Ich bin gespannt, wann es die ersten kabellosen Ladesäulen geben wird.
Das gibt es prinzipiell schon.
Etwas komfortabler wäre es, wenn bei Freischaltung der Säule ein stabiler Stecker aus dem Boden fahren würde. So etwas sollte technisch doch machbar sein und man könnte dann auch die Ladeleistung erhöhen.
Einfacher wäre eine genormte Steckverbindung an der Ladesäule und das nötige Kabel liegt in jedem E-Auto im Kofferraum.
In China gibt es mittlerweile Ladesäulen mit 1,5 MW Ladeleistung. So eine hohe Leistung kann für die benötigten kurzen Zeiten aus einem großen vorgeladenen Batteriespeicher leicht abgerufen werden und erfordert deshalb auch keine unnötig großen Änderungen an der technischen Infrastruktur.
In Berlin sind wir gerade für die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) an der Umsetzung eines sehr großen Ladeinfrastrukturprojekts. Dort werden mitunter einige 450kW Ladepunkte installiert, um E-Busse innerhalb von 20 Minuten vollzuladen. Die restlichen Ladepunkte haben nur 50kW und da laden die Busse dann über Nacht bzw. innerhalb weniger Stunden auf.
Der Strombedarf ist enorm, die Mittelspannungsanschlüsse sind beantragt und genehmigt aber der Stromnetzbetreiber hat nun tatsächlich Probleme die vertraglich vereinbarte Leistung wirklich bis vor Ort zu bringen. Ladeinfrastruktur ist in vielen Städten in DE ein großes Problem. Gerade auch in Berlin ist nur ein 10kV Netz verfügbar und das ist vollkommen an der Grenze der Belastbarkeit. Es geht mittlerweile soweit, dass Gerüchte kreisen, dass es irgendwann (nicht sehr lange) soweit sein könnte, dass bei sehr hoher Auslastung bestimmte Stadtteile abgeschaltet werden müssen.
Das Problem ist also gar nicht die Ladeinfrastruktur selbst, sondern die vorgelagerten Netze, welche in vielen Regionen/Städten erstmal auf den neusten Stand gebracht werden müssten. Das wären aber allein für Berlin einige Milliarden Euro Investitionen und das geht nur über lange Zeiträume zu modernisieren. Man ist mit vielem mal wieder/immer noch viel zu spät dran.