Simulationshypothese - das Ende der Astronomie?

mn1123

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Elon Musk ist ein Anhänger der Simulationshypothese, ich bin es auch, indem ich davon ausgehe, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass wir in einer Simulation leben nicht Null ist.
Vielleicht kommt das auch daher, dass ich ein begeisterter Computerspieler bin und selbst sehr viel programmiert und mich schon vor über 20 Jahren mit der Möglichkeit einer digitalen Welt beschäftigt habe. Es war faszinierend, das Kontinuum zu verlassen und in eine Welt zu gehen, die in Raum und Zeit diskret ist.

Nun gibt es immer bessere Unreal Engines.

Unreal Engine: The most powerful real-time 3D creation tool
https://www.unrealengine.com

Es brauchte nur 4 Designer, um eine Welt aus Millionen von Planeten zu erschaffen und es gibt neue Technologien, die nur das rendern, was auch wirklich gesehen werden will. Dann kommt da noch der QBismus hinzu...

Was meint ihr dazu, könnte das Universum eine Illusion sein oder sind wir mit unserer Erde die "Urwelt", die, um zu überleben, die Simulation anderer Welten braucht.

Bitte nicht lesen und verstehen wollen, meine simulierte digitale Welt: http://www.planetare-korrelation.eu/index_htm_files/NLO-Simulation.pdf
Der Vorspann reicht zur Ergänzung meines Textes hier. Er war der Zeit ein wenig voraus.
Und was mich heute immer noch fasziniert: Die Gedanken der alt-griechischen Philosophen (auf den ersten Seiten aufgeführt) Das Manuskript war noch mit dem "Nadeldrucker" erstellt worden :)


Was meint ihr zu Simulationshypothese im Rahmen der Astronomie?

PS: Ich habe es etwas provokativ aber nicht ganz so ernst gemeint.
 
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ralfkannenberg

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Simulationshypothese, ich bin es auch, indem ich davon ausgehe, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass wir in einer Simulation leben nicht Null ist.
Hallo Michael,

ich verstehe nichts von der Simulationshypothese, zumal sie auch nicht mein Interessensgebiet tangiert, aber ein Stück weit erinnert mich das an die religiösen Vorstellungen: auch da gibt es einen oder mehrere Götter, die Einfluss auf die Menschen nehmen. Die meisten dieser Religionen zeichnen sich dadurch aus, dass dieser Gott letztlich sehr wohlwollend ist und den Menschen einen freien Willen gegeben hat.

Mit bisweilen verheerenden Folgen, wenn man diesen dazu nutzt, etwas zu machen, was Gott oder den Göttern nicht wohlgefällig ist, wobei letzteres theologisch umstritten diskutiert wird. Ich selber befürworte eher die modernen Ideen, dass es eine Hölle als solches nicht gibt, sondern dies vielmehr ein von Menschen geschaffener Zustand ist, in welchem sie fern von Gott sind und die Hässlichkeit dieser Hölle nicht daher kommt, dass ein übelwilliger Teufel darüber herrscht, sondern daher kommt, dass die Menschen sich gegenseitig nichts gönnen und sich gegenseitig das Leben ganz wesentlich erschweren.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Herr Senf

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Wir müssen in einer Simulation leben: die Mondlandung war ja auch simuliert, weil es den Mond nicht gibt, wenn man nicht hinguckt :rolleyes:
Hier entwickeln sich "interessante Themen" - Grüße Dip
 

ralfkannenberg

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Wir müssen in einer Simulation leben: die Mondlandung war ja auch simuliert, weil es den Mond nicht gibt, wenn man nicht hinguckt :rolleyes:
Hier entwickeln sich "interessante Themen"
Hallo Herr Senf,

immerhin habe ich inzwischen herausgefunden, wohin das Licht geht, wenn es sich ausruht: in den Kühlschrank, denn immer, wenn ich die Kühlschranktüre öffne, geht dort kurz danach das Licht an ...


Freundliche Grüsse, Ralf
 

mn1123

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Hallo Ralf,

im Zusammenhang mit der Simulationshypothese frage ich mich schon, ob es da irgendwie eine Ahnung gegeben hat, die dann, mit dem Verständnis seiner Zeit, als Götter oder Gott interpretiert wurde.

Stanislav Lem hat sich auch diesem Thema angenommen und wie ich heute sehe, sehr fundiert. Wenn man mein Buch bis zur Schlussbetrachtung durchblättert, findet man ein Bild aus dem Mittelalter "Gott ist ein Geometer" was soviel heute bedeutet: er hat die Welt aus Zahlen aufgebaut.

Doch welchen Sinn hat das Ganze? Gibt es tatsächlich einen Sinn in diesem Universum. Einige glauben ihn gefunden zu haben: Sie definieren eine Grundkraft: Information. Danach wäre das Ziel unseres Universums oder (Simulation) immer größere und komplexere Informationseinheiten zu entwickeln.

Im 3. Teil meiner Pandeae (das Bild mit dem Kometen ist aus dem letzten Kapitel) habe ich mich damit auseinandergesetzt.

mit den besten Grüßen

Michael
 

mn1123

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Hallo Herr Senf,

ja das ist lustig.

Ein befreundeter Arzt lud mich einmal ein zu einem Vortrag von einem Mann, den er kennengelernt hatte und von dem er begeistert war. Ich kam da mit meiner Frau an und da waren so ein paar Gestalten in lange weiße Gewänder gekleidet. Wir schauten uns an. Sind wir hier bei den Neo-Druiden gelandet?

Seine erst Frage an das Publikum war. "Gibt es den Bodensee (es war in seiner Nähe)? Nein, er ist nicht dort! Es gibt ihn nicht!

Ich muss gestehen, dass ich sofort abgeschaltet, mir die Leute angeschaut und mich amüsiert habe. Deshalb weiß ich auch nicht, wie das weiter ging. Für mich war das einfach zu absdrus, zu esoterisch.

Heute frage ich mich allerdings: Kannte er die moderne Interpretation der Quantenwelt, den QBuismus, von der ich noch keine Ahnung hatte?
 
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Bynaus

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Die Simulationshypothese ist nicht falsifizierbar und deshalb "nur" ein Schöpfungsmythos in modernen Kleidern (Begriffen).
 

mn1123

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Es ist eine Hypothese und keine Theorie. Für eine Hypothese muss man Indizien und Beweise suchen.
 

mn1123

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Die Supercomputer sind schon sehr weit mit der Simulation des gesamten! Universums.
Verglichen mit dem beobachteten Universum von erstaunlicher Ähnlichkeit.
Bemerkenswert auch die Veränderung in der Zeitscala (Vergangenheit <==> Zukunft). Würde man es nicht so schnell auf der Zeitscala verändern, könnte man noch sehr weiter ins Detail simulieren aber dann sind wir ja schon bald in unserer "Realität".

Dieses simulierte Universum kann man mit virtuellen (simulierten) Teleskopen beobachten.

Hier die Simulationen anschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=ElpZ_tbEYW0

Allein die Tatsache, dass man das Universum heute schon in seiner Gesamtheit (dunkle Materie, Gase, Sterne) simulieren kann, ist für mich ein Indiz (kein Beweis!), dass auch unser Universum simuliert sein könnte.

Könnte es so sein?
 

Herr Senf

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Viel Spaß beim Simulieren https://www.scinexx.de/news/kosmos/wie-viel-information-steckt-in-materie/
Aus der Zahl der Atombausteine und dem durchschnittlichen Informationsgehalt eines Protons, Neutron oder Elektrons ergibt sich nach Vopson demnach eine
in allen Materieteilchen des Universums enthaltene Informationsmenge von 6,036 x 10^80 Bit. In Bytes ausgedrückt entspräche dies 7,5 x 10^59 Zettabyte.
Zum Vergleich: Die gesamte im Jahr 2020 weltweit erzeugte und gespeicherte digitale Datenmenge liegt bei knapp 65 Zettabyte.

:p irgendwie kriegen wir da 10^58 gar nicht gerechnet - Dip
 

ralfkannenberg

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irgendwie kriegen wir da 10^58 gar nicht gerechnet
Hallo zusammen,

wenn man mit solchen Zehnerpotenzen um sich wirft, sei daran erinnert, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich jeder Mensch bei der Betrachtung, dass die Summe der beiden natürlichen Zahlen 2 und 3 die natürliche Zahl 5 ergibt, geirrt hat und in Wirklichkeit eine anderes Ergebnis herauskommt, bei ~1 zu 10^(27).

Noch ziemlich weit weg von 10^58.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Major T.O.M.

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Hi, ich denke die Simulationshypothese ist ein netter Gedanke, hilft uns bei der Frage, wie das Universum entstanden ist nicht weiter. Nehmen wir mal an, es wäre tatsächlich so. Wir leben in einer Simulation. Wer simuliert uns? Wie sind diese Wesen entstanden, die uns simulieren? Wie ist das Universum dieser Wesen entstanden? Sind sie vielleicht auch wieder eine Simulation?

Man dreht sich dabei doch nur im Kreis. Es bringt nichts sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen.
 

Wolverine79

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Viel Spaß beim Simulieren https://www.scinexx.de/news/kosmos/wie-viel-information-steckt-in-materie/


:p irgendwie kriegen wir da 10^58 gar nicht gerechnet - Dip

Viel Spaß beim Simulieren https://www.scinexx.de/news/kosmos/wie-viel-information-steckt-in-materie/


:p irgendwie kriegen wir da 10^58 gar nicht gerechnet - Dip


Das erinnert mich an den "Beweis" eines Mathematikers, dass man unmöglich das ganze Universum mit all seinen Teilchen simulieren könnte, egal wie fortschrittlich der Computer (oder was auch immer die Simulation erstellt) sein mag und wir deswegen überhaupt nicht in einer Simulation leben können.
Ist natürlich Quatsch. Denn nur ein Praktikant würde eine Simulation erschaffen, in der Dinge simuliert werden, die nicht benötigt (nicht gesehen) werden.

Wie der Threadersteller schon Eingangs erwähnte, zeichnet sich z.B. die neueste Unreal-Engine dadurch aus, dass nur das gerendert wird, was der Spieler auch tatsächlich sehen kann. (Vergleichbar mit dem Kollaps der Wellenfunktion bei einer "Messung". Vorher sind die Teilchen in einer Superposition).
Wenn ich einen Tisch betrachte, brauche ich zum Simulieren des physikalisch korrekten Verhalten dieses Tisches (er steht in Ruhe an Ort und Stelle) nicht die Abertrillionen Teilchen zu simulieren aus der der Tisch besteht. Hätte keinen Mehrwert und würde nur Rechenzeit kosten. Es reicht hierzu eine normale Simulation der Gravitation.

Selbst wenn ich mit einer Axt auf diesen Tisch einschlage und ihn in der Mitte zerteile, brauche ich nicht die Wechselwirkung von jedem einzigen beteiligten Teilchen berechnen. Es reicht eine näherungsweise Berechnung. Denn ob der Tisch genau so in der Mitte gespalten wurde wie es quantenmechanisch korrekt gewesen wäre oder nicht, kann ich doch sowieso nicht feststellen.
Erst wenn jemand mit Hilfe von Rasterelektronenmikroskopen den Tisch untersuchen würde, wird es notwendig entsprechendes Verhalten zu simulieren. Aber selbst hier lässt sich Rechenzeit sparen, indem man einfach ein System entwickelt, das sich nicht in die Karten schauen lässt und daher alles nur in Wahrscheinlichkeiten berechnet werden kann ;) So, dass man später nie genau sagen kann, ob jetzt alles 100% korrekt abgelaufen ist oder nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

ralfkannenberg

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Das erinnert mich an den "Beweis" eines Mathematikers, dass man unmöglich das ganze Universum mit all seinen Teilchen simulieren könnte, egal wie fortschrittlich der Computer (oder was auch immer die Simulation erstellt) sein mag und wir deswegen überhaupt nicht in einer Simulation leben können.
Ist natürlich Quatsch.
Hallo Wolverine,

es ist immer ein bisschen suboptimal, wenn man einen mathematischen Beweis als Quatsch bezeichnet. Mag sein, dass es gewisse zusätzliche Voraussetzungen gibt, aufgrund derer sich ein Beweis vereinfacht, d.h. wenn dann müsste man auf dieser Ebene Überlegungen anstellen.


Denn nur ein Praktikant würde eine Simulation erschaffen, in der Dinge simuliert werden, die nicht benötigt (nicht gesehen) werden.
Ich war vor vielen Jahren auch mal so ein Praktikant, kann mich aber nicht entsinnen, jemals "Unsinn" geschaffen zu haben, was natürlich auch ganz wesentlich damit zusammenhängt, dass es Assistenten gibt, die die Arbeitsweise und die Ergebnisse mit einem zusammen genauer anschauen.


Im Übrigen sei an jenes zweifelsohne theoretische Beispiel erinnert: man hat da ein Wasserstoff-Molekül, welches schwingt. Nehmen wir an, das Universum sei leer und wir hätten nur dieses schwingende Wasserstoff-Molekül.

Nun nehmen wir ein Elektron und platzieren es an ein Ende des Universum; dieses zerrt natürlich an dem Wasserstoff-Molekül und stört die Richtung seiner Schwingung, ist aber auch sehr massearm und über 14 Milliarden Lichtjahre entfernt.

Wieviele Schwingungen braucht es, bis man nicht mehr entscheiden kann, ob sich das störende Elektron auf der einen "entfernten" Seite des Universums oder auf der anderen Seite befunden hat ? Mit anderen Worte: wieviele Schwingungen braucht es, bis sich der Fehler zu 360° aufgeschaukelt hat ?


Ich habe nur das Resultat gelesen und auch nicht selber nachgerechnet, aber es sollen nur 72 Schwingungen sein.


Du musst also sicherstellen, dass es genügend starke dämpfende Zusatz-Terme in Deiner Berechnung gibt, so dass solche Situationen keine Rolle mehr spielen.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Wolverine79

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es ist immer ein bisschen suboptimal, wenn man einen mathematischen Beweis als Quatsch bezeichnet. Mag sein, dass es gewisse zusätzliche Voraussetzungen gibt, aufgrund derer sich ein Beweis vereinfacht, d.h. wenn dann müsste man auf dieser Ebene Überlegungen anstellen.

Hallo Ralf,

gut, wenn dir das Wort "Quatsch" nicht gefällt, dann ersetze es meinetwegen mit "auf extreme Weise nicht zu Ende gedacht". :)

Mir fallen dazu nur sofort solche Worte wie Quatsch oder Unsinn ein. Mag vielleicht aber auch daran liegen, dass ich mich seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Simulationshypothese beschäftige und dazu noch seit ca. 20 Jahren als Hobby Computerspiele entwickle (eben unter anderem mit Tools wie der Unreal Engine). Da hab ich natürlich eine andere Sicht auf diese Dinge.

Das mit dem Praktikanten lasse ich aber so stehen, da es im Kontext der Spieleentwicklung (Simulationen) nun mal keinem professionellen Entwickler passieren würde, Dinge zu berechnen, die man nicht braucht. Zumindest nicht in der Endphase der Entwicklung (Optimierungsphase). Dafür ist die Rechenzeit einfach zu kostbar.
 

ralfkannenberg

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Das mit dem Praktikanten lasse ich aber so stehen, da es im Kontext der Spieleentwicklung (Simulationen) nun mal keinem professionellen Entwickler passieren würde, Dinge zu berechnen, die man nicht braucht. Zumindest nicht in der Endphase der Entwicklung (Optimierungsphase). Dafür ist die Rechenzeit einfach zu kostbar.
Hallo Wolverine,

ich war bei einem Praktikum mal zu faul, mein Gehirn einzuschalten und habe statt das Resultat mathematisch herzuleiten es kurzerhand programmiert, das war damals mit CAYLEY.

Nach mehreren Time-Outs habe ich mal grob abgeschätzt, wie lange das Programm denn laufen würde, und nachdem bei den Abschätzungen eine Zahl im Bereich ~10^20 Jahre herauskam erwiesen sich meine Astronomie-Kenntnisse als nützlich, weil ich wusste, dass das Alter des Universums etwa 10^17 Sekunden beträgt, übrigens Sekunden, nicht wie bei meiner Abschätzung Jahre.


Ok, somit erwies sich die Rechenmethode als ungeeignet und ich habe mir dann eben doch die Mühe gemacht, das ganze mathematisch herzuleiten, das hat etwa 1 Stunde gedauert. Ich habe die Details dazu vergessen, es ging damals darum, Untergruppen zu bestimmen.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

mn1123

Registriertes Mitglied
Hallo Ralf,

Mag vielleicht aber auch daran liegen, dass ich mich seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Simulationshypothese beschäftige und dazu noch seit ca. 20 Jahren als Hobby Computerspiele entwickle (eben unter anderem mit Tools wie der Unreal Engine). Da hab ich natürlich eine andere Sicht auf diese Dinge.

Das mit dem Praktikanten lasse ich aber so stehen, da es im Kontext der Spieleentwicklung (Simulationen) nun mal keinem professionellen Entwickler passieren würde, Dinge zu berechnen, die man nicht braucht. Zumindest nicht in der Endphase der Entwicklung (Optimierungsphase). Dafür ist die Rechenzeit einfach zu kostbar.

Ich sehe das ähnlich und frage mich, muss man die Simulationshypothes kategorisch ablehnen, wenn man nicht diesen Einblick in die Programmierung von Computerspielen hat?

Gruß

mn1123
 
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