schreibe, als ob ich was mit FITS am Hut hätte...habe ich noch nicht, denke an später und das Erstellen von Schmalbandkompositbildern aus mindestens drei Wellenlängenbereichen...Du weißt schon, SBIG und so. Das "Wenn isch einmal Reisch wär, daba diba diba dum..."-Lied kenne ich auch, aus einem Film in dessen Titel das Wort "Fidler" vorkam und es um Jüdisch-Deutsche geht, glaube ich. Haben einen älteren, fröhlichen und skuril dazu tanzenden Juden vor Augen)

Die Kalibrierung von der ich gesprochen habe ist eine gewisse Arbeit: Hab' den Katalog ohne Farbinformation genommen, der andere hatte einfach zu wenig Sterne. Nun sind natürlich die blauen Sterne nicht so hell, wie die roten Sterne gleicher Helligkeit (ist ja durch einen roten Filter aufgenommen), deshalb musste ich eine Regressionskurve erstellen aber vorher die logarithmische Magnitudenskala in eine lineare umrechen (geht ja alles schnell per Software, Mag. geteilt durch -2,5 und 10 hoch dem, was da rauskommt gib dann die lineare Helligkeit im Bezug zu Wega - musste ich auch erst lernen). Die Regressionskurve habe ich dann ausgedruckt und durch dieses kurvige Ding die Linie gezeichnet, auf der sich die Sterne eigentlich befinden sollten. Für ein paar Punkte habe ich dann ausgerechnet, wie ich die Gradationskurve in Photoshop am besten anpasse um den Schwarzschildeffekt auszubügeln. Es ist nicht so viel arbeit, wie es sich anhört :-)
Gelohnt hat sich das auf jeden Fall. Ich bin total Platt: Bei der Dekonvolution tritt so gut wie kein Rauschen mehr auf, ich lasse den Computer schon über 24 Stunden an einem Bild rechnen...und es wird immernoch besser! Dieses eine 60 min. Belichtete Bild ist schon ein Poster Wert, aber ich habe ja noch eines mit 60 min. und eines mit 180 min.! Die sind allerdings nicht ganz so gut. Also wenn die auch so gut dekonvolutioniert werden, wie dieses eine, dann wird das echt ein Machwerk sondergleichen. Dauert aber bestimmt noch eine Woche, bis ich die optimale Bearbeitungsreihenfolge herausgefunden habe. Habe ja auch noch anderes zu tun. Ich saß gestern stundenlang dabei und habe immer neue Staubfilamente entdeckt, einige Teile, die ich vorher für Sterne gehalten habe scheinen beleuchtete Kuppen von Staubrüsseln zu sein! Werde das ganze mal mit einem Super-HighRes-SBIG-Bild vergleichen. Dagegen sieht meines schon noch ein bisschen alt aus...traurig aber klar :-)
Falls es Dich interessiert kann ich es Dir auch mailen, aber in 2000 px x 1300 px und guter Kompression, sonst lohnt es nicht. Oder Du wartest noch etwas auf die Endversion. Die großen Versionen für die Homepage werde ich nur 800 px x ... px groß machen, mein Webspace ist auf 10 MB begrenzt, da muss die Homepage reinpassen. 800 px x ... px ist eigentlich schon etwas zu klein um den "Spacewalk" anzutreten, auch macht sicht die Kompression unschön an den Sternen bemerkbar, da muss man schon die beste JPG-Qualität nehmen und dann kann man auch gleich eine verlustfreihe Kompression wählen...

Finde ich übrigens schön, dass Du mir Deine frischen Ergebnisse auch mailst und gräme Dich nicht wegen der Strukturierung, ohne Schmalband oder Linienfilter ist das nicht zu schaffen. Sagetest Du nicht etwas von OIII-Filter??? Falls Du einen hast, klemm ihn doch mal davor. Selbst wenn das klappen sollte müsstest Du aber viel länger belichten. "Wenn das klappen sollte..." weil ein Farb-CCD ja schon eine Filtermaske für Blau, Grün und Rot besitzt, die hat aber im Vergleich zum astronomischen Filter eine schreckliche Qualität und es könnte sein, dass die ein oder andere Nebellinie ganz herausgefiltert wird und wenn das die OIII-Linie ist, dann kommt ja nix mehr an. Testen würde ich persönlich es aber mal.

Viele Grüße und bis bald,
Hector42

Udo_S
24.07.2005, 21:48
Hi Hector
Ein paar Anmerkungen auf die Schnelle.
Hab heute den ganzen Tag versucht herauszubekommen wie groß den nun eigentlich die Pixel meiner Digiknipse sind. In der Beschreibung ist von einem 1/1,8 Zoll CCD die Rede. War bisher der Annahme das 1 Zoll 25,4 mm entsprechen, das hiesse ja bei 1/ 1,8 zoll fast schon Kleinbildformat. Irgendwie verstehe ich das nicht. Auch googlen hat mir nix gebracht, naja hatte auch heute wenig Zeit. Vielleicht weisst du ja mehr.
Ein Grund für die wenige Zeit war das ich mir heute nochmal meine Kamerabefestigung näher angesehen habe. Es ist gar nicht so leicht die Kamera und das Objektiv genau aufeinander auszurichten. Mir scheint als ist die Kamera ein wenig nach vorne gekippt. Werde vor den nächsten Aufnahmen versuchen es so genau wie möglich abzustimmen, ist aber bei schummrigen Rotlicht gar nicht so einfach.
Ab OAZ wird es eher weniger liegen, da ist keine Plastik mehr vorhanden (JMI)
OIII Filter, ja das könnte ich machen aber bei 15sec. Blz? Glaub da kommt nix mehr an.
Respekt 24 h den Computer wegen einem Bild rechnen zu lassen. Wie du weißt ist Bildbearbeitung für mich noch ein unentdecktes Land. Freue mich schon riesig darüber, endlich hinter die Anfänge der Bildaddition gestiegen zu sein. Trotzdem finde ich deine Ausführungen total interessant, weil es mir zeigt was möglich ist. Außerdem puzzelt sich mein Gehirn aus den unterschiedlichen Informationen dann irgendwann ein Bild zusammen und hat es dann einmal Klick gemacht, funktioniert es auch. So war es jetzt auch bei der Bilderaddition. Hab mir dafür etliche Threads in verschiedenen Foren angesehen und eigentlich immer "Bahnhof" verstanden aber nach dem "Klick" ist es mir dann, wie Schuppen aus den Haaren gefallen. :o
Die Ergebnisse maile ich dir gerne, besser wäre es natürlich sowas hier ins Forum stellen zu können. Aber bin auch froh wenigstens eine zweite Meinung dazu hören zu können.
Bis bald
Alles Gute
CS Udo S

Hector42
25.07.2005, 02:20
Hi Udo!

Also was diese Angabe zu bedeuten hat kann ich nicht sagen, weder ich, noch mein Vater haben da eine Erleuchtung. Ich kann Dir nur mal wieder meine Meinung dazu sagen und die lautet: Es würde mich schon verwundern, wenn ein derartig großer Chip in der Kamera wäre (egal, wie man es nun dreht, 1/1,8 Zoll Diagonale oder Seitenlänge oder 1 Zoll mal 1,8 Zoll). Selbst in der 6 Megapixel-SLR vom Vater ist der Chip nur 16 mm x 24 mm groß. Und es würde nicht zu dieser Rechnung mit der Objektivbrennweite passen. Bei der Nikon geht die auf (Angabe: 1,5 * f(digiobj) entspricht Kleinbild): 36 mm / 24 mm = 1,5 / 1. Nachdem ich gerade noch ein bisschen gegoogelt habe bleibt mir auch nur zu glauben, dass das das Seitenverhältnis oder die Diagonale sein soll. Das wäre dann also ein riesen Chip, halte ich trotzdem nicht für unmöglich (in der Welt der Normalo-CCD-Kameras kenne ich mich nicht so sehr aus wie bei SBIG und Konsorten). Da entsteht nun allerdings ein riesen Fragezeichen bei der Frage zum Verhältnis von "Pseudobrennweite" und tatsächlicher Brennweite des Objektives von 114 / 23,4 welches eigentlich auch genau dem Verhältnis von KB- zu Chip-Format entsprechen sollte. Also wenn Du sicher bist, dass 23,4 mm 114 mm entsprechen, dann weiß ich auch nicht weiter...
...werde es aber im Hinterkopf behalten.

Dass das mit "Kamera samt Objektiv hinterm Okular" nicht so einfach ist, kann ich mir vorstellen. Ich habe eine Art "Stabilitätsfimmel", darum würde ich mich erst bei einem entsprechend riesigen Teleskop an soetwas trauen, mit fetten Schrauben und Dicken Rohren zur befestigung. Vermutlich ist meine Tubuskonstruktion immernoch fehlerhaft, war doch diese eine 3h-Aufnahme verschmiert. Könnte aber auch an der nicht eingescheinerten Montierung gelegen haben.
Dem Haupt-Okularauszug traue ich auch nicht so recht. Ist ein ganz normales Ding, nichts so tolles, wie Dein JMI. Ja, die JMIs habe ich für später auch schon im Auge, mein Favorit ist allerdings ein anderer. Für eine SBIG sollten die reichen, mit adaptiver Opik dazu könnten aber auch die an ihre Belastungsgrenze stoßen, aber an die will ich erstmal nicht denken, der SBIG-Typ meinte nämlich, die würde weniger die Luftunruhe, sondern eher die noch verbliebenen Montierungsfehler korregieren. Das wäre angesichts des ohnehin schon vorhandenen Selfguidings dann nun wirklich nur das i-Tüpfelchen.
Aus Plastik ist nur das Zeug vom Leitrohr, seitdem ich auf den enthusiastischen Verkäufer hörte, der da sagte: "Klar bekommt man für 70 € ein prima Leitrohr mit 1,25 Zoll-Auszug und für ein paar Euro mehr noch das passende Zenithprisma!" möchte ich mir so wenige Astroteile wie möglich kaufen. Lieber selber bauen, da weiß man, woran man ist. Von diesem f = 700 mm "Leitrohr" benutze ich nur den OAZ, habe die OAZs von diesem und dem schon vorhandenen f = 1000 mm Einsteiger ausgetauscht um das Fadenkreuzokular an die längere Brennweite zu bekommen (der Einsteiger hatte nur 1 Zoll und war wackelig, obwohl aus Metall). Zwei dazugebastelte schrauben klemmen den Plastik-OAZ und machen ihn anscheinend steif.

Öh, naja, wenn Du nicht mehr als 15 sek. Belichten kannst, dann sieht es mit dem OIII-Filter in der Tat etwas schlecht aus...

Ach, den Rechner 24 h rechnen zu lassen ist doch keine so große Leistung. Ich muss ja nichts machen außer Zuschauen. Da ich mein System auch immer schön fit halte und auch genügend RAM habe kann ich noch allerlei andere Sachen gleichzeitig machen: Die anderen Bilder bearbeiten, Texte für die Fernschule schreiben sogar CDs brennen..., nur während Computerspiele laufen bekommt das Dekonvolutionsprogramm keine Prozessorzeit mehr, also schränke ich mich da etwas ein, alles andere fällt nicht ins Gewicht. Die mir zur Verfügung stehenden Rechner laufen eigentlich immer und haben auch immer was zu tun: wenn es keine Dekonvolution ist, werden Seti-Workuntits berechnet. Letztens gab es ein kleines Problem, bei dem ich 80 berechnete Workunits verloren habe, das sind für die Rechner auch ziemlich genau 80 h Rechenzeit gewesen :mad: . Eines ist momentan aber doch anders: ich lasse die Computer auch nachts laufen, weil es mir zu riskant ist, den Rechner in den Ruhezustand zu versetzen. Obwohl ich sehr auf Fehlerfreiheit bedacht bin, konnte ich das Hochfahrproblem aus dem Ruhezustand noch nicht lösen und langsam nervt mich das ständige Neuinstallieren von Windows. Bei meinen ganzen "Projekten" und der vielen Software und Daten wird es auch immer unmöglicher (die ersten Fehler tauchen auf obwohl ich noch beim wiederherstellen des alten Zustandes bin!). Ich weiß nicht, wie oft ich Windows schon installiert habe, 100 mal? 200 mal? jedenfalls konnte ich die 25 stellige Registrierungsnummer mal auswendig :rolleyes:
Bin sehr sensibel und kann normalerweise auch mit Ohrstöpseln nicht schlafen, wenn ein Computer an ist.
Heute ist übrigens noch das zweite Bild dran, das dritte ist dann wohl morgen oder übermorgen fertig. Kann aber sein, dass ich all diese scharfgerechneten Bilder wieder lösche, kommt darauf an, was die anderen "Reihenfolgetests" ergeben. Das ist erst die ertse von 3 oder 4 Testphasen. Die anderen sollten aber viel schneller gehen.
So unglaublich viel schärfer, wie ich zuerst dachte sind sie doch nicht geworden, man merkt es zwar schon, aber die ganzen Details, die ich dort entdeckt habe gibt es eigentlich auch auf den anderen Bildern. Aber viele kleine Verbesserungen werden am Ende eine große...hoffentlich.
Habe die Aufnahme jetzt mit den Super-HighRes-SBIG-Aufnahme verglichen, meine Staubrüssel sind da nicht drauf. Also was man sich so alles einbilden kann...sie sehen aber immernoch so aus...
Diese SBIG-Aufnahmen habe ich Dir mal gemailt, aber vorsicht: nichts Für schwache Nerven. Ich neige ja nicht dazu Menschen zu "Idolisieren", aber der Typ, der diese Aufnahmen gemacht hat muss den Astrofotografen-Guru-Status schon weit hinter sich gelassen haben. Das Detailbild ist ja schon heftig, aber für das andere finde ich wirklich keine Worte. Ich hoffe soetwas bekomme ich auch irgendwann mal hin. Eigentlich bin ich von mir ja sehr überzeugt, aber das ist so krass, dass es sein könnte, dass ich das bei aller Mühe, auch bis zu meinem Ableben, nicht hinbekomme. Das wäre schade. Detailaufnahme: ST-10E an 7 " Refraktor (insg. 6000 sek), "Großfeld": ST-10XE an 105 mm ED-Refraktor, Mosaik aus 20 Bildern mit je 6 x 1800 sek., also 60 h insgesamt! Das ist ein echtes "Machwerk".

Naja, was die Bildbearbeitung angeht sind wir schon sehr konträr, ich treibe jeden erdenklichen Aufwand, um das letzte aus den Bildern herauszuholen und bin sicher kein "normaler" Bildbearbeiter. Ob es Dir das auch wert ist, muss Du wissen, freue mich jedenfalls wenn es Dich interessiert. Auch habe ich noch nie davon gehört, dass jemand sich die Mühe macht chemische Aufnahmen zu kalibrieren um sie anschließend mit Methoden zu bearbeiten, die für digitale Bilder gedacht sind :rolleyes: ...naja, wenn ich jetzt eine CCD hätte, würde ich trotzdem mal sehen, ob ihre Bilder nicht auch zu kalibrieren wären.
Dekonvolution gibt es beim Hubble zwar schon seit spätestens 1995 und auch bei SBIG ist die entsprechende Software enthalten, aber sonst scheint diese professionelle Art der Bildbearbeitung bei den Astroamateuren unbekannt zu sein...nach monatelanger Sucherei habe ich nur drei Freeware-Programme gefunden, die eine gebräuchliche Dekonvolution haben. Eines ist für Linux, das andere (IRIS!) kann es irgendwie nicht so doll, bleibt mir nur eines...und die Algorithmen sind immernoch von 1995.
Die heutige Generation von Algorithmen ist vieeel leistunsfähiger. Hab' auf einer Uni-Homepage einen Test ihres neuen Algorithmus' gesehen. Stell Dir unseren M51 vor (in 320 px x 320 px) jetzt machst Du meinetwegen eine Gaußsche Weichzeichnung von 50 bis 75 px Radius (!) drüber. Dieser Algorithmus würde das beinahe Fehlerfrei wieder zurückrechnen. Den unterschied zum Original habe ich nur bei direktem Vergleich sehen können. Das erscheint wirklich fast wie Magie...selbst mir. Leider kein Progamm zum runterladen. Der Algorithmus stand da zwar aufgeschrieben und ich hätte versucht mir selber ein Programm dafür zu schreiben, aber die einzigen Dinge die mir in diesen Formeln bekannt vorkamen waren das Summen- und das Integralzeichen...und ich bin in Mathe eigentlich nicht übel... aber das geht weit über das Abiturwissen hinaus - keinen Schimmer von dem Zeug.



Trotzdem finde ich deine Ausführungen total interessant, weil es mir zeigt was möglich ist.

Ehrlich, ich habe immer total Angst, dass ich Dich damit langweile. Aber um so besser. Versuche mich immer am Rande des möglich zu bewegen.



Außerdem puzzelt sich mein Gehirn aus den unterschiedlichen Informationen dann irgendwann ein Bild zusammen und hat es dann einmal Klick gemacht, funktioniert es auch.

Ah, hab' es bildlich vo mir, wie die verschiedenen Fragmente in Deinem Gehirn plötzlich miteinender verschmelzen und eine großartige Gesamtstruktur der Erleuchtung ergeben :D . Solche richtigen Aha-Erlebnisse habe ich nur selten, bei mir geht es meist wohl stetig und langsam zu.

Übrigens sehe ich mir Deine Ergebnisse natürlich sehr gerne an, immer her damit ;-)

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
25.07.2005, 21:21
Hi Hector
He, das waren ja wirklich faszinierende Sbig Bilder. Wenn ich einmal reich wär.
Schau mir auch ganz gerne mal die Profibilder an, nur so zum Spass. Es ist nicht so das ich sowas gleich und sofort für mich auch erreichen möchte. Mein Ziel ist eigentlich immer nur der nächste Schritt und ehrlich gesagt fürchte ich mich vor dem Tag, wo ich sage besser wird es nicht mehr. Denke das es dann irgendwann seinen Reiz verlieren könnte. Aber so wie es jetzt aussieht habe ich bis dahin noch ein bissel Zeit. ;)
Mit der CCD Größe bin ich auch nicht weiter gekommen, hatte aber auch heute kaum Zeit zum nachschauen. Die Brennweitenangaben habe ich aus der Betriebsanleitung, sollten also stimmen.
Solche Digiknipsenhalterungen kann man sich ja auch käuflich erwerben aber 40€ aufwärts ausgeben für etwas was ich mir fast umsonst selber basteln kann? Eigentlich könnte es ja ganz einfach sein. Das Objektiv direkt am Okularrand fest anliegen lassen, das geht wenn man vorsichtig ist. Hat aber das Problem das der Autofokus dann nicht mehr so kann wie er will. Ein paar Tests werde ich wohl noch machen.
Den OAZ habe ich mir damals angeschafft als ich auch Mond und Planeten analog ablichtete. Wenn beim fokussieren das Zielobjekt über die halbe Mattscheibe wandert macht das keinen Spass. Jetzt ist das kein Problem mehr.
Heute hab ich wieder im Fotofachgeschäft wegen der Diaselbstentwicklung angerufen. Der Fachmann war anwesend und so konnte ich schon mal Fragen loswerden. Dabei gab es eine schlechte und eine gute Antwort. Die Schlechte war das er mir das selber Entwickeln für Farbdia eigentlich ausgeredet hat. Die Chemie ist zu teuer und zu wenig lang haltbar für meine paar Filme.
Die Gute, in der weiteren Umgebung (45-50km) hat ein kleineres Fotolabor geöffnet, welches sich auch auf die Diaentwicklung spezialisiert hat. Er hat mir die Telefonnummer gegeben und so hatte ich gleich mal den Chef am Hörer. Dieser hat mir versichert das er auch halbe Filme entwickelt, mir notfalls auch den Film aus der Kamera holt, auch machen sie da Diaabzüge selbst. Klang jedenfalls alles sehr interessant. Werde das Angebot auf jedenfall testen. Zu Verdanken hab ich das Alles übrigens dem Motorsport. Vielleicht kennst du ja den "Sachsenring" und der Fotoladen verdankt seine Existenz der Nähe zur Rennstrecke, weil viele Pressefotografen und Hobbyknipser die Renner auf Dia bannen. Hat der Laden, so hofft der Besitzer, zu den Rennen gut zu tun. Hätte nie gedacht welche Bedeutung der Motorsport für das Hobby Astrografie hat.
Du kannst mir ruhigen Gewissens deine Ausführung zu den Bildbearbeitungsgeheimnissen schreiben, erwarte aber keine fachlichen Antworten. Im Großen und Ganzen weiss ich ja schon um was es geht. Dafür sind ja auch solche Foren gemacht.
So nu fällt mir nix mehr ein. Außer das es langsam aufklart. Blöde Frühschicht :( Naja ein paar Wolken sind noch und auch ziemlicher Wind.
Bis Bald
CS Udo S

Hector42
27.07.2005, 22:16
Hi Udo!

Ja, ich ich fürchte mich auch vor dem Tag, an dem es nicht mehr besser wird / ich nichts mehr dazulerne, vor allem, da er in meinem Weltbild keinen Platz hat. Falls ich dann doch mal auf ihn treffen sollte wird das sicher nicht lustig.
Hm, immer schön Schritt für Schritt, damit komme ich nur selten klar (keine Ahnung wieso), ich fange oft aus Begeisterung oder Laune mit einer Sache an, von der ich das Grundwissen garnicht habe und zäume so alles von hinten auf. Der Vorteil ist, dass ich ein bestimmtes Ergebnis erwarte und solange eine produktive Phase habe, bis ein annehmbares Ergebnis herauskommt. Der Nachteil ist, dass ich dann alles andere wichtige drumherum vergesse, an erster Stelle stehen da das Abi-Lernen und sogar das Essen. Ziehmlich kurzsichtig bzw. ungesund.

Dieses absolut coole Mosaik ist ja mit einem recht kleinen Instrument aufgenommen worden, ein 105 mm Refraktor ist nicht soooo ein riesen Ding. Ich kann mich immer nicht auf eine Richung festlegen, will aber auch nicht ein Allroundinstrument (also eines, was nichts nicht kann, aber auch nichts so richtig). An einen größeren (als 60 mm) Refraktor hatte ich ja früher schon gedacht, langsam wird es ein fester Bestandteil meines geplanten Astroweges. Aber leider denke ich dabei selten an das Geld, damit später genug vorhanden ist, sollte ich jetzt mal anfangen das überfällige Abi nachzuholen...

Naja, gut, ich habe bei der Okularprojektion automatisch an eine Halterung für meine alte Nikon gedacht, die ist ja etwas schwerer, vor allem mit Objektiv.
Ja, genau, die Sterne wandern beim Fokussieren über das halbe Bildfeld, schrecklich. Ok, ganz so schlimm ist es nicht, aber wenn man das Spiel bei 747 mm Brennweite auf der Mattscheibe noch gut sieht (und auch kwatschendes Fett hört) finde ich das unbefriedigend...dabei habe ich es sicher schon auf die Hälfte weggebastelt. Wie sollen sich denn so scharfe Bilder schießen lassen, nein, nein, wenn Digitalkameran dann auch neuen OAZ! Übrigens gibt es von Canon jetzt eine Version der 20D, die sozusagen extra für Astrofotografen gedacht ist. Die 20Da sieht zwar aus, wie eine normale SLR aber die Elektronik ist halt für längeres Belichten verbessert worden.

Die Chemie für Dias ist wiklich nicht billig, habe ich letztens auch erst gesehen. Sehr gut, das mit dem Fotogeschäft, da hast Du ja Glück. Denke das wäre eine gute Lösung. Ich wollte mal selbstentfernte Filmstreifen in Fotodöschen entwickeln lassen, diese "Spezialbehandlung" hätte dann 8 € gekostet :rolleyes: .
Vom Sachsenring habe ich schonmal gehört, so bedingt das Eine das Andere: Die Wissenschaften bringen den Menschen ja auch praktische Dinge, dazu sind sie ja da, aber viele Menschen sehen sowas nicht. Ok, dass die Forschung an Spinnen auch neuartige Kugelsichere Hemden lieferte ist ein schlechtes und eher militärisches Beispiel, aber Du weiß was ich meine. Ich kann es nur nicht haben wenn jemand eine Frage stellt nach dem Motto: "Und was bringt uns das, dass wir zum Mars fliegen? Gehen dadurch meine Hüneraugen weg?" aber ich schweife schonwieder ab.

Ich habe Fitswork etwas Unrecht getan, habe es wohl mit Avis (einem Fits-Betrachter) verwürfelt. Fitswork kann auch dekonvolutionieren, es hat nur bei mir nicht funktioniert, darauf habe ich mir die neuste Version runtergeladen aber noch nicht getestet. Das PSF-Schärfen (keine Ahnung, wo da der unterschied zur Dekonvolution ist) funktioniert zwar, aber die PSF (Point Spread Function - die Verschmierform, bei Astronomen kann man ganz einfach einen nicht gesättigten Stern der Aufnahme nehmen) bestimmt Fitswork irgendwie halbautomatisch, d.h. man kann einen Stern auswählen, aber die Auswahl wird vom Computer noch beschnitten, bei meinem Test wurden Teile der Funktion (= des Sternes) weggeschnitten, das ist natürlich nicht gerade optimal. Habe nochmal weiter nach solcher Software gesucht und auch etwas gefunden, aber sehr viele der Programme lassen überhauptkeine Angabe der PSF zu, sondern man kann oft nur versuchen seine Regenwürmerförmigen Sterne mit Einer Gauß- und Strichförmigen PSF zu schärfen. Ich finde das bringt es nicht, wäre ja als wollte man bei dem bekannten Kleinkinderpuzzle den blauen Würfel in das Loch für den grünen Zylinder stecken wollen. Ansonsten finde ich es nicht schlecht, aber ich benutze meist bestimmte Programme mit bestimmten Spezialitäten, an Fitswork habe ich bis jetzt keine Spezialität für mich gefunden.
Die Kommerzielle Mikroskopiesoftware ist in Sachen Dekonvolution schon viel weiter, in einer Gallery gibt es sogar einen Jupiter: http://www.aqi.com/image_gallery.asp?id=12
Hab' mir auch wieder Linux installiert um die entsprechenden Linux-Programme auch zu testen. Die kommen manchmal direkt von den universitären Abteilungen (hier Astronomie) und haben deshalb wohl am meisten drauf. Die Erfahrung, die ich mit dem letzten gemacht habe sind, dass "Fits" ein cooles Format ist: 32-bit Bilddaten, mehrere Bilder und Text und so weiter können als eine Datei gespeichert werden. Bei den Profis sieht das etwa so aus: Mache Tomogramme vom Gehirn mit einem Abstand von 1 mm, packe die in eine Fits-Datei, zusammen mit einer Tabelle, die die Position der Tomogramme angibt. Mit den entsprechenden Promgrammen können die Informationen dann einfach als 3D-Modell vom Gehirn angezeigt werden. Besser gesagt: die ganze Fits-Datei kann eigentlich schon als 3D-Model angesehen werden. Das ist wohl nur ein einfaches Beispiel, man kann natürlich auch mehr Dimensionen nehemen und ein ganz anders Problem. Fits-Dateien können also alles mögliche beinhalten.
Man könnte auch solche Mikrospischen 3D-Bilder nehemen (eigentlich das gleiche wie oben - auch nur Tomogramme) und sie 3D-Dekonvolutionieren. Wie schon angedeutet, die Profi-Mikroskopiker machen das schon länger.
Da ich eigentlich kaum noch spiele, habe ich mir überlegt Linux als primäres Betriebssystem zu benutzen. Ist ja alles umsonst, terabyteweise Software, eben auch hochwissenschaftliche (die Wissenschaftler benutzen auch eher Unix-Systeme (Linux ist eine Art davon) - die wissen halt, was gut ist). Man kann viel mehr machen, ist aber auch wesentlich Komplexer und komplizierter als Windows, wenn man das ausnutzen möchte. Kenne allerdings auch Leute, die nicht viel davon verstehen, sondern einfach nur eben Linux statt Windows haben. Solche Designs mit verschiedenen Fensterformen und so gab es schon in meiner ersten Linux-Version, das war zu PentiumII-Zeiten. Bei Windows kam das erst mit XP und dann auch viel simpler und gegen Geld pro Design :rolleyes: . Viele Software die ich benutze ist Freeware und viele davon widerum ist Software, die es auch für Linux gibt, oder sogar früher mal nur für Linux gedacht war. Also dürfte die Umstellung leicht fallen.

Naja, jetzt habe ich mal wieder mehr über Computer, als über Astronomie geschrieben. Man könnte aber auch die Message:"Wissenschaftliche Bildbearbeitung - unter Unix einfach besser!" da herauslesen, um mein Gewissen zu beruhigen.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
30.07.2005, 19:53
Hi Hector
So nun wieder von mir mal was Neues.
Dein finaler M 27 ist wirklich der am Besten gelungene. Glückwunsch!!!
Er könnte nur meiner Meinung nach ein bissel Farbe vertragen. ;) Vielleicht lässt sich ja was beisteuern.

ich fange oft aus Begeisterung oder Laune mit einer Sache an, von der ich das Grundwissen garnicht habe und zäume so alles von hinten auf. Der Vorteil ist, dass ich ein bestimmtes Ergebnis erwarte und solange eine produktive Phase habe, bis ein annehmbares Ergebnis herauskommt.
Glaub, in diesem Punkt sind wir uns doch ähnlich.
Kleines Beispiel: Wollte heute meine Kamera zurück in ihren Koffer legen, da kam mir das Rubinar 90/500 in die Hände. Irgendwo hab ich gelesen das diese auch visuell mittels Adapter nutzbar zu machen wären. Spassenshalber ein Okular dahinter gehalten, okay so weit weg muss es gar nicht sein. Ein bisschen in meiner Altteilekiste gewühlt, da waren noch der alte Orginal OAZ des Schmidt Newton und ein altes EXA 500 Gehäuse. Außerdem fiel mir noch ein das ich einen M42 auf EXA Bajonettadapter übrig habe.
Also von der EXA die Bajonetthalterung abgeschraubt, die passte genau in das OAZ Reduzierstück 2" auf 1,25" (Glück muss man auch haben) Die 4 Halteschrauben des Bajonetts als Abstandshalter in die Bohrlöcher desselben wieder eingeklebt (Loctite). Die Bajonetthalterung ins Reduzierstück gepasst, den Kleber am Rand dazu und das 2" Verlängerungsrohr des OAZ eingeschraubt (nicht zu fest). Das Verlängerungsrohr am Reduzierstückrand abgeschnitten, jetzt hält das Gewinde des Rohres, die Bajonetthalterung in Position. Alles schon sauber blasen, dann den M42 auf EXA Bajonettadapter in die Halterung eindrehen. Fertig. Das M42 Gewinde passt auf die Russentonne und in die 1.25" Halterung das Okular eingesteckt, funktioniert sogar mit allen anderen M42 Objektiven. :)
Hab die letzten Tage ein wenig mit der Canon PS A80 experimentiert und zwar Panoramaaufnahmen. Sollte ne' kleine Übung werden für den Mond den ich ja auch als Panorama aufnehmen möchte. Die Kamera hat eine Funktion die das aufnehmen von Panoramas ziemlich erleichtert, sie zeigt im Vorschaudisplay immer noch das zu überlappende Stück des Vorherbildes an so das man das aktuelle Bild sehr genau anpassen kann. Nähte sind mir nur Aufgrund von unterschiedlichen Himmelsblau aufgefallen. Mal sehen wie ich das noch beheben kann.
Gestern waren hier auch kräftige Gewitter unterwegs. Leider waren die Blitze nur in Form von aufgehellten Wolken zu sehen, richtige Blitzkanäle waren eher die Ausnahme.
Leider hat mir die Frühschicht letzte Woche ein paar astronomische Gelegenheiten zu nichte gemacht. Aber Arbeit geht halt vor. Wollte gerne Mondfotos machen, dazu hätte ich aber spätesten gegen 3:00 Uhr aufstehen müssen, das hab ich nicht geschafft. :o Vielleicht nächste Woche.
Soweit erstmal
CS Udo S

Hector42
03.08.2005, 03:21
Hi Udo!

Kommt mir wie ein Ewigkeit vor, seit ich das letzte mal etwas geschrieben habe. Habe mich viel im parametrischen Hyperraum rumgetrieben und dort Planeten erkundet dazu seit neustem auch einen Versuch unternommen Animemäßige Bilder zu Zeichnen, naja, was heißt "Zeichnen"...mit Photoshop und der Maus halt. Hab' erstmal ohne Tutorials und so versucht ein Bild abzumalen, bis jetzt sieht es ganz gut aus, die Augen habe ich fast so hinbekommen, wie in der Vorlage und die ist schon außerordentlich Detailreich - hat mich selber erstaunt :D (ich hatte ja keine Ahnung, wie Genial Photoshop wirklich ist, diese Geschichte mit der Makroaufnahme und den 1000 Warhol-Farben ist nur die Spitze des Eisberges). Was das Ganze mit Astronomie zu tun hat? Eigentlich nicht viel aber was Du einmal darüber sagtest, dass man bei lägerer Betrachtung eines Nebels immer mehr erkennt ist auch mir wieder so ergangen, erst nach Stundenlanger Ergründung der Vorlage konnte ich Schatten und Highlights und so weiter getrennt wahrnehmen (ich meine überhaupt als solche wahrnehmen). Das Schlimme ist, dass, wenn ich hinter solche Sachen steige, sie sich damit auch ganz stark entzaubern. Wenn man ein Bild sieht - egal ob gemalt oder eine Astroaufnahme - wird es ja sofort vom Gehirn analysiert, ob man will oder nicht. Also aufgrund meiner Erfahrung werde ich immer sofort wissen, wenn ich ein H-alpha Bild von M27 vor der Nase habe. Dann werde ich denken "Och, ja, M27 in H-alpha, der Typ hätte aber wirklich etwas besser nachführen können." Ein interessierter Laie würde vielleicht denken "Ei, was ist dass denn, das sieht ja interessant aus...".

Farbe könnte der M27 wirklich noch gebrauchen, mal sehen, wie unsere Bilder werden. Den Film, wo meine drauf sind werde ich jedenfalls bald zum Entwickeln bringen, besonders viel erwarte ich mir davon aber nicht.

Hihi, ja, Dein Beispiel hätte genausogut auch mir passieren können - exakto! D.h. vor einigen Jahren habe ich mal etwas ganz ähnliches gemacht: Es ging auf Klassenfahrt mit 'nem mittleren Segelschiff, da dachte ich mir ich bräuchte etwas kleines zum Beobachten, irgendwie habe ich dann das Einsteigerzubehör an ein Revue Teleobjektiv bekommen und selbiges auf ein kleines Tisch-Fotostativ. Aber kein OAZ - Schiebefokussierung. Theoretisch wäre das auch mit anderen M42 Objektiven gegangen, aber ich hatte nur noch ein 50 mm und das hätte nicht sooo viel Sinn gemacht.
Deine Geschichte kommt mir wesentlich professioneller vor, mit 1 1/4 " OAZ. Coole Sache!
Apropos OAZ und Schiebefokussierung: beim Leitrohr lasse ich den Plastik-OAZ jetzt immer geklemmt und fokussiere lieber mit letzterer Technik, das geht wesentlich einfacher weil es viel weniger Spiel hat :rolleyes: .

Loctite ist, glaube ich, ein ziemlich geniales Zeug, hab' es noch nie selber ausprobiert, sollte ich aber vielleicht mal.

Diese Panorama-Funktion hört sich echt nützlich an, hoffe, dass es in der Astropraxis auch so gut klappt, wie es soll. Eigentlich dürfte sich das Himmelsblau doch auch nicht unterscheiden - Vignettierung, die bei der knalligen Farbe vielleicht schon bei ganz geringer Bildverschiebung zu erkennen ist??

Tjoa, das letzte Gewitter (vermutlich genau die Zelle, von der Du sprachst) war, was die Blitze angeht wirklich etwas komisch. Es hat zwar ständig geblitzt, auch recht hell, ich habe nur kaum einen gesehen. Also wohl alles hinter den Wolken. Nicht ganz alles, ich nehme an so 300 bis 500 Meter hinter mir ist einer eingeschlagen, ich war an dem Abend allgemein etwas Angststörungsmäßig drauf (überfressen) aber musste ja trotzdem mal nach dem Gewitter schauen. Naja, da hatte ich dann auch die unrationale Angst, dass mich bestimmt mindesten drei Blitze treffen werden, bevor ich "Aua" sagen kann und als es diesen fiesen Knall gab bin ich dann entgültig getürmt. Ich glaube wenn der Blitz in ein Haus dierekt neben mir eingeschlagen hätte, wäre ich trotzdem gestorben :rolleyes: . Wie Laut wäre das eigentlich? Ich meine, wie nah müsste man an einem Blitzschlag sein, damit man dadurch die Wirkung einer Blendgranate bekommt? Dieser laute Knall war jedenfalls gerade so noch nicht ohrenbetäubend.
Der Mensch kann offenbar schon recht schnell verwirrt werden, da fällt mir eine kleine Geschichte ein, bei der ich gebannt vor dem Computer saß, völlig in die Spielwelt versunken, es war Nacht und vielleicht auch Gewitter...weiß nicht mehr so genau, jedenfalls ist die Sicherung rausgeflogen, sofort war alles zappenduster und ich war wirklich absolut total Verwirrt. Erst nach einigen Sekunden ist mir klar geworden, dass ich in meinem Zimmer saß und dass es eben noch hell war, noch eine Weile später, dass ich gerade gespielt habe und dass vermutlich die Sicherung rausgeflogen ist. Das hat mich ziemlich beeindruckt, kein Lichtblitz, kein Knall, einfach nur auf einmal alles dunkel und leise und schon war ich mindestens 10 Sekunden lang völlig neben mir, ohne zu wissen, was war, was ist und was sein wird. Nein, ich konnte nichtmal diese Fragen stellen...

Die M57-Bilder sind doch nicht so schlecht, ok, ist wieder etwas verschmiert, aber den Nebel scheint das nicht so sonderlich zu interessieren. Was mir nur auffällt (verzeih mir die Kritik ;) ), ist, dass die Nebel mit der Digikamera auch nicht unbedingt viel bunter sind als meine Bilder...hm, ok, der Nebel ist bläulich und am Rand sieht man ein bissl Rot aber alles irgendwie sehr...fahl. Das würde mit einem Farbfilm doch anders aussehen oder?

Ok, dann werde ich mal weiter meinem Zeichenanfall fröhnen, obwohl gutes Foto-Wetter ist...

Alles Gute,
Hector42

Udo_S
04.08.2005, 00:52
Hi Hector
Hier noch ein paar Details zu den Digifotos, damit wir mal wieder den Bogen zur Astrografie kriegen. :D
Also ich hatte wieder die Canon PS A 80 hinter das 32mm Plössl gehängt und letztendlich 8 Bilder a 15 sec zusammen addiert. Die Bedingungen waren durch die Schleierwolken nicht die besten so das ich einige der gemachten Bilder aussortieren musste.
Hab mir die letzten beiden Tage schon reiflich überlegt was noch zu verbessern wäre. Eins aber vorneweg eine DSLR wird die Knipse wohl nie ersetzen können es ist wohl eher ein Notbehelf. Aber die Möglichkeit schon mal sich mit der Bildbearbeitung digitaler Aufnahmen auseinander zusetzen, sowie die Tatsache das man recht schnell ein erstes Ergebnis sieht, interessiert mich schon.
Etwas was ich schon verbessert habe ist die Platte auf dem die Kamera befestigt wird, war ursprünglich aus Sperrholz und ist jetzt aus Metall. Mein Kumpel hat mir da auch vier Gewindelöcher eingelassen, wodurch ich jetzt mittels Stellschrauben die Kamera in der vertikalen Achse vor und zurück stellen kann. Mir war nämlich aufgefallen das sie immer ein wenig nach vorne kippt.
Zur Zeit versuche ich mir einen "Ablaufplan" zu erstellen.
1. Hellen Stern in der Nähe des Zielobjektes suchen und versuchen am Vorschaudisplay zu fokussieren. Mit der Wega ging dieses bei den M57 Bild schon ganz gut. Ferner Probeaufnahme machen und diese beurteilen. Bei der Kamera kann ich bei gemachten Aufnahmen ins Detail zoomen.
Vielleicht hilft ja auch eine Scheinerblende, die bei der Aufnahme vorm Objektiv sitzt.
2. Objekt mit Fadenkreuzokular zentrieren. Schwierig da ja nicht mehr am Fokus verstellt werden kann. Hatte aber Glück da die "Schiebefokussierung" auch funktionierte.
3. Aufnahmen erstmal ohne Kamerazoom. Ein Aufruf an die Selbstdisziplin. Hab mich am Montag auch wieder dazu hinreißen lassen den Zoom einzusetzen. Mittlerweile wächst aber die Erkenntnis das die Genauigkeit der Monti dazu noch nicht ausreicht. Weniger ist mehr.
4. Versuchen Dunkelbilder abzuziehen. Werde ein paar Aufnahmen machen, bei welchen der Deckel auf dem Objektiv sitzt. Mal sehen ob ich die irgendwie abgezogen bekomme.

Das die Kamera etwas "rotblind" ist liegt wohl am eingebauten IR- Filter. Man liest ja auch davon das die digitalen SLR erst noch einer Modifizierung desselben erst richtig für die Astrografie von Nebeln eingesetzt werden können. Nun macht es glaub ich keinen Sinn umbauten an der kleinen Knipse vorzunehmen. Denke aber bei Sternhaufen könnten noch ein paar Ergebnisse zu erwarten sein. "Rotblind" sind die meisten Farbfilme ja auch, bis auf die Elite- und Ektarchrome von Kodak.
Es ist halt eine Möglichkeit mit höherer Brennweite zu fotografieren und mäßige Einzelbilder zu einem gefälligeren Ganzen zusammen zu addieren.
Bis Bald
CS Udo S
PS. viel Spass beim Zeichnen.

Hector42
04.08.2005, 04:26
Hallo Udo!

Schön, dass Du da so gut weiterkommst. Habe auch ein bisschen Senf zum dazugeben:

a) Unscharfe Bilder aussortieren ist auf jeden fall gut - obwohl ich unbedingt alle Bilder für meinen M27 nehmen wollte, musste ich das dann doch einsehen.
b) An Wega fokussiere ich auch oft, aber nur bei Einsatz des H-alpha Filters. Man sollte nicht an zu hellen sternen Fokussieren, wenn sie die Pixel sättigen kann man ja nicht mehr sagen, ob der dicke Lichtpunkt durch eine Unschärfe kommt, durch eine Pixelsättigung (vielleicht noch mit Blooming) oder durch beides. Beim Fokussieren auf eine Mattscheibe geht es mit moderaten Sternen auch besser.
c) Optimale Dunkelbilder: Verfahre mit den Dunkelbildern ganz genauso, wie mit den eigentlichen Bildern, d.h. mache sie bei der gleichen Temperatur und möglichst im gleichen Zeitraum (direkt vor oder nach der Fotosession, während Du noch draußen bist wäre ideal), natürlich auch gleiche Blz..
Wenn Du die Objektbilder wirklich ausschließlich addieren möchtest, sehe ich eigentlich keinen Grund mehr als ein einziges Dunkelbild zu machen, welches Du vor der Addition der Objektbilder einmal von jedem abziehst.
Nicht danach!!! Denn: wenn die Objektbilder gedreht und / oder verschoben werden müssen, um passig zu sein (und ich gehe davon aus, das sich die einzelnen Rohbilder nicht bis auf den Pixel gleichen), dann sind die Chipfehler auf den Bildern nicht mehr passig und das Ganze hat keinen Sinn. Ich weiß nicht, ob Du eine Software Benutzt, die das automatisch macht, mir wäre jedenfalls nicht wohl dabei, es sein denn dabei steht eine Erklärung, was genau das Programm macht und diese sollte mindestens so logisch sein, wie meine da oben. Bei geringen Mengen an Rohbildern würde ich persönlich das lieber kontrolliert in Photoshop machen, wenn man das manuell macht, versteht man das Prinzip viel besser, finde ich. Wenn Du möchtest erkläre ich es Dir, ist total einfach.
Falls Du auf die Idee kommen solltes, Blider zu mitteln, solltes Du ebenso auch entsprechend viele Dunkelbilder machen und jeweils eines von einem zu mittelnden Bilder (oder von einem zu mittelnden Stapel bereits addierter Bilder) abziehen, das gibt noch einen Rauschvorteil, aber vielleicht hat Dir das ja alles schon Dein Programm gesagt, fall Du ein entsprechendes hast, oder bei Dir geht alles automatisch.

Ach so ist das mit dem IR-Filter. Sowas hatte ich mir zwar schon gedacht, dabei habe ich die Schuld aber eher auf den Rotfilter geschoben, daran, dass so ein Ding noch einen IR-Filter hat, habe ich garnicht gedacht aber eigentlich weiß ich das schon :cool: :D :o .
Bei chemischen Filmen musste ich davon dann auch irgendwann erfahren, kenne keinen s/w-Film , der bei über 600 nm noch eine annehmbare Empfindlichkeit besitzt (außer natürlich den TP, der hat tollerweise gerade sein Maximum bei der H-alpha Linie). Bei Farbfilmen hatte ich nicht gewusst, dass das da auch so schlimm ist, nur befürchtet.

Die Zeichnung ist zu meiner, fast vollen, Zufriedenheit verlaufen. Zufrieden wäre ich gewesen, wenn sich Vorlage und Abzeichnung fast geglichen hätten, aber was erwarte ich Unfähiger eigentlich, die Vorlage stammt von einer Person, die das wohl schon, ich nehme an, 5 - 15 Jahre lang macht und meine Abzeichnung kann schon sehr gut mit den Animes aus dem Fernsehen konkurrieren, die sind ja nicht sooo Detailreich.
Eigentlich kenne ich keinen schlechteren Zeichner als mich (wenn es nicht um technisches Zeichenen geht) aber diese Aktion hat mich echt beflügelt. Ohne Vorlage sieht es aber wieder ganz schlecht aus, meine Vorstellungskraft ist anscheinend extrem schlecht im visualisieren von Details (wie Schattierungen), aber das wollte ich schon lange mal bekämpfen.

So, das wär's mal wieder gewesen,

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
06.08.2005, 00:41
Hi Hector
Ja. Über eine kleine Anleitung zum Thema Bilder addieren und Dunkelbilder abziehen würde ich mich schon freuen.
Werde mich in den nächsten Tagen noch ein bisschen damit beschäftigen.
Hatte gestern (5.8.) in den frühsten Morgenstunden mal wieder die Gelegenheit mich etwas analog zu betätigen. Der Wetterbericht hatte für die Nacht aufklaren gemeldet und so hab ich mein ganzes Zeugs schon mal zusammengestellt. Leider stellte sich diese Aufklarung erst gegen 0:30 Uhr ein so das ich erst gegen 1:15 Uhr mit den Aufnahmen beginnen konnte. Da ein ziemlicher Dunst kaum Horizontsicht zuliess hab ich mich auf die höheren Regionen konzentriert. M27 und der Cirrusnebel waren meine Wunschkandidaten. M27 finden eigentlich kein Problem. Beim Cirrus hatte ich schon mehr Bedenken, allerdings halfen hier die Karten die ich mir neulich ausgedruckt habe. Sind sozusagen Astrofotooptimiert, hab mir darauf schon mögliche Leitsterne angezeichnet und das Format so gehalten, wie sie mit dem jeweiligen Objektiven abgebildet wären. So ging es mit Starhopping zum Cirrus der im 4,5" Leitrohr eine Premiere hatte. Ganz ehrlich hätte ich nicht gewusst das er Da wäre, hätte ich ihn übersehen aber so konnte ich den zarten Schimmer ausmachen, sogar einiges an Details war erkennbar.
Naja nach 3 Aufnahmen mit dem 5,6/500mm Rubinar a 20 min und 2 Aufnahmen mit einem 4/135mm Objektiv a 10min da war die Nacht auch schon fast wieder rum.
Aber besser wie nix.
Alles Gute wünscht ein etwas schläfriger
Udo S

Hector42
07.08.2005, 03:07
Hallo Udo!

Um eine gut Anleitung aus dem Hut zu zaubern, habe ich natürlich auch Beispielbilder gemacht (die habe ich Dir gemailt, schade, dass die anderen Forumsbesucher nicht die Bilder zur Anleitung haben).
Aufnahmeobjekt ist ein Teil meines chaotischen Zimmers, Daten:

Nikon D100
30 " Blz.
6400 ASA

Bevor es wir loslegen aber nochmal kurz etwas Theorie, das was ich erklären will sieht nämlich nicht unbedingt nach einer Addition aus, sondern eher nach einer Mittelung. Das macht aber eigentlich keinen Unterschied: Mitteln bedeutet ja, dass man mehrere Bilder addiert und dann durch die Anzahl der Bilder Teilt. Wenn man danach wieder mit der Anzahl der Bilder Multipliziert hat man ja wieder die einfache Addition. Es ist in diesem Fall also völlig egal, wie man es nun nennen möchte, es kommt nur darauf an, dass sich das Signal / Rausch-Verhältnis verbessert.
Nochmal konkret: wenn man zwei Bilder addiert, werden sie heller, aber das Rauschen bleibt gleich. Wenn man zwei Bilder mittelt bleibt die Helligkeit gleich, aber das Rauschen ist schwächer. Multipliziert man dieses Bild nun mit 2 ist es völlig identisch mit dem Bild, welches aus der dierekten Addition hervorgegangen ist. Das Signal / Rausch-Verhältnis ist gegenüber einem einzigen Bild verbessert, allein darum erkennt man auf dem fertigen Bild mehr.

So, jetzt zu den Dunkelbildern und der praktischen Durchführung des ganzen in Photoshop (ich habe 7.0 benutzt):

Objektbilder: Drei Stück, wobei ich dazwischen die Kamera etwas bewegt habe, um das ganze etwas realistischer zu machen.
Dunkelbilder: wir benutzen hier nur erstmal eines, das ist auch in Ordnung.

Legende:
Menübefehle
Photoshop Wortlaut (nicht unbedingt ganz genau)

0) Photoshop öffnen und vergewissern, dass das Fenster für die Ebenenansicht da ist (Menü -> Fenster -> Ebenen)
1) Bilder und Dunkelbild öffnen. Die Bilder dürfen nicht im Modus "indiziert" vorliegen und auch nicht 16 bit haben (Bild -> Modus)
2) Ein (Objekt-) Bild auswählen, dann Bild -> Bildberechnungen... .
"Quelle" auf das Dunkelbild verweisen lassen
"Modus" auf Subtrahieren einstellen.
Der Rest sollte eigentich schon richtig eingestellt sein, aber immer kontrollieren: "Ebene": Hintergrund, "Kanal": RGB, "umkehren": aus, "Deckkraft": 100 %, "Skalierung": 1.
3) Mit den anderen Objektbildern ebenso verfahren.
4) Jetzt kopieren wir all diese Bilder, von denen wir bist jetzt das Dunkelbild abgezogen haben zusammen. Das geht z.B. so:
Z.B. Bild 1 auswählen, Strg+a drücken (Kombi für "alles auswählen"), Strg+c drücken (Kombi für "Kopieren").
Nun meinetwegen Bild 3 auswählen und Strg+v drücken (Kombi für "einfügen". Nun sollte Bild 3 aus zwei Ebenen bestehen.
5) Wie bekommt man nun die beiden Ebenen passig übereinander, falls sich die Aufnahmen etwas unterscheiden? Antwort: die oberste Ebene auf den Modus "Differenz" einstellen, dadurch sieht man sehr gut, wenn die Sterne übereinander liegen. Je dunkler, desto besser. Verschieben kann man die Ebene mit dem Verschiebungs-Tool (ganz oben rechts in der Toolbox), sollte eine Drehung oder Verzerrung nötig sein, so geht das mittels "freier Transformation" (Strg-t oder Menü -> Bearbeiten -> Frei Transformieren, je nach Programmversion könnte es auch besser sein Menü -> Bearbeiten -> Transformation -> per Eingabe zu wählen). Hier sollte aber eine ganz Einfache Verschiebung der Ebene völlig ausreichen.
6) So, nun die Ebene wieder auf den Modus "Normal" stellen und ihre Deckkraft auf 50 %. Dadurch werden die Beiden Ebenen gemittelt.
7) Jetzt an das zweite Bild, mit dem wird genauso verfahren, wie mit dem Ersten: Auswählen, Kopieren, in das dritte Bild einfügen, auf "Differenz" stellen, ausrichten, auf "Normal" stellen und...neeein, nicht auf 50 % Deckkraft, sondern auf 33 % Stellen! Denn: Jedes Bild soll den gleichen Anteil am Endbild haben, deshalb gilt: Deckkraft des n-ten Bildes = 100 % / n. Es ist das dritte Bild (die dritte Ebene), also 33 %.
8) Juhuuu, fast fertig: nur noch Menü -> Ebene -> auf Hintergrundebene reduzieren ...
9) ... und dann Strg+L (Kombi für "Tonwertkorrektur") um das ganze heller zu machen. Wenn man in diesem Fall den rechten Schieber von 255 auf ein Drittel davon (also 85) zieht, dann kommt das einer Multiplikation mit 3 gleich und man macht aus unserer Mittelung eine Addition. Das beste wird aber sicherlich sein mit den Schiebern einfach herumzuprobieren.

Phu, wenn man das ganze schriftlich erklärt, ist es viel schwieriger und hört sich auch Schwieriger an.
Falls es jetzt noch interessierte gibt, die ich nicht völlig verwirrt habe noch ein paar Anmerkungen:
Möchte man keinen Murks machen, sollte man sich an die grobe Reihenfolge halten, d.h. jegliche Filter oder (unkontrollierte) Helligkeitskorrekturen o.ä. erst ganz am Ende. Zuerst Die Dunkelbilder abziehen, dann die Bilder übereinanderlegen.
Will man die Bilder genauer ünereinanderlegen, falls sie gedreht oder verschoben sind kann man sie einfach größer machen.
Ich weiß nicht ganz genau, wie Photoshop intern rechnet, d.H. möglicherweise könnte es Ungenauigkeiten beim Verarbeiten von vielen Bildern geben, wenn man die Ebenendeckkraft dann eben auf einen recht geringen Wert einstellen muss. Ich meine: das dritte Bild müsste man auf 33,3333... % einstellen, gehen tun aber nur 33 %, das ist nicht unbedingt ganz optimal aber ich will auch nicht schwarzmalen.
Ähnlich dürfte in Schritt 8) / 9) eine ziehmliche Ungenauigkeit entstehen, da durch das reduzieren auf eine Ebene schwache Bildinformationen verloren gehen könnten. Besser wäre es vermutlich alle Rohbilder nach Abzug des Dunkelbildes vorher auf die gleiche Weise und in der gleichen Stärke heller zu machen, meinetwegen mit "Tonwertkorrektur" und dann bei jedem den rechten Schieber auf 100 oder so stellen. So kann man übrigens auch Rohbilder verschiedener Belichtungszeiten miteinander Verrechnen, das funktioniert sonst nicht. Aber verschiedene Belichtungszeiten zu benutzen ist generell eine schlechte Idee, es sein denn, man weiß ganz genau was man da tut.
Man könnte auch mehrere Dunkelbilder aufnehmen und diese mitteln, bevor man diese Mittelung von jedem Objektbild abzieht, wer das Prinzip durchschaut hat sollte jetzt wissen, wie es geht. Das verbessert, noch leicht die Bildqualität.
Ich selbst benutze nur wenige Bilder und arbeite gerne mit Photoshop, es gibt allerdings dort draußen im Netz auch Programme, die das Alles automatisch machen. Manche ganz sicher schlechter, als würde man es manuell machen, andere bestimmt auch besser. Jeder muss selber wissen, welche Methode er am besten findet oder welche unter welchen Umständen vielleicht besser ist, als eine andere.

Schade, dass das Wetter nicht so 100 % ig mitgespielt hat, Udo, aber wie Du schon meintest: besser als nix.
Diese Vorbereitung im Sinne "astrofotooptimierte Karten" ist gut, ich mache es ähnlich: in der Kartensoftware lasse ich meine verschiedenen Bildfelder eingeblendet und den Bereich, in dem ich das Leitrohr verstellen kann. Allerdings mache ich mir um den konkreten Leitstern wenig sorgen, das hat schon zu manch verzweifelter Situation geführt, sich das Leitrohr nicht so stark verstellen lässt.

Viel Spaß bei der digitalen Bildbearbeitung,
Hector42

Udo_S
07.08.2005, 12:37
Hi Hector
Vielen herzlichen Dank erstmal, hab sowohl die Mail als auch den Bericht durchgelesen. Denke damit komme ich klar. Interessant auch mal die "Hintergründe" der Bildverarbeitung erklärt zu bekommen, gerade deshalb weil ich darin wenig Ahnung habe ist es schon recht hilfreich. Obwohl ich immer noch Schwierigkeiten hab mir das alles vorzustellen. :o
Naja ich muss es halt probieren. Leider stehe ich Ausrüstungstechnisch gerade in "Unterhosen" da. Gestern hat mir mein Kumpel die Distanzringe für die Kamerafokussierung vorbeigebracht und sich den OAZ des 10" 'ers mitgenommen, damit er die Maße für die Halterung des Untersetzungsgetriebes nehmen und anpassen kann. Ohne OAZ keine Aufnahmen mit der Digiknipse. Vom Wetter her ist es ja eh eher mies und Frühschicht hab ich auch, hoffe nur das es bis zum nächsten Wochenende fertig ist.
Übrigens hat mir der Händler versprochen, das die Prismenklemmen auch nächste bzw. anfang übernächste Woche geliefert werden sollen. Damit wäre ich ja fürs erste Komplett.
Hab dir ja neulich geschrieben das ich beim Nachführen Schwierigkeiten hatte, weil das Bild zitterte. Könnte Tubusseeing gewesen sein, bei der letzten Fotosession war davon jedenfalls nichts zu merken, da war der Tubus des 4.5" schon recht ausgekühlt.
Also recht vielen Dank nochmal.
Alles Gute
CS Udo S

Hector42
08.08.2005, 23:54
Hallo Udo!

Schön, dass ich helfen konnte, ist ja für mich auch ein Erfahrungsgewinn gewesen, z.B. wusste ich vorher auch noch nicht so richtig, wieso genau ich eigentlicht für die Ebenen 100 %, 50 %, 33 %, ... Deckkraft nehmen wollte und ob das überhaupt richtig sei, erst währenddessen ist es mir klar geworden.
Habe letztens das gleiche Experiment noch mal anders gemacht: 10 Aufnahmen, 10 Dunkelbilder und ein Flatfield mit dem passenden Dunkelbild dafür. Ist aber nicht viel geworden, bei zwei Bildern mit je 10 Ebenen, die alle 6 Megapixel haben ist mein Computer dann doch etwas in die Knie gegangen. Lag daran, dass Photoshop alles, was ich gemacht habe auch schön ordentlich zwischengespeichert hat, um es wieder rückgängig machen zu können...das ist natürlich eigentlich gut, nur in diesem Fall ergibt das unglaubliche Datenmengen und jede Aktion verzögert sich um Minuten. Werde es aber nochmal probieren, glücklicherweise kann man Photoshop sagen, dass es nicht unbedingt alles Zwischenspeichrn soll. Müsste dann viel besser gehen.

Je nachdem, wie viele Bilder verarbeitet werden sollen und wie gut das Lanzeitbelichtungsverhalten Deiner Kamera ist, könnte der Folgende Teil für Dich von Bedeutung sein oder auch nicht (aber hey, ich ergründe nur mal wieder die "Theorie des perfekten Bildes", wie praktikabel das für den Einzelnen ist, kann ich nicht sagen, falls es zur allgemeinen Verwirrung Beiträgt: lieber ersmal wieder Vergessen):
Negativ bei der ganzen Sache war nämlich, dass die Kamera bei diesen Belichtungsreihen heißgelaufen ist, bei den Bildern und Dunkelbildern, die eigentlich alle gleich aussehen sollten, wird das thermische Rauschen zum Ende hin wesentlich stärker. Das bedeutet eine weitere Verkomplizierung für Kameras ohne aktive Kühlung und zwar dahingehend, dass es am besten wäre wirklich für jedes Objektbild auch ein Dunkelbild zu haben. Damit nicht genug, die Bilder müssten auch bei der selben Chiptemperatur aufgenommen sein, d.h. entweder Bild1, Dunkelbild1, Bild2, Dunkelbild2, ... oder erst alle Objektbilder, dann die Kamera abkühlen lassen und dann choronologisch ganz genauso die Dunkelbilder. Methode 1 hat den offensichtlichen Nachteil, dass (so wie hier aufgeschrieben) der Chip bei Dunkelbild1 ja schon etwas wärmer ist, als bei Bild1. Methode 2 hat den Vorteil, dass man die Kamera zwischendurch abkühlen lässt und man daher eine geringere Maximaltemperatur erreicht, dafür liegt zwischen den Belichtungsreihen aber auch eine gewisse Zeit und man muss auf genaue Reproduktion achten. Alles in allem würde ich die 2. Methode favorisieren. Das heißt falls durch die Erwärmung des Chips nicht alle positiven Effekte, wegen denen man überhaupt den ganzen Aufwand treibt, zunichte gemacht werden (dann macht dieser ganze Absatz hier keinen Sinn).
Eigentlich bin ich da recht pessimistisch, aber mal sehen was aus dem Experiment wird. Eigentlich war es ja ein Experiment um die Wirkung eines Flatframes zu erkunden...

Heh, na da stehst Du ja schön auf dem Schlauch :( . Hätte auch nicht gedacht, dass sich das mit der Prismenklemme doch noch so lange hinzieht.
Hm, Tubusseeing. Ist das so ein Einsteiger mit Planparalleler Platte? Dann könnte ich es verstehen, auch wenn ich bei meinem soetwas nicht bemerkt habe (aber früher, als ich das Ding noch benutzt habe, war ich noch unerfahren und musste auch nichts nachführen). Wenn er offen ist, sollte es aber doch recht schnell auskühlen, vor allem, weil es ja kein großes Instrument ist. Beim 8-Zöller habe ich auch nichts derartiges bemerkt, als er noch im Rohr war. Aber man kann ja nie wissen...
Ausschließen, dass das Zittern von der Monti kommt, kann Deine Beobachtung, dass letztens nichts gezittert hat, jedenfalls nicht. Beim Nachführen bemerke ich auch immer, das sich die Montierung verschieden verhalten kann. Mal ruppig, mal muss ich kaum korregieren - das könnte an der Balance liegen. Egal wie gut man ausbalanciert, physikalisch perfekt geht nicht und daher gibt es doch schonmal zwei Möglichkeiten der Belastung, nämlich entweder zieht die Schnecke, oder sie schiebt. Ich habe sogar mal in einem anderen Forum gelesen, das jeman bewusst die Gegengewichte ganz leicht verschoben hat, damit ein kontrollierter Zug oder Schub (oder was immer er gut fand) vorhanden war und kein hin und her Zittern der des Schneckenrades zwischen den Schneckenflanken bei der theoretisch perfekten Balance. Jemand entgegnete, dass er damit die Machanik stärker abnutze, ob das so schlimm ist, weiß ich nicht. Jedenfalls sorgt eine andere Balance durch ein neu aufgestelltes Teleskop bei mir oft für ein anderes Nachführfeeling als bei der letzten Aufstellung. Und auch wenn es permanent aufgestellt ist, wäre ich mir bei der EQ-6 nicht zu sicher, dass das Schneckenrad auch überall gleich gut gleitet...
So, das war nur meine Meinung, wie immer ;) .

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
12.08.2005, 21:26
Hi Hector
Melde mich mal wieder hier um auch andere interessierte Leser an den letzten Entwicklungen teilhaben zu lassen.
Apropo Entwicklung, hab heute einen Diafilm von selbiger abgeholt. War nur ein einziges Astromotiv darauf, M17 unter www.deepsky.de ist es wie immer unter der Astrogalerie bei Deep Sky Objekte "Nebel" zu sehen.
Hab hier die Bildbearbeitung wieder etwas rückhaltender betrieben, so das, das Ergebnis dem Orginaldia sehr nahe kommt.
Hab festgestellt das man schon beim Scannen viel beeinflussen kann. Die Einstellmöglichkeiten sind erheblich und je nach dem ob man es lieber knallig bunt oder dezent haben möchte, kann hier schon entschieden werden.
Zu Thema Seeing hab ich neulich das hier gefunden. http://uk.geocities.com/dpeach_78/pickering.htm
Finde es sehr anschaulich gemacht.
Übrigens ist mein "Einsteiger" ein ganz gewöhnliches Newtonteleskop. Das Tubusseeing kam daher da sich der Lagerungsort doch etwas erwärmt hatte.
Leider sind sämtliche neuen Gewitterdias komplett unterbelichtet. Ohne den eigentlichen Blitz wird das wohl nix.
Das Wetter spielt in letzter Zeit auch nicht mehr mit. Somit auch keine weiteren Neuigkeiten. Obwohl mein Feinjustierer ist am OAZ angebaut. Mal sehen wann ich ihn endlich mal testen kann.
Alles Gute
CS Udo s

Hector42
12.08.2005, 22:57
Hi Udo!

Hm, "Pickering Rating". Mehr als 3 scheint bei mir nicht drin zu sein - dieses Optikfehler-Simulationsprogramm habe ich auch, gibt's mal wieder als Freeware im Netz, damit kann man auch seine intra- und extrafokalen Beugungsbilder beurteilen (astigmatismus, sphärische Aberration usw.), ist eine nette Spielerei. Mein Frauenhofer Leitrohr (also den 60 mm f/15 Einsteiger) würde ich schon bei 7 ansiedeln.
Bilder von M17 habe ich bis jetzt kaum welche gesehen, sehr interessant, den Schwan sehe ich jedenfalls.
Kannst den Tonwertbereich beim Scannen auch schon auf das Wichtige begrenzen, mit etwas Glück ist das besser, als eine spätere Tonwertkorrektur. Aber vielleicht auch nicht, kommt darauf an, wie der Scanner arbeitet und sooo genau kenne ich mich da auch nicht aus. Ist bestimmt auch unterschiedlich.
Cool, freue mich für Dich, dass Dein OAZ einsatzbereit ist, hoffentlich kannst Du ihn bald ausprobieren.

Viele Grüße,
Hector42

Udo_S
13.08.2005, 08:51
Hi Hector
Ja, Nächte mit guten, mit wirklich guten Seeing sind selten, Nächte ohne Wolken dieses Jahr auch. :( Zur Zeit regnets mal wieder. Optikfehler Simulationsprogramm klingt interessant, hast nicht zufällig einen Link zur Hand? Danke im Vorraus.
Ja das mit dem richtigen Einscannen, scheint mir ein großer Knackpunkt bei der Bildbearbeitung zu werden. Vieles wird dabei zur Geschmacksache werden hier mal Beispiele: http://www.astro-galerie.de/data/media/3/Rosettennebel_300mm_bea_2.jpg
Den Rosettennebel kennst du ja schon, er wurde eingescannt mit dem Epson Perfection 2580 Photo "Professioneller Modus" 1200dpi unter anderem war der Button "Farbwiederherstellung" auf "On"
Selbes Objekt, dasselbe Dia, nur ohne diesen Modus: http://www.astro-galerie.de/data/media/3/img062.jpg
Die Beurteilung der Aufnahmen ist sicherlich Ansichtssache.
Da muss wohl jeder erst seinen "Style" finden, ich suche noch.
Mir persönlich fällt 2. Version besser. Diese Version werde ich noch mal mit meinen neuen "Erkenntnissen" bearbeiten. Also mehrmals einscannen und Bilder addieren, so wird das Rauschen wesentlich geringer.
Also zusammenfassend:
-Beim Einscannen darauf achten das die Einstellungen stimmen,
-Das Bild mehrmals einscannen und die Bilder addieren, eventuell Dunkelbild abziehen. Das wurde übrigens in der 2. Version nicht gemacht.
-Nur noch leichte Korrekturen ( Tonwerte, Kurven usw.)

Tja, die neue Technik würde ich auch gerne mal ausprobieren, aber das Wetter. Nächste Woche kommt ja der Mond wieder zur Geltung und am Wochenende geht es nochmal in Richtung Urlaub. Ich gehe jede Wette das dann die nächsten 14 Tage optimale Bedingungen sind. Naja diesmal sind wir mit dem Auto unterwegs und vielleicht kann ich ja meinen Einsteiger mitnehmen.
Alles Gute
CS Udo S

Hector42
14.08.2005, 17:46
Hi Udo,

hier der Downloadlink für Aberrator: http://aberrator.astronomy.net/html/download.html



-Das Bild mehrmals einscannen und die Bilder addieren, eventuell Dunkelbild abziehen. Das wurde übrigens in der 2. Version nicht gemacht.

Jupp, als wir noch keinen Negativscanner hatten, bin ich garnicht auf die Idee gekommen, dass man beim Scannen ja auch besser fährt, wenn man das mehrmals scannt (in den Einstellungen fiel mir dann der Eintrag "Mehrfachscan" auf, den habe ich gleich mal auf 16x gesetzt).
Wie meinst Du das mit dem Dunkelbild? Hast Du das schon vollends ergründet? Der Scanner ist doch eine CCD-Zeile, benötigt das denn ein Dunkelbild (währe dann ja ein streifiges)? Oder wie war das gemeint?
Also erfahrungsgemäß lasse ich beim Scannen den Computer nicht schon automatisch am Bild rummachen - fast alle automatischen optionen aus, bei mir. Ich würde auch sagen, das das zweite Bild mehr Potential hat.

Tja, zu dumm, dass der Mond wieder kommt, die 5 bestellten TP's müssten bald kommen...und die 5 Ektachromes auch - war ein teurer Monat...und alles für Verbrauchsmaterial, nichts für "Hardware".
Hoffe trotzdem, dass Du in nächster Zeit astronomisch nicht unterfordert wirst, auch wenn es wieder auf Reisen geht ;) .

Alles Gute,
Hector42

Udo_S
14.08.2005, 19:29
Hi Hector
Erstmal Danke für den Link, zwar alles englisch :o aber ich finde mich da schon durch. Eine ersten Überblick hab ich mir schon verschafft.
Tja bei Scannen liegt wohl noch einiges an Potenzial.
Das "Dunkelbild war sozusagen ein Versuch. Beim Einscannen mit der "Farbwiederherstellungsfunktion" wurden die Bildfarben ja extrem verstärkt, auch die unerwünschten wie der Hintergrund. Das eingescannte Dunkelbild hatte so ungefähr denselben Effekt als wenn du beim Photoshop den Hintergrund bearbeitest. Wichtig ist nur das der Hintergrund und der Farbstich des "Dunkelbildes" übereinstimmen.
Beim "normalen" Einscannen ist es nicht unbedingt nötig da sich das weitere Aufhellen in Grenzen hält.
Interessant wird die "Farbwiederherstellung" bei Objekten die gerade so zum Vorschein kommen, vielleicht kombiniere ich diese Option mit "Normalen" Aufnahmen.
Mehrfachscan's werde ich wohl auch zukünftig machen, das Bildrauschen wird wesentlich gemildert, hier mal noch ein Beispiel das neueste M17 Dia.
http://www.ccd-pictures.de/details.php?image_id=167&sessionid=9a5629964619a564c3657a9418f56341
Mit 15min Blz durch das 5,6/500mm Rubinar ist der Omeganebel eigentlich viel zu kurz belichtet. Durch die Mehrfachscan's ist wenigstens das Bildrauschen geringer.
Ingesamt gibt es noch viel auszuprobieren, dummerweise hab ich gerade meinen Scanner verborgt. (an meinen Metalbauer, eine Hand wäscht die andere :) )
Nächste Woche ist auch bei mir Lieferung angesagt, die Klemmen, ausprobieren geht dann wohl erst nach den Urlaub.
Wenigstens hab ich für reichlich Lesestoff gesorgt. "Tipps und Tricks für Sternfreunde" und "CCD Astronomie in 5 Schritten" gehen mit auf die Reise.
Okay, CCD hab ich zwar nicht, ist sozusagen Grundlagenforschung.
Das Wetter soll sich ja auch bessern, so hoffe ich wenigstens mit der Digiknipse noch ein paar GC's ablichten zu können.
He, Ektachromes auf die Bilder bin ich schon gespannt.
Alles Gute
CS Udo S

Hector42
23.08.2005, 16:35
Hallo!

So, hat sich jetzt einiges getan, die Elitechrome-Bilder habe ich Dir ja zukommen lassen, NGC7000 finde ich da garnicht gut getroffen, M27 schon eher, aber der Film ist für dieses Objekt wohl etwas zu grobkörnig (was für eine Überraschung). Am besten gefällt mir der Zirrusnebel, kommt zwar auch nicht allzu prächtig rüber, aber ich finde es sieht aus, als stecke in diesem Objekt viel Potential - schön strukturiert. Vielleicht in einer guten Nacht mit dem Ektarchrome oder mit dem TP und dem H-alpha Filter...
Bei uns Garten ist jetzt doch der ein oder andere Baum gefallen :D , jetzt ist die sicht sogar noch etwas freier als im winter. Berauschend ist es trotzdem nicht.
Ich habe auf der Verpackung der Ektachromes gesehen, dass die sich bis 800 ASA pushen lassen können, kannst ja mal Deinen Diaentwickler fragen, ob der das machen könnte, wenn Du die überhaupt pushen wollen würdest (wenn er manuell entwickelt sollte das nicht der Rede wert sein).
Deinen Omeganebel finde ich eigentlich ganz nett, ich erkenne hier allerdings eher den Schwan, als das Omega :) (wieviele Namen hat der eigentlich, ich glaube es gibt doch zumindest noch einen dritten?).
Hey, ich habe "Astrofotografie in 5 Schritten", daher glaubte ich auch fälschlicher Weise zuerst, der Farbwelt wäre ein guter Astrofilm...böses Buch.
Zu den Gewitterbildern: Also, wenn es sich einrichten ließe, dann wären maximale Auflösung, und TIFF mit eingebauter LZW- oder noch besser ZIP-Kompression meine favorisierten Dateieigenschaften (keine Ahnung, ob das "eingebaute" Zip besser ist, als wenn man die unkompriemierte TIFF-Datei einfach Zippen würde). Aber bitte nur die Bilder 2, 9, 11 und 12, muss mich immernoch mit einer lahmen und darum sehr teuren Einwählverbindung begnügen.
Tut mir Leid, dass ich die Geschichte für Gimp noch nicht umgeschrieben habe, komme momentan zu nichts. Das mit dem Englisch vergesse ich auch immer wieder :o , allerdings hast Du's dann auch schneller drauf und später kann es Dir dann auch egal sein und Du brauchst Dein Astrowerkzeug nicht nach der Sprache auszuwählen ;) .
Phuu, ich glaube irgendetwas anderes wollte ich noch ansprechen, aber ich kann mich echt nicht mehr konzentrieren, bin schon 24 Stunden wach (was heißt schon - als ich noch mit Kumpels private "Netzwerkparties" geschmissen habe, war 24 Stunden dauerzocken am PC angesagt (naja, auf 1 - 3 Stunden Pausenzeit ist man da schon gekommen), das waren noch zeiten! Heutzutage sind diese Parties groß, offiziell und in Hallen und die wenigsten können noch 72 Stunden ohne Schlaf auskommen (naja, habe ich offensichtlich auch verlernt))
...werde wohl noch irgendwie bis heute abend durchhalten müssen, dann normalisiert sich mein Rythmus wenigstens wieder. Durch Astronomie oder ähnlich interessante Dinge komme ich nämlich oft in den momentanen Zustand, wo dann 10 Uhr Bettgehzeit ist...also morgens...

Viele Grüße,
Hector42