albertus
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Nachdem wir gestern live den Aufstieg des ViaSat-3 verfolgt haben, möchte ich hier einen Raum schaffen, um die mathematischen Hintergründe solcher Missionen tiefer zu beleuchten. Den Anfang macht das fundamentale Werkzeug jedes Raketentechnikers: Die Ziolkowski-Raketengleichung.
Warum konnte die Falcon Heavy den Satelliten auf eine so hochenergetische Bahn (Super-Synchroner Transfer) bringen? Die Antwort liegt im Verhältnis von Masse und Geschwindigkeit.
) einer Raketenstufe berechnet sich wie folgt:
wurde genutzt, um den Satelliten nicht nur auf die Standardhöhe zu bringen, sondern ihm eine weitaus größere Ellipse (
km) zu geben. Das spart dem Satelliten später eigenen Treibstoff bei der Zirkularisierung im Zielorbit.
Mein ursprüngliches Modell für eine Standardbahn (a = 25.700 km) sagte für diese Höhe jedoch nur ca. 4.900 km/h voraus. Woher kamen die zusätzlichen ~640 km/h?
Hier schlägt die Raketengleichung zu:
) oder ein besseres Massenverhältnis (weniger Resttreibstoff durch Verzicht auf Landung) schlagen sich direkt in der Geschwindigkeit nieder, die wir am Tacho im Live-Stream ablesen können.
Ich freue mich auf den Austausch über Bahnberechnungen, Triebwerkseffizienz und die Tücken der Himmelsmechanik!
Warum konnte die Falcon Heavy den Satelliten auf eine so hochenergetische Bahn (Super-Synchroner Transfer) bringen? Die Antwort liegt im Verhältnis von Masse und Geschwindigkeit.
1. Die Formel
Die erreichte Geschwindigkeitsänderung (-
(Effektive Ausströmgeschwindigkeit): Sie beschreibt die Effizienz des Triebwerks (beim Merlin-Vakuum-Triebwerk der Oberstufe liegt der spezifische Impulsbei ca. 348 s).
-
(Startmasse): Die vollgetankte Stufe inklusive Nutzlast.
-
(Endmasse): Die Masse nach dem Brennschluss (Leergewicht + Nutzlast).
2. Anwendung am Beispiel Falcon Heavy
Gestern sahen wir, dass SpaceX die Stufen nicht gelandet hat („expendable“). Physikalisch bedeutet das für unsere Gleichung:- Es muss kein Treibstoff für den Rückflug (Boostback & Landing Burn) in der Stufe verbleiben.
- Dadurch wird
(die Restmasse beim Brennschluss) kleiner.
- Da
im Nenner steht, steigt das Massenverhältnisund damit das verfügbarelogaritmisch an.
3. Praxisbeispiel: Live-Analyse vom ViaSat-3 Start
Um den Nutzen der Formel zu verdeutlichen, schauen wir uns meine Messdaten von gestern an. Wir beobachteten bei einer Höhe von 32.550 km eine Geschwindigkeit von 5.543 km/h.Mein ursprüngliches Modell für eine Standardbahn (a = 25.700 km) sagte für diese Höhe jedoch nur ca. 4.900 km/h voraus. Woher kamen die zusätzlichen ~640 km/h?
Hier schlägt die Raketengleichung zu:
- Da SpaceX die Booster nicht zurückgeholt hat, konnte die Oberstufe länger feuern.
- Dieses zusätzliche
(Delta-v) hat die Bahnenergie so weit erhöht, dass die große Halbachse meiner Berechnung zufolge auf a = 26.450 km anstieg.
- Das Ergebnis: Der Satellit passierte die 32.550 km-Marke mit deutlich mehr kinetischer Energie als bei einem Standard-GTO-Start.
Ich freue mich auf den Austausch über Bahnberechnungen, Triebwerkseffizienz und die Tücken der Himmelsmechanik!
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