Die jeweils beste Abschätzung nach aktuellem Kenntnisstand ist immer gut genug. Besser gehts - definitionsgemäss - nicht. Ausser du bist Hellseher.
Hallo Bynaus,
das ist schlichtweg falsch. Natürlich kann man es besser abschätzen, wenn man denn will. Notfalls ermittelt man eben den minimal möglichen Durchmesser, indem man alle Grössen zur "sicheren" Seite, also so, dass das Eregbnis kleiner wird, abschätzt.
Und nachfolgend dasselbe, einfach zum maximal möglichen Durchmesser, indem man ebenfalls alle betroffenen Grössen zur sicheren Seite hin abschätzt.
Ja, da muss man dann eben die Unsicherheiten zur Albedo dann die Unsicherheit zur Aktivität und vielleicht noch Abschätzungen zur "Jungfräulichkeit" des Kometen machen, also wieviele Sonnenumläufe der schon hinter sich hat. Vielleicht gibt es noch weitere Kenngrössen wie Porosität - je mehr Oberfläche, desto mehr Gase können ausströmen und verursachen eine höhere Helligkeit. Und Wahrscheinlichkeitsprofile bezüglich der Bahn, also wie oft so ein grosser und damit massereicher Körper ins Innere des Sonnensystems kommt, sind auch bekannt. Insbesondere ist es bekannt, dass solche heutzutage seltener in das Innere des Sonnensystems kommen als kleine im tiefen Kilometer-Bereich. Und zwar
sehr viel seltener.
Tatsächlich würde ich den minimal möglichen Durchmesser und den maximal möglichen Durchmesser
ohne Wahrscheinlichkeiten bezüglich der Umlaufbahn tätigen, die anderen Parameter sind da gut genug für.
Kurz und gut: sowas
ist also möglich !
Und: es geht völlig
ohne Wahrscheinlichkeiten.
Und wenn man dann unbedingt will, kann man ja auch noch einen plausiblen Durchmesser errechnen, da kommen dann Gewichtungen und somit Wahrscheinlichkeiten hinzu.
Alle 3 Berechnungen kann man mit einer Fehlerrechnung versehen, und ich versichere Dir: das Ergebnis 700 m wäre
grösser als der minimale mögliche Durchmesser gewesen. Vermutlich wäre der plausible Durchmesser tatsächlich grösser als diese 700 m ausgefallen, weil man die Aktivität falsch eingeschätzt hat, aber wenigstens hätte man sich Gedanken dazu gemacht.
Das kannst du jetzt nur im Nachhinein sagen. Im Nachhinein ist man immer schlauer.
Nein: längst bekannte mathematische Methoden der Bequemlichkeit halber zu ignorieren und dann behaupten hinterher ist man schlauer ist einfach nur billig, sorry wenn ich das mal in der Deutlichkeit kundtue.
Und ja: wenn Dein Ergebnis mit den Millionen Toten pro Jahr wegen fossilen Brennstoffen mit solchen "Methoden" hergeleitet wurde, dann wundert mich das Ergebnis wirklich nicht. Müssig zu sagen, dass es dann aber unbrauchbar und ausschliesslich polemischer Natur ist.
Sie ist nur dann schlecht, wenn sie wissentlich oder zumindest fahrlässig ein unzutreffendes Ergebnis liefert.
Es
ist wissentlich; ich habe Dir oben geschrieben, wie man das macht. Details findest Du in jedem Lehrbuch über Numerik.
Es mag mühsam sein, es mag langweilig sein und es mag vielleicht auch den Aufwand nicht wert sein, sich all' diese Mühe zu machen, es mag modern gesprochen zu teuer sein, alles ok, aber: möglich
ist es !
Und wenn man das eben nicht macht, so muss man das
kommunizieren.
Die ersten Abschätzungen zu Plutos Durchmesser waren auch viel höher - zunächst in der Gegend von 20'000 km, dann irgendwann 6'000. Irgendwann kursierte unter Astronomen der Scherz, dass Pluto irgendwann in den 80er Jahren verschwinden würde...

Heute wissen wir, dass diese erste Abschätzung falsch war: aber wir hatten keine Möglichkeit, es besser zu wissen. Genau so ist es bei diesem Kometen: auch wenn man sagen könnte, dass die meisten Kometen deutlich kleiner sind als 50 km, gibt es keinen Grund,
warum man es in diesem speziellen Fall hätte ausschliessen müssen. Wir wussten es nicht besser, Punkt.
Du weisst selber, dass man damals noch keine Eisplaneten kannte ! Bei den Kometen ist das anders, da weiss man, dass es verschiedene Parameter gibt, die die aktuelle Helligkeit und mögliche Outbursts beeinflussen.
Es gibt durchaus Kometen dieser Grösse - sogar noch deutlich grössere (Hale Bopp). Dass ein Komet "beinahe" einen Planeten trifft ist reiner Zufall, denn im Gegensatz zu Asteroiden haben Kometen keine stabilen Bahnen. Dies ist vermutlich der erste Durchlauf von Siding Spring durch das Innere Sonnensystem. Jede Bahn ist da im Prinzip gleich wahrscheinlich - auch eine, die nahe an einem Planeten vorbeiführt, oder eine, die diesen sogar trifft, ist grundsätzlich möglich - auch 5 Milliarden Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems. Siding Spring wurde erst vor ein paar Millionen Jahren auf seine heutige Bahn hin abgelenkt, vielleicht beim Vorbeiflug eines anderen Sterns - die Planeten hatten bisher gar keine Gelegenheit, ihn wieder aus der Bahn zu räumen.
Alles gut und schön, aber wie oben beschrieben tangiert das zwar den plausibelsten Durchmesser, nicht aber den minimal möglichen und den maximal möglichen.
Ein naher Vorbeiflug eines grossen Kometen an einem Planeten wäre ein seltenes und a priori unwahrscheinliches Ereignis gewesen - aber keineswegs unmöglich.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich die NEAR-Fans an solchen winzigen Wahrscheinlichkeiten festhalten. Ein 50 km grosser Komet, der den Mars in gut 100000km passiert hätte, hätte sicherlich die NEAR-Kassen wieder klingeln lassen. Weil sowas der Erde ja schliesslich auch drohen "könnte". Im übrigen sei noch ergänzt, dass bei gleicher Wahrscheinlichkeit ziemlich viele selbst 50km grosse Kometen in einen 100000km breiten Korridor hineinpassen, durch die man dann bei der Ermittlung des Risikos noch dividieren sollte.
Nun gut - bei nur 700m Durchmesser klingeln die Kassen eben nicht.
Da kenne ich mich zu wenig mit der sehr frühen Beobachtung von Kometen aus, als dass ich das beurteilen könnte.
Ich erwarte ja gewiss nicht, dass Du Dich damit auskennst, aber es dürfte doch Spezialisten auf diesem Gebiet geben, die sowas wissen.
Ja danke schön, der Witz des Monats.
Jeder wusste, dass es sich um eine erste Pi-Mal-Daumen-Abschätzung handelte. Vielleicht jeder ausser den Medien.
Meine Wenigkeit wusste es auch nicht und ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der stillen Mitleser das auch nicht wusste.
Zudem möchte ich gerne wissen, wie du aus einer Beobachtung einer Helligkeit und der Annahme einer typischen Albedo eine "Standardabweichung" ermitteln möchtest.
Ach ne, dann würde ich als Autor ein solches Ergebnisse aber mit dem Prädikat "Spekulation" versehen.
Hier im Forum wurden ja durchaus Zahlen (Durchmesser) für verschiedene Albedo-Werte genannt.
Ich gehe davon aus, dass das aus Unwissenheit geschah, sonst müsste man von einer bewussten Irreführung der Leserschaft sprechen. Der falsche Faktor 343000 (!!!) bezüglich der Masse ist
nicht das Ergebnis einer ungenau bestimmten Albedo !
Die Möglichkeit einer vorzeitigen Aktivität war da noch gar nicht berücksichtigt
Sowas kann man ja schreiben, wenn man das Ergebnis berechnet.
(und soweit ich mich erinnere, hast du auch nichts derartiges vorgeschlagen)
ICH ????????????????? - Habe ich denn das Ergebnis kommuniziert ?
- wie willst du so etwas in einer "Fehlerrechnung" berücksichtigen?
Ich glaub' es ja langsam wirklich nicht mehr: wenn man sich schon
prinzipiell der Fehlerrechnung verweigert, dann sollte man wenigstens selber daran interessiert sein, solche "Berechnungen" unter der Rubrik "spekulativ" laufen zu lassen.
Dass sie völlig überflüssig und allenfalls für polemische Zwecke geeignet sind müsste ich eigentlich nicht noch gesondert aufschreiben.
Freundliche Grüsse, Ralf