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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie real ist die Welt?



Marspilot
07.01.2007, 05:42
Wer hat ihn nicht schon mal gehört, den kritischen Einwandt:


"Woher wissen wir eigentlich, dass alles was geschieht real ist, und dass wir nicht nur einen unglaublich intensiven Traum durchleben?"

"Ich denke, also bin ich" kann ja ebenfalls in jedem besseren Traum vorkommen und beweist nur, dass ich etwas Denkendes bin, doch nicht was ich bin. Es beweist mir nicht, dass ich ein Lebewesen aus Fleisch und Blut inmitten einer realen Umwelt bin - genauso könnte ich auch nur ein Traumkonstrukt sein - oder auch etwas ganz anderes.

Dies Thema ist zugegebenermaßen ein philosophisches, und man könnte fragen, was dieses bei Astronews verloren hat; Aber je mehr sich die Quantenphysik auch in diesem Forum breitmacht, desto angemessener wird die Frage nach der Realität.

Wir können die Geschehnisse im Universum anscheinend nicht allein mit unserem Realitätsbegriff erkläre. Brauchen wir etwa einen neuen?

Wie real ist das Universum, wenn es sich letztlich über virtuelle Teilchen, komplexe Zeitebenen, unbegreiflich Zusatzdimensionen, unmögliche singuläre Objekte, unbestimmte Zustände oder sonstige "Wunder" definiert.

Lässt sich überhaupt etwas finden, dass wenigstens im Ansatz als unumstößlich real beweisbar ist?

Ist nur real, was sich physikalisch-mathematisch eindeutig beschreiben läßt? Dann allerdings muss unser Bewusstsein nicht-real sein.

Ich denke, dieses Thema dürfte auch für jene interessant sein, die sich nun nicht gerade übermäßig zum Philosophieren hingezogen fühlen. Bin mal gespannt.

Mit herzlichen Grüßen, Euer Marspilot.

Peho
09.01.2007, 09:32
An einen Traum muß man ja garnicht denken.
Es gäbe eine durchaus "realistische" Wahrscheinlichkeit einer virtuellen Welt.

Angenommen, in 500 Jahren hat sich die Menschheit noch nicht ausgerottet, der technische Fortschritt geht weiter und hat zu wirklich schnellen Computern und Netzwerken gefuehrt. Auch mal angenommen, Moral und Ehtik ensprechen immer noch den Werten von heute. dann ist es naheliegend, anzunehmen, dass der Spieltrieb immer noch ein beherrschendes Element der Freizeitgestaltung sein wird.

In solcher Situation wäre es doch sehr naheliegend, eine Simulation „ich bau mir ein Universum“ zu starten und zu beobachten, was dabei rauskommt. Die Physik wird ja wohl inzwischen die richtige Weltformel zusammengebastelt haben, um durch eine Simulation im Computer ein richtiges Universum mit Leben entstehen zu lassen. Und wenn noch ein bißchen Chaos oder Zufall dazugehört, wäre das ja auch kein Problem, der User kann die Parameter ja etwas veraendern.

Woran koennten intelligente Bewohner der Simulation anhand ihrer Beobachtungen, Messungen, Physik usw. erkennen, daß sie nicht real sind?

viele Grueße Peter

AdMon
09.01.2007, 12:32
Hallo

wie absolut ist Realität?!
Und, stellen wir damit nicht schon wieder die Frage nach einem Schöpfer?

Realität ist immer an den individuellen Wahrnehmungshorizont gebunden. Selbst wenn wir feststellen würden, dass wir nur virtuelle Existenzen sind, würden wir doch nicht aufhören zu existieren. Nachwievor wären wir an die uns einschränkenden Gesetzmäßigkeiten gebunden, an unsere Realität.
Bloß, wie sollten wir jemals Gewissheit darüber erlangen können, dass unsere Welt nur subreal ist? Wenn es vom Systemadministrator gewollt ist, dann sollten wir eines Tages die Schnittstelle nach 'Außen' finden und sie auch als solche erkennen.
Wenn nicht, müssen wir mit dem zurechtkommen, was wir haben.

Grüße
AdMon

Garvey
11.01.2007, 09:47
Über sowas nachzudenken finde ich ..naja will nicht sagen sinnlos, denn wenn es so ist macht es ja keinen Unterschied. Real ist für mich was ich tagtäglich erlebe, dabei is mir das ziemlich egal ob das jetzt auch wirklich alles genau so vor sich geht wie mans erlebt oder nur ne Projektion, Einbildung , was weiß ich ist. Fakt ist schließlich dass wir es als real empfinden und solange das so ist ist es für mich auch real, alles andere wäre gefährlich, man hätte keine Perspektiven mehr. Denn wenn ich glaube ich bilde mir die Welt nur ein, dann hätten ja Gesetze, Freunde, Familie, Liebe keine Bedeutung mehr. Ausserdem wäre ich dann ziemlich erschüttert über meine kranke Phantasie, wenn ich so die "phantasierten" Nachrichten im Fernsehn seh, wie überall gemordet, abgezockt, beschimpft und beleidigt wird.

mfg

garvey

JGC
11.01.2007, 11:12
Hi..


Also ich behaupte, das es völlig gleichgültig ist, ob eine Existenz real oder nur virituell von statten ..

Man sollte nicht dem Fehler erliegen, zuviel über ungelegte Eier nachzudenken, das macht einen nur Irre..

Ein bischen Vertrauen an die Existenz muss man also schon mitbringen und etwas Glaube daran natürlich auch...

Es hilft also im Grunde nur unsere eigene Tolleranz, damit klar zu kommen, ohne uns dabei gegenseitig fertig zu machen..

Und dabei rede ich zuallererst mal von der Tolleranz sich selber gegenüber!

Nicht jede Frage die "Hier komm ich" schreit,muß beantwortet werden..

Manche Fragen gehören einfach nicht gefragt..oder zumindest nicht in den falschen Momenten, da dieses schon oft fatale Auswirkungen zeigte...

Hier an dieser Stelle kann ich nur feststellen, wie sehr unsere jeweiligen Realitäten von unserer Selbstdisziplinierung abhängig sind, die uns beherrschen lassen, wie wichtig ich eine Realität nehme oder auch nicht..

Finden wir also ein gesundes Mittelmaß und die Sache ist in Ordnung.

JGC

Peho
11.01.2007, 12:46
Hallo

natürlich kann man annehmen, daß die Frage ansich überflüßig ist und uns nur noch mehr verwirren kann.

Was aber ist, wenn die Frage durchaus Konsequenzen haben würde? Nicht in Bezug auf unsere Existenz aber doch auf unsere Fähigkeit physikalisches richtig zu deuten.

Wie oft fliehen Physiker und andere in höherdimensionale Räume aus Mangel an Erkenntnisfähigkeit aus unserer 4dimensionalen Raumzeit heraus? Gäbe es in realen Universen überhaupt die Notwendigkeit höherdimensionaler Räume? Vielleicht sind genau das die Fehler/Unlogik in der Matrix.

Die Frage nach unserem eigenen Sinn kann man durchaus ausblenden, sie steht höchstens metaphysisch zur Debatte.

gruß Peter

JGC
11.01.2007, 18:09
naja..

Schon, aber hast du schon mal mit an Psychose erkrankten Menschen zu tun gehabt? Die darfst du nicht unbedingt dazu fragen, dann können die ganz schön panisch werden...

Schon manchem ist so ein "Wissenschafts-Trip" zur Hölle geworden, weil sie sicx in ihrer eigenen Existenz verlaufen haben und nicht mehr mit dem darüber Nachdenken aufhören konnten

Marspilot
12.01.2007, 11:43
Die Beschäftigung mit diesem Thema kann sehr erregend und faszinierend sein. Bei manchem kann sie geradezu zu einem Glücksgefühl führen. Wenn man sich gerne mit solchen philosophischen Dingen beschäftigt, ist dies auch ein schöner Zeitvertreib.

Das Thema ansich birgt allerdings schon von seiner Natur her die Gefahr in sich, ernste Krisen auslösen zu können - Ängste und Verwirrungszustände inklusive. Man kann ja gar nicht anders, als sich darin zu verirren. Ein Begreifen des Ganzen ist weder mit Gewalt noch mit Ausdauer zu erzwingen. Zu Klären ist diese Frage aller Fragen ohnehin nicht.

Wer also Spaß daran hat, dieser Art von Gehirnjogging zu fröhnen, der soll es tun - wem es probleme bereitet sollte sich davon fernhalten.

Es ist wie mit der Achterbahn: Für manche ist es das größte Vergnügen überhaupt, und mir wird schon schlecht, wenn ich es im Fernsehn sehen.

In diesem Sinne

ispom
12.01.2007, 14:17
Wie oft fliehen Physiker und andere in höherdimensionale Räume aus Mangel an Erkenntnisfähigkeit aus unserer 4dimensionalen Raumzeit heraus? Gäbe es in realen Universen überhaupt die Notwendigkeit höherdimensionaler Räume? Vielleicht sind genau das die Fehler/Unlogik in der Matrix.



Das ist keine Flucht, es ist eine verfeinerte Erklärung unserer Wirklichkeit.
so, wie die sehr gegen den "gesunden Menschenverstand" sprechenden Erkenntnisse,
daß Raum und Zeit relativ sind,
daß die "Bestandteile des Lichts" Welle und Teilchen zugleich sind,

so ist auch die Erkenntnis,
daß es außer unsem gemütlichen 3-dimensionalen Heimatuniversum noch mehr gibt auf der Welt

eine Erkenntnis, die zur umfassenden Beschreibung der Natur führt.

Wohin gegen Fragen nach dem Sinn des Daseins oder seiner objektiven Realität nichts in der (Natur)wissenschaft zu suchen haben,
auch nicht aussagen wie
"wir werden es niemals wissen".

antiphilosophische Grüße von Ispom

mac
12.01.2007, 19:27
Hallo ispom,

Das ist keine Flucht, es ist eine verfeinerte Erklärung unserer Wirklichkeit.ich kenne und schätze Dich als vehementen Vertreter dieser 'Verfeinerungen'. Welche Tatsachen meßtechnischer Natur sprechen eigentlich für diese Theorie, und/oder welche Beobachtung könnte sie zu Fall bringen?


so, wie die sehr gegen den "gesunden Menschenverstand" sprechenden Erkenntnisse,
daß Raum und Zeit relativ sind,
daß die "Bestandteile des Lichts" Welle und Teilchen zugleich sind,
ich stelle die Frage deshalb, weil Du hier diesen Vergleich machst.

Da meine Kenntnis über Multiversum, Stringtheorie ... sehr lückenhaft sind, eigentlich kaum über die Schlagworte hinaus geht, bin ich mir auch nicht sicher, ob die Indizien nicht auch spurlos an mir vorbei gegangen sind. So wie die Sache mit Gravitationskonstante und Hubblekonstante :o

Im Gegensatz dazu bin ich mir beim zweiten Zitat aber ganz sicher, daß dafür meßtechnische Belege existieren.

Herzliche Grüße

MAC

ispom
12.01.2007, 21:59
Im Gegensatz dazu bin ich mir beim zweiten Zitat aber ganz sicher, daß dafür meßtechnische Belege existieren.



hey mac,
ich weiß jetzt nicht, ob das wörtlich gemeint ist oder ob Du das Stilmittel der Ironie angewendet hast :)

irgendwo habe ich schon mal mühevoll eine halbe Seite abgeschrieben (aus einem der weiter oben genannten Bücher) zu dieser Problematik.

ich werde mal auf die schnelle aus anderen Beiträgen „zusammenschneiden“:

Ob die Stringtheorie richtig ist, werden schon bald einige Experimente erweisen
(beschrieben von Kaku in "Paralleluniversum" , meine deutsche Ausgabe von 2005 auf den Seiten 303 -305)

mit dem LHC schwarze Minilöcher erzeugen: wenn dabei Quanteneffekte weit oberhalb der Planck-energie auftreten, dann ist ein Paralleluniversum weniger als ein Millimeter von uns entfernt (in der vierten raumdimension)

mit dem Piere Auger- Observatorium könnten solche Minilöcher im Weltraum beobachtet werden

LISA wird Gravitationswellen nachweisen können, die vom Urknall übriggeblieben sind, die Art dieser Wellen kann ein "ekpyrotisches Universum" bestätigen oder ausschließen,
(also das Floaten von Branen im Multiversum)

also, der „Large Hadron Collider“ in Genf sollte eigentlich noch in diesem Jahr ein Experiment ermöglichen, das über die Existenz oder Nichtexistenz von Paralleluniversen eine Aussage macht. (ist inzwischen auf 2008 verschoben)

Warten wir es ab. Aber dieser Beschleuniger, zwar der größte auf dem Globus, ist eigentlich für solche Experimente nur zweite Wahl.
1980 wollten die Amis einen Beschleuniger bauen (den Superconducting Super Collider),
http://en.wikipedia.org/wiki/Superconducting_Supercollider

der den LHC wahrhaft in den Schatten gestellt hätte. 11 Milliarden Dollar sollte das Gerät kosten, zwei Milliarden waren schon für die Erdarbeiten verbraucht, als es einem kurzsichtigen aber einflußreichen Senator gelang, das Projekt zu stoppen.
Warum?
Bei der Anhörung wurden die Fachleute befragt, was denn die teure Maschine herausfinden soll:
„das Higgs-Boson“ und ähnliche antworten wurden gegeben.
Das konnten die naturwissenschaftlich unbedarften Senatoren natürlich nicht verstehen…
hätten die Physiker geantwortet:
„wir wollen herausfinden, ob Gott in seiner Allmacht auch ein Paralleluniversum erschaffen hatte“, wäre der SSC vielleicht fertig gebaut worden.
Es ist wahrhaftig und tatsächlich in dieser Debatte erklärt worden
„wenn diese Maschine uns hilft, Gott zu finden, sind wir dafür“.

naja, wir sind so bescheiden und wollen nur einen Beleg für die Stringtheorie.
Ich habe auch schon kritische Meinungen zur Stringtheorie gehört,
Kritiker muß es sicher zu jeder neuen wissenschaftlichen Theorie geben,
auch die Relativitätstheorie war lange umstritten,
die Beweise sind inzwischen erdrückend (für die Kritiker)

wir werden es (vielleicht noch) erleben, ob es für die Stringtheorie ähnlich ausgeht.
Zumindest räumen die Kritiker ein, daß es keine bessere Theorie zur Vereinheitlichung von QT und RT gibt,

aber eben die experimentellen Beweise fehlen noch.

Zusammengefaßt heißt das,
das weltbild, das die herkömmlichen theorien liefern ist experimentell gesichert,
(in dem Sinne wie auch die Newtonsche Physik einmal als gesichert galt )
aber dieses Weltbild ist unbefriedigend, es tun sich eine Reihe von widersprüchen auf, die Physik steckt in einer Krise.

nun ist eine neue theorie da, oder besser: noch in arbeit.
ich habe Hoffnung, daß sie die Hürden nimmt,
denn sonst sähe es recht trostlos aus
(QT vs RT, jedes Jahr ein Dutzend neue „Elementar“teilchen, rätselhafte Schwäche der Gravitation, was war „vor“ dem Urknall bzw. wie konnte er initiiert werden….)

da orientiere ich mich doch besser gleich progressiv

zukunftsorientierte Grüße von Ispom

mac
12.01.2007, 23:48
Hallo ispom,


ich weiß jetzt nicht, ob das wörtlich gemeint ist oder ob Du das Stilmittel der Ironie angewendet hast :) aua, is' echt so schlimm mit mir? :o

Nein, mit ohne Scherz, das war ganz seriös und ernst gemeint. Ich hab', als ich das erste mal von der String Theorie gehört hab', von ihren vielen Dimensionen etwas verschreckt abstand genommen, mich intensiv darum zu kümmern, weil ich meine Grenzen in der Mathematik sehr wohl kenne. Deshalb halte ich es auch für möglich, daß mir was wesentliches entgangen ist (also meßtechnisch gemeint)

Ich danke Dir erst mal sehr für Deine Aufstellung. :)

Somit ist also noch nichts wesentliches passiert. Und klar, die Hoffnung etwas entscheidendes zur Beantwortung dieser einen, alles entscheidenden Frage zu finden, ist ok, und daß man dann mit der Antwort 12 neue Fragen hat, von denen man vorher gar nicht wußte, daß sie existieren, ist auch ok, so war's schon immer und soll auch so bleiben. Stell Dir vor, das würde plötzlich enden.

Aus diesem Kenntnisstand heraus hab' ich auch geschrieben, daß es eben zwischen diesen beiden Theorien einen wesentlichen Unterschied (aktuell) gibt. Die ältere hat excellente meßtechnische Grundlagen, die der jüngeren (bisher) fehlen. Ob man später feststellt, daß sie sich auch mit ähnlichem Verlauf weiterentwickeln, können wir alle noch nicht sagen. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Beide Verläufe hat es ja auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben.

Deinen Unmut zur Entwicklung der Beschleuniger teile ich zwar, aber auch nicht ohne eine gewisse Beunruhigung. Auch wenn in diesem Kostenbereich eher Zähneknirschen als Verständnis aufkommt, sehe ich doch, daß sich über längere Zeit diese Kosten wesentlich schneller nach oben entwickeln, als die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft. Die Argumente für und wider, von vielen Seiten, ändern daran zumindest prinzipiell nichts. Irgendwann würden auf jeden Fall die Resourcen einen Verteilungskampf erzwingen.

Vielen Dank noch mal und
herzliche Grüße

MAC

ispom
13.01.2007, 09:17
Hallo Mac,


Ich hab', als ich das erste mal von der String Theorie gehört hab', von ihren vielen Dimensionen etwas verschreckt abstand genommen, mich intensiv darum zu kümmern, weil ich meine Grenzen in der Mathematik sehr wohl kenne.

wem sagst Du das!
ich habe selbst damit Schwierigkeiten, mich meiner mathematischen Fähigkeiten zu erinnern, die ich mal als Abiturient hatte,
und alles was ich hier über die Stringtheorie poste, plappere ich einfach den großkopfigen Kosmologen nach, die es in populären büchern fürs volk aufgeschrieben haben.

Aber ich bin gewiss, die haben das alles gut durchdacht, und weil mir die Ergebnisse der ST so gut gefallen, bin ich einer ihrer Jünger geworden,
aber nicht als ihr Messias, wenn es vielleicht auch manchmal den anschein haben könnte, ich will dafür missionieren....


nun gib Dir mal einen Ruck, Mac: heute wird der große Tag sein, an dem Du hier in unserem kleinen Forum in die oberste Riege aufgenommen wirst:

3-2-1-mac is profi !

beglückwünschende Grüße von Ispom

Orbit
13.01.2007, 11:51
Hallo Peho :)
Ich möchte auf Dein KOAN zurückkommen.

Woran koennten intelligente Bewohner der Simulation anhand ihrer Beobachtungen, Messungen, Physik usw. erkennen, daß sie nicht real sind?
Vielleicht sollte man auf ein Koan erst antworten, wenn man DIE Antwort kennt.
Aber wir sind hier ja in einem Diskussionsforum und nicht in einem ZEN-Kloster. Darum mache ich mal einen Anfang.

Real ist, was eine minimale Struktur hat. Die kleinstmögliche ist die Dualität - auch metaphysisch betrachtet.
Singularität IST - ist ein Widerspruch in sich selbst.
IST ist ein Verb, ein Zeitwort also. Es bezeichnet die minimalste Zeitstruktur, einen Zustand. Ein Zustand ist etwas in der Zeit, also bereits mindestens dual.

Warum Intelligenzen ihr REAL-SEIN in Frage stellen können, kann ich nicht verstehen. Verstehen kann ich, wenn sie nach der Realtätsebene fragen.

Gruss Orbit

ispom
13.01.2007, 13:32
Die amerikanische Physikern Lisa Randall (Prof. f. theor. Physik Havard University) zählt zu den weltweit bedeutendsten Wissenschaftlern, die sich mit den fundamentalen Fragen der Physik befassen. Vor einigen Wochen ist in Deutschland ihr Buch "Verborgene Universen" erschienen, in dem sie erklärt, warum unsere Welt mehr als drei Dimensionen hat.

Hier aus einem Interview zu diesem Buch

http://www.welt.de/data/2006/11/11/1105370.html?prx=1


Bei sehr kleinen Distanzen oder sehr hohen Energien sind Quantenmechanik und Relativitätstheorie nicht miteinander kompatibel. Die Quantenmechanik funktioniert in der Welt der Atome und die Relativitätstheorie in kosmologischen Dimensionen. Doch wenn wir zu den kleinsten Teilchen vordringen, dann lassen sich die andernorts so erfolgreichen Theorien nicht kombinieren und anwenden. Deshalb muss es eine Theorie geben, die diesen Theorien zugrunde liegt, die die Natur tiefer beschreiben kann. Und der beste Kandidat für eine solche Theorie scheint die String-Theorie zu sein. Sie besagt, dass die fundamentalen Teilchen in unserem Kosmos sogenannte Strings sind. Sie besitzen zehn Dimensionen, die aber eingerollt sind, so dass nicht alle sichtbar sind. Die String-Theorie wurde bereits in den 80er-Jahren entworfen. In den 90er-Jahren wurde diese Theorie erweitert. Physiker erkannten, dass es neben den Strings auch Branen geben könnte - noch höherdimensionale Objekte. Strings und Branen sind demnach die fundamentalen Teilchen, die in einer Theorie der Quantengravitation die entscheidende Rolle spielen.
Dies eröffnet die Möglichkeit, dass wir an der dreidimensionalen Oberfläche einer Welt leben, die noch viel mehr Dimensionen hat.
ich habe es mir natürlich gleich bestellt.

http://www.amazon.de/Verborgene-Universen-Eine-Reise-extradimensionalen/dp/3100628055/sr=8-1/qid=1168445500/ref=pd_ka_1/302-7012260-7335217?ie=UTF8&s=books br /

vorfreudige Grüße von Ispom

ispom
13.01.2007, 13:38
ach je, ich glaube wir sind ein wenig vom thema abgekommen.
sorry.
Mac, ich denke wir machen (wenn nötig) mit den Extradimensionen in einem anderen thread weiter
und überlassen das Feld hier wieder den Philosophen :)

Grüße von Ispom aus der realen Welt

Orbit
13.01.2007, 17:57
@ispom
Damit keine Missverständnisse in diesem Thread aufkommen, muss ich etwas Versäumtes nachholen:
Ich habe den Dialog zwischen Dir und mac genau und mit Interesse gelesen, dann aber gefunden, dass die Frage von marspilot tiefer zielt als auf die in diesem Zusammenhang eher sekundäre Frage, wie realistisch es sei, konkrete Daten über Strings zu erwarten. Wie gesagt, diese Frage interessiert mich natürlich auch, und ich möchte Dir für die Zitatliste danken, die zeigt, was die Leute hier im Forum zu dieser Frage denken.
Ich platzte also mit meinem Beitrag, der sich auf ein von Peho vorgeschlagenes Gedankenexperiment bezieht, in Euren Dialog hinein, ohne auf das Bezug zu nehmen, was Ihr vorher geschrieben hattet. Das war unhöflich, und ich möchte mich deswegen bei Dir und bei mac entschuldigen.

Ich wollte allerdings die Diskussion schon auf die Eingangsfragen von marspilot zurück lenken, die einzig von Peho wirklich aufgenommen worden waren, und dachte, dass dies am effizientesten geschehe, wenn ich die Frage von Peho beantworte. Ich finde sein Gedankenexperiment nämlich sehr interessant. Leider hat er mit seinem polemischen zweiten Beitrag vom eigenen Gedankenexperiment abgelenkt und so nebst polemischen Reaktionen auch Euren seriösen Dialog ausgelöst.

Mein Beitrag mag einen philosophischen Aspekt haben, so wie das Gedankenexperiment, auf das ich darin antworte und auch die Fragen von marspilot. Ich bin aber überzeugt, dass alle drei auf solidem, auch physikalisch realen Boden stehen. Mit allfällig vermutetem Fundamentalismus hat es ziemlich sicher und was mich betrifft - bestimmt - nichts zu tun.
Gruss Orbit

ispom
13.01.2007, 19:37
ist ok. Orbit,
macht hier mit der Kosmos-Philosophie weiter.
Für die anderen Fragen haben wir ja schon einige threads.

allerdings bin ich hier dann nicht so oft dabei, weil ich meine eigene Philosophie habe,
und, wie jeder Philosoph, davon überzeugt bin, daß die anderen falsch liegen :)

philosophierende Grüße von Ispom

Peho
14.01.2007, 16:42
Hallo Orbit



Warum Intelligenzen ihr REAL-SEIN in Frage stellen können, kann ich nicht verstehen. Verstehen kann ich, wenn sie nach der Realtätsebene fragen.

Man kann durchaus im Rahmen der Sinn-Suche die Frage nach dem Real Sein verstehen. Problematisch ist nach wie vor eine Wertung von Real und Virtuell. Warum wird das Virtuelle negiert? Könnten wir nicht irgendwann dazu übergehen beide als Daseinsformen gleichberechtigt zu betrachten?

Insbesondere, da der vermeintlich sich als Real betrachtende, sich seiner Realität selber nie sicher sein kann.

Ich wollte eigentlich die Diskussion weg von der reinen Philosophie hin zu mehr Physikalität lenken. Ich meine, wenn wir Beweise für eine Realitätsebene suchen, dann kann nur die Physik darauf Hinweise finden.

Diese Hinweise sind u.U. längst vorhanden, aber weil wir uns mit dieser Frage nicht beschäftigen, interpretieren wir Ergebnisse vollkommen anders.
Mein persönliches Weltbild hat sich durch diese Annahme nicht verändert, es macht mich nur sensibler, wenn ich Physikalisches lese, insbesondere, wenn ich über Multiversen, Paralleluniversen, 11 Dimensionale Strings, Spukhafte Fernwirkungen, Schrödingers Katze u.s.w. höre. Alles Konzepte namhafter Physiker.

viele Grüße Peho

messias
14.01.2007, 17:00
Hay, mag ich auch was zu sagen,....fragen, ...:)


In solcher Situation wäre es doch sehr naheliegend, eine Simulation „ich bau mir ein Universum“ zu starten und zu beobachten, was dabei rauskommt. Die Physik wird ja wohl inzwischen die richtige Weltformel zusammengebastelt haben, um durch eine Simulation im Computer ein richtiges Universum mit Leben entstehen zu lassen. Und wenn noch ein bißchen Chaos oder Zufall dazugehört, wäre das ja auch kein Problem, der User kann die Parameter ja etwas veraendern.

Why not, ...lustiger Gedanke ! Doch worin befinden sich nun widerum unsere Bastler, ...??
Euer (sich wundender) Messias....

ispom
14.01.2007, 17:07
, es macht mich nur sensibler, wenn ich Physikalisches lese, insbesondere, wenn ich über Multiversen, Paralleluniversen, 11 Dimensionale Strings, Spukhafte Fernwirkungen, Schrödingers Katze u.s.w. höre. Alles Konzepte namhafter Physiker.



du mußt dann aber auch richtig lesen, Peho.
es gibt keine Multiversen und 11 dimensionale strings,
es gibt ein Multiversum und eindimensionale Strings

aus wiki:

A multiverse is the hypothetical set of multiple possible universes (including our universe) that together comprise all of physical reality. The different universes within a multiverse are called parallel universes.

A multiverse has been envisaged within the 11-dimensional extension of string theory.


die strings sind eindimensional, sie schwingen in 9 Raumdimensionen


....a group of scientists created string theory. They stated, matter is not made up of small dot-like entities such as neutrons or quarks but of incredibly small threads of energy that vibrate. A string that vibrates one way becomes an electron. Another, vibrating differently, becomes a neutron. And another becomes one of the carriers of the force of gravity

Schrödingers Katze ist kein Konzept, es ist eine eindrucksvolles Beispiel dafür, daß in der Quantenwelt der "gesunde Menschenverstand" keine gültigkeit mehr hat, die Natur richtet sich nicht nach dem Menschenverstand, sie erscheint uns spukhaft.

gespenstische Grüße von Ispom

Peho
14.01.2007, 17:33
Hay, mag ich auch was zu sagen,....fragen, ...:)

Why not, ...lustiger Gedanke ! Doch worin befinden sich nun widerum unsere Bastler, ...??
Euer (sich wundender) Messias....

Wenn es ihn den gäbe - auch in einer vierdimensionalen Raumzeit, wie wir. Wir wären ja Teil seiner/ihrer Welt.

Ansonsten ist der Gedanke zwar lustig, aber wir werden in ein paar hundert Jahren genau damit ernsthaft konfrontiert.

gruß Peho

Marspilot
15.01.2007, 03:04
Es heißt: „Jeder sieht die Welt mit anderen Augen“.
Es heißt: „Jeder lebt in seiner eigenen Realität“.

Oder wie es AdMon sehr treffend formulierte:


Realität ist immer an den individuellen Wahrnehmungshorizont gebunden.
AdMon

Aber hier wird der Begriff „Realität“ für etwas eingesetzt, was eigentlich dem genauen Gegenteil dessen entspricht, wofür er meines Erachtens steht. Realität ist doch keine Ermessensfrage - oder?

Vielleicht haben ich den Begriff ja auch falsch verstanden? Denn nach meinem Empfinden bedeutet Realität das absolute Soseins der Welt.
Die Realität steht also für den tatsächlichen Zustand der Welt.
Sie steht für die unabhängige und absolute Wirklichkeit.
In ihr offenbart sicht das wirkliche und unverfälschte Wesen aller Dinge.
Realität steht für die Tatsächlichkeit von Existenz in seiner ureigensten Wesenheit.
Sie besitzt einen universell gültigen Anspruch auf Wahrheit und ist unabhängig von jeder Interpretation - sie kann daher auch nicht gebeugt werden.
Realität ist niemals relativ, aber Relativität ist eine Realität.

Nach meiner Definition kann es daher nichts geben, was nur ein bisschen real oder halbreal ist.
Der allgemeine Sprachgebrauch allerdings lässt zu, dass man diesen Begriff sehr großzügig anwendet, da wir unterstellen, dass das, was wir wahrnehmen, der Realität entspricht.

Wir können die (echte) Realität aber niemals über unsere Sinneswahrnehmungen erfassen. Sinne kodieren lediglich auf elektochemischem Wege gefilterte Außeninformationen, die über Nerven unserem Gehirn zugeleitet werden, damit dieses daraus ein (für uns brauchbares) Abbild generiert. Dabei greift das Gehirn zusätzlich auf bereits früher gespeicherte Gedächtnisinhalte aus verschiedenen Bereichen zurück und kompletiert somit das zunächst bruchstückhafte Bild.
Die Träger der Außeninformation sind dabei völlig wesensfremd vom späteren Wahrnehmungseindruck.

Die zeitlosen Photonen, die beispielsweise unseren Sehsinn mit der Außeninformationen "Baum" versorgen, sind generell unsichtbar. Sie können im ereignislosen, ungestörten Zustand durch nichts nachgewiesen werden.
Erst durch die Energieübertragung (gleichbedeutend mit der Vernichtung des Photons) durch das Auftreffen auf die entsprechenden Sinneszellen der Netzhaut kommt es zu einem Ereignis = Informationsweitergabe.

Das Grün des Baumes ist nicht etwa eine eigenständige, unabhängige Wesenheit. Grün ist das, was das Gehirn anhand der eintreffenden Nervenimpulse daraus macht. Die dafür verantwortlichen Photonen, bzw. deren Frequenzen sind ja nicht von sich aus grün.

Beim Geruch sind es Moleküle, die erst durch eine chemische Reaktion mit den Riechzellen einen entsprechenden Nervenimpuls auslösen, durch den das Gehirn die Wahrnehmung eines Duftes erzeugt. Die Moleküle selbst haben keinen Geruch.
Beim Schmecken ist es dasselbe. In beiden Fällen verändern sich die Moleküle durch die Reaktion.
Luftdruckschwankungen vermitteln uns über das Ohr auf bekanntem Wege den Eindruck von Geräusch. Auch hierbei erfährt der Informationsträger eine Veränderung gegenüber seines Ursprungszustandes (Druckwellen geben Energie an das Trommelfell ab).
Allein dadurch und die Wesensfremdheit der Informationsträger scheint es schon unmöglich zu sein, die Welt so wahrzunehmen, wie sie wirklich ist.

Kurz: Unsere Vorstellung der uns umgebenden Welt basiert auf den vom Gehirn erzeugten Bildern und subjektiven Eindrücken. Bilder, die zwar nicht die Realität zeigen können, die uns aber die Orientierung in der Welt erst ermöglichen.

Aber da stellt sich einem doch allmählich die Frage nach dem wahren Wesen der Außenwelt. Der ungestörten Außenwelt außerhalb unseres denkenden Gehirns. Der Realität.
Keine Farben, kein Licht, keine Geräusche, kein Geruch, kein Geschmack, etc.? Aber was dann? Wie ist sie wirklich die Welt? Die Welt außerhalb unseres denkenden und bildgebenden Gehirns?
Ist sie etwa kontur- und substanzlos und nimmt erst Form an, wenn ein Beobachter diesen Grundzustand durch erzwungene Interaktion stört?

Man kann diesen Gedankengang natürlich noch weiterführen und stetig verfeinern - bis hin in den subatomaren Bereich. Die Frage aber wird bestehen bleiben:
"Wie real ist unsere Welt"

Etwas Endgültiges, etwas Reales muss es ja geben, ansonsten gäbe es keine Realität. Und was das bedeuten würde lässt sich gar nicht mehr fassen:

"In der Realität gibt es keine Realität". Paradox?
Wenn nichts real ist, dann muss es eben virtuell sein?

Na dann, gute Nacht allerseits.

Orbit
15.01.2007, 10:40
@marspilot
Schöne Antwort auf Deine eigene Eingangsfragen, die man etwa so zusammenfassen könnte:
"Welche Realität ist hinter der Realtät, die wir uns aus unseren Sinneswahrnehmungen machen, und welche Realität ist die Quelle dieser Realität dahinter?

Dein Empfinden

Denn nach meinem Empfinden bedeutet Realität das absolute Soseins der Welt.
Die Realität steht also für den tatsächlichen Zustand der Welt.
Sie steht für die unabhängige und absolute Wirklichkeit.
In ihr offenbart sicht das wirkliche und unverfälschte Wesen aller Dinge.
Realität steht für die Tatsächlichkeit von Existenz in seiner ureigensten Wesenheit.
Sie besitzt einen universell gültigen Anspruch auf Wahrheit und ist unabhängig von jeder Interpretation - sie kann daher auch nicht gebeugt werden.
Realität ist niemals relativ, aber Relativität ist eine Realität.
teile ich voll und ganz; aber ich kann es

Nach meiner Definition kann es daher nichts geben, was nur ein bisschen real oder halbreal ist.
Der allgemeine Sprachgebrauch allerdings lässt zu, dass man diesen Begriff sehr großzügig anwendet, da wir unterstellen, dass das, was wir wahrnehmen, der Realität entspricht. in Abetracht der langen Geschichte der Wahrnehmungstheorien
http://eco.psy.ruhr-uni-bochum.de/download/Kognition_und_Gehirn/Teil_1/img2.html

Nach meiner Definition kann es daher nichts geben, was nur ein bisschen real oder halbreal ist.
Der allgemeine Sprachgebrauch allerdings lässt zu, dass man diesen Begriff sehr großzügig anwendet, da wir unterstellen, dass das, was wir wahrnehmen, der Realität entspricht. obwohl ich es eine schöne Definition finde, nicht als eine Dir allein zuzuschreibende Definition sehen.

Was Du dann im weiteren Verlauf Deines Beitrages aus dieser Definition ableitest, finde ich auch schön, besonders den Bogen, den Du zur Quantentheorie schlägst, wenn Du zur wahrgenommenen Realität sagst:

Ist sie etwa kontur- und substanzlos und nimmt erst Form an, wenn ein Beobachter diesen Grundzustand durch erzwungene Interaktion stört?
Aber irgendwie schüttest Du am Schluss das Kind mit dem Bade aus:

Die Frage aber wird bestehen bleiben:
"Wie real ist unsere Welt" weil Du nicht weiter auf Deinen eben gerade entwickelten Realtätsbegriff vertraust und wieder zum umgangssprachlichen zurückkehrst, auf dem sich halt schwer etwas logisch Schlüssiges aufbauen lässt. Und so empfinde ich Deine Schlussfrage

"In der Realität gibt es keine Realität". Paradox?
Wenn nichts real ist, dann muss es eben virtuell sein?
wie einen Rückfall in die alte Tretmühle.
Versteh mich nicht falsch: Ich bin - auf meine Art - ein gläubiger Mensch.
Gruss Orbit

Marspilot
15.01.2007, 12:58
Hallo Orbit!

Es war ein Vergnügen Deine Meinung zu meinem letzten Beitrag zu lesen. Glückwunsch, Du beherrscht die Fähigkeit komplexe Zusammenhänge sauber zusammenzufassen, wie dieses Zitat zeigt:



"Welche Realität ist hinter der Realtät, die wir uns aus unseren Sinneswahrnehmungen machen, und welche Realität ist die Quelle dieser Realität dahinter?


Genau das war es, was mich beschäftigte.
Leider bin ich in der "langen Geschichte der Wahrnehmungstheorien" nicht sonderlich belesen, daher brauchte ich wohl ein wenig mehr Text, um meine Gedanken einigermaßen geordnet aufs "Papier" zu bringen. Ich bin sicher, dass sich der Mensch seit jeher dazu Gedanken macht. Und sicher werden die verschiedenen Nachdenker - auch unabhängig von den Ergebnissen anderer - zu vergleichbaren Schlussfolgerungen gekommen sein.
Stark hat mich dabei allerding der buddhistische Realitätsbegriff inspiriert.



Aber irgendwie schüttest Du am Schluss das Kind mit dem Bade aus:
weil Du nicht weiter auf Deinen eben gerade entwickelten Realtätsbegriff vertraust und wieder zum umgangssprachlichen zurückkehrst, auf dem sich halt schwer etwas logisch Schlüssiges aufbauen lässt.


Nun, dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: Die vorgerückte nächtliche Stunde und die verbliebene restliche Schlafzeit.
Also habe ich mich entschlossen, durch ein wenig Dramaturgie (oder das, was ich dafür hielt) und abschließender Provokation, den eleganten aber zügigen Ausstieg aus dieser Sitzung zu schaffen.

Es handelt sich also nicht eine meinungsmäßige Kehrtwendung auf gerader Strecke. Im übrigen denke ich, gerade dieses Stilmittel der offenen gelassenen Fragen gibt einem solchen Forum die Würze. Das Thema soll ja auch noch ein bisschen länger diskutiert werden.

Vielen Dank noch mal und bis hoffentlich bald. Herzliche Grüße, Marspilot.

JGC
15.01.2007, 16:23
Hi... (entschuldigt für meine spontane Einmischung..)


Vielleicht darf man das Wort Realität nur für einen bestimmten, idividuell erlebbaren Bereich betrachtet werden, da ja erst die die jeweiligen Einigungen darüber dahin führen, was wir für Real zu halten haben und was nicht...

Ich finde unter diesen "Realitäten" steht ein fundamentaler Sockel und dieser steht für die zementierte Wirklichkeit..(Es ist sehr wichtig, die Definitionen von Realitäten und Wirklichkeiten exakt zu verwenden..)

Zementiert deshalb, weil sie all die zur Anwendung kommenden Grundvorraussetzungen gestalten, welche von all den gedachten Realitäten (kurzfristige Momentrealitäten)tatsächlichen Bestand haben.
(weil sie einfach die elementaren Grundkonstanten der Mathematik entspringen(durch die Gravitationswirkung und deren erzeugten Resonanzen jeweils gestaltet), welche die tiefgreifende Wirksamkeit der Physik überhaupt erst ermöglicht...

Ohne die Gravitation keine Bewegung, keine Mathematik und kein Geschehen..

Das ist zumindest meine Erkenntnis dazu

messias
15.01.2007, 19:08
Hallo mal so, ....wollt auch was sagen, ...:) Zu:
Realität ist doch keine Ermessensfrage - oder?
Denke für uns, eher eine Sache der Wahrnehmung, den unsere Realität liegt wie man so schön sagt, im "Auge" des Betrachters. Und wird somit für uns, Real !;) ) Diese Realität können wir sogar miteinander teilen.
"Welche Realität ist hinter der Realtät, die wir uns aus unseren Sinneswahrnehmungen machen, und welche Realität ist die Quelle dieser Realität dahinter?
Letztlich gibt es nur Eine, ich nenne sie mal "objektive Realität". Diese Realität jedoch braucht keine Wahrnemung.

Realität, ...eine Sache der Wahrnemung...??!!
Euer (grübelnder) Messias!

JGC
19.01.2007, 11:40
Hi..

Irgendwo hab ich mal den Spruch eines Feldherrens gelesen...

Egal, wie die Wirklichkeit ist, Hauptsache ich kann darin siegen.(kann aber nicht mehr sagen, wo...)

Vielleicht stellt dieses genau das Dilemma dar, wieviel Bedeutung geben wir einer Realität....?

Je mehr wir sie beachten, um so stärker ist ihr Einfluss auf uns und unser handeln..

Ist Realität also nur eine "Reibung" des Geistes?

Mir scheint, je mehr man sich in der Realität bewegt, um so realer wird sie...

So was wie eine Zeitdillation?


JGC

ispom
19.01.2007, 13:04
Letztlich gibt es nur Eine, ich nenne sie mal "objektive Realität". Diese Realität jedoch braucht keine Wahrnemung.

da kann ich diesmal dem Messias vorbehaltlos zustimmen.

Der Mond wird als objektive Realität auch noch da sein, wenn nach einem möglichen Nuklearkrieg alle höheren tiere, denen wir ein Bewußtsein zuschreiben,
(und von denen manche denken,
der Mond existiert nur in ihrem Bewußtsein :D )

von der Erde vertilgt sind.

objektiv lunare grüße von ispom

Garvey
20.01.2007, 12:38
Hi..

Vielleicht stellt dieses genau das Dilemma dar, wieviel Bedeutung geben wir einer Realität....?


Die Frage ist nur was ist Realität? Für ne Fliege sieht die Welt ganz anders aus als für nen Maulwurf.. Realität ist IMHO das was wir erleben, egal obs jetzt auch wirklich 100%ig genauso ist oder doch ganz anders. Es ist völlig egal ob wir und das alles nur einbilden oder ob es tatsächlich genauso ist. Wir leben in unserer Welt und werden darin bis wir mal sterben verbringen. Sich darüber gedanken zu machen is deshalb IMHO Zeitverschwendung , und kann bei manchen Leuten, wie bereits weiter oben erwähnt echt zu Angst und Panikzuständen führen.
hab da mal auf Orf Philosphicum zum Thema Gottes Urknall gesehn, und da gings dann auch darum, was jetzt real ist und was nicht, war echt interessant damals. Hier der Link zur Sendung: http://religion.orf.at/projekt03/tvradio/kreuz/ph051108_urknall_fr.htm


Reale Grüße

Garvey

JGC
20.01.2007, 12:47
Tja..

Manchesmal sitz ich tatsächlich lieber im Liegestuhl unter der Sonne und seh den Bienen beim summsen zu :D

Garvey
20.01.2007, 13:12
genau *g* und da frag ich mich dann in dem Moment auch nicht ob die Bienen echt sind, sondern genieß es einfach ;) :D Dann noch gute musik dazu und schon is man irgendwie in einer anderen Realität als zb im Büro ;)

Orbit
20.01.2007, 13:44
@JGC
Hast ja Recht mit den Bienen. Und die summen neuerdings auch mitten im Winter. Echt, Garvey;) .
@ Garvey: Dein Link zu ORF möchte ich nicht weiter empfehlen. Erstens sagt die Kurzbeschreibung der Sendung nicht viel aus. Also den einzigen Link zum Diskussionsforum benutzen. Dort erwartet Dich eine mehrere Meter lange Linkliste zu allen Pornos, die es wohl weltweit zur Zeit gibt. Und diese Liste behauptet sich dort auf der Frontseite seit 9 Tagen unbemerkt! Nicht gerade eine guter Einstieg in eine christliche Plattform. Oder ist das der neueste Trick mit der die Kirchen Weltoffenheit vorgaukeln? Auf der zweiten Seite Spam mit irgendwelchen Links zu Schlüsseln. Steht seit über vier Monaten dort, obwohl sie mit ORF und dem Urknall nichts zu tun hat!
Um diese Seite scheint sich kein Schwein zu kümmern.
Nach langem Scrolling endlich der Beginn einer eher peinlichen mit viel Kreationistischem und sonst Fundamentalistischem durchsetzten Diskussion zum Thema Urknall.
Facit: Ich würde den Link entfernen, wenn ich Dich wäre.
Gruss Orbit

Hanmac
20.01.2007, 19:26
manchmal glaub ich das jede Geschiche real ist,
dann überleg ich, sollte das nicht der Fall sein,
wer, sagt mir, das ich real bin?
möglicherweise sind wir nur das Hirngespinst einer billigen Romanfigur.

Biologisch interessant:
es gehen mehr Nerven ZU den Sinnesorganen, als Nerven ZUM Gehirn.
-> Das Gehin sagt den Augen, was sie sehn.
(heist: für jeden sieht die Realität anders aus)

JGC
21.01.2007, 09:47
Hi...


Nur die eigene Reflektion sagt dir, das du bist....

Ohne Reflektion deines Selbst weisst du nicht mal, ob du überhaupt existierst...

Wir können so gesehen tatsächlich nicht sagen was wirklich Wirklich ist...

Hanmac
21.01.2007, 10:31
Wir können so gesehen tatsächlich nicht sagen was wirklich Wirklich ist...
Heist das nicht auch, dass es nicht möglich ist, zu sagen, dass etwas nich real ist?

Orbit
21.01.2007, 11:01
@ IGC
Der logische Schluss aus Deiner Philosophie ist:
"Ich kann nicht reflektieren."

Und keine Stunde später hat der gestrauchelte Philosoph einen ersten Jünger.
Gruss Orbit

Hanmac
21.01.2007, 11:28
Und keine Stunde später hat der gestrauchelte Philosoph einen ersten Jünger.
Gruss Orbit

aus der temporalen Angabe schlussfolgere ich das du mich meinst.

JGC
21.01.2007, 12:49
Naja..

Zeigt das nicht erst, wohin das führen kann, wenn man zuviel über die "Wahrheit" wissen will?

Man kommt vom hundertsten ins tausendste und ins zehntausendste....

Und Schwupps.. hat man ein Problem in Form einer Psychose am Hals... :p

Hanmac
21.01.2007, 12:57
Naja..

Zeigt das nicht erst, wohin das führen kann, wenn man zuviel über die "Wahrheit" wissen will?

Die Frage nach der "Wahrheit" find ich interesessanter:)


Und Schwupps.. hat man ein Problem in Form einer Psychose am Hals... :p
ich glaub du meinst im Kopf.

JGC
21.01.2007, 17:38
ok ok....

Was ist, wenn es in Wirklichkeit keine Wahrheit gibt?

Gibt es dann noch etwas, an dem man sich festhalten kann?

Dann hift nur noch der Glaube weiter, oder? Sonst würdest du dem Irrsinn anheim fallen.(selbst ein grosses weisses "Taschentuch" kann einen Halt vermitteln) :rolleyes:

Die menschliche Psyche braucht einfach einen Halt, an der sie sich ausrichten kann, sonst torkelt sie ziellos durch die Existenz und ist in dieser Phase praktisch Entschlusslos und Handlungsunfähig. Nennt sich das in der Psychiatrie nicht eine "Paralyse"?

Orbit
21.01.2007, 18:34
Lieber JGC

Was ist, wenn es in Wirklichkeit keine Wahrheit gibt?
Angesichts der Lügen, die tagtäglich von höchster Stelle auf unserem Globus verbreitet werden, frage ich mich das manchmal auch. Ein Blick auf den Blütenzweig in der Glasvase vor mir auf dem Tisch, holt mich unweigerlich in eine Wirklichkeit zurück, in der es keine Lüge gibt, nur Wahrheit.
Realität auch. Der Blütenzweig ist wahr und real. Und wenn ich den im Wasser optisch geknickten Stengel betrachte, beginne ich - der real existierenden Wahrheit gewiss - gelassen und in freudvoller Musse über die verschiedenen Ebenen der Realität nachzudenken.

Gruss Orbit

Hanmac
21.01.2007, 18:55
Der Blütenzweig ist wahr und real. Und wenn ich den im Wasser optisch geknickten Stengel betrachte, beginne ich - der real existierenden Wahrheit gewiss - gelassen und in freudvoller Musse über die verschiedenen Ebenen der Realität nachzudenken.

Wenn die Raumzeit wie ein Tuch ist, was man krümmen kann,
heist das nicht das die Raumzeit nur ein Teil eines höher Dimesionalen Raumes ist, gleich den verschiedenen Ebenen der Realität?
Und wenn das der Fall sein sollte, Gibt es Verbindungen ähnlich des Blütenzweigs?

jonas
21.01.2007, 19:41
Beim Begriff "verschiedene Ebenen der Realität" fällt mir spontan Stanislav Lems "futurologischer Kongress" ein (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_futurologische_Kongre%C3%9F)

Ein Buch, das mich damals tiefgreifend verstört die letzte Seite beenden liess. Es dauerte ein paar Tage, bis ich die Realität, die meine Sinnesorgane an mein Bewusstsein lieferten wieder als authentisch akzeptierte.

Für alle Realitätszweifler sollte dieses Buch fast so etwas wie die Offenbarung sein :D

Hanmac
21.01.2007, 19:50
Beim Begriff "verschiedene Ebenen der Realität" fällt mir spontan Stanislav Lems "futurologischer Kongress" ein (http://de.wikipedia.org/wiki/Der_futurologische_Kongre%C3%9F)

Ein Buch, das mich damals tiefgreifend verstört die letzte Seite beenden liess. Es dauerte ein paar Tage, bis ich die Realität, die meine Sinnesorgane an mein Bewusstsein lieferten wieder als authentisch akzeptierte.

Für alle Realitätszweifler sollte dieses Buch fast so etwas wie die Offenbarung sein :D

ich hab den Inhalt über flogen, ud bin der Meinung das unsere Körper den Geist daran hindern die Wirklichkeit zu sehen,
bzw:


es gehen mehr Nerven ZU den Sinnesorganen, als Nerven ZUM Gehirn.
-> Das Gehin sagt den Augen, was sie sehn.
(heist: für jeden sieht die Realität anders aus)
unser Gehirn/Geist die Wahrheit (wahre Realität) nicht sehen will.

Orbit
21.01.2007, 20:28
Wenn die Raumzeit wie ein Tuch ist, was man krümmen kann,
heist das nicht das die Raumzeit nur ein Teil eines höher Dimesionalen Raumes ist
Ich denke, das kann man so sehen. Wobei sich dann aber die Frage stellt, ob es sich bei diesem Hyperraum um eine mathematisch-physikalische oder lediglich um eine mathematische Realität handelt. Aber auch letzteres wäre nach meinem Realtätsbegriff eine Realität.
Der Blütenzweig meint etwas anderes: Er steht einerseits für Leben, eine Realität also, deren Funktionieren durch die Biologie zwar immer differenzierter beschieben werden kann - die Biochemie forscht längst im molekularen Bereich - eine Realität aber auch, wo die Naturwissenschaft trotz allen Anstrengungen noch weit davon entfernt ist, das eigentliche Geheimnis beschreiben zu können. Doch auch das Geheimnis ist eine Realität, und ich denke, dass hier immer ein letztes Geheimnis bleiben wird.
Der Blütenzweig steht aber auch für Wahrheit und Realität der Schöpfung, die nur von reflektierenden Wesen verdreht und kleinlich hinterfragt werden können, Wesen, an deren Existenzberechtigung ich trotz allem aber immer noch glaube, und deshalb ist es auch eine Zeichen der Hoffnung, wenn ich einen Blütenzweig einstelle.
Gruss Orbit

Hanmac
21.01.2007, 20:34
Der Blütenzweig meint etwas anderes: Er steht einerseits für Leben, eine Realität also, deren Funktionieren durch die Biologie zwar immer differenzierter beschieben werden kann - die Biochemie forscht längst im molekularen Bereich - eine Realität aber auch, wo die Naturwissenschaft trotz allen Anstrengungen noch weit davon entfernt ist, das eigentliche Geheimnis beschreiben zu können. Doch auch das Geheimnis ist eine Realität, und ich denke, dass hier immer ein letztes Geheimnis bleiben wird.
Der Blütenzweig steht aber auch für Wahrheit und Realität der Schöpfung, die nur von reflektierenden Wesen verdreht und kleinlich hinterfragt werden können, Wesen, an deren Existenzberechtigung ich trotz allem aber immer noch glaube, und deshalb ist es auch eine Zeichen der Hoffnung, wenn ich einen Blütenzweig einstelle.
Gruss Orbit

das ist mir zu abstrakt.
aber du versuchst mich zu verstehen.

Garvey
21.01.2007, 22:16
@ orbit

das hab ich erst jetzt gesehen was da für müll in dem Forum zur Sendung steht, wahrscheinlich kümmert sich da niemand drum weil die Sendung schon vor über einem Jahr war, den link werd ich trotzdem drinnenlassen, vielleicht will ja irgendjemand mal beim ORF nachfragen obs das Ganze auch auf DVD zum Nachbestellen gibt. Ich habs zwar aufgenommen und in digitaler Form hierliegen , allerdings weiss ich nicht wie das Copyrighttechnisch aussieht , sonst könnt ich das schon irgendwo uppen oder so.

jonas
21.01.2007, 22:38
1Ich habs zwar aufgenommen und in digitaler Form hierliegen , allerdings weiss ich nicht wie das Copyrighttechnisch aussieht , sonst könnt ich das schon irgendwo uppen oder so.
Das Copyright verbietet leider Gottes die Verbreitung privat aufgenommener Fernsehsendungen per Internet. Zwar pfeifen ca. 5 millionen Bundesbürger auf diese Tatsache, aber dennoch ist es illegal.

Beim ORF etwas zu bestellen kann man, fürchte ich, vergessen. Sie bieten zwar für einige Sendungen eine DVD an, aber diese sind preislich meistens jenseits von Gut und Böse.