US-Firma plant Asteroidenbergbau

Kosmo

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Ich habe jetzt schon mehrere Artikel zum Thema im deutschsprachigen Web gelesen. Und immer noch kein Thread bei astronews.com? Das geht nicht!

Was haltet ihr vom Vorhaben der Firma "Planetary Ressources"? Namhafte Geldgeber haben sie jedenfalls. Die Firma könnte ein weiterer Wegbereiter der kommerziellen Raumfahrt werden. Jedoch ist über das "Wie" - erwartungsgemäß - kaum etwas zu lesen. Dass die wenigen bislang genannten Details in der Theorie funktionieren, ist jedem Raumfahrtinteressierten bekannt.
 
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Sissy

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Hi Kosmo,

ich denke, da geht es um Psychologie. Kleine Jungs und Mädchen haben vor 40 Jahren von einem aufregenden Leben als Astronaut und Forscher geträumt. Heute sind die aufgeweckten Kinder von damals gestandene Geschäftsleute. Ihrem Traum vom Weltall sind sie keinen Schritt näher gekommen. Aber jetzt haben sie die Kohle, um an ihrer Stelle kleine Roboter auf Mission zu schicken. Ob die Mission dann wirklich wirtschaftlich Sinn macht ist dabei wurscht.

Denn die aufgeführten Stoffe kriegst schneller und billiger, wenn Du sie aus dem Wasser unserer Weltmeere extrahierst. Aber das ist halt deutlich langweiliger als ein Raumflugabenteuer von kleinen Sonden, mit dem man sich persönlich identifiziert. ;)

Solange keine Menschen in der Weltraum geschickt werden sollen, kann man auf viele kostspieligen Sicherheitsmaßnahmen verzichten. Eine Privatfirma mit genügend Kohle kann die logistischen Probleme durchaus stemmen. Da mittlerweile die prinzipiellen Probleme mit der Konstruktion von Sonden und Raketenantrieben gelöst sind und die Patente entweder abgelaufen oder sowiso auf die privaten Entwicklungsfirmen laufen, ist es doch nur logisch, jetzt an den staatlichen Stellen vorbei den Weltraum "zu erobern".

Im Moment kann ich allerdings keinen Bedarf an interplanetaren "Tankstellen" entdecken.

Am Startpunkt (Erde) haben wir sie schon. Ner Sonde auf dem Mars nützt so ne Tankstelle auf Ceres oder einem anderen Asteroiden nix, die müßte dann schon auf dem Mars selber sein. Um von Venus, den Jupitermonden oder gar den Saturnmonden Gestein zur Erde zurückzubringen, da würde ne Tankstelle auf Ceres auch nix nützen... So ne Tankstelle ohne Kunden ist ein ziehmlicher Flopp. :D

Bis "wirtschaftlicher" Bergbau auf den Asteroiden stattfindet, da wird noch viel Zeit vergehen. Und wenn private Firmen in der Zwischenzeit Erfahrung mit Raumfahrtmissionen sammeln, dann ist das aus meiner Sicht nur zu begrüßen. So wird weiterentwickelt, weitergeforscht, stehen Artikel in den Zeitungen und kleine Jungs und Mädels haben was zum Träumen. Werden eventuell genau aus diesem Grund Ingenieur...

Grüße
Sissy
 

Bynaus

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Denn die aufgeführten Stoffe kriegst schneller und billiger, wenn Du sie aus dem Wasser unserer Weltmeere extrahierst.

Das mag manchmal stimmen, aber sicher nicht bei allem. Treibstoff bringst du so nicht in die Erdumlaufbahn (eines der angestrebten Produkte), und nicht alle seltenen Metalle sind wasserlöslich. Platingruppenelemente z.B. haben ähnlich grosse Kosten in der Produktion pro Kilogramm wie Raumflüge, da ist es naheliegend, dass sich hier der Import von einem erdnahen Asteroiden lohnen könnte (zumal ja nicht zu erwarten ist, dass man für jedes zurückgebrachte Kilogramm auch ein Kilogramm hochschiessen muss). Zudem sollten die Kosten für den Import sowieso schnell fallen, wenn regelmässig importiert wird und die Weltraumfahrt nicht mehr nur allein die Domäne von staatlichen Akteuren ist.

Man muss aber natürlich auch sehen, dass die angestrebten Schritte zunächst klein und aufeinander aufbauend sind.

Im Moment kann ich allerdings keinen Bedarf an interplanetaren "Tankstellen" entdecken.

Der wird, wie immer in solchen Situationen, mit dem Angebot wachsen.

Am Startpunkt (Erde) haben wir sie schon.

Aber genau hierhin soll der Treibstoff vermarktet werden. Es kann günstiger sein, Treibstoff von einem Asteroiden in den LEO einzufliegen, als von der Erdoberfläche. Energetisch auf jeden Fall.
 

PlanetHunter

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Gesetzt den Fall, dass ich jetzt keine orbitale Tankstelle/Versorgungsdepot aufbauen will, sondern nur Bergbau betreiben will. Wäre es dann nicht machbar, dass ein kleiner Asteroid, wie im Demonstrationsvideo der Firma gezeigt, eingefangen wird, mit einem Hitzeschild (oder ähnlichem) eingehüllt wird und einfach in einem Ozean gewässert wird? Ganz konventionell mit Fallschirm (OK, nem sehr großen) und Airbags, damit er nicht untergeht. Dann schleppt man ihn an Land und beginnt, ihn auszubeuten.
Technisch ist das doch drin, oder?
 

sirius3100

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Ich vermute zwar (ohne da jetzt wirklich was darüber zu wissen) dass das schon gehen würde.
Aber: Dabei darf dann natürlich nichts schief gehen. Wenn aus irgendeinem Grund der Fallschirm nicht richtig öffnet und ein ca. 10m großer Asteroid irgendwo in bewohnten Gebiet runterkommt, wäre dass denke ich ziemlich ungünstig ;) .
Kann mir deshalb nicht vorstellen dass das jemand so ein Risiko eingehen würde (außerdem wiegt so ein Teil ja eine ganze Menge und man bräuchte sicher sehr viel Luftpolster damit dass Teil schwimmt). Und falls man doch sowas macht würde ich dass Teil eher irgendwo auf Land in unbewohnten Gebieten runter kommen lassen.
 

Sissy

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Hi Bynaus,

Treibstoff bringst du so nicht in die Erdumlaufbahn (eines der angestrebten Produkte),

im Moment dürfte es billiger sein, den Treibstoff, der in der Erdumlaufbahn gebraucht wird, auch auf der Erde zu produzieren (wir haben flüssiges Wasser, nach dem nicht erst gesucht werden muß), das mit Sonnenenergie in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden kann und hochzuschießen.

Solarzellen auf der Erde aufzustellen dürfte billiger sein, als die erstmal mit ner Rakete in den Erdorbit zu schießen, dann zu nem Asteroiden fliegen zu lassen, dort dann unfallfrei zu landen und den Strom für eine Roboterfabrik für Treibstoffgewinnung zu produzieren. Auf der Erde kommt mehr Sonnenenergie an als weiter draußen im Sonnensystem. Man benötigt für die gleiche Menge an Energie zudem weniger Fläche (Gewicht, Transportkosten).

Obwol ich denke, daß es im Moment nicht wirtschaftlich ist, hab ich absolut nix dagegen, wenn sich ne Privatfirma trotzdem dranmacht und die Solarzellen + ne Roboterfabrik auf nem Asteroiden baut. Nur zu.

Wenn erstmal die Solarzellen dort Strom produzieren, dann kann man damit viel anstellen. Treibstoff herstellen, Gestein in die verschiedenen Bestandteile zerlegen und das, was wertvoll ist, in Richtung Erde oder sonstwohin katapultieren. Uns fällt dann schon was ein, wie man die "Pakete" auch einfängt und nutzt ;)

und nicht alle seltenen Metalle sind wasserlöslich.

da stimme ich Dir zu.

Platingruppenelemente z.B. haben ähnlich grosse Kosten in der Produktion pro Kilogramm wie Raumflüge, da ist es naheliegend, dass sich hier der Import von einem erdnahen Asteroiden lohnen könnte (zumal ja nicht zu erwarten ist, dass man für jedes zurückgebrachte Kilogramm auch ein Kilogramm hochschiessen muss).

hmmm, zuerst mal muß man aber für jedes kg, das beim Asteroiden für den Aufbau ankommen soll, die x-fache Menge an Treibstoff hier auf der Erde produzieren und damit die Nutzlast in den Orbit schießen. Solange wir keine Weltraumlift haben, ist das derzeit die einzige Möglichkeit, Nutzlast hoch zu kriegen. Das bissy an Treibstoff für die Reise von Erdorbit zum Asteroiden mit Sonnensegeln, Ionenantrieb oder auch chemischen Raketen dürfte da viel geringer sein. Falls ich mit der Abschätzung falsch liege, korrigiert mich bitte...

Die Anfangsinvestitionen sind enorm. Auf Dauer (wenn denn die Produktion auf dem Asteroiden angelaufen ist), dann könnte sich das schon rechnen, falls die Wartungskosten niedrig sind. Ich denk da jetzt in einem langen Zeitraum. 30, 40 oder 50 Jahre... Oder meinetwegen auch 100 Jahre...

Ganz ehrlich, ich hab da ein bissy meine Zweifel. Jedes technische Gerät braucht Wartung. Es sei denn, es hat keinerlei bewegliche Teile. Eine Roboterfabrik, die Treibstoff herstellt und Erz separiert, die braucht (nach meiner Vorstellung) viel Wartung. Ein Katapult, welches die Erzeugnisse dann zum Ziel bringt, auch.

In der Kälte des Weltraums braucht man z.B. andere Schmierstoffe, Kunststoffe und Metall verspröden extrem schnell, die Probleme, die da auftauchen können, die können wir uns im Moment noch garnicht alle vorstellen. Da haben wir schlicht zu wenig Erfahrung. Wir haben ja noch keine einzige unbemannte Fabrik in der Erdumlaufbahn. MIR, Skylab und ISS sind bemannt (gewesen)... Die Schwerelosigkeit bzw. sehr geringe Schwerkraft kann auch zu Problemen führen, an die wir momentan überhaupt nicht denken.

Wenn Privatfirmen trotzdem bereit sind, in diese Richtung zu gehen, und Erfahrungen zu sammeln, das find ich klasse.

Ich hab aber auch noch ein paar Sicherheitsbedenken:

- was, wenn sich langfristig durch großflächigen Abbau die Bahn des Asteroiden verändert?
- "Krieg" unterschiedlicher Firmen um ein und den selben Asteroiden
- "Sabbotageakte" und dadurch Gefährdung Unbeteiligter

Es müßte z.B. eine internationale Behörde geschaffen werden, bei der die Firmen "Claims" beantragen, eine weitere Behörde, die für interplanetarisches Recht (Gesetze) zuständig ist und dann natürlich auch eine "internationale Gerichtsbarkeit", wenn es zu Rechtsstreitigkeiten kommt...

So wie man auf der Erde "Naturschutzgebiete" eingerichtet hat und die Antarktis per Vertrag von der kommerziellen Nutzung ausgeschlossen hat, so sollten dann auch ein paar Asteroiden für die Forschung reserviet werden...

Just my 2 Cents

Sissy
 

Bynaus

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@PlanetHunter: Die Bremsung eines zig-tausend-Tonnen-Asteroiden mit einem Fallschirm stelle ich mir schwierig vor... Die Einbremsung in eine Umlaufbahn, die Anschliessende Extraktion aller nützlichen Metalle vor Ort und deren anschliessende "Verschiffung" für die Rückkehr zur Erde wäre wohl vielleicht nicht einfacher, aber zumindest machbar.

@Sissy:

im Moment dürfte es billiger sein, den Treibstoff, der in der Erdumlaufbahn gebraucht wird, auch auf der Erde zu produzieren (wir haben flüssiges Wasser, nach dem nicht erst gesucht werden muß), das mit Sonnenenergie in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden kann und hochzuschießen.

Ja gut, im Moment gibt es auch nur diese eine Möglichkeit, da niemand Rohstoffe auf Asteroiden abbaut. Gäbe es aber die dafür nötige Infrastruktur, und gäbe es die entsprechende Nachfrage, würde es sich schon lohnen. Es würde sich sogar noch mehr lohnen, den Treibstoff an einen Lagrange-Punkt des Erde-Mond oder Erde-Sonne-Systems zu befördern als in den LEO.

Auf der Erde kommt mehr Sonnenenergie an als weiter draußen im Sonnensystem.

So wie ich das verstanden habe, geht es nie um Asteroiden aus dem Gürtel, sondern immer um erdnahe Asteroiden.

hmmm, zuerst mal muß man aber für jedes kg, das beim Asteroiden für den Aufbau ankommen soll, die x-fache Menge an Treibstoff hier auf der Erde produzieren und damit die Nutzlast in den Orbit schießen.

Ja, sicher. Der Aufbau der Infrastruktur wird teuer, und das grössere Angebot an seltenen Metallen wird stets auch die Preise sinken lassen. Ich denke allerdings, es wird schneller gehen als 100 Jahre, deutlich schneller. Rohstoffe sind enorm wichtig für die Zivilisation, und da liegt enorm viel Geld drin. Man muss sich nur mal vergegenwärtigen, welche gewaltigen Ausgaben eine Bohrplattform mit Tiefenbohrung und allem drum und dran verschlingt - das sind etliche Milliarden. Spezialmaterial, Hochrisikoberufe, Robotik, Materialtechnik... alles kommerziell. Das Geld, das man aus solchen Bohrungen macht, ist vergleichbar mit dem, was man aus einem kleinen Asteroiden rausholen könnte.

Wir stehen zudem vor einer Art Revolution in der Weltraumfahrt, die langsam so günstig wird, dass Private (Milliardäre) sich entsprechende Programme leisten können. Früher konnten das nur Staaten. Von den Milliardären, die das quasi als Liebhaberprojekte betreiben, zu den kommerziellen Firmen ist der Übergang vielleicht holperig, aber letztlich doch unaufhaltsam.
 

Sissy

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Hi Bynaus,

Es würde sich sogar noch mehr lohnen, den Treibstoff an einen Lagrange-Punkt des Erde-Mond oder Erde-Sonne-Systems zu befördern als in den LEO.

wie bremst man da das "Päckle" ab? Im Erdorbit könnte man es gravitativ durch die Masse der Erde einfangen...

So wie ich das verstanden habe, geht es nie um Asteroiden aus dem Gürtel, sondern immer um erdnahe Asteroiden.

Dann ist die Bahnänderung durch "unsere" Aktivitäten erst recht zu beachten.

Ich denke allerdings, es wird schneller gehen als 100 Jahre, deutlich schneller. Rohstoffe sind enorm wichtig für die Zivilisation, und da liegt enorm viel Geld drin.

kann gut sein, das war ja auch nur ne grobe Schätzung aus dem Bauch raus. Und unser Bauchgefühl ist da sehr vage. Wir haben ja noch keine Erfahrung...

Man muss sich nur mal vergegenwärtigen, welche gewaltigen Ausgaben eine Bohrplattform mit Tiefenbohrung und allem drum und dran verschlingt - das sind etliche Milliarden. Spezialmaterial, Hochrisikoberufe, Robotik, Materialtechnik... alles kommerziell. Das Geld, das man aus solchen Bohrungen macht, ist vergleichbar mit dem, was man aus einem kleinen Asteroiden rausholen könnte.

akzeptiert. Das sind vergleichbare Summen. Aber zu ner Bohrinsel fliegt man mit nem geleasten Hubschrabschrab. Und die ist bemannt. Wenns Probleme gibt, steigt man in ein vorhandenes Rettungsboot und wartet in Sicherheitsabstand zu Bohrinsel auf Hilfe. Um Sauerstoff, Trinkwasser und Nahrung braucht man sich keine Sorgen zu machen... ;)

Wir stehen zudem vor einer Art Revolution in der Weltraumfahrt, die langsam so günstig wird, dass Private (Milliardäre) sich entsprechende Programme leisten können. Früher konnten das nur Staaten. Von den Milliardären, die das quasi als Liebhaberprojekte betreiben, zu den kommerziellen Firmen ist der Übergang vielleicht holperig, aber letztlich doch unaufhaltsam.

Da hast meine Zustimmung. Lehnen wir uns zurück und gucken, was die nächsten 25 Jahre bringen...

Ironie an
Dann ist statistisch meine Uhr abgelaufen und ich guck von Wolke Nr. 7 mit der Harfe in der Hand den weiteren Fortschritten zu... ;)
Ironie aus

Grüße
Sissy
 

Bynaus

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wie bremst man da das "Päckle" ab? Im Erdorbit könnte man es gravitativ durch die Masse der Erde einfangen...

Zwischen Lagrange-Punkten und dem freien Sonnenorbit kannst du (fast) ohne Energie hin und her schippern. Aber ich versteh nicht ganz, wie du es "gravitativ" in den Erdorbit einfangen willst. Das Päckle aus dem freien Raum nähert sich der Erde mit v > v(esc), und würde das Schwerefeld der Erde deshalb auch wieder verlassen, wenn man seine Geschwindigkeit nicht rechtzeitig verringern würde (etwa durch ein Triebwerk oder durch Aerocapture).

Dann ist die Bahnänderung durch "unsere" Aktivitäten erst recht zu beachten.

Zuerst einmal hängt die Frage, ob unsere Aktivitäten überhaupt irgend eine Auswirkung haben, davon ab, wie man das Material vom Asteroiden wegbringt. Geschieht das mit Raumfahrzeugen, gibt es wohl keinerlei Auswirkungen auf die Bahn (die Bahn hängt ja nicht von der Asteroidenmasse ab). Braucht man einen Linearbeschleuniger, hat es eine Wirkung, aber eine, die im Schnitt darauf hinausläuft, den Asteroiden von der Erde wegzubugsieren.

Vielleicht muss man bei einigen engen Erdbahnkreuzern und PHAs etwas aufpassen, dass man sie nicht in ein Keyhole schubst, aber ich glaube nicht, dass das - ungewollt - einfach so passiert, ohne dass es jemand bemerkt, und nachdem es schon zu spät ist...

Dann ist statistisch meine Uhr abgelaufen und ich guck von Wolke Nr. 7 mit der Harfe in der Hand den weiteren Fortschritten zu...

...kurz bevor ein Minenprospektor bei der Wolke vorbeischaut, sie zwecks Treibstoffherstellung einsaugt und die Harfe - ihrer Platingruppenelemente wegen - konfisziert. ;)
 

Schmidts Katze

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Hallo Leute,

für die nächste Zukunft (bis wir einen Weltraumlift haben), scheint es mir völlig sinnlos, im Weltraum Stoffe zu gewinnen, um sie auf die Erde zu bringen; die können wir auf der Erde allemal billiger fördern.

Wenn wir auf Asteroiden Rohstoffe abbauen, dann müssen wir sie auch im Weltraum verarbeiten und verwenden.

Grüße
SK
 

Bynaus

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die können wir auf der Erde allemal billiger fördern.

Warum wird immer wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass dem in allen Fällen so ist?

Platin kostet etwa 1500 Dollar pro Feinunze zu 31 Gramm, oder fast 50000 Dollar pro kg. Das ist deutlich mehr als der Flug von 1 kg Nutzlast in den Orbit kostet. Nun stellt sich die Frage: Wieviele kg Platin kann man sich durch das Hochschicken von einem kg Minenausrüstung - innerhalb der Lebensdauer dieser Ausrüstung - "kaufen"? So lange diese Platin-Menge nicht drastisch weniger ist als 1 kg (was, verglichen mit irdischen Minen, natürlich irrsinnig konservativ ist), müsste sich das lohnen. Gerade wenn man darüber hinaus bedenkt, dass 1) gewisse Asteroiden Platinkonzentrationen haben, von denen irdische Mineure nur träumen können und 2) mit der Flotation ein relativ simples (dh, robotisch mit sehr wenigen beweglichen Teilen durchführbares) Verfahren existiert, mit dem man Platin aus Eisenschmelzen gewinnen könnte. Dass man keinerlei Probleme mit Umweltverschmutzung hat, kommt noch als Bonus dazu.

Es gibt kein Naturgesetz, keine natürliche Barriere, die besagt, dass wir grundsätzlich keine Rohstoffe aus dem Weltraum importieren können. In gewisser hinsicht könnte man den Mond als den 8. Kontinenten der Erde bezeichnen, und die erdnahen Asteroiden als vorgelagerte Inselgruppe. Klar, zurzeit ist es noch ziemlich teuer dorthin zu kommen - aber es ist weder grundsätzlich noch für alle Zeiten unmöglich. Und wenn Rohstoffe von Südafrika oder Australien nach Europa verschifft werden, können sie genauso gut vom Mond kommen. Alles eine Frage der Investition in die nötige Infrastruktur.
 
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