PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schutz einer Mars-Station



ryan
08.12.2006, 15:25
Hallo zusammen!

Interessiert habe ich den heutigen Artikel zu den neuen Entdeckungen auf dem Mars gelesen: http://astronews.com/news/artikel/2006/12/0612-006.shtml (http://astronews.com/forum/../news/artikel/2006/12/0612-006.shtml)

Grundvorraussetzun für eine Station auf dem Mars wären Wasservorkommen in irgendeiner Form. Vielleicht findet sich auf dem Mars ja wirklich noch Wasser, wie der Artikel ja sagen will. Mal angenommen, es wäre so. Die Menschen haben Wasser Wasser gefunden und auch eine Möglichkeit dieses zu nutzen. Wäre es dann denn wirklich schon möglich, eine Station zu bauen?
Ein Problempunkt wird ja schon im Artikel angesprochen: Meteoriten. Es wird von 12 pro Jahr gesprochen, ich gehe aber einfach mal davon aus, dass es noch mal ein paar mehr sind, denn auch ziemlich kleine Brocken, deren Einschlagskrater auf den Bildern vielleicht gar nicht zu sehen sind, können eine empfindliche Station beschädigen.
Nun bleibt die Frage, wie man sich davor schützt. Gut, 12 größere Meteoriten auf den ganzen Mars verteilt, die Wahrscheinlichkeit getroffen zu werden, ist natürlich nicht sonderlich hoch. Aber dennoch muss man damit rechnen. Was also tun? Eine unterirdische Station bauen? Ein Abwehrsystem aufbauen, wie es noch nicht einmal auf der Erde existiert und in naher Zukunft wohl auch nicht existieren wird!?
Wie sieht es mit der Stromversorgung aus, vor allem, wenn man unterirdisch baut?
Solche Fragen stelle ich mir grade, vielleicht habt ihr ja ein paar gute Ideen.

gruß
ryan

ispom
08.12.2006, 15:56
der Schutz vor Meteoriten liegt wohl "in Gottes Hand",
so, wie bis jetzt in der gesamten Raumfahrt.
vermutet Ispom

slapper
08.12.2006, 16:41
ich stelle mir nur die frage:
"Was wollen wir denn auf dem Mars?":confused:

ispom
08.12.2006, 17:49
vor einigen hundert Jahren galten die Hochgebirge (Alpen zum Beispiel) als Plätze, die man meiden sollte,
jeder war froh, wenn er einen Paß überqueren mußte und es schadlos überstand,
eine Wetterstation auf der Zugspitze, ein Hotel auf dem Großglockner, ein Souvenirshop inmitten des Rhonegletschers,
das waren damals ebensolche "Hirngespinste" wie heute vergleichbare Marsobjekte....

jeder Zeitgenosse hätte gefragt
"was wollen wir denn auf dem Gipfel?"

und in einigen hundert Jahren werden Forschungsstationen, Versorgungseinrichtungen und auch Souvenirläden auf dem Mars selbstverständlich sein...

in die Zukunft blickende Grüße von Ispom

Toni
08.12.2006, 20:04
"Was wollen wir denn auf dem Mars?":confused: Ja, was wollen wir denn eigentlich überhaupt im Weltraum?? Der Mensch ist doch für diese Umweltbedingungen überhaupt nicht geschaffen? Was wollten denn die Amis auf dem Mond? Was reizt den Menschen, endlich ein anderes Sonnensystem zu erreichen? Hier auf der Erde haben wir es doch (noch) viel gemütlicher! Wir brauchen uns nur vor den Computer zu setzen (manche tun das den ganzen Tag und kommen gar nicht mehr los davon :rolleyes: ) und holen uns das gesamte Universum vor die Linse! Einfacher und bequemer gehts doch nimmer! :cool:

Ich vermute mal, es handelt sich dabei um diese verdammte menschliche Neugier, die schon immer einige wenige Exoten dazu bewegt hat, fremde Länder zu entdecken, um ihren egoistischen Horizont zu erweitern. :p Dass dabei immer auch positives für den uninteressierten Rest der zu Hause gebliebenen Menschheit herausgesprungen ist, vergisst dieser "Rest" nur all zu gerne.

Nicht zu diesem "Rest" gehörende Grüße von
Toni

Joachim
12.12.2006, 12:31
Hallo,



Nun bleibt die Frage, wie man sich davor schützt. Gut, 12 größere Meteoriten auf den ganzen Mars verteilt, die Wahrscheinlichkeit getroffen zu werden, ist natürlich nicht sonderlich hoch. Aber dennoch muss man damit rechnen.

Nein, damit würde mal wohl nicht rechnen. Das Risiko kann vernachlässigt werden. Zudem könnte man eine Marsstation ja modular aufbauen, so dass im schlimmsten Fall nur ein Modul zerstört wird. Das könnte man mit etwas Glück und guter Himmelsbeobachtung sogar rechtzeitig evakuieren.

Wovor man sich wohl schützen müsste, wäre die kosmische Strahlung. Der Mars hat ja kaum schützende Atmosphäre und meines Wissens ist auch das Magnetfeld viel schwächer als das der Erde. Hier liegt wohl das eigentliche Problem.

Gruß,
Joachim

mac
13.12.2006, 00:22
Hallo Joachim und ryan,

Hier liegt wohl das eigentliche Problem.ich hatte dazu vor einigen Monaten hier (http://www.astronews.com/forum/showthread.php?t=732) mal einen Artikel aus einer Fachzeitschrift übersetzt.

Herzliche Grüße

MAC

Anac
13.12.2006, 17:48
Bis soweit ist, dass wir eine Marsstation errichten können, sollten militärische Abwehrlaser (gegen Artilleriegeschosse, Rakten etc.) weit genug entwickelt seien, dass man sie evtl. gegen kleinere Meteoriten einsetzen könnte.
Und wie siehts mit der Nanotechnik/Materialforschung aus? - Viellleicht gibts für die erste Marsstation ja schon einen Diamantüberzug... :cool:

Ansonsten bin ich auch der Meinung, die Strahlung ist das weit größere Problem...


Gruß
Anac

Kunibert
13.12.2006, 18:47
Michael C. Malin von Malin Space Science Systems sieht da schon ein Gefahrenpotential:

Auf dem Mars entstehen jährlich etwa 12 neue Krater durch Meteoriteneinschläge. Der Vergleich von Fotos, die im Abstand von mehreren Jahren gemacht wurden, zeigt 20 frische Einschlagstellen mit Durchmessern zwischen zwei und 148 Metern. "Wir müssen uns deshalb fragen, ob diese eine mögliche Gefahrenquelle für zukünftige Astronauten darstellt," sagt Malin und gibt auch gleich die Antwort: "Ja."
Quelle (http://www.astronews.com/news/artikel/2006/12/0612-006.shtml)

ispom
13.12.2006, 20:30
Michael C. Malin von Malin Space Science Systems sieht da schon ein Gefahrenpotential:



Als eins der vielen gefahrenpotentiale darf man es sicher nicht leugnen,
aber:
die Gefahr für die Astronauten, die durch die technischen Risiken der Hin-und rückreise selbst besteht
(vom Start auf der Erde über die Landung auf dem Mars bis zur Heimkehr)
ist gewaltig viel größer...

meint Ispom

Toni
13.12.2006, 22:09
Hallo all,

um auf eine weitere Eingangsfrage zurückzukommen:

Wie sieht es mit der Stromversorgung aus, vor allem, wenn man unterirdisch baut? Die Stromversorgung muss wahrscheinlich in der Anfangsphase durch Minireaktoren wie auf einigen Satelliten oder den etwas größeren der U-Boote und Atom-Eisbrecher bestehen. Eine andere Lösung (z.B. Solarenergie) wird man erst später nutzen können, denn solch eine Anlage erfordert doch allerhand "Bauland", und das muss erst mal erschlossen werden. Außerdem ist auf dem Mars die Ausbeute bei Solarenergie schon einen gehörigen Prozentsatz geringer als auf der Erde. - Und wenn dann später noch Wolken hinzukommen ... :rolleyes: ;)

An großartige Wissenschaftsstationen auf dem Mars glaubende Grüße von
Toni

ispom
13.12.2006, 23:33
An großartige Wissenschaftsstationen auf dem Mars glaubende Grüße von
Toni

sich dem anschließende Grüße von Ispom

ps
solange die niedlichen Roboter auf dem Mars herumfahren und mangels Sonne einen Winterschlaf halten müssen, wird man vielleicht noch keine Kern-Reaktoren auf die Reise schicken, aber spätestens dann, wenn die ersten Astronauten dort überwintern wollen.

Übrigens gibt es schon sehr konkrete Pläne für den U-Boot reaktor im Raumschiff,
der JIMO soll einen haben,
aber der ist aus Kostengründen leider auf Eis gelegt.

ispom
13.12.2006, 23:39
weil vielleicht nicht mehr allen geläufig ist, was der JIMO darstellt:

http://en.wikipedia.org/wiki/Jupiter_Icy_Moons_Orbiter

JIMO was to have a large number of revolutionary features. Throughout its main voyage to the Jupiter moons, it was to be propelled by an ion propulsion called HiPEP, and powered by a small fission reactor.

ps

hier habe ich mal die Konkurrenz angezapft,
da ist der JIMO recht gut beschrieben

http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raumsonden/jimo.shtml

jonas
13.12.2006, 23:53
Das war doch ein winziger Reaktor, der grade mal eine Handvoll Watt geliefert hat. Für eine bemannte Marsmission müsste da schon etwas deutlich grösseres her. Und da hätte ich schon ein sehr mulmiges Gefühl wenn ein ausgewachsener Atomreaktor in den Himmel geschossen wird. Diesen könnte man nicht mehr so kapseln, dass er einen Absturz unversehrt übersteht, dann würde er wahrscheinlich zu schwer.

ispom
14.12.2006, 10:29
Das war doch ein winziger Reaktor, der grade mal eine Handvoll Watt geliefert hat. Für eine bemannte Marsmission müsste da schon etwas deutlich grösseres her. Und da hätte ich schon ein sehr mulmiges Gefühl wenn ein ausgewachsener Atomreaktor in den Himmel geschossen wird. Diesen könnte man nicht mehr so kapseln, dass er einen Absturz unversehrt übersteht, dann würde er wahrscheinlich zu schwer.

die genaue Dimensionierung und Leistungsangabe für den Reaktor habe ich nicht gefunden, aber es ist ein modifizierter U-Boot reaktor, der schon eine "Handvoll Megawatt" liefern sollte.

Aber anders als mit Hilfe von Kern -Reaktoren wird sich das äußere Sonnensystem nicht erschließen und der Mars nicht besiedeln lassen...

keinen anderen Ausweg sehende grüße von Ispom

adora
28.12.2013, 14:27
Auf dem Mars gibt es hin und wieder globale Staubstürme die den ganzen Planeten erfassen können.

Können diese zu einer Gefahr für die Marsstationen werden?

Gruß adora

frosch411
07.01.2014, 11:08
Auf dem Mars gibt es hin und wieder globale Staubstürme die den ganzen Planeten erfassen können.

Können diese zu einer Gefahr für die Marsstationen werden?

Nicht wenn man vorher z.B. durch Marsroboter diese misst und die Station so auslegt, dass sie die Stürme problemlos aushalten (mit einigem Puffer nach oben). Notfalls müssen eben Maschinen auf der Station sein, die in der Lage sind, die eingestaubte Station wieder auszugraben...