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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Strahlenantrieb?



Sputnik96
12.02.2007, 01:13
Hallo ich bin’s schon wieder.:)

Währe es möglich ein Raumschiff mit Gammatechnologie anzutreiben?:confused:

Unser Weltall muss ja voll mit Röntgen und Gammastrahlung sein, da währe es doch möglich, dass wir diese Strahlung für den Antrieb eines Raumschiffes nutzen könnten.

Der grosse Vorteil ist, dass wir dann keinen Treibstoff mitführen müssten und Zeitlich so wie von der Entfernung unabhängig wären. Wir könnten in die Unendlichkeit fallen – fliegen oder auch reisen.

Mit astronomischen Grüssen :)

Sputnik96

galileo2609
12.02.2007, 01:47
Hallo Sputnik,

jetzt kommt es wieder darauf an, was du genau darunter verstehst.
Theoretisch ist ein Photonenantrieb im Gammabereich vorstellbar, der auf dem Prinzip der Annihilation beruht. Aber allein die Voraussetzungen, die dafür erfüllt sein müssen, sind katastrophal komplex. Neben der Bereitstellung der Massen für den Prozess an sich tritt dann auch noch das Problem der Bündelung auf!

Hast du eine Quelle für deine Anfangsaussage?

grüsse galileo2609

Sputnik96
12.02.2007, 03:07
Hallo galileo2609 :)

Nein, eine Quelle für meine Aussage habe ich nicht.

Ich dachte nur, da Gammastrahlen Millionenfach energiereicher als Licht sind, diese als Energiequelle einzusetzen zu können. Leider aber, habe ich noch kein Raumschiff...:D

Mit astronomischen Grüssen :)

Sputnik96

mac
12.02.2007, 08:51
Hallo Sputnik96

auf dieser Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Raketenantrieb) Seite findest Du einige Antriebstechniken beschrieben und Links auch zu exotischen und futuristischen Konzepten.

Herzliche Grüße

MAC

Noch ein Link (http://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_D%C3%A4dalus) dazu.

SirToby
13.02.2007, 15:02
Hallo Sputnik96,

es ist zwar richtig, dass Gammalicht energiereicher ist als sichtbares Licht. Aber dazwischen liegt gerade einmal der Faktor 1000, wenn man die Frequenzen vergleicht. Nicht millionenfach! Und wenn auch. Das von dir angedachte Antriebskonzept geht von einer Nutzung natürlicher Gammastrahlung im Weltall aus. Einmal abgesehen von dem wirklichen Antriebskonzept durchdenkst Du die Sache mutmaßlich ersteinmal von der Energiebereitsstellung und willst mutmaßlich auf eine "Energiemitführung" im Sinne von Vorratshaltung verzichten. - Hier ist zu bedenken, dass für eine angemessene Beschleunigung und für Kurskorrekturen einige Kilowattstunden wenn nicht sogar Megawattstunden benötigt werden. Diese müßten also aus der natürlichen Umgebungsstrahlung "eingesammelt" werden. Hier bringt die Hoffnung auf die größere Energieausbeute eines Gammaquants wenig, wenn man nicht weiß, wie groß denn die Gamma-Strahlungsdichte überhaupt ist. Gewöhnliche Wärmestrahlung von der Sonne mit zahlreichen niedrigenergetischen Wärmequanten kann eine höhere Energieausbeute bringen als das Einsammeln weniger hochenergetischer Gammaquanten.

Und wie soll der Antrieb ablaufen? Rückstoß über Gammastrahlung? Theoretisch auch denkbar. Aber auch hier kann ein angemessener Schub über eine enorm hohe Strahlungsdichte erreicht werden. Auch hier könnte mit niedrigenergetischen Infrarotlasern mit hoher Strahlungsdichte mehr erreicht werden als mit hochenergetischen Gammastrahlern niedriger Strahlungsdichte. Ist letztlich eine Gangschaltungsbetrachtung.

Gruß SirToby

mac
13.02.2007, 15:28
Hallo SirToby hallo Sputnik96

Hier bringt die Hoffnung auf die größere Energieausbeute eines Gammaquants wenig, wenn man nicht weiß, wie groß denn die Gamma-Strahlungsdichte überhaupt ist.
1. Kosmische Strahlung GCR (Galactic cosmic radiation), Atomkerne (Protonen und oberhalb von Protonen überwiegend geradzahliges Z: um einige zu nennen: Helium, Kohlenstoff, Eisen auch Nickel (schwerer als Eisen)). Energie: breites Plateau bei 1 – 2 GeV. Überwiegend sog. hoch-LET-Strahlung (LET linearer Energietransfer)
Dosisleistung: Während eines solaren Maximums (Siehe Punkt 2) 0,3 Sv/Jahr und 1 Sv/Jahr bei einem solaren Minimum. (Anmerkung von mir: Die Zuordnungen sind kein Schreibfehler Mehr Wind, mehr Schutz. Ende meiner Anmerkung)
Sv=Sievert könnt Ihr hier ohne wirklich großen Fehler 1:1 als Joule/100cm^2 lesen. Also ist die Solarkonstante in 1 AE gut 10^8 mal stärker.

Herzliche Grüße

MAC

ispom
13.02.2007, 16:09
Hallo SirToby hallo Sputnik96

Sv=Sievert könnt Ihr hier ohne wirklich großen Fehler 1:1 als Joule/100cm^2 lesen. Also ist die Solarkonstante in 1 AE gut 10^8 mal stärker.

Herzliche Grüße

MAC

hmmmm,
ich lese das aber anders:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sievert_%28Einheit%29


Das Sievert (Einheitenzeichen: Sv) ist die Maßeinheit der Äquivalentdosis.

Das Formelzeichen der Äquivalentdosis ist H (engl. harm: Schaden).

Die Äquivalentdosis beschreibt die im Strahlenschutz angenommene biologische Wirkung ionisierender Strahlung mit Hilfe eines Strahlungswichtungsfaktors wR und der Energiedosis D:

also: Sv ist die Maßeinheit für die empfangene dosis in J/kg, multipliziert mit einem Faktor, der die Gefährlichkeit der Strahlenart berücksichtigt
Gray ist dann das Maß für die Dosis ohne diesen Wichtungsfaktor.

und die Solarkonstante ist sicher in 1AE entfernung um 10^-8 "stärker" :)

verwirrte Grüße von Ispom

Ich
13.02.2007, 16:33
also: Sv ist die Maßeinheit für die empfangene dosis in J/kg, multipliziert mit einem Faktor, der die Gefährlichkeit der Strahlenart berücksichtigt
Gray ist dann das Maß für die Dosis ohne diesen Wichtungsfaktor.

und die Solarkonstante ist sicher in 1AE entfernung um 10^-8 "stärker"
Andersrum: Mac rechnet aus Sv die Energie und vergleicht dann diese, weil Sputnik96 die ja auch wissen soll.
Du rechnest aus Energie Sv, was aber niemand wissen muss.

mac
13.02.2007, 16:42
Hallo Ispom,

es ging nur um Energie! Deshalb ist 10^8 gemeint und nicht 10^-8.

Außerdem gibt es relativ große Unsicherheit in dem Gefährlichkeitsfaktor und um wieviel die kosmische Partikelstrahlung außerhalb des Sonnenschildes größer ist weis ich nicht. Ich habe deshalb Strahlungsgewichtungsfaktor*Zunahme der Partikelstrahlung = 1 gesetzt. Die andere Unsicherheit ist in welchem Volumen wird die Energie deponiert. Dosis ist J/kg deshalb habe ich Energie/100cm^2 gerechnet und angenommen daß der größte Teil innerhalb der ersten 10 cm Tiefe deponiert wird. Wieviel der Energie verläßt den Körper wieder? Wie groß ist der Wirkungsgrad eines solchen Antriebes? Alles unklar. Kommt also auf einen Faktor 10 - 100 nicht an.

Dein eigentlicher Fehler ist: Sv/Jahr und Solarkonstante (1300 J m^-2 s^-1) gleich zu setzen. Du mußt den Zeitraum für den die beiden Angaben gelten berücksichtigen.

Herzliche Grüße

MAC