Hallo Ralf!
Du schriebst vor längerer Zeit in diesem Faden, dass die (heutige) Jugend verantwortlicher für entstehenden Faschismus und kommenden Krieg wäre als die Leute, die damals die NSDAP wählten, weil sie
„es vorher wussten“…
Man hatte
damals auch gewusst (oder wissen können), dass „Hitler wählen – Krieg wählen“ hieß.
Mir ist aufgefallen, dass der politische Einfluss „der Jungen – sagen wir bis 35" - sehr gering ist…
(Und versuchte mich in die Generationen unsere Kinder und Enkel zu versetzen.... wie werden sie über Merz denken und urteilen? Wer wird die Alten windeln, wenn Ausländer an der Grenze abgewiesen werden oder angst haben wegen des Rechtsruck? Wer soll die Renten der Jungen erarbeiten?)
Sie verantwortlich zu machen ist in vielerlei Hinsicht absurd.
Bei der letzten Bundestagswahl haben Erstwähler gerade einmal 3,8 Prozent aller Wahlberechtigten ausgemacht. Selbst wenn die alle die gleiche Partei gewählt hätten, wäre die trotzdem nicht in den Bundestag eingezogen. Hätten dagegen nur alle, die 70 Jahre oder älter sind, für die gleiche Partei gestimmt, wäre diese Partei mit über 23 Prozent in den Bundestag gekommen. Berücksichtigt man noch die, die 60 Jahre oder älter sind, käme eine solche Rentner-Partei mit 42 Prozent sogar in die Nähe der absoluten Mehrheit und könnte vielleicht einen rüstigen 70-Jährigen zum Bundeskanzler wählen.
Das Ergebnis ist das gleiche: eine demokratisch legitimierte Gerontokratie, die die Einkommen der arbeitenden Bevölkerung anzapft, um das Geld dann zu einer Armee von Rentnern zu pumpen.
Liebe Angehörige der Generationen Y, Z, Alpha, mich eingeschlossen, und alle, die danach kommen: Ihr werdet nicht zur Armee eingezogen, weil ihr das wollt, sondern weil euch der Staat dazu zwingen wird. Staaten überleben in Kriegen nicht deshalb, weil sich so viele freiwillig zur Armee melden und an die Front gehen, sondern weil der Staat sie rekrutieren und an die Front schaffen kann. (Und weil die meisten Menschen gehorchen und nicht wissen wie sie ausgemustert werden könnten).
Wer es nicht glaubt, möge sich die Einberufungszahlen aus den 70er- und 80er-Jahren ansehen: Wenn die Zahl der Verweigerer zu hoch wurde, legte jede Regierung den Verweigerern Daumenschrauben an, bis die Bundeswehr wieder genug Soldaten hatte. Damals herrschte noch Frieden in Europa.
Gilt das Recht auf Kriegsdienstverweigerung auch im Krieg? – BGH-Urteil irritiert
Der Bundesgerichtshof argumentiert: Im Verteidigungsfall gibt es kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Steht das im Widerspruch zum Grundgesetz?
https://www.berliner-zeitung.de/pol...auch-im-krieg-bgh-urteil-irritiert-li.2306841
Naja, Immerhin gibt es ein „Sondervermögen Klimaschutz“…
So verwunderlich ist es also nicht, dass so viele Erstwähler radikalen Parteien ihre Stimme gegeben haben. Von der Demokratie haben sie nicht viel zu erwarten. In einem demokratischen Deutschland zu leben, bedeutet für sie, immer weniger politischen Einfluss zu haben, immer stärker von Alten, Älteren und ganz Alten dominiert zu werden, deren Lebensabend und Wellness über immer höhere Steuern, Sozialabgaben und Krankenkassenbeiträge finanziert werden müssen. Zum Dank werden die Jungen zur Bundeswehr eingezogen und werden vielleicht sogar in einem Krieg verheizt.
Also ich hacke nicht auf die noch Jüngeren herum.
Mit Zuhilfenahme des Buches:
Das Methusalem-Komplott: Die Menschheit altert in unvorstellbarem Ausmaß. Wir müssen das Problem unseres eigenen Alterns lösen, um das Problem der Welt zu lösen
von
Dr. Frank Schirrmacher
Einen schönen Sonntagabend, wünscht, Mondlicht