Zur Provenienz des komplexen Zahlenkörpers

antaris

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Aber meinetwegen: warum hast Du die Probleme von i und -i nicht bei 2 und -2 ?
Hallo Ralf

mathematisch habt ihr doch alle recht aber das ist auch nicht der Kern meiner Fragestellung.
Der Punkt ist genau von TomS angesprochen: Was ist technisch denn überhaupt mit einer entstehenden komplexen Struktur gemeint, wie entsteht diese und wie kann diese mit dem in der Mathematik etablierten komplexen Körper verglichen/diagnostiziert oder gar identifiziert werden?


Meine Antwort dazu in #79.
 

Jakito

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Hallo Antaris, hallo Jakito,

ich habe da mal eine - vielleicht blöde - Frage:

Du hast ein Problem mit i und -i; warum hast Du kein Problem mit 1 und -1 ?


Freundliche Grüsse, Ralf
Hallo Ralf, Deine Frage kommt mir gerade recht, weil ich immer noch dabei bin, antaris extrem lange Posts zu lesen, und immer wenn ich fertig bin, ist schon wieder ein noch längerer Post dazu gekommen.
Eigentlich hätte ich so gerne TomS geantwortet, nachdem er mir geantwortet hatte, aber antaris hatte ja schon längst "statt mir" Antworten geschrieben, so lang, und dann noch länger, was soll ich sagen?

Eines meiner Probleme mit TomS ist wie folgt: Die Konstante 1 ist Teil der Körperstruktur. Die Konstante i ist Teil der algebraischen Struktur der komplexen Zahlen, aber nicht Teil der Körperstruktur. Die reellen Zahlen als Teilmenge der komplexen Zahlen sind im Prinzip auch noch Teil der algebraischen Struktur, weil die Konjugation Teil der algebraischen Struktur ist. Auf dieser Teilmenge (also den reellen Zahlen) ist eine Ordnung definiert, aber diese Ordnung ist nicht mehr Teil der algebraischen Struktur, sondern nur noch Teil der relationalen Struktur. Trotzdem muss ein Isomorphismus diese relationale Struktur erhalten. Das will TomS aber nicht einsehen. Oder zumindest ist er der Meinung, wenn man die topologische Struktur der komplexen Zahlen ignorieren würde (wenn man unstetige Automorphismen zulässt), dann dürfte man auch alle Struktur, die über die Körperstruktur hinaus geht, ebenfalls ignorieren.

Weil die Konstante i Teil der algebraischen Struktur ist, macht es zunächst mal genauso wenig Sinn, i durch -i zu ersetzen, wie es Sinn machen würde, 1 durch -1 zu ersetzen. Wenn man aber statt den abstrakten komplexen Zahlen die konkreten "Drehskalierungen" der zweidimensionalen Ebene als Model der komplexen Zahlen betrachtet, dann macht es Sinn, davon zu sprechen, dass i entweder die Drehung um +90 Grad ist, oder alternativ eben die Drehung um -90 Grad. Die 1 muss hingegen immer die Drehung um 0 Grad sein, also die Identität.
 

Jakito

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Auf dieser Teilmenge (also den reellen Zahlen) ist eine Ordnung definiert, aber diese Ordnung ist nicht mehr Teil der algebraischen Struktur, sondern nur noch Teil der relationalen Struktur.
Wobei, wenn man den Absolutbetrag als Teil der algebraischen Struktur betrachen würde, dann wäre diese Ordnung auch noch Teil der algebraischen Struktur. Aber vermutlich will man das nicht, weil das über IQ (statt über IR) nicht funktionieren würde, und es halt irgendwie doch echte zusätzliche Struktur ist, jenseits der rein algebraischen Struktur.
 

antaris

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antaris extrem lange Posts zu lesen, und immer wenn ich fertig bin, ist schon wieder ein noch längerer Post dazu gekommen.
Eigentlich hätte ich so gerne TomS geantwortet, nachdem er mir geantwortet hatte, aber antaris hatte ja schon längst "statt mir" Antworten geschrieben, so lang, und dann noch länger, was soll ich sagen?
Na ja, das Modell ist halt leider nicht mit ein paar Sätze erklärt und Missverständnisse müssen zuerst beseitigt werden aber ich denke nun für den Anfang tatsächlich genügend über das "Ringsherum" genannt zu haben. Ich versuche zukünftig die Beiträge kürzer zu halten.

Mich interessiert tatsächlich das technische, also ob die konkrete Struktur des Modells überhaupt tragen kann, was sie soll (#79). Für mich ist das viel wertvoller, als die abstrakte/allgemeine Sicht.
 

Jakito

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Mich interessiert tatsächlich das technische, also ob die konkrete Struktur des Modells überhaupt tragen kann, was sie soll (#79). Für mich ist das viel wertvoller, als die abstrakte/allgemeine Sicht.
Schau mal, ich bin heute gegen 9:30 aufgestanden, und habe gefühlt noch nichts sinnvolles getan. TomS hat mich ja explizit um eine Reaktion gebeten:
@Jakito –

in dem speziellen Fall tritt keine Symmetriebrechung auf, weil die Wahl von i bzw. -i wg. Hermitizität zu identischer Physik führt.
Kannst du bitte nochmal darauf eingehen?

Was unterscheidet (0,1) von (0,-1)? Was sondert (0,1) aus? Warum kann ich nicht (0,-1) als i bezeichnen und damit rechnen?
Mir ist ja noch nichtmals klar, ob TomS wegen den vielen langen Posts hier einfach meine ursprüngliche Antwort (https://www.astronews.com/community...des-komplexen-zahlenkörpers.12641/post-155425) übersehen hat.

TomS zu ignorieren wäre unhöflich. Aber zu antworten, ohne gelesen zu haben, was Du als Antwort statt mir geschrieben hast, und wie es dann weiterging, wäre auch unhöflich.
 

Jakito

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Kannst du bitte nochmal darauf eingehen?

Was unterscheidet (0,1) von (0,-1)? Was sondert (0,1) aus? Warum kann ich nicht (0,-1) als i bezeichnen und damit rechnen?
Es ging ja nicht darum, ob i durch (0,1) oder (0,-1) dargestellt wird, sondern ob i (1,0) auf (0,1) oder auf (0,-1) abbildet.

Die Wahl, dass i (1,0) auf (0,1) abbildet ist dabei kanonischer, weil sie ein ganz klein wenig einfacher ist. Das ist der gleiche Grund, wieso "gegen den Uhrzeigersinn" mathematisch die positive Drehrichtung ist. Du fragst Dich nun vielleicht, was denn geschehen wäre, wenn die Mathematiker einfach die existierende Konvention akzeptiert hätten. Ich glaube die Antwort ist, dass dadurch "kanonische Wahlen" in anderen komplexeren Scenarien komplizierter geworden wären. Aus mathematischer Sicht ist es halt interessanter Weise wichtig, sich möglichst oft an kanonische Konventionen zu halten.
 

Jakito

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in dem speziellen Fall tritt keine Symmetriebrechung auf, weil die Wahl von i bzw. -i wg. Hermitizität zu identischer Physik führt.

Du hast oben zwischen einer abstrakten Struktur und ihren konkreten Modellen unterschieden. Die Wahl zwischen i und -i entspricht dann der Wahl einer globalen Phase, und die ist bekanntlich irrelevant.

...

Das ist ein Scheinproblem.
Die komplexen Zahlen sind schon eine sehr wichtige mathematische Struktur, deshalb sollte man nicht zu vorschnell sein, wie wichtig oder unwichtig nun die Unterscheidung zwischen i und -i wirklich ist.

In meiner Antwort
Pfadintegral
Wick-Rotation
Feynman-Kac formula
....

Allerdings taucht dort trotzdem keine "seltsame" Symmetriebrechung auf, weil es für beide "Regime" (stochastisch und quantum) eine bevorzugte Zeitrichtung gibt.
hatte ich ja schon betont, dass die Wick-Rotation zwischen zwei "Regimen" wechselt, und das beide eine bevorzugte Zeitrichtung bereitstellen. In meiner Arbeit habe ich auch mit der Lindhard dielectric function und der Mermin dielectric function zu tun, und in diesem Zusammenhang tauchen auch die Kramers-Kronig-Beziehungen auf:
Sei
{\displaystyle F\colon \mathbb {C} \rightarrow \mathbb {C} }
eine meromorphe Funktion, deren Polstellen in der unteren Halbebene liegen. Dieser Forderung an die Lage der Polstellen entspricht physikalisch das Kausalitätspostulat.
Die Wahl zwischen i und -i ist da schon sehr wichtig. Auch ist es so, dass sowohl der (Hauptzweig des) komplexe Logarithmus als auch die komplexe Wurzel schneiden die komplexe Ebene entlang der negativen reellen Linie auf, wobei die negative Linie selbst noch zum oberen Teil gehört. Die bei den Kramers-Kronig-Beziehungen getroffene Wahl die ist die hierzu konsistente Wahl.
Ein klein wenig Vorsicht ist also schon angebracht, nicht unnötig i und -i zu verwechseln.

Die komplexen Zahlen haben halt mehr Struktur also nur die Körperstruktur und die topologische Struktur. Und die Konstante i gehört eben auch mit zu dieser Struktur. Natürlich gilt f(z)=g(z) <=> conj(f(z))=conj(g(z)), aber das schafft noch lange nicht alle potentiellen Probleme und Fragen aus der Welt.
 

ralfkannenberg

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mathematisch habt ihr doch alle recht aber das ist auch nicht der Kern meiner Fragestellung.
Der Punkt ist genau von TomS angesprochen: Was ist technisch denn überhaupt mit einer entstehenden komplexen Struktur gemeint, wie entsteht diese und wie kann diese mit dem in der Mathematik etablierten komplexen Körper verglichen/diagnostiziert oder gar identifiziert werden?


Meine Antwort dazu in #79.
Hallo zusammen,

ich fürchte, meine Antwort ist und bleibt #56, und je mehr Beiträge Ihr verfasst, desto mehr bestärkt es mich in der Überzeugung, dass ich mich auf den rein mathematischen Teil beschränken möchte.

Und ja - tatsächlich sehe ich das Problem, das Ihr habt, nicht. Ich denke aber nicht, dass das weiter schlimm ist.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

TomS

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Der Punkt ist genau von TomS angesprochen: Was ist technisch denn überhaupt mit einer entstehenden komplexen Struktur gemeint, wie entsteht diese und wie kann diese mit dem in der Mathematik etablierten komplexen Körper verglichen/diagnostiziert oder gar identifiziert werden?


Meine Antwort dazu in #79.
Nee, das ist keine Antwort auf die Frage.

Du hast eine konkrete Erwartungshaltung, wie diese komplexe Struktur aussehen sollte. Du siehst sie, wenn sie da ist, aber wenn du sie nicht siehst, heißt das nicht, dass sie nicht da ist. Und es kann noch viel mehr da sein, was du nicht siehst, weil du es nicht kennst.
 

TomS

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Mir ist ja noch nichtmals klar, ob TomS wegen den vielen langen Posts hier einfach meine ursprüngliche Antwort (https://www.astronews.com/community/threads/zur-provenienz-des-komplexen-zahlenkörpers.12641/post-155425) übersehen hat.
Das hier
Beim Operieren auf der zweidimensionalen Ebene kann klar zwischen i und -i unterschieden werden. Und wenn man die komplexe Zahlenebene mit der zweidimensionalen Ebene identifiziert, dann wird natürlich 1 mit (1,0) und i mit (0,1) identifiziert. Soweit, so gut. Aber dann betrachtet man i (oder irgendeine andere beliebige komplexe Zahl) als "Drehskalierung", und dann fängt man an sich zu wundern.
ist doch nur die bildhafte Konvention der oberen und der unteren Halbebene. Wenn man sich auf eine Konvention (du sagtest Modell) festgelegt hat, kann man die andere davon natürlich unterscheiden.

Aber die algebraische Struktur braucht diese geometrische Veranschaulichung nicht; ersteres (die abstrakte Struktur) ist sozusagen "modulo derartiger Konventionen" zu verstehen"
 

TomS

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Eines meiner Probleme mit TomS ist wie folgt: Die Konstante 1 ist Teil der Körperstruktur. Die Konstante i ist Teil der algebraischen Struktur der komplexen Zahlen, aber nicht Teil der Körperstruktur.
Ich verstehe den Unterschied nicht. Meinst du damit, dass ein Körper zunächst nur ein neutrales Element bzgl der Multiplikation fordert, nichts weiter?

Die reellen Zahlen als Teilmenge der komplexen Zahlen sind im Prinzip auch noch Teil der algebraischen Struktur, weil die Konjugation Teil der algebraischen Struktur ist. Auf dieser Teilmenge (also den reellen Zahlen) ist eine Ordnung definiert, aber diese Ordnung ist nicht mehr Teil der algebraischen Struktur, sondern nur noch Teil der relationalen Struktur. Trotzdem muss ein Isomorphismus diese relationale Struktur erhalten. Das will TomS aber nicht einsehen.
Das stimmt so nicht.

Oder zumindest ist er der Meinung, wenn man die topologische Struktur der komplexen Zahlen ignorieren würde (wenn man unstetige Automorphismen zulässt), dann dürfte man auch alle Struktur, die über die Körperstruktur hinaus geht, ebenfalls ignorieren.
Das stimmt auch nicht.

Meine Aussage ist einzig, dass der Automorphismus * eine Äquivalenzrelation C ~ C* darstellt, und zwar dergestalt, dass alle algebraischen Aussagen in C eine Entsprechung in C* haben, d.h. dass in dieser Hinsicht C und C* identisch (modulo *) sind.

Sobald man sich festgelegt hat und eine Konvention verwendet, kann man die andere natürlich davon unterscheiden.


Weil die Konstante i Teil der algebraischen Struktur ist, macht es zunächst mal genauso wenig Sinn, i durch -i zu ersetzen, wie es Sinn machen würde, 1 durch -1 zu ersetzen.
Das stimmt nicht.

i und -i können exakt die selbe Rolle spielen, 1 und -1 aber nicht, denn 1 ist das Eins-Element der Multiplikation.

Wenn man aber statt den abstrakten komplexen Zahlen die konkreten "Drehskalierungen" der zweidimensionalen Ebene als Model der komplexen Zahlen betrachtet, dann macht es Sinn, davon zu sprechen, dass i entweder die Drehung um +90 Grad ist, oder alternativ eben die Drehung um -90 Grad. Die 1 muss hingegen immer die Drehung um 0 Grad sein, also die Identität.
Genau.

Ich glaube, wir sind uns doch einig. Vergiss mal die wilden Automorphismen, das war sehr verwirrend, sorry.
 

TomS

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Es ging ja nicht darum, ob i durch (0,1) oder (0,-1) dargestellt wird, sondern ob i (1,0) auf (0,1) oder auf (0,-1) abbildet.

Die Wahl, dass i (1,0) auf (0,1) abbildet ist dabei kanonischer, weil sie ein ganz klein wenig einfacher ist. Das ist der gleiche Grund, wieso "gegen den Uhrzeigersinn" mathematisch die positive Drehrichtung ist. Du fragst Dich nun vielleicht …
Das ist genau das, was ich mit Konvention meinte. Dadurch ändert sich nichts an der Algebra, an den Nullstellen von Polynomen etc.

Das selbe gilt auch für Pfadintegral, Wick-Rotation, bevorzugte Zeitrichtung (bzw. Wahl einer Polarisation). Du kannst natürlich nicht innerhalb einer Konvention isoliert -i statt i verwenden, du musst das schon vollständig konsistent durchziehen.

Wie gesagt, denke, wir sind uns einig, dein Hinweis auf abstrakte Struktur vs. konkrete Modelle war sehr hilfreich.
 
Zuletzt bearbeitet:

ralfkannenberg

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i und -i können exakt die selbe Rolle spielen, 1 und -1 aber nicht, denn 1 ist das Eins-Element der Multiplikation.
Hallo Tom,

deswegen meine Frage nach 2 und -2: die können auch die exakt selbe Rolle spielen.

Und wenn wir zu den Peano-Axiomen zurückgehen, dann kann man auch "natürliche Zahlen" {0, -1, -2, ...} bilden, einfach mit dem Startelement 0 und dem Nachfolgeoperator + (-1).

Auf der Ebene der Peano-Axiome haben wir also keinen signifikanten Unterschied zwischen 1 und -1, d.h. die natürlichen Zahlen in die positive Richtung zu bilden ist letztlich eine praxisnahe Konvention: im Supermarkt pflegt man die gekauften Äpfel positiv an den Fingern abzuzählen. Notwendig ist das aber nicht.

Ich will jetzt niemanden veralbern, aber die Peano-Axiome würden auch natürliche Zahlen {0, i, 2i, 3i, ...} oder eben auch {0, -i, -2i, -3i, ...} zulassen.



Freundliche Grüsse, Ralf
 

antaris

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Nee, das ist keine Antwort auf die Frage.

Du hast eine konkrete Erwartungshaltung, wie diese komplexe Struktur aussehen sollte. Du siehst sie, wenn sie da ist, aber wenn du sie nicht siehst, heißt das nicht, dass sie nicht da ist. Und es kann noch viel mehr da sein, was du nicht siehst, weil du es nicht kennst.
Du meinst in etwa solch eine Bemerkung:
Da sind Dinge aufgetaucht, die ich noch nie gehört bzw. wovon ich noch nie gelesen habe.
Mein Ziel war es eigentlich nur komplexe Operatoren zu erhalten. Das hier Strukturen auftauchen, die ich nicht kenne, das hatte ich erwartet aber welche Richtung das genau nimmt, das war weder geplant, noch irgendwie durch die AI gesteuert. Ich baue etwas und schaue was dabei herausfällt. Mit dem was herausfällt baue ich weiter...bis wieder was neues herausfällt, usw.
Möglicherweise entstehen dabei Strukturen, die ich und die AI nicht "sehe", weil wir gar nicht danach suchen. Dessen bin ich mir bewusst und das ist ein weiterer Grund für diesen Thread hier.

Es ist eine Tür in der langen und hohen Wand aber wenn man hindurch geht, dann steht da nicht einfach J² = -1...es ist eher wie ein dunkler Raum, in dem man sich an den Wänden entlang tastet um irgendwas zu spüren oder einen Lichtschalter zu finden...genau das macht es so spannend!
 

ralfkannenberg

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Mein Ziel war es eigentlich nur komplexe Operatoren zu erhalten.

Das hier Strukturen auftauchen, die ich nicht kenne, das hatte ich erwartet aber welche Richtung das genau nimmt, das war weder geplant, noch irgendwie durch die AI gesteuert. Ich baue etwas und schaue was dabei herausfällt. Mit dem was herausfällt baue ich weiter...bis wieder was neues herausfällt, usw.
Hallo Antaris,

wenn Du das so schreibst bekomme ich das Gefühl (welches auch falsch sein kann !), dass Du "vorurteilsbehaftet" - nicht negativ konnotiert !!! - in die Konstruktion gehst, nämlich dahingehend, dass Du die komplexen Zahlen in das Zentrum Deiner Überlegungen bzw. Konstruktionen stellst.

Dass ich als Mathematiker gerne die leere Menge in den Mittelpunkt stelle - wobei das in einer Vorlesung von Professor Ernst Specker dargestellt wurde und mich zutiefst beeindruckt hat; ich selber wäre naiverweise von den natürlichen Zahlen IN ausgegangen, ist natürlich auch ein Vorurteil meinerseits.

Möglicherweise entstehen dabei Strukturen, die ich und die AI nicht "sehe", weil wir gar nicht danach suchen. Dessen bin ich mir bewusst und das ist ein weiterer Grund für diesen Thread hier.
Letztlich auch eine Folge eines Vorurteils.

Normalerweise ist die Wortwahl "Vorurteil" ja negativ konnotiert, in diesem Kontext indes würde ich das völlig neutral ansehen und stelle mir eher die Frage, wie man aktiv solche Vorurteile beseitigen kann.

Das heisst man hat einen Ausgangspunkt, beseitigt alle "Vorurteile" und hat dann eine "saubere" Basis, auf der man aufbauen kann.

Hehre Worte, aber mir ist bewusst, dass das leichter gesagt als getan sein dürfte.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

ralfkannenberg

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Hallo Antaris,

vermutlich habe ich hier nur etwas verpasst, aber manchmal schreibst Du "i" und manchmal "J". Gibt es dafür einen Grund und zweitens, ist Dir bewusst, dass mit "j" (kleines j im Gegensatz zu Deinem grossen J) die zweite linear unabhängige imaginäre Einheit der Quaternionen bezeichnet wird ?


Freundliche Grüsse, Ralf
 

TomS

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Das selbe gilt auch für Pfadintegral, Wick-Rotation, bevorzugte Zeitrichtung (bzw. Wahl einer Polarisation). Du kannst natürlich nicht innerhalb einer Konvention isoliert -i statt i verwenden, du musst das schon vollständig konsistent durchziehen.
In der QM bzw. QFT bricht nicht i bzw. -i oder t bzw. -t die Invarianz, sondern das nach unten beschränkte jedoch nach oben unbeschränkte Spektrum des Hamiltonians H in exp(-iHt). Daher stammt die Auszeichnung einer Halbebene bzw. Rotationsrichtung zu exp(-Et). Das ist also keine Frage von C oder C*.
 

antaris

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wenn Du das so schreibst bekomme ich das Gefühl (welches auch falsch sein kann !), dass Du "vorurteilsbehaftet" - nicht negativ konnotiert !!! - in die Konstruktion gehst, nämlich dahingehend, dass Du die komplexen Zahlen in das Zentrum Deiner Überlegungen bzw. Konstruktionen stellst.
Hallo Ralf,

nein das beschreibt ziemlich genau, was passiert. Das leigt daran, dass für mich hier sozusagen alles neu ist. Ihr Profis haben natürlich ein ganz anderes Vorwissen, welches mir fehlt. Ich kann die AI nach Muster suchen lassen aber das funktioniert nur eingeschränkt, denn ich muss ja vorgeben, was sie suchen soll.
Dass ich als Mathematiker gerne die leere Menge in den Mittelpunkt stelle
Die leere Menge ist bei mir das Postulat. Damit fängt das Wachstum des Baums an. Es werden aus der leeren Menge -> der Wurzel des Baums 3 Mengen (Knoten) erzeugt und jede diese Menge erzeugt wieder 3 neue Knoten. Das setzt sich unendlich fort. Jeder Knoten erhält eine Adresse und die Adresslänge codiert die Tiefe des Knotens.
vermutlich habe ich hier nur etwas verpasst, aber manchmal schreibst Du "i" und manchmal "J". Gibt es dafür einen Grund und zweitens, ist Dir bewusst, dass mit "j" (kleines j im Gegensatz zu Deinem grossen J) die zweite linear unabhängige imaginäre Einheit der Quaternionen bezeichnet wird ?
Nein ich habe das unsauber geschrieben, danke für den Hinweis.


Zur Präzisierung der Notation:

i ist die imaginäre Einheit im komplexen Zahlenkörper und erfüllt
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J ist dagegen ein reeller linearer Operator auf einer reellen 2D-Ebene E. Eine komplexe Struktur auf E liegt vor, wenn
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gilt, wobei
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die Identität auf E ist.




Der Zusammenhang ist:
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Dann übernimmt J die Rolle der Multiplikation mit i. Also:
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Die verbleibende Vorzeichenfrage ist dann:
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Beide erfüllen
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, entsprechen aber den beiden konjugierten komplexen Strukturen, also i bzw. -i. Genau diese Auswahl ist im symmetrischen Baum nicht automatisch entschieden.
 

antaris

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Mehr dazu zB hier:




Dein impliziter Hinweis an mich auf Stinespring/Kraus ist für offene Quantensysteme natürlich relevant, aber er beantwortet nicht meine konkrete Provenienzfrage.

Stinespring/Kraus setzt bereits den üblichen quantenmechanischen Rahmen voraus: komplexer Hilbertraum, Dichteoperatoren, vollständig positive Abbildungen, Operatoren auf diesem Hilbertraum. Damit ist die komplexe Struktur schon vorhanden.


Meine Frage liegt aber eine Ebene davor:

Wo entsteht aus einer zunächst reellen Provenienz-/Randantwortstruktur überhaupt die vorgelagerte komplexe Struktur, aus der später ein komplexer Hilbertraum, eine GNS-Darstellung oder ein CP-Kanal formuliert werden kann?




In AQFT ist der Hilbertraum nicht primär gesetzt, sondern entsteht über die GNS-Konstruktion aus Algebra plus Zustand. Aber die lokalen Observablenalgebren der Standard-AQFT sind bereits komplexe C*- oder von-Neumann-Algebren. Die Observablen selbst sind dann die selbstadjungierten Elemente, also ein reeller Teil innerhalb einer bereits komplexen Algebra.


Wie entsteht provenienzseitig die komplexe lokale Algebra oder zumindest eine reelle lokale Struktur mit einem Operator J, sodass J² = -I gilt?


Ohne longitudinale und transversale Randantworten entsteht in meinem Ansatz gar keine komplexe Phase. Die longitudinale Seite ist grob die Environment/root-Antwort gegen die UV/leaf-Antwort. Aber allein diese radiale Achse reicht nicht. Man braucht zusätzlich eine transversale, zyklische oder nichtkommutative Struktur. Sonst hat man nur einen reellen Response-Sektor, aber keine komplexe Rotation.

Deshalb hilft Stinespring/Kraus an dieser Stelle nur begrenzt. Es erklärt, wie eine offene Dynamik innerhalb einer bereits komplexen Quantenmechanik als Reduktion einer unitären Gesamtbeschreibung verstanden werden kann. Es erklärt aber nicht, woher die komplexe Hilbertraumstruktur selbst stammt.

Außerdem ist in einem realistischen Modell gerade der exakte Stinespring-Kanal nicht bekannt. Mathematisch gilt: Wenn ein CP-Kanal gegeben ist, besitzt er eine Stinespring-Dilatation. Physikalisch hat man aber meist nur ein reduziertes, approximatives Modell. Man kennt nicht alle Umgebungsfreiheitsgrade, nicht den exakten Umgebungszustand, nicht alle Anfangskorrelationen und nicht die exakte unitäre Gesamtentwicklung.


mathematisch:
gegebener CP-Kanal -> exakte Stinespring-Dilatation

realistisch:
unvollständig bekannter offener Prozess
-> approximativer Kraus-/Mastergleichungs-Kanal
-> keine bekannte exakte unitäre Äquivalenz des realen Systems


Kraus beschreibt die offene Systemdynamik auf dem reduzierten System. Diese Dynamik ist im Allgemeinen nicht unitär auf dem System selbst. Eine unitäre Erweiterung existiert formal für den gewählten Kanal, aber das heißt nicht, dass man die reale Umgebung oder die reale vollständige Konjugationsäquivalenz kennt.



Daher ist meine Frage nicht:

Kann man einen gegebenen offenen Kanal in einem komplexen Hilbertraum dilatieren?


sondern:

Wo entsteht aus reeller Baum-/Schur-/DtN-Provenienz überhaupt eine komplexe lokale Operatorstruktur, die später als AQFT-Algebra, GNS-Hilbertraum oder offener CP-Kanal dargestellt werden kann?

Und genau deshalb sind m.E. die longitudinale und transversale Randantworten auf dem Baum so wichtig. Ohne beide gibt es keine intern erzeugte komplexe Phase, sondern nur eine reelle radiale Response-Struktur.
 

antaris

Registriertes Mitglied
Wo entsteht aus reeller Baum-/Schur-/DtN-Provenienz überhaupt eine komplexe lokale Operatorstruktur, die später als AQFT-Algebra, GNS-Hilbertraum oder offener CP-Kanal dargestellt werden kann?
@Bernhard

Das war aber vielleicht hilfreich als Denkanstoß.
Ich muss ja gar nicht zuerst die lokalen "wirklich" komplexen C*-Algebren "finden", denn ich kann mit einfacheren *-Algebren starten. Diese könnten rein reell definiert sein.


Der ganz grobe Weg wäre dann:

Ausgangspunkt/parameterfreies Postulat: leere Menge ∅

→ deterministisches Provenienzwachstum
→ lokale reelle Randantwort-Räume
→ dynamische Familie longitudinaler Mini-Ebenen
→ transversale Handoff-/Gluing-Defekte

→ reelle lokale Operatorrechnung
→ mögliche reelle *-Struktur
→ lokaler J-Kandidat mit J² = -I
→ komplexifizierte lokale Algebra
→ C*-Norm / Abschluss
→ Zustände auf lokalen Algebren
→ GNS-Hilbertraumdarstellungen
→ AQFT-artiges lokales Algebra-Netz



Grün habe ich bist Test 23 einbezogen, rot müsste gebaut werden.
 
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