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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unge3wöhnliches Signal aus der Richtung von Proxima Centauri



Kibo
21.12.2020, 07:19
Hier (https://www.scientificamerican.com/article/alien-hunters-discover-mysterious-signal-from-proxima-centauri/)ein neuer Artikel vom Scientific American. Das Signal wurde 5 mal innerhalb vom 3 Stunden aufgezeichnet und hat eine Charakteristik die einen natürlichen Ursprung ausschließt. Auf der Frequenz 982 Mhz soll kein irdischer Satellit funken.

ralfkannenberg
21.12.2020, 09:58
Hier (https://www.scientificamerican.com/article/alien-hunters-discover-mysterious-signal-from-proxima-centauri/)ein neuer Artikel vom Scientific American. Das Signal wurde 5 mal innerhalb vom 3 Stunden aufgezeichnet und hat eine Charakteristik die einen natürlichen Ursprung ausschließt. Auf der Frequenz 982 Mhz soll kein irdischer Satellit funken.
Hallo Kibo,

die Frage ist doch nicht, ob es sich um Aliens handelt, sondern von welchem der 3 bisher bekannten (*hüstel*) Planeten von Proxima Centauri die Signale stammen. Wenn von keinem der drei dann wüsste man sogar, dass es noch (mindestens) einen vierten Planeten in diesem System gibt, dann hätte man eine neue Nachweismethode für Exoplaneten.

Kurz und gut, ich wage folgende Prognose: wenn das Thema wichtig genug ist, wird es in Kürze eine Publikation geben, die nachweist, dass es sich bei den Signalen um natürliche Signale handelt, oder um irdische, die zufällig aus dieser Richtung gekommen sind.


Freundliche Grüsse, Ralf

Bynaus
21.12.2020, 13:07
Es ist vermutlich irgend ein irdisches Signal künstlichen Ursprungs (es sieht nicht natürlich aus). Aber es ist gut, dass man dem auf den Grund geht. Auch, damit man die Signalprüfung / -filterung künftig verbessern kann.

CAP
12.01.2021, 13:09
Gibt es hier mittlerweile ein Update? Habe leider nichts gefunden.

Kibo
12.01.2021, 18:21
Updates dazu würde man wenn hier (https://twitter.com/BerkeleySETI) finden. Leider bis jetzt nur Pressepiegel dazu bis jetzt.

CAP
13.01.2021, 15:53
Danke, dann muss ich mich wohl doch mal beim Zwitscherdienst anmelden.

Bynaus
13.01.2021, 20:37
Ein Preprint auf Arxiv behauptet heute, ein Signal von Proxima Centauri würde das Kopernikanische Prinzip ("das Prinzip der Mittelmässigkeit") verletzen.
https://arxiv.org/abs/2101.04118

Ich bezeifle, dass man das zwingend so sagen kann. Sicher, wenn es nur wenige radio-kommunizierende Zivilisationen in der Milchstrasse gibt, ist es unwahrscheinlich, dass ihre Sterne zufällig gleich nebeneinander liegen. Aber es könnte ja sein, dass es z.B. ein galaxisweites Funknetzwerk gibt (z.B. über die jeweiligen Gravitationslinsen), in das man sich über den jeweils nächsten Stern einwählt (so wie beim Mobilfunk - der jeweils nächste Sendeturm gibt das Signal ans Netz weiter). In diesem Fall wäre es sogar sehr wahrscheinlich, dass das erste Signal von einem Nachbarsystem käme. Möglicherweise lag die Erde nur zufällig für kurze Zeit in einem solchen Funkstrahl, der gar nicht für uns direkt gedacht war. Das nur als Gedankenanstoss. Die wahrscheinlichste Erklärung ist und bleibt, dass es sich um ein falsch interpretiertes irdisch-künstliches Signal handelt.

Wolverine79
14.01.2021, 11:54
Ich habe zum Signal selbst mal eine Frage. Es hieß ja, dass das Signal keine Information übertragen hat, da keine Modulation vorhanden war. Es war also im Prinzip nur ein gleichbleibender "Ton".
Vor Jahren habe ich mal das Buch von Brian Greene "Der Stoff aus dem der Kosmos ist" gelesen und dort gelernt, dass Photonen verschiedene Polarisation haben können. Ich meine mich erinnern zu können, vertikal oder horizontal.
Nun ist doch dieses Radiosignal eine elektromagnetische Welle und das Eichboson der elektromagnetischen Wechselwirkung ist das Photon. Wäre es nicht möglich Informationen in einer solchen Welle per Polarisation auf die einzelnen Photonen zu "heften"? Vertikal als 0 und horizontal als 1 bspw.
Ich nehme mal an, dass das nicht möglich ist, sonst würden wir Menschen das auch schon tun. Die Frage ist also: wieso ist das nicht möglich?

Grüße
Jens

Bynaus
14.01.2021, 20:03
Grundsätzlich hat jede EM Welle eine Polarisation - quasi der Winkel zwischen der Schwingungsrichtung und einer Normrichtung (z.B. Norden), nicht nur horizontal und vertikal. Sternlicht hat normalerweise keine bevorzugte Polarisation, d.h. jeder Winkel kommt gleich häufig vor. Polarisation wird in der Astronomie schon genutzt (das von einem Planeten reflektierte Licht sollte polarisiert sein), aber ich bezweifle, dass sie in diesem Fall gemessen wurde.

Wolverine79
15.01.2021, 09:05
Hi Bynaus,

danke für die Antwort!
Dass die Polarisation nicht gemessen wird, dachte ich mir schon fast. Was aber doch dann gleichzeitig bedeutet, dass diese "Alien-Jäger" nicht davon ausgehen, dass in Radiosignalen über die Polarisation von Photonen Daten übertragen werden.
Wieso nicht? Ist es nicht möglich die Polarisation für die Übertragung von Nachrichten/Daten zu nutzen? Selbst für fortschrittliche Zivilisationen nicht?

Grüße
Jens

Bernhard
15.01.2021, 12:37
Ist es nicht möglich die Polarisation für die Übertragung von Nachrichten/Daten zu nutzen?
Gute Idee. Prinzipiell sehe ich da keinen Hinderungsgrund.

Kibo
18.01.2021, 22:10
Ist es nicht möglich die Polarisation für die Übertragung von Nachrichten/Daten zu nutzen?

Das wird durchaus gemacht, z.B. bei 3D Fernsehen mit Shutterbrillen um zu codieren welches bild für welches Auge ist.

mac
19.01.2021, 08:08
Hallo Kibo,
Das wird durchaus gemacht, z.B. bei 3D Fernsehen mit Shutterbrillen um zu codieren welches bild für welches Auge ist.Ein TV-Gerät gibt polarisiertes Licht ab? Ich dachte bisher, daß dabei nacheinander ein Bild für das linke Auge gezeigt wird, und die Shutter-Brille in der Zeit ihre rechte Seite abdunkelt und für das nächste Bild, welches für das rechte Auge bestimmt ist, die Shutter-Brille ihre linke Seite abdunkelt (darum auch 'Shutter'). Aber vielleicht bin ich da nicht richtig informiert? Hättest Du dazu vielleicht einen Link? :)

Herzliche Grüße

MAC

Wolverine79
19.01.2021, 12:49
Hi mac,

ich glaube, dass er da was verwechselt. Die Fernseher die mit Shutterbrillen arbeiten, machen das tatsächlich einfach zeitlich abgestimmt mit dem Fernseher. Die Polarisationstechnik kommt im Kino zum Einsatz. Dort hat man dann ja auch keine Shutterbrille.

Zu meiner ursprünglichen Frage: ich habe hier von 2002 noch einen Artikel gefunden:
https://www.wissenschaft.de/technik-digitales/neue-technik-ermoeglicht-optische-datenuebertragung-mit-polarisiertem-licht/

"Amerikanische Physiker haben eine technisch realisierbare Methode zur optischen Datenübertragung mittels polarisiertem Licht entwickelt. Dies könnte zu einer beträchtlichen Erhöhung der Bandbreite und damit der Geschwindigkeit dieser Form der Telekommunikation führen. Die mittels eines Ringlasers erzeugten Signale sind zudem unanfällig gegenüber Übertragungsstörungen."

Mal davon abgesehen, dass ich nicht weiß, was aus dieser Technik wurde und ob die heutzutage irgendwo in der Fernmeldetechnik eingesetzt wird... Wenn man damit tatsächlich schneller Daten und auch unanfälliger gegen Übertragungsstörungen übertragen kann, sollte man dann nicht davon ausgehen, dass eine hochentwickelte Alien-Rasse nicht eher Daten per Polarisation verschicken würde anstatt durch Modulationstechniken?
Und sollte Bynaus recht haben und die Forscher vom "Breakthrough Listen"-Projekt nicht die Polarisation einer aufgefangenen Radiowelle analysieren, gehe ich mal davon aus, dass man sich aktiv dagegen entschieden hat dies zu tun. Denn schließlich sitzen da eine Menge schlauer Leute, die sicherlich wissen, dass man auch mit Polarisation Daten übertragen kann. Wieso ignoriert man dann aber diese Möglichkeit (sollte Bynaus Recht haben).

Kibo
22.01.2021, 21:45
Ja stimmt, war Kino. Ich hab da was durcheinander gebracht.

Wolverine79
12.02.2021, 11:23
Mittlerweile sind sie sich wohl sicher, dass es lediglich Interferenzen waren:
"We're about to submit our papers on the signal. We're virtually certain now that it's interference."

Quelle (Interview mit Pete Worden, Executive Director, Breakthrough Starshot):
https://www.space.com/proxima-centauri-signal-breakthrough-listen-pete-worden-interview

Das Interview war aber wohl schon am 25.01.21. Vermutlich ist das Paper also mittlerweile schon irgendwo veröffentlicht worden.