ralfkannenberg
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Hallo zusammen,
ich möchte Euch heute ein persönliches Problem am Arbeitsplatz vorstellen. Es ist (zum Glück) kein arbeitsplatzrechtliches Problem, es ist also "nur" ein menschliches Problem und es betrifft mich eigentlich gar nicht.
Seit einiger Zeit hat mein Arbeitgeber ein Kontingent für zeitlich auf 1 Jahr befristete Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt, welches politischen Flüchtlingen zugute kommen soll. Auf diese Weise hat unsere Abteilung 2 junge Leute bekommen; der eine war ein Holländer - mir ist völlig unklar, wieso der als politischer Flüchtling deklariert wurde, aber das ist nicht mein Problem, zudem hat der junge Mann festgestellt, dass er von unserem Arbeitgeber für seine Karriere nicht profizieren kann und wieder gekündigt.
Die andere Stelle bekam eine junge Frau aus der Türkei und ich bin ihr Mentor. Sie ist sehr lernfähig, macht sehr gute Arbeit und etwas salopp formuliert macht sie die Arbeiten, die andere nicht so gerne machen, z.B. Dateivergleiche mit Beyond Compare und anderen Tools. Wir reden hier von mehreren hundert solcher Dateien. Automatisierungsversuche sind seit Jahren gescheitert, zwar wurden gewisse Strukturchecks implementiert, aber die zahlreichen Produktionsprobleme auf diesem Gebiet konnten diese nicht aufdecken. Bislang haben wir mit diesen Produktionsproblemen noch Glück gehabt, d.h. das System als Ganzes ist nicht während der Woche gecrascht, aber es gab doch zweimal ein kundenrelevantes Issue.
Da es bei uns zahlreiche Fluktuationen gab habe ich für eine der Vakanzen dem Management empfohlen, statt jemandem für diese Vakanz zu suchen sie fest anzustellen, was dann auch erfolgt ist und nach wie vor sind auch alle mit ihrer Arbeit sehr zufrieden; sie setzt Verbesserungsvorschläge ohne zu zögern um und wenn sie aufgrund ihrer erst kurzen Berufserfahrung nicht weiter weiss wendet sie sich an mich und wir schauen uns das Problem dann gemeinsam an. Sie verkauft das dann auch nicht als ihre Lösung, sondern betont immer, dass ich es war, der die Lösung gefunden hat - wobei ich ihr mehrfach gesagt habe, dass sie das in einem Team nicht zu tun braucht.
Soweit so gut.
Da ich ihr Mentor bin sprechen wir manchmal natürlich auch über private Dinge. Sie ist Muslimin und manchmal tauschen wir uns über Glaubensfragen aus, das ist ganz interessant. Doch neulich kamen wir irgendwie auf den Gazakrieg zu sprechen und da war es "aus":
statt wie bisher stets besonnen und fundiert zu argumentieren kam es wie aus einem Maschinengewehr heraus, dass der 7.Oktober nur eine logische und richtige Folge früherer Gräueltaten der Israelis sei, ihr Hauptargument, welches sie auch mehrfach wiederholt hat, war, dass die Israelis palästinensische Kinder bei lebendigen Leibe verbrennen würden und ihre Mütter dabei zuschauen müssen, sie habe selbst solche YouTube-Filme gesehen; die offiziellen Medien lügen natürlich alle und der Mossad habe den 7.Oktober nicht verhindert, nicht weil sie diese Gefahr völlig unterschätzt haben, sondern damit Präsident Netanjahu einen willkommenen Vorwand habe, den Krieg anzufangen. Die Hamas sind natürlich alles ganz liebe Engelchen und Israel sei auch nicht davor zurückgeschreckt, seine eigene Bevölkerung ermorden zu lassen - eine Argumentation, die man ja vom Jugoslawienkrieg und auch von 9/11 her leider "bestens" kennt.
Ich habe einmal gegooglet und das mit den Kinderverbrennungen habe ich sogar gefunden, aber andersherum, d.h. es wurden nach dem 7.Oktober Vorwürfe gegen die Hamas erhoben, dass diese am 7.Oktober israelische Kinder bei lebendigem Leibe verbrannt haben und ihre Mütter dabei zuschauen mussten, Vorwürfe, die allerdings - im Gegensatz zu den meisten anderen Vorwürfen der Hamas gegenüber - einer späteren Überprüfung nicht standgehalten haben.
Sie ist also völlig indoktriniert und lässt auch keine anderslautenden Argumente an sich herankommen.
Was tun ? Wenn sie solche extremen Inhalte in Mitteleuropa kommuniziert wird sie natürlich ein Problem bekommen. Wobei es mir eigentlich darum geht, wie ich sie dazu bringen kann, ihre ja offensichtlich völlig absurden Vorstellungen ergebnisoffen zu hinterfragen und sich dann ausgewogen informieren kann.
Habt Ihr eine Idee ?
Freundliche Grüsse, Ralf
ich möchte Euch heute ein persönliches Problem am Arbeitsplatz vorstellen. Es ist (zum Glück) kein arbeitsplatzrechtliches Problem, es ist also "nur" ein menschliches Problem und es betrifft mich eigentlich gar nicht.
Seit einiger Zeit hat mein Arbeitgeber ein Kontingent für zeitlich auf 1 Jahr befristete Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt, welches politischen Flüchtlingen zugute kommen soll. Auf diese Weise hat unsere Abteilung 2 junge Leute bekommen; der eine war ein Holländer - mir ist völlig unklar, wieso der als politischer Flüchtling deklariert wurde, aber das ist nicht mein Problem, zudem hat der junge Mann festgestellt, dass er von unserem Arbeitgeber für seine Karriere nicht profizieren kann und wieder gekündigt.
Die andere Stelle bekam eine junge Frau aus der Türkei und ich bin ihr Mentor. Sie ist sehr lernfähig, macht sehr gute Arbeit und etwas salopp formuliert macht sie die Arbeiten, die andere nicht so gerne machen, z.B. Dateivergleiche mit Beyond Compare und anderen Tools. Wir reden hier von mehreren hundert solcher Dateien. Automatisierungsversuche sind seit Jahren gescheitert, zwar wurden gewisse Strukturchecks implementiert, aber die zahlreichen Produktionsprobleme auf diesem Gebiet konnten diese nicht aufdecken. Bislang haben wir mit diesen Produktionsproblemen noch Glück gehabt, d.h. das System als Ganzes ist nicht während der Woche gecrascht, aber es gab doch zweimal ein kundenrelevantes Issue.
Da es bei uns zahlreiche Fluktuationen gab habe ich für eine der Vakanzen dem Management empfohlen, statt jemandem für diese Vakanz zu suchen sie fest anzustellen, was dann auch erfolgt ist und nach wie vor sind auch alle mit ihrer Arbeit sehr zufrieden; sie setzt Verbesserungsvorschläge ohne zu zögern um und wenn sie aufgrund ihrer erst kurzen Berufserfahrung nicht weiter weiss wendet sie sich an mich und wir schauen uns das Problem dann gemeinsam an. Sie verkauft das dann auch nicht als ihre Lösung, sondern betont immer, dass ich es war, der die Lösung gefunden hat - wobei ich ihr mehrfach gesagt habe, dass sie das in einem Team nicht zu tun braucht.
Soweit so gut.
Da ich ihr Mentor bin sprechen wir manchmal natürlich auch über private Dinge. Sie ist Muslimin und manchmal tauschen wir uns über Glaubensfragen aus, das ist ganz interessant. Doch neulich kamen wir irgendwie auf den Gazakrieg zu sprechen und da war es "aus":
statt wie bisher stets besonnen und fundiert zu argumentieren kam es wie aus einem Maschinengewehr heraus, dass der 7.Oktober nur eine logische und richtige Folge früherer Gräueltaten der Israelis sei, ihr Hauptargument, welches sie auch mehrfach wiederholt hat, war, dass die Israelis palästinensische Kinder bei lebendigen Leibe verbrennen würden und ihre Mütter dabei zuschauen müssen, sie habe selbst solche YouTube-Filme gesehen; die offiziellen Medien lügen natürlich alle und der Mossad habe den 7.Oktober nicht verhindert, nicht weil sie diese Gefahr völlig unterschätzt haben, sondern damit Präsident Netanjahu einen willkommenen Vorwand habe, den Krieg anzufangen. Die Hamas sind natürlich alles ganz liebe Engelchen und Israel sei auch nicht davor zurückgeschreckt, seine eigene Bevölkerung ermorden zu lassen - eine Argumentation, die man ja vom Jugoslawienkrieg und auch von 9/11 her leider "bestens" kennt.
Ich habe einmal gegooglet und das mit den Kinderverbrennungen habe ich sogar gefunden, aber andersherum, d.h. es wurden nach dem 7.Oktober Vorwürfe gegen die Hamas erhoben, dass diese am 7.Oktober israelische Kinder bei lebendigem Leibe verbrannt haben und ihre Mütter dabei zuschauen mussten, Vorwürfe, die allerdings - im Gegensatz zu den meisten anderen Vorwürfen der Hamas gegenüber - einer späteren Überprüfung nicht standgehalten haben.
Sie ist also völlig indoktriniert und lässt auch keine anderslautenden Argumente an sich herankommen.
Was tun ? Wenn sie solche extremen Inhalte in Mitteleuropa kommuniziert wird sie natürlich ein Problem bekommen. Wobei es mir eigentlich darum geht, wie ich sie dazu bringen kann, ihre ja offensichtlich völlig absurden Vorstellungen ergebnisoffen zu hinterfragen und sich dann ausgewogen informieren kann.
Habt Ihr eine Idee ?
Freundliche Grüsse, Ralf