Hat Donald Trump die Wahl gewonnen oder hat Kamala Harris die Wahl verloren ?

ralfkannenberg

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Hallo zusammen,

eigentlich schon lange ging ich davon aus, dass Kamala Harris die Wahl deutlich verlieren würde, es also kein Kopf-an-Kopf-Rennen geben würde; entsprechend war ich heute nacht wenig überrascht, dass das - leider - auch so eingetreten ist.

Warum ? - Es gab einen Artikel, der mich stutzig gemacht hat - einer der zahlreichen Vorwürfe Trumps auf der persönlichen Ebene, den er aber nicht gross ausgeschlachtet hat - das brauchte er auch gar nicht, und ich denke, das ist der Schlüssel dazu, warum Frau Harris diese Wahl so deutlich verloren hat:

Als Kamala Harris fast 30 Jahre als war, hatte sie einen sogenannten "Sugardaddy", ganz konkret war das der Politiker Willie Brown, der übrigens 1996 Bürgermeister von San Francisco wurde. Eine Frau, die einen Sugardaddy hat, geht einer Art Prostitition nach, nur dass sie für ihre sexuellen "Dienstleistungen" im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Strassenprostituierten kein Geld bekommt, sondern andere Arten von Zuwendungen. Das kann das Begleichen von Handyschulden der meist noch sehr jugendlichen Frau sein, das kann aber auch der Eintritt in ein Netzwerk zur Förderung der eigenen politischen Karriere sein.

So etwas wird es vermutlich öfters geben - so habe ich bei meinem Arbeitgeber erlebt, wie die Ehefrau eines unserer Abteilungschefs, die bei uns auf dem Sekretariat gearbeitet hat, mit dessen Chef fremdgegangen ist, dann natürlich die bessere Sekretärinnenstelle bekam und dann dem betrogenen Ehemann auch die Stelle gekündigt wurde. Der hat dann also neben seiner Ehe auch noch seinen guten Job verloren.

Dennoch haftet einer solchen Frau der Ruf einer Prostitution an - dies ganz anders als bei einem Mann wie Donald Trump, der als "toller Hecht" gilt, wenn er möglichst viele Frauen ins Bett bekommt. Und in den USA, welches nach wie vor moralisch eher sehr konservativ ist, bin ich nicht überrascht, wenn man dort nicht eine Frau als Präsidentin möchte, deren früheres Leben in der Nähe der Prostitution empfunden wird.


Und dann hat sie sich vermutlich auch bei den eigenen Wählerinnen und Wählern unbeliebt gemacht, indem sie mit einer Intrige und der offenen Drohung, dass sie notfalls kraft ihres Amtes als Vize-Präsidentin Joe Biden aus Altersschwäche des Amtes entheben könnte, wenn er das nicht selber einsieht. Natürlich nicht primär zum Schutz des netten älteren Herrn im Präsidentenamt, sondern um die günstige Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, sich selber ohne jegliche Vorwahlen zur Präsidentschafts-Kandidatin zu küren - in völliger Verkennung der Realität, dass die US-Bevölkerung nach wie vor äusserst konservativ denkt, was moralisch-sexuellen Ansichten anbelangt.


Was denkt Ihr ?


Freundliche Grüsse, Ralf
 

TomS

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Die beiden Punkte kann (und will) ich nicht beurteilen.

Ich sehe etwas anderes, das mir selbst in den USA immer wieder aufgefallen ist (wobei ich Gespräche dazu vermieden habe, da Geschäft in Politik nicht gut harmonieren).

Die Gesellschaft der USA hat sich deutlich polarisiert, insbs. auch, weil konservative Wählerschichten aus zwei Richtungen enormen Druck verspüren:
  1. allgemein Liberalismus (in unserem Sinne), zunehmende Überwindung von "Rasse"-Ungleichheiten, Stärkung von Frauenrechten …
  2. Globalisierung, Deindustrialisierung, Verschiebungen in Arbeitsmarkt, Entwicklung der Realeinkommen …
Was ist davon zu halten?
  1. mögen wir ja begrüßen, aus ethischen, politischen u.a. guten Gründen; das ändert aber nichts daran, dass eine breite Bevölkerungsgruppe das nicht möchte; die Demokratische Partei hat darüber, beginnend mit J.F. Kennedy und L.B. Johnson, den Süden – ihre früheren Stammwähler – vollständig verloren; ein schwarzer Präsident und eine ebensolche Präsidentin erscheinen inakzeptabel
  2. it's the economy, stupid – Arbeitsplätze in der Industrie gingen und gehen verloren, wanderten ins Ausland, hochqualifizierte Jobs sind für viele nicht erreichbar
Nun ist es so, dass sich die Demokraten a) gerade mit den Themen profilieren, die ein Großteil der "weißen" noch- oder schon-nicht-mehr-Mittelschicht ablehnt, und umgekehrt deren Nöte (b) wenig beachtet. Trump wird zwar an (b) wenig ändern können, bedient jedoch wenigsten nicht die falschen Themen (a).

Nicht zuletzt fühlen sich viele Amerikaner von der Upper Class und hier insbs. von den Demokraten verarscht.

Ein Beispiel: Wenn diese in den 60er junge Männer nach Vietnam schicken, für reiche Jungs an den Universitäten Ausnahmen schaffen, nur damit diese dann Anti-Kriegs-Demos veranstalten, während gleichzeitig die o.g. jungen Männer in Särgen zurückkehren, dann versteht man, dass nicht Trump jetzt das Land gespalten hat, er hat nur eine jahrzehntelange Spaltung massiv vertieft.

Das Beispiel von Clinton's "no sexual relations" wollen wir nicht weiter erörtern.

Harris kann Amerika nicht einen, weil sie exakt das verkörpert, was ein Großteil der Amerikaner ablehnt: eine gleichberechtigte und erfolgreiche Frau mit Migrationshintergrund aus der Elite und heute in der politischen Elite.

Nun mag das so klingen, als wäre ich pro-Trump oder würde die o.g. Wahrnehmungen teilen. Nein, bin ich nicht, im Gegenteil, ich habe große Sorge um in die Zukunft. Und ich teile diese Haltung nicht, nehme aber zur Kenntnis, dass sie existiert.

Natürlich ist es bitter, dass sich die früher breit aufgestellte Grand Old Party von Trump hat übernehmen lassen. Aber die Demokraten denken, reden und handeln mit einer Mischung aus links-intellektueller Hybris und Blindheit recht konsequent a den Interessen einer Mehrheit der Wähler vorbei.

1960_Electoral_Map.png


Gerade in ZDF Heute: Harris verliert ggü. Biden ca. 15 Mio. Wählerstimmen. Klare Aussage, strategisch völlig verfehlte Kandidatin. Einfach mal in die fly-over-states fahren und die Leute fragen, warum's da teilweise Sch… ist (2) und inwiefern (1) weiterhilft.
 
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Jakito

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Donald Trump hat die Wahl gewonnen. Das ist das Schöne am Rückzug von Biden, und der pannenfreien Kandidatur von Harris: Die US Amerikaner hatten eine echte Wahl, ob sie Trump wollten, oder lieber jemand anderen. Das ist doch auch schön für Trump selbst: Es ist doch eine ganz andere Art der Legitimation, gegen eine starke Kandidatin in der vollen Blüte ihrer Kräfte gewonnen zu haben, als gegen einen Kandidaten, dessen geistige und körperliche Kräfte mehr und mehr schwinden.
 

albertus

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Ja, es geht doch nichts über eine schöne und heile Welt, wo die Menschen glücklich sind und mal so richtig jemanden wählen dürfen. Warum bekommen wir das hier nur nicht hin? Kann doch nicht so schwer sein, Kandidatenfehlbesetzungen auf halber Wegstrecke zu korrigieren, mal richtig auf den 'Tisch zu hauen, wenn uns der andere Kandidat nicht gefällt und am Ende zufrieden festzustellen, gegen jemanden gewonnen zu haben, gegen den man eigentlich gar nicht hätte gewinnen können.
Was müssen wir anders machen, damit wir auch so glückliche Menschen wie die USA bekommen?

Schönen Abend und schöne Träume.
 

ralfkannenberg

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Was müssen wir anders machen, damit wir auch so glückliche Menschen wie die USA bekommen?
Hallo Astrofreund,

ich fürchte, die sind nicht so glücklich, sonst hätten sie nicht Donald Trump gewählt. Tom hat das oben eigentlich gut erklärt.

Momentan überlege ich, ob es darauf hinausläuft, dass Elon Musk in 4 Jahren für die Republikaner für das Präsidentenamt kandidieren wird. Wenn bis dahin Höcke Bundeskanzler ist, Marine LePen französische Präsidentin und Geert Wilders doch das Regierungsmandat erhalten hat, und es auch die Ukraine, Georgien, die Moldau und das Baltikum nicht mehr gibt, spielt das aber vermutlich keine Rolle mehr.

Was bis dann in Deutschland passiert kann man übrigens in den Geschichtsbüchern nachlesen, auch in der Wikipedia zum Thema Weimarer Republik ist das sehr schön mit "Vor dem Untergang: Die Ära der Präsidialkabinette (1930–1933)" beschrieben. Dabei fällt auf, dass in immer kürzeren Zeitabständen Neuwahlen durchgeführt wurden, die aber erneut keine brauchbaren Mehrheiten hervorbrachten.

In dieser Phase befindet sich die Bundesrepublik Deutschland nun. Ich wage die Prognose, dass Friedrich Merz auch keine Mehrheit finden wird (die FDP dürfte an der 5%-Klausel scheitern) und sich schliesslich - alles natürlich nur zum "Wohle von Deutschland", damit man wieder eine "stabile" Regierungsmehrheit hat - mit den Stimmen der AfD zum neuen Kanzler wird wählen lassen. Am Ende dieser Legislatur wird dann die Machtübernahme durch die AfD stehen. Vielleicht wird man anfangs noch versuchen, Höcke, Chrupalla, Urban und Berndt durch CDU-Leute "einzurahmen", das dürfte aber ähnlich desaströs wie "damals" ausgehen.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

albertus

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Hallo Ralf,

siehst Du und das ist genau der Weg, wodurch wir in Deutschland genauso glückliche Menschen bekommen, wie in den USA - ergo, ich stimme Dir vollkommen zu. Die FDP wird 5,3% bekommen. Wie sonst soll Herr Lindner unter Bundeskanzler Merz wieder Finanzminister werden? Woher die 2,3%? Nun, die bekommt er von der CDU. Die haben über 30% und da kann man mal ein bissl abgeben, oder? Na dann, auf die nächste Weimarer Republik.

Ein schönes Wochenende,
Gruß, Astrofreund.

P.S.: Zustimmung gilt auch für Toms Aussagen zu den Wahlgründen der US-Bürger.
 
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ralfkannenberg

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Die FDP wird 5,3% bekommen. Wie sonst soll Herr Lindner unter Bundeskanzler Merz wieder Finanzminister werden? Woher die 2,3%? Nun, die bekommt er von der CDU. Die haben über 30% und da kann man mal ein bissl abgeben, oder?
Hallo Astrofreund,

es ist jetzt wohl unmöglich, Prognosen abzugeben, dazu ist die deutsche Parteienlandschaft zu komplex geworden. Mit nur 3 Parteien wie in meiner frühen Jugend war es einfacher, sogenannte "Leihstimmen" der FDP zu geben (habe ich übrigens auch schon gemacht), aber heutzutage sind die Parteien vermutlich besser beraten, ihr Stimmenpotential selber zu behalten - eine absolute Mehrheit liegt derzeit für keine der Parteien drin (wohl auch noch nicht für die AfD, soweit ist Deutschland noch nicht), aber wenn man die relative Mehrheit hält kann man vermutlich wenigstens den Bundeskanzler stellen, wobei ich Sahra Wagenknecht nach guter alter DDR-Manier der Blockadepolitik zutraue, dass sie das zu untergraben versuchen wird. Allerdings stellt sich auch die Frage, ob sie bundesweit auch auf ~15% der Stimmen kommen wird - ihre Russlandfreundlichkeit wird in den alten Bundesländern weniger goutiert als in den neuen Bundesländern.

Dennoch vermute ich, dass die einzige Koalition, die eine halbwegs stabile Mehrheit verspricht, eine erneute Grosse Koalition aus CDU/CSU und der SPD sein wird. Herrn Lindner und die FDP braucht es dazu nicht. Problem ist hierbei allerdings, dass Friedrich Merz noch unbeliebter als Olaf Scholz ist, aber solange Merz konsequent die Zusammenarbeit mit der AfD ablehnt sollte man ihm wenigstens eine faire Chance geben. Und die SPD wäre vielleicht gut beraten, ähnlich wie die Grünen das jetzt mit Frau Baerbock und Herrn Habeck machen, eine Doppelspitze mit dem (zu) besonnenen Olaf Scholz und dem beliebten Boris Pistorius zu bilden und dann konstruktiv im Kabinett Merz mitzuarbeiten.

Das liest sich vielleicht gut, aber natürlich kann es passieren, dass der "mündige Wahlbürger", in diesem Fall wohl eher wie in den USA der Pöbel, nur noch auf Anti eingestellt ist und somit AfD und BSW wählt und die wie die AfD sie nennt "Altparteien" abzustrafen versucht. Das bringt natürlich nichts, aber der Pöbel wird sich dann gut fühlen. Und ggf. muss man dann eben auch noch die Grünen an Bord holen und eine "Brandmauer"-Koalition bilden. Ich schreibe "muss", weil dann die Grünen weiter an Profil verlieren werden, wenn sie aktiv an der Regierungsarbeit mitwirken müssen, was vermutlich nicht in ihrem mittelfristigen Interesse liegen kann, zumal Friedrich Merz ihnen weniger entgegen kommen kann als Olaf Scholz - selbst wenn Merz dazu bereit wäre würde seine Partei ihn wohl zurückpfeifen.

Ich persönich würde eine SPD/Grünen-Minderheitsregierung unter Duldung der CDU bevorzugen, denn die CDU ist wenigstens anständig, aber dieses Modell dürfte an Friedrich Merz' Eitelkeit scheitern.


Der heutige Tag ist übrigens historisch: 1938 die entsetzliche "Reichskristallnacht", an die wir gestern wieder nach dem Fussballspiel der EuroLeague in Amsterdam "erinnert" wurden, und 1989 der friedliche Fall der Berliner Mauer.

Vermutlich habe ich es schon oft geschrieben, aber als ich damals spät abends am 9.November 1989 von der Arbeit nach Hause kam und im Radio die Nachrichten eingeschaltet habe konnte ich nicht glauben, was ich da gehört habe.


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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albertus

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Hallo Ralf,

der heutige Tag ist für die Deutschen noch geschichtsträchtiger, als eben genannt. Unser Lokalblatt Dresdner MORGENPOST erinnert:

- am 09.11.1918 rief Scheidemann (SPD) in Berlin die erste deutsche Republik aus.

- am 09.11.1923 versuchten in München rechtsgerichtete Kreise einen eher operettenhaften Putsch. Der damals eher unbedeutende Adolf Hitler hatte sich im Hofbräukeller mit einem Schuß in die Decke Gehör verschafft und zum "Marsch auf Berlin" aufgerufen. Der wurde noch in München beendet.

- am 09.11.1848 wurde die Märzrevolution mit der Hinrichtung von Robert Blum beendet.

- am 09.11.1967 Begin der 68er Studentenbewegung.

- am 09.11.1969 Gründung der RAF-Vorläufer wie "Bewegung 2. Juni" in Berlin

Der 09.11. wird nicht grundllos immer wieder als Schicksalstag der Deutschen bezeichnet.

Nun werden wir die kommenden Jahre halt sehen, inwieweit sich die Geschichte hier wiederholt und womöglich weitere historische Ereignisse gerade auf den 09.11. fallen.

Gruß, Astrofreund
 
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albertus

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Hallo Ralf,

ich trenne mal noch schnell meinen letzten Beitrag. Während ich an der Erweiterung schrieb, hatte Bernhard eine Bewertung für den bisherigen Teil abgegeben. Ob er dies auch für diesen nachfolgenden Teil machen würde, kann ich nicht sagen. Damit also kein falsches Bild entsteht (wäre unfair), hier mein zweiter Beitragsteil nunmehr in eigenständiger Form:

Mit den Prognosen sollte man sich momentan sicher zurückhalten. Da gebe ich Dir recht. Das mit den 5,3% für die FDP war auch nicht so ernst gemeint, aber schon ähnlich vorgekommen.
Bei ntv ist heute folgendes Interview mit einem Ökonomen zu lesen: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Lindners-Papier-ist-eine-oekonomische-Farce-article25349281.html Eine recht objektive Sicht, meine ich.
Die weiteren Ablauftermine für eine Neuwahl sind für mich rätselhaft, sprich ich bin gespannt, wie man eine Bundestagswahl bis Januar vorbereiten und durchführen kann. Sicher, schneller Druck auf den "RESET"-Knopp wäre wünschenswert, aber auch machbar? Die Bundeswahlleiterin hat an Scholz einen Brief geschrieben, wo sie auf bestimmte technische und rechtliche Dinge hinweist, die zu beachten sind und ihre Zeit brauchen. Das sind alles Dinge, die die Parteien und ihre Chefs aber auch wissen. Warum dann dennoch derartige Sofort-Termin-Forderungen? Polittheater um sich beliebt zu machen? Bringt doch nix, am ende wird das eher zu noch größerem Chaos führen, als wir jetzt schon haben?
Heute hat die Bundeswahlleiterin mit dem Hinweis nachgelegt, dass die Bundesdruckerei zu wenig Papier für eine schnelle Neuwahl hat. Die Wahlbenachrichtigungen können so schnell nicht erstellt werden. Wirklich ?

Gruß, Astrofreund
 

ralfkannenberg

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Heute hat die Bundeswahlleiterin mit dem Hinweis nachgelegt, dass die Bundesdruckerei zu wenig Papier für eine schnelle Neuwahl hat. Die Wahlbenachrichtigungen können so schnell nicht erstellt werden. Wirklich ?
Hallo Astrofreund,

das würde mich überhaupt nicht wundern. In der heutigen Ära des Smartsphone ist Papier immer weniger wichtig. Als Auslandsdeutscher kann ich ohnehin nur per Briefwahl wählen, das muss alles vorher beantragt werden und in meinem Fall komt noch erschwerend dazu, dass ich seit diesem Jahr schon mehr als 25 Jahre nicht mehr in Deutschland wohne, d.h. ich müsste einen Antrag stellen, dennoch wählen zu dürfen, der müsste bearbeitet und bewilligt werden.

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich mir diese Mühe überhaupt machen soll, da ich ohnehin nicht weiss, wen man in Deutschland guten Gewissens überhaupt noch wählen kann.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

ralfkannenberg

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Als Kamala Harris fast 30 Jahre als war, hatte sie einen sogenannten "Sugardaddy", ganz konkret war das der Politiker Willie Brown, der übrigens 1996 Bürgermeister von San Francisco wurde.
Hallo zusammen,

ich habe mich noch ein bisschen dazu informiert und fairerweise muss man auch feststellen, dass sich ihre Eltern getrennt haben, als Kamala Harris 7 Jahre alt war. Zwar hatten sie und ihre jüngere Schwester Maya an den Wochenenden ihren Vater besucht, aber es kann schon sein, dass sie bei ihrer Beziehungswahl eine Art Vaterersatz bevorzugt hat - so etwas soll es immer wieder geben und ist zunächst einmal auch nicht verwerflich, auch wenn ich Mühe damit habe, dass der deutlich ältere Mann eine solche Beziehung zulässt.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

albertus

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Am Papier wird der Januarwahltermin nicht scheitern, meint heute die Papierindustrie.
Ein anderer CDU-Politiker meinte, in Frankreich hätte man die Wahl eines neuen Parlamentes innerhalb von vier Wochen hinbekommen. Sollten wir auch schaffen. Merz will kommende Woche weiterhin die Vertrauensfrage hören und ist heute schon der Meinung, dass er Deals mit Trump hinbekommt. Die Deutsche Regierung hat es bei Trump bereits im Vorfeld geschafft, nicht mehr antreten zu müssen. Daher also der Druck auf Tempo?

In Sachsen und Thüringen wünscht das Wahlvolk auch Neuwahlen statt Minderheitsregierung. Welche Ergebnisse erhofft man sich denn da? AfD über 50% ... ? Wird noch soweit kommen, das nicht mehr regiert, aber das ganze Jahr über nur noch gewählt wird. Die Wahlplakete bleiben gleich hängen bzw. werden durch elektronische Tafeln ausgetauscht. 😂

Gruß, Astrofreund
 
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ralfkannenberg

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Am Papier wird der Januarwahltermin nicht scheitern, meint heute die Papierindustrie.
Hallo Astrofreund,

wenn man die Auslandsdeutschen von der Bundestagswahl ausschliesst wird der Januartermin vermutlich gehen, wenn die involvierten Stellen dieses Jahr auf Adventszeit und Weihnachten verzichten.

Ansonsten müsste man bestehende Gesetze bezüglich der Fristen für Anmeldung bei einer Wahl und Briefewahl ändern und selbst wenn alle zustimmen benötigt das auch seine Zeit.

In Sachsen und Thüringen wünscht das Wahlvolk auch Neuwahlen statt Minderheitsregierung. Welche Ergebnisse erhofft man sich denn da? AfD über 50% ... ?
Vermutlich nicht, aber AfD und BSW dürften dann über 50% erhalten und dann haben wir eine sogenannte "unheilige Allianz", d.h. sie können alles blockieren. Was übrigens ganz im Sinne von Sahra Wagenknecht sein dürfte, mit dieser Art "Blockade-Politik" ist damals die SED in der DDR an die Macht gekommen.

Mittlerweile frage ich mich, ob man sich als Amtsinhalber wirklich erpressen lassen soll, denn es ist durchaus möglich, kommissarisch weiter zu regieren. Merz wird vielleicht nicht mitmachen, weil er Kanzler werden möchte und in seiner Eitelkeit nicht erkennt, dass er erstens unbeliebt ist, zweitens noch schneller als die Ampel scheitern wird und drittens das grosse Risiko eingeht, als Steigbügelhalter für das "4.Reich" in die deutsche Geschichte einzugehen.

Aber es könnte andere CDU-Abgeordnete geben, die das anders sehen und bereit sind, eine kommissarisch weitergeführte Regierung konstruktiv mitzutragen. Und vielleicht gibt es ja auch einige FDP-Abgeordnete, die dazu ebenfalls bereit wären.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

albertus

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Hallo Ralf,

der AfD reichen einige Prozenpunkte mehr, um bereits das bisherige parlamentarische Leben stark zu erschweren. In Thüringen reichen Höcke und Co. die Stimmen im Parlament dazu schon aus. Das wäre beim jetzigen Chaos und der Stimmung im Wahlvolk in den Neuen BL (McPommern macht da auch mit) denkbar. Beim BSW sind noch einige Dinge zu klären, bis man sie auf Höhen - wie von Dir vermutet - sehen kann. Momentan spielen sie eine Achtsamkeitsrolle die ggf. Mehrheiten beschaffen kann. Evtl. wacht die deutsche Friedensbewegung weiter auf und da kann der BSW was tun. Vielleicht haben CDU-Landespolitiker die Illusion gehabt, den BSW mit gut bezahlten Posten ... In Sachsen ist das geklärt. War bei Kretschmer nicht anders zu erwarten.

Scholz wird nicht weiter machen können - ob Amtsinhaber oder nicht. Habeck rettet gerade seine Felle und versucht sich von der SPD zu lösen. Naja, soll er seinen Märchen glauben. Ein weiteres Jahr ohne Haushalt, ohne neues Geld mit all den ungelösten Themen in der Wirtschaft, in der Infrastruktur, in Forschungsbereichen mit KI , im Bildungsystem und in der medizinischen Versorgung werden die Verantwortlichen dieser Bereiche nicht dulden. Wir haben inzwischen die zweite gesperrte Elbbrücke und es riecht sehr nach Brückenneubau ... Wer soll dies und weitere Brücken bezahlen?

Hier muss Merz oder wer immer mit kompetenden und einflussreichen Leuten aufräumen. Aus welchen der demokratischen Parteien diese Fachleute kommen und welche Unternehmen unterstützen können, ist mir egal. Hauptsache sie kommen und erhalten die erforderlichen Bedingungen für die gewünschten Erfolge. Eine andere Lösung ist derzeit nicht zu sehen.
Das wird Monate oder Jahre dauern, bis es wieder aufwärts geht. Aber noch länger so mit einem Weiterso macht alles noch schlimmer und zeitaufwändiger. Na und verdammt teuer wird es auch. Das noch in der jetzigen Wirtschaftssituation und mit weiteren vier Jahren Trump in Aussicht. Weitere Traumtänzer braucht hier keiner.

Ein 4.Reich deutscher Nation wird es nicht geben. Wenn, dann ein Reich europäischer Nation unter der Flagge "Europe first" und D-Land noch firster. Sicher dann, wenn es bei der EU nicht wieder vorran geht. Trump wird eher mit Melonie-Italien sprechen als mit Deutschland. Die Niederländer und Dänen etc. scharren auch mit den "Hufen". Vielleicht gibt es auch mal wieder eine Achse EU - Japan ...

Gruß, Astrofreund
 

SFF-TWRiker

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Zurück zum Thema des Threads.
In den ersten Wahlen seit 2000 gab es bei den Präsidentenwahlen nur 101 bis 129 Millionen abgegebene Stimmen.

2020 gewann Biden mit 81,3 Millionen gegen Trump mit 74,2 Millionen, insgesamt 155,5 Millionen Stimmen

2024 gewann Trump mit 74,5 Millionen, also nicht besonders viel mehr gegen nur 70,9 Millionen von Harris, insgesamt 145,4 Millionen Stimmen.
Im Vergleich zu Bidens Ergebnis also eine empfindliche Niederlage, wobei wohl auch beide Häuser des Senats an die GOP gehen.

Nach Meinung von etwa 10 Millionen haben wohl die Demokraten schwere Fehler gemacht. Harris hat das satte 12,8 Prozent im Vergleich zu Biden gekostet. Die Wähler blieben enttäuscht zu Hause.
Bei "The Winner takes it all" sind beim Mehrheitswahlrecht die Auswirkungen massiver als bei Verhältniswahlen.

Auch wenn einem das Ergebnis nicht gefällt. Die Wahlbeteiligung ist wesentlich höher als bis 2016.

Wenn man sich die Tendenz bei rot-grün ansieht: Von rund 41 % vor 3 Jahren, bei einer Umfrage heute 25 % ist das sogar relativ glimpflich.
Genau wie bei der kompletten Ampel von rund 52 runter auf 29 Prozent.
 

TomS

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Die Thematik in Deutschland ist vielschichtiger, da uns der Ukraine-Krieg wesentlich direkter betrifft als die USA.

Die Wähler und die Politiker denken und agieren jedoch anders als früher. Früher wurde bis auf kleine Randeffekte entweder demokratisch oder nicht gewählt, heute zunehmend entweder demokratisch oder populistisch / extrem. Früher gab es einen parteiübergreifenden Konsens "nie mehr", heute zunehmend "x first" propagiert.
 

albertus

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Für mich ist die eigentlich interessante Frage, warum höhere Wahlbeteiligung? Die Antwort haben Kommentatoren unserer Medien derart formuliert: "Trump hat die Probleme der Menschen gesehen, die ihre Arbeit, ihr Haus usw. verloren haben und erhebliche Einnahmeverluste hatten."

Doch sieht es in den Neuen BL mit Wählerstimmenzunahme nicht ähnlich aus?. Wenn ich mir die Grafik für Sachsen
anschaue oder die für Thüringen
Brandenburg etwas anders, doch 2014 und 2019 auch zunehmende Wahlbeteiligung.

Bei Bundestagswahlen 1949 bis 2021 https://de.statista.com/statistik/d...hlbeteiligung-bei-bundestagswahlen-seit-1949/ gibt es 2009 das Tief und 2014 nicht viel besser. 2013 und vor allen 2017 geht es aufwärts und 2021 bleibt es fast auf Stand 2021 mit 76,6% (Immer noch unter Wert von 2009). Ist das nicht ähnlich der US-Wahlbeteiligung?

Was sind hier die Ursachen? Zusätzliche Stimmen nur durch die populistischen/extremen Wähler? Wahlalter wurde erst später auf 16 gesenkt. Bevökerungszuwachs ist auch nicht so hoch: https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Bevölkerungszahl+in+BRD

Gruß, Astrofreund
 

TomS

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Die Ursachen dürften strukturell ähnlich sein: eine gewisse Kluft in der Bevölkerung, etablierte Parteien die einen Teil nicht mehr erreichen, dann ein neues Angebot. Natürlich sind die historischen Hintergründe andere.

Das Zweiparteiensystem der USA und die Tatsache, dass Trump innerhalb der Republikaner agiert, verdecken die Analogien teilweise.
 

ralfkannenberg

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Ein 4.Reich deutscher Nation wird es nicht geben.
Hallo Astrofreund,

was macht Dich hier so sicher ? Die Geschehnisse der vergangenen Jahre ähneln leider doch sehr der Geschehnisse am Ende der Weimarer Republik. Gewiss, immer ist alles irgendwie ein bisschen anders, aber im Grossen und Ganzen verläuft es leider sehr analog ab.

Vermutlich wird ein solches Regime natürlich nicht den Namen "4.Reich" tragen, sondern einen schönen, d.h. irreführenden Namen erhalten.

Wenn, dann ein Reich europäischer Nation unter der Flagge "Europe first" und D-Land noch firster. Sicher dann, wenn es bei der EU nicht wieder vorran geht. Trump wird eher mit Melonie-Italien sprechen als mit Deutschland. Die Niederländer und Dänen etc. scharren auch mit den "Hufen". Vielleicht gibt es auch mal wieder eine Achse EU - Japan ...
Ich vermute eher, dass die EU in wenigen Jahren Vergangenheit sein wird und der Nationalstaat dann wieder in den Vordergrund treten wird. Schon jetzt sind die unterschiedlichen Interessen in der EU unübersehbar und wenn es die EU nicht mehr gibt, werden diese unterschiedlichen Interessen noch deutlicher zutage treten. Nicht auszuschliessen, dass dies in den 3.Weltkrieg mündet, und es würde mich gar nicht überraschen, wenn wieder ein Weltkrieg von deutschem Boden ausgehen wird.

Das ist jetzt alles sehr negativ dargestellt, aber ich sehe leider wenig Anlass, das ganze optimistischer zu beurteilen.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

SFF-TWRiker

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Die Thematik in Deutschland ist vielschichtiger, da uns der Ukraine-Krieg wesentlich direkter betrifft als die USA.

Die Wähler und die Politiker denken und agieren jedoch anders als früher. Früher wurde bis auf kleine Randeffekte entweder demokratisch oder nicht gewählt, heute zunehmend entweder

demokratisch oder populistisch /

extrem. Früher gab es einen parteiübergreifenden Konsens "nie mehr", heute zunehmend "x first" propagiert.
Ich denke, Dir ist bewusst, dass sowohl Demos als auch Populus Volk bedeuten.

Schon Aristoteles war klar, das die Herrschaft eines Einzelnen, Weniger oder des Volkes sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

@ralfkannenberg
Ich denke, du unterschätzt die Selbsterhaltungskräfte bürokratischer Strukturen wie der EU massiv.

Versuche Bürokratie abzubauen führen eher zu mehr Bürokratie.
 
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