Hallo zusammen,
de.m.wikipedia.org
Im Wikipedia-Artikel findet sich weiter unten ein bemerkenswerter Absatz:
Als 2009 der von der Europäischen Union in Auftrag gegebenen Untersuchungsbericht zum Kaukasuskrieg 2008 veröffentlicht wurde, wurden in ihm die meisten georgischen Behauptungen widerlegt. Dies führte zu einem Imageverlust der georgischen Regierung. Der Spiegel sprach davon, dass der einstige Hoffnungsträger Saakaschwili nun öffentlich als „Lügner und Brandstifter“ dastehe. Die AG Friedensforschung der Universität Kassel schrieb auf ihrer Website, Georgien sei als Aggressor festgestellt worden.
Das passt weder richtig zu dem was vorher noch was hinterher im Wikipedia-Artikel steht und schient wesentlich von einem Artikel von Uwe Klußmann von "Der Spiegel" sowie einem (leider von meinem PC nicht einsehbaren) Artikel der AG Friedensforschung übernommen worden zu sein.
Der Fünf-Tage-Krieg zwischen Russland und Georgien kostete mehr als 800 Menschen das Leben. Auch drei Jahre nach den Kämpfen ist die Machtfrage im Kaukasus nicht entschieden: Sind Abchasien und Südossetien abtrünnige Provinzen - oder selbständige Staaten?
www.spiegel.de
www.ag-friedensforschung.de
Beide beziehen sich auf die Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini, und über diesen Suchbegriff konnte ich 3 Reports finden:
www.mpil.de
Allerdings sind die 3 Reporte sehr umfangreich und ergeben zumindest beim sehr raschen Überfliegen kein klares Bild über den Schuldigen, über "Lügner und Brandstifter" oder dass "Georgien sei als Aggressor festgestellt worden" sei, sondern vielmehr eine Vielzahl von Auflistungen der Provokationen, die vorgängig getätigt worden sind.
Die Empfehlung am Ende des 1.Reports lautet:
There is little hope, however, for a peaceful future in the conflict region unless the two main contenders, Russia and Georgia, make bilateral efforts themselves to solve their disputes. This needs to be done now.
Der Abschluss des 2.Reports fällt noch viel ernüchternder aus, da Russland die EU Behörden keinen freien Zugang in Südossetien und in Abchasien gestattete:
Additionally, Russian checkpoints remained in some areas like the Akhalgori district in the eastern part of South Ossetia, which had been administered by Georgia before the August 2008 armed conflict. Thus Russia did not follow the call to pull back its troops to the pre-war level.
Moreover the Kremlin’s recognition of the independence of Abkhazia and South Ossetia on the basis of the Kosovo precedent formula has an impact on international conflict resolution efforts. The newly-created Monitoring Mission in Georgia (EUMM) defined its area of action as “throughout Georgia” or “the whole of Georgia”, but did not obtain free access to South Ossetia and Abkhazia. It soon became clear that Russia and its protégés in Sukhumi and Tskhinvali did not grant access to international observers to both regions. This limitation had serious consequences for a mission like the EUMM. Without access to both regions it could not fulfil its task to monitor the post-war stabilisation process in Georgia and the implementation of the ceasefire accords. Limited in this way in its area of action to the “adjacent regions” around Abkhazia and South Ossetia, the EUMM would be contributing to the safeguarding of de facto borders not recognised by Europe and the rest of the world, with the exception of Russia and Nicaragua. Thus the post-war stabilisation process in Georgia was based on a rather uncertain foundation.
Dem 3.Report konnte ich auf die Schnelle keinerlei für den Moment relevante Informationen entnehmen. Alle 3 Reports zusammen umfassen mehr als 1000 Seiten.
Das ganze also primär zur Info, falls jemand Quellenarbeit leisten möchte.
Freundliche Grüsse, Ralf