SETI: Schub für Suche nach außerirdischem Leben

Dgoe

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Hallo Frank,

aha, ok, hatte das nur auf Dyson-Sphären bezogen verstanden. Nur dass der Stern variable ist, also einfach von selber mal mehr, mal weniger leuchtet, passt angeblich auch nicht, warum auch immer, warum eigentlich?

Und wenn es keine Dyson-Sphäre sein könne, dann wie sollten Aliens das denn bewerkstelligen? Einfach am Dimmer drehen...

Gruß,
Dgoe
 
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FrankSpecht

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Moin Dgoe,
Nur dass der Stern variable ist, also einfach von selber mal mehr, mal weniger leuchtet, passt angeblich auch nicht, warum auch immer, warum eigentlich?
Der Stern hat einfach nicht die (bisher bekannten) Eigenschaften, um Variationen der beobachteteten Stärke und Dauer durchzuführen.

Die Details zum Thema "intrinsische Variabilität" (und warum diese hier nicht zutrifft) findest du im Kapitel 4.2 auf Seite 8ff.
 
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Dgoe

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Moin Dgoe,
so, wie ich es verstanden habe, fehlt einfach ein entsprechender Infrarotüberschuss (Infrarotexzess).
Staubige Wolken oder Ringe (und auch Dyson-Sphären) verraten sich normalerweise durch charakteristische thermische Emission, die z.B. Aufschluss gibt über die vorhandene Teilchengröße.
Bei KIC 8462852 wurde bisher aber kein passender Infrarotexzess detektiert.

Das stimmt, aber nicht ganz. Demnach ist das für die Berechnung verwendete Modell nicht für kleinere Teilchengrößen geeicht, die dann also durchaus in solcher Form eine Rolle spielen könnten.

Nur wird es wohl keine große Wolke sein und auch keine Kollision zweier Himmelkörper mit ihrer frischen Wolke, dafür ist die Verdunkelung zu kurz und mit ihren rund 3 Events über die Jahre zu unregelmäßig, da nicht periodisch.

Es dreht sich höchstens ein großer zerfallener Komet auf exzentrischer Bahn rum, der schon genau im Blickwinkel operieren muss. Das wirds wohl auch kaum sein, wird aber fachlich favorisiert.

Wohlgemerkt, der olle Stern ist so hell wie eh und je, es gab nur ein paar Schwankungen mal, minus 15 bis 20%, unperiodisch.

Das spricht so gar nicht für ET. Überhaupt nicht.
Nur sonst ist man auch verblüfft, ja okay.

Was weder im Paper noch sonst wo zur Sprache kam, wie wärs mit einem Obstakel auf unserer Sichtlinie, das sich nicht im dortigen System befindet, sondern auf halber Strecke zu uns zum Beispiel. Das könnte ja auch eine mehrteilige Wolke sein, die genau den Messungen entspricht.

Auch unwahrscheinlich, aber da wird es schon irgendwas natürliches geben, das ist nie und nimmer alien, auch wenn es noch so von denen wimmelt.

Gruß,
Dgoe
 

Kibo

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Die Ergebnisse der Untersuchung durch das SETI Projekt sind da. Es wurden keine künstlichen Radiosignale gefunden. Wenn da Aliens sind, dann halten sie zumindest nicht viel vom Funken.

Quelle
 

Bynaus

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Naja - das muss man jetzt etwas qualifizieren. Sie haben einfach keinen Hinweis auf Staub gefunden, womit die "natürlichen" Alternativen zu den Kometen, wie Asteroiden- und Planetenkollisionen, weniger wahrscheinlich erscheinen. Allerdings kann dieses neue Experiment keine Aussage zur Frage machen, ob die Abdunklung durch künstliche Strukturen verursacht wird oder nicht. Und es spricht auch nichts neues direkt für die Kometen-Erklärung. So gesehen ist es nicht ganz korrekt zu sagen, dass die Kometen-Hypothese die (generell) "wahrscheinlichste" sei. Sie erscheint jetzt einfach wahrscheinlicher als ihre natürlichen Alternativen.
 

Dgoe

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Allerdings kann dieses neue Experiment keine Aussage zur Frage machen, ob die Abdunklung durch künstliche Strukturen verursacht wird oder nicht.

Dazu mal einige Fragen (weg von Paris).

Angenommen man wolle solche Strukturen - die ich mir gerade flach vorstelle - bauen und Resourcen wären kein Problem. Um den Stern zu 20% zu verdunkeln aus einer weit dahinter liegenden Perspektive, müsste die Konstruktion schon enorm sein. Ich schätze mal um locker einiges größer, als der Jupiterdurchmesser.

Müsste die Masse der Konstruktion nicht eine Tendenz haben sich zu einer Kugel zu verformen? Die Konstruktion aus welchen Legierungen auch immer enorme Belastungen zur Mitte hin standhalten? Verwindungen entfernter Schwerkrafteinflüsse standhalten?

Nicht zuletzt sollte das Ding auch frei von einem Bombardement aller Größen bleiben auf Dauer, welches die Konstruktion zersetzen würde.

In unserem Sonnensystem wäre das doch zum Scheitern verurteilt, oder?


Wenn jetzt jemand antwortet, das könne ich doch alles selber ausrechnen, dann vielen Dank.

Gruß,
Dgoe
 

Nathan5111

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Müsste die Masse der Konstruktion nicht eine Tendenz haben sich zu einer Kugel zu verformen?
Warum sollte das passieren?

Die Konstruktion aus welchen Legierungen auch immer enorme Belastungen zur Mitte hin standhalten?
Wo sollten diese Kräfte herkommen?

Verwindungen entfernter Schwerkrafteinflüsse standhalten?
Wie stark sollten diese Kräfte sein?

In unserem Sonnensystem wäre das doch zum Scheitern verurteilt, oder?
Was fehlt unserem Sonnensystem?

Wenn jetzt jemand antwortet, das könne ich doch alles selber ausrechnen, dann vielen Dank.
Das wäre zu billig: Erst denken, dann rechnen.

Gern geschehen
Nathan
 

Dgoe

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Warum sollte das passieren?
Weil alle größeren Himmelskörper sphärisch (geworden) sind.
Die Konstruktion müsste es verhindern, nur schafft sie es überhaupt?

Wo sollten diese Kräfte herkommen?
Die eigene Gravitation zur Mitte hin!

Wie stark sollten diese Kräfte sein?
Geringfügige Kräfte könnten eventuell schon ausreichen, bei der Größe.

Was fehlt unserem Sonnensystem?
Ihm fehlt die Abwesenheit von Kometen und Asteroiden der unterschiedlichsten Größen, die die die Konstruktion beschädigen könnten.

Erst denken, dann rechnen.
Guter Plan :)

Gruß,
Dgoe
 
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Dgoe

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Etwas gerechnet, das Leichteste zuerst (hoffentlich nicht dennoch verrechnet):


Durchmesser der Sonne: 1 392 000 000 m

1 392 000 000 / 2 = 696 000 000

Radius der Sonne: 696 000 000 m

20% der Kreisfläche der Sonne, wären mit (π*r^2)/5:
(π*(696000000 m)^2)/5 = (1,52183775E+18 m^2) / 5 =
3,04367550E+17 m[SUP]2[/SUP]

Diese Scheibe hätte einen Durchmesser von:
sqrt((3,04367550E+17 m[SUP]2[/SUP])/π) * 2 =
311 260 663 m =
311 261 km

Jupiters Durchmesser ist:
139 822 km

311261/139822=2.23
Die Scheibe hätte also einen über zwei mal so großen Durchmesser wie Jupiter.

Jupiters Silhouette ist 1,53546846E+16 Quadratmeter groß und würde flächenmäßig umgerechnet knapp 20 mal in die Scheibe reinpassen.
[3,04367550E+17/1,53546846E+16 = 19.82]

(Anm.: gerundete Angaben und Ergebnisse)
 

Dgoe

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Nun ist zum Beispiel die Erde auch den gravitativen Einflüssen der anderen Planeten unterworfen, wenn auch minimal. Der Durchmesser der Scheibe ist 24,5 mal so groß, wie der der Erde, was aber auch egal ist, selbst ein Staubkorn unterliegt diesen Einflüssen.

Nur dass bei einer solchen Größe und dabei noch flach, auch leichte Scherkräfte eine Rolle spielen könnten. Eventuell die ganze Konstruktion irgendwann zaghaft zu einer Rotation um eine Schnittlinie veranlassen könnte. Wobei... die bisherige Rotation stabilisiert ja, aber eine Tendenz zu trudeln vielleicht dann - oder zu brechen... Aber das ist vielleicht noch die kleinste Sorge.

Wie wolle man sicherstellen, dass die Ausrichtung auf die Sonne immer senkrecht bleibt? Nicht nur zu einer Jaherszeit (zwischendurch nur die Rückseite)... Eine zusätzliche gebundene Rotation wäre nicht schlecht, nur wie zünden? [EDIT: Ausserdem geht das doch nicht, 2 Rotationen... wenn sich die Scheibe wie ein Rad dreht, dann geht keine gebundene Rotation mehr.]

Vor allem aber, wie schützt man die Konstruktion vor Impakte: gar nicht.


Edit2, P.S.:
Da fällt mir noch ein dass der Stern, oder die Sonne an den Rändern etwas weniger gravitativ anzieht, als in der Mitte, sehr minimal, aber immerhin. Eine gewölbte Scheibe hätte allerding sofort viel ernsthaftere Probleme.
 
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Dgoe

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Worauf ich hinaus will, ist dass so eine Konstruktion generell problematisch sein dürfte. Vielleicht sehen das hier auch andere so. Ich bin mir nur unsicher, ob und was davon zutreffend ist.

Denn aufgrund dieser Überlegungen würde ich es als umso unwahrscheinlicher bezeichnen, dass solche künstlichen Himmelskörper in Frage kommen könnten.

Mit ein wenig spekulativer Science-Fiction-Fantasie stelle ich mir potentielle hypothetische ausserirdische Technologien so vor, dass sie mit weniger sinnlosem Aufwand, auf andere 'investigativere' Art, viel einfacher, intelligenter und schneller ihren Energienedarf zu decken im Stande sind.
 

Bynaus

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Es könnte ja Dyson Schwarm sein. Oder ein in sich stabiles Objekt, etwa ein Banks-Orbital.
 

Dgoe

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Es könnte ja Dyson Schwarm sein. Oder ein in sich stabiles Objekt, etwa ein Banks-Orbital.

Ja, ein Schwarm wäre viel flexibler, müssten aber ziemlich viele Objekte sein, oder ziemlich große. Sie könnten größeren Kometen oder Asteroiden evtl. ausweichen... Fragt sich nur, ob der Energieeinsatz sich dann noch lohnt, ausserdem bliebe noch das kleinere Bombardement.

Ein Banks-Orbital hätte eine Breite von über 218 655 km, um z. B. unsere Sonne zu 20 % zu verdunkeln (falls ich richtig gerechnet habe). Kann mir vorstellen, dass eher noch Probleme hinzukommen, anstatt weniger zu werden.

Ein Banks-Orbital ist zudem ein rotierendes Band, nicht wahr? Wie kann es dann vor unsere Sicht vorbeiziehen und wieder verschwinden? Das geht doch gar nicht.
 
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