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mac
21.05.2007, 14:44
Hallo Forum,

Auslöser für diesen Beitrag war dieser Post http://www.astronews.com/forum/showpost.php?p=23313&postcount=6
von Garfield. Ich will mich schon vorher bei Dir für den Missbrauch Deines Posts entschuldigen Garfield. Warum, wirst Du etwas weiter unten finden.

In meinen Augen wirft er ein Schlaglicht auf eine journalistische Kernaufgabe: Wie gestalte ich einen Artikel über einen Sachverhalt so, dass ihn möglichst viele Menschen lesen und dass er trotzdem möglichst informativ ist. Wir alle kennen das durchaus geniale Beispiel für den Anspruch auf ‚möglichst viele’ leider unter fast völliger Aufgabe des Anspruchs auf ‚informativ’ und viele von uns kennen auch das genaue Gegenteil in Form von wissenschaftlichen Publikationen.

Der hier von mir genannte Post von Garfield ist in meinen Augen ein deutliches Beispiel für die Folgen des gelegentlichen Misslingens eines Spagates zwischen den beiden Ansprüchen. Das vermeintliche ‚Schicksal’ des Sonnensystems bei der Verschmelzung von Andromeda und Milchstrasse als Aufhänger für den Bericht über diese Art von Simulationen zu wählen. Solches Misslingen wird natürlich, nicht einmal stets vorhersehbar, immer wieder geschehen. In diesem speziellen Falle mag es sogar eine Kette von empfundenen Erwartungen auf Seiten der, die Journalisten informierenden Wissenschaftler und der wohl mehrfachen Aufbereitung durch verschiedene Journalisten gewesen sein. Eine, durchaus nachvollziehbare Folge solcher ‚Vereinfachungsketten’ sehen wir in dem Post. Am Ende wird die Wissenschaft für tatsächlich so naiv und einfach gestrickt gehalten. Was ich Dir damit, Garfield, nicht unterstellen will (daher auch meine Entschuldigung für den ‚Mißbrauch’) womit wir aber mehr oder minder häufig durch einige Teilnehmer konfrontiert sind, und was viele von uns ab und an auch schon selbst spontan gedacht haben.

So, Ende der beklagenden Einleitung.



Wie könnte es besser sein?

Die, nicht nur bei Astronews gebräuchliche Form von kurzer Zusammenfassung und anschließender ausführlicherer Erklärung ist, so denke ich, schon mal eine sehr gute Sache.

Der bereit in die Tat umgesetzte (leider inzwischen schon wieder völlig vernachlässigte) Vorschlag von UMa, als besonders hilfreich empfundene Literaturstellen in einem eigenen Thread zu sammeln zielt, denke ich, ebenso in die richtige Richtung. http://www.astronews.com/forum/showthread.php?t=1365

Ebenso hilfreich finde ich ein Index-System, wie ich es bei http://www.astronomie.info/forum/index.php gefunden habe, bei dem einzelne Fachbegriffe per hyperlink erklärt werden.

Darauf will ich auch (aber nicht nur) hinaus. Wir nutzen die Möglichkeiten unseres Mediums nicht so konsequent, wie es möglich sein sollte. Daher ein weiterer Vorschlag von mir, den ich gerne zur Diskussion stellen würde.

Neben zahlreichem Small-Talk, Unfug und dergleichen mehr, haben einige von uns in der Vergangenheit auch ganz hervorragende Artikel zu vielen verschiedenen Sachthemen geschrieben, nicht nur hier im Forum, sondern auch in anderen Foren (ich denke an MikeHammerKruse’s Bedingungen für ein Orbitalseil, an Bynau’s zahlreiche, hervorragende Artikel zum Sonnensystem und zur Planetologie, an Galileo’s zahlreiche Querverweise auf Unfug und Personen, aber auch auf Quellen für die verschiedensten Sachthemen. Und seien es auch ‚nur’ Zusammenstellungen von Quellen zu den Themen, die ja auf jeden Fall sehr viel Sucherei ersparen.

Dieses inzwischen heftig angewachsene ‚Wissen’ schlummert, immer unzugänglicher werdend, im Archiv vor sich hin. Eine Möglichkeit (für die Zukunft?) könnte doch sein, einen leichter zugänglichen Suchindex aufzubauen, der zu den entsprechenden Posts verlinkt. Der Nachteil des derzeitigen Verfahrens ist, dass man sich an einzelne Worte oder Sätze genau erinnern muß, um einen Artikel wiederzufinden, was für jemanden, der diesen Artikel nicht selbst gelesen oder gar geschrieben hat, ungleich schwerer ist.

Dieser Index muß sich nicht auf einzelne Post’s beschränken. Gerade z.B. zwischen Toni und Aurora hat es viele Diskussionen gegeben, bei denen ein nicht-Fachmensch nicht entscheiden kann, was richtig und was nicht richtig ist.

Mit diesem Index, könnte eben nicht nur auf eine ‚offizielle’ Begriffserklärung, sondern auch auf entsprechende Artikel im Forum oder Links zu anderen Quellen verbunden werden. Der Index sollte aber auch direkt einsehbar sein, nicht nur, wenn man zufällig auf einen enthaltenen Begriff stößt.

Zur Auswahl der Posts: Nach meinem Gefühl kommen dafür nur ganz wenige Artikel pro Woche in Frage. Die Auswahl könnte z.B. durch Vorschlag erfolgen. Ein solcher Post sollte dann aber, vergleichbar mit Wiki, auch später noch editierbar sein (nur durch Mitglieder? Und nur als Index-Artikel, also als veränderbare Kopie eines Original-Posts) er sollte auf jeden Fall (spätestens bei seiner Einbeziehung) Quellenangaben enthalten. Die Indexbegriffe, die auf ihn verweisen, sollten ebenso editierbar sein.


Der Vorteil den ich mir von einem solchen System erhoffe, ist die journalistische Notwendigkeit der Textgestaltung besser mit den Möglichkeiten unseres Mediums zu kombinieren, um den daran interessierten Lesern eine weitere, 'ganz einfache' Möglichkeit zur Vertiefung, aber auch zum Kennenlernen des Forums zu eröffnen. Und uns einen weiteren Zugang auf ältere Posts.

Herzliche Grüße

MAC

Daniel99
21.05.2007, 19:42
Hallo Mac



Zitat Mac:
Dieses inzwischen heftig angewachsene ‚Wissen’ schlummert, immer unzugänglicher werdend, im Archiv vor sich hin. Eine Möglichkeit (für die Zukunft?) könnte doch sein, einen leichter zugänglichen Suchindex aufzubauen, der zu den entsprechenden Posts verlinkt.
In den Archiven das Forums schlummern wahre Schätze des astronomischen Wissens. Nur durch Zufall wird man hier fündig und liest dann Tatsachen und wahre Vorträge die Fragen, welche man schon lange hatte, in sich schlüssig beantworten.


Zitat Mac:
Dieser Index muß sich nicht auf einzelne Post’s beschränken. Gerade z.B. zwischen Toni und Aurora hat es viele Diskussionen gegeben, bei denen ein nicht-Fachmensch nicht entscheiden kann, was richtig und was nicht richtig ist.

Die größten Kontroversen gibt es nun mal in der Archäologie.

Wir sind hier in ein Forum in dem jeder seine freie Meinung postulieren kann. Ob Sie erst mal der Wahrheit entspricht oder nicht ob es nun eine Vermutung oder These ist.

Wer nun letztendlich recht hat kann nur beantwortet werden wenn sich alle Archäologen einig sind, was aber nie der Fall sein wird, da unter Archäologen eine ständige Meinungsverschiedenheit herrscht.
Die größten Kontroversen gibt es nun mal in der Archäologie.

Da werden etliche Thesen aufgestellt für ein und den selben Sachverhalt, hier bin ich der Meinung das Toni s Gegenargumentation und Behauptungen nicht unbedingt von der wissenschaftlichen Meinung abweicht. Auch wenn er ein „nicht-Fachmensch“ ist.
Ist das jetzt die neue Bezeichnung von Wissenschaftlern für Nicht-Wissenschaftler ?????
Nimm doch mal diese zwei beispiele aus den Astronews vom Januar und Mai 2007



Schwarzes Loch in Kugelsternhaufen entdeckt
Gibt es Schwarze Löcher in Kugelsternhaufen oder nicht? Lange Zeit wurde diese Frage unter Astronomen kontrovers diskutiert.

Neue Klasse explodierender Sterne
Dank gründlicher Beobachtungen mit dem europäischen Röntgenteleskop XMM-Newton haben Astronomen in unserer Nachbargalaxie Andromeda einen ganz neuen Typ von Nova-Explosionen entdeckt. Die neue Klasse ist nur vergleichsweise kurz zu beobachten und daher bisher übersehen worden. Bei Novae handelt es sich um Explosionen auf der Oberfläche eines Weißen Zwergsterns.
Hätte 2006 irgend jemand hier im Forum diese Behauptung aufgestellt würde er auch als Spinner bezeichnet worden.

Hierfür gibt es massenweise wissenschaftliche Irrtümer und Behauptungen die dann ebenfalls nicht der Realität entsprachen.

Deswegen sollte man immer daran denken Wissenschaftler sind keine Götter, deren Meinung unwiderruflich der Weißheit letzter Schluss ist.

Auch ich habe den Fehler gemacht, mich esoterisch blenden zu lassen, als ich Bücher las und Vorträge besuchte von Erich von Däniken, Mitte der neunziger Jahre.
Natürlich glaubte ich anfangs seine Thesen und Phantasien, aber ich hinterfragte immer mehr seine Argumentation.

Bis ich letztendlich zum Schluss gekommen bin, wenn ich die Wahrheit über die Geschichte erfahren will muss ich von solcher esoterischen Literatur die Hände lassen.
Außerdem hatte ich mir zum Ziel gesetzt, wenn mich ein Thema besonders interessiert, immer mindestens drei fachliche Meinungen einzuholen und mich nie wieder auf die Aussage eines einzigen Wissenschaftlers zu verlassen.

Nur wer die "Richtigen" fragt, der bekommt auch richtige Antworten.

Mit freundlichen Grüßen Daniel

mac
21.05.2007, 19:54
Fachmensch war ein (vielleicht etwas unbeholfener) Versuch eine geschlechtsneutrale Bezeichnung zu wählen. :o (gerade in Bezug auf Aurora, die ich ja unmittelbar vorher genannt hatte).

Herzliche Grüße

MAC

Aurora
23.05.2007, 20:14
Dieser Index muß sich nicht auf einzelne Post’s beschränken. Gerade z.B. zwischen Toni und Aurora hat es viele Diskussionen gegeben, bei denen ein nicht-Fachmensch nicht entscheiden kann, was richtig und was nicht richtig ist.


Ja was ist ein Fachmensch eigentlich? Ich würde außer den jeweiligen Wissenschaftlern auch Autodidakten/Amateure zu den Fachmenschen zählen, vorausgesetzt sie stützen sich auf die entsprechenden wissenschaftlichen Publikationen, beziehen ihr Wissen aus solchen, kennen den jeweiligen Stand der Forschungen.
In solchen Diskussionen sollte auch für den Nicht-Fachmenschen die Information im Vordergrund stehen, klar abgegrenzt, was ist Stand der Forschung, wo gibt es Kontroversen, was reime ich mir selbst zusammen. Wird diese Trennung nicht vollzogen, sind Irritationen bezüglich falsch und richtig vorprogrammiert. Insbesondere dann, wenn das Zusammengereimte ein Extrakt aus Fachliteratur, Populärliteratur/Sachbuch und Schwurbelliteratur ist. Aus genau dem Grund halte ich mich ausschließlich an Fachliteratur (egal ob Buch oder HPs von Unis) sowie Erkenntnisse aus den Dialog mit den entsprechenden Fachwissenschaftlern und wenn ich eigene Schlüsse zihe dann ausschließlich auf dieser Basis, dh. Auf Faktenbasis. Aus diesem Grund gibt es auch selten Konsens, weil ich eben nicht alles mögliche in einen Topf werfe und kräftig umrühre. Was archäologische Themen angeht, steht halt oft ein „wissen wir nicht“ am Ende, werden Funde halt teilweise kontrovers diskutiert.
Quellenverweis für Nich-Fachmenschen, könnte sich im Forum nur als Link eignen, problematischer wird es, wenn die Quelle ein Fachbuch ist.


Die größten Kontroversen gibt es nun mal in der Archäologie.

In der Archäologie, gibt es nicht mehr und nicht weniger Kontroversen, als in anderen Wissenschaftsbereichen. Was die Archäologie beispielsweise von der Physik unterscheidet, ist die Interpretation von Funden, mit reiner Datierung von Funden lässt sich nun mal keine untergegangene Kultur und keine Lebensweise rekonstruieren.
Selbstverständlich werden Funde auch diskutiert – am Ende steht eine tragfähige Theorie, die wie jede Theorie mit neuen Erkenntnissen entweder gestützt wird oder eben aufgegeben werden muss. Alles andere ist ein Trugschluss!


Gruß Aurora