Russische Raumfahrt: Raswet Internet Satelliten Konstellation

SFF-TWRiker

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Mit einer Sojus wurden die ersten 16 Satelliten des Raswet Netzes in den Orbit gebracht. Dies soll die Abhängigkeit von Starlink ablösen.
 

albertus

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Hintergrund: Warum der „Rassvet“-Start von Bureau 1440 ein technologischer Meilenstein ist

Da der Beitrag von SFF-TWRiker die Details eher kurz hält, hier eine etwas ausführlichere Einordnung, was da am 23. März eigentlich mit der Sojus-2.1b in den Orbit geschickt wurde. Es handelt sich nämlich um den offiziellen Startschuss für das Projekt „Rassvet“ (Büro 1440), Russlands Antwort auf Starlink.

Hier sind die harten Fakten, warum dieses System technisch in einer anderen Liga spielt als bisherige russische Kommunikationssatelliten:

1. Der Sprung zur Serienfertigung (Rassvet-3) Nach den Testmissionen Rassvet-1 (2023) und Rassvet-2 (2024) handelt es sich bei den nun gestarteten 16 Einheiten um die ersten Seriengeräte des Typs Rassvet-3. Dass ein privates russisches Unternehmen (Bureau 1440 gehört zur IKS Holding) innerhalb von nur 1.000 Tagen von der ersten Skizze zur Serienproduktion von 16 Satelliten pro Start kommt, ist für die dortige Industrie ein beispielloses Tempo.

2. Laser-Inter-Satellite Links (LISL) Das ist das eigentliche „Kronjuwel“ der Mission. Die Satelliten nutzen Laserterminals der nächsten Generation, um Daten im Orbit direkt von Satellit zu Satellit zu übertragen.

  • Der Vorteil: Man braucht keine Bodenstation in Sichtweite. Ein Signal kann über den Ozean oder unbewohntes Gebiet „gehoppt“ werden, bis es eine passende Erdfunkstelle erreicht.
  • Leistung: In Tests wurden bereits Datenraten von bis zu 10 Gbit/s über Distanzen von über 200 km per Laser erreicht.
3. 5G NTN Architektur Rassvet nutzt das sogenannte 5G Non-Terrestrial Network (NTN) Protokoll. Das bedeutet, die Satelliten fungieren im Grunde wie fliegende 5G-Basisstationen. Das Ziel ist eine Latenz (Ping) von unter 40 ms und Downloadraten von bis zu 1 Gbit/s für den Endnutzer. Damit ist das System theoretisch voll kompatibel mit modernen Mobilfunkstandards.

4. Die Konstellations-Strategie Die 16 Satelliten sind erst der Anfang. Der Plan sieht vor:

  • Bis Ende 2027: Über 250 Satelliten im All für den kommerziellen Start des Dienstes.
  • Bis 2035: Vollausbau auf über 900 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) in ca. 600 km Höhe.
Fazit: Während klassische Satelliten wie die „Gonets“-Serie eher für einfache Textnachrichten gedacht waren, ist Rassvet ein echtes Breitband-Mesh-Netzwerk. Technisch gesehen kopiert Russland hier nicht nur Starlink, sondern integriert mit 5G NTN und den optimierten Laser-Links direkt modernste Standards. Dass der Start so kurz nach der Reparatur der Startrampe in Baikonur (und parallel zu Artemis II in den USA) erfolgt, zeigt, wie hoch die Priorität für diese „digitale Souveränität“ derzeit ist.
 
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