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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Astrobiologie: Umweltschutz auf fernen Welten?



astronews.com Redaktion
04.02.2019, 16:21
Sollten die Regeln für den Umweltschutz auch außerhalb unseres Sonnensystems angewendet werden? Ein Frankfurter Physiker hat sich nun mit dieser Fragestellung befasst. Bislang würde außerirdisches Leben auch im Sonnensystem nur dann als schützenswert gelten, wenn dieser Schutz durch die wissenschaftliche Forschung begründet sei. Wie aber soll man die Frage bei extrasolaren Planeten handhaben? (4. Februar 2019)

Weiterlesen... (https://www.astronews.com/news/artikel/2019/02/1902-003.shtml)

Smallbrain
04.02.2019, 23:16
40mg, an der Ampel, 8h 970mg auf Arbeit...seit Ihr noch ganz richtig im Hirn ??

Nathan5111
04.02.2019, 23:25
Bei dieser Belastung möchte ich die Frage gern zurück geben.

Aries
05.02.2019, 00:07
Gibt es irgendwelche Indizien dafür, dass Leben mehr als einmal auf der Erde entstanden ist? Soweit ich weiß nicht. Und falls nein, muss die Entstehung von Leben als sehr unwahrscheinlich angenommen werden. Daher gehe ich nicht von der Existenz außerirdischen Lebens aus, das für uns erreichbar wäre. Statt der Frage des Umweltschutzes auf Exoplaneten stellt sich für mich daher eher die Frage, wie wir das Leben überhaupt erst im Weltraum verbreiten können. Statt Raumsonden klinisch zu reinigen würde ich eher absichtlich Extremophile mit an Bord nehmen. Wenn aus diesen dereinst höheres Leben auf anderen Planeten entstehen sollten, wäre das doch im Sinne des Lebens ein enormer Verdienst der Menschheit.

Bynaus
05.02.2019, 01:13
Die Idee, andere Planeten von irdischer "Verunreinigung" schützen zu wollen, halte ich grundsätzlich für fehlgeleitet (genauso wie die Idee, man müsste Astronauten, die von einer Mission zu einem anderen Planeten zurück kommen, in "Quarantäne" stecken). Jede Raumsonde, die wir nach da draussen schicken, führt auch Mikroorganismen mit sich ("Sterilisation" hin oder her) - kein Planet hat mittlerweile mehr irdische Mikroorganismen frei nach Hause geliefert bekommen als der Mars. Aber das ist nicht weiter dramatisch: wir tun nur, was die Natur schon seit Jahrmilliarden macht. Alle grösseren Impakte auf der Erde haben irdische Mikroorganismen zu anderen Planeten (und Monden etc.) des Sonnensystem befördert, im Inneren von Gesteinstrümmern, die bei diesen Impakten ins All geschleudert wurden.

Selbst wenn es auf diesen Planeten lokales Leben (egal ob dort unabhängig entstanden oder früher schon von der Erde eingeschleppt) geben sollte: es wäre den lokalen Bedingungen evolutionär optimal angepasst, das irdische Leben jedoch nicht. Entsprechend wäre die Chance, dass das irdische Leben dem "ausser"irdischen Leben irgendwie zusetzt, sehr klein. Wenn schon, dürfte es diesem als Futter dienen...

Und wenn wir eines Tages einen bewohnbaren, aber (offensichtlich) unbewohnten/unbelebten Exoplaneten finden, dann hoffe ich schwer, dass wir dann auch versuchen, irdisches Leben dort anzusiedeln. Nicht nur Bakterien, sondern auch Tiere und Pflanzen (und natürlich Menschen). Nicht nur auf einem, sondern auf tausenden von Exoplaneten, in tausenden von sonnennahen Sternsystemen. Wenn die Menschheit nicht Bestand hat, dann bekommt das Leben vielleicht auf einem dieser Exoplaneten eine zweite Chance.